USA-2014 – Tag 19 – Nachts in der False Kiva

Der in Moab ansässige Fotograf Tommy Till war einer der Ersten, vielleicht sogar DER erste Fotograf der Fotos aus der False Kiva im Canyonlands National Park bereits vor vielen Jahren veröffentlich hat. In seiner Galerie in Moab ist dieses Foto bis heute eines der Highlights der Ausstellung. Tom Till hat damals eine schwere und handliche Großformat-Kamera mit Planfilmen benutzt und auf der Basis dieser Vorlagen exorbitante Vergrößerungen erstellt. Diese hochwertigen großen Vergrößerungen auf „richtigem Fotopapier“ können in seiner Galerie bewundert und zu Preisen ab ca. 2.000$ erworben werden.

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Als ich im Jahr 2009 sein Foto der False Kiva zum ersten Mal sah, hat es mich regelrecht umgehauen. In den Tagen danach habe ich lange im Internet recherchiert um herauszufinden wo Tom Till dieses Foto aufgenommen hat. Schließlich habe damals ich einige GPS Koordinaten gefunden und in den letzten Jahren die False Kiva mehrfach besucht. Nach vielen hundert Fotos muss ich aber sagen: „Tom Till is the Master!“ Sein Foto der False Kiva schlägt einfach alles was ich bislang an Fotos der False Kiva gesehen habe.

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Als ich die False Kiva das erste Mal besucht habe war der Himmel über dem Canyonlands National Park langweilig und ohne Ausdruck. Aber bereits an diesem Tag war mir klar, dass eine Wanderung zur False Kiva mit den steilen Ab- und Aufstiegen durch teilweise abenteuerliche Geröllfelder nicht ganz einfach ist. Trotzdem bin ich in den letzten Jahren immer wenn ich die Gelegenheit hatte wieder zur False Kiva abgestiegen, weil mich diese Location über alle Maßen fasziniert. In diesem Jahr habe ich mir für das Shooting in der False Kiva sogar ein neues Objektiv, das Nikon AF-S 2,8/14-24mm zum Preis von 1.600 € gekauft.

Am Abend des 19. Mai ist es dann wieder soweit. Zur Sicherheit gebe ich erneut die Koordinaten der False Kiva und des Parkplatzes sowie des Einstiegs in den Wanderweg in mein Garmin Colorado 300 ein. Ein echter ausgeschilderter Wanderweg ist es allerdings nicht, es ist eher ein schmaler Trampelpfad.

Gegen 22h am Abend (10 pm) geht es wieder los zur False Kiva. Mit dabei habe ich mein großes leichtes SIRUI M3204 Carbon Stativ mit dem SIRUI K30-X Kugelkopf. Außerdem meine Nikon D800E mit Nikon MC-20 Kabelauslöser und einigen Objektiven – Sicher ist Sicher!

Der Weg vom Adventure Inn Motel zum inoffiziellen Trailhead ist etwa 60 Kilometer lang und man fährt etwa eine Stunde. Am wichtigen Abzweig zum Upheaval Dome fahre ich in der Dunkelheit versehentlich voll vorbei, bemerke es aber schon einige hundert Meter später, weil ich ja mein GPS an der Scheibe kleben habe – sehr praktisch!! Also heißt es den großen Wagen auf der schmalen Straße zu wenden und den richtigen Weg einzuschlagen. Etwa 10 Minuten später habe ich den Trailhead erreicht. Von den vielen Kurven ist mir nicht ganz wohl im Magen, ich fühle mich als wäre ich zweimal mit einer Achterbahn gefahren, aber es hilft ja nichts… Also werden die Schuhe ordentlich geschnürt, die Fotoausrüstung gecheckt und dann geht es auch los. Für den Fall der Fälle habe ich heute mal eine Mütze dabei, die ich aber nicht brauchen werde. Da die Geröllfelder schon bei Tageslicht nicht einfach zu überwinden sind, werden heute auch meine gefederten LEKI Carbon-Wanderstäbe aktiviert.

Außerdem habe ich eine kleine Camping-Lampe dabei die ich für 0,99$ vor einigen Tagen in einem Walmarkt gekauft habe. Diese kleine Lampe ähnelt einem Kugelschreiber und man kann sie sich sehr gut an seine Jacke oder das Hemd klemmen. In meiner rechten Hand habe ich zusätzlich zum Wanderstab eine LED Lenser P7  Taschenlampe und ein Päckchen mit Reserve-Batterien. Vom Parkplatz geht es zunächst etwa 500 Meter zurück und dann nach rechts den Trampelpfad entlang. Der erste Teil des Weges ist sehr einfach zu gehen und auch in der Dunkelheit leicht zu erkennen. Nach einigen hundert Metern beginnt es dann aber schwierig zu werden. Man muss nun eine unwegsame Passage mit vielen Felsen überwinden auf denen sich die Fußspuren verlieren und man schnell in die falsche Richtung läuft. Auch wenn ich nun schon mehrfach hier war, in der Dunkelheit bin ich ziemlich ratlos. Aber schließlich schaffe ich es anhand einiger „Steinmännchen“ (Waypoint-Marker) diesen Abschnitt zu überwinden. Nach etwa 30 Minuten bin ich an der Klippe angekommen und nun beginnt der schwierige kräftezehrende Abstieg durch das chaotische Geröllfeld. Die False Kiva ist eine wundbare Höhle die inmitten einer steilen Klippe liegt. Um sie zu erreichen muss man sie unterhalb passieren um dann durch losen Sand und Steine von Hinten wieder zum Ziel aufzusteigen.

Vor mir weiter unten kann ich Lichter sehen, ich werde hier heute also nicht allein sein. Das ist gut weil es in der Dunkelheit nicht ungefährlich ist. Hier zu stürzen und sich zu verletzten kann schnell das Ende bedeuten! Einige Minuten später kommen mir zwei drahtige gut trainiert Jungs mit Kopflampen entgegen. Sie halten kurz an und wir unterhalten uns kurz. Sie haben den Sonnenuntergang in der False Kiva fotografiert und sind jetzt auf dem Rückweg zu ihrem Auto. Sie erzählen mir, dass weiter vorn ein Mädchen unterwegs zur Höhle ist. Ziemlich verwundert setze ich mich wieder in Bewegung.

Einige hundert Meter weiter kann ich sie dann sehen, sie ist etwas oberhalb von mir und schon fast an der False Kiva angelangt. Plötzlich lösen sich einige etwa faustgroße Steinbrocken und rollen auf mich zu. Oh nein, jetzt keine Kopfverletzung schießt es mir durch das Hirn. Instinktiv wende ich mich ab, mache mich klein und halte meine Arme schützend hinter meinen Kopf. Aber die schweren Brocken schlagen einige Meter hinter mir auf. Puh, das ist ja noch einmal gut gegangen. Noch vorsichtiger mache ich mich wieder auf den Weg. Als ich schließlich reichlich verschwitzt und aus der Puste in der False Kiva ankomme sind dort zwei Jungs in ein Mädchen – Corinna, Chris und ein Freund dessen Namen ich leider vergessen habe. Chris fotografiert auch mit einer Nikon D800E, sein Freund benutzt ein Canon DSLR. Corinna begleitet ihre Freunde nur und vertreibt sich die langweilige Wartezeit mit ein paar Spielen auf ihrem iPhone.

Es geht los, ich nehme zunächst wieder einige Orientierungsfotos auf: ISO-25600, Blende 2,8 und 8s Belichtungszeit. So kann man selbst in nahezu totaler Dunkelheit auf dem Display sehen welchen Ausschnitt die Kamera gerade „sieht“ und ob das Objektiv korrekt fokussiert ist. Danach stelle ich ISO-1600 und Blende 4 ein. Weil meine D800E als längste Belichtungszeit nur 30 Sekunden ermöglicht, benutze ich den Timer des MC-20 Kabelauslösers. Damit sind Belichtungszeiten von 1s bis hin zu 10h möglich. Ich versuche es zunächst mit 2 Minuten, aber die Bilder sind unterbelichtet. Auch wenn sie in der Dunkelheit auf dem Display gut aussehen, so kann man im Histogramm doch sehen, dass es deutliche schwarze Bereiche ohne jegliche Zeichnung gibt. Bei 4 Minuten sehen die Bilder dann auf dem Display gut aus und das Histogramm ist so ausgewogen wie es sein sollte.

Damit in den Fotos wegen der langen Belichtungszeiten keine bunten „Hotspots“ zu sehen sind, sollte man in der Kamera die Option „Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtung“ aktivieren. Diese Rauschunterdrückung benötigt allerdings exakt die gleiche Zeit die vorher für die Belichtung verwendet wurde. Bei 4 Minuten Belichtungszeit muss man also geschlagene 8 Minuten lang warten bis man etwas zu sehen bekommt und das bei einem schon recht hohen Wert von ISO-1600! Wirklich viele Fotos kann man so also in einer Nacht nicht aufnehmen und man sollte sich gut überlegen welche Perspektiven tatsächlich lohnenswert sind.

Weil wir zu dritt fotografieren und wir alle mit Taschenlampen hantieren ist es nicht ganz einfach das Geschehen zu koordinieren. Wird während einer Belichtungszeit von 4 Minuten eine extrem helle Taschenlampe wie meine P7 auch nur kurz eingeschaltet, so ist das Foto meist komplett ruiniert. Manchmal kann es ganz gut aussehen eine zusätzliche Lichtquelle zu haben, aber meistens eben nicht. So rufen wir uns auch immer wieder zu „Are you open?“ „Yes I am open!“ „Ok, now the noise reduction is active“.

Einmal kommt der Freund von Chris zu seiner Kamera zu rück und sagt „Oh, it’s thinking!“ Ich verstehe es erst beim zweiten Mal, muss dann aber wirklich breit in die Dunkelheit hinein grinsen. Am Vortag am Marlboro Point ist kurz nach Mitternacht der Mond aufgegangen. Heute passiert es irgendwie nicht zur erwarteten Zeit. Mit meiner gelben kleinen Lampe haben wir die Struktur innerhalb der False Kiva so ausgeleuchtet, dass es ein wenig nach einem Lagerfeuer aussieht. Zusätzlich habe ich ganz rechts außen meine Handy mit eingeschalteter LED auf meinem Fotorucksack positioniert. Als dritte Lichtquelle leuchtet meine P7 direkt die rötliche Felswand an. Das reflektierte Licht ist jetzt nicht mehr fies blau, den es wird jetzt primär die Farbe der Wände reflektiert, so dass es sich harmonisch in das Gesamtbild einfügt.

Irgendwann steht Chris neben mir und schimpft „I am unable to find a good composition!!“ Er ist erst vor kurzem von einer Nikon D300 auf die D800E umgestiegen und hat noch kein wirkliches Weitwinkel für das größere FX-Format. Als ich ihm zeige wie meine Fotos bei 16mm Brennweite aussehen sagt er mehr aus Spaß „Do you have a second one?“ Und tatsächlich habe ich mein Nikon AF-S VR 4/16-35mm im Fotorucksack – Sicher ist Sicher!! In der Dunkelheit kramen wir das Objektiv heraus und Chris montiert es an seine D800E. Allerdings schafft er es nicht korrekt, doch auch das ist nach einigem Augenblicken geklärt, am Objektiv ist der Autofokus abgeschaltet. Corinna hat eine sehr helle Lampe die mit vielen LED bestückt ist. Sie leuchtet für uns die Struktur der Höhle aus und mit dieser Hilfe funktioniert dann auch der Autofokus unserer Kameras. Nachdem alles korrekt fokussiert ist, schaltet sie die Lampe wieder aus, wir schalten den Autofokus auf Manuell und warten wieder geduldig ab bis die Rauschunterdrückung ihre Arbeit verrichtet hat.

Als gegen 2h der Mond die Landschaft unten im Canyonlands immer noch nicht wirklich so ausleuchtet wie ich es mir wünschen würde bin ich schwer enttäuscht, ich hatte mir mehr gewünscht. Langsam nähere ich mich von Bild zu Bild der Struktur innerhalb der Höhle und stelle an meinem Objektiv einen immer kürzere Brennweite ein, bis ich bei 14mm angekommen bin. So wirkt die Struktur im Vordergrund sehr dominant und man bekommt zusätzlich auch mehr Sterne auf das Bild weil die Kamera nicht etwa 3m von der Rückwand der Höhle entfernt ist und so besser aus der Höhle „herausschauen“ kann.

Langsam aber sicher wird mir richtig flau im Magen. ich bin total übermüdet, habe nichts zu essen dabei und das lauwarme Wasser aus den beiden kleinen Plastikfläschchen vermag mich auch nicht wirklich aufzurichten. Mein Körper ist unterzuckert und ich würde mich am liebsten hier irgendwie flach hinlegen, aber hier sind überall Felsbrocken und Fotorucksäcke im Weg. Einige Fotos später muss ich aufgeben, mir geht es nicht gut und ich sollte jetzt schnellstens den Rückweg antreten wenn ich es heil zum Auto schaffen will. „Ok Folks, I need a beed and I think I’m leaving…“ Das ist der Startschuss für den Abmarsch. Meine neuen Freunde packen auch alles zusammen, wir tauschen das 16-35mm Objektiv zurück und Chris sagt „Thank you my friend, you saved my life!“ Das freut mich sehr und bestätigt mich wieder darin, dass es in den USA fast nur hilfsbereite wirklich freundliche Menschen gibt.

Es mag ja die Ausnahmen geben die wir in Film und Fernsehen präsentiert bekommen, aber ich selbst habe solche Menschen hier im gelassenen Süd-Westen der USA noch nicht erlebt.

Als ich endlich alles zusammen gepackt habe sind die Corinna, Chris und ihr Freund schon losmarschiert. Ich kann anhand der Position ihrer Lampen erahnen wo ich selbst entlang muss. 50 Jahre alt und ein untrainierter „Bürohengst“ bin ich allerdings deutlich langsamer als diese jungen drahtigen Amerikaner. So wird der Abstand Imme größer und schließlich bin ich ganz allein mit meiner Taschenlampe in der unwegsamen Wildnis. Jeder Schritt fällt schwer und mir ist übel. Immer wieder muss ich anhalten und verschnaufen bevor ich meinen übergewichtigen Körper auf den nächsten steilen Felsbrocken hieve und das nächste schräge Stück Slickrock überwinde. Es kommt mir ein wenig vor wie bei meinem letzten Besuch auf dem Pico del Teide zusammen mit meinem Freund Ashraf aus München. Damals hatte ich auch nichts zu Essen und zu trinken dabei und wäre hoch oben auf dem höchsten Berg der Spanier beinahe kraftlos umgefallen. Damals hat mich unten in der Talstation ein Stück Kuchen und eine zuckersüße kalte Cola wieder aufgerichtet. Mir kommt die Szene aus dem Danny Boyle Film „127 Hours“ in den Sinn als James Franko tagelang eingeklemmt hier im Canyonlands National Park ausharrt und sich in einer Traumsequenz die Flasche Gatorade aus dem Kofferraum seines Autos herbeisehnt. Jetzt ein kalte Cola, dafür würde ich echt was geben. Aber alles was ich habe ist eine kleine Flasche mit lauwarmem stillen Wasser…

Schließlich habe ich den steilen Anstieg hoch zur Klippe geschafft. Die kleinen Steinmännchen waren hier eine große Hilfe. Doch ich musste auch immer wieder stehen bleiben und mit meiner Taschenlampe das Terrain intensiv ableuchten um den nächsten Waypoint-Marker zu finden. Nun geht es etwa gemächlicher weiter, doch einige hundert Meter weiter verlieren sich wieder die Spuren im Sand. Es ist die Passage mit den vielen Felsen auf der ich mich bereits auf dem Hinweg etwas verirrt hatte. Die Batterien in meinem GPS sind fast am Ende, daher habe ich es bislang ausgeschaltet gelassen. So klettere ich in der Dunkelheit mit meiner Taschenlampe umher bis ich nach etwa 10 Minuten wieder ein kleines Steinmännchen finde. Die Erleichterung ist groß und es geht weiter. Am Horizont kann ich die Lichter meine Freunde sehen, es sieht aus als hätten sie einen völlig anderen Weg eingeschlagen.

Etwas später sind meine Reserven weitgehend aufgebraucht, ich kann eigentlich nicht mehr wirklich weiter. Da sehe ich nur einige hundert Meter weiter wie ein Auto hin und her fährt und die Lichthupe bedient. Das sind meine Freunde, die „Cave-Men“ wie wir uns spaßeshalber genannt haben. Das ist wirklich hilfreich, denn so kann ich sehen wir die Straße ist. Doch das Gelände wird immer unwegsamer und weil es nicht mehr weit zum Auto sein kann schalte ich nun mein GPS ein um den restlichen Strom der Batterien sinnvoll zu nutzen. Das GPS braucht einen Augenblick um die neue Position zu bestimmen, dann kann ich auf der sehr detaillierten Karte sehen, dass ich einige hundert Meter nach rechts vom Hinweg abgekommen bin. Das ist sehr hilfreich und letztlich komme ich gegen 3h in der Nacht an meinem Auto an.

Ich bin völlig fertig und schaffe es nicht einmal einen Cräcker herunterzuwürgen. Mit einem weiteren Schluck des lauwarmen Wassers aus dem Kofferraum klappt es schließlich. Ich habe noch einige Äpfel im Kofferraum, aber selbst den kann ich nicht aufessen. Nach den ersten Bissen packe ich nur meine Sachen in den Kofferraum, schiebe die Pullover, Mützen und Jacken auf der Rücksitzbank etwas zusammen und versuche ein wenig zu schlafen.

Vor Kälte und zitternd werde ich etwa zwei Stunden später wieder wach. Es geht mir besser, aber das Thermometer zeigt nur noch 9°C. Tagsüber in Moab waren es 32°C und bei meiner Ankunft am „Trailhead“ waren es noch 25°C. Ich bin in der Wüste und hier kann es nachts wirklich kalt werden. Leicht zitternd setze ich mich auf den Fahrersitz, nehme noch einen guten Schluck des inzwischen nicht mehr lauwarmen Wassers zu mir und starte den großen Achtzylinder.

Der Weg zurück zum Motel fällt mir wirklich schwer und ich muss mich sehr konzentrieren weil immer wieder schwarze Rinder mitten auf der Straße stehen oder kleine Hasen vorbeizusehen. Jetzt noch einen Unfall zu haben, das muss nicht sein. Als ich am Parkplatz in der Nähe des Mesa Arch vorbeifahre stehen dort schon mehr als 20 Autos, der Himmel über den La Aal Mountains ist schon gelblich eingefärbt und die Wolken über mir haben nun schon etwas mehr Kontur als während unserer Fotosession in der False Kiva. „Rudelknipsen am Mesa Arch“ kommt es mir in den Sinn. Das habe ich auch schon mehrfach erlebt und dort trotzdem eines meiner bislang besten Fotos aufgenommen. Wäre ich nicht so sehr neben der Spur, ich würde die paar hundert Meter zum Mesa Arch laufen und das „magische rote Leuchten“ statt mit 12 MPix nun mit satten 36,3 Megapixeln fotografieren. Aber es geht mir nicht gut und so muss ich auf dieses Gemeinschafts-Erlebnis heute leider verzichten. Aber mein Fotos aus dem Jahr 2009 ist mit der Zeit nicht schlechter geworden und so fällt es leicht einfach weiterzufahren.

Mesa Arch - La Sal Sunrise

Endlich im Motel angekommen schaffe ich es nur die Schuhe auszuziehen und falls saft- und kraftlos auf meine Matratze neben dem Bett in dem meine Sandra endlich einmal leise vor sich hin schnarcht. Als ich wieder wach werde bin ich allein und draußen scheint schon die Sonne. Kurz darauf öffnet sich dann auch die Türe und meine Sandra ist vom morgendlichen Einkaufsbummel zurück. Es ist schon nach 11h und die Zimmermädchen warten schon darauf, dass wir das Zimmer endlich räumen. Schnell springe ich unter die Dusche und bin erneut erstaunt welche regelrecht magische Wirkung Wasser doch haben kann. Trinkt man es lauwarm aus einer Plastikflasche ist es eher langweilig, aber wenn es mit gemäßigtem Druck auf den Kopf prasselt ist es wunderbar.

Gegen 12h sind wir dann im Dennis am südlichen Ende der Stadt. Als wir uns gerade hinsetzen steht plötzlich Chris neben uns. Ich bin derartig überrascht, dass mir fast die Worte fehlen. Wer mich kennt weiß, dass das nur sehr selten der Fall ist 🙂 Chris freut sich, dass ich es heil zurückgeschafft habe. Und ich bedanke mich dafür, dass sie mir mit dem Auto in der Nacht signalisiert haben wohin ich laufen muss. Sie selbst hatten sich auch etwas verirrt und sind einen recht weiten unwegsamen Umweg gewandert.

In der Nacht habe ich ihnen meine Visitenkarte gegeben und Chris hat sogar schon in meinen BLOG geschaut. Ich habe einen neuen Follower 🙂

That’s why I love America…

Nachdem sich Chris verabschiedet hat ordern wir uns unser Frühstück und es gibt endlich süße Bluberry Pancakes, Rührei, Speck, Kartoffeln, Kaffee und last but not least ein Glas mit herrlich kalter Cola mit viel Eis. Das Leben als Amateurfotograf kann so schön sein!

Nach dem Frühstück sichte ich meine Beute und bin mit zwei Bildern ganz glücklich. All die Strapazen für nur ZWEI FOTOS!! Nun kann ich auch ermessen, warum Tommy Till seine exzellenten Fotos der False Kiva nicht zum Selbstkostenpreis verschenken kann.

Und hier ist es endlich, mein Foto des Tages aus der False Kiva zu nächtlicher Zeit 🙂

False Kiva @ Night - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

USA-2014 – Tag 18 – Nachts am Marlboro Point

This Night @ Marlboro Point #1

Es ist unsere zweite Nacht in Moab. Am Morgen habe ich kurz an der Rezeption nachgefragt ob vielleicht jemand ein Zimmer mit zwei Betten abgesagt hat, aber es ist noch zu früh. Sandra ist wirklich schlecht drauf weil sie während der gesamten Nacht kein Auge zu bekommen hat. Etwas später macht uns die Eigentümerin des Adventure Inn Motels den Vorschlag doch einfach eine Matratze neben das Bett zu legen und diese mit einem Bettlaken usw. zu beziehen. Wir willigen ein und Sandra freut sich auf die erste Nacht in der sie hoffentlich wieder richtig schlafen kann.

Wenig später treffen wir uns mit unseren Freunden Angenie und Peter aus Idahoe. Sie sind mit ihrem „Truck“ unterwegs der mehr ein Wohnmobil mit viel Bodenfreiheit (High Clearance) und Allrad-Antrieb (4×4 – Four by Four) ist. Gemeinsam lassen wir es uns im örtlichen „Old Jailhouse“ richtig gut gehen. Dies ist wirklich der alte „Knast“ aus der Zeit als hier noch die Desperados mit ihren Colts auf kleinen aber zähen Quarter-Horses die Gegend unsicher gemacht haben. Inzwischen gibt es dort ein leckeres Frühstück und das Restaurant ist so gut besucht, dass sich die Gäste in eine Warteliste eintragen lassen müssen. Angenie und Peter haben genau das kurz zuvor schon erledigt und so sind wir sehr schnell an der Reihe.

Nach dem Frühstück probieren kurz unsere neue Schlafgelegenheit aus. Dann geht es mit dem Auto zur Red Cliffs Lodge im nahe gelegenen wunderschönen Castle Valley. Dort buchen wir für Sandra ein „Horseback Adventure“. Sie wird am nächsten Morgen um 8h30 für drei Stunden in einer Gruppe von 8 Reitern und einem Guide auf einem Pferd das Castle Valley erkunden.

Später treffen wir uns erneut mit Angenie und Peter, diesmal zum Abendessen bei einem der vielen Mexikanischen Restaurants. Für mich gibt es einen Burrito mit grüner Sauce und etwas Sour Cream und Guacamole. Dazu ein Bier und der Tag ist gerettet. Ganz witzig ist, dass Angenie und Peter für eine Nacht im gleichen Motel eingecheckt haben und gleich zwei Zimmer weiter wohnen. Aber bereits am nächsten Tag werden sie weiter in Richtung Escalante reisen. Sandra und ich werden noch bis Donnerstag hier in Moab bleiben und dann vielleicht auch nach Escalante fahren. Dort könnten Sandra und Angenie einen gemeinsamen Ausritt buchen während Peter und ich vielleicht eine kleine Fotowanderung unternehmen.

Nachdem wir uns verabschiedet haben packe ich meine Fotosachen zusammen und mache mich selbst auf zum Marlboro Point.

This Night @ Marlboro Point #2

Eigentlich hatte ich geplant das Areal tagsüber zu erkunden um die nächtliche Anreise zu vereinfachen. Aber dann kam die Buchung des Pferde-Abenteuers dazwischen. So bin ich nun ganz allein in pechschwarzer Nacht unterwegs zu einer etwas abseits gelegenen Location. Sehr hilfreich ist dabei mein Garmin Colorado 300 das ich mit sehr detaillierten topografischen Karten bestückt habe. Doch selbst meine Navigations-Software „Copilot 9″scheint die Location zu kennen. Ich starte mal eine entsprechende Route und bekomme angezeigt, das sie unwegsame Streckenabschnitte enthält. Ok, darauf bin ich vorbereitet und genau deshalb habe ich den teuren großen Geländewagen gemietet.

Letztlich führt mich meine Navigations-Software aber direkt an einen Zaun mitten im nächtlichen Nirgendwo zwischen Dead Horse Point und Canyonlands National Park. Also geht es ein Stück zurück und nun verlasse ich mich lieber auf das topografische Kartenmaterial. So finde ich auch etwa 30 Minuten später einen Punkt wo ich mein Auto abstellen und den Rest des Weges bequem laufen kann.

This Night @ Marlboro Point #3

Mit dabei habe ich meine Nikon D800E mit dem Nikon AF-S 2,8/14-24mm und zusätzlich das alte aber extrem gute AiS 2,8/55mm Macro Objektiv. Außerdem habe ich einen Reserve-Akku, zwei Taschenlampen, eine Flasche Wasser, eine warme Jacke, Stativ, Reservebatterien, Kabelauslöser und mein HTC ONE samt Akkupack dabei. Während ich mit dem GPS in der linken Hand und der Kamera samt Stativ auf der rechten Schulter meinen Weg durch die nächtliche Wildnis suche leuchte ich den Boden mit meiner extrem hellen Taschenlampe des Typs „LED Lenser P7“ ab. Hier gibt es Skorpione, giftige Spinnen, Klapperschlangen und anderes Getier dem man lieber nicht begegnen möchte. Außerdem trage ich meine hohen Wanderstiefel und eine lange Hose die ich unten an den Stiefeln ganz eng zusammen geschnürt habe, damit nichts in das Hosenbein hineinkriechen kann.

Weil ich noch nicht weiß wo der eigentliche Marlboro Point ist und man in der Dunkelheit ohne Taschenlampe praktisch gar nichts sehen kann, halte ich zwischendurch immer wieder an und nehme bei allerhöchster ISO-Empfindlichkeit mit offener Blende und ca. 4s Belichtungszeit (ohne Rauschunterdrückung) einige schnelle „Orientierungsfotos“ auf. So finde ich nach etwa 30 Minuten tatsächlich einen sehr guten Punkt für schöne Fotos. Ein großes Problem ist der kräftige Wind, der nicht nur allerfeinsten Sand mit sich bringt, sondern auch kräftig an Kamera und Stativ rüttelt. Um die Angriffsfläche zu verringern winde ich den Kameragurt um das Stativ und klemme ihn an der Halterung ein die normalerweise verwendet wird und das Stativ zusätzlich zu beschweren.

Nach einer kurzen Suche finde ich auch eine etwas windgeschützte Ecke wo sich mein Stativ aufstellen lässt und ich eine gute Sicht auf die „Needles“ unten im Canyonlands National Park habe. Mit der Taschenlampe leuchte ich vorsichtig in alle Spalten und Ritzen zwischen den Steinen um sicher zu gehen, dass ich hier nirgendwo giftiges Getier überraschen kann. Aber alles ist „clean“ und so kann die Fotosession beginnen. Anfangs ist es noch stockfinster und so muss ich bei ISO-6400 fast 2 Minuten lang belichten um überhaupt etwas auf den Chip zu bekommen. Später reduziere ich die ISO-Empfindlichkeit auf ISO-800 und belichte satte 12 Minuten. Das ist eine lange Zeit und da wird einem schnell langweilig, besonders wenn die notwendige Rauschunterdrückung nochmals ganze 12 Minuten verschlingt. 24 Minuten für nur EIN Foto, das bekommt man eigentlich nur Nachts hin 🙂

Während ich drauf warte, dass die 12 Minuten endlich abgelaufen sind schaue ich mich etwas um und sehe ganz links von mir einen hellen Flecken am Horizont. Bei genauerer Betrachtung ist es der Mond der gerade hinter den Bergen in der Ferne aufgeht. Innerhalb von etwa 6 Minuten ist er komplett zu sehen und hat etwa während der Hälfte der Belichtungszeit meines Fotos die Szenerie ausgeleuchtet. Nun beginnt das bange Warten während die Rauschunterdrückung ihre Arbeit verrichtet. Am Ende ist das Foto entstanden das ich ganz oben in diesen Artikel eingefügt habe.

Während der Mond höher und höher steigt treten die vielen Millionen Sterne leider in den Hintergrund. Der Mond überstrahlt einfach alles. Die erhofften Fotos mit der Milchstraße über dem Marlboro Point gibt es heute also nicht. Aber statt dessen entstehen trotzdem eine sehr schöne Fotos die man erst beim zweiten Hinschauen als „Nachtaufnahmen“ erkennt. Als ich meine alles „im Kasten“ zu haben lasse ich mich doch noch einmal hinreißen trotz der staubigen Umgebung das Objektiv zu wechseln. Von einem etwas anderen Standpunkt aus entstehen nun noch einige Fotos mit dem alten Nikon AiS 2,8/55mm Micro Nikkor. Später muss ich feststellen, dass mir dieser etwas engere Blickwinkel auch gefällt und dass es durchaus die richtige Entscheidung war dieses Objektiv in die Jackentasche zu stecken.

This Night @ Marlboro Point #4

Zurück beim Auto nehme ich noch ein paar „Making Of“ Fotos auf und setze mich im Auto abermals für etwa 30 Minuten vor meine Kamera um etwas Material für ein weiteres  YouTube-Video zum Thema „Fotografieren bei Nacht“ aufzunehmen. Anschließend geht es über die teilweise extrem anstrengende Off-Road Piste zurück zum Adventure Inn nach Moab. Dort angekommen ist Sandra trotz allem noch wach. Sie kann derzeit einfach nicht gut schlafen. Ich habe alles gegeben um ihr einige Stunden mit ruhigem Schlaf zu gönnen, nun ist sie an der Reihe… Gegen 5h mache ich schließlich die Augen zu und als ich um 8h30 wieder wach werde bin ich allein. Sandra hat mich nicht geweckt um zur Red Cliffs Lodge gefahren zu werden sondern sie hat sich die Autoschlüssel geschnappt und ist selbst gefahren. Das mag ich an ihr, sie ist manchmal wirklich völlig unkompliziert.

This Night @ Marlboro Point - Making Of

So beginnt der dritte Tag in Moab mit der Sichtung meiner nächtlichen Beute. Auch wenn ich die erhofften Fotos mit der Milchstraße nicht hinbekommen habe, so sind dennoch einige wenige sehr coole Fotos entstanden die für alle Mühe und das nächtliche Abenteuer entschädigen.

Heute ist Montag, wir werden Moab am Donnerstag verlassen. Es ist also noch etwas Zeit für weitere Abenteuer. Vielleicht knöpfe ich mir den Delicate Arch im nahegelegenen Arches National Park auch einmal bei Nacht vor, schauen wir mal…

USA-2014 – Tag 17 – Die erste Nacht in Moab

Es ist der 18. Mai und uns bleiben noch 12 Tage um dieses großartige und extrem vielfältige Land zu erkunden. Rückblickend war für mich die Zeit im Yellowstone Nationalpark das Highlight der Reise. Allerdings sind hier nur wenige Fotos entstanden, weil ich jetzt in Begleitung bin und nicht mehr nachts darauf warten kann, dass sich die Milchstraße von ihrer besten Seite zeigt. So muss ich viele Eindrücke im Kopf und nicht auf einer Festplatte speichern. Das funktioniert sehr gut, leider kann man derart gespeicherte Eindrücke nicht „teilen“. Hier ist ein Foto das ich während unserer Anreise nach Moab im sonnigen Utah aufgenommen habe.

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Während es im Yellowstone National Park noch alles sehr ruhig war, herrscht hier in Moab nun ein wirklich buntes Treiben. Überall sind abenteuerlustige Amerikaner mit teilweise krassen 4×4 Fahrzeugen unterwegs. Fast alle Autos und Motorräder sind laut und knattern 24h am Tag die Hauptstraße hinauf und hinunter. Die Mehrzahl der Motels liegt direkt an der Hauptstraße und so nerven ganz besonders die rollenden Discotheken die mit exorbitant durchdringenden Bässen ganze Wohnblöcke beschallen. Dann gibt es die Typen die ihre Harley mit offenem Auspuff fahren und immer wenn sie kurz abbremsen müssen kurz den Gashahn aufreißen damit es nochmals schön knattert.

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Oder es sind da die Klimaanlagen die unaufhaltsam schier endlos vor sich hin rattern. Bei unserer Abreise in Cody hatten wir noch 9°C und bei der Ankunft in Moab waren es dann gleich 31°C – da ist eine Klimaanlage eine feine Sache, leider scheint es zumindest im Südwesten der USA keine einzige Klimaanlage zu geben die nicht laut und nervtötend vor sich hin rattert…

Hin und wieder gibt es das eine oder andere abgefahrene Motorrad zu sehen, aber eine Entschädigung für die nächtlichen Ruhestörungen ist das auch nicht.

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Und dabei fing alles so harmlos an. Auf unserem Weg nach Moab haben wir in einen überraschend großen und scheinbar vollständig auf Wintersport ausgerichteten Örtchen eine Pause eingelegt und bei einem Mexikanischen Restaurant einen Burrito mit der hausgemachten grünen Sauce probiert – köstlich!

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Bei unserem ersten Stopp kurz hinter der Grenze zwischen Wyoming und Utah war die Welt auch noch in Ordnung.

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Man beachte das Einschussloch unten im Logo! Was wir sehen ist Wyoming, wo wir sind ist Utah.

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Später beim „Flaming Gorge Reservoir“ herrschte himmlischer Frieden und die Aussicht am Cedar Springs Overlook war grandios.

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Auch beim ersten Abendessen in Moab hatten wir noch wirklich gute Laune…

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Aber dann kam die Nacht und am nächsten Morgen war alles anders… Am Vorabend im Motel in Rock Springs hatte ich versucht ein Zimmer im Adventure Inn in Moab zu bekommen. Leider kann man in diesem kleinen aber sehr gut von den Eigentümern geführten Motel nicht direkt buchen. Ich habe also auf der Webseite des Adventure Inn ein Resevierungs-Formular ausgefüllt und konnte danach nur hoffen, dass es klappt und wirklich ein Zimmer frei ist. Am nächsten Morgen war noch keine Antwort da und während wir unterwegs waren hatte ich keine Möglichkeit meine E-Mails abzurufen.

Als wir schließlich beim Adventure Inn in Moab eintreffen ist eigentlich alles ausgebucht. Hier ist gerade der Winter zu Ende gegangen und es beginnt die Hauptsaison in der viele sehr aktive Amerikaner nach Moab strömen um hier zu klettern, Rafting-Touren zu machen oder eben ein krasses Off-Road Abenteuer zu genießen. Daher sind aktuell die Hotels und Motels sehr gut besucht und es ist nicht einfach ein Zimmer zu bekommen. Im Adventure Inn ist noch EIN Zimmer frei, aber es hat nur EIN Bett und wir sind zu ZWEIT.

In der Hoffnung, dass es schon irgendwie gehen wird nehme ich das Zimmer für die nächsten fünf Tage. Das Zimmer ist auch wirklich gut, aber eben eher für EINE als für ZWEI Personen gedacht. Und so wird die erste Nacht auch gleich eine reine Strapaze. Ich kann nicht schlafen weil sich ständig der Kühlschrank ein und aus schaltet, draußen die Harleys knattern und sich danach die rollende Booooommm Booooommmm Disco mit dem böse grollenden 4×4 Jeep abwechselt. Ist endlich alles ruhig kommt garantiert wieder ein Walmart-LKW vorbei gedonnert…

Außerdem haben wir nur eine Bettdecke und die eigentlich recht gute Matratze schaukelt wie ein Schiff wenn ich mich umdrehe. Am nächsten Morgen ist Sandra völlig fertig. Immer wenn sie fast eingeschlafen war habe ich mich umgedreht und sie wieder wach geschaukelt. Während ich still und leise um 8h diesen Artikel schreibe kann sie endlich ein wenig schlafen. Ganz friedlich liegt sie jetzt im Bett und schnarcht ein kleines bisschen. Das klingt ganz niedlich nur bekomme ich hier langsam echt kalte Füße. Von der Hitze des Vortages ist hier nicht viel geblieben. Aber ich bin mir sicher, auch heute wird es zum Abend hin wieder ein heißer Tag werden.

Die erste Nacht in Moab war also eher eine Strapaze als eine Erholung. Wie es nun weitergehen wird weiß ich noch nicht. Vielleicht hat jemand abgesagt und es ist ein anderes Zimmer frei in dem es zwei Betten gibt? Ich werde das später mal erfragen. Eine Alternative wäre von Hotel zu Hotel zu wandern und zu fragen ob etwas frei ist. Aber die Chancen stehen nicht gut und die Preise der großen Hotels liegen teils jenseits von Gut & Böse.

Würden wir heute wieder auschecken und umziehen, so wäre dies ein Vergnügen das zwischen 600$ und 1.900$ kosten würde. Kein anderes Motel in Moab scheint so preiswert zu sein wie das Adventure Inn. Aber hier gibt es eben nur EIN Bett. Was tun? Na, ihr werdet es erfahren wenn es soweit ist…

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Update zur Mittagszeit

In den letzten Tagen haben wir uns per SMS koordiniert und heute konnte wir uns mit Angenie und Peter zum Frühstück treffen.

Kurz zuvor habe ich noch mit den beiden Eigentümern des Adventure Inn gesprochen. Sucht man im Internet nach diesem Motel so findet man Bewertungen wie „Well maintained“ oder „Properly operated by the owners“. Und ich muss sagen, es stimmt! Das Adventure Inn ist ein kleines feines Motel das zudem sehr preiswert ist. Alles ist sauber und in gutem Zustand und dass Sandra und ich nicht gut unter EINER Decke auf EINER Matratze schlafen können, dafür kann man niemanden verantwortlich machen. Und das tolle an diesem Motel ist, dass man hier immer darauf bedacht ist zufriedene Gäste zu haben. Da kein größeres Zimmer mit zwei Betten frei ist, haben wir jetzt eine zusätzliche Matratze in unserem Zimmer. So können wir sicher in den nächsten Tagen in Ruhe schlafen.

 

USA-2014 – Tag 16 – Auf nach Moab Utah

Nachdem wir in Rock Springs gut ausgeschlafen haben geht es zunächst erst einmal kurz in den Walmart nebenan. Dort besorgen wir uns alles für ein leckeres Picknick und machen uns auf den Weg nach Süden. Kurz nachdem wir die Grenze zu Utah passiert haben finden wir einen Aussichtspunkt mit wirklich großartigem Panorama. Dort werden die Brötchen mit Käse und Wurst belegt und während unsere Blicke in der Ferne schweifen, lassen wir es uns schmecken.

Heute hat Sandra zugesagt auch einmal ein längeres Wegstück zu fahren. So kann ich etwas mit meiner GoPro hantieren und mich vom Beifahrersitz aus darauf konzentrieren nach Tieren Ausschau zu halten. Aber heute finden wir leider nichts. Gestern hat Sandra kurz bevor wir den Yellowstone NP verlassen haben noch eine Bären Mama mit ihrem Baby vor das Teleobjektiv bekommen. Am Ausgang des Yellowstone NP stand dann auf einer riesigen Weidefläche eine große Herde mit Büffeln, es könnten etwa 100 Tiere gewesen sein, darunter sogar einige Babies!! Etwas später war dann noch ein Elchkuh neben der Straße im Sumpf zu sehen. In der Bucht bei den Grand Tetons gab es Vögel und wild lebende Erdmännchen. Kurz vor Sonnenuntergang kam sogar noch eine Truppe Pelikane vorbei geflogen. Vielleicht haben sie sich verirrt? Wie auch immer, wir haben noch lange über diese Tiere und ihre Reiserouten diskutiert.

Heute gibt es leider nichts von alledem. Einmal liegt ein totes Reh auf der Straße. Wildunfälle sind hier häufig und gehen mitunter nicht so glimpflich ab wie man es sich wünschen würde. Alle weiteren Rehe die ich heute zu sehen bekomme sind wirklich weit von der Straße entfernt und das ist auch gut so.

Bildschirmfoto 2014-05-16 um 23.45.25

Kurz bevor wir das Städtchen Price erreichen wechseln wir und ich fahre den Rest des Weges nach Moab. Während Sandra uns durch wunderbare Schluchten, verschneite Pässe und wilde Landschaften gefahren hat, muss ich nun nur noch das Lenkrad festhalten und den Tempomaten bedienen. So kommen wir schon gegen 17h in Moab an. Im Adventure Inn bekommen wir wieder ein Zimmer. Leider ist hier gerade Hochsaison und es ist praktisch alles ausgebucht. Das letzte Zimmer das wir bekommen hat nur ein relativ kleines Bett das hier als Queen Size bezeichnet wird. Ob wird es zu zweit in diesem Bett aushalten werden? Na schauen wir mal…

Unser Abendessen gibt es beim örtlichen Italiener. Das Essen ist der Hit und als wir anschließend noch bei MOYO (Moab Yoghurt) ein leckeres selbst zusammen gestelltes Sorbet genießen, ist das ein toller Abschluss für diesen Reisetag, der leider fast ohne Fotos auskommen muss.

USA-2014 – Tag 15 – Grand Teton National Park

Es ist Freitag der 16. Mai und es ist unser letzter Morgen in Cody Wyoming. Weil es am letzten Abend wegen der erschreckend weiten Wege im Yellowstone National Park wieder sehr spät geworden ist, schlafen wir lange aus und brauchen fast bis 11h bis wir endlich startklar sind. Bevor es losgeht verabschiede ich mich noch bei Petra vom Cody Cowboy Village. Sie gibt mir noch die E-Adresse des Motels und bietet an bei Fragen rund um das Reisen im Yellowstone National Park behilflich zu sein.

Falls jemand von Euch Fragen haben sollte, so kann er sich sicher auch an Petra wenden:

  • ccv@tctwest.net

Weil der Weg nach Moab in Utah landschaftlich sehr reizvoll aber auch sehr weit ist, haben wir uns entschlossen in Rock Springs / Wyoming einen Zwischenstopp einzulegen.

Bildschirmfoto 2014-05-17 um 20.15.14

Unsere Reise führt uns ein letztes Mal durch den wunderbaren Yellowstone National Park. Es liegt noch immer viel Schnee, aber es ist in den letzten Tagen bereits viel abgeschmolzen. Besonders in den Höhenlagen türmen sich die Schneemassen aber teilweise noch mehr als ca. 2 Meter hoch auf. Am Yellowstone Lake legen wir eine Pause ein. Der See ist nun schon teilweise eisfrei und die wunderbaren Wolken spiegeln sich sehr schön in der spiegelglatten Wasseroberfläche. Das ist doch ein Foto wert…

Mirror Lake #1 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Es geht weiter in Richtung Westen bis wir den Abzweig nach Süden zum Grand Teton National Park erreichen. Hier liegt fast kein Schnee mehr und wir sind guter Dinge, dass es auch sp bleiben wird. Aber dann steigt die Straße über viele Kilometer steil an und mit ihr die weißen Ränder links und rechts der Straße. Schließlich erreichen wir einen Pass der annähernd 3.000 Meter hoch ist. Kurz darauf kommt dann der wunderschöne verschneite Gebirgszug mit den Grand Tetons ins Bild. Als wir einen Abzweig zu einer kleinen Bucht sehen biege ich spontan nach rechts ab. Als ich wenig später an einem traumhaft schönen einsamen Strand stehe staune ich nicht schlecht wie sehr dieser Anblick doch dem berühmten Foto von Ansel Adams gleicht.

Es ist Zeit meine Nikon D800E und das AF-S 2,8/14-24mm auszupacken…

Mirror Lake #2 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Eigentlich ist das Licht eher bescheiden und wenn ich jetzt allein wäre würde ich sicher warten bis die Sonne hinter der Grand Tetons verschwindet und den Himmel (hoffentlich!!) wunderschön einfärbt. Aber ich ich bin jetzt in Begleitung und meiner Sandra will ich es nicht zumuten drei oder vielleicht auch vier Stunden auf ein einziges Foto zu warten. Also nehme ich Belichtungsreihen auf und schaue später am Abend was sich daraus zaubern lässt. Mit ziemlich viel Nacharbeit in Photoshop entsteht schließlich ein völlig surreales Abbild des Sees und der Grand Tetons. Es ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber ich mag es 🙂

Mirror Lake #3 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Besonders nach der Konvertierung mittels NIK Silver Efex macht es ein sehr gute Figur. Nun erinnert es mich schon fast an Ansel Adams 🙂

Grand Tetons in Ansel Adams Style

Als wir ins Rock Springs eintreffen ist es schon dunkel und die ersten Motels die wir ansteuern sind alle ausgebucht. Schließlich finden wir im Motel 8 ein einfaches aber zweckmäßiges Zimmer zum Preis von 64$ – also ca. 50 Euro. Dort werden noch schnell die Fotos des Tages auf Festplatten kopiert und dann geht auch schon das Licht aus.