Nikon D800E – Auslieferung noch im Mai?

Am Wochenende habe ich erneut beim Fotohändler meines Vertrauens nachgefragt ob er mir schon einen Liefertermin zur seit langem bestellten Nikon D800E sagen kann. Seine Antwort kam prompt, er hat die Hoffnung in der letzten Mai-Woche die ersten Exemplare geliefert zu bekommen. Erst vor kurzem wurde die Nikon D3200 mit einem sehr hochauflösenden 24 Megapixel-Sensor angekündigt. Interessant ist, dass diese Kamera bereits heute lieferbar und vorrätig ist.

Der Grund scheinen die unterschiedlichen Produktionsstandorte zu sein. Vor dem Tsunami im Jahr 2011 und der anschließenden der Reaktorkatastrophe wurden die professionellen und einige semiprofessionelle Kameras traditionell in Japan gefertigt. Der „Kleinkrams“ für die Amateure und Hobbyknipser kam bereits in den letzten Jahren aus China und anderen „Billiglohnländern“. Nach dem Tsunami hat Nikon ganze Produktionsstätten verlagert und wurde prompt von einer Hochwasserkatastrophe in Thailand erwischt. Dies hat Konstruktion und Auslieferung neuer Modelle um Monate zurückgeworfen. Zudem haben sich bei den aktuellen Profimodellen noch kleine Software-Fehler eingeschlichen die erst vor kurzem durch ein Firmware-Update behoben wurden.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, die D800E wird kommen und ich denke es wird ein Fest werden 🙂

Nikon D3200 – 24 Megapixel zum Sparpreis

Nikon D3200 18-55mm Top Right

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Nikon D3x mit einem Verkaufspreis von 7.000 Euro die Krönung der digitalen „Spiegelreflex-Kunst“ dargestellt hat. Vor einigen Wochen dann die große Überraschung, Nikon bringt mit der D3200 eine DX Camera mit gleicher Auflösung auf den Markt und das zu einem Bruchteil des Preises der D3x. Vergleicht man beide Kameras wird man jedoch feststellen, dass die Auflösung allein nicht den Preis einer Kamera ausmacht. Die D3200 ist schon ein wenig klein und billig gemacht. Verwendet man jedoch ein perfektes Objektiv, so lassen sich damit aber durchaus beachtliche Bildergebnisse erzielen!

Eben war ich kurz einkaufen und da sind mir im M@di@M@rkt ein paar „kleine Preise“ über den Weg gelaufen:

  • Nikon D3100 mit 18-55: 444,- Euro
  • Nikon D3200 mit 18-55: 579,- Euro
  • Nikon D3200 mit 18-105: 779,- Euro

Der Abstand zur deutlich älteren D3100 ist also nicht wirklich groß und man hat noch immer die Wahl zwischen „Pixelwahn“ und „Festplattenökonomie“.

Es ist schon krass wie sich die Zeiten ändern und welche gigantischen Schritte die Entwicklung der CMOS Bildsensoren derzeit durchmacht. Noch einige wenige Jahre und wir haben vielleicht sogar Kameras mit Sensoren die keine regelmäßige Pixelverteilung haben und damit unempfindlicher gegenüber fieser Moiré-Bildung sind. Das alles bei Auflösungen von 36 Megapixeln und mehr. Da bleibt nur noch zu wünschen, dass irgendwann auch der Dynamikumfang der Chips in gleichem Maße wächst wie derzeit die Pixeldichte,ein meiner Meinung nach bislang sträflich vernachlässigtes Thema. Fuji hat sich mit einem Derivat der Nikon D300 vor einigen Jahren dieses Themas angenommen, aber wirklich erfolgreich waren sie damit leider nicht. Den meisten (Amateur-)Fotografenherzen liegen scheinbar viele Pixel näher als ein hoher Dynamikumfang 🙂

Bei fast allen Nikons lohnt sich eine Korrektur der Belichtung um -0,3 bis -0,7EV um überstrahlte helle Flächen zu vermeiden. Im Rahmen der RAW-Konvertierung hellt man dann die dunklen Flächen auf, die ja meistens noch ausreichend Zeichnung vorweisen und unkritischer sind als „helle Flecken“. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass dieses Vorgehen der Vergangenheit angehört und die digitalen Kameras der übernächsten Generation nicht nur mit allerkleinsten Dingen klar kommen, sondern auch mit extrem kontrastreichen Motiven.

Nikon D600 – Neue Details

Nach der Vorstellung von D4 und D800 wartet die Nikon-Welt nun auf eine neues preiswertes FX-Modell, welches die betagte Nikon D700 ablösen wird. Wahrscheinlich wird sich diese Kamera mit der Bezeichnung D600 schmücken. Wie sie aussehen wird ist indes noch ungewiss. Aber ganz ehrlich, wissen wir nicht alle wie sie aussehen wird? Schwarz wird sie sein, ein kleines Blitzlicht haben, ein Display auf der Rückseite, einen Sucher, ein Batteriefach, echte Überraschungen wird es nicht geben. Eigentlich hat es die seit der Vorstellung der Nikon D1 nicht mehr gegeben. Hier und da ein neues Knöpfchen aber eigentlich blieb immer alles beim alten. So sind wir es gewohnt, so hat es sich in der Praxis über viele Jahre sehr gut bewährt hat und so wird es auch bleiben. 🙂

Nikon D600

Bei nikonrumors.com (nicht nikonhumors.com) wurden jetzt neue Details bekannt und diese sind im Gegensatz zu den allerneuesten, allerheißesten und allerspekulativsten Gerüchten über die Nikon D4x sogar ernst gemeint 🙂

  • 39 AF points (with an option of 11 AF points)
  • 5 fps (same as the D700, the D800 has 4fps)
  • 2 SD card slots with Eye-fi support
  • Build-in retouching images functionality
  • Built-in flash with sync speed of 1/250s
  • Two user settings: U1 and U2
  • Fn button
  • GPS
  • HD video
  • The sensor inside the D600 will probably be 24MP (made by Sony, modified by Nikon)
  • The new camera will be marketed as an entry level full frame camera
  • Auto DX crop mode
  • In-camera RAW editor
  • Built in time-lapse functionality
  • Possibly with build-in HDR
  • Possibly with integrated GPS
  • New external battery grip
  • To be released this summer
  • The D600 will probably not have an internal AF motor, which means it will work only with AF-S lenses (just like the D3200 and D5100)
  • The price of the D600 is rumored to be very low – maybe as low as $1500
  • Announcement before Photokina (September 2012)
  • One or more low-priced f/4 lenses will be announced with the D600. For example, Nikon recently filed a patent for a 24-70mm f/3.5-4.5 full frame lens which seems to be designed for a cheaper FX DSLR body

Ob die neue D600 tatsächlich KEINEN eingebauten AF-Motor haben wird, das bleibt abzuwarten. In der preiswerten Riege der Nikon DSLR-Kameras wurde nach der Nikon D50 auf dieses durchaus sinnvolle Feature verzichtet. Nicht nur die Kameras der 3000-er Serie leben seitdem recht gut ohne diesen AF-Motor. Die überwiegende Mehrzahl der Nutzer der D3000 und D3100 benutzt die 18-55mm und 55-200mm AF-S Kit-Objektive. Diese „Plastikscherben“ sind rein optisch gar nicht so verkehrt und liefern durchaus brauchbare Ergebnisse. Damit sind sie ein wichtiger Baustein der Nikon Philosophie. Bereits vor vielen Jahren hat das mit der F80 und dem billigen AF-D 28-80 sehr gut funktioniert. Dieses Objektiv liefert sogar noch heute an der D700 sehr gute Ergebnisse. Die Mehrzahl der Anwender wird auch ohne diesen AF-Motor ganz gut klar kommen und wer ihn unbedingt haben will, der kann ja auf eine größere Schwester ausweichen. Letztlich ist klar, irgendwo muss Nikon sparen und irgendwie muss sich eine preiswerte D600 ja auch von einer doppelt so teuren D800 absetzen. Alles andere wäre wirtschaftlicher Nonsens.

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass Nikon ein Patent für ein preiswertes 24-70mm Zoom-Objektiv und verschiedene neue Festbrennweiten eingereicht hat.

Nikon filed patent application 2011-221421 in Japan for a 24-70mm f/3.5-4.5 full frame lens. This lens only makes sense as a part of a „cheap“ full frame body kit.

In der Summe ist es damit sehr wahrscheinlich, dass Nikon an einer neuen Generation preiswerter FX-Kameras arbeitet. Ich gehe davon aus, dass neben der großen schweren Profilinse AF-S 2.8/24-70 auch weitere Objektive künftig ein preiswertes Pendant erhalten werden.

Wer mag findet über diesen Suchbegriff viele Hinweise auf das was uns in den kommenden Monaten und Jahren „linsentechnisch“ noch alles erwartet. Hier könnte man herrlich weiter spekulieren und unbegründete neue Gerüchte in die Welt setzen, aber das überlasse ich lieber „den Kollegen“ von nikonhumors.com 🙂

Vielleicht erwartet uns ja auch eine Renaissance der Superweitwinkel wie es sie zu Zeiten der Nikon F schon einmal gab…

Nikon F mit Fisheye

Nikon D3200 – Gute Bildqualität für kleines Geld

Erst vor einigen Tagen vorgestellt, lässt die neue „kleine“ Nikon D3200 bereits jetzt die Herzen der weniger gut betuchten Nikon-Fans schneller schlagen. Doch was leistet eine Kamera die 24 Megapixel auflöst und für unter 700 Euro zu haben sein wird? Auch hier steigt und fällt die Bildqualität mit dem Objektiv. Schaut man sich die ersten Beispielbilder an die Nikon zur D3200 veröffentlicht hat, so sind die Bilder die mit dem preiswerten 18-55mm Kit-Objektiv entstanden wirklich gut, aber nicht „sehr gut“. Doch es ist ein „Klagen auf hohem Niveau“. Für Vergrößerungen bis DIN A2 wird auch hier die Qualität vollkommen ausreichend sein.

Besser sieht es da schon bei Verwendung des neuen AF-S 2.8/40mm Macro-Objektives aus. Dieses Objektiv verfügt über die optischen Reserven die der neue Chip einfordert. Dieser Chip hat nebenbei bemerkt eine deutlich höhere Packungsdichte als der Chip der D800. Bei gleicher Größe käme man gar auf satte 48 Megapixel! Die einzelnen Pixel sind aber extrem winzig, was zu Lasten der Dynamik gehen muss, hier kann man die Physik nicht austricksen! Extrem kontrastreiche Motive werden sich mit der inzwischen schon fast „veralteten“ Nikon D3x deutlich besser ablichten lassen. Wer gar ein Mittelformat-Rückteil mit nochmals doppelter Chipfläche verwendet, der kann beim Dynamikumfang einen Faktor von 12 Blendenstufen und mehr erreichen. Selbst die nagelneue D800 liegt mit Werten irgendwo zwischen 7 und 8 Blendenstufen mehr als deutlich darunter. Welcher Dynamikumfang mit dem neuen Chip der D3200 in der Praxis wirklich erreichbar ist wird sich noch zeigen. Wer allerdings schon einmal mit der Nikon P7000 oder P7100 bei harten Kontrasten fotografiert hat kennt bereits jetzt das Ergebnis. Die Packungsdickte der Pixel der P7000 bzw. P7100 ist durchaus mit dem neuen Chip der D3200 vergleichbar. Die P7100 liefert tolle Bilder, aber nun bei unkritischen Lichtverhältnissen. Wird es heftig, so muss man sich mit einem HDR behelfen. Die Pixel der „guten alten“ Nikon D700 sind fast 400% größer als die der P7000/P7100 und das macht sich besonders im RAW-Format deutlich bemerkbar.

Schärfe und Auflösung sind eben nicht alles! Wer bei schwierigen Lichtverhältnissen fotografieren muss und gar ISO-Einstellungen jenseits von ISO-800 benötigt, der wird mit der neuen D3200 nicht so wirklich glücklich werden. Hier ist die ähnlich teure D5100 gegebenenfalls die bessere Wahl.

Hier findet ihr einige Beispielbilder die Nikon zur D3200 bereitgestellt hat. Eines dieser Bilder habe ich mit hier mal herausgegriffen – Anklicken für Originalgröße!

Nikon D3200 Sample AF-S 2.8/40mm Micro Nikkor

Schaut man sich einen wichtigen Teil dieses Bildes in der 100% Ansicht an, so erkennt man schnell was mit dieser Kamera in Verbindung mit einem geeigneten Objektiv möglich sein wird. Das Bild zeigt feinste Strukturen ohne, dass dabei Artefakte durch übermäßiges Nachschärfen sichtbar werden. So soll es sein, damit hat man ein solide Basis für die weitere Ausarbeitung und hochwertige große Prints – selbst wenn man einmal gegen „Regel Nummer 1“ verstoßen sollte -> Verwenden Sie den RAW-Modus!

Mit der D3200 bringt Nikon eine spannende neue Kamera auf den Markt die bei geeigneten Lichtverhältnissen den Ruf nach großen Prints wird laut werden lassen. Ich denke es wäre ein gutes Geschäftsmodell wenn Nikon, parallel zur D800 und den anderen Pixelgiganten die noch kommen werden, mit der Produktion hochwertiger Grossformatdrucker beginnen würde. Zwar ist dieses Marktsegment von EPSON mit dem 7880/9880 oder gar 11880 gut besetzt, aber treue Nikon Fans würden vielleicht einen Nikon LFP-Systtem (LFP Large-Format-Printing) wählen, sofern eine zugehörige gut gemachte Nikon-Software beispielsweise den direkten Druck der Nikon-RAW-Bilder ermöglichen würden. Wer weiß, vielleicht denkt man bei Nikon ja schon darüber nach.

Und falls man es bei Nikon nicht tut, so kann man seine Fotos ja immer noch auf einer Maschine wie dieser hier ausgeben lassen:

Wer runde 10.000 Euro passend hat, der kann sich dieses Gerät auch ins Wohnzimmer stellen und damit seine Nachbarn erschrecken 🙂