Am Wochenende habe ich erneut beim Fotohändler meines Vertrauens nachgefragt ob er mir schon einen Liefertermin zur seit langem bestellten Nikon D800E sagen kann. Seine Antwort kam prompt, er hat die Hoffnung in der letzten Mai-Woche die ersten Exemplare geliefert zu bekommen. Erst vor kurzem wurde die Nikon D3200 mit einem sehr hochauflösenden 24 Megapixel-Sensor angekündigt. Interessant ist, dass diese Kamera bereits heute lieferbar und vorrätig ist.
Der Grund scheinen die unterschiedlichen Produktionsstandorte zu sein. Vor dem Tsunami im Jahr 2011 und der anschließenden der Reaktorkatastrophe wurden die professionellen und einige semiprofessionelle Kameras traditionell in Japan gefertigt. Der „Kleinkrams“ für die Amateure und Hobbyknipser kam bereits in den letzten Jahren aus China und anderen „Billiglohnländern“. Nach dem Tsunami hat Nikon ganze Produktionsstätten verlagert und wurde prompt von einer Hochwasserkatastrophe in Thailand erwischt. Dies hat Konstruktion und Auslieferung neuer Modelle um Monate zurückgeworfen. Zudem haben sich bei den aktuellen Profimodellen noch kleine Software-Fehler eingeschlichen die erst vor kurzem durch ein Firmware-Update behoben wurden.
Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, die D800E wird kommen und ich denke es wird ein Fest werden 🙂
Anfang Februar hat Nikon die D800 und D800E offiziell vorgestellt. Lieferbar sind sie noch nicht wirklich. Ich selbst warte nun schon seit vielen Wochen auf meine ganz persönliche D800E und damit bin ich nicht allein auf der Welt. Für zusätzliche Verunsicherung haben in den letzten Tagen Meldungen gesorgt, in denen die ersten Anwender Fehler in der Firmware der Nikon D4, D800 und D800E beschrieben haben. Nikon hat wirklich schnell reagiert und bereits gestern am 29. Mai für die D800 eine neue B-Firmware in der Version 1.01 online verfügbar gemacht.
Folgende Korrekturen und Verbesserungen sind laut Nikon eingeflossen:
Korrigiert: Wurden während des Anzeigens von Bildern Fotos gemacht, schaltete sich der Monitor aus, die Kontrollleuchte für den Speicherkartenzugriff begann zu leuchten und in seltenen Fällen „fror die Kamera ein“ und reagierte nicht mehr.
Korrigiert: Der Wireless-LAN-Adapter WT-4 übertrug RAW Bilder gelegentlich auch dann, wenn die Option „Nur JPEG“ eingestellt war. Es gingen also deutlich größere Dateien über die „Antenne“ als erwartet, was den Transfer stark ausbremsen konnte.
Korrigiert: Bei Aufnahmen mit Active D-Lighting, bei denen eine andere Option als „Aus“, mit Festlegung eines Seitenverhältnisses von 5:4 (30 x 24), ausgewählt war, trat am unteren Bildrand in manchen Fällen ein dunkler Schatten auf.
Als ich im Februar beim Fotohändler meines Vertrauens mein ganz persönliches Exemplar der Nikon D800E geordert habe, stand als Lieferdatum der 16. April im Raum. Heute ist Pfingstmontag und wir sind schon wieder fünf Wochen weiter. Von der D800E ist aber noch keine Spur zu sehen. Bei den „üblichen Verdächtigen“ wie amazon & Co. gibt es mit ganz viel Glück inzwischen eine D800 zu kaufen, die D800E kann jedoch in Deutschland bislang nur vorbestellt werden!
Braucht man überhaupt eine D800E, tut es nicht auch eine D800? Diese Frage habe ich mir während der vergangenen Wochen mehrfach gestellt.
Ken Rockwell, auch bekannt als der Chuck Norris der Fotografie, hat hier beide Kameras einander gegenüber gestellt. In seiner bekannt trockenen Art empfiehlt er die D800E nur denjenigen Fotografen die ihre Bilder mit der Lupe nach Details absuchen. Eigentlich gehöre ich nicht zu dieser Spezies, aber ich habe bereits eine D700 und diverse andere Nikon Kameras, Angst vor Moiré muss ich also nicht haben und wenn es mal „schnell gehen muss“, dann kann ich die D700 einsetzen. Ich mag schöne größe Prints auf tollem Papier in hochwertiger Rahmung. Wenn ich solch ein Bild erstelle und allein die Materialien mit 300 Euro und mehr zu Buche schlagen, dann denke ich mir derzeit „Wenn schon – Denn schon“. Je mehr Details ein hochwertiger Print in 60 x 90 cm zu bieten hat, desto besser ist das (aus meiner Sicht). Wird das Bild gar in 100 x 150 cm oder größer gedruckt, so kann die D800E einfach mehr Details liefern und daher sind mir die Mehrkosten zur D800 derzeit nicht wichtig.
Bei panobilder.de findet man diesen sehr schön gemachten Vergleich der Nikon D800 mit der D800E. Im Fazit kann man dort nachlesen, dass sich die Bilder der D800 im Rahmen der elektronischen Bildverarbeitung so hinbiegen lassen, dass sie aussehen als wären sie mit einer D800E gemacht. Hierbei wird jedoch nicht drauf eingegangen wie ein identisches Bild aus einer D800E bei identischer Bildaufbereitung aussehen würde.
Ich denke derzeit „Mehr ist Mehr“ und selbst wenn die D800 mit einigen EBV-Tricks der D800E nahe kommt, so wird diese (je nach Motiv natürlich) die Nase vorn behalten.
Sucht man das Internet ein wenig nach Artikeln rund um die neue Nikon D4 bzw. die D800 ab, so findet man auch erste negative Stimmen. So wird vielfach berichtet, dass sowohl die D4 als auch die D800 gelegentlich „einfrieren“ und sich auch durch Entfernen des Akkus nicht reanimieren lassen. Nikon empfiehlt derzeit die Anzeige von Spitzlichtern nicht zu verwenden um diesen Effekt zu vermeiden. Scheinbar gibt es hier doch noch Probleme mit der Firmware dieser Kameras.
Vor diesem Hintergrund ist eine gewisse Wartezeit vielleicht gar nicht so verkehrt. Wenn man als Kunde damit ein vollständig funktionierendes Exemplar erhält, dann warte ich gern noch eine Weile und nutze die Zeit für ein paar schöne Touren mit dem Motorrad oder dem Cabrio. Das Leben kann auch ohne die D800E wirklich schön sein. Auch wenn das die Nikon-Marketingabteilung sich nicht gern hören mag 🙂
Hier zwei Beispiele für „männliches Leben ohne die Nikon D800E“
Bis die D800E endlich lieferbar ist werde ich mit der D7000 sicher noch eine Menge Spass haben, so wie in diesem Video das vor ein paar Monaten mit der D7000 auf Teneriffa entstanden ist.
So, jetzt packe ich mal wieder meinen Koffer und starte eine kleine Reise mit viel männlichem Spaß ohne die D800E. Im Gepäck werde ich die Fuji Finepix X100 haben. Sie „trägt nicht auf“ und liefert tolle Bilder.
Update um 23h55
Die Fahrt über die B42 am Rhein entlang war wieder einmal richtig gut und ich habe während der Fahrt ein wenig mit der kleinen GoPro HD HERO 1080 „ins Blaue hinein fotografiert“. Dinge die man mit einer D800E niemals tun würde weil man viel zu viel Angst hätte, dass da was dran kommt…
Aber ich muss sagen, die winzige GoPro liefert wirklich spannende 5 Megapixel große Bilder. Für den „schnellen unbemerkten Schuss aus der Hüfte gibt es nur wenig besseres. Hier ein Beispiel das so um ca. 21h in der Nähe der Lorelei entstanden ist. Das Dach war geöffnet und ich habe die GoPro ohne Unterwassergehäuse mal hierhin und mal dorthin gehalten. Ein Display hat sie ja nicht…
Etwas überspitzt könnte man titeln „Die Nikon D800 nimmt langsam Fahrt auf!“ aber in der Tat sind die ersten Glücklichen die eine D800 ihr Eigen nennen dürfen durch die Bank weg sehr zufrieden mit dieser Kamera. Schaut man sich bei amazon.com um, so findet man (Stand heute den 21. Mai 2012) bereits 38 unabhängige Reviews die Kunden geschrieben haben. Davon sind 31 Reviews mit 5 Sternen versehen. Die übrigen 7 Reviews verteilen sich auf 1 bis 4 Sterne. Der Reviewer dem die D800 nur einen Stern wert war, hat sie meiner Meinung nach entweder gar nicht gehabt oder sie nicht in Ruhe ausprobiert. Stattdessen lobt er die Canon 5D Mark III über den grünen Klee. Hier zeigt sich wieder, dass auch unabhängige Test eigentlich niemals wirklich objektiv sein können. Niemand der lange Monate auf seine D800 gewartet hat und sein letztes Hemd für diese Kamera gegeben hat würde sie bei amazon oder anderswo schlecht bewerten, dessen bin ich mir recht sicher.
Testberichte in Zeitungen bei denen Canon, Nikon und die restlichen „üblichen Verdächtigen“ allmonatlich für kräftige Umsätze durch Anzeigen sorgen würden eine solche Kamera auch nicht schlecht reden/schreiben. Dafür sind die Einnahmen durch ganzseitige Anzeigen auf den Innen- und Rückseiten der Magazine viel zu wertvoll.
Wer sich unabhängig und objektiv informieren möchte muss dies berücksichtigen und versuchen aus allen verfügbaren Informationen das herauszufiltern was für ihn persönlich wichtig ist und was ihm plausibel erscheint. Man muss also ein wenig zwischen den Zeilen lesen. Bei aller Euphorie bleibt die D800 letztlich nur ein Fotoapparat der schon bald von der D4x in den Schatten gestellt werden könnte. Irgendwann wird es eine D900 geben und der ganze Hype wird sich wiederholen. Zeitschriften, Testberichte, YouTube-Videos und Artikel von BLOGgern wie mir werden dazu beitragen 🙂
Doch das liegt noch in weiter Ferne und derzeit können wir uns auf den aktuellen Hype konzertieren, die Welt ist manchmal so einfach!
Bei YouTube findet man einige recht gut gemachte Videos die einzelne Profis und Fotoamateure erstellt haben weil sie ihr neues Spielzeug lieben und sich auf das Feedback der Gemeinde freuen.
Einige Beispiele habe ich hier für Euch zusammen gestellt.
Der heise Verlag ist eigentlich eher bekannt für seine Publikationen wie c’t und iX aber inzwischen gibt es hier auch recht gute Testberichte und Beispielbilder. Hier findet Ihr einige ISO-Vergleichsbilder aus der D800.
Sucht man nach Informationen zur D800 darf der „Chuck Norris der Fotografie“ natürlich nicht fehlen. Ken Rockwell hat hier einen schönen Artikel zur D800 veröffentlicht.
100.000 Kilometer mit der Nikon D300 – So würde die Schlagzeile eines Dauertests lauten wenn die D300 ein Auto wäre und ich hier für die Auto-BILD schreiben würde. Auch wenn es nicht ganz passend erscheint, passt diese Schlagzeile meiner Meinung nach doch sehr gut. Im Jahr 2005 habe ich mir nach mehreren Jahren mit der Nikon D100 und diversen analogen Kameras eine D2x für damals sagenhafte 4.800 Euro gekauft. Diese Kamera hat mich ein lange Zeit begleitet und ich habe sie noch heute. Im Jahr 2007 kam dann eine deutlich preiswerte Nikon D300 dazu. Die Software der D300 ist im Vergleich zur D2x eine Generation weiter und das Display ist deutlich größer geworden. Aber die D2x ist auch heute noch eine gute Kamera. Wer im RAW-Modus bei ISO-100 fotografieren kann, der wird auch im Jahr 2012 mit einer D2x noch viel Spaß haben können.
Mit beiden Kameras war ich dreimal im Südwesten der USA und ungezählte Male auf den Kanaren, in Norwegen, der Schweiz und anderswo. Mit diesen Kameras habe ich die fotografisch gesehen vielleicht wichtigste Zeit meines Lebens verbracht und die Ergebnisse sind auch heute noch mehr als ansehnlich. Ist ein Einsatz unter perfekten Bedingungen möglich, so spielt auch die D2x noch heute ihre Stärken aus. Der Detailreichtum der Bilder ist großartig und ein gut konvertiertes RAW-Bild ist von einem identischen Pendant aus der D300 praktisch nicht zu unterscheiden. Gut gebrauchte Modelle der D300 oder auch der D2x bekommt man heute bei den diversen Online-Plattformen für 700 Euro und weniger.
Wer die durch den kleinen Chip bedingte kompakte Baugröße der Objektive für diese Kameras zu schätzen weiß, kann im Jahr 2012 für wenig Geld sehr leistungsfähige überaus robuste Kameras erwerben für die es gute Weitwinkel und kompakte Teleobjektive gibt.
Vor einigen Tagen hat mich via Facebook der Martin angefunkt und mich gefragt ob ich ihm als Ersatz für seine Nikon D90 eher eine D300s oder eine D7000 empfehlen würde. Das will ich hier kurz beantworten…
Also: Wer eine große schwere robuste Kamera mit schneller Bildfolge sucht die via 9-fach Bracketing tolle HDR-Bilder ermöglicht, der ist bei D2x und D300 genau richtig. Wer zusätzlich filmen möchte, der könnte auch zur D300s greifen. Wer wenig HDR macht, eine etwas höhere Auflösung such und mit gleichzeitig leider leichtverringerter Dynamik leben kann und in 1080p mit 23,95 B/s filmen möchte, der sollte zur D7000 greifen.
Wenn ich losziehe und „nur“ fotografieren will und dabei das Gewicht der Kamera keine Rolle spielt, dann packe ich eine D2x oder eine D700 mit Batteriegriff ein. Die D700 falls ich wenig Licht erwarte, die D2x wenn das Licht gut ist und ich ggfs. den Drop-Faktor für Bilder mit einem 400er Teleobjektiv nutzen will. (Das dann fast wie ein 600er wirkt) Steht eine anstrengende Wanderung auf dem Programm, dann die D300 oder die D7000 ohne Batteriegriff. Klein, handlich kompakt…
Wenn ich hauptsächlich oder auch nur nebenbei filmen will, dann ist die D7000 mein Freund.
Sobald die D800E da ist, wird sich das alles verschieben und ich werde wahrscheinlich ausschließlich die D800 benutzen. Aber warten wir es mal ab…
Hier einige Beispiele zur Nikon D2x, D300 und D7000.
Beginnen wir mit einem Video das ich komplett mit der D7000 erstellt habe. Wer es schon kennt scrollt einfach weiter 🙂
Hier nun einige Bespiele aus der D300 und der D2x. (Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)
100.000 Kilometer mit der Nikon D300 – wie lautet das Fazit? In der Autowelt würde man jetzt Benzinverbrauch, Drehmoment, Beschleunigung, Verbrauch und Unterhaltskosten einander gegenüberstellen. All das fällt weder bei der D300 noch bei der D2x an. Die D2x ist mir im Jahr 2010 bei einem Sturz im Arches NP einen Abhang hinunter gekugelt. Das Gehäuse war an der Unterseite gebrochen und der Autofokus hat nicht mehr funktioniert. Ich hatte sie abgeschrieben, aber sie konnte für etwa 900 Euro repariert werden. Leider musste ich sie dreimal einschicken bis alles wieder korrekt funktioniert hat. Aber jetzt arbeitet alles wieder wie am ersten Tag!
Auch die D300 hat inzwischen viele tausend Auslösungen hinter sich, alles ohne Probleme. Während meine Fuji Finepix X100 gleich nach einigen Tagen eine Weile in die Werkstatt musste, haben alle Nikons vom ersten Tag an wunderbar funktioniert. Ich habe alle Firmware-Updates eingespielt, wirklich notwendig waren sie indes nicht.
Wer seine Bilder im Internet publiziert und Prints bis zu einem Format von 60x90cm in bester Qualität braucht, der ist sowohl mit der D2x, als auch der D300, D700 oder D7000 bis heute gut bedient.
Die Nikon D4 oder auch die D800 bzw. D800E werden vieles ändern, vor allem aber den Preis der älteren Modelle auf dem Gebrauchtmarkt. Wer ohne Pixelwahn leben kann und nicht unbedingt in HD filmen muss, für den ist sicher eine gebrauchte D300s mit einigen guten Objektiven in den kommenden Monaten eine gute Wahl. Viele Kunden der D800 werden ihre „alten“ Kameras preiswert verscherbeln um sich die neue Nikon D800 leisten zu können.
Hier findet derzeit so etwas wie eine „Wachablösung“ statt. Jeder der sich bislang keine dieser Kameras leisten konnte kann in den nächsten 6 Monaten kräftig in die Hände schlagen und versuchen eine dieser Kameras preiswert bei eBay & Co zu ergattern.
Meine D300 hat die ersten 100.000 Kilometer gut überstanden, ich denke sie schafft auch die 200.000 Kilometer 🙂