Nikon D700 – Sterne fotografieren

Tag 9 – Schwere Wolken – Keine Fotos

Als ich wach werde bin ich allein, die Uhr auf dem Nachttischchen neben mir zeigt 8h50. Im Bad dröhnt ein Fön, Zeit aufzustehen! Kurz drauf gibt es wieder ein famoses Frühstück. Es ist wieder Sonntag, also gibt es Weißwürstchen mit süßem Senf und Brezeln – super! Danach etwas Süßes, Kaffee und Sekt, so kann der Tag beginnen.

Später finde ich auf meinem Telefon eine SMS von meinem deutschen Mobilfunk-Provider:

Sie haben 80 Prozent des Daten Roaming Limits erreicht. Für weitere Datennutzung in der EU nach Erreichen des Limits geben Sie bitte *142# in Ihr Endgerät ein.

Mein aktueller Tarif „Reisevorteil Plus“ enthält ein gewisses Datenvolumen, wenn ich mich nicht irre sind es 300 MB zum Preis von 50 Euro. Nach Erreichen dieses Limits wird der Datenverkehr abgeschaltet. Wie ich mit einige wenigen BLOG-Einträgen schon bei 300MB / 100 * 80 = 240MB angekommen bin ich mir höchst schleierhaft. Ich denke, da Thema „Datentelefonie im Ausland“ wird auch innerhalb der EU noch für Jahre ein leidiges kostspieliges Thema bleiben.

Später am Abend gebe ich dann *142# ein und drücke auf „Anrufen“. Einen kurzen Augenblick später zeigt mein Telefon diese Meldung an „Ihr Datenlimit wurde aufgehoben“. Ok, ab jetzt kann es ggfs. so richtig fies teuer werden!

Ab jetzt heißt es also „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Auf meinem Android-Telefon habe ich das kleine APP „NetCounter von Cyril Jaquier“ Es zeigt mir derzeit an, dass ich während der letzten 7 Tage 107,78 MB verbraucht habe. Das ist deutlich weniger als 240MB – oder? Heute ist der neunte Tag auf Teneriffa, während der ersten beiden Tage habe ich meine Telefon gar nicht benutzt. Also entweder habe ich mich verrechnet, das Programm hat einen Fehler oder mein Mobilfunk-Provider „bescheißt“ – was ich eigentlich nicht glauben kann. Ich denke eher, dass es beim Datenvolumen um Down- und Up-Stream geht und dass das kleine APP ggfs. nicht beide „Richtungen“ aufzeichnet.

Okay, zurück zum Thema des Tages: Am Himmel künden schwere Wolken eine kleine Schlechtwetterperiode an. Was tun? Egal, im Augenblick scheint die Sonne, also ab auf die Liege und etwas Sonne tanken. Erst gegen Mittag haben wir Lust etwas zu unternehmen. Mit dem Auto geht es zum Alcampo, dem großen Einkaufszentrum bei Puerto de la Cruz. Während ich durch die Elektronik-Abteilung schleiche kauft Sandra Ersatz für ihre zerbrochene Haarspange. Ich studiere ein wenig die Preise und muss erneut feststellen, dass es kaum einen Unterschied macht. Es lohnt sich nicht irgendwelche Fotosachen hier zu kaufen. Teilweise werden sogar Auslaufmodelle zu Preisen angeboten die in Deutschland längst überholt wären. In Las Vegas wäre es etwas anderes, dort würde es sich ggfs. lohnen ein wenig Zubehör für Notebook, Camera & Co. zu erstehen, hier auf Teneriffa lohnt es eher nicht.

Klar kann man in Puerto de la Cruz an der Promenade bei einem der vielen „Foto-Inder“ auf das eine oder andere Schnäppchen hoffen. Aber was dort angeboten wird ist in der Regel spezielle „Touristen-Ware“. Artikel für Leute die damit nach Hause fliegen und erst dort bemerken, dass etwas nicht ganz ok ist, oder dass der Artikel vielleicht sogar schon benutzt oder nicht ganz vollständig ist. Also lieber die Finger davon lassen!

Nach mehreren Stunden im Alcampo telefonieren wir kurz mit Wolfgang und Karin und verabreden uns zum Eis am Mirador bei El Sauzal. Dort angekommen ist es schwer bewölkt. Meine D7000 lasse ich einfach im Kofferraum. Lediglich den kleinen ZOOM H2 und meine GoPro auf der „Eieruhr“ nehme ich mal mit. Am Mirador ist ein rostiges altes Gerüst. Dort wurden einst Waren mit einer Winde an Seilen vom Meer hinauf transportiert. Heute ist es nur noch ein rostiges Relikt aus alten Zeiten. Aber es ist aus Eisen und meine Eieruhr hat auf der Unterseite einen Dauermagneten. So haftet meine kleine Kamera ganz prima an diesem Gerüst. Ich lasse sie mal eine halbe Stunde vor sich hin filmen. Dann noch eine etwas andere Position und plötzlich spüre ich die ersten Regentropfen. Also ab ins Auto. Ein paar Minuten später ist der Regen schon wieder Geschichte und Wolfgang und Karin sind auch schon da.

Unten am Mirador gibt es eine kleine nette Eisdiele. Ich freue mich jetzt auf einen leckeren Krokant-Becher! Während wir schmausen und plauschen gehen erneut ein paar Regentropfen nieder, aber wir rücken unter den Sonnenschirmen etwas zusammen, alles gar kein Problem. Gegen 17h verabschieden wir uns und fahren in Richtung Monasterio. Dort finden wir auch gleich einen Tisch und der Oberkellner empfiehlt und das frische Spanferkel mit Salat, kanarischen Pellkartoffeln und Apfelmus. Dazu ein großes Bier und schon bin ich der glücklichste Mensch auf Erden – ist doch ganz einfach.

Diese enorme Köstlichkeit runden wir mit einer Crema Catalana und einem Glas Calvados ab. Alles zusammen kostet knapp 60 Euro.

Daheim auf unserer Finca ist der Himmel wieder klar und ich versuche mich mal an ein paar Sternenbildern mit der Nikon D700 und dem neuen AF-S 1,4/50mm. Bei echt hohen ISO-Werten, Blende 1,4 und 4s gelingen Bilder mit nicht verwischten Sternbildern. Doch sie sind dann doch etwas verrauscht und eine Vignettierung der Bildränder ist auch ganz deutlich sichtbar. Bei Blende 2,8 ist die Vignettierung kaum noch sichtbar, steigert man die Belichtungszeit auf etwa 8 Sekunden sind bei ISO 16.000 noch ganz passable Sternenfotos möglich.

Gern hätte ich ein paar Fotos der Milchstraße, wenn ich nur wüsste wo sie ist!! Hoch oben auf in 2250 Metern Höhe am Fuße des Pico del Teide sollte es bei klarem Himmel mit dem AF-S 4/200-400 und meinem stabilen BENRO Stativ eigentlich irgendwie gehen. Mit dem 50mm Objektiv entstehen eigentlich nur Fotos die eine relativ gleichmäßige Verteilung heller Punkte zeigen. Nicht wirklich schön sieht das aus. Aber wo ist die Milchstraße? Ich versuche es mal mit Google Skymap, aber das will auch nicht so richtig klappen.

Heute ist Sonntag und in 7 Tagen geht es leider schon wieder zurück nach Deutschland. Eigentlich ist jede Reise immer viel zu kurz. Es wäre ein echter Traum mal ein halbes Jahr oder länger um die Welt reisen und sich gänzlich der Fotografie und der Kommunikation mit Land und Leute verschreiben zu können. Aber bis das klappt muss man wohl in Rente sein oder einen reichen Sponsor finden.

Falls diese Zeilen von einem potentiellen reichen Sponsor gelesen werden sollten, ich wäre bereit täglich zu berichten und viele schöne Geschichten und Fotos zu veröffentlichen! Entsprechende Spendenquittungen würde ich natürlich auch gern ausstellen 🙂

Okay, jedenfalls geht wieder ein Tag zu Ende und es ist wieder an Tag an dem weder eines meiner beiden Teleobjektive, noch der Teleconverter, die AW-100 oder sonstiges Fotozeugs benutzt worden wären…

Eigentlich sollte ich mal mit einer Packung frischer Rollfilme, einer 500er Hasselblad und einigen wenigen Objektiven hierhin reisen. Am Ende würde vielleicht sogar mehr schöne Fotos entstehen als mit all dem digitalen Ballast den ich derzeit mal wieder mit mir herum schleppe. Na mal sehen, vielleicht im nächsten Jahr 🙂

Das war also Tag 9 – man könnte ihn so zusammenfassen: „Größtenteils harmlos!“

Hier noch zwei Beispiel des Nachthimmels über unserer kleinen Finca – gesehen durch ein 50mm Objektiv. Man sieht ja echt viele Sterne, aber wirklich schön sieht da eigentlich nichts aus… Die Bilder sind übrigens wie immer 1000 Pixel breit – also einfach anklicken um sie in der „1000er Auflösung“ zu sehen.

Tag 8 – Schreck in der Abendstunde

Als wir beim Frühstück sitzen ist es draußen schwer bewölkt und der Wetterbericht verheißt für heute und die kommenden Tage wenig gutes. Es soll Regen geben und so richtig ungemütlich werden, was man auf den Kanaren eben so als „ungemütlich“ bezeichnen darf. Wir lassen und nicht beeindrucken und frühstücken erst einmal in aller Ruhe.

Zurück an unserem kleinen Häuschen sind die Betten schon gemacht. Also schnell den Artikel zum Vortag fertig schreiben, via Roaming eine Datenverbindung mit dem Mobiltelefon herstellen, einen WLAN-Hotspot auf dem Telefon einrichten, mit dem MacBook eine Verbindung zum Telefon herstellen und dann den frisch getippten Artikel publizieren. Noch schnell ein paar Fotos reinhängen, noch einen kleinen Fehler korrigieren und schon sind wir fertig. Noch kurz die E-Mails checken, Sandra schaut auch noch schnell bei Google-Mail rein und schon können wir die Datenverbindung wieder kappen.

Viele Daten können es ja nicht gewesen sein, mir kommt die verwegene Idee mal kurz im Telefon nachzuschauen. Dort habe ich einen kleinen „Verbrauchszähler“ installiert. 22,89 MB wurden heute übertragen!! Ohje, der Spaß hat also 13,51€ gekostet. Wow, das geht wirklich schneller als man denkt! Mein Tarif enthält eine Auslandsoption, ein Megabyte kostet 0,59€ bei „fairer 10KB Taktung“. Die Verbindung ist hier völlig ok, es klappt sogar alles mit HSPDA-Geschwindigkeit. Aber wirklich preiswert ist das trotzdem nicht! Und noch einen Haken hat der Spaß, der Tarif hat bei 50€ eine Obergrenze. Ist diese Grenze erreicht ist keine weitere Verbindung möglich bis man direkt über den Provider ein neues Paket frei geschaltet hat. Nur wie das geht weiß ich gar nicht. Während der kommenden Tage muss ich also etwas vorsichtig mit meinem „Datenvolumen“ umgehen.

Die automatischen Updates usw. habe ich ja schon ausgeschaltet und ich klicke auch keine unnötigen Web-Seiten usw. an. E-Mails mit Anhängen lade ich gar nicht erst herunter, aber dennoch kommt allerhand zusammen. Ein Problem scheint mir auch zu sein, dass viele Web-Seiten inzwischen via AJAX egal wo man klickt immer mal im Hintergrund Daten mit dem zugehörigen Web-Server austauschen. Man bemerkt es nicht wirklich, aber es geschieht meist allerhand im Hintergrund.

Nach dem kleinen „Datenschock“ überlegen wir was wir heute anstellen könnten. Mein Freund Wolfgang fährt bei schlechter Wetterlage auf der Nordseite Teneriffas gern mal rüber in den Süden nach Candelaria. Ich selbst war dort noch nicht und angesichts des schwer bedeckten Himmels könnte es eine gute Idee sein. Wir packen also alles ein was wir für notwendig halten. Später am Abend wird es wieder viel zu viel gewesen sein…

Heute ist auch die kleine GoPro dabei. Ich montiere sie mit dem Autoscheiben-Halter von außen oben in der Mitte der Windschutzscheibe. Und schon geht es los. Später unten kurz vor der Autobahn halten wir an und ich „sichere“ die kleine Kamera, wer weiß was geschieht wenn sie sich bei 120 km/h lösen sollte?

Die Fahrt nach Candelaria ist nicht wirklich weit und das Wetter wird sonniger je mehr wir uns Candelaria nähern. Von innen habe ich mein Garmin Colorado 300 an die Scheibe „geklebt“. So können wir den Track des Tages aufzeichnen. Vor zwei Tagen habe ich es tatsächlich geschafft eine kostenlose routing-fähige Karte für alle Kanarischen Inseln auf meinem Garmin zu installieren. Die Karte ist wirklich detailliert und recht genau, allerdings gibt es keine Höhenlinien oder ähnliches, was beim Wandern hilfreich sein könnte. Es ist eben eine reine Straßenkarte. Wer sie selbst auf seinem GPS installieren möchte, sollte mal im Web nach „Islas Canarias“ und „Computerteddy“ suchen.

In Candelaria angekommen sind wir überrascht eine quirlige niedliche Innenstadt vorzufinden. Mit Los Christianos oder anderen Hotelburgen hat das hier gar nichts zu tun. Das ist pure kanarische Lebensart, wirklich schön!

Bewaffnet mit meiner Nikon D7000 und dem superguten AF-S VR 16-85mm geht es durch die Stadt. Es entsteht ein Knipsbild nach dem anderen, bis wir schließlich in einer italienischen Pizzeria landen. Die Pizza ist wirklich gut und inkl. Getränken und einem tollen Espresso kostet es 19,10€. Noch ein wenig Trinkgeld dazu und wir sind bei 22,- € für ein komplettes Mittagessen, nicht schlecht!

Nach dem Essen möchte Sandra ein wenig durch die Geschäfte stöbern, ich schaue mir während dessen die Basilika an, sie ist ab 15h wieder geöffnet. Innerhalb der Basilika fotografiere ich ein wenig mit der Nikon D700 und dem ebenfalls superguten AF-S VR 16-35mm. Um ohne Stativ fotografieren zu können muss ich die ISO-Empfindlichkeit bis auf 16.000 steigern. Später am Notebook bin ich von der Bildqualität wirklich überrascht! Im Gegensatz zur D7000 kann man diese hohen ISO-Werte an der D700 nicht nur einstellen sondern tatsächlich verwenden!!

Aber dennoch bin ich nicht so wirklich glücklich mit den Ergebnissen. Die Bilder haben entweder helle Flecken oder dunkle schwarze Flächen. Eigentlich schreit das hier nach einem HDR. Also ab zum Auto, das kleine Manfrotto Stativ holen. Das große BENRO Stativ liegt derweil noch immer unbenutzt in meinem Koffer im „Kinderzimmer“ auf unserer Finca.

Zurück in der Basilika stelle ich ISO-200 ein und setzte das neue SAMYANG MF 2.8/14mm an die D700. Nun ist der Blickwinkel wirklich krass. Vom Ende der Kirche bekomme ich fast das gesamte Kirchenschiff auf ein Bild! Die Kuppel ist wunderschön, hier muss ich nicht auf der Erde liegen, einfach bei ISO-800 und Blende 4 kurz nach oben recken und schon ist sie fotografiert. Später am Notebook sieht das alles wirklich gut aus. Wenn man bedenkt, dass dieses Objektiv für unter 300 Euro zu haben ist, gar nicht schlecht! Ok, es hat nicht einmal eine CPU, es ist die ganz billige Version! Daher wird es an einfacheren Kameras wie Nikon D3000 oder der D60 nicht wo richtig gut funktionieren. Aber an der D700 macht es so wie es ist eine gute Figur, auch wenn wegen der fehlenden CPU nur die mittenbetonte Belichtungsmessung funktioniert.

Im Anschluss an die Fotosession in der Basilika würde ich noch gern einen Zeitrafferschwenk mit meiner kleinen GoPro und der Eieruhr machen. Direkt am Wasser finde ich auch ein geeignetes Geländer auf dem die magnetische Unterseite meiner GoPro-Eieruhr sehr schön haftet. Allerdings ist der Wind vom Meer so stürmisch, dass die Kamera fortlaufen „zittert“. So ist sicher keine schöne Zeitrafferaufnahme möglich. Also lassen wir das und gehen zurück zum Auto.

Was nun? Wir werfen einen kurzen Blick auf die Karte die Sandra eben gekauft hat. Wir könnten über Arafo hoch zum Teide fahren, dort einen Kaffee trinken und zum Abendlicht über La Esperanza hinab fahren. Gesagt getan, das Garmin wird schnell programmiert, es geht los in Richtung Arafo. Dort angekommen halten wir kurz an und nun kommt wieder die kleine GoPro auf die Windschutzscheibe. Es geht in endlosen Serpentinen hinauf auf über 2.000 Meter. Das Wetter ist grandios und von oben können wir sehen, dass rund um Candelaria ein gewaltiges „Wolken-Loch“ ist. Alles andere liegt unter einer dicken schweren Wolkendecke. Also war Candelaria gar keine schlechte Idee! Als wir oben am Restaurant in den Canadas del Teide eintreffen bin ich ziemlich frustriert als ich die kleine GoPro von der Scheibe nehme. Sie filmt nicht mehr und das Unterwassergehäuse ist wieder einmal von Innen komplett beschlagen. So ein Mist, diese kleinen Dinger sind wirklich nicht einfach zu handhaben. Wenn man wirklich sicher sein will, dass man ein brauchbares Ergebnis erzielt muss man alle 10 Minuten anhalten und das Ding kontrollieren.

Seit ein paar Wochen gibt es eine neue Version dieser Kamera. Auch hier hat der Hersteller nun erkannt, dass es blöd ist wenn man die Funktion der Kamera nur von der Vorderseite anhand einer blinkenden LED ausmachen kann. Die neue Version hat auch LEDs an der Ober- und Rückseite. Beim Motorradfahren ist es mir schon mehrfach so wie heute ergangen. Ich dachte ich hätte ein großartige Tour durch allergenialste Landstriche gefilmt und hatte letztlich nichts oder weniger als erwartet auf der SD-Speicherkarte.

Das könnte mir der neuen Version der GoPro HD HERO besser werden. Aber, dass das Unterwassergehäuse bei starken Temperaturschwankungen beschlägt, das wird man nur mit einem offenen Gehäuse oder diesen speziellen Strips abwenden können. Diese Strips legt man in das Unterwassergehäuse der GoPro und sie nehmen dann die sich ggfs. entwickelnde Feuchtigkeit auf. Leider habe ich das alles nicht dabei. Bei den nächsten Versuchen werde ich also immer mal wieder anhalten und kontrollieren müssen.

Überhaupt habe ich das Programm welches ich mir gewünscht habe noch nicht einmal annähernd geschafft. Das monströse 4/200-400mm Teleobjektiv ist noch unbenutzt, das 2.8/70-200 Tele ebenfalls. Das 1.4/50mm ist noch nicht ausgepackt, das  AF-S 24-85mm auch nicht. Der Infrarotfilter ist so fest mit einem Reduzierring verschraubt, dass ich ihn nicht abbekomme. Also gibt es auch keine Infrarot-Fotos. Die AW-100 liegt noch unbenutzt im Koffer, die Liste ließe sich verlängern. Und um all das mit hier hin zu schleppen habe ich mir extra einen neuen Koffer gekauft. Na, es gibt eben Menschen die werden einfach nicht klug – ich scheine dazu zu gehören 🙂

Ok, wo waren wir? Ach ja, das Restaurant in den Canadas del Teide. Dort gibt es eine Kaffee und ein Glas Orangensaft. Sandra trinkt ein Bier mit Lemon, diese Mischung wird hier auch als „Shandy“ gehandelt. Es schmeckt gut und ist eigentlich so etwas wie unser „Radler“.

Als die Sonne sehr tief steht wollen wir los um noch ein paar schöne Fotos zu machen. Ich montiere wieder die GoPro an der Windschutzscheibe, packe meine Jacke in den Kofferraum, steige ein, starte den Motor, lege den Rückwärtsgang ein und bewundere noch kurz die drei superschönen BMW Motorräder neben uns. Ich denke an nichts böses und plötzlich rummst unser schöner neue Opel Astra gegen irgend etwas was da nicht sein sollte, bzw. eben noch nicht dort war? Es ist gelb!! Ein anderes Auto, oh SCHEISSE – das darf ich hier mal schreiben… Wo kommt der denn her?? Vorwärtsgang einlegen, zwei Meter vorfahren, Motor stoppen und schauen was passiert ist. In dem gelben Kleinwagen sitzt ein völlig konsternierter Fahrer. Ich öffne seine Türe und frage „Ist alles ok?“ Aber er ist Ire und kommt aus Dublin. Wir machen auf Englisch weiter. Er ist perplex und weiß nicht was wir machen sollen. Ich schlage vor, dass wir die Mietverträge nehmen, sie gegenseitig abfotografieren und ein paar Fotos „der Situation“ machen.

Beide Autos haben sicher eine Vollkaskoversicherung, die Frage ist nur „Wie hoch ist die Eigenbeteiligung?“

Mein Unfall-Partner ist wirklich nett und unter anderen Umständen hätten wir sicher einen ausgedehnten „Fotos-Plausch“ geführt. Aber so sind wir nach ein paar Minuten wieder im Auto und fahren immer noch etwas perplex von dannen, natürlich begleitet von den grinsenden Gesichtern der spanischen Motorradfahrer…

Ich versuche nicht daran zu denken wie es mit der verbeulten Stoßstange weiter geht, aber es kommt mir doch immer wieder in den Sinn. Wer hat eigentlich Schuld? Wo kam dieses Auto her? Was genau hat der andere Fahrer eigentlich gesagt? Hätten wir ggfs. ein paar Stunden auf die Polizeit warten müssen? Wen hätten wir anrufen können? Während ich still vor mich hin grüble verschwindet draußen die Sonne direkt hinter dem Pico del Teide. An einem der vielen Aussichtspunkte halten wir an und ich mache mit der D700 ein paar schnelle Belichtungsreihen.

Als es weiter den Berg hinab geht muss ich doch weiter grübeln. Ich bin froh, dass nur eine Delle in der Stoßstange ist, außerdem war diese Stoßstange genau an dieser Stelle eh schon ziemlich verschrammt, nun hat sie dort noch eine Delle…

Na, wir werden sehen wir es weitergeht – ich werde berichten!

Da bin ich nun zum X-ten mal mit einem Mietwagen unterwegs, tausende Kilometer bin ich schon auf Teneriffa herum gefahren und immer habe ich gegrinst wenn ich ein verbeultes Auto gesehen habe. Nun habe ich selbst ein Beule in ein fast neues Auto gefahren. Bin ich eigentlich hinein gefahren? Hat der gelbe Wagen eigentlich gestanden? Ich weiß es nicht und irgendwie will ich es heute auch gar nicht mehr wissen…

Tag 7 – Expedition nach Teno Alto

Später am Nachmittag fahren wir in westlicher Richtung bis Buenavista del Norte. Dort biegen in Richtung Masca nach Süden ab. Nach gefühlten 50 Spitzkehren erreichen wir ein kleines Dorf. Dort zweigt nach rechts eine kleine Straße ab, es geht weiter nach Teno Alto. Mein Garmin Colorado hängt endlich mal wieder an der Windschutzscheibe und es stellt sich langsam das „Indiana Jones Feeling“ ein. Hinter uns ist ein eiliger Spanier, als die Straße etwas breiter wird lassen wir ihn passieren. Der Asphalt wird schlechter und die Straße windet sich den Berg hinauf. Einige Minuten Später kommen uns zwei grinsende Omis in einem Opel Corsa entgegen. Prompt ist das „Indiana Jones Feeling“ wie weggewischt… Woher die beiden wohl kommen? An unserem Wandertag hieß es, dass Wanderboss Heinz für den nächsten Donnerstag eine Wanderung im Teno-Gebirge plant. Zum Abschluss einer jeden Wanderung plant er meist einen Besuch in einem netten Restaurant ein. So eng wie hier die Straße ist, kann ich kaum glauben, dass es hier hier ein Restaurant geben soll. Aber diese Insel hat mich ja schon so oft überrascht, dass sie mich eigentlich gar nicht mehr überraschen kann 🙂

Die schmale holprige Straße windet sich durch das Gebirge, die Sonne steht schon tief und die Landschaft ist wirklich zauberhaft. Nur das Meer können wir nicht sehen. Eigentlich hatte ich gehofft, dass wir einen Punkt finden von dem man einen tollen Blick auf La Gomera hat. Angesichts der tief hängenden Wolken bin ich inzwischen skeptisch. Es sieht eher so aus als würde diese Tour ohne nette Fotos zu Ende gehen.

Nach einer Weile erreichen wir ein kleines Örtchen. Hier am Ende der Welt gibt es tatsächlich menschliches Leben. Das Örtchen heißt Teno Alto, wir sind also fast am Ziel. Und tatsächlich gibt es hier ein Restaurant, ich bin beeindruckt. Es sieht sogar alles ganz nett aus. Kurz hinter dem Restaurant gabelt sich die Straße. Wo geht es lang? Ich entscheide mich für „Links“ – das sieht aus als ginge es in Richtung Sonnenuntergang. Die Straße wird etwas besser, aber vom Meer trennen uns immer noch ein oder vielleicht auch mehrere Felskämme. Ein paar hundert Meter weiter gabelt es sich erneut, wo nun entlang? Ich entscheide mich wieder für „Links“. Die Straße ist nun ein schlecht betonierte Piste mit einer Regenrinne in der Mitte. Sandra ist relativ entsetzt, ich habe das „Indiana Jones Feeling“ zurück gewonnen.

Hoffentlich kommt uns jetzt niemand entgegen!! Nach jeder Kurve sieht die Landschaft anders aus und ich sende ein neues Stoßgebet gen Himmel. Und, das wirkt sogar! Wir haben keinen Gegenverkehr!

Schließlich zweigt die Straße nach rechts ab, nach Norden. Das sieht nicht zielführend aus, vor uns ist eine Art Bunker oder Wasserwerk in einen Hügel hineingemauert. Ich parke unseren Opel und schaue mich zu Fuß ein wenig um. Es sieht so aus, als könnte man zu Fuß den letzten „Hügel vor dem Meer“ erreichen. Sandra ist es zu kalt und zu windig. Sie hat das Feeling nicht und will lieber im Auto bleiben und ihren Krimi weiterlesen. Ich schnappe mit die D700 mit dem AF-S VR 4/16-35mm. Der Batteriegriff ist noch dran, mehr nicht. Stativ, Filter und was nicht alles bleiben im Kofferraum. Eine winddichte Jacke ziehe ich auch noch über, es sind nur etwa 14°C, wir sind etwa 1000 Meter hoch.

Zu Fuß geht es den Hang hinab. Auf er rechten Seite ist ein „angefressener“ Hügel aus Asche vulkanischen Ursprungs. Es gibt einigen recht tiefe Höhlen. Darin liegt Müll und es sieht aus als wären schon Menschen hier gewesen. Ich gehe mal hinein, es riecht auch nicht gut! Aber man hat einen interessanten Blick nach draußen. Ok, mit er „False Kiva“ im Canyonlands Nationalpark können diese Höhlen nicht mithalten, aber sie sind trotzdem nett. Leider kann ich hier praktisch nicht fotografieren. Entweder ist die Höhle stockschwarz oder die Landschaft draußen völlig überbelichtet. Spätestens jetzt hätte ich gern einen Kabelauslöser und ein Stativ dabei…

Es geht weiter den Hügel hinab. Auf der rechten Seite finde ich am Fuße des kleinen Hügels eine Finca. Sie sieht verlassen aus, aber es steht ein großer weißer SUV davor. Am Horizont sind weitere einsame Gebäude zu sehen. In der Ferne höre ich Schafe und es bellt ein Hund. Vorbei an einer verlassenen Finca und ausgedehnten Feldern mit saftig grünen Kakteen geht nach links wieder bergauf. Danach erhoffe ich mir einen Blick auf das Meer. Und tatsächlich, plötzlich liegt vor mir La Gomera, leider umhüllt von dicken Wolken. Schade, man kann die Insel eigentlich gar nicht erkennen. Die Sonne steht schon tief, es sind vielleicht noch 20 Minuten bis zum Sonnenuntergang. Ich laufe ein wenig herum um mir einen guten Punkt für eine schönes Foto zu suchen.

Plötzlich finde ich weiter unten eine weitere nette Ruine. „Propierto Privado“ oder so ähnlich steht es auf einem Schild geschrieben. Ich muss daran denen wie ich 2009 am Waterholes Canyon plötzlich eingesperrt war und der Polizist nur sagte „This is a private property“ – nach dieser Erfahrung fällt die Übersetzung nicht weiter schwer…

Ich steige über die Abgrenzung und hoffe nur, dass mir nicht gleich ein knurrender Hund am Hosenbein hängen wird. An der Runine sieht es dann eigentlich ganz cool aus. Meine Kamera kann ich auf den alten Mauern ablegen und so kann ich sogar das eine oder andere HDR schießen. AF und VR schalte ich dazu aus. Die Kamera stelle ich auf „A“ wie „Aperture Priority“ – also Blenden-Priorität. So bleibt bei jedem Bild einer Belichtungsreihe die Tiefenschärfe immer gleich. Das Bracketing stelle ich auf 7 Bilder mit einer Blende (1 EV) Unterschied. Die Bildfolge steht auf kontinuierlich und schnell (CH). So entstehen dann doch mehrere Belichtungsreihen. Später auf der Finca an meinem MacBook bin ich überrascht wie gut sie doch ganz ohne Stativ, Kabelauslöser und Spiegelvorauslösung geworden sind.

Der Sonnenuntergang selbst ist völlig unspektakulär. Die Sonne versinkt einfach hinter den Wolken über La Gomera und es wird dunkel, that‘s it. Ich trete den Rückweg an und muss daran denken wie ich im Frühjahr zusammen mit Alan Vasenius im Monument Valley auf das famose „Schattenspiel“ von „Left & Right Mitten“ gewartet habe. Damals ist nicht aber auch gar nichts aus diesem Schattenspiel geworden, aber statt dessen hatten wir den genialsten Sonnenuntergang des gesamten Trips. Alan hat damals auf dem Rückweg zum Auto nur mit den Schultern gezuckt und gesagt „Well, that‘s outdoor photography!“

So ähnlich sehe ich es auch heute, mal hat man Glück und mal hat man Pech. Wüsste ein Angler vor dem Angeln was anbeißen wird hätte er auch nur den halben Spaß. So geht es mir auch mit der Fotografie, mal gewinnt man, mal verliert man. Heute war ich irgendwo dazwischen.

Oben auf der Anhöhe kann ich unseren Opel schon sehen. Ich schwenke wild die Arme, vielleicht kann Sandra mich ja sehen. Als ich etwa 15 Minuten später am Auto eintreffe ist sie ziemlich fertig mit den Nerven. Kaum war ich weg kamen drei Spanier vorbei und wollten etwas von Ihr, was sie allerdings aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht zu deuten vermochte. So hat sie etwas verängstigt im Auto gesessen, das Beifahrerfenstern einen Spalt breit geöffnet und nur „No Problemo“ gesagt. Irgendwann sind die Typen dann abgezogen. Aber Sandra war trotzdem verunsichert, vielleicht auch weil es in ihrem Krimi um eine einsame Frau geht die von bösen Buben belagert wird.

Wie dem auch sei, sie ist jedenfalls froh als es mit hereinbrechender Dunkelheit endlich zurück geht. Als die gefühlten 100 Spitzkehren endlich geschafft sind steht mein Magen quer. Diese Fahrerei macht mich total fertig. In Garachico angekommen parken wir das Auto und lassen es uns im gleichen Restaurant das wir schon am Vortag besucht haben gut gehen.

Zurück an der Finca ist es nach 21h, es ist kalt und dunkel. Ich freue mich über eine heiße Dusche während Sandra schon wie ein Stein ins Bett gefallen ist. Was für ein schöner Ausflug.

Nikon D7000 – Wandern mit dem Wanderboss

Tag 6 – Wandern mit dem Wanderboss

Als Sandra das Licht anknipst ist es 7h. Ich frage sie ob sie gut geschlafen hat. Es gibt erst einmal einen Anschiss, weil ich zwar den Wecker in meinem Telefon korrekt auf 7h gestellt habe, das Telefon aber noch in der falschen Zeitzone unterwegs ist. Daher hat es morgens um 6h im Wohnzimmer vor sich hin geweckt. Wie fast immer schlief ich so tief und fest, dass ich von der Show nichts mitbekommen habe. Ok, schnell anziehen und den Fotorucksack zusammen stellen. Von meinen letzten Erfahrungen mit dem Wanderboss weiß ich, dass dieses Wanderungen manchmal ziemlich ausarten können. Daher ist für heute ein ganz kleines Fotogepäck angesagt. Aus dem Rucksack fliegt einfach alles raus. Nur die D7000 mit 16-85mm, Batteriegriff und Polfilter dürfen darin bleiben. Zusätzlich gibt es drei kleine Flaschen Wasser, einen Apfel und zwei belegte Brötchen. Ein Taschenmesser ist auch dabei, man kann nie wissen was passiert. Und nach meiner Erfahrung als ich mich vor ein paar Monate in Utah im Blue Canyon versehentlich mitten in der Wildnis ausgesperrt habe, liebe ich dieses Schweizer Messer über alles. Vielleicht hat es mir damals in der Kälte neben meinem SUV den „Arsch gerettet“. Wie dem auch sei, ich habe es gern bei mir 🙂

Kurz bevor es losgeht telefonieren wir noch kurz mit Karin und Wolfgang. Wir planen um, ich setze Sandra mit dem neuen Opel bei Karin und Wolfgang ab. Sie fahren mit den Opel zu Manolos Reiterhof und Wolfgang und ich mit seinem bunten Peugeot zum Treffen mit den anderen Wanderern.

Als wir am Treffpunkt ankommen ist dort niemand außer uns. Nach und nach trudelt sie alle ein. Die Wiedersehensfreude ist groß und es dauert eine Weile bis klar ist wer in welchem Auto mitfährt und wem heute nicht nach einer Wanderung zumute ist.

Dann geht es los! „Teppich Werner“ hat den Wanderboss auf dem Beifahrersitz. Werner quält seinen großen Lieferwagen die Berge hinauf, dass es nur so kracht. Wir sind Auto Nummer zwei. Der Diesel in Wolfgangs Bipper heult und dröhnt, die Automatik weiß gar nicht wohin sie schalten soll und bleibt gleich im ersten Gang. Am Horizont wird „Teppich Werner“ langsam kleiner. An einigen markanten Stellen hält er an, ein kurzer Blick nach hinten und weiter geht die Raserei durch die steilen engen Straßen. Zwischendurch schaue ich mal in den Rückspiegel, es ist niemand mehr hinter uns. Teppich Werner hat seine Wanderfreunde erfolgreich abgehängt. Mir kommt es vor wie „Pimmelfechten unter Rentnern“.

Nach einer Weile erreichen wir einen wirklich voll schönen einsamen Platz zwischen zwei Weinbergen. Aber von den fünf Autos sind nur noch zwei Autos übrig. Etwas später kommt ein drittes Auto dazu. Wir warten, aber wir bleiben zu dritt. Die Telefone haben hier oben keinen Empfang, Wolfgangs neues GPS zeigt etwa 500 Höhenmeter. Auto Nummer 3 macht also kehrt um die anderen Wanderer zu suchen. Nach einer Viertelstunde kommen sie jedoch allein zurück. Also alle wieder rein in die Autos und wieder runter ins Tal, nach einer kurzen Ehrenrunde geht es wieder bergauf, diesmal zu einem anderen Platz der auch wirklich schön ist. Wir parken die drei Autos neben einem kleinen Brunnen. Dort steht ein Canario mit seinem Auto und füllt viele viele Wasserkanister ab. Der ganze Kofferraum ist voller Trinkwasser.

Auch hier kein Empfang, Auto Nummer 3 fährt erneut den Berg hinab, wir sind jetzt etwa 700 Meter hoch. Nach einer ganzen Weile kommen sie zurück. Es gab ein kurzes Telefonat mit den „Anderen“. Die Verbindung war denkbar schlecht und niemand konnte erklären wo wir jetzt sind. Die „Anderen“ haben sich darauf hin entschlossen einen kleinen Spaziergang zu machen und danach ein wenig Shoppen zu gehen. Später werde ich mir wünschen bei Ihnen gewesen zu sein…

Es geht los, alle zücken ihre Wanderstäbe, das Team setzt sich in Bewegung. Teppich Werner und einer der anderen Wanderer übernehmen die Führung. Sie legen ein ordentliches Tempo vor. Keiner von ihnen hat überflüssiges Gepäck dabei und sie wandern ein- bis zweimal die Woche. Immer wenn ich kurz stehen bleibe um ein Foto zu machen verliere ich den Anschluss. Letztlich latsche ich einsam und allein hinterher. Kojak würde sagen „Entzückend“. Am Vorabend habe ich vergessen den Akku der D7000 aufzuladen, die Kamera zeigt als „Restkapazität“ nur noch „einen Balken“. Nach den ersten Bildern wird das Batteriesymbol im Sucher sogar rot dargestellt. Mir kommen Zweifel ob es sinnvoll war die D7000 überhaupt mitzunehmen. Daheim auf unserer Finca liegt die kleine leichte Nikon AW-100 in einer Schublade und wartet auf das erste Foto! Die kleinen Nikon P7100 habe ich daheim gelassen. Auch ohne diese Kamera habe ich vier verschiedene Ladegeräte im Gepäck. Wie schön wäre es, wenn es ein universelles Ladegerät für alle Akkus dieser Welt geben würde…

Der Weg ist steil aber schattig. Es geht durch schöne Wälder, von einer Finca zur nächsten. Immer wieder frage ich mich wie man hier oben in der Wildnis eine Straße betonieren und kleine einfache Häuser bauen konnte. Aber irgendwie ging es wohl. Mitten in einer Finca geht es dann steil bergauf. Der Boden ist rutschig und das Laub liegt hoch. Die Gruppe ist weit weg als ich höre wie sie mir zurufen ich solle unten bleiben. Es war alles nur ein großer Spaß, eine Sackgasse. Und so wird es weiter gehen. Statt einer gut geplanten Wanderung geht es steil bergauf, querfeldein, zurück zur „Straße“ und wieder weiter. Unser Ziel erreichen wir letztlich nicht, es liegt auf der anderen Seite einer tiefen Schlucht. Aber dafür bin ich nass geschwitzt, mehr als 540 Höhenmeter zehren an meinen Kräften. Gut, dass ich ein trockenes zweites Hemd dabei habe!

Nach einer kleinen Pause machen wir uns an den Abstieg. Meine beiden Brötchen habe ich aufgegessen, der Apfel ist weg und eine Flasche Wasser ist leer. Hätte ich darauf vertraut, dass wir zu einem netten kleinen Lokal aufsteigen, ich wäre nun ziemlich verloren. Das Batteriesymbol der D7000 leuchtet noch immer rot, aber sie macht ein Bild nach dem anderen. Zur Sicherheit ist ja auch noch ein zweiter Akku innerhalb der Kamera dabei. Meine D7000 ist so eingestellt, dass sie zuerst den Akku des Batteriegriffs „entleert“  und erst dann auf die interne Batterie zugreift. Ich habe also keine echte Sorge, dass mir der Strom ausgehen wird. Ein wenig dumm ist es, dass der Ladezustand der internen Batterie nur angezeigt wird, wenn der Batteriegriff nicht montiert ist. Will man sehen wie viel Strom die „Reserve-Batterie“ noch hat, muss man die Kamera abschalten, den Batteriegriff abschrauben und sie dann wieder einschalten. Alternativ könnte man wahrscheinlich über eine Menü-Funktion die Reihenfolge für die Nutzung der Batterien umkehren.

Wie dem auch sei, der Abstieg ist ebenso steil wie der Aufstieg. Immer wieder rutsche ich auf den losen Steinen aus und kann mich nur halten weil ich meine Wanderstöcke dabei habe. Diese Dinger sehen zwar ein wenig blöd aus, aber sie sind heute wirklich Gold wert!

Teppich Werner und seine Kumpels scheinen gar nicht müde zu werden. Immer wenn ich mal ein Foto mache verschwinden sie weiter unten im Wald. Eine großartige Wanderung ist das und dann beginnt auch noch das rechte Knie seine Funktion einzustellen. Jeder Schritt tut weh. Die Jahre am Schreibtisch machen sich bemerkbar. Langsam humple ich der Gruppe hinterher bis wir schließlich die Autos erreichen. Endlich geschafft! Eines der „Anführer“ meint am Auto dann noch „Also mir geht es jetzt so gut, ich könnte den ganzen Weg jetzt locker noch einmal laufen!“. Na prima, das klingt nach einem richtig guten „Gruppenverständnis“ 😦

Ein paar Minuten später sitzen wir in einem echt urigen Restaurant mitten in einem Weinberg. Es ist fast wie ein Tunnel aus rostigen Eisenstäben der rundherum mit Weinreben bewachsen ist. Es gibt Garbanzas, hausgemachte Pommes Frites und Kaninchen vom Grill. Das entschädigt für die Strapazen. „Teppich Werner“ gibt die Bestellung in fließendem Spanisch auf. Ich verstehe nur einige wenige Bruchstücke. Er bestellt ein Steak (Solomio) und Kichererbeseneintop (Garbanzas). Irgendwas mit Salat und Pommes Frites (Papas fritas) ist auch noch dabei.

Wolfgang bestellt „Cornejo“ – ich glaube das ist Kaninchen. Als der Kellner mich anschaut sage ich nur „Si Cornejo“. Dann plötzlich eskaliert die Bestellung am anderen Ende des Tisches. Dort platzt es aus seinem der anderen Wanderer heraus „Ich will aber auch Garbanzas!!!“ Richtig laut wird er und der Keller schaut verwirrt in die Runde. „Teppich Werner“: „Aber ich habe doch drei Portionen Garbanzas für alle bestellt!“ „Ja aber ich will sie als Hauptgericht und dazu einen Salat!“ „Die Dame neben mir will auch Garbanzas aber vegetarisch!“ Manchmal ist es mit der Deutschen Einheit nicht so einfach…

Schließlich scheint der Kellner alles verstanden zu haben und es kehrt wieder Ruhe ein. Kurze Zeit später gibt es einige kleine grüne Bierfläschchen mit dem Aufdruck „Carlsberg“ – Bier aus Dänemark – hier oben auf einem kanarischen Weinberg – auch nicht schlecht 🙂

Die Garbanzas kommen kurz danach, sie schmecken gut, aber Sandra macht sie besser! Auf unser Kaninchen müssen wir eine Weile warten. Ich nutze die Zeit und hole schnell meine D7000 aus dem Auto. In diesem urigen Restaurant will ich doch kurz einige Eindrücke festhalten!

Auf dem Weg nach draußen komme ich an der „Küche“ vorbei. Es ist ein wirklich großer gemauerter offener Kamin. Unten drin liegen richtig große Holzklötze. Oberhalb der lodernden Flammen liegen mehrere zerteilte Kaninchen und garen still vor sich hin. Gegenüber ist eine Kühltheke wie in einer Metzgerei. Sie ist übervoll mit Kaninchen, Steaks, Rippechen, kurzum – mit allem was eine Vegetarier verabscheut. Ich muss sagen, wirklich einladend sieht das für mich auch nicht aus. Ich muss schnell wegschauen, sonst wird mir ganz anders. Manchmal kann ich verstehen warum so viele Menschen kein Fleisch essen.

Als dann unsere Kaninchen kommen sind sogar noch die Köpfe dabei. Ich bin froh, dass Wolfgangs Hund „Schröder“ Kaninchen mag! Er freut sich und zerknackt mit seinem kräftigen Gebiss den Kaninchenschädel. Hm, da mag ich gar nicht hinschauen und auch nicht länger drüber nachdenken. Ich nehme mir ein Stückchen Kaninchen. Es schmeckt gut, aber es ist ein unendliches „Gefummel“. Letztlich habe ich einen großen Haufen Kaninchenknochen auf dem Teller und halte mich an die wirklich grandiosen Pommes Frites. „Schröder“ freut sich über die Kaninchenknochen. Er nagt auch nicht lange daran herum. Es macht „Happs“ und schon sind ganze Schenkel verschwunden. Es kommt eine kleine Katze dazu, sie steht auch auf Kaninchen.

Als wir fertig sind, ist von den drei Kaninchen praktisch nichts mehr übrig. Wir machen ein paar Scherze wie das wohl auf den Kellner wirken muss. „Diese Deutschen, die essen alles auf, sogar die Knochen der Kaninchen…“ 🙂

Der Abschied ist kurz und ich habe das Gefühl, dass alle nur noch auf die Couch wollen. Wolfgang, Schröder und ich fahren über abenteuerlich enge steile Straßen hinab zur Autobahn und sind kurz drauf bei unseren „Mädchen“.

Sandra und Karin hatten einen coolen Ausritt. Sandra hat sich einen jungen unerfahrenen spanischen Hengst gesattelt und hatte ihren Spaß damit. Das Tier war nervös, bissig, ist gestiegen und hat versucht Karin und ihr Pferd „Boomer“ zu treten. Prima, so stellt man sich einen entspannten Ausritt vor. Aber Sandra ist trotzdem vom Temperament dieses jungen Hengstes begeistert. Sie kann gut reiten und sagt immer, dass kein Pferd sie abwerfen kann. Dieser Nachmittag war also ganz nach ihrem Geschmack. Wenigstens hat es also unseren Mädels gefallen. Wolfgang scheint wenig erbaut zu sein, eine so anstrengende ergebnislose Wanderung hatte er sich auch nicht vorgestellt. Und kaum sind wir da müssen die beiden auch schon wieder los. Karin und ihr Chor haben einen Auftritt!

Wir verabschieden uns und kommen mit Anbruch der Nacht auf unserer Finca an. Ich kann nur noch kurz baden und falle kurz drauf in einen langen traumlosen Schlaf. Irgendwann bekomme ich noch mit wie Sandra mich mit der warmen Wolldecke zudeckt. Sie war noch Paella essen. Ich bin nach meinem Kaninchen nicht mehr hungrig. Was für ein Tag!

Tag 7 – Faulenzen oder wandern am Teno?

Als ich am nächsten Morgen aufwache liegt Sandra still nehmen mir und starrt die Decke an. Sie ist seit 1h wach und hat mir stundenlang beim Schnarchen zugehört. Mir geht es gut, nur mein Knie tut weh. Sandra macht keinen glücklichen Eindruck, aber beim Frühstück sieht die Welt dann schon wieder ganz anders aus.

Heute ist die Finca auch ziemlich voll. Es werden im Laufe des Tages noch Gäste anreisen und dann ist es hier oben ausgebucht! Bei Sekt und Kaffee werden fragt uns Chefin Sylvia ob sie uns für das Abendmenü einplanen soll. Aber wir wollen heute mal wieder auswärts essen. Das ist hier meist wirklich gut und oft auch recht preiswert.

Ein echtes Tagesziel haben wir nicht. Ich überlege ob wir vielleicht mal nach Teno Alto fahren. Teneriffa besteht aus einem Zusammenschluss dreier unterschiedlich alter Vulkane: Anaga, Teno und Teide. Der Teide ist der jüngste Vulkan. Dort ist die Landschaft schroff und steinig. Der Anaga ist deutlich älter und man kann inzwischen keinen echten Krater mehr ausmachen. Es ist im Norden der Insel eine meist grüne Bergwelt mit atemberaubenden Straßen und unwirklichen Urwäldern. Diese „Nebelwälder“ möchte ich ja noch fotografieren. Aber es ist schwierig, bei schönem Wetter ist dort kein Nebel und wenn dort Nebel ist muss man die Stellen kennen an denen man auch schöne Fotos machen kann.

Im Westen der Insel ist das Teno-Gebirge. Dort liegt das kleine niedliche Örtchen Masca und dort sind die grandiosen „Los Gigantes“. Heute werden wir mal schauen ob wir uns vielleicht diesen Teil der Insel einmal etwas näher anschauen.

Faulenzen auf Teneriffa

Tag 3 – Herum gammeln auf der Finca San Juan

Die Wochen vor Reiseantritt waren teilweise stressig und so sind Sandra und ich froh, dass wir einfach mal bei schönem Wetter auf unserer kleinen fast menschenleeren Finca abhängen können. Außer uns sind noch Katja und Thomas aus Villingen-Schwennigen hier, also nur die „ganz kleine Besetzung“. Aber am Donnerstag wird sich das radikal ändern, denn dann ist die Finca „ausverkauft“. Derzeit geht es aber noch gemütlich zu und wir können uns vom neuen Koch Tomi und seiner Frau Sylvia alle kulinarischen Köstlichkeiten wünschen die uns in den Sinn kommen. Sandra darf sogar mal zum neuen Chefkoch in die Küche und gemeinsam mit ihm einen Topf Garbanzas kochen. Das ist ein kanarischer Kichererbseneintopt und der ist wirklich lecker!

So geht der Tag vorbei, ich wandere mit meiner Nikon D7000 ein wenig auf der Finca herum und nehme das eine oder andere kleine Video-Schnipselchen auf. Am Ende würde ich gern einen kleinen HD-Film über diese tolle Insel zusammen stellen. Mal sehen was daraus wird 🙂 Vorerst sammle ich einfach typische kanarische „Impressionen“, später werden wir dann sehen was sich draus zaubern lässt.

Tag 4 – Das defekte Auto

Bei der Ankunft habe ich noch frohlockt als ich am Flughafen Teneriffa Süd beim Cicar Büro den Zündschlüssel zu unserem Mietwagen entgegen nehmen durfte. 1511 Kilometer sollten auf dem Kilometerzähler stehen und das war tatsächlich nicht gelogen. Ein fast neuer Opel Astra, wie schön. Beim Verlassen des Flughafen-Geländes fiel mir dann eine blinkende Warnleuchte auf. Ein Batterie-Symbol blickt ständig. Hm, was das wohl bedeutet? Ob eine Sicherung durch ist? Aber das Auto fährt prima und so haben wir es ignoriert und sind geradewegs zur Finca San Juan gefahren.

Dort angekommen blinkt es immer noch. Auch als wir zwei Tage später zu Besuch bei Karin und Wolfgang sind, blinkt die Lampe immer noch. Sandra lässt das keine Ruhe und beim Frühstück drängt sie darauf, dass wir etwas unternehmen. Da mein Spanisch gerade mal für eine Bestellung im Restaurant ausreicht bitte ich unseren Küchenchef Tomi beim Cicar-Büro in Puerto de la Cruz anzurufen. Gern würden wir das Auto tauschen. Tomi ruft na und ich bin erstaunt, dass er Spanisch spricht als wäre es seine Muttersprache. Später erfahre ich, dass sie es auch ist 🙂 Die Dame am anderen Ende der Telefonleitung erklärt ihm, das dies ein bekanntes Problem ganz neuer Opels sei. Wir sollten die Polklemmen der Batterie nachziehen, dann wäre alles gut.

Als ich etwas später die Motorhaube öffne sind die Plastikabdeckungen der Batterie schon alle geöffnet. Irgendjemand hat da wohl schon nach dem Fehler gesucht. Aber ich kann auch nichts weiter erkennen, alle Kabel sind fest verschraubt, nicht wackelt oder scheint fehlerhaft zu sein. Hm, was tun? Tomi hat mir geraten direkt zur Avenida Generale oder so ähnlich zu fahren. In der Nähe des HiperDino in Puerto de La Cruz. Blöd ist, dass ich keine Karte dabei habe. Nach den vielen Reisen bin ich ein wenig „überheblich“ geworden und hatte daheim das Gefühl schon alles zu kennen. Doch dem ist nicht so, die Insel ist doch etwas größer. Keine Karte nirgendwo, nicht auf dem iPad, nicht auf dem Garmin Colorado, nicht auf dem Notebook. Blöd!

Ok, wir fahren trotzdem los, es ist schon 11h30 und ich rechne damit, dass um 13h das Büro verlassen sein wird – Mittagspause! Als wir in Puerto abkommen können wir ein Schild sehen auf dem etwas von „Rent-a-Car“ zu lesen ist, nur parken kann man dort nirgendwo. Nach mehreren frustrierenden Ehrenrunden beschließen wir zum Südflughafen zu fahren, dort haben wir das Auto abgeholt und dort wird das Büro besetzt sein.

Als wir eine Stunde später am Flughafen eintrudeln ist natürlich nichts besetzt. Hinter dem Cicar Büro stehen ein paar Flugbegleiterinnen und rauchen eine Zigarette, vielleicht ist da mehr als nur Tabak drin, keine Ahnung, sie scheinen sich jedenfalls hinter dem kleinen Häuschen zu verstecken. Nach einer Viertelstunde kommt dann ein Cicar-Mitarbeiter mit einem frisch gewaschenen Fahrzeug angefahren. Als er aussteigt frage ich ihn auf Englisch ob er uns helfen kann. Er setzt sich in unseren Astra, startet den Motor und sieht die blinkende rote Batterie-Warnleuchte. „No Problemo! It‘s a new car, no problemo!!!“ Okay, sein Wort in Gottes Ohr! Es kam also wie es immer kommt, niemand ist zuständig und man lässt die Kunden mit dem Mietwagen allein bis sie irgendwann die Notrufnummer wählen müssen. Ziemlich gefrustet und irgendwie auch leicht verärgert verlassen wir den Flughafen wieder. Was nun? Wir fahren mal zum Playa de las Americas. Dort angekommen scheint die Sonne und es sind auch nur ein paar Minuten zu fahren.

Sandra gefällt es an der Promenade richtig gut und als wir dann auch noch ein leckeres Mittagessen bekommen ist die Welt wieder in Ordnung. Grundsätzlich ist dieser Strand gar kein „schlechtes Pflaster“. Wer unkompliziert ein paar Tage Sonne tanken möchte kann sich eine Pauschalreise buchen, vom Flughafen hierhin mit dem Taxi fahren und einfach die vielen Restaurants und Geschäfte zu Fuß erkunden bis es wieder mit dem Taxi heimwärts geht. Unser Reiseansatz ist da deutlich teurer und aufwändiger.

Nachmittags brechen wir am „Playa de las Americas“ wieder auf, die Sonne scheint ohne Unterlass, am Himmel ist keine Wolke zu sehen. Bei sonnigen 25°C geht es in Richtung Arona hoch zum Pico del Teide, zum höchsten Berg Spaniens!

Die Serpentinen sind schier endlos. Wir fahren langsam, sonst wird uns beiden übel. Die rote Batterie-Kontrolleuchte blinkt derweil fleissig vor sich hin…

Als wir oben in den Canadas del Teide sind steht die Sonne schon sehr tief. Immer mal wieder halten wir an und ich nehme mit der Nikon D7000 und dem AF-S VR 16-85mm einige Video-Sequenzen auf. An einem Aussichtspunkt komme ich mit einem anderen Besucher ins Gespräch, er stammt aus Sri Lanka, ist Arzt und arbeitet in einem Krankenhaus. Es ist für ihn das erste Mal und er ist richtig überwältigt. Als er merkt, dass ich schon viele Male hier war beginnt ein kleines „Beratungsgespräch“. Wir unterhalten und über die besten Orte für das Fotografieren des Sonnenauf- und Untergangs. Später bekomme ich im Auto die Frage gestellt, ob ich mal wieder jemandem erklärt habe wo mal überall hin muss. Okay…

Zwei Stopps und etliche Höhenmeter später sind wir knapp oberhalb der dichten Wolkendecke oberhalb von La Orotava auf der Nordseite der Insel. Die Wolken sind so dicht, es sieht fast aus wie ein Meer, ein Wolkenmeer. Wir sind etwa 1200 Meter hoch, kurz darauf fahren wir in den Wolken hinein. Bei 900 Höhenmetern sind wir dann unterhalb der Wolkendecke. Es ist schlagartig etwas wärmer geworden, dafür ist es jetzt stockfinster.  Als wir an unserer Finca eintreffen ist das Abendessen schon fertig. Wir laufen direkt vom Auto ins Restaurant, was für ein Service.

Tag 5 – Sonnenuntergang am Punta de Teno

Am Morgen bin ich ziemlich zerknittert. Unser Bett steht mit der Kopfseite an einer Außenwand und hoch oben über unseren Köpfen ist ein Fenster das nicht wirklich dicht abschließt. Ist es draußen kalt und windig, so drückt der Wind die kalte Luft durch die Ritzen des Fensterrahmens und während man darunter schläft fällt einem regelrecht die kalte Luft ins Gesicht. Am Morgen danach habe ich Halsschmerzen und der Kopf dröhnt wie ein leeres Ölfass gegen das ein halbwüchsiger Skater mit seinen Sportschuhen tritt. Beim Frühstück wird es etwas besser und nach einer Ibuprophen geht es dann irgendwann recht gut. Ich lege mich ein wenig in die Sonne und genieße den Tag so gut es die Kopfschmerzen erlauben.

Später so gegen 14h machen wir uns auf den Weg nach Garachico. Dort gibt es viel zu sehen und ich würde dort gern ein wenig mit der D7000 filmen. Kaum angekommen sitzen wir schon in einem typisch kanarischen Restaurant und lassen es uns gut gehen. Nach dem Essen gibt es eine kleine Runde durch die Stadt, danach geht es weiter zum westlichsten Zipfel der Insel, zum Punta de Teno.

Als wir dort eintrudeln ist es kurz vor 18h. Die Sonne scheint noch hochzustehen, aber sie fällt wirklich schnell hinter La Gomera in das weite Meer. Bevor es passiert, klettere ich noch schnell auf einen der Aschehügel vor dem schicken Leuchtturm. Es gibt ein paar Fotos aus der D700 mit dem neuen AF-S VR 3/16-35mm. Dann schnell auf die andere Seite, mal schauen wie es dort aussieht. Kaum angekommen steht die Sonne schon wirklich tief. Ich stelle die D7000 mit dem famosen AF-S VR 16-85mm auf das neue kleine leichte Manfrotto Carbon-Stativ und lasse sie in voller HD-Auflösung vor sich hin filmen. Während dessen schieße ich mit der D700 und dem 16-35mm Bild um Bild. Es ist windig wie die Hölle und ich bin richtig außer Atem. Da geschieht plötzlich das unerwartete, eine heftige Windböe fegt mich fast ins Meer, aber ich kann mich noch halten. Ganz im Gegensatz zu meiner D7000 auf dem kleinen leichten Wanderstativ, als ich mich umschaue liegt sie in der Lava-Asche.

So ein Mist, ist noch alles heil? Ok, der Autofokus klappt noch das Objektiv hat nichts abbekommen, lediglich der Korpus der Kamera ist etwas verschrammt. Allerdings hat es die Schutzabdeckung des Displays voll erwischt. Sie ist total verschrammt. Aber egal, dafür ist sie da! Hauptsache es ist nicht mehr passiert!

Zwar sind alle Fotosachen versichert, aber mit 250 Euro Selbstbeteiligung! Gut, dass es glimpflich abgegangen ist, ansonsten hätte ich mich sehr geärgert!

Kurz drauf bin ich wirklich mutig und tausche in all dem Wind das Objektiv an der D700 gegen das SAMYANG MF 2.8/14mm aus. Damit gibt es anschließend eine ganze Reihe schöner Schüssen eines tollen Sonnenuntergangs über La Gomera. Leider wackelt das kleine leichte Stativ wie die Hölle. Wenn ich beim nächsten Mal hier bin, habe ich hoffentlich ein echtes „Männerstativ“ dabei. Ein Stativ kann gar nicht schwer genug sein. Leider schließen sich damit Stativ und lange Wanderungen irgendwie aus. Aber zum Punta de Teno kann man mit dem Auto fahren, fast bis ganz vorn zum Leuchtturm. Also kommt das etwas schwerere BENRO-Stativ morgen in den Kofferraum!

Später am Notebook fällt mir auf, dass auch die Videoaufnahmen durch den stürmischen Wind ziemlich krass verwackelt sind. Schade ist das, aber vielleicht kann man es mit iMovie noch ein wenig kompensieren, schauen wir mal…

Eine Stunde später sind wir dann zurück auf unserer Finca. Es gibt eine tolle Gemüsesuppe und Lamm Filets ins Rotwein-Sauce – der Wahnsinn! Zum Nachtisch ein Yoghurt-Zitronen-Mousse – großartig.

Morgen treffen wir uns dann um 9h beim Jardín Botanicò. Sandra geht gemeinsam mit Karin eine Runde reiten und ich werde zusammen mit „Wanderboss Heinz“ und seinen Freunden eine kleine Tour unternehmen. Dazu werde ich wohl die D7000 mit dem 16-85mm Objektiv einpacken. Mehr ist sicher zu schwer und sehr wahrscheinlich letztlich völlig überflüssig 🙂

Am nächsten Morgen

Endlich mal ohne Kopfschmerzen aufstehen! Sandra hat am Abend das Fenster über dem Bett mit einem Badetuch abgedichtet. Nun schläft es sich wirklich besser. Leider habe ich vergessen an meinem Telefon die neue Zeitzone einzustellen. Als ich abends den Wecker auf 7h gestellt habe, habe ich das natürlich nicht bedacht. Mein Schlaf ist so tief und so traumlos, dass ich nicht mitbekomme, dass Sandra um 6h aufspringt um im dunklen Wohnzimmer den Krachmacher zu suchen. Als sie eine Stunde später im Schlafzimmer das Licht anknipst ist sie wenig begeistert, was man verstehen kann – gähn…

Heute ist das Treffen mit „Wanderboss Heinz“ und seinen Freunden angesagt. Wir treffen uns um 9h am Botanischen Garten in Puerto de la Cruz. Da man nie genau weiss was diesen durchtrainierten Rentnern alles in den Sinn kommt habe ich diesmal nur die Nikon D7000 mit dem kleinen 16-85mm Objektiv dabei. Ok, da ist noch ein trockenes Hemd zum Wechseln und das Lunchpaket das uns Tomi am Vorabend zusammengestellt hat. Noch etwas zu trinken und schon ist aus dem Fotorucksack ein Wanderrucksack geworden 🙂