Scenic Flight – Oder: Der Abschied fällt schwer

Gut erholt und ausgeschlafen beginnt mein Tag heute erst um kurz nach acht. Es wird herumgetrödelt was das Zeug hält, schließlich beginnt mein Rundflug erst um 13h – falls das Wetter heute mitspielt! Also kurz in die E-Mails schauen – das geht mal wieder nicht weil der Router wieder streikt. Kurz Gegenprobe mit dem iPOD – der kriegt es auch nicht hin – es liegt also nicht an Windows Vista! Irgendwann klappt es dann doch, scheinbar hat einer der Angestellten die missliche Lage bemerkt und den Router neu gebootet.

Während ich noch in Unterhose herum turne und dabei bin meine Koffer zu packen, bin ich erstaunt welches Maß an Chaos ich in der Lage bin in nur vier Tagen zu verbreiten 🙂 Plötzlich klopft es heftig an der Türe, dann öffnet sie sich auch schon und das Zimmermädchen gibt mir zu verstehen, dass ich mich doch bitte beeilen soll. Es ist schon 9h und sie will endlich das Zimmer aufräumen. “Ok, give me some minutes please!” Sie geht wieder und schüttelt den Kopf, keine Ahnung warum – Die Unterhose ist weitgehend weiß und kommt ohne florale Muster daher und Comics sind auch keine drauf. Diese unseeligen Zeiten sind Gott sei Dank lange vorbei 🙂

Jedenfalls spornt solch ein Kopfschütteln ungemein an. Das möchte man(n) nicht öfter als einmal pro Tag erleben. Also den Turbogang einlegen. 15 Minuten später ist alles im Auto verpackt, es gibt noch einen Kaffee in der Lobby – natürlich aus einem Styropor-Becher! Aber dafür mit Kuhmilch aus einer Gallonenplastikflasche. Natürlich ist das voll das Geplempere und ich muss erst einmal den halben Frühstücksbereich trockenlegen. Diesmal schütteln die Anwesenden nicht den Kopf, sie grinsen von einem Ohr zum anderen. Ein Tag der so beginnt kann nur gut werden!

Nach dem zweiten Kaffe verabschiede ich mich und fahre mal rüber zum Staudamm. Vielleicht komme ich ja runter auf den Damm und kann dort eine paar schöne Fotos machen! Die Reise ist kurz, 10 Minuten später stehe ich wieder bei der Sicherheitskontrolle. Alles neue Gesichter – prima! Ich muss meine Kamera in eine weiße Plastikschale legen – das passt irgendwie gar nicht und mir rutscht ein “Oh, the box is too small!” heraus. Der Sicherheitsbeamte findet das gar nicht witzig und entgegnet mit tiefer bestimmter Stimme “Your camera ist too big!” – Ok, die Fronten wären damit geklärt. Ich greife links in die Weste und angle das Fisheye-Objektiv heraus. Dann in die rechte Innentasche, das 12-24mm Weitwinkel ist dran. Die Blicke verdüstern sich. Dann noch das Portemonnaie und ab durch die Schleuse. Die piepst richtig laut los. –> Leibesvisitation – schon wieder! Ich muss den Gürtel aus der Hose nehmen, den Klick für das GPS abmachen, die Schuhe ausziehen und mein Gürteltäschchen mit den Traveller Cheques und den Kreditkarten ausräumen. Irgendwann glauben sie mir, dass ich nichts böses im Schilde führe und den Damm auch nicht mit meiner Kamera in die Luft sprengen will. Ich darf eintreten! Im Kino gibt es zwei tolle Filme die ich noch nicht kenne und ich bin total beeindruckt welche Leistung die Erbauer dieses Dammes vor mehr als 50 Jahren erbracht haben!

Nach dem zweiten Film ist es ungefähr 10h45 und ich habe noch reichlich Zeit. Der Himmel ist wolkenlos und es gibt nur mäßig viel Wind – wahrscheinlich perfekte Bedingungen für meinen Scenic Flight! Ratlos stehe ich vor dem Aufzug. Kein Knopf zum Drücken nichts. Nur ein Schloss! Es schwant mir, dass man da nicht allein runter darf sondern nur in Begleitung Erwachsener! Eine kurze Frage beim nächsten Security-Employee bestätigt diese Vermutung. Ich muss mich der “Tour” anschließen. Die nächste Tour geht aber erst um 12h15 – das ist zu spät! Also schnell ein paar Knipsbilder an der Mauer der Rückseite des Visitor Centers und ab zum Safeways. Dort angekommen ist es nach Zwölf und der Hunger meldet sich. Die Roastbeef-Sandwiches sind lecker und es gibt auch was zu trinken!

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Nach einem kleinen Spaziergang und einer Auseinandersetzung mit einem mir bislang unbekannten Geldautomaten trudle ich um 12h50 beim Page Airport ein. Ich werde schon erwartet und es gibt ein nettes kleines Schwätzchen. Dann die Frage wo ich denn rumfliegen möchte. Ich habe keine Ahnung! Ok, der Pilot geht mit mir zu einer großen Karte und erklärt mir seinen Vorschlag. Starten, Runde über den Lake Powell, dann den Staudamm anschauen, Horseshoe Bend, Lees Ferry, dann weiter zum Grand Canyon. Hier ein Stück an der südlichen Kante entlang fliegen, nicht alles, der Canyon ist mehrere hundert Kilometer lang! Dann wenden und wieder zurück zum Navajo Mountain, die Rainbow Bridge anschauen und dann noch ein paar alte Häuser die in Höhlen im Fels hinein gebaut sind.

Das klingt nach einem Plan!

Ok, wir gehen raus auf den “Parkplatz” Dort gibt es ein kleine Einweisung, dann wir der Stopper für das Seitenfenster demontiert, damit ich es jederzeit zum Fotografieren öffnen kann. Die Kameras werden klar gemacht! Die Hosentaschenkamera für eine paar kurze Video-Sequenzen, die F5 mit 28-70mm für Dias mit Velvia 50, die F100 mit 60er Macro für Negative mit Ektar 100 und die D300 mit 70-200mm Telezoom. Nach einer kurzen Pflichteinweisung weiß ich, dass ich keine Bratwurst essen darf und was sonst alles nicht erlaubt ist. Der Pilot war früher während seiner Militärzeit in Traben Trabach stationiert. Er spricht ein paar Worte Deutsch. Sein liebstes Wort ist “Schätzchen”. Ich kriege einen speziellen Kopfhörer mit Mikrophon aufgesetzt, damit können wir uns dann über die Gegensprechanlage unterhalten. Der Fotorucksack liegt geöffnet und griffbereit auf den linken Sitz hinter uns. Die D300 auf dem Boden, die F5 habe ich um den Hals und mit der S600 wird gefilmt. Das alles muss einen echt skurrilen Eindruck machen, aber der Pilot lässt sich nichts anmerken! Kurzer Plausch mit dem Tower, ich kann alles mithören. Ich habe sogar einen Steuerknüppel und eigene Pedale. Nur anfangen könnte ich damit nichts!

Dann rollen wir zum Start, der Pilot ist sowas von lässig – das kann man nicht in Worte fassen. Dann wie Wende, ein paar Hebel ziehen und es geht vorwärts, einige Sekunden später sind wir auch schon in der Luft. Der Flug macht Spaß und ich darf das Seitenfenster zum Fotografieren öffnen wann immer ich will, prima! Als wir am Horeshoe Bend vorbei sind  ist der Diafilm in der F5 schon voll. Also versuchen wir es jetzt mal mit der D300 und dem Tele. Das Ding ist nicht wirklich lang, aber in dieser Situation doch zu lang! Das Fenster flattert im Wind und selbst ohne Gegenlichtblende kann man kaum fokussieren weil der Wind so heftig an diesem dicken Rohr arbeitet. Also weg damit und das geliebte 17-55er drangemacht! Das nette Live-View-Feature kann man auch vergessen – ich bräuchte dafür einen 90° Spiegel! Mit dem kurzen Zoomobjektiv bin ich aber gut ausgestattet. Die F5 liegt jetzt hinten, ich habe die F100 und die D300 um den Hals. Bei der Einweisung hat mich der Pilot noch drauf hingewiesen bloß keine Kamera aus dem Fenster zu werfen!

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In der Maschine wird es langsam unerträglich warm. Auch habe ich den Eindruck, dass die Atemluft mit Abgasen angereichert ist. Es riecht echt fies und muffig und beim ständigen Blick durch den Sucher passiert genau das was der Pilot schon vor Tagen vorhergesagt hat “Some people get crazy in their stomach!” Mir wird übel – richtig übel! Wir sind gerade 20 Minuten in der Luft – ich werde gefragt ob wir umkehren sollen – NEIN BLOSS NICHT! GEHT SCHON… Dann nochmal der Hinweis des Piloten, dass oben rechts in der Verkleidung im blauen Umschlag ein Kotztüte steckt! Dann der sagt “Try to avoid it, I will cost you 25 bucks! That’s we pilots life from!” Aha, also lieber nicht kotzen – ich nehme die Tüte trotzdem mal in die Hand und versuche tief durch zu atmen und mich auf den gut sichtbaren Horizont zu konzentrieren. Doch der Pilot zeigt mir ein tolles Ding nach dem anderen. Ich knipse doch wieder drauf los. Danach mit schwitzigen Händen an der Kotztüte festhalten. Solange ich nicht durch den Sucher schaue geht es einigermaßen. Zwischendurch muss ich das Fenster mal ein wenig öffnen, es hat sich schon angemeldet… Aber alles geht gut, irgendwann liegt dann leider die Kotztüte unter dem Sitz und genau in diese Augenblick die Ansage “It’ll get a little bumpy now!” Oh je was mache ich bloß, dann kommen wir an dem kleinen Überhang mit den Häusern darunter vorbei. Ich versuche ein paar Bilder zu machen, es geht aber nicht mehr. Beide springen wir auf den Sitz bei jedem Luftloch ein wenig rauf und runter. Der Pilot zieht seinen Gurt strammer. Mir geht es dreckig ich fingere unter dem Sitz herum, irgendwo muss diese blöde Tüte doch sein. Dann die Frage ob ich alle Fotos habe oder ob er die Runde nochmal drehen soll? “Well, I feel a little seasick – can we fly home to the page airport, please?” “Ya shure!” Ich bin also bald erlöst. Kurz das Fenster öffnen, durchatmen, ein paar Fotos machen, mit dem Brechreitz kämpfen, nach der Tüte fingern, Fenster auf, Knipsen, fingern…. Nach zwei Stunden sind wir wieder am Boden. War das ein Erlebnis! Beim Zusammenpacken meiner Fotosachen ist mir immer noch schlecht.

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Später beim Bezahlen bin ich froh, dass es dort eine kalte Pepsi aus dem Automaten gibt! Der Spaß war nicht billig, aber ich habe drei Filme belichtet und etwa 1100 digitale Knipsbilder gemacht. Ich bin gespannt ob ein oder zwei schöne Bilder darunter sind! Es muss immer ganz schnell gehen, das Flugzeug kann nicht anhalten sonst fällt es runter. Alles ist in Bewegung, es windet wie die Hölle, das Fenster flattert im Wind und die Turbulenzen machen es fast unmöglich die Kamera parallel zum Horizont zu halten. Außerdem ist ständig das rechte Rad oder ein Flügel im Bild!

Nach der Bezahlerei gibt es noch einen netten Plausch, wir tauschen E-Mail-Adressen aus und ich kann auf meinem iPOD kurz die Bilder zeigen die ich in den letzten Wochen in der FC hochgeladen haben. Der Sonnenaufgang über den La Sal Mountains kommt gut an und macht Eindruck. Danach ist meine Stimmung wieder gut! Es war das Erlebnis des Urlaubs! Ohne den Brechreiz wäre es genial gewesen, so war es eine echt coole neue Erfahrung 🙂

Wieder im Auto geht es dann los. Wohin? Keine Ahnung? Las Vegas, Zion? Mal sehen… Um 20h lande ich dann in einem kleinen Motel in Mesquite. Es sind noch zwei Zimmer frei, alle anderen Hotels und Motels bei denen ich es versucht habe waren ausgebucht. Das Zimmer ist nett, riecht aber voll total fies nach Jahrzehnte altem Zigarettenqualm! Echt schwer eklig! Das WLAN-Problem gibt es auch hier. Das Motel hat kein eigenes WLAN. Schließlich finde ich ein WLAN, das wir aber kurz drauf abgeschaltet. So blogge ich erst einmal in Blaue hinein und hoffe, dass ich es irgendwann doch noch veröffentlichen kann. So ganz gelöst ist das mit dem “Überallnetzwerk” noch nicht…

Morgen geht es dann die letzten 100 Kilometer nach Las Vegas, direkt zum Flughafen. Das Geld das ich heute beim Hotel und im Casino gespart habe kann ich dann im Sommerurlaub ausgeben 🙂 Das Zimmer muss bis 11h geräumt sein. Der Flieger geht um 16h50 – ich habe also alle Zeit der Welt! Trotzdem bin ich ein wenig frustig, dass die fünf Wochen so schnell vergangen sind. Ich muss echt noch mal wieder hierher kommen. Vielleicht im Herbst?

Hier die Trackanalyse:

3D Höhenmodell des Rundfluges – das Fähnchen markiert den Airport:

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Im 2D Höhenmodell sieht man in der ersten Hälfte zwischen den beiden Fähnchen das Profil des Fluges. Danach dann ein paar alte Wegpunkte an denen ich mit dem Auto auf dem Weg in Richtung Las Vegas vorbei gekommen bin.

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Ja, da habe ich heute in der Zeit in der das GPS eingeschaltet war ganze 746 Kilometer zurück gelegt. Morgen werde ich das toppen! Die Akkus sind im Ladegerät und ich bin sehr gespannt ob das GPS in der Boing in der Lage ist den kompletten Track nach Hause aufzuzeichnen…

Ok, eine gute Nacht erstmal!

Update vom Flughafen in Las Vegas um 14h45

Hier ist die Diashow!

The day before tomorrow – Oder: “Some people get crazy in the stomach”

Überraschung am Morgen

Endlich mal wieder ein Tag ohne Sunrise-Stress 🙂 Ausschlafen bist der Arzt kommt, dann mit dem Notebook im Bett sitzen und in den E-Mails blättern – perfekt! Und dann die große Überraschung, der Tilman hat mein Foto vom Mesa Arch für die Galerie der Fotocommnity vorgeschlagen! Das freut mich sehr und ich muss gleich mal schauen was da so los ist. Bereits am Morgen haben schon über 600 Mitglieder das Foto angeschaut. Die Meinungen gehen wie immer auseinander, ich bin gespannt wie das Voting ausgeht, morgen oder übermorgen werden wir es wissen 🙂

Endlich wieder Frühstück

Zum Frühstück bin ich diesmal allein bei Denny’s. Es schmeckt ganz gut und ich probiere mal die Variation mit den kleinen Würstchen! Während ich an meinem Kaffee schlürfe, der richtig heiß ist und der samt Milch in einer richtigen Tasse serviert wird, fällt mir auf, dass sogar hier die blauen Kunstledersitzpolster mit hellblauem Klebeband geflickt sind.

Am Airport

Nach dem Frühstück schaue ich mir ein wenig Page an, ganz amerikanisch mit dem Auto bei 5 Meilen pro Stunde 🙂 Nachdem sich die konzentrischen Kreise am Flughafen verdichten stehe ich so um 11h am Schalter und habe einen ausgiebigen Schnack mit einem vielleicht 60 jährigen total netten Piloten. Er ist früher viel für National Geographic geflogen, kennt die Gegend wie seine Westentasche und rät mir am Morgen zu fliegen “It is much smoother in the morning!” Dann lobt er noch sein Flugzeug und ich erkläre ihm, dass ich noch nie mit sowas kleinem geflogen bin. Die Reservierung machen wir dann klar. Morgen um 9h treffen wir uns dann am Page Airport. Ich werde berichten!!

Cottonwood Road

Nach diesem schönen Erlebnis geht es gut gelaunt auf die Cottonwood Road. Dort will ich mir noch die “Narrows” anschauen. Der Weg dorthin ist weit und holprig. Aber ich bin inzwischen so an dieses Auto gewöhnt, es macht mir nichts mehr Angst. Wenn ich an die erste Erkundungsfahrt in Richtung Wave-Trailhead am 23 Februar denke – da bin ich noch wie eine lahme Ente durch die Schlaglöcher gekrochen. Damals habe ich mich gewundert warum mich die anderen Autos alle überholen. Inzwischen überhole ich die neu hinzugekommenen “Anfänger”. Heute war ich auf der üblen Cottonwood Road sicher nicht langsamer als ein Berufspendler aus Gelsenkirchen auf der A430 am Montagmorgen! 🙂

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Die Wanderung im Canyon neben der Straße ist sehr schön, aber nicht überwältigend. Es gibt ein paar schöne Ecken, aber nichts was ein echtes Highlight wäre. Schön war es, nach ein paar hundert Metern gleich die Mieter des roten Geländewagens zu treffen neben dem ich kurz vorher geparkt hatte. Ein Ehepaar aus Banff in Kanada. Sie erzählen, dass sie gern hier her kommen und schon vor mehr als 30 Jahren ihre erste Raftingtour auf dem Colorado River gemacht haben! Alle Achtung – dagegen bin ich mit fast 45 Jahren ein echt junger Hüpfer! Nach gut einer Stunde entspannter Plauderei geht es dann weiter. In den Ohren stecken meine Bose Ohrhörer, in der Weste der iPOD. Der spielt gerade meinen neuesten iTUNES Download von Big & Rich im Repeat-All-Mode. Ist ganz witzig, ich habe meine Urlaubsmusik gefunden! Und hier ein ganz witziger Link zu meiner derzeit präferierten Wandermusik!

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_DSC6639 _DSC6742Als ich am Ende des Canyons angekommen bin finde ich sogar einen Trailhead. Gerade trudeln Peter und seine Frau ein. Sie sind gut im Training, wir schwatzen eine ganze Weile und gehen dann gemeinsam den Weg zurück den ich schon gekommen bin. So kann ich wenigstens nicht verloren gehen! Als wir unsere E-Mail Adressen austauschen wollen hat niemand was zu schreiben dabei. Erst später fällt mir ein, dass ich doch den iPOD in der Tasche gehabt hätte! Irgendwo in diesem verschlungenen Canyon trennen sich dann unsere Wege. Ich mache noch ein paar Fotos und die treten den Rückweg an. Als ich dann im Auto auf dem Rückweg nach Page bin kommen die beiden gerade an ihrem Auto an. Also kurz anhalten und doch noch die E-Mail Adressen austauschen! Es ist schon toll wie unkompliziert die Menschen hier sind. Manch wollen mich gleich adoptieren, so süß finden sie es, dass ein einsamer Wanderer aus der alten Heimat ganz allein hier unterwegs ist um Land und Leute ein wenig kennen zu lernen. Das macht langsam aber sicher richtig Spaß.

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Tipp

Wer kontaktfreudig ist und hier schnell viele Leute kennen lernen möchte, der hängt sich einfach einen Fotoapparat um den Hals, ziehst sich Trekkingklamotten an und setzt sich beispielsweise einfach im Arches Nationalpark oben am Delicate Arch hin. Wenn man dann noch einen Stapel Visitenkarten dabei hat, kennt man am Abend eine Menge neuer Leute! Alternativ kann man sich auch früh morgens an den bekannten Beauty Spots aufhalten – da lernt man dann Fotofreaks aus aller Welt kennen.Ich denke oft an Benedict Yang, den ich am Mesa Arch im Canyonlands NP kennengelernt habe. Er hat mir seine Karte gegeben und sich dafür entschuldigt, dass seine Webseite auf koreanisch ist. Ok, mein BLOG ist leider auch nur in Deutsch verfasst… Er hat dann aber den schönen Satz gesagt “Ok, you can take a look at my pictures. They are a kind of an universal language!” Ist doch nett, Fotografien sind eine “Universelle Sprache”. Das muss ich mir merken!Und damit die Menschen was von meinem BLOG haben, die mein Deutsch nicht verstehen, füge ich jetzt noch ein paar universell verständliche Sprachelemente ein :-)Eines dieser Sprach-Elemente ist beispielsweise dieses hier!

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Das Bild zeigt eine von drei (ehemals vier) Bierflaschen die ich eben aus meinem Kühlschrank geholt habe! Dieses Elektogerät hat es trotz einer fast lächerlichen Stromversorgung geschafft, zwei von vier Bierflaschen fast komplett einzufrieren! Das ist AMERIKA! Heute morgen beim Frühstück war schon die Klimaanlage eingeschaltet. Ich habe beim Frühstück gefroren, das muss man erst einmal nachmachen! Das erste Bier das ich mir eben geöffnet habe war eines der beidem gefrorenen Exemplare.

Das Leserrätsel

Ihr glaubt nicht was passiert ist, die Flasche ist sowas von übergeschäumt… Vielleicht kann mit einer der Leser erklären welcher physikalische Effekt dies bewirkt. Man nimmt also eine Flasche Corona und unterkühlt sie bis sich ein Eiskern gebildet hat, der in einer dünnen Schutzschicht aus noch flüssigem Bier schwimmt. Warum friert Flaschenbier eigentlich von Innen nach Außen ein? Eine zweite Frage! Ok, wenn man die so unterkühlte Bierflasche nun öffnen bilden sich viele kleine Bläschen am Eiskern und der Flasche entweicht dann ein Parfait aus Bierschaum. Warum ist das so?

Tipp für Frauen

Mein Tipp für alle Frauen die hier eine Restaurant aufsuchen wollen: Egal welche Jahreszeit es ist dort immer eiskalt! Also einen Pullover oder ein anderes wärmendes modisches Accessoire mitnehmen – unbedingt!Das war’s heute – “Good night and good luck!”

Rudelknipsen am Mesa Arch – Oder: Everybody is trying to get the perfect shot

Heute fiel das frühe Aufstehen nicht leichter als gestern. Um 6h15 war dann aber alles gepackt. Koffer, Fressalien, Knipsereien – alles im Auto! Und los geht’s. Dunkel ist es, nach ein paar Kilometern überhole ich einen Fahrradfahrer! Etwa auf Höhe des Eingangs zum Arches Nationalpark ist er bei 36° Fahrenheit mit Kopflampe auf dem Rennrad unterwegs. Es gibt nicht nur dicke und faule Amerikaner! 36° Fahrenheit sind etwa 2° Celsius – unausgeschlafen fühlt sich das bei Wind dann an wie -10°C – bibber. Den Weg zum Canyonlands National Park kenne ich inzwischen. Später werde ich überrascht feststellen, dass es einen zweiten Eingang gibt und der ist fast 80 Kilometer entfernt! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Dieser Park hat ZWEI Eingänge im Abstand von 80 Kilometern! Es gibt Leute die sich das in vier Stunden anschauen und dann denken sie hätten alles gesehen! Ich habe in den beiden Tagen nur ein wenig an der Oberfläche gekratzt. Diesen Park richtig zu erkunden würde sicher viele Wochen dauern. Aber man kann dort echt coole Off Road Touren machen! Die Adventure Company in Moab bietet Touren mit einem umgebauten echten Hummer an. Das Ding sieht aus wie eine Touristenfalle – da wo eigentlich die Ladefläche ist sind zwei Sitzreihen zu je 4 Personen montiert und davor dann noch die Kuschelecke für die beiden frisch Verliebten. Ob das Spaß macht weiß ich nicht – aber die Jungs die das veranstalten kennen sich sicher gut aus und um mal einen Überblick zu bekommen ist es vielleicht nicht schlecht. Danach kann man sich dann ein ATV (All-Terrain-Vehicle) mieten und selbst auf Entdeckungsreise gehen. Damit dabei nichts anbrennt sollte man sich ein Handy organisieren das auch im “Outback” funktioniert und ggf. zusätzlich eines der preiswerten Walkie-Talkies vom Walmart.

Jo, ich bin also rechtzeitig 10 Minuten vor Sonnenaufgang mit vollem Rucksack und großem Stativ am Mesa Arch. Wer ist vor mir da – eine ganze Horde fotosüchtiger Profis und Amateure – ich bin der letzte und werde ein wenig verspottet. Nix Early Bird und so – “You’re late!” grinsen sie mich an! Ich zeige stolz min GPS und präsentiere dessen Voraussage für den Sonnenaufgang an diesem Geopunkt zu diesem Tage – es kehrt andächtige Ruhe ein… Und, es stimmt perfekt! Auf die Minute genau erhebt sich die Sonne hinter den La Sal Mountains! Das Gerangel um die besten Plätze ist längst entschieden – ich habe verloren! Also versuche ich mir etwas längerer Brennweite zwischen den Rücken der Early Birds hindurch einen Blick auf den Mesa Arch zu erheischen. Rechts von mir steht ein bulliger Typ mit dicker Winterjacke, sein linker Ellenbogen ragt immer wieder ins Bild. Links ein etwas älteres sehr nettes Paar ganz aus der Nähe. Er links außen, sie direkt vor meinem linken Fuß. Beide haben eine Nikon D200 und ein original Nikon 12-24mm Weitwinkel. Die Stative sind die gleichen, die Kabelauslöser auch. Lustig ist. dass sie immer wieder überhaupt nicht klar kommt und ihr Mann total angenervt reagiert. Es klingt so als würde er denken “Warum hast Du das nicht daheim mal geübt und warum hinderst Du mich jetzt daran das Foto zu machen mit dem ich berühmt hätte werden können!” Die Situationen ähneln sich. Ich sitze oft daheim mit meinen Kameras auf dem Sofa und spiele solange damit herum, bis ich alles im Schlaf bedienen kann. Wenn es dann drauf ankommt muss schließlich jeder Handgriff sitzen.

Die meisten Frauen bringen für derart männliche Beschäftigungstherapie in der Regel wenig Verständnis auf. Mann und Frau sind da echt total verschieden. Während ER beim Spielen mit dem Equipment vom ultimativen Foto träumt sieht SIE den Staub in den Ecken und ärgert sich, dass die Mülltonne wieder überquillt. Beides ist sicher legitim – aber eben doch grundverschieden!

So gibt es links neben mir jedenfalls fast einen Ehekrach während der Typ rechts neben mir mit rechteckigen Grauverlaufsfiltern experimentiert. Als sie ihm das zweite mal in den Sand fallen weil die Handschuhe so dick sind ist er auch leicht gereizt. Ich knipse derweil was das Zeugs hält. Jede Einstellung wird 18 Mal abgelichtet. Jeweils zwei 9-fache Belichtungsreihen von ganz dunkel bis ganz hell. Beim zweiten Mal halte ich einen Finger so vor das Objektiv, dass er die Sonne verdeckt. Ist die Sonne bspw. oben rechts im Bild würden sich sonst in der unteren linken Bildecke starke farbige Reflektionen an den Linsenoberflächen bemerkbar machen. So kann ich später mit Photoshop aus jeweils zwei Bildern eines machen – ein Bild dass das Beste aus beiden Welten enthält. Hat man das dann noch in unterschiedlichen Belichtungsstufen, kann man sich mit Photoshop ein Bild zusammen montieren in dem die Sonne ein weißer Punt statt eines riesigen weißen Kleckses ist und in dem es statt großer schwarzer Flächen wenn auch dunkle, so doch sichtbare Details gibt. Der Typ rechts neben mir ist total irritiert, dass ich immer so viele Bilder mache und dann noch einen Finger vor die Kamera halte. Das kann er überhaupt nicht verstehen. Nachdem er sich eine Weile gewundert hat fragt er schließlich was dieser Blödsinn soll. Ich zeige ihm einfach die 18 unterschiedlichen letzten Bilder und er versteht es sofort! “Ah, that’s a pretty cool trick!” Danach versucht er es auch – die Grauverlaufsfilter liegen kurz drauf wieder im Sand. Sein Finger ist zu dick – er hält ihn auch direkt an die Frontlinse. Es gibt eine kleine Einweisung – eine Minute später hat er es drauf und ist glücklich wieder was gelernt zu haben.

Rechts neben ihm sind derweil zwei total professionell aussehenden Asiaten zugange. Sie benutzen Großformatkameras. Nach jedem “Schuß” wird ein neues Stück Planfilm samt Aluminiumcassette in die Kamera geschoben. Die Fotorucksäcke der beiden sehen aus wie Kindersärge. Die beiden kommen mir bekannt vor, später erkennen wir, dass wir uns gestern am Delicate Arch schon mal gesehen haben.

Mit der Bewegung der Sonne kommt auch Bewegung in das Rudel der Sonnenanbeter. Stativ hin, her, hoch, runter, vor, zurück, mal stolpert einer über mein Stativ, mal über ein anderes. Es ist ganz witzig. Alle sind über 40 und benehmen sich wie die kleinen Kinder vor dem Weihnachtsbaum. Das muss was mit Glück zu tun haben!

Und hier sind die drei auf die schnelle groß zusammen geklickte Bilder vom morgendlichen Rudelknipsen. Sie sind fern ab von dem was ich mir wünschen würde – aber als erstes Ergebnis doch ganz ansprechend. Daraus kann man noch was zaubern! Wie fragte doch einer der beiden Koreaner – “Are you a Photoshopper?” – Ja, ich bin ein Photoshopper – auch wenn es nicht unbedingt dieses Programm zu Bildbearbeitung sein muss – Photoshopper ist eher ein Sammelbegriff für 95% der Leute die beispielsweise in der Fotocommunity ihre Bilder zeigen. Da ist fast alles geschummelt. Aber was soll’s, wenn es gut geschummelt ist, dann ist auch doch legitim.

Hier nun die Wanderung der Sonne zwischen 7h25 und 8h15…

Als das Schauspiel vorbei ist, sind nur noch die beiden Asiaten und ich übrig. Sie kommen aus Südkorea. Einer heißt Benedict Yang und spricht so gut englisch, dass wir uns fast fließend über Fotografie unterhalten können. Diese Vokabeln habe ich drauf, aber im Subway einen Sub des Tages zu ordern, das macht mich hier immer wieder total fertig! Statt dass sie mir einfach ein Stück  Brot belegen gibt es tausend Gegenfragen, welches Brot, welcher Käse, welche Sauce, welcher Salat, warm machen, mitnehmen… Das ist die Hölle! Mit einem Südkoreaner über Fotoequipment zu fachsimpeln ist da viel einfacher. Irgendwann ist raus, dass ich aus Deutschland komme. Ahh, Deutschland – er hat ein Berlebach Holzstativ – das kommt aus Deutschland! Ok, ich habe eine Carbonstativ aus China! Er hat ein Objektiv schon Scheider Kreuznach – das kommt auch aus Deutschland. Ok, meine Nikon kommt (vielleicht) aus Japan. So geht das weiter, schließlich holt er noch seine kleine Leica aus der Hosentasche – auch aus Deutschland. Wobei ich mir sicher bin, dass diese Leica nicht in Deutschland hergestellt wurde – aber das werde ich noch herausfinden 🙂

Schließlich machen wir noch ein paar Gruppenfotos und er gibt mir seine Karte. www.betterpicture.net – dort gibt es seine Bilder – schön sind sie!!

Wieder am Parkplatz sind unsere Autos die beiden letzten. Kurz noch ein Abschiedsfoto mit meiner F5 die gerade auf der Rücksitzbank liegt und da sind sie auch schon weg. Sie haben sich einen echt riesigen schwarzen Allradwagen gemietet. Der Kofferraum ist brechend voll mit Alukisten, Stativen und sonstigem Zubehör – die Jungs geben alles! Das sind die echten Enthusiasten!

Ich mache mich auf in Richtung Süden. Vor mir liegen 7 Stunden einsamer Highway, Tempomat und Country Musik! Ein Lied spielen sie derzeit immer wieder. Es ist ganz witzig – im Refrain singt eine kernige Männercombo “Save a horse – ride a cowboy!” Was damit wohl gemeint ist? Und das im prüden UTAH! Die Zeiten ändern sich…

Zwischendurch halte ich immer mal wieder an weil es rechts des Weges einen schönen See gibt, der im Hintergrund von einem verschneiten Gebirge eingerahmt wird. Toll ist es hier! Einen Abstecher beim berühmten “Mexican Hat” gibt es auch noch.

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In Page angekommen steuere ich direkt das Rodeway Inn an – warum experimentieren wenn es dort ok ist? Das Zimmer kostet inkl. aller Steuern 45 Dollar pro Tag. Ich buche erst einmal zwei Nächte. Als alles ins Zimmer geschleppt ist gehe ich mal rüber zum Touristenbüro und frage nach einer Bootsfahrt zum Rainbow Arch, dem Heiligtum der Navajo Indianer. Die Touren gibt es nur Freitag, Samstag und Sonntag. Was tun? Ich entschließe mich nach kurzer Denkpause die verfügbare große Tour am Freitag zu buchen. 7,5 Stunden auf dem Lake Powell in einem richtigen Schiff. Dazu ein Dinner, hoffentlich schönes Licht und zwischendurch ein kurzer Fußmarsch zu einem der schönsten Natursteinbögen die Amerika zu bieten hat! Der Spaß kostet knapp 150 Dollar, ich kann am Freitag mit Kreditkarte zahlen. Um 8h30 ist das Treffen im Hotel an der Wahweap Marina. Da gibt es eine kurze Einweisung, da wird die Kohle eingestrichen und um 9h soll es dann losgehen. Prima!Zurück im Motel verlängere ich dann nochmal um zwei Tage! Ich bin also bis Samstag morgen in Page! Ich werde am Samstag versuchen so früh wie möglich loszukommen um am östlichen Eingang des Zion National Parks die Wanderung zu unternehmen die Wolfgang mir kurz vor seiner Abreise so wärmstens empfohlen hat. Danach geht es noch kurz ins Steakhouse unten an der Straße. Es ist 17h – ich bin der einzige Gast und alle sind total nett. Als ich erzähle, dass ich 7 Stunden lang extra aus Moab hergefahren bin um hier ein Steak zu essen bin ich die Sensation des Tages. Als ich dann noch erzähle wie sehr ich mich auf ein kaltes Bier freue gibt es Gelächter – die Leute in Arizona lachen sich gern mal schlapp darüber, dass es auf der anderen Seite der Grenze – und die ist ja nur ein paar Autominuten entfernt – Steakhäuser ohne Bier gibt! Mir kam das fast vor wie Schalke und Dortmund – oder Bayern und Ostfriesland…Heute ist Dienstag – Mittwoch & Donnerstag kann ich also hier in Page noch verplanen. Vielleicht ein Flug mit einer Cessna am Donnerstag? Mal sehen!Beim Kopieren der Bilder fällt dann auf, dass die neue 500 GB Urlaubsfestplatte fast voll ist! Ich bin wahnsinnig! Allein heute sind fast 20 GB Bildmaterial angefallen. Ich habe schon seit Tagen keine Zeit mehr das alles abends in Ruhe anzuschauen. Ich bin froh wenn es auf der Platte ist und ich die Karte in der Kamera neu formatieren kann. Sicher könnte man 95% löschen, weil verwackelt, falsch belichtet oder schlicht und ergreifend gähnend langweilig. Aber dazu ist keine Zeit. Also gleich mal rüber zum Walmart – neulich gab es da 320er Festplatten für knapp 90 Dollar.Das ist nicht weltbewegend – ich hatte mir da mehr erwartet – aber es ist ok. Überhaupt ist die Versorgung mit Elektronikartikeln in den Orten die ich bislang gesehen habe mager. Um für Wolfgang ein neues GPS zu kaufen mussten wir 500 Kilometer weit fahren! Zwischendurch habe ich mal überlegt, ob ich den schweren Fotokrams nicht durch die Anschaffung des in der Fotocommunity als “Deppenzoom” verschrienen 18-200mm VR erleichtern soll. Aber es gibt das Ding hier nirgends! Entweder ordert man es via Internet und hat einen festen Wohnsitz, oder man fährt nach Las Vegas. Viele Alternativen gibt es nicht!So – nun fahre ich mal zum Walmart…Hier noch schnell der Link zur täglichen Diashow.

Update um 23h46

Habe bei Walmart für umgerechnet 80 Euro eine 320er Platte gekauft – damit komme ich dann die nächsten Tage über die Runden…Ein erstes HDR habe ich auch schon zusammen gefrickelt und in der Fotocmmunity ausgestellt. Wer es mal sehen möchte klickt einfach hier.

Update um 9h38:

Bin eben aufgewacht – ganz ohne Wecker! Die Nacht war wieder kalt und zittrig. Ich hätte die Decke vom zweiten Bett gebraucht aber da liegen alle Fotosachen drauf. Das wegzuräumen wäre nachts zu aufwändig gewesen 🙂 Lieber frieren…Dann habe ich eben gesehen, dass TilmanF meinen Sonnenaufgang am Mesa Arch in der Fotocommunity für die Galerie vorgeschlagen hat. Nun können sich die Experten wieder streiten ob es ein gutes oder schlechtes Foto ist 🙂 Ich bin gespannt wie es ausgeht.An dieser Stelle noch ein Dankeschön an Tilman!!

Stormy Sunday – Oder: Wieder kein Bild vom Delicate Arch

Um 5h30 geht der Wecker – “Ach lass mich doch in Ruhe…” – Fünf Minuten später geht er wieder – “Ahhh” – Weitere fünf Minuten später schaffe ich es dann endlich in die Waschanlage. Es schmerzt, ich bin todmüde aber, der frühe Vogel fängt den Wurm! 20 Minuten später ist es endlich geschafft, ich bin unterwegs zum Dead Horse Point.

Kurz vor sieben bin ich dann am Parkplatz am Dead Horse Point. Es ist nicht mehr ganz dunkel, über den LaSal Montains leuchtet der Himmel schon in hellem Blau und Gelb. Jetzt muss es schnell gehen, mein GPS hat den Sonnenaufgang für 7:32 vorausgesagt! Direkt neben mir hält ein großer weißer Geländewagen. Ein drahtiger Typ steigt aus. Durchtrainiert, unrasiert, mit coolen Trekkingklamotten. Er kramt im Kofferraum und holt schließlich eine Canon samt Stativ, Kabelauslöser, diversen Objektiven und was weiß ich hervor.

Ich gehe kurz rüber und begrüße ihn “Hi, good morning! Are you another sunrise lover?” “Hi their, I’m a light lover!” Ok, die Stative samt Kamera auf die Schulter und los. Gestern hatte ich mir ja schon eine schöne Stelle ausgeguckt, be prepared! Als wir dort sind mache ich ein paar Bilder, bin aber nicht zufrieden. Es ist windig wie die Hölle, sicher ist das der Grund warum uns die Wolken über Nacht verlassen haben. Der Himmel ist total langweilig, einfach nur eine einzige blaue Fläche, Mist! Dann fällt mir auf, dass der schöne Bogen den der Colorado da unten macht teilweise von einem großen Felsen verdeckt wird. Ob weiter drüben doch der bessere Platz ist? Schnell die Kamera schultern, es wird schon hell. Dieser Platz ist auch blöd. Aber dort hinten, es wird langsam hell. Der Weg ist nicht einfach, es geht über große Felsplatten und Sand. Immer wieder um Bäume und Steine herum. Mir wird warm, es windet wie die Hölle. Der Platz ist auch doof, aber da hinten, das ist es… Schnell weiter, ein Blick auf die Uhr 7h18 – schneller schneller schneller… Im Laufschritt geht es mit dem schweren Stativ, der Kamera und dem gut gefüllten Fotorucksack über Stock und Stein. Auch doof, 7h23 – weiter – schneller – ich kriege kaum noch Luft, es muss doch irgendwo der Platz sein an dem Tom Till sein geniales Bild gemacht hat.

Die Klippe dort drüben, die muss es sein! Dumm nur, dass es eben eine Klippe ist und wir uns im Canyon Land befinden! Der Punkt scheint zum Greifen nah zu sein, doch zu Fuß ist er bis 7h32 in unendlicher Ferne weil ich erst noch um diverse Bögen herum laufen müsste. Die Sonne geht auf, 7h35 – das GPS hat recht – so ein Mist ich stehe total falsch. Überall nur Felsen, kein vernünftiger Blick hinunter auf die Canyons. Schnell schnell, ich kriege kaum noch Luft, es windet wie verrückt, mein Asthma macht sie bemerkbar.

Schließlich ist es fast 8h, das gigantische rote Glühen der Klippen habe ich nur gesehen während ich mir den Schweiß aus den Augen gewischt habe. Ich habe abgelooost – total! Und dafür bin ich so früh aufgestanden – “Oh nein!” – Egal, morgen ist auch noch ein Tag und da gibt es vielleicht auch ein paar dekorative Wolken. Also zurück zum Auto. Der “Light-Lover” kommt mir grinsend entgegen, er hatte wohl den richtigen Standpunkt gefunden. Leicht frustig komme ich am Auto an. Jetzt gibt es erst einmal etwas zu Essen. Im Kofferraum ist noch eine halbe Pizza – Meatlovers – Medium! Die schmeckt auch kalt richtig gut! Dazu gibt es reichlich zu trinken und ich versuche den wunderschönen Morgen zu genießen, auch ohne tolle Fotos!_DSC3309 _DSC3358

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Nach einer halben Stunde ist es dann richtig hell. Ich bin sehr froh, dass es dort oben ein supersauberen nagelneuen “Restroom” gibt. Danach geht es ins Auto und wieder los. Am Abzweig  <- Canyon Lands – Moab –> entscheide ich mich für <-.

Es sind 20 Meilen und da stehe ich schon am Eingangshäuschen zum Canyon Lands National Park. Und wieder gibt es ein freundliches “Hello, good morning. How are you?” Die junge Rangerin trägt auch einen dieser lustigen beigefarbenen Hüte. Ich zeige mein Jahreslos, bekomme eine Karte und eine Beschreibung des Parks und darf auch schon weiterfahren. Ein paar hundert Meter weiter geht es links ab, warum nicht ich bin sowas von frei, ich kann hier hin wohin ich will und es wird kein Gemotze auf der Rücksitzbank geben. Also links! Der Weg wird kurz drauf sandig. Also anhalten und auf 4WD umschalten, dann wird es auch noch felsig. Das Auto schwankt und rappelt, es macht keinen Spaß. Die Straße wird immer schmaler und links von mir geht es locker 200 Meter in die Tiefe. Ich kriege feuchte Hände. Eigentlich ist es Blödsinn, es sind Reifenspuren dort und sicher ist kurz mir ein großes Wohnmobil mit zwei lustigen Holländern hier hergefahren. Doch es geht da echt tief runter, die Straße ist total sandig, es fährt sich wie auf matschigem Schnee, es sind zwei Meter bis zum Abgrund und es gibt keine Leitplanken oder irgendwas das einem bei einem Fahrfehler vor dem Absturz bewahren würde. Langsam wird das ganze Lenkrad feucht. Ich halte mal an und schaue auf die Karte. Es sieht so aus als käme ich schon bald wieder auf den richtigen Weg, also tief durchatmen und weiter.

Es geht von einer Klippe um die nächste. Irgendwann kann ich einen Weg sehen der sich die Klippen hinab ins Tal windet. Das kann es doch wohl nicht sein. Ich halte nochmal an und schaue es mir auf der Karte und dem GPS an. Dieser Weg scheint die tolle geteerte Straße zu berühren, SCHEINT! Wenn ich da weiterfahre geht das Schaukeln und Rappeln noch stundenlang so weiter, was tun. Da hinten ist eine etwas breitere Stelle, da kann ich wenden. Das Wenden klappt, ich schaukle zurück zur Hauptstraße. Der folge ich dann ganz brav so wie es die anderen auch tun. Auf dem GPS kann ich sehen, dass ich nach ein paar Minuten FAST wieder da bin wo ich eben schon war. Ich halte mal an und erkenne nun auch die Ursache für das FAST! Der Weg liegt locker 20 Meter tiefer unterhalb des Randes der Klippe auf der ich stehe. Da wäre ich vielleicht auf allen vieren hoch gekommen, aber nicht mit einem Auto! Die Entscheidung umzukehren war RICHTIG!

Weiter geht es, kurz drauf bin ich beim Trailhead von dem es zu dem Sandsteinbogen geht der in der FC schon so oft gezeigt wurde. Stets linst die aufgehende Sonne unterhalb des Bogens in das Objektiv und es gibt ein paar schöne sternförmige Lichtstrahlen. So stelle ich mir das für das abendliche Bildergucken auch vor. Also parken und überlegen was ich mitnehme. Morgens habe ich mich wieder mit dem ganzen Ballast abgeschleppt, jetzt nehme ich nur zwei Objektive mit, das 12-24mm Weitwinkelzoom und mein geliebtes 17-55 “Normalzoom”. Der Weg ist nicht weit, es sind vielleicht 800 Meter. Es geht über gut gemachte Stufen und ein wenig Sand vorwärts. Dann sehe ich den Arch. Auf den Bildern sieht er aus als hätte er 50 Meter Spannweite. Doch wenn man direkt davor steht ist die Oberkante kaum drei Meter über dem Boden und er sich vielleicht 10 Meter breit. Doch gut sieht er trotzdem aus! Und es gibt einen Schlitz durch den man zwischen diesem Bogen und der felsigen Klippen 100 Meter und tiefer nach unten schauen kann, beeindruckend!

Es geht ein heftiger Wind, der Bogen wirkt fast wie ein Kamin. Das ist sicher auch der Grund für eine Existenz. Tritt man ein paar Meter zurück ist es ok, versucht man am Bogen direkt ein Foto zumachen haut es einem fast die Kamera aus der Hand. Mein Käppi fliegt dreimal weg, egal wie stramm ich es auch um den Kopf schnalle, also in die Jackentasche damit. Das Objektiv ist natürlich das falsche, also montiere ich umgeben von Sturm und Sand das Weitwinke auf die Kamera. Ein schlechtes Gewissen habe ich dabei, wenn da nun ein Sandkorn in den Verschluss gerät kann ich die Kamera wegwerfen… Dann versuche ich ein paar Fotos zu machen, aber der Wind haut mich fast um. Dann gibt es einen Rumms. Schei… mein 1500 Euro Objektiv ist mir aus der Jackentasche gefallen, voll auf einen Felsen und dann durch den Sand gerollt – AU NEIN!!_DSC3550 _DSC3582

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Eine Minute später ist der Schreck vorbei, das Ding ist noch heil, die Deckel waren drauf und der Sand hat es wohl nicht ins Innere geschafft – nochmal gut gegangen – klingt zwar komisch – iss aber so! “Thank God it’s a Naikohn!” denke ich mir und trete den Rückzug an.Am Auto geht es weiter in Richtung “Grand Vew Point”. Dort angekommen sehe ich großes Schild auf dem steht “Ranger talks at cliff. 10:30 – 11:30”. Den Ranger sehe ich dann auch, um ihn eine bunte gemischte Gruppe stiller Zuhörer. Von dem was er erzählt verstehe ich weniger als die Hälfte also schaue ich mal was man dort oben fotografieren könnte. Es geht durch Sand, über Slickrock, um Bäume, das kommt mir alles bekannt vor… Dann habe ich einen genialen Aussichtspunkt gefunden. Wow, der Blick in das 200 Meter tiefere Tal ist überwältigend! Unterhalb liegt eine ehemals topfebene Wüstenlandschaft aus dem Wind und Wasser im Laufe von Millionen Jahren riesige tiefe Canyons herausgearbeitet haben. Stark! Später informiert mich eine Infotafel darüber, dass ich gerade auf dem “Island in the Sky” stehe – das passt, eine Insel im Himmel, eine windige Insel dazu! Bis runter zum Colorado River sind es 600 Meter, Wahnsinn! Das alles war mal eine ebene Fläche!Wirklich schöne Fotos kann man nicht machen, es liegt einfach alles im harten Gegenlicht. Also zurück zum Auto. Da gibt es das letzte Stück von der Pizza, einen Apfel, eine Apfelsine und dann geht es wieder los. Nur wohin? Keine Ahnung einfach vorwärts! _DSC3708 _DSC3677 Letztlich lande ich im Motel, es ist Mittagszeit, die Sonne steht hoch. Ich bin total erledigt und lege mich einfach auf das Bett. Kurz drauf bin ich dann wohl eingeschlafen. Kurz vor fünf werde ich dann wieder wach. Es ist früher Abend, ich könnte schnell noch mal zum Delicate Arch flitzen. Also schnell wieder alles zusammen packen, es gibt Vorfreude auf ein tolles Abendrot am schönsten Arch den ich bislang kenne.Beim Öffnen der Tür überfällt mich dann die Ernüchterung! Es stürmt wie die Hölle, die Luft ist voller Sand, der Himmel dunkelgrau. Ich packe trotzdem mal alles in Auto und gehe dann mal die paar Meter bis zur Straße. Dort rollen die dornigen Büschel über die Straße und ich fühle mich gleich an die erste Szene aus “The Big Lebovski” erinnert. Das Wetter ist schon beeindrucken, nette Fotos werde ich heute keine mehr machen können, das ist klar. Auch das Gekraksele hoch zum Delicate Arch kann ich mir sparen. Also fahre ich mit meinem Auto zur Waschanlage. Die Kiste ist von der Fahrt rund um die LaSal Mountains so verdreckt, man kann sich nirgends mehr anlehnen. Alles ist überzogen mit dickem trockenen Matsch. Die Reinigung hatte ich schon seit zwei Tagen im Visier, nur hat beim ersten Anlauf der Kartenleser für die Kreditkarte nicht funktioniert und sieben Quarter-Dollars hatte ich auch nicht.Nun habe ich mir ein paar Quarters zusammengespart. Bislang habe ich immer alles Kleingeld den Zimmermädchen auf den Tisch gelegt. Es stört beim Wandern und der Dollar ist eh fast die kleinste Einheit. An der Waschanlage angekommen nehme ich dann eine andere Box. Beim Aussteigen dann ein Schild, das auf einen Automaten aufmerksam macht – “Note Exchange –>” Dieser Automat macht sicher aus Noten keine Musik, aber aus Geldscheinen Münzen. Aber warum nicht mal versuchen ob hier der Kartenleser funktioniert. Und siehe da, das grüne Display, das mich an meinen ersten Taschenrechner vor 30 Jahren erinnert, heißt mich willkommen und dort ist sogar mein Vorname richtig geschrieben! Los geht die Prozedur! Den Hochdruckreiniger in die Hand und schon fliegt der Matsch durch die Gegend dass es eine wahre Freude ist. Leider habe ich die Rechnung ohne den Sturm gemacht und kurz drauf muss ich entsetzt feststellen, dass ich den Matsch nicht entfernt sondern verlagert habe. Vom Auto an meine Hose!Schließlich sieht das Auto wieder fast wie neu aus und meine Hose schimmert in freundlichen Erdtönen. Egal, noch auf die STOP-Taste drücken, der Automat bedankt sich höflich und dann geht es rüber in den City Market. Dort geht das Stauen wieder los, so viel Essbares gibt es hier. Letztlich kaufe ich mir eine Gemüseplatte, einen großen Becher mit verschiedenen Beeren, einen Joghurt, ein paar Kekse, ein paar Softdrinks und ein kaltes Sixpack Corona – lecker!Zurück im Motel gibt es dann ein ausführliches Abendessen. Die schönen Fotos habe ich mir für heute abgeschminkt. Beim Essen mach ich mal den Fernseher an und finde das Moab Info-TV. Ganz nett, es gibt einen lokalen Werbespot nach dem anderen. Der Adventure Laden auf der anderen Straßenseite bewirbt seine Hummer-Touren. Die Autos habe ich ja schon bewundert, nun bin ich platt wo die mit den Kisten überall herumfahren. Ich muss an meinen morgentlichen Klippenabstecher denken und daran, dass ich später gelesen habe, dass die Tour die ich da angefangen hatte ganze ZWEI Tage dauert und dass man zuvor im Visitor Center eine kleine Sicherheitseinweisung machen sollte.Dann kommt ein kurzer Film über den Canyon Lands National Park – und siehe da – der Ranger vom Vormittag moderiert! So klein ist die Welt, verstehen tue ich leider immer noch weniger als die Hälfte… Dann kommt ein toller Beitrag zum Thema “Share the Road”. Dort wird erklärt wie man als Autofahrer einen Radfahrer zu überholen hat. Kein Scherz, das ist bitterer US-Amerikanischer ERNST!Nun ist es 20:12 – ich schaue jetzt mal die Bilder des Tages an – viel zu erwarten habe ich nicht – leider :-(Um 21:04 ist klar, die Beute war mager, schade! Also ab ins Bett, morgen ist auch ein Tag und da finde ich hoffentlich zum richtigen Zeitpunkt den perfekten Standort und habe keinen Sturm und ein paar nette Wolken am Himmel.Vielleicht so wie bei diesem Bild aus dem WWW…Untitled-1Ihr werdet es erfahren 🙂

Eine Woche noch – Oder: Langsam werden die Tage kostbar!

Hi folks, bald geht es schon wieder zurück. Irgendwie freue ich mich ja auch ein wenig auf zuhause. Da gibt es eben alle Dinge die mir lieb sind und mir ans Herz gewachsen sind. Das erste mal wieder das “Beste Frühstück der Welt” zu genießen wird sicher auch ein Fest!

Heute gab es nicht viel aufregendes. Ich war kurz einkaufen, Getränke, Obst, Brot, Käse und dann los in Richtung Dead Horse Point. In der örtlichen Galerie von Tom Till habe ich geniale Bilder gesehen, die er mir seiner skurrilen Plattenkamera dort gemacht hat. Man muss wohl wirklich GANZ FRÜH AM MORGEN dorthin! Es ist nur ca. 40 km von Moab entfernt und man ist echt schnell dort, aber auch hier fängt der frühe Vogel den Wurm! Als ich um 11h dort eingetrudelt bin war alles schon gelaufen und es gab nur noch brutales Gegenlicht. Vielleicht wäre ja Abends noch was nettes drin gewesen, aber da wollte ich ja nochmal mein Glück am Delicate Arch versuchen. So habe ich in aller Ruhe unter freiem Himmel auf einer dieser kleinen “Inseln” mit Tisch, zwei Bänken und einem Dach darüber gefrühstückt. Während ich ein kleines Stück Schweizer Gruyère aus der Felsenhöhle (Meine absoluter Lieblingskäse!!!) für höllische 8$ verspeist habe sah ich dann plötzlich eines dieser süßen Streifenhörnchen. Chipmunks nennt man die hier. Ich habe nach dem Essen ein paar Brotkrümel, Käsereste und ein paar zerbröselte Kekse rund um den Baumstamm neben meinem Picknick Tisch verteilt, dann das Tele mit Konverter rausgeholt und gewartet. Und siehe da, alle möglichen Tiere kamen und interessierten sich für meine Köstlichkeiten!

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Nachmittags bin ich dann schnell rüber zum Arches Nationalpark gefahren und habe mir mal den Double Arch angeschaut. Heute morgen war ja der Halbmarathon. Halbmarathon heißt er scheinbar deshalb, weil genau die Hälfte der Teilnehmer anschließend den Arches Nationalpark besucht! Was soll ich noch sagen, es war die Hölle los! Wie auf der Kranger Kirmes oder Pützchens Markt!

Anschließend ging es dann nochmal rüber zum Delicate Arch. Ein junges Paar, das ich am Dead Horse Point mal wieder geknipst habe hat mich gleich wiedererkannt und noch mehrfach um Fotos gebeten. Das ist echt witzig! Das Wetter war dann heute so wie vorgestern. Tagsüber feine nette kleine Wölkchen und abends hat es sich dann völlig zugezogen! An schöne Bilder im genialen Abendlicht war gar nicht zu denken.

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Also bin ich um 19h30 zurück zum Auto gewandert. An der historischen Wolf-Ranch habe ich ein bisschen mit der Taschenlampe experimentiert und bin dann zurück ins Motel gefahren, alles ganz harmlos heute! _DSC3298 _DSC3296Das Zimmer habe ich noch zwei Tage verlängert. Dann kann ich noch mal versuchen es morgens früh zum Dead Horse Point zu schaffen und kriege den schönen Arch vielleicht endlich mal im genialen Abendlicht zu sehen!Danach ging es zu Fuß durch die Stadt, auf der Suche nach etwas Leckerem für den Abend. Hier machte sich wieder der Halbmarathon bemerkbar. Die Hälfte der Läufer die nicht im Arches National Park waren, standen in großen Schlangen an den Kassen praktisch aller Läden wo es was zu essen gibt. Schließlich habe ich mir beim Pizza Hut eine Pizza zum Mitnehmen bestellt, nur 30 Minuten gewartet und sie dann in Warp-Geschwindigkeit quer durch die Stadt getragen, damit ich noch was warmen davon abbeißen kann. Ich war schnell genug, die Pizza war lecker, leider habe ich nur die hälfte geschafft! Beim nächsten Mal bestelle ich mir dort eine Minipizza. Medium reicht locker für zwei oder auch 2,5 Personen…So, nun schaue ich mir mal meine Fotos an und dann geht es ins Bett – sonst kriege ich das Morgen mit dem frühen Aufstehen wieder mal nicht geregelt…