Nikon D7000 – Full HD Featurette

Am 25. Dezember 2011 heißt es wieder einmal Abschied zu nehmen. Nach einem schnellen Frühstück geht es einmal rund um die Insel zum Flughafen Tenerife Sur. Hinter uns liegen 15 Tage mit Sturm, Sonne, Wolken, Meer, Gebirge, gutem Essen, kleinen Wanderungen und gemütlichen Abenden. Im Gepäck habe ich eine Festplatte mit wirklich vielen kurzen Video-Fragmenten.

Am ersten Weihnachtsfeiertag wird ausgeschlafen und danach wird jede freie Minute darauf verwendet die kurzen Fragmente zu einem halbwegs sinnvollen schönen Video zusammen zu fügen.

Als es nach fast drei Wochen fertig ist, habe ich eine 11 Gigabyte große Video-Datei auf der Festplatte. Wie kann man das im Jahr 2012 veröffentlichen? Ich entschließe mich daher eine stärker komprimierte Version zu rendern, eine MP4-Datei wäre vielleicht nicht so verkehrt. Die Voreinstellungen für den MP4-Export verheißen eine Dateigröße von 1.6GB. Zunächst rändere ich eine Minute aus dem Film um die Qualität des Ergebnisses beurteilen zu können. Es sieht recht gut aus und erscheint mit relativ kompakt. Mit diesen Settings könnte man das gesamte 35 Minuten lange Video exportieren. Etwa fünf Stunden später ist der Film dann fertig gerendert. Aber er ist immer noch wirklich groß, statt 11GB sind es jetzt 4,82GB.

Egal, ich versuche mal einen Upload in Richtung YouTube. Als Browser wähle ich Google Chrome. Google verspricht, dass dieser Browser bei Unterbrechungen der Internet-Verbindung ohne Probleme weiter machen soll. Na schauen wir mal…

Der Upload über meine Internet-Anbindung mit 16MB/s dauert satte 14 Stunden! Aber es klappt, am Morgen des 9. Januar 2012 ist das Video online, juchu!

Und hier ist es nun, mein Featurette zur letzten Reise nach Teneriffa. Die Panorama-Schwenks sind mit einer GoPro Hero HD 1080 in Full HD aufgenommen. Die Kamera war dabei auf einen Küchenwecker geklebt und hat sich ganz langsam um die eigene Achse entgegen dem Uhrzeiger-Sinn gedreht. Beschleunigt man die aufgezeichneten Videos um den Faktor 50 bis 100, so dreht es sich relativ „rund“ und die Wolken ziehen ganz wunderbar an der Kamera vorbei.

Alle „normalen“ Video-Sequenzen sind mit der Nikon D7000 in Full HD mit 23,97 B/s aufgezeichnet. Die GoPro zeichnet im PAL-Modus mit 25 B/s auf. Ganz am Ende des Videos gibt es noch eine kurze Sequenz aus der Nikon Aw-100, diese zeichnet mit 30 B/s auf. Das alles so zusammenzufügen, dass das Video dennoch „rund“ läuft und nicht ruckelt ist gar nicht so einfach, um nicht zu sagen „dass das ein Dschungel“ ist.

Fast alle verwendeten „Still-Photos“ sind mit der Nikon D700 fotografiert. An einigen Stellen bin ich leider vor der D7000 herumgesprungen, aber durch den krassen Zeitraffer sieht das sogar fast witzig aus.

Die Musik stammt aus dem Lieferumfang verschiedener Magix Produkte. Einige kleine Auszüge haben ich aus einer Royalty-Free Music-Collection verwendet. YouTube hat trotzdem Content-Treffer generiert, eine Monetarisierung des Videos scheidet damit aus. Aber das ist eh ein „Special-Interest“. Es gibt keine blanken Brüste, kein besoffenen Typen, keine Kunststückchen, niemand baut einen Unfall und ein Bein bricht sich auch niemand. Damit ist es bei YouTube ohnehin zur „Bedeutungslosigkeit“ verdammt. Die Zeitraffer-Sequenzen mit der Kamera auf dem Auto habe ich ebenfalls mit der kleinen GoPro aufgezeichnet. Die Musik dazu stammt aus der Feder von Gereon M. Hillebrand (www.gerimusic.com), der Track heißt „Driving“ – irgendwie passt er zu allen „Fahrvideos“ 🙂

Aber vielleicht gefällt es Euch gerade deshalb – ich hoffe es!

Wer Spaß an meinem kleinen „Chill-Out-Projekt“ hat, könnte es bei YouTube mal mit einem kurzen Kommentar oder dem „Daumen hoch“ honorieren. Feedback ist das Lebenselixier der Internet-Blogger, das ist bei mir nicht anders 🙂

Und nun Film ab…

Nikon D700 – Einmal den Fotorucksack ausschütten

Tag 14 – Telefotografie mit der Nikon D700 und der D7000 im Loro Parque

Um Tierportraits in einem der Parks auf Teneriffa fotografieren zu können habe ich mein großes Telezoom mitgeschleppt. Wirklich oft verwendet habe ich es bislang noch nicht, lediglich im Jungle Parque habe ich ein paar hundert Fotos damit gemacht. Aber diese Fotos gefallen mir teilweise auch wirklich gut. Das Bildqualität dieser „Linse“ ist fast unschlagbar und heute will ich sie noch einmal im Loro Parque benutzen.

Als Sandra mich weckt habe ich fast 11 Stunden geschlafen, es ist 7h30 und es ist mir eigentlich wieder einmal viel zu früh. Etwas steif und unbeholfen tapse ich ins Badezimmer, wo ist der Lichtschalter? Autsch ist das hell, gibt es das nicht auch in dunkel? Es ist nicht leicht wenn man früh morgens bei gutem Licht fotografieren möchte. Ok, so richtig früh morgens ist es ja gar nicht, aber es fühlt sich so an. Keine Ahnung warum, aber ich könnte hier jeden Tag zwölf Stunden und länger schlafen.

Als ich frisch geduscht und glatt rasiert im Auto sitze ist es 8h30. Auf der Windschutzscheibe des gemieteten Opels hat sich schon die kleine GoPro festgesaugt. Es geht den Berg hinab in Richtung Norden. Mein Ziel ist Puerto de la Cruz. Die Fahrt vergeht wie in Trance, so wirklich wach bin ich noch gar nicht. Nach etwa 30 Minuten treffe ich am Loro Parque ein. Ich fahre auf den bewachten Parkplatz. Meinem Freund Wolfgang haben sie hier vor ein paar Monaten die Luft aus einem Reifen gelassen, weil der dem „falschen Parkwächter“ keine Geld geben wollte. Vielleicht sind die 2,40 Euro für den bewachten Parkplatz keine schlechte Investition.

Ich kann ganz vorne fast am Eingang parken. Es sind erst vier andere Autos hier. Schnell die GoPro abmontieren und in den Kofferraum legen und die Fotosachen zurecht legen.

Alles ist da, zwei Stative sind noch vom Vortag im Kofferraum, der Fotorucksack, alles oder doch nicht?

Oh je, ich habe verschlafen wie ich war genau das vergessen weshalb ich eigentlich hier hin wollte! Mein Nikon AF-S VR 4/200-400 steht noch auf unserer Finca im dunklen verschlossenen Kleiderschrank. Das muss so sein, weil ansonsten die Kameraversicherung im Falle eines Diebstahls nichts zahlt. Wird etwas aus dem Hotelzimmer gestohlen, so muss es in einem verschlossenen Schrank gelegen haben. Wird es aus dem Auto gestohlen, so muss es im verschlossenen Kofferraum gewesen sein.

Ja, nun stehe ich hier, der Tag erwacht und ich auch! Zurückfahren? Das dauert locker eine ganze Stunde? Ach egal, ich habe das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm im Fotorucksack und der Teleconverter TC-17E II ist auch dabei. 200mm x 1.7 x 1.5 = 510mm  Teleobjektiv – wenn man den kleinen Chip meiner D7000 berücksichtigt. Das sollte eigentlich auch für ein paar schöne Video-Sequenzen reichen. Ok, mit dem dicken Tele wären es 400 x 1.7 x 1.5 = 1020mm und das bei nur einer Blende Lichtverlust!

Ach egal, dann habe ich das Ding eben wegen einer Handvoll Tierfotos mitgeschleppt, übermorgen geht es wieder heim, ist je auch egal…

Mit überraschend leichtem Gepäck geht es zur Kasse. Das Ticket kostet 33,- Euro, wenn man innerhalb von 14 Tagen wieder kommen möchte kostet das zusätzlich 10,- Euro. Kinder sind etwas billiger, eine Jahreskarte ist gar nicht viel teurer. Der Park öffnet um 9h und schließt gegen 17h.

Als ich das letzte Mal hier war, hatte ich das dicke Objektiv dabei. Und es gab prompt Probleme, weil die Mitarbeiter mir nicht glauben wollten, dass ich als Amateur mit D2x und diesem Teleobjektiv unterwegs bin. Profis müssen nämlich eine Genehmigung einholen und die ist nicht ganz preiswert! Heute mir dem viel kleineren Objektiv und der fast winzigen D7000 gibt es keine Probleme. Da ich eh mit „Kleinem Gepäck“ fotografiere, habe ich auch das große Stativ im Auto gelassen. Das kleine leichte Manfrotto ist auch ok. Dieses Objektiv war vor ein paar Wochen bei amazon.de für 74,- Euro im Sonderangebot. Der Manfrotto Kugelkopf hat nochmals 49,- Euro gekostet, alles in allem ist das Stativ also nicht billig, aber für das was es bietet auch nicht überteuert.

Zuerst geht es zu den Gorillas, dann zu den Chimpansen, dann die Pinguine, der Park hat viel zu bieten. Irgendwann bin ich wieder bei den Cimpansen, es ist inzwischen 25°C warm geworden und ich habe das Gefühl, dass mich mein schwarzer Fleece-Pulli umbringt. Also ist Umziehen angesagt! Da könnte man doch schnell mal ein paar Fotos mit der Nikon D700 machen? Warum denn nicht, auf einer kleinen Mauer kann ich den Fotorucksack ablegen. Die D7000 ab vom Tele, die D700 dran, das 16-85 an die D7000. Klick Klick Klick, ein Foto nach dem anderen. Irgendwann bin ich fertig und würde gern wieder filmen. Wie toll wäre es doch, wenn die D700 auch filmen könnte! Insgeheim freue ich mich schon auf die D800…

Also die D700 wieder ab vom Tele, die D7000 dran, das 16-85 der D7000 an die D700, quasi als Ersatz für einen Gehäusedeckel. Akribisch wird alles im Rucksack verstaut, ach ja, der Fleece-Pulli muss ja auch noch dran. Mein LOWE-PRO Minitrecker AW hat zwei Riemen mit denen man die „Klappe“ mit dem dem „Unterteil“ verbinden kann. So kann man aus dem oberen Teil des Rucksacks an die obere Kamera und es wird verhindert, dass sich der Rucksack versehentlich komplett öffnet und etwas herausfallen könnte.

Ziemlich müde und verschwitzt bin ich inzwischen, eigentlich möchte ich nach Hause. Also schwinge ich mir den Rucksack auf den Rücken und höre ein lautes Scheppern. meine fast neue Nikon D700 liegt plötzlich neben mir. Die Gegenlichtblende des 16-85mm ist zersplittert, der nagelneue Slim-Line Polfilter ohne Deckel auf dem Objektiv! Ohje, da habe ich vergessen den Reißverschluss zu schließen und die „Klappe“ des Rucksacks mit dem zweiten Riemen zu sichern. So eine „Scheiße“ – ich bin total genervt. Neulich am Punta de Teno hat mir eine Windböe die D7000 samt Stativ umgestoßen, nun liegt die D700 auf der Boden. Ja hört das denn nie auf? Wie schusselig kann man eigentlich sein?

Ok, ich habe eine teuere Fotoversicherung, aber die zahlt keine „Kratzer“ und die Selbstbeteiligung beträgt 250,- Euro. Wirklich viel ist nicht passiert. Die Gegenlichtblende hat den gesamten Sturz abgefangen und der Batteriegriff hat ein paar Schrammen. Gott sei Dank, alles halb so wild. Ziemlich frustriert packe ich alles wieder zusammen und schaue zweimal nach, ob der Reißverschluss auch wirklich geschlossen ist.

Zwei Stunden später habe ich dann keine Lust mehr, ich bin jetzt seit 5 Stunden im Loro Parque, die Sonne scheint und es sind 25°C. Morgen ist Weihnachten, eigentlich gar nicht übel. Aber mir ist nicht wirklich gut, ich bin müde, die Füße tun weh und ich habe einen Sonnenbrand auf der Nase. Also beenden wir das hier für heute. Um 15h bin ich am Auto, schnell alles einpacken und los. An der Finca angekommen bin ich ziemlich erledigt und freue mich auf ein leckeres Essen. Tomi macht und eine Portion Garnelen in siedendem Knoblauch Öl. Dazu gibt es reichlich Brot, Aioli und ein schönes kaltes Bier. Was für ein Tag. Den Rest des Tages verbringe ich mir einer Decke auf einer Liege im Garten unseres kleinen kanarischen Häuschens. Die Sonne kommt und geht, die Wolken ziehen, es ist toll einfach hier zu liegen und in der Ferne das Rauschen des Meeres zu hören. Wenn da nicht diese Fliege wäre die mir immer wieder auf der Nase herumkrabbelt. Irgendwann bin ich es leid und gehe rein, Fliegen sind definitiv eine überflüssige Spezies…

Um 19h gibt es noch die deutschen 20h Nachrichten, wir sind eine Stunde „zurück“. In Asien gab es erneut eine unbeschreibliche Flutkatastrophe mit mehreren tausend Toten. Da werden Erinnerungen an den Tsunami wach der damals viele tausend Menschenleben gekostet hat. Wir sind hier irgendwie auf der Insel der Glückseeligen, hätten wir keinen Fernseher, wir würden wohl gar nichts mitbekommen. Eigentlich wäre es ja auch kein Problem. Warum muss man wissen ob unser deutscher Bundespräsident sein Amt ausgenutzt und sich einen billigen privaten Kredit organisiert hat?

Hand auf‘s Herz, wer hätte es in seiner Situation nicht auch gemacht? Im Fernsehen dann die Moralapostel die zu allem eine Meinung haben, in der Regel eine Andere. „Das Amt des Bundespräsidenten sehe ich dadurch schwer beschädigt!“ Sollte mich das interessieren? Vielleicht ja, aber hier auf den Kanaren bin ich so weit weg von alle dem, eigentlich geht es mit am „Ar…“ vorbei…

Statt dessen gibt es ein tolles Abendmenü. Der neue Koch Tomi versteht sein Handwerk, es ist auch heute wieder alles richtig gut! Ganz witzig das Dessert. Es ist eine Mousse aus Yoghurt, mit Zitrone drin und frischem Obst obendrauf. Während ich vor mich hin geniesse steht Tomi neben mir und fragt ob es „pfuffig“ genug sei. Ja, das ist es, es ist definitiv herrlich „pfuffig“. Woher kenne ich eigentlich diesem Begriff? Findet man den in irgendeinem Wörterbuch? „Pfuffig“ – kein schlechter Begriff, irgendwie beschreibt er mein derzeitiges Lebensgefühl – hier auf unserer kleinen Finca mit dem tollen Wetter und dem guten Essen ist es wirklich alles ziemlich „Pfuffig“.

Ok, das war der vorletzte Tag auf Teneriffa 2011. Hier noch einige Fotos aus dem Logo Parque. (Wie immer 1000 Pixel breit oder hoch)

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Nikon D700 – Tierfotografie Teil II

Tierfotografie mit der Nikon D700 und dem 4/200-400 – Teil II

Lange Brennweiten gehören zur Tierfotografie wie die Schale zum Ei. Doch lange Brennweiten allein ermöglichen noch keine schönen Tierfotos, die maximale Öffnung der langen Teleobjektive und die Abbildungsqualität bei offener Blende sind weitere sehr wesentlichen Einflussfaktoren. Landläufig wird ein Objektiv mit großer Öffnung auch als „lichtstark“ bezeichnet. Jeder der schon einmal auf der Suche nach einem lichtstarken Teleobjektiv mit langer Brennweite war weiß, die Dinger werden sehr schnell sehr schwer und sehr teuer!

Ein wirklich guter Kompromiss zwischen Preis, Gewicht und Leistung ist das Nikon AF-D VR 80-400mm. Es ist schon ein wenig betagt, aber man kann damit auch heute noch gute Fotos machen. Eigentlich hat es alles was man braucht, allerdings ist kein Ultraschall-Antrieb für den Autofokus eingebaut. Da es kein AF-S Objektiv ist, muss der Autofokusmotor der Kamera den Autofokus antreiben, also so richtig mechanisch mit kleinen Wellen, Zahnrädchen und einem kleinen Getriebe. Das alles funktioniert nicht ganz so schnell wie bei einem AF-S Objektiv, aber es wiegt auch weniger und ist deutlich preiswerter. Allerdings hat nicht jede Kamera einen Autofokusmotor eingebaut! Mit dem Siegeszug der AF-S Objektive hat Nikon dieses Feature bei vielen preiswerten kleineren Kameras ersatzlos gestrichen. Wer also das AF-D 80-400mm kaufen möchte, sollte zunächst prüfen, ob seine Kamera einen Autofokusmotor hat! Das erkennt man daran, dass aus dem Bajonett eine kleine bewegliche Welle herausragt, die an der Spitze ein wenig abgeflacht ist. Nicht mit dem Verriegelungsstift für das Bajonett verwechseln!!

Wer eine bessere Abbildungsqualität, einen schnelleren Autofokus, mehr Lichtleistung und die Möglichkeit zur Verwendung hochwertiger Teleconverter will, der könnte das Nikon AF-S VR 4/200-400mm kaufen. Es ist allerdings auch ein großes schweres teures Monstrum! Aber besonders in Verbindung mit dem Teleconverter Nikon TC-17EII hat man ein hochwertiges Teleobjektiv, das bereist bei offener Blende scharfe Bilder liefert.

In Verbindung mit der Nikon D700 hat man hier im Grunde genommen ein ideales „Paar“ für die Tierfotografie. Die guten Leistungen der Objektiv-Kombination flankiert die D700 mit geringem Bildrauschen bei hohen ISO-Werten.

Nun müssen nur noch die wilden Tiere her! Genau das ist auf den Kanaren ein Problem, entweder schwimmen die wilden Tiere im Meer oder sie leben in einem Zoo oder Tierpark. Ansonsten gibt es hier nur Vögel, Eidechsen und Kaninchen. Keine Rehe, keine Wildschweine, keine Wölfe, keine Bären, kein nichts…

Also fahren wir mal in den Jungle Parque und schauen uns dort die Tiere an. Wirklich beeindruckend sind die Weißkopf-Seeadler auch Fish-Eagle oder American-Eagle genannt. Aber gleich sie sind auch scher zu fotografieren. Denn meist ist gerade das helle Gefieder des Kopfes völlig überstrahlt und auf den Fotos nicht viele mehr als eine strukturlose weiße Fläche. Was kann man da tun?

Tipp 1 – Fotografieren im RAW-Modus

Der Tonwertumfang im RAW-Modus ist ungleich größer als im JPG-Modus. Bei der RAW-Konvertierung lässt sich meist aus dunklen oder auch augenscheinlich viel zu hellen Bildbereichen noch allerhand herausholen. Doch auch das hat seine Grenzen.

Tipp 2 – Belichtungsmesser korrigieren

Oft werden Bilder dieser Tiere besonders gut, wenn man den Belichtungsmesser um  etwa -0.7EV (EV = Exposure Value = Blendenwert) korrigiert. Also etwa unterbelichten. Bei Menschen ist es meist blöd wenn sie unterbelichtet sind, bei Foto ist es oft wirklich gut 🙂

Tipp 3 – Auf das Licht achten.

Besonders in den Morgen- und Abendstunden ist das Licht milder und die Fotos werden besser weil die Kontraste weniger heftig sind. Alternativ kann man manche Tiere auch im Schatten fotografieren! Da hier weniger Licht ist, helfen höhere ISO-Werte so um ISO-800 scharfe nicht verwackelte Bilder zu erzielen.

Tipp 4 – Die Spotmessung verwenden

Viele Kameras bieten die Möglichkeit, dass man einzelne Autofokus-Messfelder mit der Spot-Belichtungsmessung koppeln kann. Dies bringe besonders bei wirklich schwierigen Motiven oft sehr gute Ergebnisse. Aber der Überraschungseffekt ist auch sehr hoch, wenn die Kamera andere als die gewünschten AF-Messfelder verwendet.

Ich entscheide mich heute für die Matrix-Belichtungsmessung mit einem Korrekturfaktor von -0.3 bis -1.3EV – je nach Motiv. Dazu wird im RAW-Modus fotografiert und ich achte falls möglich auf weißes Licht an schattigen Plätzen.

Dann kommt die große Flugshow. Was nun, statt der relativ ruhig sitzenden Tiere sausen sie nun durch die Luft?!?! Hier ist oft der kontinuierliche AF nicht schnell genug oder das AF-System kann die fliegenden Adler, Geier und was nicht alles nicht vom Hintergrund unterscheiden. Was tun? Hier hilft nur eines, viele viele Bilder schießen und später aussortieren und den Autofokus-Speicher benutzen!

Besonders Tiershows laufen immer wieder nach dem gleichen Muster ab. Schaut man sich die erste Show an weiß man recht genau was 2-3 Stunden später erneut gezeigt werden wird. Statt zu versuchen einfach alles zu fotografieren (dabei entsteht meist KEIN wirklich gutes Foto) sollte man sich auf einzelne Abschnitte konzentrieren.

Wenn man weiß, dass ein Adler während der Show eine bestimmte Route zwischen zwei Falknern abfliegt, so schlägt die Stunde der AF-L Taste! Auto-Fokus-Lock – dieses Zauberwort erleichtert vieles! Bevor das Federviech los fliegt peilt man mit dem Teleobjektiv einen der Punkte am Boden an den es überfliegen wird. Dann hält man die AF-L Taste gedrückt oder schaltet ggfs. sogar den Autofokus ab. Nun heißt es warten und geduldig sein. Fliegt der Adler los, verfolgt man ihn mit der Kamera und schießt in der Nähe der Position für die man den Fokuspunkt gespeichert hat eine Serie von Bildern.

Diese Serie sollte so schnell wie möglich sein und es sollten so viele Bilder wie möglich sein. Mit etwas Glück ist dann ein brauchbares Bild dabei.

Ich schaltet in diesen Situationen das Speichern der zusätzlichen JPG-Vorschaubilder ab. Gute Erfahrungen habe ich bei der D700 auch mit der verlustfreien Komprimierung der RAW-Bilder gemacht. Es scheint mir, als würde die D700 schneller Komprimieren als sie auf den CF-Karten speichern kann, dann ist es ein Geschwindigkeitsvorteil. Alle Bildkorrekturen usw. schalte ich aus, das kann man später bei der RAW-Konvertierung erledigen.

Außerdem braucht die D700 damit sie schnell wird einen zusätzlichen Batteriegriff. Den habe ich von meiner D300 und von meiner D2x gibt es mehrere leistungsstarke große Lithium-Ionen-Akkus. Das ist ein perfekte Kombination!

Bei einzelnen Kameras wie bspw. der Nikon D300 kann man außerdem überlegen, ob man den RAW-Modus von 14 auf 12-Bit Farbtiefe reduziert. Das bringt speziell bei der D300 nochmals einen enormen Geschwindigkeitsvorteil.

Und dann ist da noch die AF-Priorität! Viele Kameras bieten einen kontinuierlichen Autofokus und zusätzlich die Option, dass der Verschluss nur auslöst wenn eines der aktiven Autofokus-Messfelder auch einen Bildteil korrekt erfassen konnte. In der Praxis bedeutet dies, dass der Auslöser oft blockiert sein könnte, es sei denn man betätigt parallel die AF-L Taste. Hier muss man experimentieren um die zur persönlichen Vorliebe passende Einstellung zu finden. Ich schalte die AF-Priorität in der Rege AUS!

Ok, einen habe ich noch… Besonders bei Teleobjektiven muss beim Fokussieren viel Masse (sprich große schwere Linsen) bewegt werden. Daher bieten viele Objektive die Option den Autofokusbereich einzugrenzen. Bei meinem 4/200-400mm kann ich den Bereich auf minimal 6 Meter eingrenzen. Damit ist der Weg den der AF-Motor ggfs. zurücklegen muss deutlich kleiner und das Scharfstellen ist aus einer „ungünstigen AF-Position“ heraus deutlich schneller.

Ok, das waren meine Tipps, einige Ergebnisse habe ich ja vorgestern bereits hier gepostet. Wenn ich wieder daheim bin und die Internet-Anbindung schneller und preiswerter ist gibt es weitere Bilder zu sehen.

Tag 12 – La Casa de Dios

Als Sandra mich weckt ist es kurz nach 8h – „Du wolltest doch heute früh raus und diese Ruine fotografieren?“ Ok, aber unter die Dusche und los in Richtung Los Realejos. Beim Mirador San Pedro wende ich meinen Mietwagen und parke am Mirador gleich neben dem alten defekten Fernrohr.

In aller Ruhe baue ich mein großes BENRO Stativ auf, das Casa de Dios liegt noch im Schatten. Als ich bereit bin zeigt die Uhr etwa 9h, es ist noch viel Zeit bis die sich die ersten Sonnenstrahlen von oben rechts in der tollen Ruine verirren werden.

Während ich auf das „magische Sonnenlicht“ warte fällt mir weit draußen ein Fischer auf. Also schnell den Teleconverter an das 4/200-400mm und schon kann ich ihn mit der D7000 filmen. Später bin ich überrascht wie gut das sogar aussieht.

Dann ist es fast soweit, gern hätte ich später eine kleine Zeitrafferaufnahme die zeigt, wie die Sonne langsam aber sicher Besitz von der alten Ruine ergreift. Auch wenn es fast windstill ist, so vibriert die D700 mit dem großen schweren Teleobjektiv bei jedem Windhauch ganz leicht. Ein Stativ ist eben niemals stabil genug…

Auch der eingebaute VR kann hier nicht helfen. Alles was hier helfen würde wäre eine Querstrebe von Kameraunterseite zu einem der Beine des Stativs. So etwas gibt es von Manfrotto, es sieht blöd aus und ich unpraktisch, aber manchmal geht es nicht ohne! Leider habe ich all das nicht dabei und so bleibt nur die Hoffnung, dass ich die leicht verwackelten Video-Sequenzen später mit iMovie oder MAGIX Video-Deluxe stabilisieren kann. Mal sehen…

Um kurz nach 10h30 ist die Show vorbei und ich habe meine Fotos „im Kasten“. Witzig waren die vielen Touristen die immer mal wieder aus Bussen hinter mir ausgeströmt sind. Viele von ihnen haben das Objektiv bewundert und dann überlegt was ich denn wohl fotografieren will. Lediglich eine junge Frau hat es kapiert und schnell ihr Tele an ihre CANON montiert. Aber als sie wieder abfuhrt war das Casa de Dios noch gar nicht im „richtigen Licht“ zu sehen.

Ein deutscher Tourist hat mich sogar gefragt ob ich Privatdetektiv sein und mit diesem riesigen Teleobjektiv jemanden observieren würde. Leute gibt es, ich denke er hat zuviel SAT-1 und RTL geschaut…

Zurück auf unserer kleinen Finca gibt es ein kleines Frühstück und während ich dies hier schreibe sonnt Sandra sich draußen auf der Terrasse. Das Leben kann schön und entspannt sein, ganz besonders auf der Finca San Juan bei Los Realejos 🙂

Hier ein Beispielfoto aus der Nikon D700 mit dem Nikon AF-S VR 4/200-400 und Teleconverter Nikon TC-17E II.

Nikon D700 – Sterne fotografieren

Tag 9 – Schwere Wolken – Keine Fotos

Als ich wach werde bin ich allein, die Uhr auf dem Nachttischchen neben mir zeigt 8h50. Im Bad dröhnt ein Fön, Zeit aufzustehen! Kurz drauf gibt es wieder ein famoses Frühstück. Es ist wieder Sonntag, also gibt es Weißwürstchen mit süßem Senf und Brezeln – super! Danach etwas Süßes, Kaffee und Sekt, so kann der Tag beginnen.

Später finde ich auf meinem Telefon eine SMS von meinem deutschen Mobilfunk-Provider:

Sie haben 80 Prozent des Daten Roaming Limits erreicht. Für weitere Datennutzung in der EU nach Erreichen des Limits geben Sie bitte *142# in Ihr Endgerät ein.

Mein aktueller Tarif „Reisevorteil Plus“ enthält ein gewisses Datenvolumen, wenn ich mich nicht irre sind es 300 MB zum Preis von 50 Euro. Nach Erreichen dieses Limits wird der Datenverkehr abgeschaltet. Wie ich mit einige wenigen BLOG-Einträgen schon bei 300MB / 100 * 80 = 240MB angekommen bin ich mir höchst schleierhaft. Ich denke, da Thema „Datentelefonie im Ausland“ wird auch innerhalb der EU noch für Jahre ein leidiges kostspieliges Thema bleiben.

Später am Abend gebe ich dann *142# ein und drücke auf „Anrufen“. Einen kurzen Augenblick später zeigt mein Telefon diese Meldung an „Ihr Datenlimit wurde aufgehoben“. Ok, ab jetzt kann es ggfs. so richtig fies teuer werden!

Ab jetzt heißt es also „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Auf meinem Android-Telefon habe ich das kleine APP „NetCounter von Cyril Jaquier“ Es zeigt mir derzeit an, dass ich während der letzten 7 Tage 107,78 MB verbraucht habe. Das ist deutlich weniger als 240MB – oder? Heute ist der neunte Tag auf Teneriffa, während der ersten beiden Tage habe ich meine Telefon gar nicht benutzt. Also entweder habe ich mich verrechnet, das Programm hat einen Fehler oder mein Mobilfunk-Provider „bescheißt“ – was ich eigentlich nicht glauben kann. Ich denke eher, dass es beim Datenvolumen um Down- und Up-Stream geht und dass das kleine APP ggfs. nicht beide „Richtungen“ aufzeichnet.

Okay, zurück zum Thema des Tages: Am Himmel künden schwere Wolken eine kleine Schlechtwetterperiode an. Was tun? Egal, im Augenblick scheint die Sonne, also ab auf die Liege und etwas Sonne tanken. Erst gegen Mittag haben wir Lust etwas zu unternehmen. Mit dem Auto geht es zum Alcampo, dem großen Einkaufszentrum bei Puerto de la Cruz. Während ich durch die Elektronik-Abteilung schleiche kauft Sandra Ersatz für ihre zerbrochene Haarspange. Ich studiere ein wenig die Preise und muss erneut feststellen, dass es kaum einen Unterschied macht. Es lohnt sich nicht irgendwelche Fotosachen hier zu kaufen. Teilweise werden sogar Auslaufmodelle zu Preisen angeboten die in Deutschland längst überholt wären. In Las Vegas wäre es etwas anderes, dort würde es sich ggfs. lohnen ein wenig Zubehör für Notebook, Camera & Co. zu erstehen, hier auf Teneriffa lohnt es eher nicht.

Klar kann man in Puerto de la Cruz an der Promenade bei einem der vielen „Foto-Inder“ auf das eine oder andere Schnäppchen hoffen. Aber was dort angeboten wird ist in der Regel spezielle „Touristen-Ware“. Artikel für Leute die damit nach Hause fliegen und erst dort bemerken, dass etwas nicht ganz ok ist, oder dass der Artikel vielleicht sogar schon benutzt oder nicht ganz vollständig ist. Also lieber die Finger davon lassen!

Nach mehreren Stunden im Alcampo telefonieren wir kurz mit Wolfgang und Karin und verabreden uns zum Eis am Mirador bei El Sauzal. Dort angekommen ist es schwer bewölkt. Meine D7000 lasse ich einfach im Kofferraum. Lediglich den kleinen ZOOM H2 und meine GoPro auf der „Eieruhr“ nehme ich mal mit. Am Mirador ist ein rostiges altes Gerüst. Dort wurden einst Waren mit einer Winde an Seilen vom Meer hinauf transportiert. Heute ist es nur noch ein rostiges Relikt aus alten Zeiten. Aber es ist aus Eisen und meine Eieruhr hat auf der Unterseite einen Dauermagneten. So haftet meine kleine Kamera ganz prima an diesem Gerüst. Ich lasse sie mal eine halbe Stunde vor sich hin filmen. Dann noch eine etwas andere Position und plötzlich spüre ich die ersten Regentropfen. Also ab ins Auto. Ein paar Minuten später ist der Regen schon wieder Geschichte und Wolfgang und Karin sind auch schon da.

Unten am Mirador gibt es eine kleine nette Eisdiele. Ich freue mich jetzt auf einen leckeren Krokant-Becher! Während wir schmausen und plauschen gehen erneut ein paar Regentropfen nieder, aber wir rücken unter den Sonnenschirmen etwas zusammen, alles gar kein Problem. Gegen 17h verabschieden wir uns und fahren in Richtung Monasterio. Dort finden wir auch gleich einen Tisch und der Oberkellner empfiehlt und das frische Spanferkel mit Salat, kanarischen Pellkartoffeln und Apfelmus. Dazu ein großes Bier und schon bin ich der glücklichste Mensch auf Erden – ist doch ganz einfach.

Diese enorme Köstlichkeit runden wir mit einer Crema Catalana und einem Glas Calvados ab. Alles zusammen kostet knapp 60 Euro.

Daheim auf unserer Finca ist der Himmel wieder klar und ich versuche mich mal an ein paar Sternenbildern mit der Nikon D700 und dem neuen AF-S 1,4/50mm. Bei echt hohen ISO-Werten, Blende 1,4 und 4s gelingen Bilder mit nicht verwischten Sternbildern. Doch sie sind dann doch etwas verrauscht und eine Vignettierung der Bildränder ist auch ganz deutlich sichtbar. Bei Blende 2,8 ist die Vignettierung kaum noch sichtbar, steigert man die Belichtungszeit auf etwa 8 Sekunden sind bei ISO 16.000 noch ganz passable Sternenfotos möglich.

Gern hätte ich ein paar Fotos der Milchstraße, wenn ich nur wüsste wo sie ist!! Hoch oben auf in 2250 Metern Höhe am Fuße des Pico del Teide sollte es bei klarem Himmel mit dem AF-S 4/200-400 und meinem stabilen BENRO Stativ eigentlich irgendwie gehen. Mit dem 50mm Objektiv entstehen eigentlich nur Fotos die eine relativ gleichmäßige Verteilung heller Punkte zeigen. Nicht wirklich schön sieht das aus. Aber wo ist die Milchstraße? Ich versuche es mal mit Google Skymap, aber das will auch nicht so richtig klappen.

Heute ist Sonntag und in 7 Tagen geht es leider schon wieder zurück nach Deutschland. Eigentlich ist jede Reise immer viel zu kurz. Es wäre ein echter Traum mal ein halbes Jahr oder länger um die Welt reisen und sich gänzlich der Fotografie und der Kommunikation mit Land und Leute verschreiben zu können. Aber bis das klappt muss man wohl in Rente sein oder einen reichen Sponsor finden.

Falls diese Zeilen von einem potentiellen reichen Sponsor gelesen werden sollten, ich wäre bereit täglich zu berichten und viele schöne Geschichten und Fotos zu veröffentlichen! Entsprechende Spendenquittungen würde ich natürlich auch gern ausstellen 🙂

Okay, jedenfalls geht wieder ein Tag zu Ende und es ist wieder an Tag an dem weder eines meiner beiden Teleobjektive, noch der Teleconverter, die AW-100 oder sonstiges Fotozeugs benutzt worden wären…

Eigentlich sollte ich mal mit einer Packung frischer Rollfilme, einer 500er Hasselblad und einigen wenigen Objektiven hierhin reisen. Am Ende würde vielleicht sogar mehr schöne Fotos entstehen als mit all dem digitalen Ballast den ich derzeit mal wieder mit mir herum schleppe. Na mal sehen, vielleicht im nächsten Jahr 🙂

Das war also Tag 9 – man könnte ihn so zusammenfassen: „Größtenteils harmlos!“

Hier noch zwei Beispiel des Nachthimmels über unserer kleinen Finca – gesehen durch ein 50mm Objektiv. Man sieht ja echt viele Sterne, aber wirklich schön sieht da eigentlich nichts aus… Die Bilder sind übrigens wie immer 1000 Pixel breit – also einfach anklicken um sie in der „1000er Auflösung“ zu sehen.