Fuji X100 – Bilder ohne Nachbearbeitung, geht das?

Inzwischen kennen die meisten unter Euch die „Erste Regel“ der digitalen Fotografie „Shoot RAW!“ Doch RAW-Bilder sind auch groß und manchmal unhandlich. Ist man auf langen Reisen unterwegs und möchte nur hier und da eine kleine Erinnerung aufzeichnen, so muss es nicht immer das RAW-Format sein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in der sofortigen kritischen Kontrolle der Ergebnisse und der Beherrschung aller für die kamerainterne RAW-Konvertierung relevanten Parameter.

Macht man hier alles richtig, so liefert die kleine Fuji Finepix X100 überraschend gute Ergebnisse. Die Möglichkeiten der Nachbearbeitung sind wegen des kleineren Farbraums usw. gegenüber den RAW-Bildern aber deutlich eingeschränkt, oft jedoch durchaus ausreichend. Die wichtigen Parameter sind Weißabgleich, Belichtung, Filmsimulation, Schärfe, Sättigung, Dynamik usw. Mit ein wenig Übung findet man hier die für das gewünschte Bildergebnis passenden Einstellungen und kann in Ausnahmesituationen auch mal gegen die „Erste Regel“ verstoßen 🙂

Hier habe ich einige Beispielbilder die für Euch vor einigen Tagen in Monschau an der Grenze zu Belgien aufgenommen habe. Alles ist komplett unbearbeitet, so wie die Kamera die Bilder auf die Speicherkarte geschrieben hat. Ich habe alle Bilder zusätzlich im RAW-Format aufgenommen, daher sind die JPG-Dateien auf 3 Megapixel reduziert. Um daraus ein Bild im Format 10×15 für das Fotoalbum zu machen ist das noch immer mehr als ausreichend.

Aber seht selbst – Die Bilder einfach anklicken um sie im Original zu öffnen…

 

Hier noch ein „Negativbeispiel“ für ein Bild mit „irreparablen“ Überstrahlungen. Die grelle Sonne macht es hier dem Belichtungsmesser besonders schwer. Da hilft nur die sofortige kritische Bildkontrolle. Fallen dabei starke Überstrahlungen auf, so kann man den Belichtungsmesser entsprechend korrigieren, das geht bei der X100 ganz besonders einfach. Oder man nimmt einfach gezielt einzelne Fotos im RAW-Format auf. Auch hier ist die korrekte Belichtung essentiell wichtig, aber es ist einfach mehr Spielraum vorhanden um dunkle Bildbereiche so aufzuhellen, dass sich letztlich noch ein gutes Resultat erzielen lässt.

Hier noch ein Beispiel für ein Motiv das ich im Abstand von etwa zwei Stunden für Euch aufgenommen habe. Beim ersten Bild steht die Sonne noch sehr hoch und die Schatten sind wirklich krass. Der Eingangsbereich der kleinen Kapelle liegt fast komplett im Schatten des Vordachs. Ein idyllisches Motiv, aber nicht schön eingefangen.

Hier ist der Stand der Sonne günstiger, aber die Belichtung ist etwas zu knapp gewählt, das Ergebnis ist unbefriedigend.

Hier das gleiche Bild nach der RAW-Konvertierung und voller Auflösung – einfach anklicken…

Konvertiertes RAW-Bild aus Fuji Finepix X100 - Beispielbild - Monschau

Die Steine im Wasser sind nicht mehr überstrahlt und die dunklen Bildbereiche rechts im Bild haben noch deutlich Zeichnung und zeigen keine Artefakte. Der Weißabgleich ist zu dem etwas wärmer gewählt und die Abbildungsfehler des Objektives sind korrigiert. Schaut man sich das Bild in Originalgröße an, so ist es scharf bis in die Ecken und jedes einzelne Blatt ist deutlich erkennbar. Die RAW-Konvertierung ist nicht unbedingt perfekt aber sie zeigt wie viel mehr in den RAW-Bildern steckt.

Mein Fazit

Bilder „Out-of-the-Cam“ – ich denke es geht solange die Lichtsituation nicht zu schwierig ist. Wer mit Speicherplatz geizen muss und keine sehr hohen Ansprüche an die technische Qualität seiner Bilder stellt, der kann zwischendurch auch einfach mal nur den JPG-Modus benutzen. Im wesentlichen müssen hier die Belichtung und der Weißabgleich kontrolliert eingesetzt werden. Dann sind die Ergebnisse in der Regel ganz brauchbar.

Wer aber aus seiner Kamera das letzte BIT herausholen möchte, der kommt auch bei der X100 nicht um die Nutzung des RAW-Modus herum.

Also: SHOOT RAW – IF POSSIBLE

Nikon D3200 – 24 Megapixel zum Sparpreis

Nikon D3200 18-55mm Top Right

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Nikon D3x mit einem Verkaufspreis von 7.000 Euro die Krönung der digitalen „Spiegelreflex-Kunst“ dargestellt hat. Vor einigen Wochen dann die große Überraschung, Nikon bringt mit der D3200 eine DX Camera mit gleicher Auflösung auf den Markt und das zu einem Bruchteil des Preises der D3x. Vergleicht man beide Kameras wird man jedoch feststellen, dass die Auflösung allein nicht den Preis einer Kamera ausmacht. Die D3200 ist schon ein wenig klein und billig gemacht. Verwendet man jedoch ein perfektes Objektiv, so lassen sich damit aber durchaus beachtliche Bildergebnisse erzielen!

Eben war ich kurz einkaufen und da sind mir im M@di@M@rkt ein paar „kleine Preise“ über den Weg gelaufen:

  • Nikon D3100 mit 18-55: 444,- Euro
  • Nikon D3200 mit 18-55: 579,- Euro
  • Nikon D3200 mit 18-105: 779,- Euro

Der Abstand zur deutlich älteren D3100 ist also nicht wirklich groß und man hat noch immer die Wahl zwischen „Pixelwahn“ und „Festplattenökonomie“.

Es ist schon krass wie sich die Zeiten ändern und welche gigantischen Schritte die Entwicklung der CMOS Bildsensoren derzeit durchmacht. Noch einige wenige Jahre und wir haben vielleicht sogar Kameras mit Sensoren die keine regelmäßige Pixelverteilung haben und damit unempfindlicher gegenüber fieser Moiré-Bildung sind. Das alles bei Auflösungen von 36 Megapixeln und mehr. Da bleibt nur noch zu wünschen, dass irgendwann auch der Dynamikumfang der Chips in gleichem Maße wächst wie derzeit die Pixeldichte,ein meiner Meinung nach bislang sträflich vernachlässigtes Thema. Fuji hat sich mit einem Derivat der Nikon D300 vor einigen Jahren dieses Themas angenommen, aber wirklich erfolgreich waren sie damit leider nicht. Den meisten (Amateur-)Fotografenherzen liegen scheinbar viele Pixel näher als ein hoher Dynamikumfang 🙂

Bei fast allen Nikons lohnt sich eine Korrektur der Belichtung um -0,3 bis -0,7EV um überstrahlte helle Flächen zu vermeiden. Im Rahmen der RAW-Konvertierung hellt man dann die dunklen Flächen auf, die ja meistens noch ausreichend Zeichnung vorweisen und unkritischer sind als „helle Flecken“. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass dieses Vorgehen der Vergangenheit angehört und die digitalen Kameras der übernächsten Generation nicht nur mit allerkleinsten Dingen klar kommen, sondern auch mit extrem kontrastreichen Motiven.

Nikon D800 – Kinderkrankheiten beseitigt

Anfang Februar hat Nikon die D800 und D800E offiziell vorgestellt. Lieferbar sind sie noch nicht wirklich. Ich selbst warte nun schon seit vielen Wochen auf meine ganz persönliche D800E und damit bin ich nicht allein auf der Welt. Für zusätzliche Verunsicherung haben in den letzten Tagen Meldungen gesorgt, in denen die ersten Anwender Fehler in der Firmware der Nikon D4, D800 und D800E beschrieben haben. Nikon hat wirklich schnell reagiert und bereits gestern am 29. Mai für die D800 eine neue B-Firmware in der Version 1.01 online verfügbar gemacht.

D800 – Neue Firmware B 1.01 (Mac und Windows)
D800E – Neue Firmware B 1.01 (Mac und Windows)

Folgende Korrekturen und Verbesserungen sind laut Nikon eingeflossen:

  • Korrigiert: Wurden während des Anzeigens von Bildern Fotos gemacht, schaltete sich der Monitor aus, die Kontrollleuchte für den Speicherkartenzugriff begann zu leuchten und in seltenen Fällen „fror die Kamera ein“ und reagierte nicht mehr.
  • Korrigiert: Der Wireless-LAN-Adapter WT-4 übertrug RAW Bilder gelegentlich auch dann, wenn die Option „Nur JPEG“ eingestellt war. Es gingen also deutlich größere Dateien über die „Antenne“ als erwartet, was den Transfer stark ausbremsen konnte.
  • Korrigiert: Bei Aufnahmen mit Active D-Lighting, bei denen eine andere Option als „Aus“, mit Festlegung eines Seitenverhältnisses von 5:4 (30 x 24), ausgewählt war, trat am unteren Bildrand in manchen Fällen ein dunkler Schatten auf.

Die ersten Käufer der Nikon D4 schauen unterdes nicht in die Röhre, auch für diese Kamera gibt es ein entsprechendes Update!

Nikon D800E – In Deutschland immer noch nicht lieferbar

Als ich im Februar beim Fotohändler meines Vertrauens mein ganz persönliches Exemplar der Nikon D800E geordert habe, stand als Lieferdatum der 16. April im Raum. Heute ist Pfingstmontag und wir sind schon wieder fünf Wochen weiter. Von der D800E ist aber noch keine Spur zu sehen. Bei den „üblichen Verdächtigen“ wie amazon & Co. gibt es mit ganz viel Glück inzwischen eine D800 zu kaufen, die D800E kann jedoch in Deutschland bislang nur vorbestellt werden!

Braucht man überhaupt eine D800E, tut es nicht auch eine D800? Diese Frage habe ich mir während der vergangenen Wochen mehrfach gestellt.

Ken Rockwell, auch bekannt als der Chuck Norris der Fotografie, hat hier beide Kameras einander gegenüber gestellt. In seiner bekannt trockenen Art empfiehlt er die D800E nur denjenigen Fotografen die ihre Bilder mit der Lupe nach Details absuchen. Eigentlich gehöre ich nicht zu dieser Spezies, aber ich habe bereits eine D700 und diverse andere Nikon Kameras, Angst vor Moiré muss ich also nicht haben und wenn es mal „schnell gehen muss“, dann kann ich die D700 einsetzen. Ich mag schöne größe Prints auf tollem Papier in hochwertiger Rahmung. Wenn ich solch ein Bild erstelle und allein die Materialien mit 300 Euro und mehr zu Buche schlagen, dann denke ich mir derzeit „Wenn schon – Denn schon“. Je mehr Details ein hochwertiger Print in 60 x 90 cm zu bieten hat, desto besser ist das (aus meiner Sicht). Wird das Bild gar in 100 x 150 cm oder größer gedruckt, so kann die D800E einfach mehr Details liefern und daher sind mir die Mehrkosten zur D800 derzeit nicht wichtig.

Bei panobilder.de findet man diesen sehr schön gemachten Vergleich der Nikon D800 mit der D800E. Im Fazit kann man dort nachlesen, dass sich die Bilder der D800 im Rahmen der elektronischen Bildverarbeitung so hinbiegen lassen, dass sie aussehen als wären sie mit einer D800E gemacht. Hierbei wird jedoch nicht drauf eingegangen wie ein identisches Bild aus einer D800E bei identischer Bildaufbereitung aussehen würde.

Ich denke derzeit „Mehr ist Mehr“ und selbst wenn die D800 mit einigen EBV-Tricks der D800E nahe kommt, so wird diese (je nach Motiv natürlich) die Nase vorn behalten.

Sucht man das Internet ein wenig nach Artikeln rund um die neue Nikon D4 bzw. die D800 ab, so findet man auch erste negative Stimmen. So wird vielfach berichtet, dass sowohl die D4 als auch die D800 gelegentlich „einfrieren“ und sich auch durch Entfernen des Akkus nicht reanimieren lassen. Nikon empfiehlt derzeit die Anzeige von Spitzlichtern nicht zu verwenden um diesen Effekt zu vermeiden. Scheinbar gibt es hier doch noch Probleme mit der Firmware dieser Kameras.

Vor diesem Hintergrund ist eine gewisse Wartezeit vielleicht gar nicht so verkehrt. Wenn man als Kunde damit ein vollständig funktionierendes Exemplar erhält, dann warte ich gern noch eine Weile und nutze die Zeit für ein paar schöne Touren mit dem Motorrad oder dem Cabrio. Das Leben kann auch ohne die D800E wirklich schön sein. Auch wenn das die Nikon-Marketingabteilung sich nicht gern hören mag 🙂

Hier zwei Beispiele für „männliches Leben ohne die Nikon D800E“

Bis die D800E endlich lieferbar ist werde ich mit der D7000 sicher noch eine Menge Spass haben, so wie in diesem Video das vor ein paar Monaten mit der D7000 auf Teneriffa entstanden ist.

So, jetzt packe ich mal wieder meinen Koffer und starte eine kleine Reise mit viel männlichem Spaß ohne die D800E. Im Gepäck werde ich die Fuji Finepix X100 haben. Sie „trägt nicht auf“ und liefert tolle Bilder.

Update um 23h55

Die Fahrt über die B42 am Rhein entlang war wieder einmal richtig gut und ich habe während der Fahrt ein wenig mit der kleinen GoPro HD HERO 1080 „ins Blaue hinein fotografiert“. Dinge die man mit einer D800E niemals tun würde weil man viel zu viel Angst hätte, dass da was dran kommt…

Aber ich muss sagen, die winzige GoPro liefert wirklich spannende 5 Megapixel große Bilder. Für den „schnellen unbemerkten Schuss aus der Hüfte gibt es nur wenig besseres. Hier ein Beispiel das so um ca. 21h in der Nähe der Lorelei entstanden ist. Das Dach war geöffnet und ich habe die GoPro ohne Unterwassergehäuse mal hierhin und mal dorthin gehalten. Ein Display hat sie ja nicht…

Zweiter Nachtrag

Das „Video des Tages“ ist jetzt auch fertig…

Parasiten – Sie sind in uns

Parasite Choi – Full Film from SR Premium on Vimeo.

Heute möchte ich Euch diesen wirklich famos gemachten Kurzfilm vorstellen. Die Effekte gefallen mir außerordentlich gut und dieser Film beweist einmal mehr, dass künftig so richtig abgefahrene Filmtricks nicht mehr einzig den großen Hollywood-Studios vorbehalten sein werden. Bereits heute lassen sich mit ganz normaler aktueller PC-Hardware Filmtricks erstellen die vor 10 Jahren noch vollkommen unmöglich gewesen wären. Ich denke, dass dies die Filmwelt der kommenden Jahre revolutionieren wird. Wir können uns drauf einstellen, dass uns in den nächsten Jahre ein Flut guter und weniger guter völlig neuartiger Video-Effekte erwartet.

Wenn damit den großen Filmstudios ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal verloren geht, besinnen sie sich vielleicht wieder aus das „Wesentliche“ und produzieren künftig mehr wirklich gute Filme wie beispielsweise „The Artist“ 🙂

Hier habe ich noch ein sehr schönes Making of zum Film „Monsters“. Dieser Film sieht wirklich teuer aus, er war es aber nicht. Der Regisseur war unter anderem mit seinen beiden Schauspielern eine Weile in Südamerika unterwegs. Dort haben sie schöne Locations gesucht und „Filmschnipsel eingesammelt“ aus denen sie später die Story entwickelt haben. Eine völlig andere Vorgehensweise als es etablierte Studios tun würden. Während der Post-Production hat der Regisseur Gareth Edwards alle Trickeffekte des Films in einigen wenigen Tagen daheim an einem normalen PC erstellt.

Wer bereits heute einen Blick auf die Filmwelt von morgen werfen möchte, der sollte sich diesen Film unbedingt anschauen und bei jedem Spezialeffekt daran denken, das dies keine Multimillionen-Dollar-Produktion ist!

Hier noch der Trailer zu Monsters…