Wenn der Vater mit dem Sohne

 

Ich glaube so hieß mal ein alter Film mit Heinz Rühmann – wie dem auch sei – heute wollen mein Sohn und ich eine kleine Motorradtour machen. Er hat um 13h20 die Schule aus und ich will ihn um 14h bei der Mama abholen. Ein Stunde vorher werfe ich noch einen Blick auf mein Telefon, da ist eine SMS von Leon. „Hi Papa, es ist 7:17 und ich bin gerade aufgestanden. Es regnet, sollen wir nicht heute lieber etwas anderes machen?“ Ein kurzer Blick aus dem Fenster, der Himmel ist schwer bewölkt aber vielleicht haben wir doch Glück. Ich antworte ihm per SMS, dass wir es doch versuchen sollten.

Kaum ist die SMS raus, da fängt es an zu regnen. Was für ein Mist. Während ich überlege was wir statt einer Motorradtour machen könnten, hört es nach einigen Minuten schon wieder auf und die Sonne kommt durch. Na wer sagt es denn! Es ist Juli und das Wetter ist wie im April. Ok, doch schnell in die Mopedklamotten steigen und los. Als ich bei Leon ankomme ist er schon abfahrbereit. Schnell den Helm auf den kleinen Kopf, den „Sicherheitsgurt“ um den Papa geschlungen und schon geht es los.

Wir wollen zum Café Fahrtwind und dort eine große Portion Fritten mit Ketchup und Mayonnaise essen. Ich habe die neue kleine GoPro Kamera an meinem Motorrad montiert, schnell aktivieren das Ding und den Auslöser drücken, schon geht es los. Wir fahren ein Stückchen Autobahn und dann bei Grafschaft ab in die hügelige Landschaft der Voreifel. Etwa 30 Minuten später sind wir schon am Café Fahrtwind. Es ist nicht viel los auf den Straßen und am Café Fahrtwind sind wir die einzigen Gäste, so kenne ich das gar nicht. Es gibt einen kleinen Plausch mit dem supernetten Chef und die Fritten bereitet er uns höchst persönlich zu – prima 🙂

Als wir uns mit unserem Malzbier draußen hinsetzen wollen gibt es ein paar Regentropfen. Ob wir besser reingehen? Gedacht getan! Doch die Regentropfen hatten sich irgendwie verirrt, es bleibt alles trocken! Als wir unsere Fritten aufgegessen haben, geht es wieder weiter. Schnell die GoPro starten, das TomTom anwerfen und los. Eigentlich würde ich gern in Richtung Mosel fahren und dann am Rhein entlang zurück nach Bonn. Aber im Süden ist der Himmel so tief schwarz, das sieht aus als wäre der Weltuntergang nicht weit weg. Wir fahren zurück nach Ahrbrück und nehmen dann ein paar Straßen die ich gut kenne, die ich aber schon eine Weile nicht mehr gefahren bin. Für mich ist es in Heimspiel und während wir durch verwunschene Wälder düsen hoffe ich, dass es meinem Leon auch ein wenig Spaß macht.

In der Nähe von Ahrweiler machen wir noch eine kleine Pause und sind dann irgendwann zwischen 17h und 18h wieder in Bonn bei seiner Mama. Eine schöne Tour war das, leider hatten wir nicht so viel Zeit uns etwas zu erzählen. Beim nächsten Mal gehen wir vielleicht mal wieder zum Shoppen in die Stadt 🙂

Auf dem Rückweg bin ich der Meinung, dass die kleine GoPro Kamera eingeschaltet ist. Später stelle ich dann fest, dass ich statt einer Video-Sequenz lediglich ein paar blöde Snapshots gemacht habe – schade – so ist die Runde nicht ganz vollständig. Das ist aus meiner Sicht der große Nachteil dieser kleinen Kamera, man kann während der Fahrt nicht sehen ob sie wirklich eingeschaltet ist. Das Display ist sehr klein und nicht beleuchtet. Die Bedienung mit den beiden Tastern ist ein wenig kryptisch und die blinkende kleine Leuchtdiode sieht man einfach nicht. Wäre sie auf der Oberseite, so hätte man eine gewisse Kontrolle. So kann man immer nur hoffen, dass alles ok ist. Später kommt dann die große Überraschung – oder eben auch nicht…

Man stelle sich vor, dass jemand mit dem Ding einen Fallschirmsprung macht, vielleicht sogar zusammen mit Kumpels und in toller Formation. Alles aufwändig, lange geübt und nicht ganz preiswert. Abends am Computer stellt man dann fest, dass die Kamera nicht richtig eingestellt war und es nur ein paar verwackelte JPGs gibt – ist doch blöd – oder?

Hier habe ich noch eine zweite Version des Videos, die ich mal auf die 20-fache Geschwindigkeit gebracht habe. So richtig gefällt sie mir aber nicht, ich finde sie einfach zu schnell. Die obige Version ist 8-fach beschleunigt, das gefällt mir besser und man ist beim Anschauen auch nicht ganz so knapp vor einem epileptischen Anfall 🙂

Und beinahe wäre sie weg gewesen…

Es ist Mittwoch, es ist weniger heiß und allen scheint es wieder ein wenig besser zu gehen. Jedenfalls vergeht dieser Tag wie im Flug und am Abend soll es noch besser werden! Um kurz nach 17h geht es zusammen mit Hermann auf zu unserer ersten gemeinsamen Tour. Hermann will mir mal seine Heimat zeigen, das Rhein-Hessische und das größte zusammenhängende Weinbaugebiet Deutschlands.

Am Himmel hängen schwere Wolken und wir sind skeptisch ob wir es wirklich wagen sollen, aber nun haben wir es schon so oft geplant und immer wieder verschoben, heute ist der Tag der Tage. Über die A60 geht es in Richtung Bingen, dann auf die A63 in Richtung Alzey. Kurz drauf biegen wir ab und dann beginnt der große Spaß. Eine richtig tolle Landschaft mit richtig vielen schönen Kurven. Doch kurz bevor wir nach etwa 90 Minuten unser Ziel erreichen beginnt es zu regnen. Also wollen wir uns eine nette Kneipe suchen, aber die haben heute irgendwie alle geschlossen. Zwei Fehlversuche später entschließen wir uns zurück nach Mainz zu fahren und mal wieder das Heiliggeist aufzusuchen, da waren wir schon lange nicht mehr.

Inzwischen haben wir die Motorräder getauscht. Ich fahre jetzt einen Boxer mit 1150 ccm und Hermann sitzt auf meiner blauen Turbine. Ungewohnt ist es für mich. Hermanns BMW fährt sich im Grunde genommen so wie meine R850r die ich im letzten August in Zahlung gegeben habe um mir die blaue K1200r zu kaufen. Es ist wie eine Zeitreise, ich muss an Hauke denken, wie er ein ähnliches Motorrad im letzten Jahr mal als „gemütlichen Panzer“ bezeichnet hat. Hermann hat an der K1200 richtigen Spaß, ich komme gar nicht hinter her. Er schwingt sich durch die engen Kurven wie ein junger Gott und es kommt mir vor  als könnte ich sein Grinsen noch aus einigen hundert Metern Entfernung sehen.

Kurz vor Mainz stehen wir dann eine Weile vor einer Baustellenampel und Hermann gibt seine ersten Eindrücke preis – „Die gebe ich nicht mehr wieder her!“  Oh je, das wird noch schwierig 🙂

Später im Heiliggeist gibt es dann etwas Leckeres auf die Gabel und ein wirklich ausgedehntes „Benzingespräch“. Als wir das Restaurant verlassen hat es doch noch angefangen zu regnen. Aber das ist uns egal, es war eine schöne Tour, das Essen war lecker und endlich ist es nicht mehr so drückend warm. Der Weg nach Haus ist kurz und Hermann winkt mir ganz vergnügt zu als ich nach rechts zum Quartier 65 abbiege.

Raus aus den nassen Klamotten, Zähne putzen und mal kurz schauen ob der Upload des letzten Videos geklappt hat. Hey super, es ist online – es geschehen noch Zeichen und Wunder 🙂

Hier ist also der mit Musik untermalte Zusammenschnitt der ersten Testfahrt die ich am Montag mit „Tyler Durden“ unternommen habe – seinen richtigen Namen habe ich ja leider vergessen – schade eigentlich… Und auch hier ist gleich wieder ein Tippfehler im Titel – ich sollte nicht immer bis spät in die Nacht an diesen kleinen Videos herumbasteln…

 

Und so sieht die Tour in Google Earth aus – habe ich übrigens mit meinem TomTom Urban Rider aufgezeichnet..

GoPro HERO HD 960 – Action Cam

Das Wochenende war total verregnet. Eigentlich war eine gemeinsame Motorradtour mit Sandra und meinem Bruder Florian geplant. Aber das Wetter hat uns einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht 😦

Am Sonntag wird noch ein wenig die Wohnung aufgeräumt und Sandra macht sich um 14h auf den Heimweg. Ich selbst nehme noch schnell ein paar Video-Sequenzen zum Thema Produktfotografie auf. Um 19h packe ich dann meine sieben Sachen zusammen und bin um 20h07 mit meiner blauen BMW unterwegs zur Arbeit nach Mainz.

Im letzten Abendlich geht es vorbei an der Lorelei und vielen anderen schönen Dingen. Das Licht ist großartig, die Landschaft immer wieder ein Traum. Während ich die K1200 durch die Kurven am Rhein entlang schwinge, bin ich fast ein wenig wehmütig, dass man diese tolle Tour nicht festhalten kann. Zwar zeichnet das TomTom Urban Rider die Route auf, aber die kennen wir ja inzwischen zur Genüge. Wie cool wäre es, wenn man die ganze Tour aufzeichnen und später in 30-facher Geschwindigkeit abspielen könnte?

Bei Bingen geht es auf die Autobahn und im letzten Abendlich erreiche ich Mainz gegen 22h.

Als ich die Türe zu meinem Appartement öffne lächeln mich ein paar nette amazon-Kartons an – tirili – das ist ja wunderbar! In den beiden kleinen Kartons sind die Staffeln 2+3 der TV-Serie Lost – Fabian hat Recht behalten – man wird süchtig danach 🙂 Und dann ist da noch ein echt großer Karton. Darin finde ich meine neue „Helmkamera“. Eine GoPro HERO HD 960 mit Reserve-Akku und einer Stativ-Halterung.

Wirklich praktisch ist es, dass ich ein paar SD-Karten dabei habe auf denen die zuvor aufgenommenen Video-Sequenzen sind. Eine dieser Karten stecke ich mal in die neue Kamera. Sie ist so klein wie ein Spielzeug. Dann noch der Akku hinein und schon geht es los. Nach zwei Minuten ist mein erstes Video fertig – genial einfach das kleine Ding!

Nun brauche ich noch eine Halterung an meiner BMW und dann kann es losgehen…

Eine Idee für eine Halterung habe ich auch schon. Bei meinem TomTom Urban Rider war eine passive Halterung dabei. Diese habe ich durch ein aktive Halterung ersetzt. So wird das Ding auch auf langen Touren kontinuierlich mit Strom versorgt. Von dieser Halterung ist noch so allerhand übrig. Daraus sollte sich etwas zaubern lassen.

Ob es klappt? Ihr werdet es dann sehen 🙂

Pimp my Laptop

An den 30.April 2007 erinnere ich mich noch sehr gut. Es war ein Montag und statt nach Düsseldorf zur Arbeit zu fahren, habe ich meinen Peugeot nach St. Augustin gelenkt, zu meiner „Heimat-Geschäftsstelle“. „Ansgar, was machst Du denn heute hier?“ „Ich will kündigen!“ „Was?? So einfach geht das aber nicht!“ „Doch so einfach geht das, denn heute ist der letzte Tag meiner Probezeit!“ „Ein paar Stunden später war ich dann arbeitslos und zugleich irgendwie befreit. Die Aussicht vielleicht noch mehrere Jahre jeden Tag von Bonn vorbei an Köln zu meinem Projektstandort nach Düsseldorf zu fahren, waren frustrierend. Zweimal am Tag im Stau, oder alternativ zwischen lärmenden Schulkindern in U-Bahn und Interregio, das war keine glückliche Perspektive.

Ein paar Tage später war ich dann meine eigener Chef. Wirklich cool, endlich konnte ich meine KPMI (Keep-Performance-Management-Interview) mit mir selbst führen. Meine Bonus-Vereinbarung konnte ich mit mir allein abstimmen, eine feste Anzahl von Urlaubstagen gab es nicht mehr und ein „Project De-Briefing“ stand auch nicht mehr auf der Tagesordnung! Statt dessen gab es eine kräftige Starthilfe der Agentur für Arbeit und gleich ein neues Projekt in Berlin. Berlin? Ja, Berlin, das ist zwar viel weiter weg als Düsseldorf, aber es ist ungleich cooler in einem Projekt im Herzen Berlins zu arbeiten als in Düsseldorf in einem halbfertigen Industriegebiet in Sichtweite des Flughafens zu versauern. Als mein eigener Chef war ich im neuen Projekt nun auch für meine eigene IT-Ausstattung zuständig. Also musste ein neues Notebook her. Letztlich habe ich mich für ein DELL INSPIRON 9400 mit Intel Centrino Core Duo entschieden. Zweimal 2 GHz, 2GB Speicher und eine 500GB Festplatte ein 17″ Display mit 1920 x 1200 Pixeln Auflösung, einen leistungsstarken Akku, einem Dual-Layer-DVD-Brenner und und und… Der ganze Spaß hat mit Software knapp 3.000 Euro gekostet. Was für eine Höllenmaschine!

Das neue Notebook

Das Projekt in Berlin ließ sich mit diesem Arbeitsgerät perfekt bestreiten. Gearbeitet habe ich in einer VM-Ware-Instanz mit Windows XP und Microsoft Visual Studio .NET 2005 – genau so wie der Kunde es auch hatte. Das neue Notebook boot eine nativen Support für virtualisierte Computer – meine VM-Ware „Kiste“ lief problemlos! Am Ende des Tages liefen dann sogar eine Windows XP Workstation und ein Windows 2003 Server parallel in zwei virtuellen Maschinen auf meinem neuen Notebook, so konnte ich ein komplettes Client-Server-System entwickeln, simulieren und debuggen. Perfekt!

Im Anschluß an das Projekt in Berlin ging es in Mainz in ein neues Projekt. Dort wurde an fertig installierten Computern des Auftraggebers gearbeitet. Meine große schwere Höllenmaschine geriet langsam aber sicher ein wenig in Vergessenheit.

Im Jahr 2010 dann der Schritt zur Softwareentwicklung für das iPad und das iPhone. Ein MacBook musste her. Dieses schön gemachte Ding erwies sich als wirklich brauchbar. Leider ist im Apple-Universum vieles anders. So hat dieses schöne MacBook auf der Tastatur keine Klammern wie diese hier [ ] { } oder einen |… Doch all das braucht man wenn man in C++, C# oder Objective-C programmieren will. Klar gibt es diese Sonderzeichen auch auf dem Mac, aber es ist umständlich. Auch gibt es keine „richtigen“ Funktionstasten. Dort wo eine „Windows-Tastatur“ eine Reihe von Funktionstasten hat, macht man beim MacBook das Display heller/dunkler, den Ton lauter/leiser usw. An die Funktionstasten kommt man nur in Verbindung mit der Taste Fn. Will man also ein Programm das in einer virtuellen Maschine auf dem Mac läuft mit Alt+F4 beenden, dann muss man zusätzlich immer noch Fn drücken. Irgendwie geht das schon, aber wenn man „tagsüber“ an einem Windows-Rechner arbeitet und abends auf dem Mac, dann kommt man durcheinander und irgendwie nervt das dann.

Warum also nicht die gute alte „Höllenmaschine“ mal wieder beleben?

Im Juni 2011 ist das Ding schon fast 5 Jahre alt, aber so gut wie neu, nur einige wenige Wochen in Berlin benutzt. Als ich es mal wieder anwerfe, installiert das Windows Vista Ultimate 32-Bit zunächst hunderte von Updates, das Ding rödelt mehrere Stunden vor sich hin und startet immer wieder. Als es dann endlich auf dem aktuellen Stand ist meldet ein kleines Programm, dass der Akku langsam aber sicher den Geist aufgeben wird. Hm, was tun? 3.000 Euro einfach bei eBay für wenig Geld verkaufen, es einem lieben Menschen schenken oder es vielleicht Pimpen? Bei MTV habe ich mal gesehen, wie die Jungs von Pimp-My-Ride alten Autos neues Leben eingehaucht haben, das wäre doch mal was, oder?

Neue Komponenten

Ein paar Tage später bin ich zusammen mit Sandra bei Conrad-Elektronik in Bonn. Die Festplatte aus der „Höllenmaschine“ habe ich dabei und einen der Speicherriegel auch! Als wir den Laden verlassen habe ich 4GB neuen Speicher in der Tasche, eine DVD mit Windows 7 in der 64-Bit Version und ein Bestellzettel für eine 256GB SSD (Solid-State-Disk). Der ganze Spaß kostet etwa 600 Euro, dafür könnte man bereits ein neues Notebook kaufen, aber das hätte kein geniales riesiges 17″ Display, keine pfeilschnelle SSD und sicher auch nicht so ein cooles Retro-Design…

Als ein paar Tage später die SSD mit der Post geliefert wird startet die Aufrüstung des guten alten fast neuen DELL Laptops. Die 500GB Festplatte ist in wenigen Minuten gegen die neue 256GB SSD ausgetauscht. Die Speicherriegel sind unter einer kleinen Abdeckung die nur mit zwei Schrauben verriegelt ist. Zweimal macht es ganz leise „Klick“ und schon ist der verfügbare Speicher verdoppelt. Ganz einfach war das! Dann der große Moment, das Ding wird zum ersten Mal eingeschaltet. Alles kein Problem, die SSD wird gleich erkannt und der neue Speicher funktioniert auf Anhieb. Also rein mit der Windows 7 Installations-DVD. Aber zuvor schnell im Setup die AHCI-Funktion aktivieren, denn schließlich soll das Ding ja später mal abgehen wie eine Rakete! Doch da ist keine AHCI-Option!! Oh Mist, ich habe etwas wirklich essentielles vergessen, dieses Notebook ist Baujahr 2007, da gab es weder AHCI noch SSD-Platten. Mist! Auf der DELL Homepage finde ich ein aktualisiertes BIOS, aber das hat auch noch kein AHCI 😦

Einen Tag später bestelle ich via amazon.de noch einen neuen Akku. Er kommt zwei Tage später via Hermes und kostet inkl. Versand gerade mal 29,- Euro. Interessant wäre zu wissen, was ein vergleichbarer Akku für ein MacBook Pro kosten würde…

Die Installation

Ich ignoriere, dass es kein AHCI gibt und starte einfach eine Windows 7 Installation im SATA-Modus. Das ist wird zwar nicht so schnell sein wie erhofft, aber letztlich vielleicht doch ganz brauchbar sein. Die Installation dauer nur etwa 10 Minuten, dann lebt das neue Windows 7. Leider wurde die Grafikkarte nicht als ATI Radeon X1400 erkannt. Also schnell einen Treiber herunterladen. Zwei Stunden später muss ich feststellen, den gibt es bei DELL nicht und auf den Web-Seiten des Herstellers der Grafikkarte auch nicht – Baujahr 2007 – fast neu und doch uralt?

Ich will das nicht einfach so akzeptieren und suche weiter. Im BLOG eines Computer-Freaks finde ich ein RAR-File das einen geeigneten Treiber enthalten soll. Also downloaden, lokal speichern. Dann ersteinmal 7-Zip installieren, dann das RAR-File entpacken. Über den Geräte-Manager wähle ich für die Grafikkarte „Treiber aktualisieren“ und lasse ihn das Verzeichnis durchsuchen in dem ich den Treiber gerade entpackt habe. Und siehe da, es klappt! Nach einem Neustart habe ich die native Auflösung und Windows-Fenster mit herrlich transparenten Rändern – Herz was willst Du mehr 🙂

Treiber für die Soundkarte und alle weiteren Systemkomponenten finde ich auf der DELL-Seite. Diese Treiber sind zwar eigentlich für Windows Vista, aber sie funktionieren auch mit Windows 7. Am Ende des Tages kann ich sagen „Die Kiste läuft“.

Einen Tag und etliche Updates später ist auch ein Office 2007 inkl. Outlook installiert, meine Postfächer sind eingerichtet, es gibt ein Photoshop CS4, Nikon Capture, Irfan-View, Acrobat Reader, Adobe Flash Player, iTunes, Quicktime, VLC, Windows-Live-Essentials inkl. Virenscanner, Firefox, Safari, Chrome, Skype, Web-Cam, Visual Studio .NET 2010 Express, SQL-Server 2008 Express, Subversion, Tortoise…

Display kalibrieren

Eigentlich fehlt nur noch die Kalibrierung des Displays. Also schnell den Colorvision Spyder in einen USB-Port stecken. Ah ja, die Software fehlt, schnell runterladen, installieren, starten – alles gar kein Problem. Dann die Frage nach dem Lizenzschlüssel! Hm, wo habe ich den schon wieder? Nach einer ausgedehnten Suche in den Schränken und Ablagefächern meines Arbeitszimmers ist er immer noch nicht gefunden! Da fällt mir ein, dass ich diese Situation schon einmal hatte. Damals habe ich eine E-Mail an den Hersteller geschickt und einen Lizenzschlüssel bekommen. „Heben Sie diese E-Mail bitte gut auf, nocheinmal machen wir das nicht!!!!“

Der Rechner läuft nun schon einge ganze Weile und die eingebaute Volltextindizierung hat schon die Inhalte aller lokalen Postfächer abgearbeitet. Also einfach die Windows-Taste drücken und „Datacolor“ eintippen. Schwupps, da ist auch schon die E-Mail aus dem Jahr 2009 mit dem lange gesuchten Lizenzschlüssel – gut wenn man Mails nicht gleich löscht sondern auf dem Server aufhebt! Das Display ist schnell kalibriert und nun sehen auch die Farben meiner Bilder etwa so aus wie ich es mir vorstelle.

Alles gut nur wie ist die Performance?

Nach etwa drei Tagen läuft das Ding wieder, der neue Akku ist eingebaut, die teure alte Kiste ist fast wie neu. Und die Performance ist auch ok. Die ausführbaren Dateien der 64-Bit Version von Windows 7 sind in der Regel doppelt so groß wie bei der 32-Bit Version, aber dennoch startet das Notebook mit der neuen SSD deutlich schneller als das 32-Bit Windows Vista von der alten 500GB Festplatte mit 5400 U/min.

Der kompletter Neustart benötigt bis zum Login-Screen etwa 20 Sekunden. Nach dem Login dauert es etwa nochmals 20 Sekunden dann ist das Ding startklar.

Ich arbeite viel mit Photoshop CS4 – diese komplexe Software startet jetzt in etwa 3 Sekunden. Ich kann riesige Scans öffnen die mehr als 1 GB groß sind. Hier kann die 64-Bit Version von Photoshop ihre Vorzüge wirklich ausspielen! Ein kleines C# Testprojekt mit Visual Studio 2010 komplett neu zu übersetzen und zu starten geht richtig flott.

Letztlich bin ich mit der Performance wirklich zufrieden. Ok, mit AHCI wäre das alles noch einen Tick schneller, aber so ist es schon ganz ok. Dieses alte DELL Notebook ist nun spürbar schneller als mein recht neues MacBook Pro. Das Display ist riesig, die Lautsprecher klingen gut, die externe Logitech Web-Cam liefert spürbar bessere Bilder und besseren Ton als beim MacBook. Die Bedienelemente für Lautstärke usw. an der Vorderseite des Gehäuses sind praktisch. Und ich habe alle Funktionstasten und Sonderzeichen genau dort wo ich sie gewohnt bin. Alles ist gut, nur das große Touchpad meines MacBooks vermisse ich. Man kann Windows 7 auch mit dem eingebauten kleinen Touchpad bedienen, aber auf dem Mac ist das wirklich besser. Daheim in einer Schublade habe ich noch ein Apple Magic-Trackpad. Es gibt auch Treiber für das Ding, aber unter Windows 7 werden die ganzen Gesten mit zwei, drei oder vier Fingerm nicht erkannt, damit ist das Ding unter Windows relativ witzlos, leider!

Zusammenfassung

Mit einem Zeitaufwand von etwa drei Nachmittagen zum Preis von etwa 600 Euro habe ich ein Notebook das bei Apple aktuell etwa 2.500Euro kosten würde. Es sieht nicht so geil aus wie ein 17″ MacBook, es hat keinen topaktuellen i7 Prozessor und keinen schicken „Unibody“ aus Aluminium. Aber der Nutzwert für die tägliche Arbeit ist dennoch hoch. Ich kann darauf Software entwickeln, Bildmaterial verarbeiten und alles tun was man sich von einem Notebook sonst noch wünscht. Dieses DELL INSPIRON 9400 ist allerdings ein großer schwerer Klotz. Aber das ist mir egal, denn für die Reise habe ich ja noch das kleine MacBook 🙂

Kurzum, ich würde sagen – Mission accomplished!

Und so sieht das Ding jetzt aus – nicht anders als früher 🙂