Teneriffa 2012 – Tag 9

Relaxen am Pool

Nach den eisigen Stunden im Hochgebirge bin ich bei der Ankunft im Hotel mehr als durchgefroren. Am nächsten Morgen habe ich Halsweh und die ersten Gedanken sind „Scheiße jetzt habe ich mich auch noch erkältet…“ Aber diese Insel hat magische Kräfte, nach dem Frühstück ist alles schon wieder gut. Aber richtig Lust gleich die nächste Fototour zu starten habe ich nicht. Also genieße ich den Tag, schreibe einen Artikel für meinen BLOG und freue mich zur Mittagszeit über ein wirklich leckeres Essen im Garten des Hotels. Bei 25°C mit Blick auf das Meer gibt es den „Fisch des Tages“ mit Papas Arrugadas und einem Shandy – lecker.

Las Aguilas Sunrise

Als sich der Tag dem Ende neigt verkrümele ich mich ins Schlafzimmer und höre ein paar Stunden im Bett ganz entspannt die neue Musik die ich mir in den letzten Wochen gekauft habe. Besonders die isländische Band „Of Monsters and Men“ hat es mir derzeit angetan.

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Mein BOSE Quiet Comfort 15 lässt den Fernseher von nebenan und alle anderen Geräusche verstummen. Einmal mehr habe ich großen Spaß an diesem Kopfhörer den ich mit im Jahr 2010 bei „Best Buy“ in St. George in Utah für etwa 330 Dollar gekauft habe. Diese Investition war wirklich gut und ich möchte nicht mehr ohne diese Kopfhörer fliegen.

Las Aguilas Art

So geht der Tag zu Ende, ein Tag ohne Stress und ohne Fotos. Das hat auch was 🙂

Teneriffa 2012 – Tag 8

Exkursion in den Norden und zur Milchstraße

Und auch am achten Tag ist alles wie es immer ist. Argwöhnische Blicke beim Frühstück, besonders den Deutschen fällt es hier schwer die anderen Gäste einfach zu ignorieren. Inzwischen kennt man seine „Pappenheimer“. Da ist zum Beispiel der exzentrische Typ mit Halbglatze und akkurat gestyltem langen grauen Backenbart. Er und seine Angetraute sitzen tagtäglich im Abseits, jenseits des Pöbels. Zunächst wird der Tisch reserviert indem man eine Tasche oder etwas auf einem der Stühle neben dem Tisch abstellt. Dann beginnen Sie damit Teller voller Lebensmittel heranzuschleppen. Wirklich fatal wäre es wenn man ein zweites Mal gehen müsste um sich einen Nachschlag zu holen, ein weiteres Mal vorbei an diesen ordinären anderen Gästen. So machen sie es tagtäglich, finden sich gut dabei und bemerken gar nicht wie sie Aufmerksamkeit und Gespräche der anderen Gäste auf sich ziehen. Nach einer Woche beginnt „man“ sich das Maul über sie zu zerreissen. Hier und da werden Spekulationen laut ob es sich um einen Schulleiter handeln könnte. Vielleicht auch ein Oberstudienrat mit Auszeichnung, oder ein Lateinlehrer? Vielleicht auch Physik? Wir Deutschen können leider nicht anders, wie müssen lästern und mutmaßen 🙂

Nachdem alle Frühstücksrituale erfolgreich abgeschlossen sind begeben wir uns zum Parkplatz. Heute ist unser Ziel das kleine Fischerdorf Taganana im Nord-Westen der Insel. Dieser Ort hat es auch meiner Freundin angetan und an der „Strandpromenade“ zwischen Taganana und Benijo gibt es mehrere gute „Fischbuden“. Bereits im letzten Jahr haben wir dort riesige komplette Fische verspeist die frisch vom Grill kamen. Das ist auch heute unser Ziel. Und wir werden nicht enttäuscht. Zum Preis von 42,90 Euro gibt es zwei Shandy (Bier mit Sprite), zwei kleine Schnäpse, einen Espresso, einen Karamell-Pudding, Kanarische Schrumpelkartoffeln (Papa Arugadas), rote Mojo Sauce (Mojo rosso), Aioli, frisches Weißbrot, einen gemischten Salat, Garnelen in kochendem Olivenöl und als Krönung einen kompletten Zackenbarsch. Was für ein Festessen!!!

Taganana mit Nikon D800E

Nach dem üppigen Mahl genießen wir die stürmische Brandung und ich versuche mit meiner Video-Kamera den Moment festzuhalten in dem die gewaltigen Wellen umstürzen und an der oberen Kante der Welle für einen kurzen Augenblick ein leichter Nebel aus feinen Wassertropfen zu sehen ist. Aber es gelingt mir nicht wirklich. Die Kontraste sind extrem und der kleine Chip der Kamera ist nicht in der Lage diese riesigen Unterschiede zwischen hell und dunkel korrekt einzufangen. Ich versuche die Belichtung zu korrigieren, schließe die Blende und verkürze die Belichtungszeit. Jetzt sind die Schaumkronen der Wellen keine undefinierte weiße Fläche mehr sondern sauber akzentuiert. Aber dafür versinkt alles andere in Dunkelheit, fast als würde man das Meer zu nächtlicher Zeit bei Vollmond filmen.

Das ist für mich das einzige Manko dieser kleinen genialen Panasonic HC-X909. Hier ist die Nikon D800E mit ihrem drastisch größerem Chip klar im Vorteil. Aber der D800E fehlt im Videomodus der Sucher. Ist es hell so erkennt man auf dem rückwärtigen Display rein gar nichts. Bei der Panasonic zieht man den Sucher etwas heraus. Damit wird er automatisch aktiviert und man kann selbst bei hellem Sonnenlicht seine Motive sehr gut verfolgen. Gut gefällt mir an der Panasonic auch die Möglichkeit extrem schnell zwischen der „intelligenten Automatik“ und dem manuellen Modus wechseln zu können. Hier reicht ein Druck auf einen der wenigen Knöpfe und schon kann man auf dem Touchdisplay wählen welche Parameter man manuell einstellen möchte. Die Werte lassen sich sogar durch drehen des „Fokus-Ringes“, der eigentlich ein Universal-Einstellring ist, kinderleicht verändern. Kurzum, das Filmen mit dieser Kamera geht einfacher und besser von der Hand als mit der großen sperrigen Nikon D800E. Allerdings muss man mit Einschränkungen beim Dynamikumfang und der Auflösung leben. Aber so ist das im Leben, man kann nicht alles haben 🙂

Nach unserer Videosession geht es weiter bis zum Ende der Sackgasse. Dort erreichen wir das kleine Örtchen Benijo. Hier beginnt eine Off-Road-Piste die sich eng an den Felsen entlang bis zu einem winzigen Örtchen windet das wirklich am „Arsch der Welt“ liegt. Hier gibt es einen Parkplatz und man kann zum Roque de Dento wandern. Eines der vielen Wahrzeichen Teneriffas und der Felsbrocken der den Blick vom Strand bei Taganana in Richtung Norden ganz entscheidend prägt.

Taganana mit Nikon D800E

Die Straße ist eng und holprig. Kommt einem hier ein Auto entgegen so muss eines der beiden Fahrzeuge ggfs. 100 Meter und weiter zurück setzen. Leitplanken gibt es nicht und Sandra kriegt die totale Krise. Als ich schließlich erwähne, dass ich mir vorstellen könnte hier den Sonnenuntergang abzuwarten und den genialen Blick hinüber nach Taganana fotografisch festzuhalten, ist sie kurz vor der Panik. Bloß nicht noch im Dunkeln diese „Straße“ zurück fahren!!! Ok, es gibt keine Fotos, keine Videoschnipsel, wir drehen einfach um fahren zurück nach Taganana. Zwischendurch rutscht ein etwa 20cm dicker Felsbrocken vor das linke Hinterrad. Das Auto bleibt kurz stehen, die Räder drehen durch und mit einem deutlichen „Hoppla“ geht es nach einem Augenblick weiter. Nun ist es bei Sandra ganz vorbei. Ich soll anzahlten, sie will aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß gehen. Ich fahre langsam im ersten Gang weiter und mit den Metern legt sich die Panikattacke. Als wir wieder „festen Boden“ unter den Reifen spüren sind wir beide erleichtert. Manche Straßen sind hier auf Teneriffa ein echtes Abenteuer 🙂

Ohne viele Umschweife geht es zurück zum Hotel. Dort schauen wir uns den Tatort im ARD an. Danach wird bei Günther Jauch über Zwangsprostitution mit Minderjährigen diskutiert. Irgendwann höre ich nicht mehr zu weil ich mich frage warum man das überhaupt diskutieren muss? Es gehört bestraft und ist so ziemlich das Fieseste was ich mir denken kann. Aber in Italien soll es ja sogar mal einen Staatschef gegeben haben der sich junge Mädchen zum „Bunga Bunga“ kommen ließ. Was für eine fiese Welt…

Die Milchstraße

So gegen 23h breche ich dann wieder auf. Heute will ich endlich mal die Milchstraße sehen! Die Bedingungen sind grandios. Der Himmel ist wolkenlos, es ist klar und der zunehmende Mond versteckt sich noch auf der anderen Seite der Erde. Also los…

Im Gepäck ist alles was beim letzten Anlauf auch schon dabei war. Es geht wieder einmal die 100.000 Kurven über La Orotava hinauf zum Teide. Auf dem neuen USB-Stick haben ich drei Alben der „Supergroup“ Chickenfoot. Der Motor heult und die krachigen Girattenriffs versuchen ihn zu übertönen. Es gibt Momente im Leben eines Mannes die kann man einfach nur allein genießen!

Nikon D800E - HowTo Timelapse

Nach etwa 90 Minuten bin ich um ca. 0:30 am Parador oben in den Canadas del Teide. Hier ist ein staatlich geführtes Hotel, es gibt eine nette kleine Kapelle und einen großen Busparkplatz auf dem man nachts nur selten stolpert. Ich parke meinen Opel Astra in der Nähe der kleinen Kapelle, so habe ich sie und den Gipfel des höchsten Berges der Spanier gleichzeitig im Blick. Die Nikon D800E wird mit dem SAMYANG 2.8/15mm bestückt. An die Nikon D7000 montiere ich das „kleine Schwarze“ – das AF-D 2.8/10.5mm Fisheye. Bei beiden Kameras stelle ich ISO-1600 ein, die Blende wird jeweils vollständig geöffnet, beide Objektive haben einen definierten Anschlag für „unendlich“. Das ist nachts extrem praktisch denn der Autofokus funktioniert dann nicht. Und bei den schönen modernen AF-S Objektiven hat man keinen exakten Anschlag für „unendlich“ mehr. Hier passiert es schnell, dass man hunderte Fotos aufnimmt, sich die halbe Nacht lang neben den Kameras im Auto den Arsch abfriert und Später bei der Video-Bearbeitung feststellen muss, das alles unscharf ist. Wer will das schon?

Bei ISO-1600 und Blende 2.8 liefern Belichtungszeiten zwischen 10 und 30 Sekunden meist recht ansprechende Ergebnisse. Bei der D800E kann man durchaus auch bei ISO-800 mit 30s fotografieren. Allerdings dauert dann die ggfs. aktivierte Rauschunterdrückung etwa weitere 30s. So kann man nicht kontinuierlich fotografieren, sondern muss sich mit Intervallen von etwa 60s abfinden. Ich nehme jeweils 100 Bilder auf. Bei 25 Bildern/Sekunde sind das später Sequenzen die 4 Sekunden lang sind. Reduziert man bei der Videobearbeitung das Tempo etwas, so kann man sie ohne dass es „ruckt“ auf etwa 6 Sekunden strecken.

Nikon D800E - HowTo Timelapse

Während meine beiden Kameras unterschiedliche Motive um die Wette knipsen fällt das Thermometer von Stunde zu Stunde. Um etwa 3h zeigt es noch eisige 4°C. Ich sitze in meinem Auto und bibbere vor Kälte. Den Motor will ich auch nicht stundenlang laufen lassen, denn dieser Opel schaltet dann automatisch das Standlicht ein. Das beleuchtet die Umgebung und sieht später nicht wirklich gut aus. Also beschließe ich um etwa 3h am Morgen, dass es jetzt genug ist. Es geht zurück zum Hotel. Der Heimweg über menschenleere Straßen ist heute noch ganz so heftig wie beim letzten Mal. Ich lasse es ruhig angehen, schließlich bin ich hundemüde und ich will auch keines der vielen Kaninchen überfahren. Um kurz vor 5h geht im Hotel dann gar nichts mehr. Nur schnell die Zähne putzen und dann schlafen… Sandra will ich nicht stören, so lege ich mich so wie ich bin auf das Sofa. Eine Kuscheldecke gibt es dort noch. Als Sandra mich um 8h30 weckt bin ich noch immer ziemlich durchgefroren. Aber ich habe Hunger und freue mich auf das leckere Frühstück in der wärmenden Morgensonne.

Nikon D800E - HowTo Timelapse

Später wird die „Beute der Nacht“ gesichtet und ich bin wirklich überrascht wie gut diese beiden Kameras bei hohen ISO-Werten und wenig Licht funktionieren. Auch sind gar nicht die befürchteten Datenmengen zusammen gekommen. Dadurch, dass man nur alle 60 Sekunden ein Bild schießen kann, gibt es eine „natürliche Obergrenze“. Ich habe in dieser Nacht Bildmaterial im Umfang von etwa 16GB eingesammelt. Das ist harmlos 🙂

Tipp

Mit einer dieser modernen leistungsfähigen LED-Taschenlampen lassen sich nächtliche Szenerien ganz wunderbar ausleuchten!

Fazit

Rückblickend war es eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens. Eine so klare Nacht mit so unglaublich vielen Sternen habe ich mir schon seit vielen Jahren gewünscht. Früher dachte ich, dass man ein Teleobjektiv braucht um ein Foto der Milchstraße aufnehmen zu können. Ich dachte es sei eine kleine Formation irgendwo zwischen dem „Kleinen Wagen“ und dem „Großen Wagen“. Aber weit gefehlt, die Milchstraße erstreckt sich wie ein gewaltiges Band von einem Ende des Himmels zum gegenüberliegenden Ende. Wollte man sie in einem Foto aufnehmen, so bräuchte man ein Objektiv mit einem Blickwinkel von etwa 180°. Mit meinem 10.5mm Fisheye liege ich da also gar nicht so verkehrt. Doch man muss ich auch gut aussuchen wo und wie man die Kamera aufstellt. In den Canadas del Teide kann man die Kamera sauber gen Himmel richten und hat an den Bildrändern  doch immer wieder Teile der umgebenden Berge auf dem Bild. Wenn man diese Berge also schon nicht weg bekommt, dann sollte man sie eben in die Fotos einbeziehen. Für mich hat das dann seinen ganz besonderen Reiz. Erst wenn man die Sterne der Milchstraße am höchsten Berg Spaniens vorbeiziehen sieht bekommt der Betrachter einen Eindruck der Dimensionen und der eigentlichen Bewegung.

Nikon D800E - HowTo Timelapse

Es würde mich sehr reizen die nächtliche Fotografie intensiver zu betreiben. Aber dann bräuchte man eigentlich auch einen „Slider“ und noch ein weiteres Stativ. Nur so gelingen dynamische Kamerafahrten im Schneckentempo. Aber wie soll man all das transportieren und wie soll ich meiner Freundin erklären, dass wir gemeinsam verreisen ich aber nachts immer weg bin und tagsüber müde durch die Gegend schleiche oder gar schlafend im Bett liege? Es wird also vorerst meine letzte Nacht im Gebirge bleiben müssen. In den kommenden Tagen möchte ich noch zum Sonnenaufgang die eine oder andere Tour ins Gebirge unternehmen. Aber dabei wird es dann auch bleiben.

Das größte Problem sind hier im Dezember die kalten Nächte im Gebirge auf mehr als 2200 Metern. Im Hochsommer ist es 5 bis 10°C wärmer. Wer hier im Dezember die Sterne beobachten will sollte sich warme Winterkleidung mitnehmen.

Zum Abschluss hier noch zwei Bilder aus der kleinen aber feinen Nikon D7000.

Nikon D7000 - HowTo Timelapse

Nikon D7000 - HowTo Timelapse

Teneriffa 2012 – Tag 7

Keine besonderen Vorkommnisse

Und auch Tag 7 beginnt wie alle anderen Tage. Ausschlafen bis man von allein aufwacht, vom Balkon auf das Meer schauen und dabei langsam wach werden. Frühstücken bis nichts mehr hinein passt, danach Kaffee auf der Terrasse mit Blick auf den Pico del Teide und Morgensonne im Gesicht.

Irgendwann gegen Mittag sind wir beim Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn. Man könnte zu Fuß gehen, aber wir sind auch heute wieder faul und nehmen das Auto. Nach einem überaus klaren schönen Morgen hat sich der Himmel inzwischen zugezogen. Es ist etwas kühl und ich habe heute keine Lust dem perfekten Foto hinterher zu rennen. Also kaufen wir ein wenig ein. Ich habe meine kleine GoPro dabei, schließlich brauche ich ja irgendwas das ist in meinem BLOG veröffentlichen kann… Beim Packen meines Koffers habe ich diverse Trecking-Hemden usw. bereit gelegt. Aber letztlich sind sie dann irgendwie daheim liegen geblieben und ich habe bei der Ankunft hier auf Teneriffa nicht schlecht gestaunt, dass ich nur zwei T-Shirts und zwei Hemden mit kurzen Ärmeln dabei habe. Am Montag haben wir daher sofort eine Portion Flüssigwaschmittel gekauft. Und das habe ich auch schon benutzt. Allerdings trocknet die pitschnasse Wäsche auf dem Balkon nicht sonderlich gut. Man müsste sie richtig „aufhängen“ aber das würde nicht gut aussehen und daher hat die Hotelleitung es sich auch verbeten Wäsche gut sichtbar auf dem Balkon zu drapieren. In der Hotelbeschreibung hat Sandra gelesen, dass es hier auch eine Waschmaschine gibt. Und die haben wir heute tatsächlich gefunden. Sandra hat für 5 Euro eine große Maschine mit heller Wäsche gewaschen und für weitere 3 Euro alles was geeignet war nebenan in den Wäschetrockner gesteckt. Nun haben wir wieder Wäsche für die nächsten Tage, jetzt kann fast nichts mehr schief gehen. Neben den Hemden habe ich mich irgendwie auch bei den Socken verzählt. Zwar sind vier paar dicke Wander-Wollsocken im Gepäck, aber meine Wanderschuhe habe ich seit der Ankunft nicht wieder getragen. Bislang ging immer alles ganz prima in Turnschuhen. Also kaufe ich mir drei Paar schwarze Socken, die kann „Mann“ immer gebrauchen. Sandra findet ein Paar schöne Lederstiefel und einen preiswerten knallroten Koffer. Da passt Ihr Fotorucksack gut hinein und auf dem Rückweg kann sie ihn dann bequem  rollen statt ihn auf den Schultern tragen zu müssen. Ich habe es auf dem Hinweg auch so gemacht. Mein Fotorucksack war so gepackt, dass er einen „Handgepäck-Koffer“ gepasst hat. Oben drauf war noch eine kleine Notebooktasche und mein BOSE Kopfhörer für das Flugzeug. Im Vergleich zu den letzten Jahren in denen ich immer weite Strecken am Flughafen usw. mit einem voll gepackten Fotorucksack, Notebooktasche usw. zurücklegen musste, war es in diesem Jahr alles ganz entspannt.

Mitten im Einkaufszentrum treffen wir dann unverhofft unsere Freundin Edith. Sie hat heute endlich mal frei und ist mit ihrem neuen Lebensgefährten auf Einkaufsbummel. Wir verabreden uns für den nächsten Sonntag zu einer gemeinsamen Wanderung. Das sind die Momente die mir hier so gut gefallen. Es ist hier schon ein wenig wie in meiner zweiten Heimat. Man geht einfach in ein Einkaufszentrum und trifft überraschend seine Freunde. Das kann mir derzeit kein anderes Urlaubsziel bieten 🙂

Zurück im Hotel schauen wir kurz in unsere E-Mails, danach geht es rüber in den Garten des Hotels. Wir mischen uns unter die „All-Inclusive-Gäste“. Man erkennt sie schnell an den blauen Armbändchen die sie Tag und Nacht tragen müssen. Das wäre mir echt zu blöd und ich habe echt Mühe zu verstehen, dass tausende Touristen diese Prozedur immer wieder hinnehmen. Deutsche Touristen beschweren sich hier über jeden noch so kleinen Furz, aber über eine Alternative zum „AI-Armreif“ hat noch niemand nachgedacht.

Da wir diese AI-Bändchen nicht tragen müssen, dürfen wir uns auch nicht am Mittagsmenü bedienen. Aber das ist gar kein Problem, für 13,90 Euro gibt es zwei leckere Burritos mit Fritten und zwei Gläser Bier. Alles im Sonnenschein mit Blick auf das Meer, das Leben kann auch im Dezember sehr schön sein.

Später auf dem Zimmer bastle ich schnell aus dem was die kleine GoPro aufgenommen hat ein kleines Video zusammen. Sandra taucht im privaten Whirlpool in unserem Badezimmer ab, während ich in der Lobby diesen kurzen Artikel schreibe. Später um 18h30 treffen wir uns mit zwei anderen Gästen die wir hier kennen gelernt haben. Gemeinsam wollen wir zu Finca-San-Juan. Dort haben wir uns schon am Dienstag ein Menü mit mehreren Gängen und einem leckeren Wildbraten bestellt. Koch Tomy hat uns schon mitgeteilt, dass er ein gutes „Entrecôte vom Hirsch“ einkaufen konnte. Das wird besonders für Sandra ein echtes Festessen.

Wie es dann morgen aus fotografischer Sicht weitergeht muss ich mal schauen. Vielleicht suche ich mir zum Abendlicht einen schönen Strand mit großen Felsbrocken für das eine oder andere kitschige Urlaubsfoto 🙂

Teneriffa 2012 – Tag 6

Sterne fotografieren im Gebirge

Der sechste Tag bricht an und die Reise hat schon fast ihren Zenit erreicht. Nach den üblichen Ritualen und einem leckeren Frühstück verabreden wir uns mit Karin und Wolfgang um 13h an der Plaza de Charco in der Altstadt von Puerto de la Cruz. Karin und Wolfgang kennen wir nun schon seit vielen Jahren. Wolfgang habe ich über die Fotocommunity kennengelernt. Wir haben dort viel über die schönsten Locations auf Teneriffa diskutiert. Im Jahr 2007 haben wir uns dann endlich persönlich kennen gelernt. Seit dieser Zeit haben wir mehrmals Weihnachten und Sylvester gemeinsam verbracht. Wenn meine Freundin mit seiner Frau einen Ausritt ins Gebirge unternimmt, treffen wir uns regelmäßig und machen etwas „vernünftiges“ – wie Wolfgang das immer nennt 🙂

Heute treffen wir uns zum Mittagessen und es geht zu einem kleinen Thai-Resturant. Es liegt unterhalb des Busbahnhofs ganz in der Nähe des Hotel Marte. Dort habe ich 2005 gewohnt und kenne diesen Teil von Puerto de la Cruz sehr gut. Aber dieses Restaurant ist seltsam neu. Wolfgang kennt auch hier die Lösung des Rätsels, es ist der Koch. Er ist von seinem „Lieblings-Thai“ hierher gewechselt. Und Wolfgang hat nicht zuviel versprochen, das Essen schmeckt wirklich großartig und es ist trotzdem preiswert. Einmal mehr wird mit klar, man kann hier richtig gut leben, wenn man sich nicht selbst das Leben schwer macht.

(Um den Text etwas aufzulockern habe ich einige Bilder meiner „Beute des Tages “ aus der Nikon D800E eingestreut. Die Bilder sind 1000 Pixel breit, also bei Bedarf einfach in einem neuen TAB öffnen.)

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Vom Hotel zur Plaza de Charco sind Sandra und ich zu Fuß gelaufen, es ist ein ziemlich weiter Weg und daher sind wir froh, dass Karin und Wolfgang uns nach dem Essen mit ihrem Auto „zurück auf unseren Berg“ bringen.

Um etwa 17h mache ich mich dann auf den Weg zu meiner „Männer-Fototour“. Es geht über La Orotava hinauf zu den Canadas del Teide, wieder einmal! Diesen Weg kenne ich schon auswendig und ich habe in den letzten Jahren schon so manche Nacht dort oben verbracht. Im Kofferraum ist ich alles was ich an warmer Kleidung dabei habe. Sobald die Sonne untergegangen ist, kann es hier oben empfindlich kalt werden. Später werde ich die warme Kleidung noch brauchen, denn das Thermometer wird auf 6°C fallen!

Eigentlich ist der Sonnenuntergang laut „Garmin Colorado GPS“ um 18h11. Aber hier oben auf mehr als 2500 Metern Höhe gibt es eine kleine „Reserve“. Hier geht die Sonne etwa eine halbe Stunde später unter. So bleibt mir genug Zeit um einen meiner bevorzugten Aussichtspunkte anzusteuern. Dort wird schnell die kleine Panasonic Kamera aufgestellt. Sie filmt eine Zeitraffersequenz mit einem Raster von 10s. Das ist ein sehr guter Wert wenn man bei etwas Wind Wolken so darstellen möchte, dass sie schnell dahin zu ziehen scheinen. Parallel fotografiere ich mit der D800E und dem AF-S VR 4/16-35mm Weitwinkelzoom einige Belichtungsreihen aus denen ich später einige HDR-Fotografien erstellen möchte. Hier ein Fotos das mit dem billigen SAMYANG 2.8/15mm Weitwinkel entstanden ist.

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Nach etwa 30 Minuten staune ich nicht schlecht als sich plötzlich links oberhalb der Spitze des höchsten Bergs Spaniens der Mond mit einer wunderschönen Sichel zeigt. Wie genial sieht das denn aus? Die Kamera knipst Bild um Bild, als es für die Panasonic zu dunkel wird, tausche ich sie gegen die Nikon D7000 aus. Sie habe ich hier bislang noch gar nicht benutzt. Nun klappen die Spiegel zweier Kameras um die Wette. Gern würde ich auch mit der D800E eine Serie von Intervall-Bildern aufnehmen. Aber das Intervall lässt sich einfach nicht starten. Während es um mich herum dunkle Nacht wird, stehe ich ratlos vor meiner schönen neuen Kamera. Was mache ich bloß falsch? Ich blicke nicht durch und nehme sie mit ins Auto. Dort ist es deutlich wärmer und ich habe etwas Licht. Einige Augenblicke später fällt es mir dann auf, der Drehknopf oben links an der Kamera steht am rechten Anschlag, es ist die Spiegelvorauslösung aktiviert! Damit klappen scheinbar keine Intervall-Aufnahmen. Ich stelle den Knopf auf S wie „Single-Shot“ und schon bin ich wieder im Spiel. Danach wird die D800E mit 2.8/15mm SAMYANG Weitwinkel wieder in die Nacht gestellt. Sie soll 100 Fotos machen und das alle 5 Sekunden. Später im Hotel werde ich nicht schlecht staunen, dass ich damit mehrere Flugzeuge auf ihrem Weg vom Flughafen Teneriffa Nord zur Insel „La Palma“ fotografiert habe. Zeitraffer-Fotografie ist schon cool aber nicht immer kalkulierbar. Was letztlich geschieht und wie die Sequenz aussehen wird ist immer mit einer kleinen Portion Zufall verbunden. Zwischendurch wechsle ich an der D800E immer wieder die Objektive. Mal das 4/16-35, mal das 2.8/24-70 und dann auch mal das gute alte AF-D VR 80-400mm. Eigentlich habe ich es aus Versehen mitgenommen. Bei der Entscheidung was im Tresor bleibt und was mit auf die Reise geht habe ich mich „vergriffen“. Statt des knackscharfen schnellen AF-S VR 2.8/70-200 habe ich versehentlich das 80-400 eingepackt. Es ist ein durchaus brauchbares Objektiv, aber es kann den Chip der D800E nicht wirklich ausreizen. Damit gelingen durchaus gute Bilder, aber das AF-S VR 70-200 ist mit insbesondere in Verbindung mit dem 1.7er Teleconverter irgendwie lieber.

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Gegen 21h ist mir echt kalt und es geht mit WARP-Geschwindigkeit den Berg hinauf zurück zum Hotel. Das ist ein echter Männerspaß, in tiefer Nacht 2500 Höhenmeter im dritten Gang mit bis zu 100 km/h den Berg hinab fegen, das kann Mann nur allein. Während ich den Mietwagen um die Kurven zirkle, dass die Reifen quietschen und die Bremsen verbrannt riechen kommt mir immer wieder in den Sinn, wie eine Beifahrerin panisch rufen würde „Muss das sein, Du rast hier runter wie ein Vollidiot! Gleich bringst Du uns noch beide um! Ahhhhh….“ Aber ich kenne die Strecke, ich habe ein GPS und ich sehe die Spitzkehren lange bevor ich sie erreiche. Die Fahrt ist daher nicht wirklich gefährlich, zumal es hier keine Rehe oder Kühe gibt die plötzlich auf der Straße auftauchen könnten.

Als die Zivilisation mich wieder hat, dreht sich auch mir so langsam der Magen um. Ich muss kurz anhalten, sonst gibt es gleich ein Unglück.

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An der frischen Luft neben dem Auto ist es etwas wärmer. Das Thermometer im Auto zeigt jetzt 11°C. Und mir fällt auf, dass es hier genau so riecht wie in Page-Arizona im letzten Winter. Hier wird mit Holz geheizt und das ich auch wirklich notwendig. Ich bin noch etwa 800 Meter über dem Meer und hier ist es nicht nur nachts wirklich kühl.

Wer mit dem Gedanken spielt sich hier auf Teneriffa ein Haus zu kaufen oder zu mieten der sollte sich genau informieren wie die Lebensbedingungen dort sein werden. Es gibt Siedlungen die sind so hoch gelegen, dass man besonders im Winter viele Wochen mit Nebel und tief hängenden Wolken wird leben müssen. Je tiefer man hinab ans Meer kommt umso wärmer wird es. Aber sehr nah am Meer kann es auch wiederum sehr feucht werden. Eine guter Bereich ist zwischen 100 und 300 Metern über dem Meer. Wer hier also im Hochsommer eine nette kleine Finca anschaut die auf 900 Metern gelegen ist und ein preisgünstiges Schnäppchen zu sein scheint, der sollte unbedingt im Dezember zurück kommen und schauen ob das „kleine Paradies“ halten kann was der geldgierige Verkäufer im Sommer versprochen hat.

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Zurück im Hotel liegt Sandra eingewickelt in eine warme Decke auf dem Sofa vor dem Fernseher. Die Augen sind geschlossen, das Programm ist offensichtlich nicht wirklich spannend. Nachdem sie das auch erkannt hat, habe ich das Wohnzimmer für mich allein. Der Fernseher ist aus, Sandra schläft nebenan und ich schaue mir meine „Beute“ des Tages an. Und die macht mir so richtig viel Spaß. Manchmal ist es genau richtig auf eigene Faust loszuziehen. Nur so kann man abwarten und hin und her probieren wie es einem in den Sinn kommt. Niemand ist genervt, friert, hat Hunger oder schweren Druck auf der Blase. Einfach nur „Du und das Universum“ – das ist schon cool. Leider werden das nur Männer verstehen können. Ich bin mir fast sicher, Frauen fehlt das „Timelapse-Gen“ 🙂

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Hier noch ein Bild aus der Nikon D7000 mit dem AF-S 1.4/50mm „Normal-Objektiv“.

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Teneriffa 2012 – Tag 5

Driving Sideways

Und auch dieser Tag beginnt wie alle Tage hier beginnen. Die Sonne geht auf, es ist halbwegs warm, am Himmel hängen draußen über dem Meer ein paar nette bunte Wolken, so muss es im Paradies sein 🙂 Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und statten Tomy und Sylvia auf der Finca San Juan einen kurzen Besuch ab. Dort werden wir mit diesen Worten empfangen: „Na, Ihr zwei könnt auch nicht ohne uns gell?“ Momente wie dieser machen für mich die Reisen nach Teneriffa aus. Klar könnte man auch nach La Gomera, Gran Canaria oder zu einer der vielen anderen schönen Inseln fliegen. Aber hier auf Teneriffa haben wir inzwischen Freunde gefunden und hier fühlen wir uns schon fast wie zuhause. Man kann schlecht in Worte fassen was es ist was mich hier so fasziniert. Dadurch, dass ich mich hier mittlerweile so gut auskenne gibt es praktisch keinen Urlaubsstress. Bei anderen Urlaubszielen muss man sich stets neu orientieren, schauen wie was geht, wo man was findet. Das hat auch seinen Reiz, aber es kann auch ein wenig aufreibend und anstrengend sein. Wenn ich einfach nur meine Ruhe haben will und gleichzeitig den fiesen nasskalten Tagen in der Heimat entkommen möchte, dann bin ich hier genau richtig.

Und „abfotografiert“ ist diese Insel noch lange nicht 🙂

(Alle Bilder 1000 Pixel breit oder hoch – einfach in neuem Tab öffnen)

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Heute geht es nach der kurzen Stippvisite bei Tomy und Sylvia über kleine verwinkelte Straßen in Richtung Süd-Westen. Unser Ziel ist der „Trailhead“ unterhalb des „kleinen Gala“. Von dort hat man eine großartige Sicht auf den Teide, wenn es nicht neblig ist! Und heute ist es leider wieder einmal echt neblig. Das scheinen die letzten Ausläufer des Tiefdruckgebietes zu sein, dass in den letzten Wochen hier so krasse Niederschläge mit sich gebracht hat.

Sandra ist es zu kalt und sie bleibt mit ihrem Kindle im Auto zurück. Ich wandere mit der D800E, mehreren Objektiven und meinem großen BENRO Carbon-Stativ den Weg zum kleinen Gala hinauf. Immer wieder halte ich an und mache ein paar Fotos. Viele Bilder mit Infrarot-Filter. Das klappt besonders mit dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm recht gut. Das Filtergewinde an diesem Objektiv ist fest mit dem Gehäuse verbunden und man berührt das eigentliche Objektiv-System nicht wenn man den Infrarot-Filter aufschraubt. Man kann also in Ruhe ohne den Filter sein Motiv wählen, korrekt scharf stellen und dann den Filter aufschrauben. Den Autofokus schaltet man zwischendurch auch noch ab und dann gelingen bei ISO-100, Blende 11 und 30 Sekunden (!!!) Belichtungszeit sehr ungewöhnliche Schwarzweiß-Fotos.

Irgendwann sind die Wolken und der Nebel so dicht, dass ich kaum noch meine Füße erkennen kann. Das hilft bei der Erkenntnis, dass es heute mit tollen Fotos wohl nichts mehr werden wird – wieder einmal. Etwas frustriert geht es den Berg hinab zum Auto in dem Sandra schon sehnsüchtig auf mich wartet. Wir haben Hunger! Kein Problem, ein paar hundert Meter weiter ist ein nettes Restaurant in dem ich schon mehrmals war. Dort gibt es leckeres Kaninchen mit original kanarischen Schrumpel-Kartoffeln (Papas Arugadas), frisches Brot und ein Töpfchen Aioli – lecker!

Auf dem Rückweg nehmen wir eine noch kleinere Seitenstraße. Sandra kriegt zwischendurch ein wenig die Krise, diese Straßen sind echt eng und vor allem extrem kurvenreich. Im Auto philosophieren wir woran das liegen könnte. Mir kommt es vor als wären die Orte durch die wir fahren in einer Zeit entstanden, als es hier noch keine Autos gab. Für ein paar Esel und Pferde sind die Straßen damals sicher breit genug gewesen. Dann kamen die Autos und die Touristen. Viele Bewohner der kleinen Bergdörfer müssen nur kurz stolpern und schon stehen sie nicht mehr im Wohnzimmer sondern mitten auf der Straße. Bei uns wäre das kaum denkbar, hier ist es völlig normal.

Daheim im Hotel gibt es wieder Naseband & Co – K11 nennt man das wohl. Danach kommt die nächste Sendung mit der 11 – Alarm für Cobra 11. Dann der Transporter, dieser Krams nimmt einfach nie ein Ende. Aber ich muss nicht hinschauen und auch nicht hinhören. Ich kümmere mich um meine Fotos und Videos und schreibe für Euch diesen kleinen Artikel. Der WLAN Empfang hier oben kommt und geht. Je nach dem wie und wo man sitzt klappt es mal und dann wieder nicht. Also geht es jetzt noch schnell runter in die Lobby, da geht es recht gut.

Einige Bilder des Tages hänge ich Euch auch noch an. Die Video-Sequenzen gibt es dann im Januar als Teil meines nächsten „großen Videoprojektes“ zu sehen.

Hier einige „echte“ Infrarot-Aufnahmen. Durch die lange Belichtungszeit von 30 Sekunden sind die Wolken krass verwischt. Ein Effekt der mir sehr gut gefällt. Eigentlich ist die D800E nicht wirklich gut für der Infrarot-Fotografie geeignet. Der eingebaute Infrarot-Sperrfilter wirkt sich in der Regel eher störend aus. Mit aufgeschraubtem Infrarot-Filter funktioniert an dieser Kamera nichts mehr was elektronisch oder automatisch ist. Man muss den Filter ständig ab- und wieder anschrauben, das nervt total. Bei meiner kleinen Fuji X100 ist das grundlegend anders. Und wenn ich Chaot den blöden Filter-Adapterring nicht verschusselt hätte, könnte ich mit ihr hier im infraroten Bereich knipsen was das Zeug hält. So muss es mit der sperrigen D800E gehen. Aber die Ergebnisse sind wirklich überzeugend und entschädigen so für den Frust bei ihrer Erstellung.

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Hier nun ein HDR-Foto das ich in ein Schwarz-Weißbild konvertiert habe – sieht auch gut aus – gell? Nur die Wolken sind eben gar nicht verwischt…

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Hier nochmals ein „echtes“ Infrarot-Foto. Wer genau hinsieht kann die Spitze des höchsten Berges der Spanier zwischen all den Wolken erkennen…

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Und zum Abschluss noch einmal das identische Motiv. Diese beiden Fotos sind sehr unterschiedlich und zeigen sehr schön wie krass sich heute die Lichtverhältnisse innerhalb von nur wenigen Augenblicken immer wieder geändert haben.

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Morgen ist schon Freitag, die Zeit vergeht hier scheinbar schneller als daheim. Kaum ist man wirklich angekommen, da muss man schon fast wieder los. Manchmal beneide ich die rüstigen Rentner die hier in ihren komischen kurzen Hosen mit weißen Tennissocken in Sandalen etwas ungelenk herum laufen. Sie haben es wirklich gut, es ist fast immer angenehm warm. Das Meer reguliert die Temperaturen und die salzhaltige Luft ist wie Balsam für meine Bronchien.

Manchmal wenn ich hier bin muss ich an die Insel aus der Fernsehserie „Lost“ denken. Dort stürzt ein Flugzeug auf einer einsamen Insel ab die magische Kräfte hat. Kranke werden schnell wieder gesund, Lahme können wieder laufen. Ok, ganz so ist es nicht, aber es geht eindeutig in diese Richtung 🙂