Teneriffa 2014/15 – Teil 1

Teneriffa 2014/2015

Tag 1 – Anreise mit Hindernissen

12. Dezember

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Weil mich im letzten Jahr kurz vor der Abreise nach Teneriffa eine Lungenentzündung an den Rand meiner Überlebensfähigkeit gebracht hat, ging es in diesem Jahr für mich nur darum nicht wieder krank zu werden. So war es mir ein Graus als die Kollegen unbedingt kurz vor der Abreise nach Teneriffa in diesem Jahr den Weihnachtsmarkt in Mainz besuchen wollten. Doch rückblickend war es da eigentlich schon zu spät. Bereits Ende November war ich tagelang heiser und konnte kaum noch sprechen. Für eine Plaudertasche wie mich ist das besonders schwer 🙂

Anfang Dezember war es dann wie im letzten Jahr ganz vorbei. Montags und Dienstags konnte ich noch arbeiten aber in der Nacht zum Mittwoch war es dann wieder um mich geschehen. Fieber, Husten, Kopfweh, das ganze Programm. Letztlich war es nicht so schlimm wie im Jahr zuvor aber ich habe dann doch wieder einige Tage stramm im Bett liegen müssen. Irgendwann war ich in der Lage einen Arzt aufzusuchen und kurz drauf lag ich schon wieder im Bett allerdings versorgt mit einer Mischung aus Schleimlösern, Hustensaft und einem Antibiotikum.

Am Tag vor der Abreise nach Teneriffa muss ich erstmal von Bonn nach Mainz fahren, kurz im Büro vorbeischauen, meine Zeiterfassung erledigen und danach meine Koffer packen. Alles geschieht irgendwie fast wie im Traum, ich bin nicht wirklich klar im Kopf. Während ich meinen Koffer packe fällt mir auf, dass ich das Ladegerät für den Akku meiner heiß geliebten Nikon D800E nirgendwo in meiner Mainzer Wohnung finden kann. Das alte Mistding ist sehr wahrscheinlich in meinem Fotokoffer den ich im Mai mit in den USA hatte. Eigentlich wollte ich noch einen Blick hineingeworfen haben, bei der Abreise nach Mainz war ich dann aber wegen meiner Erkältung noch so umnebelt, dass ich es einfach vergessen habe. Bis in die Nacht hinein werden in Mainz alle Kisten mit Kameras und Fotozubehör abgesucht, aber ein Nikon MH-25 Ladegerät will einfach nirgendwo auftauchen. ich bin total genervt schließlich habe drei Stück von diesen Dingern. Eines war bei meiner Nikon D7000 dabei, eines bei der D800E und Nummer 3 wurde mit der Nikon 1 V1 geliefert.

Ziemlich frustriert schlafe ich irgendwann nach Mitternacht ein, dann muss ich mich eben auf Teneriffa darum kümmern ein Ladegerät zu bekommen, es wird schon schief gehen…

Kaum drei Stunden später muss ich auch schon wieder aufstehen, ich bin völlig am Ende und unter der Dusche kann ich nicht unterscheiden ob es Tränen oder Wassertropfen sind die mir da auf die Füße plätschern, wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem.

Oh je, könnte ich doch noch eine Woche daheim bleiben um erst einmal richtig gesund zu werden…

Pünktlich um 4h30 steht das mein Taxi vor der Tür. Es ist nicht Önder, sondern sein Vater der mich heute zum Flughafen bringen wird. Die Autobahn ist so früh am morgen noch einsam und frei, bis zum Flughafen in Frankfurt dauert es kaum 30 Minuten. Am Check-In ist auch noch nichts los, einige Minuten später bin ich dann auch schon eingecheckt. Die Bestätigung meiner Sitzplatzreservierung habe ich leider nicht ausgedruckt, blöd gelaufen. So sitze ich nun auf Platz 10A statt auf 7A. Macht also keinen Unterscheid, aber die kostenpflichtige Reservierung hätte ich mir auch sparen können…

Als ich schließlich im Flugzeug sitze bin ich völlig fertig. Der Kopf tut weh, mir ist übel und ich schwitze aus allen Poren. Zudem ist es im Flugzeug ungewöhnlich warm, aber vielleicht empfinde ich das auch nur so weil ich noch krank bin und eigentlich noch ins Bett gehöre.

Nach dem Start krame ich dann meine neues iPad Mini heraus und schaue mir den neuen Spiderman an. Eigentlich hatte ich mir noch einige andere Filme bei iTunes gekauft, aber weil beim Download der Speicherplatz zu eng wurde, habe ich im Delirium mein iPad „aufgeräumt“ und danach wohl nur den Spiderman erneut heruntergeladen. So habe ich jetzt ein fast nutzloses iPad dabei, es ist keinerlei Musik drauf, ich habe fast alle APPs gelöscht und es gibt genau EINEN Film – Na super Ansgar, das war eine echte Meisterleistung…

Auf Teneriffa angekommen flitze ich schnell zum Schalter von CICAR. Dort habe ich einige Minuten später auch schon meinen Opel Astra. Er kostet für 28 Tage 522,46 Euro und ist in sehr gutem Zustand. Auf dem Kilometerzähler stehen rund 34.000 Kilometer, das Auto ist also noch relativ neu. Auch diesmal ist der Tank leer, ich finde das ganz praktisch, denn gleich am Flughafen ist eine Tankstelle und dort kann für exakt 50,- Euro den Tank vollständig befallen. Der Liter Super 95 kostet hier 1,06 Euro, das ist etwas teurer als an den freien Tankstellen in der Umgebung, dort kann man teilweise für 0,96 Euro tanken.

Es ist kein Wunder, dass der spanische Staat ein Milliarden schweres Haushaltsdefizit hat, denn er nimmt im Vergleich zu Deutschland deutlich weniger Steuern ein. Den Urlaubern und Inselbewohnern mag das zugute kommen, aber für das Ende der Finanzkrise ist es sicher nicht zuträglich. Auch gibt es hier auf Teneriffa kaum Parkuhren und viele öffentliche Einrichtungen kann man kostenlos oder sehr preiswert nutzen. Kommt man aus Deutschland hierher, so mutet vieles enorm preiswert an.

Meine 28-tägige Reise habe ich bei via Neckermann gebucht und meine Suite im Las Aguilas kostet mit Halbpension inkl. Flug mit Condor 1.711,- Euro. Rechnet man den Mietwagen und Benzin dazu, so bin ich hier mit etwas 2.700,- Euro pro Monat dabei, das ist nicht ganz schlecht.

Im Hotel angekommen ist es gerade mal 12h und es sind noch mehr als vier Stunden bis meine Sandra eintrudeln wird. So ist Zeit in Ruhe das Zimmer zu beziehen und ein paar Minuten die Füße hochzulegen. Als ich im Zimmer 412 eintreffe stelle ich fest, dass es keine Suite ist, sondern nur ein normales einfaches Zimmer mit Kochecke und einem großen Doppelbett. Kurz drauf an der Rezeption muss ich feststellen, dass die blumige Umschreibung im Internet genau auf dieses Zimmer zutrifft. In den letzten Jahren hatte ich hier stets eine Suite mit separatem Schlafzimmer, im letzten Jahr sogar ein ganz besonders große Suite. Ein paar Minuten später ist aber mit den supernetten Mitarbeitern an der Rezeption alles abgestimmt, ich ziehe um in Zimmer 110. Hier habe ich zwar nicht den tollen Panoramablick hinauf auf das Meer, aber die Suite ist sehr groß und meine Sandra und ich werden hier viel Platz haben. Der Aufpreis auf das Einzelzimmer beträgt 30 Euro an Tag, also 840,- Euro. Damit kostet meine Reise dann schon runde 3.540,- Euro, langsam aber sicher wird es teurer…

Als ich später wieder am Flughafen eintreffe habe ich schon 2x 90 Kilometer hinter mir und muss nun fast eine Stunde warten weil der Flieger meiner Sandra ab Düsseldorf mit viel Verspätung unterwegs ist. Schließlich klappt es dann aber doch und meine Sandra ist mehr als glücklich, dass ich sie tatsächlich am Flughafen abhole und sie nicht mit dem Bus eine Inselrundfahrt unternehmen muss.

Wieder im Hotel angekommen wird dann meine Sandra eingecheckt. Ihr Flug hat 230,- Euro gekostet und der Aufenthalt im Hotel kostet inkl. Halbpension 30,- Euro pro Tag. Damit ist ihre sieben tätige Reise mit 440,- Euro relativ preiswert. Kurz nach Sandras abreise wird mich dann mein Sohn für eine Woche besuchen kommen, so bin ich an Weihnachten nicht allein nach mehr als 10 Jahren können wir mal die Weihnachtstage gemeinsam verbringen.

Später beim Abendessen treffen wir einige alte Bekannte wieder und freuen uns, dass einige der Mitarbeiter des Hotels uns wiederkennen und mehr als freundlich begrüßen.

Vor dem Schlafengehen bin ich wirklich am Ende. Die Ohren schmerzen wie die Hölle. Während des Fluges habe ich keinen Druckausgleich hinbekommen und bin bei Start und Landung fast eingegangen weil die Ohren so weh taten. Später im Auto bei dem ganzen  auf und ab auf dieser Insel hat es alle paar Meter in den Ohren geknackst. „Ich höre was, ich höre nichts….. ich höre was, ich höre nichts…….“

Tag 2 – 13. Dezember

Am nächsten Morgen geht es etwas besser, die Kopfschmerzen haben nachgelassen, der Husten löst sich jetzt aber die Ohren gehen noch immer auf und zu. Beim Frühstück knackst es bei jedem Biss in den Ohren und es tut wirklich weh. Etwas später machen wir uns auf den Weg nach Santa Cruz. In der Inselhauptstadt gibt es einen Mediamarkt und dort will ich versuchen eine Ladegerät für meine Nikon D800E und die Nikon 1 V1 zu ergattern. Ein „echtes“ Nikon MH-25 ist leider nicht zu bekommen, aber es gibt ein ganz ordentliches Universal-Ladegerät. Ich habe einen wirklich ganz extrem netten Verkäufer erwischt und er packt sogar mehrere Geräte aus und testet mit dem EN-EL15 Akku den ich mitgebracht habe ob er sich laden lässt oder nicht. Ein passendes Gerät ist so schnell gefunden und ich bin mehr als glücklich, dass ich die beiden zugehörigen Kameras nicht umsonst mit nach Teneriffa geschleppt habe.

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Es ist fast Mittag und wir machen uns auf dem Weg nach San Juan de la Rambla. Etwas oberhalb gelegen ist die wunderbare Finca San Juan. Dort haben wir in den letzten Jahren schon mehrfach gewohnt und dort wollen wir uns ein leckeres Mittagessen gönnen.

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Als wird dort ankommen können wir überall die Spuren der schweren Unwetter sehen die hier in den letzten Monaten gewütet haben. Aber das Meiste ist schon wieder aufgeräumt und der Schutt einiger umgestürzter Mauern wurde sorgsam an den Straßenrand geschoben, so dass die Zufahrt zur Finca wieder frei ist. Dort angekommen müssen wir feststellen, dass sich in diesem Jahr etwas geändert hat. Köchin Caro ist nicht mehr da, aber die Nachfolge ist sehr gut geregelt. Während wir uns eine Seezunge vom Grill schmecken lassen, werden wird über die Neuigkeiten der letzten Monate informiert. Später kommt dann der Chef Jo Schlichting dazu und so wird es wieder ein wirklich schöner fast familiärer Besuch auf dieser tollen Finca. Gäbe es dort oben einen Internet-Zugang, ich würde gern mal wieder dort wohnen…

So geht unser erster Tag auf Teneriffa ohne besondere Vorkommnisse zu Ende.

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Tag 3 – 14. Dezember

Am nächsten Tag geht es mir wieder ein wenig besser, aber nun ist meine Sandra schwer erkältet. Sie hustet, hat Kopfweh und der Hals tut weh. Ob ich sie angesteckt habe??

Nach dem Frühstück sitzen wir entspannt mit einem Glas Sekt in der Sonne auf der Terrasse vor dem Speisesaal des Hotels. Vor uns ziehen die Wolken langsam in Richtung Osten ab. Nach dem Regen des Vortages sieht es aus als wenn es hier heute ganz schön werden könnte.

Später machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Es ist etwa 11h, wir haben Sonntag und in uns tragen wir die Hoffnung, dass wir hier eine Apotheke finden in der meine Sandra etwas Medizin gegen die aufkeimende Grippe kaufen kann. Es geht zuerst runter nach La Paz, das ist das deutsche Viertel von Puerto de la Cruz. Hier ist so ziemlich alles auf die Bedürfnisse deutscher Urlauber abgestimmt und es gibt hier eine Apotheke in der Deutsch gesprochen wird. Hier wird es sicher kein Problem sein ein Erkältungsbad und etwas Medizin zu kaufen. Aber die Apotheke ist leider geschlossen, mist!!!

Also geht es weiter. Ein paar Meter weiter unten biege ich instinktiv in die winzige kurvenreiche Straße ab die steil hinab zum Meer führt. Danach geht es kreuz und quer durch die engen Straßen von Puerto de la Cruz. Würde ich mich hier nicht nach all den Jahren gut auskennen, so wären diese engen Gassen fast zum Fürchten. Alle Apotheken die wir finde haben heute geschlossen. Wir sind frustriert, aber dann gleich gegenüber vom Loro Parque hat eine Apotheke geöffnet. Sandra springt aus dem Auto und ich habe nun Gelegenheit mein Smartphone via Audio-Kabel mit dem AUX-Eingang des Autoradios zu verbinden. Einige Sekunden später öffnet dann jemand die hintere Türe meines Autos. Ich zucke zusammen, aber es ist meine Sandra. Sie kramt kurz in ihrem Rucksack und fischt dann ein Wörterbuch Deutsch-Spanisch – Spanisch-Deutsch heraus. Ein paar Minuten später hat sie dann alles was sie braucht und ich freue mich, dass der Urlaub nun bald wird beginnen können.

Auf dem Weg zum Hotel ziehen sich die Wolken zu, es sieht aus als würde es wieder Regen geben wie am Tag zuvor. Ich schlage meiner Sandra vor, dass wir auf die andere Seite der Insel fahren und ich ihr endlich mal den Ort El Medano gleich beim Flughafen zeige. Sie willigt ein und so geht es los. Der Weg ist nicht wirklich weit, es sind wieder etwa 90 lässige Autobahnkilometer. Diese Strecke werde ich in den nächsten Wochen noch mehrfach fahren. Denn am 19. Dezember muss meine Sandra wieder abreisen und gleich drauf wird dann mein Sohn Leon für eine Woche auf „meine Insel“ kommen um hier mit mir die Weihnachtstage zu verbringen. Wir waren zuletzt im Jahr 2008 zusammen auf dieser Insel und damals war mein Leon noch ein kleiner Junge!

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In El Medano scheint die Sonne wie man es sich nur wünschen kann. Es ist wunderbar warm und es geht ein frischer Wind. In der Bucht von El Medano sind rund 100 Surfer mit Kites und anderem Gerät unterwegs. Wir steuern das Restaurant Hong Kong gleich neben dem Hotel El Medano an und lassen es uns dort gut gehen. Später gibt es noch einen Spaziergang und ein paar Fotos der wagemutigen Surfer draußen auf dem Meer. Ich habe heute leider nur meine Nikon 1 V3 mit dem 10-100mm „Reisezoom“ dabei. So gelingen keine wirklich spektakulären Fotos, aber ich kann ja in den nächsten Wochen nochmal mit dem neuen 70-300mm Telezoom vorbeikommen. Umgerechnet auf das FX-Format habe ich damit ein 189-810mm Teleobjektiv, damit kann man hier am Strand sicher ordentlich was reißen. Ich bin gespannt…

Später im Hotel genießt meine Sandra das Leben in der Badewanne und als sie danach etwas benebelt von all den ätherischen Ölen im Bademantel auf dem Sofa sitzt ist dieser Artikel auch schon fertig geschrieben 🙂

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USA 2014 – Wieder eine Reise ins Ungewisse Teil 1-4

Wer noch nie ein Video erstellt hat das knapp 30 Minuten dauert und halbwegs „Hand & Fuß“ hat, der wird kaum ermessen können wie viel Arbeit es bereitet eine vier Wochen dauernde abenteuerliche sehr freie Reise umfassend in einem Video zu dokumentieren. Eine Reportage zu erstellen die auch bei einer Spielzeit von mehr als 5 Minuten nicht langweilig wird, die viele Informationen transportiert, die mit gut verständlichem Ton daherkommt und bei der die Schnitte zum Rhythmus der Musik passen, das ist eine echte Herausforderung. Neben dem Bildmaterial das man natürlich während der Reise einsammeln muss, braucht es noch eine geeignete Ausstattung mit Computern, riesigen Festplatten, Mikrofonen und vor allem mit ZEIT mit ganz viel ZEIT. Tag für Tag wühlt man sich später durch viele tausend Fotos und hunderte von Gigabytes mit Video-Material, schreibt Texte, probiert GEMA-freie Musik aus, und ist einfach nur froh wenn man sein Video endlich veröffentlichen kann.

Mein aktuelles Video-Projekt sieht so aus wie im folgenden Screenshot. Wer diesen genau anschaut sieht sofort aus wie vielen kleinen Schnipseln der vierte Teil meiner USA-Reportage besteht. Dabei ist jeder kleine Schnipsel „handverlesen“, ich habe bei jedem Schnipsel über Anfang und Ende nachgedacht, überlegt ob es einen harten Schnitt oder eine weiche Überblendung geben soll. Ich habe Stunden damit verbracht nach Musik und Soundeffekten zu suchen. Und als die Musik und Video-Clips zusammen gefügt waren, habe ich an jedem Anfang eines Clips und jedem Ende versucht ihn so zu trimmen, dass er mit der untermalenden Musik harmoniert.

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Es mich jetzt wieder einen Monat lang fast jeden freien Abend gekostet den vierten Teil von  „Wieder eine Reise ins Ungewisse zu erstellen“.

Das „Original“ von 2011

Als ich vor ein paar Jahren meinen Film „Reise ins Ungewisse“ erstellt habe, betrug der Zeitaufwand verteilt über 14 Tage hinweg etwa 160 Stunden. Ich konnte mir dies nur leisten, weil ich damals ziemlich erkältet daheim herumgesessen habe. Ich war nicht krank genug um nur im Bett zu liegen aber auch nicht gesund genug um zur Arbeit zu gehen. Also habe ich mit warm eingepackt mit viel heißem Tee an meinen Windows Computer gesetzt und mit der Arbeit an diesem Video begonnen. Damals habe ich noch MAGIX Video Deluxe benutzt. Diese Software hatte ich mir kurz zuvor offiziell gekauft und sie war mehr als fehlerhaft. Immer wieder ist sie ausgestiegen und fast täglich gab es Updates zum Download. Irgendwann lief es dann halbwegs stabil und dann gab es eine neue kostenpflichtige Version und das Leid begann von Neuem. Wer sich mit dem Schnitt längerer Videos in 1080p Qualität beschäftigt, bringt seinen Computer schnell an seine Grenzen. So habe ich meinen Windows-Computer mehrfach aufgerüstet und mit schnelleren größeren Festplatten bestückt. Nach einigen wenigen Installationen von MAGIX Video Deluxe verweigerte dann das Installationsprogramm seinen Dienst. Ich hatte die Software zu oft installiert und „zu meinem Schutz“ konnte ich sie nicht erneut installieren. FUCK, so ein Mist! Ich habe E-Mails an den MAGIX Support geschrieben die nicht beantwortet wurden, ich habe ausdauernd die Dudelmusik in der Warteschleife der MAGIX Hotline ertragen, aber beim Hersteller hat man sich nicht gerührt. Bis heute habe ich eine offiziell gekaufte Version von MAGIX Video Deluxe die ich nicht mehr installieren kann, zu „meinem eigenen Schutz“ wohlgemerkt!

Ungeachtet dessen schickt man mir von MAGIX regelmäßig Werbemails und nette Prospekte mit der Post. Alle drei Monate gibt es neuere schnellere und viel bessere Versionen von MAGIX Video Deluxe die nur noch für ein paar Tage zum Preis von 59,- Euro gekauft werden können. Schon zweimal habe ich einen dieser Prospekte mit der Post zurückgeschickt und in einem Begleitbrief darum gebeten, dass endlich irgend jemand meine offiziell gekaufte Lizenznummer freischaltet, damit ich diese Software wieder installieren kann. Aber es kam wie erwartet keine Antwort.

Letztlich habe ich dann für etwa 150 Euro via App-Store die Apple Software Final-Cut-Pro-X für mein MacBook Pro gekauft. Diese Videoschnittsystem läuft stabiler als MAGIX Video Deluxe es jemals tat und ich habe bislang ALLE, wirklich ALLE Updates kostenlos erhalten!!

MAGIX Video Deluxe ist daher für mich echt gestorben und ich bin mehr als enttäuscht, vom Support des Herstellers!

Ungeachtet dessen habe ich es geschafft mittels MAGIX Video Deluxe die „Mutter meiner Reisedokumentationen“ fertigzustellen

Von diesem Video habe ich später noch eine zweite Version erstellt, denn bei der ersten Variante  musste ich ständig husten weil ich so erkältet war. Immer wieder musste ich meine Moderation wiederholen bis es endlich halbwegs gut gepasst hat. Beide Versionen zusammen sind inzwischen mehr als 40.000 mal angeschaut worden und mir persönlich gefällt irgendwie die erste Fassung noch immer am Besten.

Vor diesem Hintergrund habe ich an praktisch jedem Tag den ich im Mai in den USA verbracht habe daran gedacht wie ich Fotos und Filmmaterial für eine neue, umfassendere und bessere Reisedokumentation erstellen kann. Meine Sandra hat oft mit dem Kopf geschüttelt, wenn ich mal wieder nachts unterwegs war statt einfach nur die Reise zu genießen. Aber ich war während der Reise wie ein „Getriebener“, der nicht ohne brauchbares Material heimkehren wollte. Schließlich habe ich diese Reise im wesentlichen unternommen um eine hoffentlich gut gemachte Reportage daraus entwicklen zu können. Ich habe für mehrere tausend Euro Foto-Equipment angeschafft, die gesamte Reise geplant und finanziert. Ich konnte einen Monat lang nicht arbeiten und damit auf keinen einzigen Cent verdienen. Da ich freiberuflich arbeite bekomme ich natürlich kein Urlaubsgeld und so schlägt jeder Reisetag doppelt hart zu Buche.

Umso frustrierender ist es dann, wenn man nach all der Arbeit ein neues Video endlich veröffentlichen kann und es schon nach nur EINER MINUTE eine negative Bewertung erhalten hat, es also noch nicht einmal angeschaut wurde! Manchmal ist es echt ärgerlich, dass bei YouTube jeder noch so kleine kleine Furz einfach voten kann wie er will und das vollständig anonym. Zugleich ist es frustrierend, wenn beispielsweise das Video aus dem Jahr 2011 rund 40.000 mal angeschaut wurde, aber nur 214 YouTube eine positive Bewertung abgegeben haben. Der Content ist kostenlos und unter Einsatz von viel Zeit und Mühe entstanden, doch im Jahr 2014 wird all das nicht mehr wertgeschätzt sondern einfach nur anonym konsumiert und dann wahrscheinlich gleich auch wieder vergessen…

Die Dokumentation USA 2014

Ungeachtet dessen habe ich beschlossen mich nicht frustrieren zu lassen und mit meinen Videos weiterzumachen. Ich tue dies für die Leser dieses BLOGs und zu einem großen Teil auch für mich selbst. So kann ich mich immer mal wieder vor dem Fernseher zurücklehnen und via Apple-TV oder über die eingebaute YouTube-App eines dieser Videos anschauen und die eine oder andere tolle Reise noch einmal erleben, das ist auch was wert 🙂

Hier sind nun die vier bislang fertig gestellten Teile in chronologischer Reihenfolge.

Fazit

Die Reise ist noch nicht zu Ende!! Als ich mit der Arbeit an Teil 1 begann dachte ich, dass ich mit zwei oder drei Teilen auskommen werde. Aber nun sieht es so aus, als wenn draus insgesamt FÜNF Folgen entstehen werden. Dort wo Teil 4 aufhört geht es noch eine ganze Woche weiter und dies werde ich im nächsten Jahr aufarbeiten und damit diese Serie abschließen. Als krönenden Abschluss habe ich mir noch einen kompletten „Directors-Cut“ vorgenommen. Dieser hat dann eine Laufzeit von rund 90 Minuten und ich bin sehr gespannt darauf ob ich das wirklich auf die Beine gestellt bekomme. Aber in ein paar Tagen geht es erstmal für vier Wochen nach Teneriffa, auf „MEINE INSEL“. Ich habe Urlaub echt nötig denn derzeit ist es mit dem Husten schon fast wieder so schlimm wie damals als ich meine allererste USA-Reportage erstellt habe. Aber die gute Luft auf Teneriffa sollte helfen das endlich auszukurieren.

Auch im letzten Dezember war ich eine ganze Weile auf Teneriffa und ich habe dort auch sehr viel gefilmt und fotografiert. Wegen der Arbeit an „Wieder eine Reise ins Ungewisse“ habe ich es ein ganzes Jahr lang nicht geschafft aus diesem Material ein Video zu erstellen. Aber vielleicht gibt es zu Ostern dann ein „Kombi-Paket mit dem Filmmaterial aus zwei Jahren, schauen wir mal…

Nikon 1 V3 – Fotopraxis

Fish Eagle Portrait - Nikon 1 V3 & AF-S VR 70-300mm

Als Nikon das neue 1er System vorgestellt hat, ist dies irgendwie weitgehend an mir vorbei gegangen. Damals war ich gerade voll auf dem FX-Trip, nichts konnte groß und schwer genug sein, warum also eine Kamera mit einem kleinen Chip im CX Format kaufen?

Doch als ich eine Weile später zum ersten Mal eine schwarze Nikon 1 V1 in Händen hielt keimte dann doch die Neugierde in mir auf. Nach und nach habe ich dieses sehr eigenständige und neuartige Kamerasystem für mich entdeckt und erobert. Nun ein paar Jahre später habe ich alle Objektive die Nikon für dieses System anbietet. Ich habe eine Nikon 1 V1 die inzwischen auf Infrarot 700nm umgebaut ist, ich habe eine Nikon 1 J2, eine 1 V2 und seit einigen Wochen auch die 1 V3.

Eigentlich wollte ich die Nikon 1 V3 nicht kaufen, weil sie einfach zu teuer ist. Klar hat diese Kamera einige tolle Features, aber einige wichtige Features hat sie eben nicht, diese wurden meiner Meinung nach gezielt weggelassen um teurere ertragreichere Kameras nicht auszustechen. Es gibt einiges was an dieser wirklich total nervt. Dazu gehört beispielsweise, dass ich weder das GPS noch das zusätzliche Blitzlicht nutzen kann wenn der elektronische Sucher montiert ist. Es nervt, dass ich den Handgriff komplett abschrauben muss wenn ich die Batterie wechseln will. Bei meiner Olympus OM-D E-M10 habe ich auch einen zusätzlichen Handgriff, dieser ist aber mit einem pfiffigen Schnellverschluss versehen und ist eben so blitzschnell ab- wie wieder anmontiert. Warum kriegt man sowas bei Nikon nicht hin?

Dass ich diese Kamera dann doch gekauft habe lag an einem extrem guten Angebot des Nikon Service-Point München. Dort hat man via eBay ein Vorführmodell in neuwertigem zustand inkl. Sucher, Handgriff und 10-30mm PD Objektiv zum Preis von 700 Euro angeboten. Das ist meiner Meinung nach genau der Preis den diese Kamera auch wert ist. Der Listenpreis in Höhe von 1249,- Euro ist meiner Meinung nach angesichts der fehlenden Features und der unglaublich schlechten „Play Memories“ WiFi-App für iOS und Android einfach nicht zu rechtfertigen. Grund Nummer 2 diese Kamera zu kaufen war, dass mit dem neuen 1 Nikkor 70-300mm ein kompaktes, ausreichend lichtstarkes Teleobjektiv auf dem Markt ist. Dieses Objektiv schlägt zwar mit 1049,- Euro ein kräftiges Loch in die Portokasse, aber man erhält im Gegenzug ein Objektiv, dass viel weniger als ein 28-70mm FX Zoom wiegt und einer FX Brennweite von 189-810mm entspricht, das ist schlichtweg einzigartig!

Nikon_1_V3_70_300

Angesichts der exorbitant hohen Preise für einige der Nikon 1 Objektive ist es total unverständlich, dass man häufig die wichtigen und sinnvollen Streulichtblenden separat erwerben muss. Beim 70-300mm ist zum Preis von rund 1.050,- Euro eine Steulichblende enthalten, das sollte bei allen Objektive so sein!

Um Gegensatz zu ALLEN Nikon Objektiven die sich via FT-1 Adapter an die Nikon 1 anschließen lassen, wird der sehr gute Autofokus der Nikon 1 nur mit diesem Telezoom vollständig unterstützt. Damit sind in Verbindung mit der rasanten Serienbildgschwindigkeit der Nikon 1 extrem schnelle „Verfolgungsjagden“  wie diese hier möglich, ein echtes Alleinstellungsmerkmal dieses Systems!

Eagle versus Nikon 1 V3

Auch nervt es mich total, dass die Kamera sich nicht merkt ob der Augensensor abgeschaltet ist oder nicht. Nutzt man die Kamera auf einem Stativ, hat das Display im Winkel von ca 45° abgekappt und will mit dem Finger auf den eigentlich sehr guten Touch-Display einen Fokuspunkt setzen, so schlägt der als Voreinstellung aktive Augensensor immer wieder zu. Das Display schaltet sich ab und man sieht nichts mehr, arg… Selbst wenn man nah an der Kamera steht schaltet sich das Display immer mal wieder ab. Jedes mal muss man seitlich den Knopf am eigentlich extrem guten elektronischen Sucher drücken um dieses Verhalten der Kamera zu ändern. Sie merkt sich die ISO-Einstellung, oder die Serienbildgschwindigkeit, warum nicht auch ob der Augensensor aktiv ist oder nicht?

Zur Ehrenrettung der Nikon 1 V3 sollte man erwähnen, dass sich andere Systemkameras mit Augensensor leider genauso verhalten. Aber das ist für mich kein Grund es nicht besser zu machen.

Gleiches gilt für den Selbstauslöser! Bei meiner Panasonic GH3, GX7, GM1, oder der Olympus OM-D E-M10, EM5 und EM1 kann ich eine Auslöseverzögerung einstellen. Das wirkt wie ein Selbstauslöser, aber die Kameras merken sich diese Einstellung. So kann man die Kamera auch ohne Infrarot-Auslöser in Verbindung mit einem Stativ erschütterungsfrei auslösen. Warum kann die Nikon 1 das nicht?

Aber genug geschimpft… Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit ein paar Stunden bei wirklich bedecktem Himmel im Opel Zoo in Kronberg im Taunus zu fotografieren und zu filmen. Dabei ist das folgende kurze Video entstanden. Ich habe dabei fast ausschließlich mit dem neuen 1 Nikkor AF-S VR G ED 4,5-5,6/70-300mm gefilmt.

Mit dem 1 Nikkor 70-300mm im Opel Zoo

Ein paar Tage später war ich am Wochenende mit meiner Nikon 1 und einige Objektiven unterwegs. Die Wartezeit auf den Sonnenuntergang habe ich genutzt um ganz spontan in meinem Auto mit dem HTC ONE (M8) dieses Video aufzunehmen.

Fotopraxis mit der Nikon 1 V3

Nur ein paar Tage später habe ich zusammen mit meiner Sandra unseren Freund Mirko Mochetti in seinem Café Fahrtwind in Hönningen in der Eifel besucht. Das Wetter war schön und unsere Mädels haben sich spontan bereit erklärt die Gäste des Cafés zu versorgen, so dass wir zum Sonnenuntergang noch eine halbe Stunde fliegen konnten. Im Kofferraum meines Autos hatte ich noch die Fotoausrüstung vom vorherigen Video. Da es im Cockpit der Aerosol Dynamic WT9 sehr beengt zugeht, habe ich das wunderbar kompakte AF-S VR 10-100mm (entspricht 27-270mm im FX-Format) an meine Nikon 1 V3 montiert und ausschließlich mit diesem Objektiv spontan das folgende Video gefilmt.

Sunset Flight mit 10-100mm (non PD)

Das 10-100mm ist nicht besonders lichtstark und so musste die ISO-Automatik meiner Nikon 1 V3 bei den letzten Sequenzen, die etwa 60 Minuten nach Sonnenuntergang gefilmt wurden, einfach alles geben. Teilweises hat die Kamera bis zu ISO-3200 einstellen müssen, was man im Video auch ganz deutlich sehen kann. Hier wäre bspw.  eine Nikon D750 ganz klar im Vorteil, weil sie statt 1/100s 1/25s als längste Belichtungszeit im Video-Modus ermöglicht. Statt mit ISO 3200 hätte also eine Nikon D750 mit lässigen ISO 800 filmen können…

Das folgende Foto habe ich mit dem 10-100mm bei 10mm Brennweite und vollständig geöffneter Blende aufgenommen. Die Vignettierung habe ich bei der RAW-Konvertierung hinzugefügt. Das Klappdisplay der Nikon 1 V3 erlaubt herrlich tiefe Perspektiven ohne, dass man sich umständlich verrenken muss, das ist wirklich toll!

Sunset flight #1 - Nikon 1 V3 & AF-S VR 10-100mm (non PD)

Hier ist noch ein Bild das am ausgestreckten Arm entstanden ist, dazu habe ich das Display im Winkel von 90° nach unten geklappt.

Sunset flight #6 - Nikon 1 V3 & AF-S VR 10-100mm (non PD)

Zusammenfassung

Wer sich auf eine Nikon 1 V3 einlässt muss wirklich tief in die Tasche greifen und sich mit fehlenden Features und teilweise nervigem Verhalten der Kamera abplagen. Aber dennoch kann diese Kamera viel Spaß machen. Das liegt im wesentlichen daran, dass sie wunderbar leicht und kompakt ist. Der Look der Bilder erinnert stark an das analoge Zeitalter. Die Fotos sehen so aus wie ein sehr gutes 35mm Dia, das mit einem herausragend guten Scanner digitalisiert wurde. Der Dynamik-Umfang der Nikon 1 V3 ist deutlich geringer als bspw. bei der Nikon D750 oder D800, aber er ist im Grunde genommen noch groß genug. Hier habe ich ein Beispielfoto das ich aus zwei Bilder mit 1.0 EV Unterschied aufgenommen habe. Dass ich dabei ein Stativ benutzt habe sollte klar sein… Via DRI-Technik habe ich diese beiden RAW-Bilder zu diesem sehr kontrastreichen Gegenlicht-Foto verarbeiten können. Es ist alles drin, keine zugelaufenen dunklen Bildbereiche und keine ausgefressenen Lichter. So sollte es sein und so ist es mit der Nikon 1 V3 trotz des kleines Chips und der winzigen Pixel auch machbar!

Nikon 1 V3 - DRI Test

Das fehlende BKT-Feauture, also die automatische Erstellung von Belichtungsreihen kann man umgehen, in dem man die Nikon 1 V3 auf einem stabilen Stativ positioniert, alles auf M wie Manuell stellt und dann eine Belichtungsreihe aufnimmt, bei der man mit dem hinteren Wählrad die Belichtungszeiten variiert. Ist das Stativ stabil genug und das Motiv statisch genug, so sind Fotos wie dieses hier gar kein Problem.

Nikon 1 V3 - HDR Test

Ausblick

Alles in allem bin ich mit der Nikon 1 V3 ziemlich happy und ich werde sie im Dezember für vier Wochen mit nach Teneriffa nehmen. Für nächtliche Aufnahmen der Milchstraße wird aber zusätzlich die Nikon D800E samt AF-S 2,8/14-24mm in den Rucksack wandern. Und für den „einfachen Fotoalltag“ werde ich diesmal die Olympus OM-D E-M1 einpacken. Sie ein paar Tagen habe ich einen sehr coolen Filterhalter für das Panasonic 7-14mm Extremweitwinkel, sowie einige passende Grau- und Verlaufsfilter. Schon heute freue ich mich sehr darauf mit dieser Kamera an den Stränden von Teneriffa schöne Abendstimmungen bei langen Belichtungszeiten einzufangen. Ab dem 12. Dezember wird es hier und bei flickr.com viele neue Fotos zu sehen geben.

Nikon 1 V3 – Top oder Flop?

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Das Nikon 1 System hat es mir trotz aller Einschränkungen irgendwie angetan. Auch wenn an den Kameras zum vollen Glück noch einiges fehlt und viele sinnvolle Features von den Nikon Marketing-Strategen gestrichen wurden, um die teureren Spiegelreflexkameras zu „schützen“, so macht es dennoch Spaß mit diesen Kameras zu fotografieren. Lange bevor die Nikon 1 V3 angekündigt wurde habe ich überlegt was ich mir von einer Nikon 1 V3 wünschen würde.

Auf meiner Wunschliste standen unter anderem diese Punkte:

  1. Hochauflösender Sucher wie bei Olympus OM-D E-M1
  2. 7-fach Bracketing für HDR-Bilder (Wie Nikon P7000)
  3. Stabiler Batteriegriff wie bei Olympus OM-D E-M1
  4. Eingebautes WLAN mit Android/iOS App wie von Panasonic oder Olympus
  5. Eingebautes GPS
  6. Eingang für externes Mikrofon
  7. Ausgang für Kopfhörer
  8. Gleiche Batterie wie Nikon 1 V3 (oder D800 etc.)
  9. HD-Video mit 24/25/30/60/120/400 Bildern pro Sekunde
  10. 2-3 User-Settings
  11. Klappdisplay wie Panasonic GH-3 oder GH-4
  12. Touchdisplay wie GH3/GH4
  13. Schneller Speicher für 100 RAW-Bilder bei 20 B/s
  14. Frei definierbare Funktionstasten wie bei Panasonic GH3 oder Olympus E-M1 etc.
  15. Videos alternativ über Auslöser statt den zu kleinen roten Knopf starten
  16. Ein „richtiger“ Blitzschuh!!!
  17. 1/25 Sekunde als längste Belichtungszeit im Video-Modus

Da man sich bei Nikon mit der Veröffentlichung der Nikon 1 V3 wirklich viel Zeit gelassen hat, habe ich mir irgendwann eine Olympus OM-D E-M1, Panasonic GH3 und andere MFT-Kameras wie beispielsweise die niedliche Panasonic GM-1 gekauft. Zu einem Zeitpunkt zu dem ich schon gar nicht mehr mit der Vorstellung der Nikon 1 V3 gerechnet habe, kam sie dann doch noch und sogar mit einem neuen leistungsstarken Teleobjektiv!

Der erste Blick in die Liste der Features war dann auch gleich eine herbe Enttäuschung. Statt mit 24 und 25 Bildern liegt die niedrigste Framerate für Videos bei 30 B/s. Eine Kombination mit vorhandenen Kameras die mit 24 B/s (Nikon D7000) oder 25 B/s bzw. 50 B/s filmen (Panasonic HC-X909) ist also nicht problemlos möglich. Statt eines vernünftigen Blitzschuhs gibt es den von den Vorgängern bekannten spezifischen Anschluss für Zubehör des Nikon 1 Systems. Zwar kann man hier jetzt einen elektronischen Sucher einschieben, der sich qualitativ mit dem Sucher der Olympus OM-D E-M1 oder der Fuji X-T1 messen kann, aber dieser Sucher sitzt wacklig und lässt sich nicht vernünftig befestigen. In den letzten Tagen ist er mir trotz aller Sorgfalt zigmal hingefallen und es ist ein Wunder, dass er noch funktioniert.

Will man diesen zweifellos herausragenden Sucher benutzen, so kann man sich den kleinen GPS-Stöpsel in die Haare schmieren. Auch ein externes Mikrofon lässt sich nicht anschließen und auch ein zusätzliches Blitzlicht lässt sich nicht nutzen wenn der Sucher aufgesteckt ist. Statt dessen muss man mit einem winzigen „Zwergen-Blitzlicht“ belohnt, das diesen Namen eigentlich gar nicht verdient. Das ist alles mehr als ärgerlich, statt dieses winzigen Blitzes hätte ich mir einen „vernünftigen Blitzschuh“ mehr als sehnlichst gewünscht…

In der Hoffnung, dass man sich bei Nikon bequemt hat die für Android und iOS lieferbare APP auf einen Stand zu bringen den es bspw. bei Olympus und Panasonic seit langer Zeit gibt, verharrt die verfügbare APP beim minimalistischen Funktionsumfang der ersten Version. Das ist mehr als enttäuschend! Mit der dieser APP lässt sich über ein Tablet oder ein Smartfon einfach nichts ausrichten. Man kann ein Foto auslösen und auf der Kamera vorhandene Bilder per WiFi Netzwerk auf sein Telefon kopieren, das war der Funktionsumfang!! Was soll dieser Bockmist? Eine Weltfirma wie Nikon sollte das besser können, die deutlich kleineren Wettbewerber können es ja auch!

Einen zusätzlichen Griff gibt es nun, aber diesen muss man jedes mal abschrauben um die winzige Batterie zu wechseln. Wenigstens hat man nicht schon wieder ein neues Format erfunden sondern das Format beibehalten, das bspw. mit der Nikon 1 J2 eingeführt wurde. Lieber wäre mir der Akku der Nikon 1 V1 gewesen, oder wenigstens ein gut erreichbares Akku-Fach in einem etwas größeren Batteriegriff, aber auch hier „Fehlanzeige“ 😦 Leicht erreichbare User-Settings für den blitzschnellen Wechsel aller Einstellungen gibt es auch nicht. Auf den Ausgang für einen Kopfhörer um den Ton bei Video-Aufnahmen kontrollieren zu können gibt es ebenfalls nicht. Das Display kann man inzwischen klappen aber nicht schwenken. YouTube-Videos von sich selbst kann man mit der Kamera also immer noch nicht vernünftig aufnehmen…

Die Nikon 1 V3 kann mit bis zu 60 B/s fotografieren. Das ist echt extremst rasend schnell, aber was nutzt das wenn nach etwa einer halben Sekunde der schnelle interne Kameraspeicher voll ist und man ewig warten muss bis alle Bilder auf die jetzt winzig kleinen fummeligen Micro-SD Karten übertragen wurden? Mir wäre lieber die Kamera würde „nur“ mit 10 Bildern pro Sekunde fotografieren, dafür aber DAUERHAFT bis die Speicherkarte voll oder der Akku leer ist! So sind die 60 B/s leider nicht viel mehr als ein Marketing-Gag.

Die Funktionstasten kann man nun in gewissen Grenzen definieren, aber Olympus und Panasonic haben hier eindeutig die Nase vorn! Und statt mit dem großen gut erreichbaren Auslöser muss man Videos entweder über den Fn3 Knopf des optionalen Griffes oder dem schlecht erreichbaren „roten Knopf“ starten. Das ist MIST! Bei der Videoaufzeichnung nervt ebenfalls, dass bei jedem Clip der Ton stets erst nach einer kleinen Verzögerung aufgezeichnet wird. Will man unschöne Aussetzer vermeiden, so muss man beim Schnitt bei JEDEM CLIP am Anfang und Ende ein wenig was abschneiden. Dieses Problem haben andere Hersteller auch, aber deren Kameras sind teilweise um Welten billiger zu haben. Bei einem „Nikon Premium-Produkt“ hätte ich mehr erhofft!!

Doch genug geschimpft, kommen wir zu den guten Seiten der neuen Nikon 1 V3. Gleich am ersten Tag habe ich in der Bonner Innenstadt beim Brunnen vor dem Sterntor dieses kleine erste Testvideo aufgenommen.

Ein paar Tage später ist mir beim Fotografieren der Burg Sooneck ein kleiner Brunnen aufgefallen. Dort habe ich mit dem brandneuen Nikkor AF-S G ED VR 4,5-5,6/70-300mm dieses kleine Testvideo aufgenommen.

Am letzten Sonntag ging es dann mit der gleichen Kombination für eine Stunde in den Bonner Rheinauen-Park. Diesmal hatte ich ein Stativ dabei und habe fast ausschließlich mit dem neuen 70-300mm Teleobjektiv gefilmt. Dieses Objektiv entspricht wegen des kleinen Chips der Nikon 1 V3 einem 189-810mm Teleobjektiv. Zwar ist es zu einem Preis von über 1.000 Euro nicht gerade billig, aber die Bildqualität ist gut und das Objektiv ist wunderbar kompakt und leicht. Allerdings nervt auch hier die drehbare Verriegelung. Immer wieder passiert es so, das man den angenehm breiten Zooring in der Hand hält und versehentlich den winzigen Verriegelungsknopf drückt. Dreht man nun etwas über die kurze 70mm Brennweite hinaus, so schaltet man damit die Kamera ab. Besonders in Momenten bei denen es auch jede Sekunde ankommt ist das mehr als ärgerlich. Warum braucht dieses teure Objektiv diesen überflüssigen Mechanismus, wenn die Nikon 1 V3 doch einen sehr schönen Ein/Aus-Schalter hat?

Am vorletzten Wochenende war Gelegenheit die neue Kamera im Wildpark Hellenthal zu testen. Dort war ich von der Bildqualität wirklich sehr angetan. Auch funktioniert das Auslösen und fokussieren via Touch-Display nun wirklich gut. So wurden auch einige der Fotos dieses Tages bei flickr ein echter Hit. Hier habe ich eines der Fotos aus dieser Session, einfach mal via flickr.com im Format 1920px öffnen. Das ist gar nicht schlecht!!

Fish Eagle Portrait - Nikon 1 V3 & AF-S VR 70-300mm

Hier habe ich kleines Beispiel zusammen montiert das einen Adler zeigt der von einem Baum in Richtung seines Falkner startet. Es ist schon sehr beeindruckend wie die Nikon 1 hier den Fokus halbwegs gut nachgeführt und den kompletten Bewegungsablauf aufzeichnen kann. Doch man sollte sich solche Sequenzen nicht immer erhoffen. Auch wenn der Autofokus vergleichsweise schnell ist, sind praktisch alle Vögel schneller. Sobald ein Adler oder was auch immer sich nicht mehr parallel zur Kamera sondern darauf zu bewegt, ist auch schnell Schluss mit lustig. Auch hätte ich mir einen vernünftigen fest gekoppelten Fokusring gewünscht… Das elektronische Pendant funktioniert zwar vergleichsweise gut, aber meiner Meinung nach bei einem Objektiv der 1.000 Euro Klasse eben nicht gut genug! Ärgerlich ist auch hier, das man kaum in der Lage ist das Objektiv manuell vernünftig auf „Unendlich“ zu fokussieren.

Dieses Foto unbedingt via flickr in der Original-Größe (Pfeil unten rechts auf der flickr-Webseite) anschauen!

Eagle versus Nikon 1 V3

Zum Abschluss habe ich hier noch ein Fotos das ich vor ein paar Tagen auf dem Weg von Bonn nach Mainz auf einem Parkplatz oberhalb von Cochem an der Mosel aufgenommen habe. Das Bild zeigt die Reichsburg und ich habe es mit dem billigen Nikkor AF-S VR 30-110mm im RAW-Modus aufgenommen. Ich finde, auch hier spricht die Bildqualität für sich!

Cochem # 1 - Nikon 1 V3

Fazit

Mir macht das Fotografieren mit der Nikon 1 V3 Spaß, auch wenn ich viele Features vermisse. Toll sind die Qualität der Fotos und Videos, wirklich schlecht ist der wackelige Halt des überragenden elektronischen Suchers. Lehnt man sich zurück und analysiert in aller Ruhe was man bei der Nikon 1 V3 für sein Geld erhält, so ist das Fazit leider mehr als mager. Zusammen mit dem neuen Nikkor AF-S VR 10-30mm PD Zoom, dem elektronischen Sucher und dem zusätzlichen Handgriff kostet die Nikon 1 V3 satte 1249,- Euro. Zu diesem Preis bekommt man schon eine Panasonic GH3 mit einem hochwertigen Objektiv und etwas Zubehör. Für ein paar Euro mehr ist auch eine Olympus OM-D E-M1 drin, oder alternativ die hervorragende Fuji X-T1. Hätte ich meine Nikon 1 V3 nicht im kompletten Set bei eBay für 700,- Euro abgeschossen, ich hätte sie nicht gekauft. Sie leistet kaum mehr als die Nikon 1 V2 und hinkt bezüglich der Features wie Bracketing, Video-Framerates und WiFi-APP gegenüber den Konkurrenten deutlich hinterher.

Was für die Nikon 1 spricht ist die Möglichkeit mittels des FT-1 Adapters erwachsene „Männer-Teleobjektive“ zu adaptieren und so beispielsweise aus dem gewaltigen Nikkor AF-S VR 4/200-400mm ein grandioses 540 – 1080mm Supertele mit Blende 4 zu machen.

Positiv aufgefallen ist mir, dass vor der RAW-Konvertierung zunächst hoffnungslos überstrahlt wirkende Bildbereiche doch noch Zeichnung enthielten. Bedingt durch den kleinen Chip mit den extrem winzigen Pixeln ist der Dynamik-Bereich der Nikon 1 V3 sehr viel kleiner als beispielsweise bei einer Nikon D800. Aber in der Praxis erweist er sich als groß genug um unter brauchbaren Lichtverhältnissen an gute Ergebnisse zu kommen.

Alle die gern nachts fotografieren, werden trotzdem an der Nikon 1 V3 keine Freude haben. Hier ist beispielsweise die Olympus OM-D E-M1 mit der 2.0er Firmware deutlich im Vorteil. Bei der Olympus kann man im Modus „Live-Comp“ miterleben wie bei Langzeitbelichtungen die Bilder entstehen und dann wenn man es für richtig hält den Belichtungsvorgang durch ein zweites Betätigen des Auslösers beenden. Dies wäre ein Feature das auch der Nikon 1 V3 gut zu Gesicht stehen würde. Allerdings habe ich keine Hoffnung, dass die Nikon-Entwickler für solche sinnvollen Features jemals grünes Licht bekommen werden…

Die hohen Bildraten von 40 und 60 B/s sind meiner Meinung nach Augenwischerei, denn in der Praxis behindern sie oft eher als das sie einen Nutzen haben. Wer mit 60 B/s fotografiert und einen etwas zu nervösen Auslesefinger hat, der wird alle entscheidenden Momente verpassen weil seine Nikon 1 V3 genau dann wenn man es nicht gebrauchen kann mit dem Übertragen der Fotos auf die Speicherkarte beschäftigt sein wird. Mit 10 oder 20 B/s kommt man auch mit der Nikon 1 V3 ganz gut durchs Leben, mehr braucht man im normalen Fotoalltag für nichts!

Was mich bei Videoaufnahmen massiv stört ist die Tatsache, dass die längste Belichtungszeit auf 1/100s festgelegt ist. Beispielsweise mit meiner Nikon D800E kann ich bei 25 B/s bei einer Belichtungszeit von maximal 1/25 s filmen. Unter schwierigen Lichtbedingungen bei denen die Nikon D800E noch mit ISO-800 auskommt, muss die Nikon 1 schon auf ISO-3200 gehen um bei gleicher Blende die gleiche Belichtung erzielen zu können. Das ist eine schwere Einschränkung für alle die beispielsweise gern YouTube-Videos etc. aufnehmen. Wer bei der Aufnahme nicht für richtig viel Licht sorgen kann, der wird sich später über total verrauschte Video-Clips ärgern müssen.

Weiterhin gibt es viele kleine Details die mich stören. So ist es zunächst toll, dass der elektronische Sucher einen Augensensor hat und man diesen auch deaktivieren kann. Aber diese Einstellung wird nicht gespeichert. Schaltet man die Kamera (versehentlich) aus und wieder ein, so ist der Augensensor immer wieder aktiv. Wer seine Kamera auf einem Stativ verwendet und sie über das Display bedienen möchte wird sich so immer wieder über diesen Sensor ärgern, weil er jedes mal wenn man ihm zu nahe kommt das Display abschaltet. So ist immer wieder ein Druck auf den seitlich am wackligen Sucher angebrachten Knopf notwendig um den Augensensor zu deaktivieren, das nervt zumindest mich total.

Gut gefällt mir, dass man die „Bildkontrolle“ via Menü-Option deaktivieren kann. Bei vielen anderen Systemkameras geht das nicht und dies ist besonders wenn es schnell gehen soll oft extrem hinderlich. Wer mit 20 Bildern pro Sekunde beim Sport fotografiert, der will nicht jedes mal wenn er den Auslöser loslässt die zuletzt fotografierten Fotos anschauen!! Hier ist es toll, dass der Sucher der Nikon 1 V3 sich dann nicht umschaltet und man das Geschehen weiter verfolgen kann.

Die Verarbeitung der Nikon 1 V3 ist sehr gut und sie fühlt sich hochwertig an. Die Einschaltzeit ist angenehm kurz und der Autofokus arbeitet im Vergleich zu anderen Systemkameras schnell und mit brauchbarer Trefferquote. Dennoch muss man die Hoffnung begraben, bei schnell bewegten Objekten nur scharfe Fotos zu erzielen. Je nachdem wie gut sich ein Motiv vom Hintergrund abhebt, ist der Ausschuss teilweise exorbitant hoch. Im schnellen Modus ist es weniger gezieltes Fotografieren als eher ein wilder herumfuchteln und hoffen auf die perfekte Fotografie. Diese sind mit der Nikon 1 V3 zweifellos möglich, aber wer eine Olympus OM-D E-M1 wirklich beherrscht wird mit einer ähnlichen Trefferquote und weniger Ausschuss nach Hause kommen. Jeder der mit einer Nikon 1 V3 fotografiert sollte daher unbedingt die Verwendung des AF-L Buttons üben. Damit kann man zur rechten Zeit Autofokus und/oder Belichtung speichern. Wer also bei einer Adler-Flugshow wirklich scharfe Bilder haben will, der beobachtet auf welchen Bahnen sich die Tiere bewegen, fokussiert auf eine Stelle die ihm gefällt, betätigt den AF-L Knopf und verfolgt dann die Tiere bis sie sich hoffentlich genau dort befinden wo man sie haben möchte. Diese Technik funktioniert nicht nur bei der Nikon 1 V3, man sollte sie erlernen und wird damit beim Autorennen und ähnlichen Veranstaltungen eine deutlich höhere Trefferquote erzielen als wenn man sich auf den meistens doch noch viel zu langsam arbeitenden Autofokus verläßt.

Zum neuen Nikkor AF-S 10-30mm PD Zoom gibt es nicht viel zu sagen. Das Ding ist winzig, macht was es soll und liefert gute Ergebnisse. Der automatische Verschluss vor der Frontlinse ist praktisch aber nicht sonderlich stabil. Eine Möglichkeit um einen Polfilter oder ähnliches zu verwenden gibt es wegen des fehlenden Filtergewindes leider nicht. Der Motorzoom ist im Gegensatz zu den Pendants von Olympus oder Panasonic für Videofilmer nicht zu gebrauchen. Bei diesem Objektiv hat man einen Endlos-Zoomring, eine Steuerung der Geschwindigkeit mit der das Objektiv seine Brennweite verändert ist damit leider nicht möglich. Jedem Videofilmer sei daher das teure, große und schwere Nikkor AF-S VR 10-100mm PD Zoom ans Herz gelegt.

Top oder Flop?

Wer noch keine Kamera besitzt und keine Nikon-Objektive sein eigen nennen darf, dem würde ich vom Kauf der Nikon 1 V3 abraten. Das mag hart klingen, aber beispielsweise eine Olympus OM-D E-M1 ist einfach die bessere Kamera. Einzig wenn es auf jedes Gramm Gewicht ankommt und man ein wirklich langes Teleobjektiv für Fotosafaris sucht, hat die Nikon 1 V3 in Verbindung mit dem neuen 70-300mm die Nase vorn weil aktuell für das Micro-Four-Thirds System kein vergleichbares Objektiv verfügbar ist. Wer sich für eine Nikon 1 V3 entscheidet muss sehr tief in die Tasche greifen und bekommt für sein Geld eine sehr spezielle Kamera die viel Spaß machen kann, der aber wichtige Features fehlen und die im Gegenzug mit unsinnigem Mist wie 4-Sek Video, Best-Moment-Capture und anderem Krams „aufgerüstet“ wurde, den kein ernsthaft fotografierender Menschen jemals nutzen wird. Statt dieser praxisfremden Gimmiks hätte ich mir Bracketing und User-Settings wie bei einer Nikon P7000 oder D7000 gewünscht.

Aber was nicht ist kann ja noch werden, vielleicht schafft man es bei Nikon im Jahr 2018 eine Nikon 1 V4 auf den Markt zu bringen die endlich überflüssigen Ballast vermissen lässt und statt dessen mit sinnvollen Features aufgewertet wird.

Warten wir’s ab…

 

Nikon D810 – Die besten Objektive

Mit der D810 hat Nikon eine Kamera mit einem besonders hochauflösenden Sensors im Angebot die mehr als ein heißes Eisen ist. Aber dieser Sensor verlangt sowohl die Fotografen als auch den verwendeten Objektiven alles ab. Nur mit den besten Objektiven, der richtigen Blendeneinstellung und kurzen Verschlusszeiten läßt sich das Potential dieser Kamera wirklich ausreizen. Wer mit Stativ,  Fernauslöser und Spiegelvorauslösung arbeite, kann mit dieser Kamera Ergebnisse erzielen, die vor einigen Jahren Besitzern teurer digitaler Mittelformat-Kameras vorbehalten waren.

Allerdings haben die Hersteller dieser Kameras nicht geschlafen und haben weiterhin die Nase vorn, aber nicht nur bei Pixelgröße und Auflösung sondern auch beim Preis. Aber vVerglichen mit einem digitalen Rückteilen wie dem Mamiya Leaf Credo 80 für knapp 25.000 Euro, ist die Nikon D810 schon fast ein Schnäppchen.

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