Teneriffa 2012 – Tag 2

Ein Tag ganz ohne Fotos

Der Internetzugang in unserem Hotel (Las Aguilas) ist eine ziemliche Katastrophe. Da habe ich jetzt für 20 Euro für 7 Tage Internet bezahlt und es will einfach nicht klappen. Egal ob ich es mit dem iPad, dem MacBook oder dem Windows 7 Notebook meiner Freundin versuche. Mein Mac zeigt mit die volle Feldstärke des WLAN Funknetzwerkes an, aber ganz gleich wie ich auch versuche eine Verbindung herzustellen, es schlägt immer wieder fehl. Gestern Abend unten in der Lobby hat es mal kurz geklappt, ich konnte sehen, dass da etwa 20 neue E-Mails in meinem Postfach waren. Aber beim Versuch sie zu lesen war es dann auch schon wieder vorbei mit der ganzen Herrlichkeit. Später habe ich dann in unserem Zimmer in der 5. Etage über mein HTC Telefon einen WLAN-Hotspot erstellt und meinen Artikel zum ersten Tag vom Mac aus über das Telefon publiziert. Als ich später auf dem Telefon nachgeschaut habe welche Datenmenge wirklich übertragen wurde, habe ich fast einen Schrecken bekommen. 12 MB wurden in nur wenigen Minuten übertragen. Ein MB kostet bei meinem aktuellen Vertrag 49 Cent. Damit kosten 12 MB etwa 6 Euro.

So habe ich heute vor dem Frühstück auf den Check meiner ungelesenen E-Mails via Telefon verzichtet und mich statt dessen auf unsere Freizeit konzentriert – schließlich sind wir ja nicht hier um uns hier zu ärgern 🙂

Beim Frühstück dann die angenehme Überraschung, dass sich seit unserem letzten Aufenthalt nicht nur das Abendessen deutlich verbessert hat. Auch das Frühstück ist deutlich reichhaltiger und die Auswahl an Wurst, Käse, Obst, Brot usw. lässt nun keine Wünsche offen. Hier sollte jetzt für jeden etwas dabei sein! Und es gibt zwei neue Kaffeeautomaten. Nun schmeckt hier sogar der Kaffee, es ist fast wie im Paradies!

Las Aguilas - Puerto de la Cruz - Tenerife

Als wird uns kaum noch bewegen können, manövrieren wir unsere Körper ziemlich träge und ungeschickt in den kleinen Aufzug. Oben im Zimmer angekommen planen wir kurz den Tag. Etwas später sind wir beim LIDL gleich unten um die Ecke. Dieser Supermarkt existiert hier erst seit kurzer Zeit und er war lange ein Politikum auf dieser kleinen Insel. Aber die Menschen scheinen diesen Discounter gut angenommen zu haben. Das Angebot steht der deutschen Auswahl in nichts nach. Wer hier eine Ferienwohnung mietet, kann sich hier preiswert mit allem versorgen was man braucht um Spaß am Überleben zu haben.

Vom LIDL aus geht es zum gegenüber gelegenen Einkaufszentrum, in den AlCampo. Dort kaufe ich einen 16GB USA-Stick für das Autoradio in unserem Mietwagen. Der Stick kostet nur 7,99 Euro und es passt da echt viel Musik drauf. So sollte es uns in den kommenden Tagen hier nicht langweilig werden.

Zwar könnte ich auch von meinem Handy die Musik via Audiokabel einspeisen. Ich habe solch ein Kabel sogar dabei, aber das 12Volt Autoladekabel habe ich daheim vergessen und die Halterung für die Windschutzscheibe ebenfalls. Überhaupt habe ich vieles von dem vergessen was ich gern mitgenommen hätte.

Eigentlich hatte ich mir gewünscht mit der genialen kleinen Fuji X100 ein paar eindrucksvolle Infrarot-Aufnahmen zu machen. Aber den Filteradapter habe ich irgendwie verlegt und findet ihn aktuell einfach nicht. Ohne diesen Pfennig-Artikel kann ich den Infrarot-Filter nicht an der X100 befestigen und damit ist der Grund für die „Mitnahme“ entfallen. Sie liegt nun daheim im Bankschließfach 😦

Aber es musste noch weitere Dinge daheim bleiben. So leisten meine Hasselblad-Kameras, die D700, die D300, die Mamiya, die Rolleiflex und vor allem mein heiß und innig geliebtes Teleobjektiv Nikon AF-S VR 4/200-400mm der kleinen Fuji X100 Gesellschaft im dunklen sicheren Schließfach.

Während der letzten Jahre habe ich immer wieder festgestellt, dass man auf Reisen eh nicht mit vielen Kameras gleichzeitig fotografieren kann. Und wenn man nicht allein reist klappt das mit dem „extremen Fotografieren“ meist eh nicht. In der Regel ist der Begleitung zu kalt, sie hat Hunger, muss mal wohin oder findet es einfach langweilig stundenlang den Sonnenuntergang anzuschauen.

Berücksichtigt man all das, so fällt es relativ leicht das Equipment auf das zusammenzustreichen was notwendig und halbwegs sinnvoll ist. Letztlich wird es trotz allem eh wieder viel zu viel sein 🙂

In diesem Jahr habe ich folgendes dabei:

  • Panasonic Full-HD Videokamera
  • Nikon D800E
  • Nikon D7000 (Reserve)
  • Nikon SB-28DX (Werde ich wohl eh nicht brauchen)
  • Nikon AF-D 2.8/10,5 – Für Zeitrafferaufnahmen des Sternenhimmels mit der D7000
  • Nikon AF-S VR 4/16-35
  • Nikon AF-S 2.8/24-70
  • Nikon AF-D VR 80-400
  • Nikon AF-S 1.4/50 (Für available light, mal sehen ob das was wird…)
  • Nikon AF-S VR 18-55 für D7000
  • SAMYANG 2.8/15mm Weitwinkel für D800E
  • Kabelauslöser für D800E
  • B&W Polfilter 77mm
  • B&W Grauverlaufsfilter 77mm
  • HAMA IR-72 Infrarotfilter 77mm
  • Filteradapter 52-77mm
  • Benro Carbon Stativ mit FLM-Centerball 38FT
  • Manfrotto Carbonstativ mit Manfrotto Kugelkopf
  • Lowe Pro Mini Trecker AW Fotorucksack
  • GoPro HD HERO 1080
  • Eieruhr mit GoPro Fuß für Zeitraffer-Schwenks
  • Sensorswabs & Eclipse Reinigungsfluid

So das war es dann auch schon, eigentlich eine recht übersichtliche Ausrüstung, oder? Ok ok, es ist viel zu viel – ich gebe es ja zu! Allein mit der Nikon D7000 und dem AF-S VR 18-200mm wäre ich wahrscheinlich ausreichend gerüstet. Aber ich hätte sicher ständig das Gefühl im Ernstfall etwas zu verpassen. Und schließlich möchte ich Euch im Januar 2013 schöne neue Beispielfotos und Videosequenzen aus der Nikon D800E präsentieren. Dies ist schließlich das eigentliche Ziel der Reise 🙂

Zurück zum AlCampo… Dort wird die vergessene Sonnenbrille „ersetzt“ und es gibt auch noch ein Paar bequeme Sportschuhe. Alles in allem haben wir etwa 20 Euro für „Badezimmerartikel“ ausgegeben. Statt Haarspray, Rasierschaum, Shampoo und Duschgel im Flugzeug zu transportieren haben wir es hier preiswert eingekauft.

Die vergessene Sonnenbrille hat 15 Euro gekostet und die Nike-Sportschuhe gab es für 44,50 Euro. Im Vergleich zu heimischen Supermärkten sind die Preise hier meiner Meinung nach etwas moderater.

Sehr preiswert war die erste Tankfüllung. Ein Liter Super 95 ist hier aktuell für 1,07 Euro zu haben. Tanken muss man nicht selbst und im Preis ist die fachgerechte Reinigung von Windschutzscheibe und Rückspiegeln enthalten. Ein paar Euro Trinkgeld sollte man angesichts dieser guten Serviceleistungen mit einrechnen.

Mit frisch gefülltem Tank geht es dann weiter zu „unserer“ Finca oberhalb von San Juan de la Rambla. Den Eigentümer Jo Schlichting treffen wir leider nicht an, aber Tomy und Sylvia sind da. Als wir eintreffen geben ein paar Gäste geben gerade ihre Bestellungen auf. Wir gesellen uns dazu und freuen uns über Garbanzas, Salat, Aioli mit Brot und ein leckeres frisch gezapftes Bier mit Sprite, das man selbst hier in Afrika als „Radler“ kennt. Es ist kalt, frisch und soooo lecker!

Finca San Juan - Tenerife

Nach einem Ramazotti und einer kleinen süßen Nachspeise verabschieden wir uns und düsen heim noch schnell zum Aussichtspunkt „El Mazape“ oberhalb des Barranco Ruiz. Hier hat man einen fantastische Sicht in diese raue unwegsame Schlucht. Oberhalb in den Bergen sind einige Häuser zu sehen die sehr typisch für die Kanaren kunterbunt angestrichen sind. Die Aussicht dort oben muss grandios sein, aber die Siedlung liegt so hoch, dass die Wolken bereits die Dächer der Häuser zu berühren scheinen. Wer dort oben wohnt wird viele Tage des Jahres bei Kälte und Nebel in seinen 4 Wänden sitzen. Manchmal fällt es hier schwer zu verstehen warum es immer wieder Häuser an schwer zugänglichen entlegenen Teilen dieser tollen Insel gibt.

Zurück am Hotel erstelle ich einen kleinen „Testschwenk“ mit meiner kleinen GoPro und der Eieruhr. Die Eieruhr ist an der Unterseite magnetisch und so haftet sie ganz großartig am Balkongeländer. Ich ziehe sie auf 30 Minuten auf und stelle die GoPro so ein, dass sie 1 Bild/Sekunde aufnimmt. Nach einer Stunde sind zwei Kameraschwenks mit insgesamt etwa 3500 Bildern aufgezeichnet. Diese kopiere ich schnell mit einem Cardreader auf die zweite Festplatte in meinem MacBook. Anschließend werden die Bilder in Final Cut Pro X importiert. Danach markiere ich sie alle und ziehe sie in das Storyboard. Nochmals werden sie alle markiert, dann zu einem Clip zusammen gefasst. Anschließend verwende ich die Retime-Funktion um die beiden aufgezeichneten Kameraschwenks auf etwa 20 Sekunden zusammen zu schieben. Danach wird das Format von 4:3 auf 16:9 angepasst. Das ganze wird dann im Apple ProRes Format exportiert was echt schnell geht weil nichts komprimiert und hin und her gerechnet werden muss. Für den Upload bei YouTube wird noch schnell eine kräftig komprimierte Kurzfassung erstellt 🙂

Am Ende des Tages sitze ich mit meiner Freundin Sandra auf dem Sofa. Während ich diesen Artikel schreibe, läuft im Fernsehen K11. Alles ist sehr entspannt und fast ein wenig wie zuhause, nur ohne Schneematsch und kalte Füße. Statt dessen gibt es Knoblauch,Tapas und leckeren Rotwein. Wenn das kein guter Tausch ist…

Und später unten in der Lobby klappt es dann auch mit dem Internet 🙂

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7 thoughts on “Teneriffa 2012 – Tag 2

  1. Hi Ansgar

    Ein bisschen Makaber ist es schon wenn ich bei 30cm Schnee vor dem Haus Deinen Reisebericht lese und die Bilder sehe. 🙂

    Hatte gerade Karin deine Packliste für die Ferien gezeigt. Jetzt ist sie ins Bett gegangen. Ist doch gar nicht so viel, was Du eingepackt hast? 🙂

    Wir wünschen Euch einen tollen Urlaub und freuen uns auf wunderschöne Bilder und weitere Reiseberichte

    Grüsse aus der Schweiz
    Heinz und Karin

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  2. Das tönt wesentlich besser als Schnee schaufeln, Auto ausbuddeln, im Chaos auf der Strasse stecken bleiben….
    Gegen eine oder zwei Wochen Canarische hätte ich nichts einzuwenden. Tja, das liebe Equipment ! Es ist doch jedes Mal ein Abwägen, was nimmt man mit, auf was möchte man verzichten. Nichts ist ärgerlich wenn man im Urlaub dann doch etwas vermisst.
    Ich wünsche euch aber noch viel Spass und tolles Licht zum Fotografieren und viel viel Sonne. LG Thee

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  3. Der Neid könnte einem fressen, wenn man das liest. 🙂 War vorhin im kalten Schneetreiben mit meinem Hund Gassi. Aber es sei Euch natürlich vom Herzen vergönnt.

    Blöd mit dem WLAN. Hast schon mal nachgefragt, warum es nicht funktioniert?

    Und was Dein „überschauliches“ Equipment“ betrifft. ich wäre froh, wenn ich die Hälfte davon überhaupt besitzen würde! 🙂

    lg Gabi

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