Places – Burg Rheinfels bei St. Goar

Heute habe ich ein Video für Euch, dass ich am letzten Wochenende mit meiner Panasonic HC-X909 auf der Ruine der Burg Rheinfels bei St. Goar aufgenommen habe. Dieser Ort ist wirklich ganz zauberhaft und wer ihn nicht kennt und auf der Suche nach schönen Fotomotiven ist, dem kann ich diesen Teil des Rheins nur wärmstens empfehlen! Auf der anderen Rheinseite bietet der Lorelei-Felsen ebenfalls eine tolle Aussicht in das Rheintal. Die kleinen Orte rund um die Burg Rheinfels sind ebenfalls sehr sehenswert. Es gibt viele alte Fachwerkhäuser, urige Kneipen und gemütliche Weinstuben.

Dieses kleine Video war ein Testlauf für die nächste Reise. Ich wollte im wesentlichen ausprobieren wie gut sich Aufnahmen aus der freien Hand unter Verwendung des Bildstabilisators machen. Und ich muss sagen, es sieht gar nicht schlecht aus. Aber wirklich gut eben auch nicht! Ein gutes Stativ ist einfach nicht zu ersetzen. Außerdem stellt das Filmformat einen „normalen“ Windows-PC mit MAGIX Video Deluxe MX vor eine enorme Herausforderung. Besonders die hohe Bildwiederholfrequenz von 50 Bildern/Sekunde in voller HD-Auflösung steckt ein einfacher halbwegs moderner PC nicht weg. Der Schnitt dieses Videos war mit MAGIX Video Deluxe MX daher schlicht unmöglich. Das Programm konnte einige wenige Sekunden in der Vorschau abspielen und blieb dann immer wieder hängen.

Die MTS-Dateien habe ich schließlich auf mein 17″ MacBook Pro mit INTEL i7 Prozessor und schneller SSD übertragen. Der Versuch diese „Roh-Dateien“ dann mit Final Cut Pro X (FCPX) zu importieren schlug sofort fehl. FCPX kann mit diesem Filmformat nichts anfangen. Also habe ich mir das kostenlose Tool „MediaConverter“ installiert und ein Plug-In für HD-Videos nachinstalliert. Damit ließen sich die MTS-Dateien verlustfrei in das Quick-Time-Format neu „verpacken“. FCPX konnte dieses dann importieren, ist aber bei der Arbeit mit diesen Dateien immer wieder abgestürzt.

Also habe ich alle Video-Schnipsel erneut von der Speicherkarte aus der Panasonic HC-X909 direkt in FCPX importiert. Das hat sehr gut geklappt aber auch extrem lange gedauert. Der Hauptgrund ist hier in der Erstellung der Proxy-Medien zu suchen. Diese Medien brauchen außerdem viel Festplattenplatz, aber die Vorschau und der Schnitt laufen danach ganz flüssig. Der Export des fertigen Videos das keine 6 Minuten läuft, hat schließlich auf einem MacBook Pro mit 8-Prozessorkernen (Intel i7) etwa drei Stunden benötigt. Die fertige Videodatei ist knapp 900MB groß, der Upload nach YouTube hat bei mit einer 32 MBit/s (512 KBit/s Upstream)  nochmals etwa drei Stunden benötigt. Alles in allem stecken in diesem Video etwa 6 Stunden Rechen- und Übertragungszeit sowie nochmals etwa 6 Stunden für das Kopieren, Konvertieren, Sichten und Schneiden!

Damit Ihr einen Eindruck davon bekommt wie der Videoschnitt mit FCPX auf dem Mac aussieht, habe ich hier einen Screenshot für Euch. Einfach in einem neuen Reiter öffnen um ihn in der vollen Auflösung zu sehen.

Ein Screenshot vom Video-Schnitt mit Final Cut Pro X

Zeiss Ikon – Ikonta

Heute habe ich das bereits im letzten Video zur Mamiya RZ67 ProII versprochene Video zu meiner Zeiss Ikon Ikonta. Diese Kamera wurde in den 50er Jahren gefertigt. Während meiner Moderation war es mir nicht ganz klar wie alt sie wirklich ist, daher der kleine Widerspruch, mal 50 mal 60 Jahre. Wahrscheinlich liegt ihr genaues Alter irgendwo dazwischen. In den nächsten Wochen gibt es dann mal ein paar Testbilder aus dieser Kamera für Euch zu sehen 🙂

Passages by Paolo A Santos

PASSAGES – Paolo A. Santos Time-lapse reel from Paolo A. Santos on Vimeo.

Zum Wochenausklang ohne viele Worte noch ein sehr schön gemachtes Video für alle USA South-West Freunde 🙂

Mamiya RZ67 PROII – Bedienung und Zubehör

Heute habe ich für Euch ein Video meiner alten Mamiya RZ67. Diese Kamera war bereits im Video „Weg mit dem Sensordreck“ zu sehen und auf dieses Video habe ich mich sehr gefreut weil diese Kamera einfach krass und sehr cool ist. Wirklich häufig habe ich sie indes noch nicht benutzt, sie ist eher ein „Workhorse“ für ein gut sortiertes Studio. Unterwegs macht sie viele Probleme weil sie einfach groß und schwer ist und man auf einen Rollfilm nur 10 Bilder aufnehmen kann.

Im Zeitalter der Nikon D800E verkaufen immer mehr Fotografen diese wunderschönen einst unerschwinglich teuren Kameras zu teils sehr günstigen Preisen. Auch das Zubehör ist meist nicht wirklich teuer. Winder, Objektive usw. findet man in den einschlägigen Internet-Plattformen in ausreichender Stückzahl. Hier habe ich einen Link zur passenden Rubrik bei eBay. Dort gibt es aktuell einen brauchbaren Korpus ab 333 Euro. Für ein Filmmagazin muss man etwa 70-100 Euro rechnen, brauchbare Objektive bekommt man ab ca. 150 Euro. Mit ein bisschen Glück bekommt man für etwa 1500 Euro eine komplette Ausrüstung mit mehreren Objektiven und einem Prismensucher.

Die RZ67 verwendet im Gegensatz zur RB67 einen elektronisch gesteuerten Zentralverschluss der in die Objektive integriert ist. Die ersten Modelle kamen 1982 auf den Markt. Später wurden einige Details überarbeitet, 1995 und 2004 wurden diese als PROII und PROIID auf den Markt gebracht. Die RZ67 arbeitet mit einer 6V Batterie vom Typ 4SR44 oder 4LR44 die recht schwierig zu bekommen sind. Hier sollte man vorsorgen wenn man diese Kamera mit auf eine längere Reise nimmt.

Die Liste der für die RZ67 hergestellten Objektive ist wirklich lang, hier ein Auszug aus der Wikipedia:

There are a wide variety of lenses available for the RZ67:

  • 3 wide-angle lenses:
50 mm f/4.5 ULD L (contains floating element), 23 mm equivalent
65 mm f/4, two versions (the second one has a floating element), 32 mm equivalent
75 mm f/3.5, with floating element, 36 mm equivalent
  • 3 normal lenses:
90 mm f/3.5, 44 mm equivalent
110 mm f/2.8, smallest of the RZ lenses, also has largest aperture, 53 mm equivalent
127 mm f/3.5 and an older model f/3.8, 62 mm equivalent
  • 8 telephoto lenses:
150 mm f/3.5, 73 mm equivalent
180 mm f/4.5, 87 mm equivalent
210 mm f/4.5 APO, apochromatically corrected design, 102 mm equivalent
250 mm f/4.5, 2 versions (newer one is APO), 121 mm equivalent
350 mm f/5.6 APO, 170 mm equivalent
360 mm f/6.0, an older lens, 175 mm equivalent
500 mm f/6 APO and an older model f/8, longest of the RZ lenses, 238 mm equivalent
  • 7 specialty lenses:
37 mm f/4.5 Fisheye, (the widest RZ lens), captures 180 degrees diagonally across the frame, does not correct distortion, 18 mm equivalent
75 mm f/4.5 Short Barrel, possible to use with a tilt/shift adapter for perspective and focus plane control, needs an SB spacer for normal 75 mm use, 36 mm equivalent
75 mm f/4.5 Shift, perspective control lens, needs manual cocking of the shutter, 36 mm equivalent
140 mm f/4.5 Macro, two versions (the newer one with floating element system), able to shoot 1:3 without extension tubes or bellows and 1:1 with extension tubes 1 and 2, 68 mm equivalent
150 mm f/4 Variable Soft Focus, uses three interchangeable diffusion and spherical aberration disks for soft effect, 87 mm equivalent
180 mm f/4.5 Short Barrel, for tilt and shift adapter, needs an SB spacer for normal 180 mm use, 87 mm equivalent
100-200 mm f/5.2 Zoom, the only RZ zoom lens, 48-97 mm equivalent
 

Beispielfotos

Wie beim Hasselblad Flexbody treffen sie die RZ67-Enthusiasten bei flickr.com und zeigen in diesem Photostream was man mit diesem „Dinosaurier“ alles anstellen kann. Hier ist einer meiner Favoriten.

Mein Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Mamiya RZ67 PROII ein robustes Arbeitstier ist, das man inzwischen preiswert kaufen kann und das jedem exzentrischen Fotoamateur das Gefühl vermittelt in der gehobenen Profiliga zu spielen. Die Arbeit mit diesem Monstrum macht einfach Spaß und die Qualität der Objektive ist über alle Zweifel erhaben. Macht man alles richtig, so kann sich die erzielbare Qualität der Bildergebnisse mit allen derzeit verfügbaren DX oder FX Digitalkameras messen. Will man eine noch höhere Qualität so wird es gleich extrem teuer. Wer also zum kleinen Pries bereit ist den „Umweg“ über Film, Entwicklung und Scan zu gehen, der ist auch im Jahr 2012 mit der Mamiya RZ67 noch sehr gut bedient.

Hier habe ich noch ein Video gefunden in dem jemand sehr schön zeigt wie man einen Rollfilm in das Magazin der RZ67 einlegt. Zu beachten ist hierbei, dass auf das Papier das den Film gegen Umgebungslicht schützt ein Pfeil aufgedruckt ist. Dies ist der Filmanfang und dieser Pfeil muss wie im Video gezeigt mit der weißen Markierung im Magazin übereinstimmen.

 

Mein neues Buch

Das Buch zu meiner großen Fotoreise gibt es bei amazon.de als Kindle eBook zu kaufen. Auf 573 Seiten gibt es die vollständige Geschichte sowie 200 farbige Fotos, einige Karten und viele Tipps zum Thema Fotografie.

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Fotografieren mit dem Hasselblad Flexbody

Welcher begeisterte Fotoamateur hat sich nicht schon einmal eines dieser sündhaft teuren Tilt- und Shift-Objektive gewünscht um die Linien eine Hochhauses bolzengerade abzubilden oder die „unendliche Tiefenschärfe“ zu erzielen? Doch diese Objektive sind extrem teuer und sind in der Regel den Profis vorbehalten.

In einer ganz ähnlichen Liga spielt der Hasselblad Flexbody. Allerdings hat man sich bei Hasselblad etwas ganz besonderes überlegt als man den Flexbody konstruiert hat. Statt komplexe neue Tilt- und Shift-Objektive zu konstruieren hat man einfach den Kamerakorpus ersetzt. Bereits bei der Hasselblad SWC (SuperWide-Camera) hatte man einen spiegellosen sehr einfachen Kamerakorpus mit einem festmontierten starken Weitwinken sehr erfolgreich kombiniert. Mit dem Flexbody wurde dann 1995 eine sehr spezielle Kamera präsentiert, die einer Fachkamera recht ähnlich ist, ohne jedoch deren Möglichkeiten in vollem Umfang bieten zu können. Aber man kann das Magazin in den Höhe verschieben und es in recht weiten Bereichen neigen. Außerdem bietet der eingebaute Balgen viel zusätzliche Flexibilität bei der Fokussierung. Nach der Vorstellung des Flexbody musste man sich bei Hasselblad aber auch Kritik gefallen lassen. Denn nicht alle Objektive die für den 6x6cm großen Bildkreis konstruiert sind leuchten bei extremen Einstellungen noch das komplette Bildformat aus. Daher wurde 1997 also nur zwei Jahre später der Arcbody vorgestellt. Diese Kamera ist dem Flexbody sehr ähnlich, beschreitet aber völlig neue Wege. Die herkömmlichen Objektive können nicht mehr verwendet werden, statt dessen wurden drei speziell konstruierte Objektive der Firma Rodenstock vorgestellt. Diese Objektive leuchten in allen Einstellungen am Arcbody stets den vollen Bildkreis aus. Aufgrund der geringen Stückzahlen ist der Archbody noch heute äußerst selten zu bekommen und die Preise bewegen sich zumeist in exorbitanten Regionen.

Kann man mit den leichten Einschränkungen des Flexbody-Modells leben, so bekommt man hier zum halbwegs moderaten Preis ein skurriles Kamerasystem das relativ einzigartig ist.

Hier habe ich zwei wirklich großartige Hasselblad-Publikationen für Euch verknüpft die es bei amazon.de zu kaufen gibt:

Für die Komposition des Bildes benötigt man eine Mattscheibe. Diese gehört zum Lieferumfang. Stellt man die Bildbühne schräg, so ist das Bild das die Mattscheibe produziert ab Winkeln von etwa 10° relativ dunkel. Dies lässt ich korrigieren indem man eine spezielle Fresnel-Linse vor der Mattscheibe einschiebt. Je nach Richtung des Winkels muss man diese Linse von links oder rechts einschieben. Für größere Winkel gibt es zwei weitere Frensel-Linsen. Außerdem steht das Bild welches man auf der Mattscheibe sieht stets auf dem Kopf und ist auch noch seitenverkehrt. Man braucht also ein gewisses Maß an Vorstellungsvermögen bei der Bildkomposition. An die Mattscheibe lassen sich eine Sucherlupe oder ein Prismensucher ansetzen. Mit dem Prismensucher ist das Bild dann seitenrichtig, steht aber noch immer auf dem Kopf, weil es nicht durch einen Schwenkspiegel umgekehrt wird.

Nach der Komposition des Bildes, der Belichtungsmessung und der korrekten Fokussierung wird es spannend. Man schließt den Verschluss durch Drücken des Drahtauslösers. Danach ist das Objektiv lichtdicht. Anschließend nimmt man die Mattscheibe ab, setzt ein Magazin an die Kamera, stellt sicher, dass ein Stück unbelichtetes Filmmaterial aufgezogen ist und entfernt den Schieber aus Edelstahl. Nach einem leisen Klick ist dann das „Bild im Kasten“. Nun heißt es den Schieber wieder in das Magazin zu stecken, das Magazin abzunehmen, die Mattscheibe anzusetzen und den Verschluss wieder zu öffnen. Danach ist man bereit für das nächste Motiv.

Das alles ist relativ komplex und man kann vieles falsch machen. Passt man nicht auf, so hat man seine Bilder häufig doppelt belichtet. Denn das Spannen des Verschlusses und das Transportieren des Films sind zwei getrennte Arbeitsschritte! Außerdem ist extrem wichtig nach dem Auslösevorgang sofort den Edelstahlschieber wieder einzusetzen. Bei einer Hasselblad 500 C/W – also einer Spiegelreflexkamera – hat man einen Hilfsverschluss. Dieser schützt das Filmmaterial und macht eine „normale“ Hasselblad damit relativ „Idiotensicher“. Beim Flexbody gibt es das alles nicht, hier fotografiert man ohne Netz und doppelten Boden! Und das ist vielleicht der besondere Reiz den dieses System auf mich ausübt.

Allein bin ich damit übrigens nicht! Beispielsweise bei flickr.com findet sich eine Gruppe von Leuten die dort mit dem Flexbody arbeiten. Schaut mal rein, dieses Bilder zeigen sehr schön, was mit dem Hasselblad Flexbody möglich ist.

http://www.flickr.com/groups/flexbody/pool

Hasselblad Flexbody

Hasselblad Flexbody

Das Buch zum großen Fotoabenteuer

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