Das perfekte Stativ – Teil 9

Wer viel auf Reisen ist und auf ein Stativ nicht verzichten möchte steht bei jeder neuen Reise vor der Herausforderung sich für ein großes stabiles Stativ oder ein kleines leichtes Reisestativ zu entscheiden. Ich habe oft beides dabei, das große Stativ verwende ich an allen Locations die bequem erreichbar sind und bei denen ich nicht weit laufen muss. Steht aber eine etwas abgelegene Location auf dem Tagesprogramm, so kommt nur ein leichtes Stativ in Frage. Wenn ich mich in der Vergangenheit mal wieder gegen ein Stativ entschieden habe, so war ich meistens irgendwann gefrustet weil ich es doch hätte brauchen können.

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da konnten die Kameras nicht groß und schwer genug sein. Statt „Weniger ist mehr“ dachte ich mir „Size matters“ und habe parallel zum viel zu schweren Stativ auch noch eine viel zu schwere Fotoausrüstung mitgeschleppt. Spätestens seit ich die Vorzüge kleiner Sensoren für mich entdeckt habe, bin ich immer öfter mit kleinem leichten Marschgepäck unterwegs. Hin und wieder habe ich sogar nur noch eine kleine Micro-Four-Thirds Kamera mit einigen wenigen ausgesuchten leichten Objektiven dabei. Inzwischen ist bei mir also „weniger“ wieder „mehr“.

Immer mehr Kameras können Videos in sehr guter Qualität aufnehmen. Mein Video zur USA-Reise im Jahr 2011 hat mir wirklich viel Mühe bereitet, aber wenn ich es anschaue ärgere ich mich über die vielen verwackelten Passagen. Hätte ich mehr mit einem Stativ gefilmt so wäre das Ergebnis deutlich besser geworden. Doch nicht mit jedem Stativ lässt es sich auch gut filmen. Daher habe ich mich in den letzten Wochen nach einem Stativ umgeschaut das ausreichend stabil für eine etwas größere Kamera ist, relativ leicht ist und ein gutes Handling bei der Aufnahme von Video-Material ermöglicht.

Mit dem neuen Alta CA 233-AGH hat der Zubehörhersteller VANGUARD ein Stativ im Programm das diesem Idealbild eines Reisestativs sehr nahe kommt.

Aktuell läuft ein Gewinnspiel, das am 7. Juli um 17h endet!!

Gewinnspiel-Vanguard-Alta-CA

Wer hier kein Glück hat, der kann dieses Stativ bei einem gut sortierten Fotohändler oder auch bei MediaMarkt oder Saturn in Ruhe anschauen. Besonders der neue GH-30 Pistolengriff ist eine sehr gelungene Konstruktion. Alternativ kann man es natürlich auch bei amazon.de erwerben.

Für alle die noch nicht wissen welches Stativ für sie das Richtige ist, habe ich hier eine Liste meiner Artikel zu diesem komplexen Thema zusammengestellt:

 

USA 2014 – Der Trailer

 

Nach einer langen Reise alle Eindrücke in einem umfangreichen Video zusammenzufassen ist wirklich viel Arbeit, aber man erlebt während dadurch die Reise ein zweites Mal. Wieder und wieder ist man auf der Suche nach passenden Video-Sequenzen. Schaut sich das Zusammenspiel von Bildern und Musik wieder und wieder an bis man entweder total genervt ist oder im besten Falle zu einem schönen Endergebnis kommt.

Ich bin nun schon seit zwei Wochen zurück aus den USA und die Arbeiten an meinem „großen Reisebericht“ gehen nur schleppend voran. Der Alltag hat mich eingeholt und zudem ist das Wetter so schön, dass es mich mehr lockt gemeinsam mit meinem Freunden eine Runde mit dem Motorrad zu drehen als stundenlang im abgedunkelten Kämmerchen zu sitzen und an meinem Video zu arbeiten. Sobald der Sommer vorbei ist und die Tage wieder kürzer werden ist sicher mehr Zeit und Muße diese tolle Reise audiovisuell aufzuarbeiten.

Ich bin sehr gespannt was letztlich dabei herauskommen wird!

Für alle die es noch nicht kennen, habe ich hier das Video der USA-Reise aus dem Jahr 2011.

USA-2014 – Tag 30 – Die Heimreise

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Die letzte Nacht in Las Vegas ist wieder unangenehm warm. Im Zimmer über uns poltert ein übergewichter Mensch herum und schrittweise mehren sich meine Befürchtungen, dass er gleich durch die Decke hindurch brechen wird. Aber die Decke erträgt ihn, nur unsere Nerven eher nicht. Sandra schläft wieder mit Ohropax, also diesen Stöpseln für die Ohren aus Wachs. Hat man die in den Ohren, so hört man seinen eigenen Herzschlag zwar unangenehm laut, aber fast nichts mehr von der Umgebung. Meine Sandra hat einen sehr leichten Schlaf und ohne diese Stöpsel würde sie kein Auge zutun. Ich war schon oft sehr froh, dass sie es nachts auf sich nimmt mit diesen Stöpseln in den Ohren zu schlafen.

Gegen 4h am Morgen wird das Poltern so laut, dass sie sogar trotz der Ohrenstöpsel aufwacht. Aber vielleicht ist auch ein Stück Reisefieber im Spiel, wer ist davor schon gefeit? Indes höre ich von alledem nichts, weil ich endlich eingeschlafen bin. Erst als um 5h praktisch zeitgleich die Wecker in unseren Telefonen anschlagen werde ich wach. Während Sandra im Bad verschwindet habe ich noch Gelegenheit um richtig wach zu werden.

Um kurz vor 6h sind wir dann startklar. Sandras Flug geht um 8h30 zunächst nach Chicago, dem größten Flughafen der Welt und dann weiter nach Düsseldorf. Der Aufenthalt in Chicago wird etwa 2h betragen, gerade genug um sich die Beine zu vertreten und kurz die Toilette aufzusuchen. Für Menschen die eine regelrechte Phobie im Bezug auf die Toilettenanlagen in Flugzeugen hegen sind Zwischenlandungen eher eine willkommener Umstand. Da Sandra mit einem Inlandsflug startet, fliegt sie an Terminal 1 ab. Mein Flieger geht um 14h30 non stop nach Frankfurt ab Terminal 3. Auch muss ich zuvor meinen großen Mietwagen in der Gilespie Street am Car Rental Center abgeben. Dort muss ich darauf achten nicht wieder versehentlich in den falschen Shuttle-Bus einzusteigen. Im Jahr 2009 hat mir das eine schweißtreibende Wanderung mit vollem Gepäck quer über den Flughafen beschert.

Aber zunächst packe ich erst einmal in aller Ruhe meine Sachen zusammen und kontrolliere nochmals den Mietwagen. Weil mein Koffer auf dem Hinweg statt der erlaubten 20 Kilogramm exakt 23 Kilogramm wog muss ich auf dem Rückweg Gewicht einsparen. Aktuell kann man bei Air Berlin oder Lufthansa mit 23 kg schweren Koffern fliegen. Aber bei Condor sind nach wie vor nur 20 Kilogramm erlaubt. Mein Sparprogramm sieht vor, dass ich ein altes verwaschenes Hemd und einige ausgeleierte Unterhosen anständig verpackt in einer Plastiktüte im Hotel in den Müll gebe.

Außerdem werde ich die schweren Wanderschuhe während des Fluges an den Füßen tragen. Sandra hat sich bereiterklärt mein zweites kleine Benro-Stativ – das ich gar nicht benutzt habe – wieder mit nach Deutschland zu nehmen. So kann ich das Gewicht meines Koffers tatsächlich auf ziemlich exakt 20 Kilogramm drücken. Nun stellt sich noch die Frage was ich mit den übrigen Dingen mache. Im April habe ich mir im Bahnhof in Mainz einen USA-Reiseführer gekauft. Ich dachte ich würde mal darin lesen, aber das war ein Fehler. Das Ding ist klobig und schwer und genutzt habe ich es überhaupt nicht. Aber um ihn hier wegzuwerfen ist er zu schade.

Die Lösung für Teil II meines Gewichtsproblems ist schnell gefunden. Statt meinen Fotorucksack bequem in meinem kleinen Handgepäck-Koffer zu transportieren, werde ich ihn mir auf die Schultern schnallen und an seiner Stelle mein Notebook und alles was noch im Zimmer herumliegt in den kleinen Koffer packen. Am Ende wiegt mein Handgepäck doch relativ schwer und statt der erlaubten „kleinen Notebooktasche“ habe ich einen erwachsenen Fotorucksack auf den Schultern. Aber links und rechts habe ich meine Fleece-Jacke und meine GoreTex-Wanderjacke festgezurrt. So sieht er nach einem normalen Wanderrucksack aus und der erscheint relativ harmlos. Dass dort drei Kameras, 11 Objektive und Zubehör im Gesamtwert von rund 14.000 Euro verstaut sind sieht man ihm echt nicht an.

Gegen 9h plagt mich dann doch der Hunger. Zwar liegt hier noch ein große Tüte mit mehren Äpfeln und Apfelsinen, aber ich möchte gern ein letztes „authentisches“ Frühstück zu mir nehmen. Also geht es ein letztes Mal allein rüber ins Coco’s. Am Abend habe ich noch gedacht, dass jemand die Fenster geputzt hat, aber nun kann ich sehen, dass Sandra recht hatte und noch alles so verstaubt ist wie an den Tagen zuvor. Dieses Restaurant ist echt ziemlich herunter gekommen, aber ich mag es trotzdem. Es hat 24h geöffnet und die echt große Mannschaft ist immer wieder sehr freundlich und zuvorkommend. Was man dort bestellt schmeckt in der Regel recht gut, auch wenn es keine kulinarischen Hochgenüsse sind. Aber das erwarte und brauche ich zu meinem Glück auch gar nicht. Ein gut gemachter Burger mit knusprigen French Fries, Kaffee bis zum Umfallen und eine sehr nette Bedienung, das alles zum halben Preis dessen was man um die Ecke auf dem „Strip“ bezahlt und schon bin ich happy.

Frisch gestärkt sage ich an der Rezeption kurz „Ok bye bye, see you next year…“ und mache mich auf den Weg zur Car Rental Station. Dort läuft alles glatt, man muss nur höllisch aufpassen, dass man auch beim richtigen Vermieter landet. Das Fahrzeug wird kurz gecheckt, es ist alles ok aber es braucht eine sehr gründliche Reinigung und seit Tagen fordert der Bordcomputer zu einem Ölwechsel auf.

Auf den Shuttle-Bus muss ich nur kurz warten, die Fahrt zum Terminal 3 dauert nur ein paar Minuten. Am Flughafen bin ich vom völlig neuen Terminal 3 zunächst etwas überfordert. Wo zum Teufel sind die Schalter von Condor? Etwa in der Mitte des ewig langen Terminals ist ein großer Bereich mit einer Sicherheitscontrolle. Viele Menschen strömen dort hinein und es Schild weist darauf hin, dass man hier auch als Condor-Kunde richtig ist. Doch als ich gerade mit meinen beiden Koffern und meinem Fotorucksack den Slalom-Parcours vor der Sicherheitskontrolle betreten will, tippt mir ein Angestellter des Flughafens auf die Schulter und fragt mich wohin ich denn mit meinem großen Koffer möchte und ob ich denn schon eine Bordkarte habe.

Ich bin ich irgendwie leicht überfordert und schließlich sehr froh, dass er mir erklärt wo ich denn den Schalter von Condor finde. Es kam mir auch komisch vor, eine Sicherheitskontrolle noch vor dem Check-In, das konnte ich mir auch gar nicht so recht vorstellen… Der Condor-Schalter ist am gegenüberliegenden Ende des Terminals, die Wege sind hier überraschend weit.

Am Condor-Schalter angekommen ist dieser sogar schon geöffnet. Gleich neben dem Schalter steht eine schon etwas ältere kleine Frau mit schulterlangem blonden Haar die ich hier schon in den letzten Jahren immer wieder gesehen habe. Ich sage kurz „Hallo“ und frage ob ich denn schon einchecken kann. Sie erklärt mir, dass sie die Schalter für die „Early Birds“ nun schon immer viel früher öffnen, um lange Schlangen zu vermeiden und so das Einchecken zu erleichtern. Vor mir steht nur ein einziges Paar und so bin nach einigen Sekunden schon an der Reihe. Ich zeige kurz meinen Reisepass vor und stelle meinen Koffer auf die quadratische etwa 1×1 Meter große Fläche der Waage. Es gibt hier kein Förderband, der Mitarbeiter muss jedes Gepäckstück selbst von der Waage herunter wuchten und auf eine zentrales Förderband hinter sich stellen.

Mein Koffer hat knapp über 20 Kilogramm, das ist ok. Während der Mitarbeiter eine Banderole am Griff meines Koffers befestigt frage ich dummerweise, ob er auch einen Aufkleber für mein Handgepäck hat. Damit ist er auf meinen kleinen Koffer aufmerksam geworden. Ich muss ihn jetzt auch auf die Waage stellen. Die Waage zeigt 13 Kilogramm. „Hey man, that’s to heavy! 8 are ok but this has 13!!!“ Mist, das ging daneben, was nun? Ich frage wie ich das Übergewicht bezahlen kann. Er antwortet nur kurz „Gar nicht!“ Hm, was nun? Er bittet mich mein „Pack“ auch auf die Waage zu stellen. Was meint er nur? Ah, er meint meinen Rucksack, das nennt man hier ein „Pack“. Ich wuchte den schweren Fotorucksack von den Schultern und stelle ihn zu meinem Koffer dazu. Der Condor-Mitarbeiter runzelt kurz die Stirn und sagt dann „Ok, man, that’s ok…“ und klebt eine Banderole an meinen kleinen Koffer. „Approved Cabin Baggage“ ist darauf zu lesen. Ich bekomme mein Ticket und mache mich auf den Weg zurück zur Sicherheitskontrolle. Als der Mitarbeiter, der mich zuvor aus der Zone heraus gepfiffen hat, mit meinem Ticket sieht grinst er mich an und sagt nur „Hi man, that’s much better!“

Kurz vor der Sicherheitskontrolle werde ich von einem Security-Mitarbeiter gefragt „You’re travelling on your own?“ – Ja, ich reise allein! Ich werde aus der Schlange heraus durch ein kleines Tor geschoben. Dort steht nun ein anderer Security-Mitarbeiter vor mir. Ich weiß nicht was das soll und was er von mir will, aber er bittet mich nur meine rechte Hand auszustrecken. Er hat eine Art Stab aus Kunststoff an dem er ein kleines Plättchen gefestigt das einen Durchmesser von etwa 4 cm hat. Auf einer Seite ist ein heller Stoff aufgeklebt. Damit streicht er mir kurz über die Innenseite meiner Hand. Das Plättchen steckt er danach in ein Gerät, drückt einen Knopf, wartet kurz und sagt mir dann, dass alles ok ist und ich zur Sicherheitskontrolle gehen kann. „Was war denn das??“

Bei der Sicherheitskontrolle gibt es anschließend sowas von gar keinen Stress, dass ich es kaum glauben kann. Mein iPad ist samt MacBook in meinem kleinen 13 kg schweren Koffer verstaut. Ich muss ich nicht öffnen und nichts einschalten, es geht so wie es verpackt ist durch den Scanner. Auch mein „Pack“ geht so durch wie es ist, keine Feinstaubprobe, keine Sichtkontrolle, nichts – ich bin überrascht! Nicht einmal meine dicken Wanderschuhe muss ich ausziehen!

Hinter der Kontrolle sehe ich eine kleine Sitzecke und eine Ladestation für Telefone und Computer. Weil mein Smartphone fast am Ende seiner Reserven ist, schließe ich es via USB-Kabel an einen der USA-Ports an. Ob die NSA jetzt schnell ein Backup zieht kann ich leider nicht kontrollieren, aber der Akku wird recht schnell aufgeladen. Es gibt ein offenes kostenloses WiFi Netzwerk das sogar sehr schnell ist. Mit meinem iPad schaue ich ein letztes Mal kurz in meinem E-Mails und schaue anschließend nach wie und wo ich denn abfliegen werde. Auf der Web-Seite des Flughafens findet man alle Infos zu seinem Flug, es ist alles sehr übersichtlich gestaltet. So muss man gar nicht herumlaufen und immer wieder auf eine der Anzeigetafeln schauen, sondern kann einfach mit dem iPad schauen ob der eigene Flieger pünktlich ist oder Verspätung hat. Ein sehr guter Service!

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Mein Flieger geht denn auch recht pünktlich vom Gate E3. Mein Sitzplatz ist 7A, also die zweite Reihe der Premium Economy. Ich habe hier recht viel Platz und kann meine Füße komplett unter dem Sitz meines Vordermannes ausstrecken. Überraschender Weise habe ich Sitzplatz 7A direkt am Fenster. Eigentlich hatte ich gedacht ich würde wieder am Gang sitzen. Aber ein kurzer Blick in meine Buchungsbestätigung zeigt mir, dass ich tatsächlich einen Fensterplatz reserviert hatte. Das ist prima, denn so kann ich mit meinem Handy ein wenig filmen während wir über Las Vegas in der Luft sind.

Als der Flieger fast voll ist steht plötzlich eine junge Frau mit einem gewaltigen roten Rucksack neben mir. Sie versucht ihn über mir in das Gepäckfach zu wuchten. Aber er ist ihr zu schwer und irgendwie hängt er mit seinen Schnallen auch fest. Sie schaut reichlich verzweifelt aus und drückt mit Schultern und Kopf von unten dagegen. Aber der große Rucksack bewegt sich nicht. Schnell öffne ich meinen Sitzgurt und kurz darauf haben wir das dicke Ding dann doch verstaut. Die Frau reicht mir ihre Hand und stellt sich vor „Hi, my name is Morgan!“ Sie ist also meine Nachbarin für unseren Flug nach Frankfurt.

Morgan ist sehr nett und wir unterhalten uns fast 6 Stunden lang. Sie will nach Freiburg und dort für zwei Monate beim Göthe Institut einen Deutschkurs besuchen. Anschließend soll es eine Trekking Tour entlang der Grenze zwischen Deutschland und Österreich geben. Das klingt nach einer schönen Zeit und dies während es in Bayern einladend warm ist. Das erscheint mir kein schlechter Plan zu sein!

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Irgendwann sind wir beide so müde, dass wir aufhören uns über Filme oder Gott und die Welt zu unterhalten und einschlafen. Doch mein Schlaf währt nicht wirklich lange. Etwa drei Stunden bevor wir Frankfurt erreichen werde ich schon wieder wach und vertreibe mir die Zeit mit dem Board-Entertainment-System. Es gibt einen Film mit vielen Stars, der auch noch von Ridley Scott produziert wurde. Der Streifen heißt „The Counselor“ und macht wegen des enormen Star-Aufgebotes zunächst echt Eindruck. Aber letztlich bin ich mehr als enttäuscht. Der Film ist echt langatmig und das Ende eher schwach. Später lese ich noch kurz eine relativ vernichtende Kritik auf http://www.filmstarts.de die mich in meiner Meinung bestätigt. Hier wurde viel Potential verschenkt.

In Frankfurt klappt auch alles problemlos. Ich kann Morgan noch kurz eine Visitenkarte geben und dann ist sie auch schon unterwegs nach Freiburg. Ich selbst muss noch eine gefühlte Ewigkeit auf meinen Koffer warten. Aber letztlich taucht er doch noch auf. Mit einem Taxi geht es zu meinem kleinen Mainzer Appartement. Es ist ein VW-Minivan mit Automatik-Getriebe und recht starkem Diesel-Motor. Eigentlich kein schlechtes Auto, nur der Taxifahrer macht mich komplett wahnsinnig. Nicht nur, dass er fährt wie eine wilde Sau, er tritt auch immer in Intervallen voll auf das Gaspedal um dann wieder abzubremsen. Ich fühle mich mehr und mehr an den Charakter von Armin Müller Stahl im Film „Night on Earth“ erinnert. Im Film konnte dieser „Helmut Lambscheid“ auch kein Taxi fahren und schließlich hat der Zuhälter den er transportieren sollte es geschafft selbst auf den Fahrersitz zu rutschen. Gern würde ich es auch versuchen, aber ich sitze hinten im Taxi und wir sind schon auf der Autobahn.

Von dem ganzen „Gas – Bremse – Gas – Gas – Bremse – Gas – Bremse – Bremse“ wird mir unglaublich übel. Ich bin nach dem langen Flug eh etwas angegriffen und nun bin ich kurz davor mich in einem fast neuen Taxi übergeben zu müssen. Krampfhaft versuche ich unter der herunter geklappten Sonnenblende vor dem leeren Beifahrersitz den Horizont zu fixieren um nicht komplett seekrank zu werden. Es klappt mehr schlecht als recht und als wir endlich angekommen sind bin ich froh, dass diese Höllenfahrt ohne eine echte Schweinerei abgegangen ist. Aber vielleicht sollte man diesem Fahrer sein Taxi man komplett von oben bis unten vollkotzen, damit er endlich merkt dass er nicht Auto fahren kann…

In meiner kleinen Bude ist es dunkel und es riecht etwas muffig. Da tut es gut die Fenster zu öffnen und eine Weile draußen im Garten zu sitzen. Gern würde ich jetzt ein kaltes Bier trinken, aber mein Kühlschrank gibt nur noch eine letzte Flasche „Binonade Cola“ her. Aber das ist ok, ich möchte ja noch mit dem Auto zum Einkaufen fahren.
Nach einem längeren Schwätzchen mit meinen sehr netten Nachbarn geht es kurz unter die Dusche und anschließend runter in die Tiefgarage. Mein kleiner Silberpfeil ist noch da und mein altes blaues Projektmotorrad wartet auch geduldig auf mich – Strike!!

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Als ich in den Sitz meines Autos falle denke ich nur „Wow, ist das tief…“ Nach mehr als 4 Wochen die ich in meinem riesigen Geländewagen klettern musste ist das ein echt krasser Unterschied. Auch muss ich erst einmal schauen wie denn hier die Handbremse gelöst wird und überhaupt ist hier alles so ungewohnt und doch so seltsam vertraut.

Als sich dann auf der Straße das Dach öffnet bin ich mit meinem Schicksal wieder im Reinen. Es ist gar nicht schlimm daheim in Deutschland zu sein! Und als das kleine silberne Ding dann beim ersten Druck auf das Gaspedal giftig abschießt habe ich ein breites Grinsen im Gesicht. Mein erstes Ziel ist ein McDonalds ganz in der Nähe. Ich mag heute nicht allein in einem richtigen Restaurant herum sitzen. Und weil mein Magen höllisch knurrt möchte ich einfach nur schnell irgendetwas zu Essen haben. Also gibt es einen 9er mit Fitten und Barbecue Sauce. Das kommt irgendwie ganz gut, ich gehe hier eigentlich sehr gern essen, auch wenn man das gar nicht laut sagen sollte 🙂

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Frisch gestärkt lenke ich mein Auto bei tollsten Wetter mit offenem Dach durch die Rheinhessischen Weinberge, das Leben kann so schön sein! Nach etwa einer Stunde fallen mir fast die Augen zu. Ich biege einfach schnell in einen kleinen Feldweg ein und halte mitten zwischen den Weinreben unter freiem Himmel ein kleines Schläfchen am frühen Nachmittag. So kann man die Rückreise doch sehr gut ausklingen lassen. Später geht es noch in den Supermarkt und bewaffnet mit Würstchen, Steak, Bier, Brot, Käse, Wurst und was man sonst noch braucht zurück zu meiner kleinen Bude. Doch die Muße den Gasgrill aus dem Gartenhäuschen zu holen habe ich heute nicht mehr. Während ich mir einige Folgen der 5. Staffel von Californication anschaue fallen schließlich die Augen zu, ich bin wieder daheim…

USA-2014 – Tag 29 – Lake Mead

Es ist der letzte „richtige“ Tag unserer Reise. Schon morgen werden wir mit gepackten Koffern in Richtung Deutschland aufbrechen. Wie an allen Tagen die wir bislang zusammen in Las Vegas verbracht haben gönnen wir uns auch heute in Coco’s Restaurant ein leckeres Frühstück. Das Restaurant ist krass herunter gekühlt, so dass uns richtig kalt wird und ich mich an meinem heißen Kaffee wärmen muss. Als wir das Restaurant verlassen trifft uns fast der Schlag, der Unterschied ist immens und obwohl wir erst kurz vor 10h am Morgen haben, zeigt das Thermometer schon satte 33°C. Ich möchte gar nicht wissen wie es hier im Hochsommer zugeht…

Einige Minuten später brechen wir auf in Richtung Lake Mead. Ich fahre einfach irgendwelche Straßen die in südlicher Richtung führen. Dort werden wir zwangsläufig irgendwann den Lake Mead Boulevard kreuzen, der uns in östlicher Richtung zum Lake Mead führen wird. Der Bordcomputer zeigt mir an, dass der verbliebene Sprit noch für etwa 100 Kilometer reichen wird. Also tanke ich ein letztes mal für 30$ nach.

Lake Mead from the air - Nikon D300

Auf unserem Weg zum Lake Mead Boulevard durchqueren wir Teile der Stadt in denen die ärmeren Menschen wohnen. Vom Glanz der Casinos ist hier nur noch wenig zu sehen. Als wir auf eine Hauptstraße in Richtung Norden abbiegen fallen mir lauter Gebäude von Steuerberatern auf die wie die Perlen auf einer Schnur den Straßenrand säumen. „Better call Saul“ geht es mir durch den Kopf. Hier sieht wirklich alles aus wie in der Fernsehserie Breaking Bad und es würde mich nicht überraschen am Straßenrand ein Werbeplakat von Saul Goodman zu erblicken.

Einige Meter hinter der Stadtgrenze sind wir schlagartig ganz allein. Es ist fast unheimlich wie abrupt das urbane Leben endet wenn man Las Vegas in Richtung Osten verlässt. Die Gegend ist hügelig und die Felsen schimmern in warmem braun und rot. Nach einigen Kilometern erreichen wir den Eingang zum Nationalpark. Ich zeige kurz meinen Personalausweis und meinen „Annual National Park Pass“ und schon kann es weitergehen. Die 80$ für diese Jahreskarte haben sich inzwischen schon mehrfach ausgezahlt.

Etwa 50 Kilometer nach unserer Abfahrt in Las Vegas biege ich nach rechts auf eine Schotterpiste ab. Ich habe die Hoffnung, dass wir hier ein wenig unsere Füße im Lake Mead abkühlen können. Aber aus der anfangs noch gut erkennbaren Schotterpiste wird sehr schnell ein felsige unübersichtliche Angelegenheit die uns nur wenig Freude bereitet. Letztlich landen auf einem kleinen Hügel mit Blick auf einen kleinen Ausläufer der Lake Mead. Hier hat jemand Steine in einem Kreis zusammen gelegt und ein Lagerfeuer entfacht. Auf dem Hügel weiter rechts parkt ein weißer Geländewagen. Noch weiter außen hat jemand den Zugang zum See gefunden und lässt gerade ein Sportboot zu Wasser.

Auf der linken Seite kann ich von oben in eine kleine Bucht schauen. Sie ist gezeichnet von unendlich vielen Reifenspuren und es sieht aus als hätte sich Steve McQueen hier mit seinem Strand-Buggy mehrere Stunden lang ausgetobt. Was ich auch sehen kann ist ein Jeep Wrangler der kurz vor dem Umkippen fast zur Hälfte im Schlamm direkt an der Grenze zum Wasser feststeckt. Etwa 30 Meter weiter steckt ein großer weißer Pickup ebenfalls tief im Morast. Wahrscheinlich hat er sich beim Versuch den Jeep herauszuziehen selbst fest gefahren. Etwas höher steht ein dritter Truck und es laufen einige Männer umher die scheinbar beratschlagen wie sie beide Fahrzeuge bergen sollen. Im folgenden Bild sind die Autos ganz ganz winzig zu erkennen…

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Lake Mead from the air - Nikon D300

Auf meinem Rückweg zum Auto bin ich froh, dass ich solche Abenteuer bislang noch nicht begangen habe. Also eigentlich muss ich sagen, fast nicht begangen habe 🙂 Im Jahr 2009 hatte ich als Mietwagen einen Nissan XTERRA. Dieses Auto war zwar nicht schön und auch nicht komfortabel, aber es hatte enorm viel Bodenfreiheit und man konnte das Getriebe „untersetzen“, also die Übersetzung aller Gänge mit einem zusätzlichen Hebel verkürzen. Außerdem gab es noch eine separat zu aktivierende Differentialsperre. Damit bin ich wirklich überall wieder heraus gekommen. Mit dem aktuellen annähernd doppelt so schweren und rund 40% längeren Fahrzeug würde ich nicht versuchen bspw. den Escalante Volcano via Harris Wash zu erreichen. Mit dem Nissan XTERRA war das alles kein Problem.

Nach unserem letzten kleinen Off-Road-Ausflug geht es weiter zur Echo Bay. Hier war ich vor vier Wochen mal kurz in den Abendstunden und ich möchte mir die Bay nun bei Tageslicht etwas näher anschauen. Als wir dort eintreffen ist die Rampe für das zu Wasser lassen von Booten aller Art gesperrt. Als wir mit dem Auto direkt vor der Absperrung stehen kann ich auch sehen warum, der Wasserstand im Lake Mead hat sich in den letzten vier Wochen so drastisch verändert, dass der Steg an dem bei meinem letzten Besuch noch Kinder freudig in den See gesprungen sind, komplett in gelblichem Wüstensand steht. Die Marina etwas weiter draußen ist verlassen und einige Teile stehen schief, weil sie offensichtlich wegen des geringen Wasserspiegels nicht mehr schwimmen sondern bereits auf dem Grund aufliegen.

Hier ist heute nichts wirklich schönes mehr zu erwarten und so wende ich das Auto und fahre zurück zur Hauptstraße. Gleich oberhalb der Rampe ist ein verlassenes Hotel. Es macht gar keinen schlechten Eindruck, aber wer will schon an einer einsamen Bucht seine Zeit verbringen an der es Ende Mai zur Mittagszeit schon 40°C heiß ist? Welche Temperaturen hier im Hochsommer herrschen mag ich mir gar nicht ausmalen…

Unser nächstes Ziel ist Overton im Moapa Valley. Hier ist es deutlich grüner und als wir dort eintreffen hat sich im Vergleich zu meinem ersten Besuch vor vier Wochen nicht viel verändert. Lediglich die Pflanzen und Bäume die Anfang Mai noch in voller Blüte standen sind jetzt einfach nur langweilig grün. Gegenüber vom örtlichen McDonalds Restaurant schauen wir uns das „Sugar“ mal genauer an. Es ist eine echt urige Mischung aus Bar und Restaurant. Es ist richtig kalt dort drinnen und überraschend gut besucht. Wir bestellen uns Burger mit French Fries, ein letztes Mal…

Bei einem großen Glas Dr. Pepper mit irrsinnig viel Eis lasse ich mir meinen Burger schmecken. Sandra hat sich den Piraten-Burger mit Jalapenjos bestellt. In Deutschland würden wir es einen Burger mit Peperoni nennen. Die kleine grüße Zutat ist so scharf, dass meine Sandra die Mehrzahl davon aussortieren muss um ihren Pirate-Burger essen zu können.

Unser Essen kostet knapp 20$, inkl. Trinkgeld also glatte 25$. Das ist ungerechnet nicht viel mehr als man gegenüber bei McDonalds bezahlen würde, nur dass hier alles frisch und aus guten Zutaten für uns zubereitet wurde.

Als wir das Restaurant verlassen ist der Unterschied noch viel krasser als am Morgen bei Coco’s Restaurant. Im Restaurant waren es laut meiner Timex Quartz-Tide-Temp kalte 18°C, draußen sind es jetzt 40°C. Es fühlt sich an als würde man eine Sauna betreten, im Auto ist es noch viel wärmer, obwohl es nur etwa eine Stunde in der Sonne gestanden hat. Das übersteigt hier alles meine Schmerzgrenze. Ich mag es ja warm, dabei das ist mir hier echt zuviel. Während die Klimaanlage sich damit abmüht in unserem Backofen ein kuschelig warmes Ambiente zu schaffen steuere ich unser schwarzes Monstrum durch das Moapa Valley nach Norden. Nach einigen Kilometern erreichen wir die Interstate 15 die Las Vegas und Salt Lake City verbindet. Hier biegen wir in Richtung Süden ab, es sind noch rund 80 Kilometer bis nach Las Vegas.

Lake Mead from the air - Nikon D300

Als wir wieder am Motel 6 eintreffen ist es fast 16h. Wir räumen das Auto leer und beginnen damit unsere Koffer zu packen. Die Klimaanlage lief während unseres Ausflugs auf Hochtouren und so ist es in unserem kleinen Zimmer angenehm kühl. Den Zimmermädchen habe ich gestern versehentlich kein Trinkgeld auf das Kopfkissen gelegt. Daher habe ich heute 5$ spendiert. Als kleines Dankeschön haben sie die Klimaanlage nicht abgeschaltet.

Als die Koffer gepackt sind beginne ich diesen Artikel zu schreiben, meine Sandra vergnügt sich während dessen im Pool. Als sie nach einer halben Stunde zurückkommt ist sie so erfrischt, dass sie sich unter der Dusche aufwärmen muss. Diese Stadt ist wirklich eine Stadt der Extreme.

USA-2014 – Tag 28 – Las Vegas

Wir haben noch zwei Tage bis zur Rückreise nach Deutschland. Wie gewohnt frühstücken wir auch heute in Coco’s Restaurant. Die Mitarbeiter kennen uns nun schon und begrüßen uns mit „Thank you for coming back!“ Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Auto den Strip hinauf und hinunter, schließlich biegen wir beim Casino „The Venetian“ an in Richtung „Self Parking“ ab. Doch bevor es in die Tiefgarage geht werden wir von einer schon etwas älteren Mitarbeiterin der Security gefragt wohin wir wollen. „We just want to take a closer look at the casino!“ Das reicht ihr völlig aus und sie erklärt uns wo wir unser Auto parken dürfen. Sicherheit ist hier oberstes Gebot und auf das ist auch gut so!

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Im Casino ist es angenehm klimatisiert, überall herrscht reges Treiben und seit unserem letzten Besuch hat sich schon wieder vieles verändert. Es lohnt sich also immer mal wieder durch die Casinos zu wandern, Las Vegas ist eine sehr dynamische Stadt und einem stetigen Wandel unterworfen.

Nach einigen Stunden schmerzen die Füße, wir hatten ein leckeres Mittagessen und nun haben wir keine Lust mehr. Den Rest des Tages verbringen wir mit HBO im Fernseher in unserem Hotelzimmer vor der ratternden Klimaanlage. Gegen Abend zieht es uns dann doch noch einmal hinaus in die unglaubliche Hitze. Wir gönnen uns bei Coco’s ein Bier und einen kleinen Snack, was man hier so als kleinen Snack bezeichnet 🙂

Gegen 21h (9 pm) ziehe ich dann doch noch einmal los um einige Fotos zu machen. Mein Ziel ist die Kreuzung vor dem „New York“ mit seiner sehr coolen Freiheitsstatue.

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Dort fotografiere ich bis etwa um Mitternacht einige Zeitraffervideos mit meiner Nikon D800E und verschiedenen Objektiven. Nach meiner Rückkehr ins Hotel bin ich ziemlich fertig. Selbst in der Nacht sind es hier aktuell noch 29°C und so sind zwei kleine Flaschen Wasser auch schnell geleert. Nach einer Dusche geht es ins Bett wo es irgendwie auch viel zu warm ist.

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