Fuji Finepix X100 – Der erste Praxistest

Es ist Wochenende und es gilt noch schnell in der Innenstadt einige Einkäufe zu erledigen. Ach ja, mein Personalausweis läuft bald ab, ich brauche noch ein paar Fotos die den neuen biometrischen Anforderungen genügen. Also geht es kurz zum Bonner City-Foto-Center. Der Inhaber Herr Severin begrüßt mich wie immer sehr freundschaftlich. Ein anderer Kunde wird gerade abgelichtet und wo wir gerade dabei sind… Einige Minuten später habe ich meine sechs „Mugshots“ in der Hand. Die Kundschaft ist für eine Weile „überschaubar“ und so kommen wir mal wieder ins Gespräch.

Bonner City-Foto-Center gegenüber von Puppenkönig

Am Ende ist die Nikon D800E bestellt und ich verlasse den Laden mit einer limitierten Version der neuen Fuji Finepix X100. Daheim bin ich überrascht wie edel sie sich in der schwarzen Echtholzschatulle macht. Sie sieht aus wie eine Leica, wie eine Leica aus Japan – nur der rote Punkt fehlt noch…

Neben Kamera, Akku und Ladegerät ist ein kleines Blitzlicht dabei, es gibt eine braune herrlich altmodische Ledertasche und ein Echtheitszertifikat. Ich bin schwer beeindruckt, doch wie wird sich diese Kamera beim ersten Shooting schlagen? Schnell den Akku aufladen und eine Weile später geht es los in Richtung Bad Breisig. Dort angekommen steht die Sonne tief, es ist bitter kalt und ich kann die kleine Kamera kaum bedienen ohne, dass die Hände schmerzen. Nach den ersten Bildern im JPG-Modus aktiviere ich den RAW-Modus. Nun speichert die X100 immer ein RAW-Bild und parallel eine JPG-Datei. Wieder daheim angekommen ist das überaus praktisch, denn mein Windows 7 Computer kann die RAW-Bilder der X100 nicht darstellen. Doch zuvor geht es noch zum örtlichen EDEKA, heute abend soll es endlich mal wieder Kanarische Garbanzas geben! Die Gelegenheit nutze ich für einige High-ISO-Testbilder. Bei ISO-800 und ISO-1600 knipse ich mit Blende 4 einige Auslagen in den Regalen, alles ohne Blitzlicht – versteht sich! Dabei fällt mir auf wie toll es ist wenn man eine Kamera ohne störenden Spiegelschlag praktisch völlig lautlos auslösen kann!

Später lade ich mir von der Webseite des Herstellers die deutsche Bedienungsanleitung herunter. Wirklich brauchen tut man sie nicht, diese Kamera erklärt sich fast von allein. Wer mal stöbern will findet sie hier. Aber die RAW-Bilder lassen sich nicht öffnen. Nach kurzer Suche ist klar, ich brauche einen neuen RAW-Konverter! Auf der Fuji-Webseite gibt es genau das was ich suche. Die Software ist schnell installiert, es gibt Versionen für Windows ebenso wie für den Apple Macintosh – prima!

Die Möglichkeiten der RAW-Konvertierung sind nicht besonders vielfältig, aber man hat so ziemlich alles was man braucht um eine grundlegende Konvertierung in eine TIFF-Datei auszuführen. Diese kann man dann beliebig mit Photoshop nachbearbeiten. Was leider nicht geht, ist das Speichern im Adobe DNG-Format. Damit ist es nicht möglich via X-Rite Colorchecker Passport ICC-Profile zu dieser Kamera anzulegen. Auch kann Photoshop CS4 die RAW-Dateien nicht öffnen. Wer also farbverbindlich mit der X100 arbeiten will braucht entsprechende Updates! Die neueste Version von Photoshop CS5 wird die RAW-Dateien öffnen können und die neueste Version von Silkypix soll auch das Speichern im DNG-Format erlauben. In den nächsten Tagen werde ich das alles ausprobieren und anschließend hier berichten.

Wer es noch nicht kennt, hier ist mein Video zum X-Rite Colorchecker Passport. Das was ich da erzähle klappt hoffentlich sehr bald auch mit der Fuji Finepix X100!

Nach der Installation der Silkypix-Software bin ich bei der RAW-Konvertierung wirklich überrascht. Selbst die Bilder die mit ISO-1600 gemacht sind zeigen viele feine Details und das bei relativ geringem Bildrauschen. Die Bilder die am Rhein bei ISO-200 entstanden sind hauen mich teilweise echt um. Das hatte ich nicht erwartet, diese kleine nostalgisch wirkende Kamera liefert wirklich gutes Bildmaterial, Respekt! Aber es sind auch einige Bilder dabei, auf denen der korrekte Fokuspunkt nicht wirklich getroffen ist. Auch die X100 kann nicht zaubern!

Hier ein Screenshot den ich während der RAW-Konvertierung bei ISO-800 und ISO-1600 gemacht habe. Die Bilder zeigen die Silkypix Software auf einem 30″ Monitor, die Bilder sind jeweils in der 1:1 Ansicht geöffnet. (Einfach Anklicken für Originalgröße)

RAW Konvertierung Fuji Finepix X100 mit Silkypix bei ISO 800
ISO-800
RAW Konvertierung Fuji Finepix X100 mit Silkypix bei ISO 1600
ISO-1600

Hier habe ich Euch einige weitere Bilder abgelegt. Die Links zu den RAW-Dateien sind unterhalb der Bilder. Wer mag kann sich also Silkypix mal selbst installieren und die RAW-Bilder in aller Ruhe auf dem eigenen Computer anschauen. Wer die JPG-Dateien in voller Auflösung anschauen will, klickt einfach auf die kleinen Vorschaubildern.

Hier habe ich die RAW-Datei abglegt.

Hier habe ich die RAW-Datei abglegt.

Hier habe ich die RAW-Datei abglegt.

Hier habe ich die RAW-Datei abglegt.

Hier habe ich die RAW-Datei abglegt.

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Nikon P7100 – Praxistest am Rhein

Heute ging es für zwei Stunden nach Unkel am Rhein. Dieser bezaubernde kleine Ort hat eine wirklich schöne Promenade am Rheinufer. Die Fernsicht war nicht überragend aber die Sonne schien doch immer mal wieder zwischen den Wolken hindurch. Die große schwere Fotoausrüstung habe ich mir auch heute erspart und mal versucht mit der Nikon P7100 ein paar schöne Fotos auf die Beine zu stellen. Die Location kannte noch noch nicht so recht und ich denke es würde sich lohnen an einem schönen kalten klaren Wintermorgen von dort aus mit einem langen Teleobjektiv ein paar schöne Bilder in Richtung Drachenfels zu schießen.

Hier ist eine kleine Auswahl meiner Fotos aus der kleinen Nikon P7100. Fast alles ist „Out-Of-The-Cam“, also genauso wie die P7100 es als JPG-Datei auf der Speicherkarte abgelegt hat.

Wer mal ein Bild im Original sehen möchte oder sich anhand eines RAW-Bildes eine eigene Meinung zur P7100 verschaffen will, kann sich gern bei mir melden. Alle hier verknüpften Fotos haben 1000 Pixel Seitenlänge. Also mal anklicken um sie größer zu sehen.

Beginnen wir mit einem „schnellen Schuß“ aus dem Treppenhaus. Es ist ein mit Nikon Capture konvertiertes RAW-Bild.

Jetzt einige JPGs von der Rhein-Promenade in Unkel.

Hier ein Test für den Zoombereich der P7100. Diese Perspektive wäre an einem kalten klaren Wintermorgen wahrscheinlich sehr interessant.

Besonders interessant ist derzeit die Uferlinie des Rheins weil er aufgrund der langen Trockenperiode sehr wenig Wasser führt. Überall liegt Treibgut herum das man wunderbar in seine Bilder einbeziehen kann.

Dieses Foto ist ein ein verkleinertes „Original-JPG“. Bei gutem Licht liefert diese kleine Kamera wirklich sehr detailreiche schöne Fotos.

Hier ein weiteres JPG direkt aus der Kamera.

Zum Abschluss ein Vergleichsfoto zum ersten Bild aus diesem Post. Hier ist es besonders interessant wie sehr sich die Fassade eines Gebäudes in Abhängigkeit der Tageszeit aus fotografischer Sicht verändert. Und es zeigt zugleich, dass es durchaus sinnvoll ist sich ein Motiv zu „erarbeiten“ indem man es immer mal wieder besucht.

Nikon AW-100 Panoramatest

Es ist Sonntag die Sonne lacht und Sandra und ich wollen noch ein wenig an die frische Luft. Also geht es mit dem Auto nach Wachtberg. In der „Waldesruh“ gibt es Gänsekeule mit Knödeln und Rotkohl. Frisch gestärkt machen wir uns an einen kleinen Spaziergang durch den vorwinterlichen Wald. In der Jackentasche habe ich die neue Nikon AW-100 mit aufgesetztem Polarisations-Filter. Die Farben des Waldes sind großartig und das milde Sonnenlicht des späten Nachmittags lässt das Laub der Bäume in den allerschönsten Farben aufleuchten. Der Polfilter unterstreicht die Farben sehr wirkungsvoll!

Mitten im Wald versuche ich mal meinen „Spezialtrick“. Ich hauche das kleine flache Frontglas der AW-100 an und schieße einige Fotos. Das Ergebnis gefällt mir recht gut, es ist eine fast impressionistische Stimmung. Zum direkten Vergleich hier zweimal das gleiche Motiv!

Zurück am Auto hat die Sonne den Horizont schon fast erreicht. Wir müssen noch Tanken, meine schwarze Rakete braucht frisches Heizöl… Auf dem Heimweg kommen wir an einem kleinen Waldparkplatz vorbei. Ich parke mein Auto in der Sonne und schnappe mir Sandras großes Stativ und die winzige kleine Nikon AW-100. Sandra bleibt im Auto, ihr ist es draußen zu kalt. Sie will die letzten Sonnenstrahlen genießen. Im Stechschritt geht es mit dem Stativ auf der Schulter und der AW-100 in der Hand in den Wald hinein. Zwischendurch kommen mir immer wieder Leute entgegen. Jeder zweite hat eine Kamera dabei, meist sind es die Männer und meist haben sie eine Canon in der Hand. Alle blicken mich ein wenig fragend an mit dem großen Stativ auf der Schulter und der winzigen AW-100 in der Hand. Aber sie wissen ja auch nicht was ich ausprobieren will!

Ein Stück weiter bin ich an diesem kleinen gelb gestrichenen Häuschen angekommen. Schnell das Stativ aufstellen und ein paar Panoramaschwenks ausprobieren. Auf den Manfrotto Fluid-Neider schraube ich eine kleine selbstgebaute Vorrichtung mit der ich die AW-100 sehr einfach in das Hochformat bringen kann.

 

Es ist ein kleiner Winkel aus dem Baumarkt für 1,68 Euro. Am kürzeren Schenkel hat er zwei Bohrungen und ein Langloch. Daheim habe ich mit einer Feile den Steg zwischen Langloch und der äußeren Bohrung „geöffnet“. Nun kann ich den Winkel so auf dem Stativ positionieren, dass sich die AW-100 um den Nodalpunkt drehen lässt. Damit sollten schöne Panoramafotos möglich sein! Für die Befestigung der Kamera verwende ich drei Schrauben aus einem HAMA Schraubensatz. Die im Bild gezeigte untere Mutter wird mit einem Gegenstück aus Aluminium gesichert. Die Schraube an der ich die AW-100 befestigen möchte stecht lose in einer der Bohrungen. Diese habe ich daheim ordentlich mit einer runden Feile vergrößern müssen, damit die Schraube auch hindurch passt. Nun steckt sie aber lose in dem kleinen Winkel. Aber das ist nicht schlimm, für den Transport kann ich sie oben oder unten an einer der beiden anderen Schrauben befestigen.

Ich versuche mich an etwa 10 Panorama-Schwenks. Steht das Stativ fest und gerade gelingen die Bilder fast auf Anhieb, wirklich cool! Leider ist es schon fast dunkel. Daher muss die AW-100 etwas länger belichten, da ich gleichzeitig aber die Kamera drehen muss um ein Panorama zu erhalten, sind die Bilder später doch wegen einer leichten Bewegungsunschärfe später kaum zu gebrauchen. Wieder etwas gelernt!

Anschließend versuche ich mich an einem Panorama mit dem Panorama-Assistenten. Wirklich gut lassen sich die Bilder aber später am Notebook nicht zusammenfügen. Dieser Assistent ist so eine Sache, für ein gutes Panorama braucht man einfach mehr Bilder und stärkere Überlagerungen.

An einem kleinen Teich fotografiere ich mal ein Panorama aus 8 Hochformataufnahmen. Später füge ich sie mit Autopano-Pro zusammen und erhalte ein Bild, das rein theoretisch 36.000.000 Pixel hat – aber  nur in der Theorie! Schaut man sich das Panorama genauer an, so ist es zwar perfekt zusammen gerechnet, aber es sind einfach wirklich wenig Details zu erkennen. Der Algorithmus zur Rauschunterdrückung hat hier alle vorhandenen Strukturen wirkungsvoll entfernt. Kameras mit diesen kleinen Chips sind nicht wirklich für das Fotografieren bei wenig Licht geeignet! Also verkleinere ich das Bild mal bis ich das Gefühl habe, dass es jetzt scharf und halbwegs detailreich ist.

Aber schaut selbst – einfach anklicken…

Nach dem Panorama kommt mir die Idee als Weißabgleich mal „Blitz“ einzustellen. Es entstehen Bilder mit krassem Blaustich – aber das ist gewollt! Danach aktiviere ich den Selbstauslöser – 10s. Während sie piepst decke ich die obere Hälfte des immer noch vor das Objektiv montierten Polfilters mit einem Taschentuch ab und hauche den unteren Teil an. So kann ich den kleinen Teich in eine malerische Unschärfe tauchen. Es entstehen Bilder die fast unwirklich aussehen, man könnte meinen sie wären bei Vollmond entstanden. Ein Geisterwald nur ganz ohne Vampiere 🙂

Der Rück weg zum Auto zieht sich hin wie Kaugummi. Als ich am Auto ankomme ist es finster und kalt. Sandra ist sauer weil ich mal wieder die Zeit vergessen habe und sie seit einer Stunde frierend im Auto sitzt. Nach einem heißen Bad ist die Welt wieder in Ordnung und ich freue mich an meinem überaus coolen blauen Geisterwald 🙂

Nikon P7100 at low light

Es ist schon ein paar Tage her, dass ich abends mit meinem Auto ins Rheinhessische gefahren bin um die neue Nikon P7100 einem kleinen Stresstest bei krassem Gegenlicht und einsetzender Dunkelheit zu unterziehen. Hier habe ich noch ein paar Fotos dieser Session die ich gerade etwas aufbereitet habe.

Beginnen wir mit krassem Gegenlicht. Das folgende Bild habe ich aus zwei Einzelbildern zusammen gefügt. Für die Aufnahme habe ich einmal direkt in die Sonne „geschossen“ und beim zweiten mal die Sonne mit einem Finger vor dem Objektiv abgedeckt. So gibt es im Bild unten rechts keine „Blendeneffekte“ durch Reflektionen der Sonne an den Linsenoberflächen innerhalb des Objektivs. Da wegen der abgedeckten Sonne weniger Streulicht innerhalb des Linsensystem herum vagabundiert, sind im unteren Bildbereich auch die Kontraste sehr schön.

Schwierig war der obere Bildbereich. Fotografiert man mit Kameras mit kleinem Chip direkt in die Sonne, so muss man immer beachten, dass der Dynamikumfang der kleinen Chips oft sehr klein ist. Das führt dann dazu, dass die Sonne sich kaum scharf konturiert abbilden lässt. In der Regel wird es nicht mehr als ein großer weißer Fleck sein. So war es auch hier. Damit das Foto halbwegs ansehnlich wird, habe ich den hellen „Sonnenfleck“ komplett wegretuschiert. Danach habe ich die Ebene in Photoshop verdoppelt, via Strg+L das Histogramm geöffnet und die unsere Ebene sehr sehr hell eingestellt. Auf einer Ebenenmaske habe ich dann in der oberen Ebene mit einem Pinsel unterschiedlicher Härte und unterschiedlichen Durchmessers eine „künstliche Sonne freigelegt“.

Kommen wir zum nächsten Bild. Hier habe ich zunächst ein HDR aus 5 RAW-Bildern erstellt. Dieses Foto sah aber wirklich schlimm aus. Also habe ich im oberen Bereich eines der dunklem Bilder der 5-fach Belichtungsreihe darüber gelegt. Im unteren Bildbereich habe ich eines der helleren Fotos verwendet. Die beiden Ebenen habe ich auf etwa 50% Deckkraft gestellt. so ergibt sich ein Foto mit halbwegs natürlicher Anmutung. Man beachte, dass die Sonne nun scharf konturiert ist, aber doch einen recht großen roten „Hof“ hat. Das ist ein Zeichen geringer Dynamik und es tritt trotz HDR & Co. bei Kameras mit kleinen Chips in krassen Gegenlicht-Situationen immer wieder auf.

Bild Nummer drei ist einfach aus zwei Bildern einer 5-fach Belichtungsreihe zusammen gesetzt. Bei solch einfachen Motiven klappt das recht gut. Wäre bspw. eine Person im Vordergrund oder ähnliches, so könnte man diesen Trick nicht anwenden. Bei beiden Bildern habe ich zunächst die RAW-Dateien mit Nikon Capture NX 2.2.8 geöffnet und die Bilder dort so korrigiert, dass sie farblich und bezüglich der Helligkeit gut zusammen passen. Ein sehr einfacher „Kniff“ und das Ergebnis gefällt mir deutlich besser als das vorherige Bild. Es zeigt auch, dass es sich lohnt auf die „Blaue Stunde“ zu warten. In den ersten Minuten direkt nach Sonnenuntergang ist der Abendhimmel oft sehr schön, die Kontraste sind mild und trotzdem ist noch so hell, dass kleine Kameras wie die P7000 oder die P7100 keine gewaltigen ISO-Werte für ein korrekt belichtetes Foto benötigen. Dementsprechend sind die Bilder meist recht brauchbar und weisen wenig Bildrauschen auf.

Nun zum letzten Bild der Serie. Wieder ein „einfaches Motiv“, so dass eine Montage aus zwei Bildern ganz einfach möglich ist. Wieder habe ich zwei RAW-Bilder einer 5-fach Belichtungsreihe mit Nikon Capture geöffnet und danach in Photoshop zusammen gefügt. Beim unteren Bild habe ich diesmal einen bewusst falschen Weißabgleich eingestellt. Der sehr helle obere Teil des Bildes war dadurch fast violett eingefärbt. Da ich nur den unteren Teil verwendet habe, schimmert mein Auto jetzt jetzt leicht violett. Trotzdem ist das Gras neben den Weinreben noch ein wenig grün. Alles in allem gefällt mir diese Variante besser als die HDR-Version die ich vor einigen Wochen erstellt habe.

 

Aber entscheidet selbst…

Letztlich muss man sagen, dass es nicht einfach ist mit der Nikon P7000 oder P7100 unter derart schwierigen Lichtverhältnissen brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Die Nikon D700 ist das wesentlich „härter im Nehmen“. Irgendwie ist alles eine Frage der Dynamik und die nimmt mit kleiner werdenden Pixeln spürbar ab. Genau das ist auch der Grund warum ein betuchter Profi statt einer Nikon D3x eher zu einer Hasselblad mit digitalem Rückteil greifen würde. Hier ist die Sensorfläche nochmals mehr als doppelt so groß. Aufgrund der dafür notwendigen längeren Brennweiten sind die Möglichkeiten beim Spiel mit Schärfe und Unschärfe ausgeprägter als im Kleinbild Format. Bei einer Hasselblad entspricht ein 100mm Objektiv etwa einem 50mm Objektiv an der D3x. Wer mal ein 100mm Objektiv im Kleinbildformat verwendet hat, weiß dass hier das Spiel mit der Schärfe schon gut gelingt. An einer Hasselblad ist ein 200mm Tele eine tolle Portrait-Brennweite. Im Kleinbild ist das schon fast ein „Fernrohr“ und bei Portraits weniger gut einsetzbar weil der Kontakt zum Model durch die notwendige Distanz leidet.

Und was lernen wir daraus? Man kann nicht alles haben 🙂 Eine Hasselblad ist groß, schwer und teuer. Eine Nikon D3x ist immer noch schwer und teuer, bezüglich der Dynamik unterlegen, aber dafür deutlich flexibler im krassen Weitwinkel- oder Teilbereich.

Eine kleine Nikon P7000 oder P7100 spielt in dieser Liga nicht mit und das merkt man auch bei den Bildern. Sie sind wirklich gut, aber eher bei gutem Licht! Wer sich von einer dieser kleinen Kameras erwartet auch nachts noch tolle Fotos machen zu können sollte die Kamera erst einmal irgendwo ausleihen und in Ruhe ausprobieren.

Die Bilder zeigen, dass es geht. Aber sie zeigen auch, dass meist eine ordentliche Portion Nacharbeit notwendig ist.

 

Mit der D700 in die Eifel

Es ist Samstag und wir können es kaum glauben wie draußen die Sonne lacht. Also ab ins Cabrio und auf in Richtung Süden! Kurz hinter Bad Godesberg halten wir auf dem Seitenstreifen mal an. Zu schön ist der Blück hinüber zum Siebengebirge.

Es geht weiter, hinter Bad Breisig biegen wir rechts ab und folgen den Gleisen des historischen „Vulkan Express“. In der Nähe von Bad Tönnisstein halten wir an und lassen es uns in der Schenke unter einer der historischen Brücken gut gehen. Es gibt Wild-Ragout mit hausgemachten Spätzle – lecker! Dazu ein alkoholfreies Hefeweizen und zur Abrundung danach eine Tasse Kaffee – super!

Schnell eine kleine Fotosession. Was ist denn das? Hinter dem Haus gibt es eine Reihe wirklich interessanter Höhlen! Schnell das Stativ auspacken, den Kabelauslöser und los geht der Spaß.

Aus ein paar Minuten wird dann doch eine ganze Stunde. Sandra fotografiert mit dem langen Tele alle Blümchen die sie findet und freut sich an der schönen Hintergrundunschärfe des neuen AF-S VR 55-300mm Tele-Zooms.

Die Sonne steht tief als es weitergeht. Wir fahren in Richtung Mayen. Auf dem Rückweg von Otzenhausen bin ich durch Mayen und dann nach Bell gefahren. Etwa auf halber Strecke hat man einen schönen Blick in ein bewaldetes Tal mit wirklich schönen herbstlich bunten Laubbäumen. Als wir dort ankommen geht die Sonne aber nicht dort unter wo ich es erhofft habe, sie ist dabei hinter einem kleinen ehemaligen Vulkan zu verschwinden. Als wir eine Schild finden „Frei bis Waldparkplatz“ biegen wir ab und folgen der Straße. Später am Parkplatz habe ich ein „Déjà Vue“. Vor vielleicht 8 oder 9 Jahren war ich hier schon einmal. Oben auf dem Hügel – sorry – Vulkan – ist ein kleiner schöner Aussichtsturm. Also schnappe ich mir meinen Rucksack. Drin sind die D7000, die D700, diverse Objektive, Batterien, Filter, Ladegeräte und draußen hängt das neue kleine leichte Carbon-Stativ dran.

Es geht bergauf, Sandra will lieber beim Auto bleiben. Gleich neben dem Parkplatz stehen auch ein paar Haflinger auf der Weide. Das ist für Mädchen eh interessanter als ein Turm von dem aus man eine gute Sicht über die Eifel hat!

Als ich am Turm ankomme bin ich ziemlich fertig. Keuchend schleppe ich mich die Stufen hinauf, warum habe ich nur immer so viel Zeugs dabei?

Später auf dem Abstieg werde ich fast NICHTS davon benutzt haben! Lediglich die D700 mit dem neuen AF-S VR 16-35mm, samt Stativ und Kabelauslöser. Schon fertig… Irgendwie ist einmal mehr klar, das Rucksäcke manchmal völlig unpraktisch sind. Da habe ich extra die D7000 eingepackt damit ich ein paar Videos aufnehmen kann und am Ende des Tages habe ich sie nur einmal ganz kurz am Rhein heraus geholt. Ich sollte für die Filmerei nur noch die P7100 mitnehmen…

Später daheim ist die „Beute“ nicht so wirklich toll. Das Licht war schlechter als erwartet und der Sonnenuntergang ein Flop. Auch ist auf der westlichen Seite des Turms alles so sehr zugewachsen, dass man den Sonnenuntergang gar nicht richtig sehen kann. Die Sicht nach Osten ist allerdings wirklich gut. Für einen Sonnenaufgang wäre das der perfekte Platz. Na mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja mal morgens ganz früh aufzustehen und mich kurz vor Sonnenaufgang im Schnee hoch zu diesem Turm zu schleppen…