Teneriffa 2012 – Tag 3

Expedition ins Anagagebirge

Es ist der dritte Tag auf „meiner Insel“ und heute will ich endlich mal etwas fotografieren. Nach dem Frühstück geht es mit unserem Mietwagen in Richtung Norden. Mein Ziel ist das Anagagebirge. Teneriffa besteht aus drei Vulkanen die im Laufe der Jahrtausende zusammen gewachsen sind: Anaga, Teno und Teide

Der Anaga ist der älteste dieser drei Vulkane und wie beim Teno, der der zweitälteste Vulkan ist, sieht man keinen Krater mehr. Nach vielen tausend Jahren hat der Anaga eine wundersame Bergwelt hinterlassen die recht einzigartig ist. An den schroffen Felsabhängen wächst der Nebelwald. Das klingt nach Elfen und Herr der Ringe ist aber ein treffender Name, denn hier gibt es komischer Weise ziemlich oft ziemlich viel ziemlich dichten Nebel. Dieser Nebel war bereits in den 70er Jahren die Ursache der größten Flugzeugkatastrophe aller Zeiten und er treibt sein Unwesen auf dieser Insel bis heute. Die Pflanzen des Nebelwaldes beziehen den Großteil der benötigten Wassermenge aus den durchziehenden Nebelschwaden. Vieles was hier wächst kennt man von daheim nicht, man nennt das auch „endemisch“. Nie zuvor habe ich auch derart riesige Löwenzahn-Pflanzen gesehen wie hier. Daheim in meinem kleinen Mainzer Garten sind die Blätter des ungeliebten Löwenzahns etwa 10 bis 20 Zentimeter lang. Im Anaga-Gebirge können diese Blätter schon mal einen Meter und länger sein.

Von Puerto de La Cruz aus erreicht man das Anaga-Gebirge indem man die Autobahn in Richtung Santa Cruz nimmt. Auf der Höhe der Stadt La Laguna biegt man nicht nach rechts zum Flughafen ab, sondern nimmt im Kreisverkehr unterhalb der Autobahn die Straße nach Norden, Las Mercedes ist das Zauberwort!

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Nach einigen kurzen Fotostopps lande ich schließlich wieder einmal am überragend schönen Aussichtspunkt Pico del Ingles. Hier habe ich im Jahr 2005 schon einmal eine wirklich kalte aber dafür sternenklare Nacht verbracht. Damals habe ich immer mal wieder gedacht „Was wenn jetzt eine Truppe betrunkener gewaltbereiter Kids hier auftaucht und mich so richtig in die Mangel nimmt?“ Die Kids kamen nicht, vielleicht gibt es sie auch gar nicht und wenn, dann treiben sie ihr Unwesen sicher eher in der Inselhauptstadt Santa Cruz. Hier erreicht seit der Finanzkrise die Jugendarbeitslosigkeit ein Rekordhoch nach dem anderen. Als ich heute am Pico del Ingels eintreffe steht dort ein Polizeiauto und zwei Polizisten überwachen das Kommen und Gehen. Als ich meine GoPro von der Windschutzscheibe montiere entlockt ihnen das ein müdes Lächeln. „Schon wieder so ein Vollhorn!“ scheinen sie auf Spanisch zu denken. Mir soll es egal sein, ich habe ein paar schöne „Fahrsequenzen“ aufgenommen.

(Hinweis: Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch. Ggfs. einfach in neuen Tab öffnen)

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Meine D800E kostet zusammen mit dem AF-S 2.8/24-70mm runde 5.000 Euro. Sie liegt auf dem Beifahrersitz und ich lasse sie einfach mal dort liegen. Sie wird ja kompetent bewacht. Andernfalls hätte ich sie mir um den Hals gehängt oder sie gut geschützt vor neugierigen Blicken im Kofferraum verstaut. Das Licht ist relativ fies und der Nebelwald macht heute seinem Namen mal wieder alle Ehre. Also filme ich nur ein wenig mit meiner kleinen Panasonic HC-X909 und mache mich aus dem Staub als wenig später ungelogen DREI Busse voller Touristen eintreffen…

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Während die Touristen den Abzweig nach Taganana nehmen werden, um sich dort mit leckerem Fisch abfüttern zu lassen, führt mich mein Weg vorbei an der überaus einsam gelegenen Jugendherberge immer weiter in Richtung Norden. Schließlich habe ich den Parkplatz erreicht an dem ich meine kleine Wanderung hinauf zu einem famosen Aussichtspunkt mitten im Nebelwald starten will. Der Weg dort hinauf ist nach den intensiven Regenfällen der vergangenen beiden Wochen nass und glitschig. Meine neuen Joggingschuhe finden hier keinen rechten Halt und ich muss immer wieder aufpassen, dass es mit nicht von den Füßen reißt. Mit dem langen BENRO Stativ an meinem Rucksack und dem großen Kugelkopf obendrauf bleibe ich an engen Passagen, an denen man unter einigen umgeknickten Bäumen hindurch muss, immer wieder hängen. Es ist ein komisches Gefühl wenn man sich allein im Nebelwald glaubt und plötzlich ein toter Baum rücklings nach einem greift und versucht sich den schweren Fotorucksack unter den Nagel (oder die Rinde?) zu reißen. Zwischendurch stelle ich immer mal wieder die Panasonic Kamera auf das kleine Manfrotto Carbonstativ und filme mich selbst wie ich durch den Nebelwald stapfe. Einen Kameramann oder eine Kamerafrau habe ich ja leider nicht dabei, alles was ich filme muss ich ganz allein filmen. Ob sich draus später daheim in Deutschland ein netter Film schneiden lässt, das bleibt noch abzuwarten.

Da ich weder Drehbuch, noch Beleuchter, Tontechniker, Scriptgirl oder etwas anderes habe, halte ich es einfach mit Brad Ratner. Kennt diesen Regisseur überhaupt jemand? Der gute Brad hat schon als kleiner Junge witzige Trickfilme erstellt bei denen er die Stop-Motion-Technik verwendet hat, also die gute alte deutsche „Einzelbildschaltung“. Als Kind nannte er seine Filmfirma „Rat-Productions“ und in seinem „Logo“ hat er damals immer mal wieder eine Ratte integriert. Warum erzähle ich Euch das eigentlich? Ach ja, ich halte es bei meiner Filmerei so wie er. Brad Ratner hat mal in einem Interview gesagt, dass es ihm am Set oft schwer fällt zu entscheiden welcher Take brauchbar ist und welcher nicht. In seinen Filmen lässt der seine Schauspieler daher viele Szenen wieder und wieder durchspielen. Erst viel später im Schneideraum wird dann entschieden welche Szene verwendet wird und welche nicht. So ähnlich mache ich es hier auch. Ich nehme einfach alles auf was mir vor die Kameralinse kommt. Alles in der Hoffnung, später Material für einen Film zu haben der zu visualisieren vermag was mir im Kopf herum geht und der dennoch jugendfrei ist 🙂

Doch zurück zu meiner Wanderung. Der Aussichtspunkt ist leicht zu finden, vor allem wenn man ein GPS dabei hat und dort der entsprechende Wegpunkt bereits aus dem Vorjahr markiert ist! Als ich dort oben eintreffe bin ich zunächst vollkommen allein. Aber dann gesellt sich ein nettes deutsches Pärchen hinzu. Er kommt aus Hamm und sie ist in Selm aufgewachsen. Auch wenn mein Freund Fabian nicht zugegen ist, ich beantworte die Frage woher ich denn komme wieder einmal mit meinem Standardsatz: „Ich komme aus den Tropen!“ Rainer würde sich leicht angewidert abwenden, die es noch nicht kennen fragen auch heute wieder ungläubig „Aus den Tropen?“ „Ja klar, aus den Tropen: BotTROP, WalTROP, CastTOP, HönTROP…“ – „Da bin ich bei wech!“ …würde einer der „normalen“ Menschen entgegnen der zwischen Rhein und Ruhr aufgewachsen ist. Wir plauschen nett und schließlich kommt was kommen muss, das Erinnerungsfoto! Ich fotografiere die Zwei gleich aus mehreren Perspektiven, mal im Hoch- mal im Querformat – besser ist das – Brad Ratner hätte es auch so gemacht!

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Als die zwei den Heimweg antreten bin ich noch zwei Stunden vom Sonnenuntergang entfernt. Laut GPS soll er um 18:06 stattfinden, wie vertreibe ich mir nur die lange Zeit? Auf der Spitze des Berges haben fleißige Arbeiter schon vor vielen Jahren eine etwa einen Meter hohe und ca. 30 cm dicke Säule betoniert. Ganz oben sind drei kleine runde Platten eingelassen. Jede Platte hat eine V-förmige Kerbe, alle drei weisen auf den Mittelpunkt Säule. Mich beschleicht der Verdacht, dass hier gelegentlich der eine oder andere Vermessungstechniker hinauf marschiert. Beim Film 2012 von Roland Emmerich haben wir ja gelernt, dass ich im Falle der schockartigen Erwärmung des Erdkernes die Kontinente ziemlich rasch verschieben können. Ob dies ein Beobachtungsposten für den Kontinentaldrift sein könnte? Egal, der Film ist ziemlicher Blödsinn und die Erde wird sich auch durch fiese Mikrowellenstrahlung der Sonne nicht in den nächsten Jahren schlagartig erwärmen. Aber der Nebel der ist real und der verhindert die Sicht in die Ferne. Immer wieder reißt der Nebel kurz auf und so kann ich schnell das eine oder andere Infrarot-Foto und mehrere HDR-Bilder schießen. Aber es ist alles weit weg von dem was ich mir gewünscht habe. Kurz vor Sonnenuntergang zieht dann der „Nebel des Grauens“ auf. Eine echt miese trübe Suppe ist das. Die Sonne ist zwischenzeitlich gar nicht mehr zu sehen und das satte 950 Meter über dem Meer! Und mit dem feuchten Nebel kommt dann auch die Kälte, ich habe nur ein dünnes Hemd mit kurzen Ärmeln dabei. Die warme Jacke liegt unten im Auto. Hier ist nichts mehr zu holen und so mache ich mich an den Abstieg. Nach wenigen Metern stoße ich fast mit einem anderen Wanderer zusammen. Er filmt seinen Aufstieg, ich meinen Abstieg, wir müssen kichern. Und stolpern auf dem engen Weg fast über unsere eigenen Füße. Im Wald ist es jetzt düster und feucht. Der Weg ist noch rutschiger als beim Aufstieg. Ich habe die Panasonic an meinem kleinen Stativ befestigt und sie um 90° nach oben gedreht. Nun kann ich das Stativ an einem ausgeklappten Bein halten und die Kamera schwebt in Kniehöhe über dem Waldboden. Vielleicht sieht das später cool aus, vielleicht hätte Brad Junior das auch so gemacht?

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Wieder greifen die Bäume nach meinem großen Stativ und es fällt schwer nicht bei jedem zweiten Schritt auf den Hintern zu fallen. Bis es dann doch passiert. Ohne eine Vorwarnung rutschen die Sohlen der neuen Sportschuhe über den matschigen abschüssigen Waldboden. Hintern und Fotorucksack haben zeitgleichen Bodenkontakt, der Kugelkopf schlägt mir gegen den Hinterkopf und die Finger der rechten Hand werden fies im Stativ eingeklemmt. Alles keine gute Idee, vielleicht hätte ich das Stativ als Ersatz für einen Wanderstab nutzen sollen? Ich rapple mich leicht stöhnend wieder hoch und bin jetzt etwas vorsichtiger.

Als ich am Auto eintreffe bin ich froh, dass noch alles Scheiben heil sind. Diese einsam geparkten „gut versicherten Touristenautos“ werden gern mal ausgeräumt, auch auf Teneriffa. Während ich meine Sachen im Auto verstaue muss ich an meine kleine Rutschpartie denken. Und es kommt mir in den Sinn vielleicht ein wunderbares Video mit dem Titel „Epic Fail im Nebelwald“ bei YouTube hochzuladen. Man darf sich nicht zu ernst nehmen…

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Der Heimweg dauert länger als befürchtet. Kurve reiht sich an Kurve, schier endlos lang. Als ich am Mirador de las Mercedes eintreffe ist die Sonne weg und die Insel hat sich unter einer dichten Wolkendecke versteckt. Die Entscheidung den Heimweg anzutreten war korrekt. Dort oben wäre nichts mehr zu holen gewesen und ohne Taschenlampe den rutschigen Weg hinab zu laufen, hätte sich nur in  begrenzten Maße als erquicklich erwiesen.

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Im Hotel angekommen sitzt Sandra eingewickelt in eine dicke Decke auf dem Sofa und schaut bei SAT1 die Serie K11 oder etwas ähnliches. Ich kann das alles nicht auseinander halten. Abendessen gibt es für mich nicht mehr, es stehen noch ein paar Kekse auf dem Tisch. So gegen 22h liege ich im Bett und lasse den Tag noch einmal Revue passieren. Diese Insel ist schon cool. Auch wenn sie an vielen Stellen dicht besiedelt ist, es gibt auch hier die einsamen schönen Ecken. Zwischen all den Hotels und Supermärkten findet man immer wieder einsame herrlich ruhige Orte. Man darf nur eines nicht tun, man darf sich nicht mit einem Bus von einem „Highlight“ zum Nächsten kutschieren lassen. Kurz raus, das knipsen was alle knipsen, rein in den Bus und weiter. Das macht keinen Spaß und es fällt mir immer wieder schwer zu verstehen warum so viele Leute diese Touren buchen. Entweder sind sie zu knauserig für einen Mietwagen, nicht gut zu Fuß oder sie sind einfach nur zu bequem um sich eines Reiseführers, einer Karte, Google-Earth oder einer der vielen anderen Medien zu bedienen die helfen eine unbekannte Insel auf eigene Faust zu erforschen. Ob diese Touristen eigentlich wissen was sie verpassen?

Teneriffa 2012 – Tag 2

Ein Tag ganz ohne Fotos

Der Internetzugang in unserem Hotel (Las Aguilas) ist eine ziemliche Katastrophe. Da habe ich jetzt für 20 Euro für 7 Tage Internet bezahlt und es will einfach nicht klappen. Egal ob ich es mit dem iPad, dem MacBook oder dem Windows 7 Notebook meiner Freundin versuche. Mein Mac zeigt mit die volle Feldstärke des WLAN Funknetzwerkes an, aber ganz gleich wie ich auch versuche eine Verbindung herzustellen, es schlägt immer wieder fehl. Gestern Abend unten in der Lobby hat es mal kurz geklappt, ich konnte sehen, dass da etwa 20 neue E-Mails in meinem Postfach waren. Aber beim Versuch sie zu lesen war es dann auch schon wieder vorbei mit der ganzen Herrlichkeit. Später habe ich dann in unserem Zimmer in der 5. Etage über mein HTC Telefon einen WLAN-Hotspot erstellt und meinen Artikel zum ersten Tag vom Mac aus über das Telefon publiziert. Als ich später auf dem Telefon nachgeschaut habe welche Datenmenge wirklich übertragen wurde, habe ich fast einen Schrecken bekommen. 12 MB wurden in nur wenigen Minuten übertragen. Ein MB kostet bei meinem aktuellen Vertrag 49 Cent. Damit kosten 12 MB etwa 6 Euro.

So habe ich heute vor dem Frühstück auf den Check meiner ungelesenen E-Mails via Telefon verzichtet und mich statt dessen auf unsere Freizeit konzentriert – schließlich sind wir ja nicht hier um uns hier zu ärgern 🙂

Beim Frühstück dann die angenehme Überraschung, dass sich seit unserem letzten Aufenthalt nicht nur das Abendessen deutlich verbessert hat. Auch das Frühstück ist deutlich reichhaltiger und die Auswahl an Wurst, Käse, Obst, Brot usw. lässt nun keine Wünsche offen. Hier sollte jetzt für jeden etwas dabei sein! Und es gibt zwei neue Kaffeeautomaten. Nun schmeckt hier sogar der Kaffee, es ist fast wie im Paradies!

Las Aguilas - Puerto de la Cruz - Tenerife

Als wird uns kaum noch bewegen können, manövrieren wir unsere Körper ziemlich träge und ungeschickt in den kleinen Aufzug. Oben im Zimmer angekommen planen wir kurz den Tag. Etwas später sind wir beim LIDL gleich unten um die Ecke. Dieser Supermarkt existiert hier erst seit kurzer Zeit und er war lange ein Politikum auf dieser kleinen Insel. Aber die Menschen scheinen diesen Discounter gut angenommen zu haben. Das Angebot steht der deutschen Auswahl in nichts nach. Wer hier eine Ferienwohnung mietet, kann sich hier preiswert mit allem versorgen was man braucht um Spaß am Überleben zu haben.

Vom LIDL aus geht es zum gegenüber gelegenen Einkaufszentrum, in den AlCampo. Dort kaufe ich einen 16GB USA-Stick für das Autoradio in unserem Mietwagen. Der Stick kostet nur 7,99 Euro und es passt da echt viel Musik drauf. So sollte es uns in den kommenden Tagen hier nicht langweilig werden.

Zwar könnte ich auch von meinem Handy die Musik via Audiokabel einspeisen. Ich habe solch ein Kabel sogar dabei, aber das 12Volt Autoladekabel habe ich daheim vergessen und die Halterung für die Windschutzscheibe ebenfalls. Überhaupt habe ich vieles von dem vergessen was ich gern mitgenommen hätte.

Eigentlich hatte ich mir gewünscht mit der genialen kleinen Fuji X100 ein paar eindrucksvolle Infrarot-Aufnahmen zu machen. Aber den Filteradapter habe ich irgendwie verlegt und findet ihn aktuell einfach nicht. Ohne diesen Pfennig-Artikel kann ich den Infrarot-Filter nicht an der X100 befestigen und damit ist der Grund für die „Mitnahme“ entfallen. Sie liegt nun daheim im Bankschließfach 😦

Aber es musste noch weitere Dinge daheim bleiben. So leisten meine Hasselblad-Kameras, die D700, die D300, die Mamiya, die Rolleiflex und vor allem mein heiß und innig geliebtes Teleobjektiv Nikon AF-S VR 4/200-400mm der kleinen Fuji X100 Gesellschaft im dunklen sicheren Schließfach.

Während der letzten Jahre habe ich immer wieder festgestellt, dass man auf Reisen eh nicht mit vielen Kameras gleichzeitig fotografieren kann. Und wenn man nicht allein reist klappt das mit dem „extremen Fotografieren“ meist eh nicht. In der Regel ist der Begleitung zu kalt, sie hat Hunger, muss mal wohin oder findet es einfach langweilig stundenlang den Sonnenuntergang anzuschauen.

Berücksichtigt man all das, so fällt es relativ leicht das Equipment auf das zusammenzustreichen was notwendig und halbwegs sinnvoll ist. Letztlich wird es trotz allem eh wieder viel zu viel sein 🙂

In diesem Jahr habe ich folgendes dabei:

  • Panasonic Full-HD Videokamera
  • Nikon D800E
  • Nikon D7000 (Reserve)
  • Nikon SB-28DX (Werde ich wohl eh nicht brauchen)
  • Nikon AF-D 2.8/10,5 – Für Zeitrafferaufnahmen des Sternenhimmels mit der D7000
  • Nikon AF-S VR 4/16-35
  • Nikon AF-S 2.8/24-70
  • Nikon AF-D VR 80-400
  • Nikon AF-S 1.4/50 (Für available light, mal sehen ob das was wird…)
  • Nikon AF-S VR 18-55 für D7000
  • SAMYANG 2.8/15mm Weitwinkel für D800E
  • Kabelauslöser für D800E
  • B&W Polfilter 77mm
  • B&W Grauverlaufsfilter 77mm
  • HAMA IR-72 Infrarotfilter 77mm
  • Filteradapter 52-77mm
  • Benro Carbon Stativ mit FLM-Centerball 38FT
  • Manfrotto Carbonstativ mit Manfrotto Kugelkopf
  • Lowe Pro Mini Trecker AW Fotorucksack
  • GoPro HD HERO 1080
  • Eieruhr mit GoPro Fuß für Zeitraffer-Schwenks
  • Sensorswabs & Eclipse Reinigungsfluid

So das war es dann auch schon, eigentlich eine recht übersichtliche Ausrüstung, oder? Ok ok, es ist viel zu viel – ich gebe es ja zu! Allein mit der Nikon D7000 und dem AF-S VR 18-200mm wäre ich wahrscheinlich ausreichend gerüstet. Aber ich hätte sicher ständig das Gefühl im Ernstfall etwas zu verpassen. Und schließlich möchte ich Euch im Januar 2013 schöne neue Beispielfotos und Videosequenzen aus der Nikon D800E präsentieren. Dies ist schließlich das eigentliche Ziel der Reise 🙂

Zurück zum AlCampo… Dort wird die vergessene Sonnenbrille „ersetzt“ und es gibt auch noch ein Paar bequeme Sportschuhe. Alles in allem haben wir etwa 20 Euro für „Badezimmerartikel“ ausgegeben. Statt Haarspray, Rasierschaum, Shampoo und Duschgel im Flugzeug zu transportieren haben wir es hier preiswert eingekauft.

Die vergessene Sonnenbrille hat 15 Euro gekostet und die Nike-Sportschuhe gab es für 44,50 Euro. Im Vergleich zu heimischen Supermärkten sind die Preise hier meiner Meinung nach etwas moderater.

Sehr preiswert war die erste Tankfüllung. Ein Liter Super 95 ist hier aktuell für 1,07 Euro zu haben. Tanken muss man nicht selbst und im Preis ist die fachgerechte Reinigung von Windschutzscheibe und Rückspiegeln enthalten. Ein paar Euro Trinkgeld sollte man angesichts dieser guten Serviceleistungen mit einrechnen.

Mit frisch gefülltem Tank geht es dann weiter zu „unserer“ Finca oberhalb von San Juan de la Rambla. Den Eigentümer Jo Schlichting treffen wir leider nicht an, aber Tomy und Sylvia sind da. Als wir eintreffen geben ein paar Gäste geben gerade ihre Bestellungen auf. Wir gesellen uns dazu und freuen uns über Garbanzas, Salat, Aioli mit Brot und ein leckeres frisch gezapftes Bier mit Sprite, das man selbst hier in Afrika als „Radler“ kennt. Es ist kalt, frisch und soooo lecker!

Finca San Juan - Tenerife

Nach einem Ramazotti und einer kleinen süßen Nachspeise verabschieden wir uns und düsen heim noch schnell zum Aussichtspunkt „El Mazape“ oberhalb des Barranco Ruiz. Hier hat man einen fantastische Sicht in diese raue unwegsame Schlucht. Oberhalb in den Bergen sind einige Häuser zu sehen die sehr typisch für die Kanaren kunterbunt angestrichen sind. Die Aussicht dort oben muss grandios sein, aber die Siedlung liegt so hoch, dass die Wolken bereits die Dächer der Häuser zu berühren scheinen. Wer dort oben wohnt wird viele Tage des Jahres bei Kälte und Nebel in seinen 4 Wänden sitzen. Manchmal fällt es hier schwer zu verstehen warum es immer wieder Häuser an schwer zugänglichen entlegenen Teilen dieser tollen Insel gibt.

Zurück am Hotel erstelle ich einen kleinen „Testschwenk“ mit meiner kleinen GoPro und der Eieruhr. Die Eieruhr ist an der Unterseite magnetisch und so haftet sie ganz großartig am Balkongeländer. Ich ziehe sie auf 30 Minuten auf und stelle die GoPro so ein, dass sie 1 Bild/Sekunde aufnimmt. Nach einer Stunde sind zwei Kameraschwenks mit insgesamt etwa 3500 Bildern aufgezeichnet. Diese kopiere ich schnell mit einem Cardreader auf die zweite Festplatte in meinem MacBook. Anschließend werden die Bilder in Final Cut Pro X importiert. Danach markiere ich sie alle und ziehe sie in das Storyboard. Nochmals werden sie alle markiert, dann zu einem Clip zusammen gefasst. Anschließend verwende ich die Retime-Funktion um die beiden aufgezeichneten Kameraschwenks auf etwa 20 Sekunden zusammen zu schieben. Danach wird das Format von 4:3 auf 16:9 angepasst. Das ganze wird dann im Apple ProRes Format exportiert was echt schnell geht weil nichts komprimiert und hin und her gerechnet werden muss. Für den Upload bei YouTube wird noch schnell eine kräftig komprimierte Kurzfassung erstellt 🙂

Am Ende des Tages sitze ich mit meiner Freundin Sandra auf dem Sofa. Während ich diesen Artikel schreibe, läuft im Fernsehen K11. Alles ist sehr entspannt und fast ein wenig wie zuhause, nur ohne Schneematsch und kalte Füße. Statt dessen gibt es Knoblauch,Tapas und leckeren Rotwein. Wenn das kein guter Tausch ist…

Und später unten in der Lobby klappt es dann auch mit dem Internet 🙂

Teneriffa 2012 – Tag 1

Anreise mit Hindernissen

Als wir am morgen aufstehen verheißt der erste Blick nach draußen nur wenig gutes. Mein Auto ist fast 20cm hoch mit Schnee bedeckt und es schneit weiter. Der Gedanke bereits am Abend bei einem Glas Rotwein in der Hotelbar auf Teneriffa zu sitzen tröstet mich über das Deutsche Winterelend hinweg…

Die Koffer haben wir schon am Vorabend fertig gepackt vor der Türe abgestellt, so kann es nach einer Tasse Kaffee gleich losgehen. Doch vor den Start meiner Dieselrakete habe die Götter den Schneeschieber gestellt. Aber es dauert nicht lange, da habe ich mich auch schon durch das kalte flockige Weiß hindurch gekämpft. Etwas später auf der Autobahn ist dann ein ziemliches Chaos. Es ist Sonntag, es ist relativ früh am Tag und geräumt ist so gut wie gar nichts. Bis zum Flughafen in Düsseldorf sind es 96 Kilometer, die legen wir bei Tempo 60-80 auf einer festgefahrenen Schneedecke oder in gut sichtbaren Spurrillen zurück. Statt den Flughafen direkt anzusteuern fahre ich zum ICE-Bahnhof. Dort setze ich meine Freundin Sandra und all unser Gepäck in der warmen Wartehalle ab. Danach parke ich mein Auto auf einem alte bekannten öffentlich Parkplatz gleich gegenüber des Gebäudes in dem ich im Jahr 2006 und 2007 eine Weile gearbeitet habe. Nach einem kurzen Fußmarsch bin ich dann wieder am ICE-Bahnhof. Die Schwebebahn bringt uns zielsicher zum Terminal B. Der Check-In für unseren Flug DE7480 mit Condor ist am Schalter 257-261.

Vorab habe ich mich per SMS Dienst informiert ob der Flieger pünktlich startet. Das ist für ePlus Kunden ganz einfach. Man schickt einfach eine SMS mit dem Inhalt „FLUG DUS DE7480“ an die ePlus SMS-Servicenummer 1001. Sekunden später piepst das Telefon und man erhält eine SMS-Bestätigung des Fluges, der Schalter für den Check-In und des Gates für den Abflug. Super!

Von der Haltestelle der Schwebebahn zum Schaltet 261 ist es ein weiter Weg. Wir müssen mit all unserem Gepäck einmal komplett durch den ganzen Düsseldorfer Flughafen laufen und das neue Terminal ist wirklich groß! Der Check-In klappt Problemlos, wir haben die Plätze 34E und 34F – ich darf am Fenster sitzen! Das ist prima, so kann ich ein paar Fotos mit dem Handy schießen.

Der Weg zum Gate 44 ist dann ein echter Irrweg, es geht rauf und runter, links, rechts, Treppe hoch, rechts, links, zwei Treppen hinunter, irgendwann sind wir schließlich doch angekommen. Eine kurze Inspektion der Toiletten ergibt, sie sind etwa so sauber wie Am Flughafen Köln-Bonn, und zugleich in deutlich besserem Zustand als am Flughafen Frankfurt. Nur frage ich mich wer diese Toiletten an die Wand geschraubt hat. Die Oberkante ist etwa 40 cm oberhalb der nüchternen weißen Bodenfliesen…

Als wir am Gate eintreffen ist dort schon echt was los und dabei dachte ich wir wären viel zu früh… Ich hocke mich noch eine Weile auf den Boden, Sitzplätze gibt es keine mehr. Nach etwa 30 Minuten beginnt dann das Boarding. Als ich kurz vor dem Mitarbeiter stehe der gleich meine Bordkarte abreißen will fällt mir ein älterer Mann mit sehr kurzen grauen Haaren auf. Er schaut nicht gut aus, er wankt und hält sich nur mit Mühe an ein Fenster gelehnt aufrecht. Plötzlich springt einer der Fahrgäste aus der Schlange auf in zu „Er kippt, er kippt…“ ruft er uns schon sackt der alte Mann ihm in die helfenden Arme. Mein Flugdienst-Mitarbeiter bemerkt von alle dem zunächst nichts. Er reißt meine Karte ab, wünscht mir einen guten Flug und die unruhige Rentnerschar hinter mir schiebt mich schon in Richtung Shuttle-Bus. Vom Bus aus können wir dann beobachten wie sich um den alten Mann eine Menschentraube bildet. Einige Minuten später trifft dann schon ein Krankenwagen ein.

Im Flieger heißt es lange zu warten. Was ist wohl mit dem älteren Herrn, ob es ihm gut geht? Nach etwa 30 Minuten wissen wir es dann, es geht ihm besser, zwei Sanitäter liefern ihn in unserem Flugzeug ab. Teneriffa ist echt die Insel der Rentner und viele der Fluggäste sind wahrscheinlich gesundheitlich gar nicht mehr in der Lage diese Reise wirklich auf sich zu nehmen. Aber sie tun es dennoch. Aber sie sind nicht das Problem. Als Hauptproblem stellt sich ein hyperaktiver etwa 5 Jahre alter Junge heraus. Seine Eltern lassen ihn gewähren und lesen ihrem kleinen Prinzen jeden noch so winzigen Wunsch von den Lippen ab. Ob sein Name Tobias ist? Ok, nennen wir ihn Tobias – das passt sehr schön zum gleichnamigen Sketch der Comedy-Truppe „Badesalz“.

Dieser Tobias wird während des kompletten Fluges ständig gegen meinen Sitz treten, wild herum schreien, knötern und seine kleinen Gliedmaßen wieder so recken, dass mir fast die Cola aus dem Becher schwappt.

Langsam beginnt sich Kinderhass in ungeahnten Dimensionen in mir auszubreiten und mir kommt das Bild von Arnold Schwarzenegger als Kindergarten-Cop in den Sinn. Kennt Ihr diesen Film? Ich meine die Stelle in der dieser fiese kleine Junge ständig gegen den Sitz von Arnold Schwarzenegger tritt. Irgendwann nimmt er einen Bleistift in die Hand, dreht sich damit zu dem kleinen Jungen herum, hält ihm den Bleistift vor die Nase und sagt die Worte „Wenn Du das noch einmal machst, dann mache ich das hier mit Dir!“ Danach bricht der den Bleistift mit einer einfachen Daumenbewegung in zwei Teile. Eine grandiose Idee des Drehbuchautors. Ich habe heute leider keinen Bleistift zur Hand…

Das Geschrei steckt weitere Kinder im Flieger an. Ein kleines Mädchen kreischt immer wieder Auuuuuaaaahhhh Auuuuuuuahhhhhhh…. Keine Ahnung was ihr weh tut, wahrscheinlich sind es die überstrapazierten Stimmbänder… Als es endlich losgeht und ich einige Minuten später meine BOSE Quiet Comfort Kopfhörer endlich aufsetzen kann, ist die Welt halbwegs im Lot. Wenn nicht Tobias immer wieder gegen meinen Sitz treten würde. Können diese bescheuerten Eltern ihr Kind nicht mal zähmen und ihm sagen was man in einem Flugzeug macht und was nicht?

Nach etwa 5 Stunden ist die Tortur dann endlich überstanden. Ich bin dankbar und glücklich, dass ich mein iPad dabei hatte und mehrere neue Folgen der 5. Staffel von Breaking Bad anschauen konnte. So ist die Zeit relativ schnell vergangen.

Ab Flughafen TFS (Tenerife-Sur) klappt alles wie am Schnürchen. Während sich Sandra um die Koffer kümmert organisiere ich uns bei Cicar einen Mietwagen, einen „neuen“ Opel Astra. Als wir am Parkplatz 36 eintreffen ist das Auto zwar sauber und halbwegs neu, aber mehrfach beschädigt. Keine Seite ich ohne Dellen und Schrammen. Ein „Nachbar“ der sich eben am Schalter grandios vorgedrängelt hat sagt nur „Das ist doch scheißegal, die Karren sind doch eh alle Vollkasko-Versichert!“ Mir ist es nicht egal, den in der Regel hat man ein „Risiko“ sprich eine Selbstbeteiligung und ich will nicht für die Schäden anderer einspringen müssen. Aber die kleine Cicar „Bude“ ist mal wieder nicht besetzt und ich habe auch keine Lust zurück zum Flughafen zu laufen um mir ein lapidaren „It‘s okay, it‘s okay…“ wie  im letzten Jahr anzuhören. Also geht es los, vollgetankt ist er auch nicht, laut Cicar soll er halbvoll sein, es ist jedoch eher ein Viertel als eine Hälfte. Wir sind rein geographisch gesehen in Afrika, das merkt man sehr schnell bei den Mietwagen.

Die Fahrt zu unserem Hotel fahre ich fast wie im Schlaf, so gut kenne ich diese „meine“ Insel inzwischen. Es sind etwa 100 Kilometer und als wir am Hotel Las Aguilas in Puerto de la Cruz eintrudeln ist es schon dunkel. Der Mitarbeiter an der Rezeption spricht ein sehr gutes gepflegtes Deutsch und erklärt uns alles. Auch wenn es noch notwendig wäre, denn es ist schon mein fünfter oder sechster Aufenthalt in diesem recht schönen Hotel.

Die letzten Jahre haben meine Freundin Sandra und ich auf der Finca-San-Juan verbracht. Doch in diesem Jahr ist uns ein recht preiswertes Angebot via Opodo ins Auge gesprungen. Via Neckermann-Reisen hat die gesamte Reise inkl. Flug, Hotel und Frühstück etwa 1.600 Euro gekostet. Ähnlich viel hatten wir im letzten Jahr allein auf der Finca für unser kleines „Eigenheim“ bezahlt. Vom Flug und den Kosten für die Verpflegung ganz zu schweigen. So gesehen ist diese Reise wirklich preiswert!

Nach dem Auspacken unserer Koffer geht es in das Hotel-Restaurant. Ich hatte es in kleiner guten Erinnerung, daher haben wir nur „Übernachtung mit Frühstück“ gebucht. Aber was das abendlich Buffet dann zu bieten hat überrascht uns wirklich. Alles was wir probieren schmeckt sehr gut und es gibt auch einen Flasche mit leckerem Rotwein. So kann der Urlaub beginnen!

Frustrierend sind dann aber die ersten Versuche mein MacBook in der 5. Etage in das WLAN des Hotel einzuhängen. Ich habe für 7 Tage bezahlt, 20,- Euro kostet das. Es wird auch ein WiFi Netzwerk mit dem verheißungsvollen Namen „Las Aguilas WiFi“ angezeigt. Aber der Connect klappt einfach nicht. Erst unten in der Lobby klappt es dann. Doch die Verbindung ist quälend langsam und die ersten Fotos des Tages habe ich oben auf dem Zimmer auf meinem Telefon.

Aber egal, Ihr habt vielleicht auch mal Spaß an einem Post in dem es nur was zu lesen gibt, oder?

Sobald ich schöne Bilder habe versuche ich sie hier für Euch zu zeigen. Jetzt geht es aber erst einmal unter die Dusche und dann ins Bettchen. Es war ein langer anstrengender Tag. Was der kleine Tobias jetzt wohl macht? Ober er die Sprungfestigkeit der Matratzen in einer kleinen Ferienwohnung testet, ein paar Gläser umwirft und seinen total verständnisvollen Eltern den letzten Nerv raubt? Ich werde es wahrscheinlich nie erfahren und das ist sicher auch besser so…

Gute Nacht 🙂

Fotografieren mit dem Hasselblad Flexbody II

Im ersten Teil dieses Artikels habe Euch vorgestellt wie man mit dem Hasselblad Flexbody fotografiert. Heute will ich ein paar Beispielbilder nachliefern. Die Arbeit mit dem Flexbody ist nicht einfach und es gibt vieles zu beachten damit die Bilder wirklich gelingen. Beim Einstecken und Herausziehen des Edelstahlschiebers sollte man sich schützend vor die Kamera stellen und dieses so gut diese wie möglich gegen das Sonnenlicht abschirmen. Ansonsten kann es passieren, dass man mit dem Edelstahlschieber die Lichtrichtung etwas beiseite drückt und dadurch fieses Streulicth auf den Film fallen kann.

Außerdem ist beim Einsatz von Weitwinkelobjektiven (< 50mm) ein Polfilter mit Vorsicht zu genießen, denn dieser dunkelt die Bildecken ab. Zwischen den Bildern heißt es auch immer wieder, den Edelstahlschieber einzustecken und den Film zu transportieren. Vergisst man den Transport des Films, so hat man später unerwünschte Doppelbelichtungen.

Hier habe ich ein Stück Filmstreifen für Euch auf dem alle Fehler zu sehen sind die man bei der Arbeit mit dem Flexbody machen kann…

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hat man sich nicht gemerkt ob man den Film weiter transportiert hatte und dreht in „sicherheitshalber“ ein Bild weiter, so hat man schnell ein 36cm² großes Stück wertvolles Zelluloid verschenkt. Wirklich unschön sind auch Teilpolarisationen beim Einsatz eines Polfilters. Hier sollte man de Filter entweder nicht ganz schließen oder alternativ auf einen einfachen Graufverlaufsfilter zurückgreifen.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier nun einige Scans die ich mit „etwas Liebe“, dem entsprechenden Filmhalter und einem EPSON Perfection Photo V700 erstellt habe. Als Scan-Software habe ich VueScan benutzt. Die Bilder habe ich von VueScan aus im DNG-Format gespeichert und dann mit Adobe Photoshop CS 5.1 nachbearbeitet und auf 1000 Pixel Seitenlänge verkleinert. Die Bilder zeigen irre viele Details und mit besseren Scanner wie beispielsweise einem Nikon Coolscan 9000 würde man noch deutlich mehr Feinheiten herausarbeiten können.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Aber bereits bei diesem Bild kann man angesichts der feinen Äste im oberen Bildbereich erahnen was ein Stück Fuji Velvia 50 im Jahr 2012 noch zu leisten vermag. Aber es ist nicht der Film allein! Vergleicht man diese Bilder mit den Ergebnissen aus der etwa 50 Jahre alten Zeiss Ikonta meines letzten Artikels so fällt auf, dass diese Bilder ungleich kontrastreicher und schärfer sind. Dies ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass ich die Bilder mit Zeiss Ikonta bei fiesem Mittagslicht ohne Streulichtblende und ohne Stativ bei fast geöffneter Blende machen musste. Gibt man sich ein wenig mehr Mühe und achtet auf das perfekte Licht, so läßt sich auch mit der alten Zeiss Ikonta deutlich mehr erreichen.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier sieht man jetzt einen weiten Blick über das Siebengebirge in Richtung Bonn. Im Vordergrund kann man sehr schön die zerklüftete Landschaft erkennen in der über viele hundert Jahre hinweg die Steine für den Bau des Kölner Doms und anderer Bauwerke abgetragen wurden.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Die der Natur von Menschenhand hinzugefügten „Narben“ sind allerdings aus rein fotografischer Sicht durchaus reizvoll. Zum perfekten Bild fehlt nur noch etwas Bodennebel und ein Einhorn am Ende der Schlucht 🙂

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Hier jetzt Bild auf den Drachenfels mit der Ruine der Drachenburg. Dieses Bild ist mit einer „normalen“ Hasselblad 500 C/W und einem 110mm „Normalobjektiv“ gemacht. Die Kamera stand auf einem Stativ und ich habe die Spiegelvorauslösung verwendet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen,

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Unabhängig v0n der verwendeten Kamera neigt dieses Filmmagazin aber immer wieder zu unschönem Lichteinfall, wie im folgenden Bild zu sehen. Zwar ist der Lichtstrahl nur ganz leicht zu sehen, aber ein „ernst gemeintes“ Foto wäre damit trotzdem unbrauchbar. Außerdem ist das Dia leicht überbelichtet, was zu den unschönen blassen Farben geführt hat. Sicher könnte man hier noch einiges „retten“, aber ich will Euch ja zeigen wie schmal der Grad zwischen der korrekten und falschen Belichtung bei einem Diafilm ist.

Stenzelberg mit Hasselblad Flexbody & Fuji Velvia 50

Ein guter Trick um zu einem korrekt belichteten Dia zu kommen ist übrigens ein Testbild mit einer Nikon D800E bei ISO-50. Es klingt paradox und ist auch nicht ganz ernst gemeint, aber gelegentlich ist die D800E sogar als Belichtungsmesser sehr gut zu gebrauchen. Vielleicht ist sie damit der teuerste Belichtungsmesser der Welt, wer weiss das schon…

In den kommen Wochen erwarten Euch Fotos und Videos der wunderbaren Kanareninsel Teneriffa. Dort kann die D800E endlich zeigen was in ihr steckt  und dass sie mehr ist als nur ein Belichtungsmesser für kranke Freaks die im Jahr 2012 noch mit einem Hasselblad Flexbody im Siebengebirge umherirren 🙂

Zeis Ikon – Ikonta – Beispielfotos

Am vorletzten Sonntag habe ich gemeinsam mit meiner Freundin Sandra die Ruine der Löwenburg im Siebengebirge erstiegen. Obwohl es fies kalt und windig war, herrschte oben auf der Runie Hochbetrieb. Die mag daran liegen, dass sie seit Beginn der Renovierungsarbeiten nur noch an Sonntagen geöffnet ist. Sandra hatte irgendwie kein gutes Gefühl weil überall Warnschilder standen die glaubten vor tödlichem Steinschlag warnen zu müssen. Also hatte ich etwa 5 Minuten um schnell ein paar Fotos mit der alten Zeis Ikon Ikonta zu schießen. Eingelegt war ein Fuji Velvia 50. Zur Entwicklung habe ich ihn bei Foto Oehling in Mainz abgegeben. Neun Tage später konnte ich ihn dann abholen. Einige der Fotos habe ich für Euch eingescannt und will Sie Euch hier zeigen.

Hier das erste Bild auf dem meine Freundin Sandra zu sehen ist. Sie hielt kurz inne und wagte einen Blick in die Ferne, dann ging es schon wieder abwärts. Etwas windgeschützt hat sie dann weiter unten auf mich gewartet. Hier habe ich mal den kompletten Rand den Dias mit eingescannt. Man sieht dadurch sehr schön, dass die Bildbühne leicht gewölbt ist.

Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch, einfach in einem neuen Tab öffnen wenn Ihr sie etwas größer anschauen wollt.

Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50

Bei schönem klaren Wetter kann man von der Löwenburg aus tatsächlich den Kölner Dom sehen. Diese beiden diskutieren das gerade und sie geht sogar etwas auf die Zehenspritzen um ihn besser sehen zu können. Ob es gewirkt hat, ich denke eher nicht 🙂

Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50 Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50

Zum Abschluß noch ein Bild mit dem Bonner Posttower. Ganz links im Bild sieht man den Turm der Ruine der Drachenburg. Ganz ganz rechts außen sieht man noch das Gästehaus auf dem Petersberg. Dort fanden die beiden Afghanistan-Konferenzen statt. Dort hat Michael Schumacher seine Hochzeit gefeiert und dort genieße ich immer wieder gern den Sonnenuntergang 🙂

Löwenburg mit Zeiss Ikon Ikona & Fuji Velvia 50

Fazit:

Die schöne alte Zeiss Ikon schlägt sich überraschend gut. Einige der Bilder sind leicht verwackelt, das liegt zum Teil am etwas hakeligen Auslöser. Hätte ich ein Stativ und einen Drahtauslöser verwendet, so wären sie sicher nicht verwackelt. Aber das hätte bestimmt Streß mit meiner Freundin gegeben. Sie schimpft ständig mit mir weil sich in meinem Leben alles um die Fotografie dreht, oder um Computer, Musik, Gitarren, Autos, Motorräder, „diesen ganzen Technikscheiss eben“… Vielleicht dreht es sich einfach nur zu selten um SIE?