Vatertag

Es ist Mittwoch der 2. Juni 2011 und es ist mal wieder „Vatertag“. Eigentlich ist ja „Christi Himmelfahrt“ – aber wenn es einen „Muttertag“ gibt, sollte es vielleicht auch einen „Vatertag“ geben, oder? Keine Ahnung wer sich das ausgedacht hat, aber an diesem Tag ziehen allerorts betrunkene Männer durch die Gegend. Teilweise sitzen sie in kleinen Planwagen die von einem Trecker gezogen werden und trinken warmes Bier in großen Mengen. Das ist nichts für uns!

Am Vortag haben wir uns noch schnell für 11h mit meinem Freund Anas verabredet. Anas wohnt bei Frankfurt und arbeitet in Bonn. Ich wohne eigentlich in Bonn und arbeite bei Frankfurt – verkehrte Welt… An meinen Motorrädern kleben die Leichen tausender kleiner Fluginsekten. Da wir viel früher wach geworden sind als gedacht, nehme ich mir einen Eimer und einen Schwamm aus der Abstellkammer und fülle ihn mit heißem Wasser. Ich könnte die Mopeds ja mal wieder ein wenig säubern bevor es wieder los geht. Sandra ist gerade im Bad, dort wären die Putzmittel. Hm, ich erinnere mich an eine Folge von Galileo bei der verschiedene Strategien für eine Autowäsche vorgestellt wurden. Jemand hat dort versucht mit Cola die toten Fliegen von seinem Auto zu waschen. Das scheint sogar gut zu funktionieren, allerdings ist das Auto danach klebrig wie Gaffa Tape. In der Küche finde ich eine Flasche Essig-Essenz und Spülmittel. Das sollte auch gehen. Bei Galileo hieß es, dass Essig die kleinen Fliegenleichen gut ablösen kann. Ich starte meinen eigenen Versuch.

Eine halbe Stunde später stehen beide Motorräder relativ sauber in der Sonne und wir warten auf Kumpel Anas. Die Mischung funktioniert recht gut. Anas kommt auf die Sekunde genau mit seiner CBR-1100 um die Ecke gebogen. Er wäre schon früher angekommen, aber es ist mal wieder einer der vielen Bahnübergänge gesperrt. Na, so lernt man seine neue Heimat kennen 🙂

Wir sprechen uns kurz ab und starten dann in Richtung Café Fahrtwind. Sandra und mir knurrt der Magen, wir freuen uns auf ein entspanntes Frühstück in der Mittagssonne. Bei der Ausfahrt Meckenheim ist dann wieder ein Stau auf der Autobahn, ja hört das denn niemals auf? Alle die gestern nach Bonn gefahren sind wollen heute scheinbar in die Eifel. Das sieht nicht spaßig aus und wir fahren gleich wieder ab in Richtung Meckenheim. Mein TomTom berechnet die Route neu und will links abbiegen, warum nicht? Letztlich führt es uns einmal im Kreis und will dann zurück zur Autobahn. Als ich endlich erkenne was das kleine Ding zu denken scheint – können Navis denken? – halte ich kurz an und ändere die Routenführung auf „Autobahn vermeiden“. Es geht weiter, das TomTom möchte jetzt über Adenau fahren, warum nicht? Doch dann ist schon wieder alles vorbei, wir stehen vor dem nächsten Stauende. Scheinbar haben sie es alle so gemacht wie ich „Stau umfahren auf den nächsten 10 Kilometern“ – na prima…

Wir stimmen uns kurz ab und schon ist die Planung mit dem Frühstück im Café Fahrtwind Geschichte. Es geht nach Rheinbach. Dort im Brauhaus kann man schön draußen sitzen und es sich gut gehen lassen. Gegen 12h30 geht es dann weiter in Richtung Gerolstein. Dort war ich schon lange nicht mehr, es ist nicht das primäre Touristenziel und der Weg dorthin ist sehr schön. Wir nutzen die Routenführungsoption „Kurvenreiche Strecke“ und das TomTom findet lauter schöne Straßen. Es geht auf verschlungenen Pfaden durch verwunschene Wälder. Zwischendurch immer mal ein Stück Bundesstraße und dann biegen wir wieder ab auf den nächsten „Trampelpfad“. Viele Strecken kenne ich noch von meinen ersten „Expeditionen“ als ich 1993 nach meinem Umzug in Richtung Bonn begonnen habe meine neue Heimat zu erforschen.

In Gerolstein finden wir dann eine tolle Eisdiele. Es ist schon Nachmittag und der Hintern tut schon ziemlich weh. Nach dem Eis wollen wir die Mopeds auftanken und weiter in Richtung Oberwesel fahren. Dort sollen sich unsere Weg trennen. Anas will heim in Richtung Frankfurt und wir wollen nach Norden in Richtung Bonn. Sandra wünscht sich eine Fahrt ohne ständige Spitzkehren, einfach auf der Bundesstraße dahingleiten. Kein Problem, das TomTom kann das – IQ-Routes heißt das. Aber zuerst wollen wir tanken. Bei der Tankstelle tauschen Anas und ich dann mal die Mopeds. Nun fahre ich mal Honda CBR-1100 – eine „Double X“. Es ist ein krasses Teil, der Motor leistet etwa 150 PS. Das Ding ist schwer wie die Hölle und liegt auf der Straße wie ein Brett. Tief gedruckt hänge ich am M-Lenker. Diese Sitzposition ist wirklich sportlich – nichts für mich – immer wieder ertappe ich mich dabei wie ich mich am schmalen Lenker abstütze. Dieses Bike dirigiert man eher durch Gewichtsverlagerung als mit dem Lenker. Der Motor ist bärenstark, hat richtig Bums und läuft auch im Teillastbetrieb sehr ruhig. Mit 50 Km/h im 4. Gang durch eine Ortschaft zu trödeln ist gar kein Problem. Da sind meine BMWs irgendwie nervöser.

Bei Cochem erreichen wir die Mosel und stehen eine halbe Ewigkeit an einer Baustellenampel. Als es endlich grün wird, eröffnet sich uns das gesamte Ausmaß dieser Baustelle. Ganz Cochem ist eine Baustelle und auf der Hauptstraße unten an der Mosel staut sich der Verkehr über viele Kilometer. Es ist inzwischen wirklich warm und ich bin froh, dass wir am Stau vorbeifahren können. Es geht weiter entlang der Mosel. Bei Treis-Karden kreuzen wir die Mosel und schon wieder geht es in Serpentinen die Berge hinauf. Oben angekommen gibt es eine kleine Kappelle mitten in den Feldern. Hier habe ich schon oft Mopedfahrer bei einer kleinen Pause gesehen. Warum sollten wir hier nicht auch mal rasten?

Als die Motorräder abgestellt sind, stelle ich fest, dass Sandra nicht wirklich fröhlich ist. Sie hat ihre Belastungsgrenze erreicht und will eigentlich nur noch nach Hause. Sie schimpft herum und fragt mich, ob ich meinen männlichen Ego-Trip endlich beenden kann. Ich bin gelinde gesagt ‚überrascht‘. Wir ruhen uns also ein wenig aus und diskutieren das Für und Wieder der vollkommen unterschiedlichen Motorradkonzepte. Als es wieder losgeht fühlt sich meine BMW irgendwie anders an, irgendwie noch besser als früher. Ich sitze ganz entspannt und das Ding fährt sich im Gegensatz zur CBR-1100 fast wie ein Fahrrad. Es ist eher ein „Opa-Motorrad“ – genau richtig für mich 🙂

Kurz vor Oberwesel haben wir einen fantastischen Blick hinab ins Rheintal. Hier würde ich gern anhalten und ein paar schöne Fotos machen, aber wir haben keine Kamera dabei. An einer kleinen Anhöhe sieht es so aus als wäre dort ein kleiner Aussichtsplatz, also Blinken und raus. Aber es ist nur der Anfang eines staubigen Feldweges. Unter den verwunderten Blicken meiner „Beifahrer“ fahre ich wieder weiter. In Oberwesel finden wir bei einem Italiener ein schönes schattiges Plätzchen. Es gibt ein Steak mit Fritten und Salat – lecker!

Inzwischen ist es Abend geworden und wir verabschieden uns um etwa 19h30. Zwei Stunden ist es noch hell und vor uns liegen noch etwa 100 Kilometer bis nach Bonn. Sandra fährt ein Stück vor mir her. So kann ich die Landschaft genießen, habe sie im Blick und muss mir keine Sorgen machen. Fährt sie hinter mir, so muss ich ständig in den Spiegel schauen um zu checken ob alles ok ist. Sie versteht das nicht wirklich, sie fährt eigentlich am Liebsten am Ende der „Karawane“. Doch das hat Anas den ganzen Tag über schon gemacht. „Warum muss ich jetzt schon wieder vorfahren“ scheint sie zu denken. Irgendwie ist das alles nicht so einfach. Fahre ich vor, bekomme ich beim nächsten Stopp zu hören, dass ich wieder mal zu schnell gefahren bin oder zu wenig Pausen gemacht habe. Selbst vorfahren will sie aber nicht, weil sie sich dann bedrängt fühlt und den Weg nicht kennt. Wie löst man diesen Konflikt??

Ab Koblenz fahre ich vor, ganz langsam. Die Sonne steht tief und blendet, es ist nicht wirklich angenehm. Ich fahre nicht schneller als 80 und schaue permanent in den Rückspiegel. Als wir daheim von den Motorrädern steigen ist Sandra kurz vor dem Umfallen, sie kann nicht mehr und ist völlig am Ende. Später gibt es die 8. Staffel von 24. – Jack Bauer muss wieder ordentlich was einstecken und die ganze Welt vor den bösen Buben retten. Wir schauen uns drei Folgen an und schlafen dann wie die Murmeltiere.

Mitten im Schlaf knackt dann etwas in meinem Mund. Ich werde wach und spüre etwas scharfkantiges auf der Zunge. Ohje, was ist das denn? Schlaftrunken taumle ich ins Bad. Vor dem Spiegel wird mir klar was geschehen ist. Ich habe scheinbar so krass mir den Zähnen geknirscht, dass der linke Schneidezahn zerbrochen ist. Nicht schon wieder! Hört das denn nie auf? Gerade habe ich eine erfolglose Kieferoperation hinter mir. Danach wurde der gebrochene Eckzahn gezogen und ich versuche mich jetzt an die Delle im Kiefer und die neue Brücke zu gewöhnen. Nun bricht der andere Schneidezahn auseinander. Das darf alles nicht wahr sein. Das abgebrochene Stück bleibt im Bad vor dem Spiegel und ich gehe frustriert zurück ins Bett.

Am nächsten Morgen bin ich früh wach. Die Sonne scheint und der Zahn ist krass scharfkantig. Es ist als hätte ich einen spitzen Säbel dort wo ein Zahn sein sollte. Um 8h rufe ich beim Zahnarzt an, aber es ist nur der Anrufbeantworter erreichbar. Um 9h10 versuche ich es erneut. Es klingelt, dann ist die Leitung unterbrochen. Ich rufe erneut an und habe wieder nur den Anrufbeantworter in der Leitung. Alle weiteren Versuche schlagen fehl. Ich werde es also am Montag versuchen müssen oder eine Woche lang mit einem zerborstenen Zahn herumlaufen müssen. Mein Leben als „Externer“ ist manchmal nicht so einfach. Meist bin ich dort wo genau das nicht ist was ich gerade brauche. Sei es eine Werkstatt, ein Zahnarzt oder sonst etwas.

Nun aber ab unter die Dusche und dann wird hier ein wenig aufgeräumt…

Umzug

Für einen externen Mitarbeiter ist jedes Büro immer nur „geliehen“. Am Dienstag ist es dann soweit, ich packe meine Sachen zusammen und ziehe zu Hauke und Tobias. Die ganze Aktion ist in ein paar Minuten erledigt, ich habe ja schon Übung. Später kommen die Hausmeister und nehmen Tobias und Hauke die kleineren 19″ Monitore weg. Die Leasing-Verträge sind abgelaufen und sie werden gegen 24″ Monitore ausgetauscht. Aber am Montag werden sich beide erst einmal wundern, dass ich jetzt in ihrem Büro sitze und dass ihre „Zweit-Panels“ weg sind.

Als kleinen Ausgleich habe ich ein paar Teneriffa-Poster mit Magneten an die Wände gepinnt. Es ist wirklich praktisch, dass bei der letzten Renovierung dünne Stahlplatten unter die Tapete geklebt wurden!

Am Mittwoch geht es dann abends mit dem Motorrad zurück nach Bonn. Auf den Straßen ist die Hölle los, am Donnerstag ist Feiertag. Wo wollen die bloß alle hin? Als ich schließlich in Bingen auf der B9 bin geht es recht entspannt voran. Alle anderen stehen auf der A61 im Stau. Bei Andernach kurz vor der ewigen Brückenbaustelle wird es dann wieder einmal einspurig. Ich überhole noch ein paar Autos die wirklich langsam dahin schleichen, als plötzlich etwa 400 Meter vor Beginn der Baustelle ein etwas älterer 3er BMW mit M-Logo ruckartig auf die Überholspur zieht und mir den Weg versperrt.

Mir kommt es so vor als wolle er verhindern, dass ich ihn vor der Baustelle noch überhole, was für ein Idiot. Brav fahre ich ewig lang mit 55 Km/h hinter ihm her. Die Baustelle ist wirklich lang, 60 Km/h sind erlaubt und der Abstand zu den Vorderleuten wird größer und größer. Will der mich ärgern oder warum fährt der Typ jetzt so langsam? Als die Baustelle zu Ende ist setze ich den Blinker und meine BMW schießt im 3. Gang mit einem heiseren Kreischen an ihm vorbei. Der Typ schaut mich kurz verdutzt an, dann bin ich schon schon weg. Keine Ahnung was er erwartet hat. In den neuen Spiegeln wird sein nachgemachter M3 schnell kleiner.

Kurz vor Bad Breisig ist dann „Schluss mit Lustig“, es geht gar nichts mehr, vor mir nur ein wirklich langer Stau. Plötzlich quietschen Reifen hinter mir. Während das Adrenalin durch die Adern rauscht drehe ich mich um und sehe den Typen mit seinem „Möchtegern Rennwagen“ wie er nur wenige Zentimeter hinter meinem Motorrad zum Stehen kommt. So wie es aussieht hat er das Stauende übersehen und mich beinahe umgefahren, großartig!

Die Spur neben dem Stau ist völlig frei, dort geht es hoch auf eine Brücke und dann rüber nach Westen in Richtung A61. Diese Straße bin ich erst neulich zusammen mit Sandra gefahren, warum nicht? Vielleicht ist auf der A61 inzwischen weniger los? Auf der Route des Vulkan-Express geht es durch die schöne Landschaft in Richtung Burgbrohl. Kurz tanken und dann ist da schon die A61. Kaum aufgefahren ist aber auch schon wieder alles vorbei. Kurzentschlossen fahre ich beim Dreieck Sinzig wieder ab auf die A561, eigentlich nur ein kleiner „Wurmfortsatz“, aber hier ist wieder alles frei. Kurz drauf bin ich wieder unten am Rhein. Nun fließt dort alles ganz vorzüglich. Ich halte Ausschau nach meinem „Freund im M3“ – aber er taucht nicht mehr auf. Ist sicher besser so.

Als ich daheim ankomme ist Sandra schon da. Sie hat für 95 Kilometer drei Stunden gebraucht und ist komplett bedient. Im Vorratsschrank gibt es noch eine Packung Spaghetti Bolognese und ein paar kleine Pizza-Happen. Danach sind wir froh, dass dieser Tag nun fast geschafft ist. Bei einer kalten Bionade schauen wir uns einen Filmtipp von Fabian an: „Uncertain Guest“. Ein spanischer Film mit einer wirklich ungewöhnlichen Story. Er gefällt uns gut und wir schlafen irgendwann ein – trotz der Geschichte des „unheimlichen Mitbewohners“ 🙂

Feierabendtour





Am Wochenende gibt es in meiner Heimatstadt die Erstkommunion meiner kleinen Nichte. Dementsprechend fallen die kulinarischen Köstlichkeiten recht überschwänglich aus. Gegen 17h geht es mit Sandra und meinem Sohn wieder los. Erst bringen wir Sandra nach Hause, dann wird mein Sohn bei der Mama abgesetzt, anschließend geht es zu mir nach Haus. Dort werden schnell ein paar Anziehsachen zusammen gepackt und um 20h30 bin ich dann unterwegs auf der blauen BMW in Richtung Süden. Es geht nach Mainz. Noch 50 Minuten, dann wird es dunkel, vor mir liegen etwa 150 Kilometer. Der Bordcomputer zeigt eine „Restlaufzeit“ von 289 Kilometern an, das sollte reichen. Dort wo es geht gebe ich auf der Autobahn kräftig Gas. Die Nadel tanzt zwischen 180 und 230 Km/h. Ohne Gehörschutz wäre da nichts zu machen! Nach etwa 70 Kilometern sind von den ursprünglich errechneten 289 Kilometern nur noch etwa 70 Kilometer übrig, das könnte wirklich eng werden. Fährt man nicht im „Schleichgang“ durch die Gegend, so steigt der Spritverbrauch von ca. 5 Liter auf knapp 9 Liter/100 Km!! Also muss ich doch noch tanken. An der Tankstelle muss ich dringend die vielen toten Fliegen vom meinem Visier waschen. Als ich bezahlt habe und wieder startklar bin, ist die Sonne untergegangen.

Das neue getönte Visier an meinem Schuberth S1 Pro schließt nicht vernünftig und so zieht es im Helm wie verrückt. Klappt man die im Helm zusätzlich eingebaute Sonnenblende vor die Augen, so zieht es nicht mehr auf die Augen, aber es ist dann echt finster. Pest oder Cholera, freie Sicht oder eine Bindehautentzündung? Ich entscheide mich gegen die gute Sicht und fahre die letzen Kilometer mit 80 km/h hinter einem LKW her. So komme ich auch ohne große Fernsicht heil in Mainz an. Aber es ist schon spät und der Tag war lang und anstrengend. Hinter mir liegen etliche Stunden im Auto und auf dem Motorrad – ich bin ziemlich platt.

Da ich der einzige Gast bin, gibt es am Montagmorgen kein Frühstück und so kann ich schon um kurz vor 8h im Büro sein, ganz praktisch! Etwa 10 Stunden später geht es kurz zu meinem Physiotherapeuten, meine verspannten Schultern freuen sich und es vertreibt die ständigen Kopfschmerzen. Danach dann ab zu Louis. Mal sehen, ob die nicht ein klares Visier für meinen Helm haben. Das Visier haben sie und es gibt auch eine neue Visier-Mechanik. Am neuen getönten Visier sind schon wieder zwei ganz winzig kleine Plastik-Ecken abgebrochen und so springt es immer gleich aus der Führung wenn man es versehentlich komplett öffnet. Überaus blöd ist das wenn man an einer Ampel steht, das Visier öffnet und es dann plötzlich in der Hand hat. Doof, wirklich doof!

Das neue Visier passt dann auch besser und es zieht hoffentlich nicht mehr so doll in den Helm. Ich kaufe mir noch ein Reinigungsspray für die Innenpolster, inzwischen ist das wirklich mal wieder nötig. Vor dem Verlassen des Ladens fallen mir dann noch zwei Spiegel auf. Sie kosten 39 Euro pro Stück und sind deutlich kleiner und windschnittiger als die großen „Fliegenklatschen“ an meiner K1200. Gesehen, gekauft. Weil ich kein Werkzeug habe, nehme ich gleich noch ein paar Schraubenschlüssel mit, davon kann man(n) eh nie genug haben 🙂 Vor der Montage gibt es an der ESSO Tankstelle gegenüber von Louis noch schnell einen Hotdog und einen Muffin. Dann werden die Spiegel montiert. Gut sieht das aus, da muss man doch gleich eine kleine Tour machen 🙂 Gesagt getan, rein in die Klamotten und rauf auf den „Bock“.

Es geht über B9 nach Nierstein, dann in Richtung Süd-Westen. Das Thermometer zeigt 30°C – es ist krachig warm, da tut der Fahrtwind richtig gut. Schräg vor mit bahnt sich ein traumhafter Sonnenuntergang an. Zwischendurch halte ich kurz mal an und nehme mit dem Handy ein paar kurze Video-Sequenzen auf. Das Thermometer zeigt nun entspannte 25°C, ich genieße die Landschaft in vollen Zügen. Es geht durch kleine Weindörfer rüber zum Rhein und wieder zurück nach Mainz. Unten am Rhein sind es dann wieder 28°C – hui – der Sommer ist da! In Mainz angekommen bin ich wieder ziemlich platt, was für ein schöner Tag.

Tour Eif(f)el

Es ist Freitag, die Sonne scheint und Sandra und ich haben einen gemeinsamen freien Tag. Als die Mopeds gesattelt sind können wir es kaum noch erwarten. Es geht wieder los… Ein wirkliches Ziel haben wir nicht, aber darauf kommt es beim Biken auch nicht an, hier ist der Weg das Ziel! Es geht über die B9 am Rhein entlang. Sandra fährt vor, unser Ziel ist Bad Breisig. Kurz hinter Bad Breisig biegen wir dann rechts ab und genießen die vielen Kurven. Das TomTom haben wir nicht dabei, nach der Routenplanung habe ich es im Wohnzimmer auf dem Tisch liegen lassen. Aber es geht heute auch mal ohne. Es geht kreuz und quer durch die Eifel, die meisten Orte hatte ich mir vorher schon bei Google-Maps angeschaut, vieles kenne ich auch schon recht gut. Am Nürburgring machen wir am Burg-Café direkt unterhalb der Nürburg eine kleine Pause. Es gibt etwas kaltes zu trinken und für die Ohren die Geräusche des Porsche Sport Cups ein paar hundert Meter weiter westlich auf der Grand Prix Strecke.

Nach unserer kleinen Mittagspause wollen wir weiter über Adenau in Richtung Café Fahrtwind – wieder einmal! Weit kommen wir aber nicht. Nach wenigen hundert Metern steht ein Polizist mitten auf der Straße. „Mist!!“ es durchzuckt mich, muss ich ein schlechtes Gewissen haben, waren wir zu schnell, ist etwas nicht ok?? Der Polizist winkt uns auf einen unbefestigten kleinen Platz neben der Straße. Dort stehen mehrere Polizeifahrzeuge und eine ganze Reihe seiner Kollegen. „Allgemeine Verkehrskontrolle, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!“ Ich nehme den Helm ab und krame alles aus der Geldbörse hervor. Gut, dass ich vor vor einigen Tagen die Fahrzeugscheine der beiden Motorräder eingesteckt habe! Im letzten Jahr sind wir immer ohne Papiere gefahren, aber auch nie angehalten worden! „Mein“ Polizist hat keine Ahnung, ich erkläre nur kurz, dass beide Mopeds mir gehören und dass wir eine kleine „Feierabendtour“ machen. Der Polizist der sich die weiße BMW anschaut auf der Sandra heute wieder unterwegs ist, ist ein wenig gründlicher. Dass beide Motorräder einen Superbike-Lenker haben bemerkt er nicht, aber die 190er Hinterreifen fallen ihm auf. Beide Reifen wurden zum letzten Saisonende im Motorradhaus Senger in Rüsselsheim frisch montiert. Für die Reifen habe ich ein Gutachten, eingetragen sind bei beiden Motorrädern die schmaleren 180er Serien-Reifen.

Der Polizist triumphiert, er hat etwas gefunden! Und wir haben das Gutachten nicht dabei. Später fällt mir ein, dass ich sie mal fotokopiert und zur Bedienungsanleitung gesteckt habe. Vielleicht ist beides zusammen unter der Sitzbank? Aber im Angesicht der Polizei fällt mir das nicht ein. Es gibt eine kurze Demonstration der Allmacht der Polizisten. Als sie ihren Spaß gehabt haben werden sie wieder ganz nett und lassen uns weiter fahren. Beim nächsten Mal sollen wir darauf achten, dass wir das Gutachten dabei haben. Uff, das ging ja noch einmal gut. Während mir die alten Zeiten mit der frisierten 50er und der ständigen Angst vor der Polizei durch den Kopf gehen, machen wir uns wieder abfahrbereit. Da werden auch schon drei Biker mit gelben Kennzeichen heraus gewunken – Holländer! Na, dann viel Spaß…

Es geht weiter über Adenau bis wir schließlich wieder einmal im Café Fahrtwind landen. Zwischendurch sehen wir die Polizei noch mehrfach. Ist heute der Tag der „offenen Polizeikelle oder was“?? Egal, es ist heiß, die Sonne scheint und es gibt etwas kaltes zu trinken, Benzingespräche und ein  Stück Apfelkuchen – vom Chef persönlich gebacken – lecker! Wieder daheim freuen wir uns auf die Dusche, der Sommer ist schon da und es ist erst Anfang Mai!! Später zaubert Sandra Rouladen aus Putenschnitzeln mit weißem und grünem Spargel. Dazu gibt es kleine Pellkartoffeln, lecker!!

Am nächsten Tag scheint die Sonne noch ein wenig heller und es ist noch ein wenig wärmer. Sandra ist aber noch k.o. vom Vortag. Aber egal, sie würde mitfahren und so kann ich dann auch mal wieder meine weiße K1200 bewegen, die blaue Schwester bleibt zurück in der dunklen kühlen Garage, wie ich sie später darum beneiden werde…

Heute habe wir mein TomTom Urban Rider dabei. Aber die aktive Halterung an der BMW war vorher zwei Jahre lang an meinem „alten“ 850er Boxer montiert. Zusammen haben sie viele Tage und Nächte unter freiem Himmel, bei Schnee, Regen und Sonne verbracht. Das hat Spuren hinterlassen. Einer der vier kleinen vergoldeten Stifte scheint ein wenig korrodiert zu sein und steckt inzwischen so tief innen im Halter, dass das TomTom während der Fahrt nicht mehr geladen wird. Egal, die interne Batterie ist voll und ich schalte es einfach gar nicht erst ein. Für den Fall der Fälle haben wir es dabei, aber auch heute wird es komplett ohne Navi funktionieren.

Es geht in Richtung Bad Godesberg, dann weiter in Richtung Meckenheim. In Pech biegen wir links an und fahren über Berkum. Es geht vorbei an der Radarstation und weiter in Richtung Remagen. Im Wald dann wieder rechts in Richtung Straußenfarm, vorbei am Golfplatz, immer weiter in Richtung Süden… In Ahrweiler biegen wir heute mal nicht in Richtung Römervilla ab, sondern eine Ausfahrt später. Es geht kurz durch die Stadt, dann vorbei am Kletterpark und ab in den Wald. Die Straße ist grandios, vor uns ist ein Biker mit einer BMW R1200. Wir fahren ihm einfach hinterher. Er hat es auch nicht eilig und so schwingen wir uns gemeinsam durch die Kurven, was für ein Spaß.

An jedem Abzweig fahren in in Richtung Nürburg-Ring bis wir am Abzweig „Ahrbrück“ ankommen. Mir kommt die Polizei wieder in den Sinn und mir kommt auch in den Sinn, dass wir auch heute kein Gutachten für die 190er Hinterreifen dabei haben! Also warum nicht mal wieder über Ahrbrück zum Café Fahrtwind? Gedacht, geblinkt, es geht durch schöne Wälder und es ist wunderschön. Sandra ist eine tolle Beifahrerin. Sie achtet auf die Straße und ahnt immer ob wir gleich bremsen werden oder nicht. Beim Bremsen stützt sie sich vor meinem Bauch am Tank ab. So muss ich nicht immer beide „Oberkörper“ stemmen. Beim Beschleunigen krallt sie sich so gut fest, dass ich sie auch dann nicht verliere wenn wir die 163 Pferde mal richtig laufen lassen. Super!

Auf dem Rückweg fahren wir mal durch Bonn Röttgen und über den Venusberg, Abwechslung muss sein! Abends gibt es wieder Spargel. Dazu Hähnchenfilet – lecker!

Am nächsten Tag ist das Wochenende dann schon fast Geschichte. Es ist Sonntag und ich muss nach Stuttgart. Für Montag bis Mittwoch steht ein Entwicklerseminar auf dem Programm. Den Sonntag verbringen wir also damit die Wohnung ein wenig aufzuräumen, Wäsche zu waschen, Hemden zu bügeln und den Koffer zu packen. Um 13h macht sich Sandra auf den Heimweg. Ich schreibe noch kurz diesen kleinen  Artikel und freue mich nachträglich noch an den beiden schönen Tagen in der Eifel.

Am nächsten Wochenende wird es ein Reitturnier  im Ruhrgebiet geben. Endlich mal wieder „richtig“ fotografieren. Was dabei herauskommt, wir werden es sehen 🙂

Siegerland, Eifel und andere Thorheiten

Es ist Samstag, das Wetter ist grandios. Aufstehen, duschen, schnell frühstücken, kurz vor 9h sind wir schon unterwegs. Es soll an der Sieg entlang gehen, vielleicht durch das Brohltal? Wirklich geplant ist nichts, aber wir haben das TomTom Rider dabei. Bei Hennef Ost verlassen wir die A560 und biegen nach links auf die B478 ab. Es geht durch das Brohltal bis zur ersten Tankstelle. Sandra hat mit der weißen BMW wieder mehr Sprit verbraucht als ich, kann das sein? Die Mopeds sind bis auf die Farbe identisch. Allerdings schaltet Sandra in der Regel alle Gänge so durch wie sich das eigentlich gehört. Ich fahre oft im 1. Gang an und schalte dann gleich in den 3. Gang. Aber 60 km/h dann sofort in den 6. Gang. Ob das der Grund ist, oder ob ich einfach ein wenig mehr Sprit in den Tank einfülle? Jedenfalls zeigt mein Bordcomputer oft eine „Restlaufzeit“ von etwa 100 Kilometern an, wenn Sandra auf der weißen BMW noch etwa 50 Kilometer „im Tank“ hat. Das ist schon seltsam…

Aber heute soll uns das egal sein, wir tanken beide Mopeds voll. Super Plus kommt hinein, damit laufen sie einfach besser, aber das ist auch inzwischen eine wirklich teurer Spaß. Die K1200 brauchen bei unserer doch ziemlich gemäßigten Fahrweise zwischen 5 und 5,5 Litern auf 100 Kilometern. Das erscheint zunächst erst einmal viel. Beide Motorräder brauchen zusammen also zwischen 10 und 11 Liter. Wenn man aber bedenkt, dass sie zusammen 326PS haben, so ist das eigentlich auch schon wieder ok. Ein aktueller BMW 330ci hat 271PS und braucht kombiniert auch etwa 11 Liter/100km.

Nach unserem Tankstopp geht es weiter. Der Bordcomputer verheißt uns nun wieder etwa 350 Kilometer „Restlaufzeit“, das beruhigt nicht nur Sandras Nerven. Ein paar Meter nach der Tankstelle halten wir kurz an und ich gebe einfach mal Siegen als Ziel ein, als Routenführungsoption wähle ich „Kurvenreiche Strecke“. Dann geht es los, gleich nach der Tankstelle sagt das TomTom eine kurvenreiche Landstraße an. Also Blinker rechts und los geht der Spaß. Bis kurz vor Siegen geht das dann so weiter. Das TomTom führt uns auf verschlungenen Pfaden durch wundervolle Landschaften. Leider sind viele der Straßen nach dem strengen Winter in schlechtem Zustand. Blöd wird es, wenn hinter uns ein Autofahrer glaubt mal zeigen zu müssen, dass er mit seiner Kiste besonders dicht auffahren kann, während wir uns zwischen teilweise abenteuerlich tiefen Schlaglöchern hindurch schlängeln. Da gibt es dann Augenblicke, da möchte ich einfach mal mitten auf der Straße das Motorrad anhalten, absteigen und den hirnlosen „Lenkern“ eine kräftige Beule in die Türe treten. Aber ich habe ein gute Erziehung genossen, bin überaus friedfertig und scheue die anschließende Diskussion mit meiner Haftpflichtversicherung…

In Siegen angekommen sind wir überrascht wie schön, aber auch bergig diese Stadt gelegen ist. Direkt in der Innenstadt ist die Mehrzahl der Parkpläze entweder belegt oder so schräg, dass wir die Motorräder nicht wirklich sicher abstellen können. Aber nach einer längeren Suche finden wir dann doch noch eine offizielle „ordentliche“ Parklücke. Sandra geht kurz bei Rossmann einkaufen und danach finden wir auf der Terrasse eines kleinen Bistros tatsächlich einen freien Tisch mit Blick auf den Wochenmarkt. Schön ist es hier!

Hier ist ein Foto dies netten Bistros:

Für den Heimweg wünscht sich Sandra dann gut geteerte Straßen ohne Schlaglöcher und ohne Idioten die ständig dicht auffahren müssen. Ich wähle die Routenführungsoption „Autobahn vermeiden“. So fahren wir auf gut ausgebauten Bundesstraßen und müssen nicht ständig mörderische Schlaglöcher umfahren. Als wir wieder im Brohltal sind übernimmt Sandra mal die Führung. Das ist leider sehr selten und ich bin immer ganz froh, wenn ich sie im Blick habe. So muss ich nicht ständig im Spiegel schauen wer da gerade wieder von hinten drängelt. Und es macht Spaß Sandra anzuschauen wie sie um die Kurven flitzt und auch schon mal die 163 PS mobilisiert und gleich eine ganze Autokolonne überholt.

Daheim in Bonn schaue ich im Programm „My Tracks“ auf dem HTC Desire nach was wir denn so gefahren sind:

  • Enfernung – 208 Kilometer
  • Max. Geschwindigkeit: 204,30 km/h
  • Durschnittsgeschwindigkeit: 60,32 km/h
  • Zeit in Bewegung: 3h27
  • Gesamtzeit: 4h55
Danach sind wir ziemlich erledigt und freuen uns auf das Sofa. Und es gibt auch noch ein Blue Ray – wir versuchen uns ein zweites Mal an „John Boorman’s Excalibur“ Es ist ein alter Phantasy-Streifen aus dem Jahr 1981. Es gibt ein paar bekannte Gesichter wie bspw. Helen Mirren oder Gabriel Byrne zu sehen. Der Film ist echt schwer in die Jahre gekommen und einige der Action-Szenen wirken aus heutiger Sicht fast ein wenig albern. Aber ich bin doch beeindruckt von einige Stilmitteln die John Boorman in diesem Film verwendet hat. Ganz krass fallen mir die grünen Scheinwerfer auf mit denen Boorman praktisch alle Szenen die in einem Wald spielen in unwirklich grünes Licht getaucht hat. Dann gibt es einige wenige Überblendungen die man heute mit geilen CGI-Tricks umsetzen würde. Aber es ist irgendwie ganz nett mal zu sehen, wie man das „früher“ gemacht hat. Witzig auch die blitzblanken Rüstungen der Ritter in denen sich die krassen bunten Scheinwerfer spiegeln. Oder die Burg Camelot die man nie komplett und aus der Nähe zu sehen bekommt. In vielen Einstellungen sieht es aus, als wären die Burgzinnen aus Sperrholz zusammen genagelt und danach mit Alufolie beklebt worden. Alles irgendwie ganz witzig und wenn man bedenkt, dass dieser Streifen eine ganze Riege von Phantasy-Filmemachern beeinflusst hat, ist es auch egal, dass der Ton nur in Mono ist.
Hier ist unsere Runde in der Google-Earth-Ansicht:
Am Sonntag geht es dann weiter mit dem schönen Wetter. Wieder sind wir kurz nach 9h unterwegs. Diesmal geht es am Rhein entlang nach Süden. Bei Brohl Lützing biegen wir von der B9 in Richtung Maria Laach ab. Die Straße ist toll, die Landschaft wunderbar und das Feeling einfach gut. Während wir am Kloster Maria Laach vorbei fahren muss ich an die E-Mail von Angenie und Peter denken. Hier hätten Sie sicher großen Spaß mit ihren Mountain Bikes. Ich bin wirklich gespannt wann wir uns mal in Deutschland treffen 🙂
Eine Weile später finden wir einen kleinen Gasthof, es ist erst kurz nach 11h aber es scheint schon geöffnet zu sein. Der Chef steht vor der Türe und bittet uns die Motorräder nicht auf dem Gehweg abzustellen, damit wir keine Anzeige bekommen. Es gibt einen Kaffee und einen Plausch mit ihm und einem seiner Freunde. Sein Kumpel spricht einen krassen Rheinischen-Dialekt. Ich habe echt Mühe ihn zu verstehen. Er erzählt von seiner Jugend, als er noch Motorrad gefahren ist. Wie das damals war auf dem Nürburgring und von seinen Touren durch Südfrankreich und die Alpen in Norditalien. Ich muss an die Tour mit Nina denken. Damals 1999 als es mit der alten BMW R-80 RT zwei Wochen lang über die Alpen und dann von einem norditalienischen See zum nächsten ging. Am Largo del Garda haben wir mehrere Tage verbracht und ich muss bis heute oft an die großartige Landschaft und die grandiosen Berge denken. Irgendwann möchte ich da mal wieder hin. Ob es vielleicht in diesem Jahr klappt??
In der Nähe von Adenau füllen wir dann mal wieder die Tanks unserer BMWs auf. Diesmal tanken wir 102 Oktan Sprit – Weltmeister-Benzin – mal sehen ob die weiße BMW damit besser läuft. Sandra sagt sie würde bei niedrigen Geschwindigkeiten und niedrigen Drehzahlen oft ziemlich „stottern“ – mal sehen ob es am Sprit liegt. Dieser 102 Oktansprit kostet sage und schreibe 1.79 Euro pro Liter. Nach dem die blaue BMW voll ist gebe ich Sandra die Zapfpistole in die Hand. Als die weiße BMW auch voll ist stehe ich an der Kasse um zu bezahlen. Der Tankwart traut seinen Augen nicht. Dass so viel Sprit in nur ein Motorrad passen soll kann er kaum glauben. Er kann Sandra hinter der großen Zapfanlage nicht sehen und ist dann beruhigt, dass es doch zwei Motorräder sind die wir gerade für über 50 Euro betankt haben.
Nach den vielen Kurven und Spitzkehren schmerzt Sandra das linke Handgelenk. Wir beschließen einfach die Straße in Richtung Norden zu fahren und beim Café Fahrtwind eine kleine Pause zu machen. Dort lernen wir dann einen jungen Soldaten aus Euskirchen kennen, der davon träumt eine Weile an einem Fliegerhorst der Bundeswehr in den USA stationiert zu sein. Sandra und ich erzählen ihm eine Menge von unseren Erlebnissen in den USA. Dann brechen wir wieder auf. Kurz vor Bonn nehme ich dann mal eine etwas andere Route und bin ganz überraschst, als wir gegenüber von Unkel den Rhein erreichen. Das ist einen kleinen Fotostopp wert!
Daheim gibt es die zweite Hälfte unserer „Garbanzas“ die Sandra am Samstag gekocht hat. Beim Einkaufen kam es mir am Freitag kurzfristig in den Sinn, dieser kanarische Kichererbsen-Eintopf wäre mal wieder große Klasse! Und als ich dann im Supermarkt auch noch die Shorizo finde, ist es eigentlich schon geritzt…
Später am Nachmittag geht es dann nach Bonn Bad Godesberg. Es steht ein 3D Film auf dem Programm. Die Karten haben wir schon bei einem kurzen Zwischenstopp mit dem Motorrad abgeholt – es gibt THOR.
Am Donnerstag habe ich im Auto auf dem Heimweg eine Filmkritik gehört. Regie hat Kenneth Branagh geführt und er soll seine Arbeit gar nicht schlecht gemacht haben. Ich mag diesen Typen sehr gern und erinnere mich immer wieder gern an seine Rolle in „Wild Wild West“. Also bin ich gespannt auf den Film. Es gibt Desperados und Popkorn! Das passt zu diesem Film wirklich ganz ausgezeichnet 🙂 Der Film ist wie im Radio beschrieben, eine typische Comic-Verfilmung. Auf Hochglanz polierte Action, bei der die Trick-Effekte die Hauptrolle spielen. Während des Films muss ich immer wieder an „John Boorman’s Excalibur“ denken und bin wirklich beeindruckt wie sich die Filmwelt doch in den letzten 30 Jahren weiterentwickelt hat. Ok, die Filme sind nicht zwangsläufig besser geworden, aber es sieht inzwischen doch alles irgendwie cooler aus.
Nach dem Kino gibt es eine Pizza im Bistro gegenüber des Kinos. Wir setzen noch einmal unsere albernen 3D Brillen auf und machen ein paar Fotos mit meinem HTC-Telefon. Echt „Nerdig“ sieht das aus 🙂
Als ich dann später diesen Post schreibe gibt es „Batman – The Dark Knight“ – auch coole Trickeffekte, ich denke wieder an den alten Excalibur. Irgendwie fand ich ihn gar nicht so schlecht – vielleicht gerade weil es keine CGI-Tricks gab…
Und zuletzt noch unsere heutige Runde aus der Vogelperspektive: