Colorado Rundreise – Oder: Grenzenlose Freiheit

Und wieder ist ein toller Tag fast zu Ende. Die Tage ziehen allesamt viel zu schnell dahin. Nun sind die 5 Wochen schon bald vorbei und ich habe nicht einmal ein Prozent der USA auch nur angekratzt. Aber so ist das eben. In einzelnen tief verborgenen Tälern des Schwarzwaldes soll es noch einige sehr alte Menschen geben, die ihr Tal noch nie verlassen haben. Gemessen daran, habe ich schon das halbe Universum erkundet, es ist eben alles eine Frage des Standpunkte, aber auch das hat bereits Albert Einstein sehr treffend beschrieben.

Heute ging der Tag wieder sehr spät los, ich schlafe derzeit einfach zu gern! Eigentlich ist das total ärgerlich! Eben war ich kurz mal in der örtlichen Galerie die Bilder von Tom Till ausstellt (http://www.tomtill.com). Wenn man sich diese rund 1000 Doller teuren Ilfochrome Prints anschaut wird man echt neidisch! gut die Hälfte der Bilder sind früh morgens bei Sonnenaufgang entstanden. Die restlichen Bilder in den Abendstunden und bei ungewöhnlichen Wetterbedingungen. Ein Bild zeigt beispielsweise einen Teil der Canyonlands mit Nebels statt Wasser zwischen den Felsen. Sieht schickt aus , kommt aber gewiss nicht oft vor!

Der frühe Vogel fängt den Wurm – vielleicht schaffe ich es ja bald mal wieder mich früh aus dem Bett zu pellen und Bilder wie dieses hier zu knipsen.

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Heute war ich jedenfalls wieder erst um 10h unterwegs, dafür aber total entspannt! Kurz voll tanken und dann los. Auf der Hauptstraße vor der Tankstelle war so viel Verkehr, man konnte nicht wirklich nach links abbiegen. Aber das ist ja dem freien Menschen total egal, der biegt dann eben nach rechts ab – da gibt es sicher auch was tolles zu sehen…

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Gesagt getan und kurz drauf verließ ich Moab auch schon in Süd-Östlicher Richtung. Am Ortsausgang dann auf der linken Seite der schneebedeckte La Salle Gebirgszug. Wow sieht das gut aus! Es erinnert mich an meine lange Zeit in der Schweiz. Da habe ich auch manchmal früh morgens in der Schweinekälte auf ein Alpenglühen gewartet – etwa so wie hier.

Heute gab es leider kein Alpenglühen. Die Gründe sind ganz einfach, erstens sind die Alpen in Europa und zweitens glühen sie wenn überhaupt immer dann wenn ich noch schlafe 😐 Aber gut sah das trotzdem aus. Ein kurzer Blick auf die Karte und es war auch schon eine Straße gefunden die voll hinein in diesen schönen Gebirgszug führt. Diese Straße ging dann schnell in eine gut befahrbare Dirtroad über. Ich habe mal einen Abzweig versucht, der auf dem Kartenmaterial im GPS als Jeep-Trail markiert ist. Dieser Weg endete ganz weit oben am Berg dann mit viel Matsch und Schnee. Auch war ich da schon viel zu nahe um noch schöne Fotos machen zu können. Die Fernsicht war nicht wirklich gut und hier liegt eh fast alles was cool ist UNTERHALB der “Grasnarbe”. Also zurück und mal den Weg hinauf zum Pass versuchen. Auch dieser Weg endet recht weit oben vor einer etwa einen Meter hohen Wand aus Schnee! Bis dorthin ist es aber geräumt und gut befahrbar. Dort oben stand dann auch gleich ein dicker Truck mit Anhänger und in der Ferne hörte man wie sich jemand mit einem Schneemobil vergnügt – das ist Amerika. Da leben die Leute in der Wüste, haben aber im Garten ein Schiff und ein Schneemobil stehen – wer es nicht glaubt muss hier selbst mal nach gucken – es stimmt!!

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Also wieder runter von der Passstraße und mal links abbiegen und schauen was es da alles gibt. Die Perspektiven auf den Gebirgszug sind teils einfach gigantisch! Nach insgesamt zwei Stunden Fahrtzeit um das Gebirge endet dann aber leider das Kartenmaterial in meinem GPS – ich bin in Colorado! Wer hätte das gedacht! Als ich im Rahmen der Vorbereitungen das damals noch nagelneue GPS mit den Karten bestückt habe, hätte ich nicht geglaubt mal nach Colorado zu kommen – heute war das dann anders! Und ich konnte mich gleich davon überzeugen, dass man mit der internen Weltweiten topografischen Karte wenigstens die Hauptstraßen ganz gut findet – verloren ist man also nicht! Auf meiner Karte waren also keine weiteren Straßen zu sehen und das GPS konnte mir mitten im verschneiten Wald nicht sagen ob es einen Rundweg gibt oder ob ich nach weiteren zwei Stunden wieder vor einer Wand aus Schnee umkehren muss. Also kehren wir doch lieber jetzt um, dann schaffen wir es vielleicht noch zum Sonnenuntergang am Delicate Arch – das Wetter war ja heute wirklich grandios!

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In der Nähe der Hauptstraße lockt dann aber doch wieder ein Abzweig… Ein Blick auf die Karte – grundsätzlich kann man in einem großen Bogen herumfahren – warum also nicht – und Stoff wie Wolfgang es immer nennt…

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Wieder bieten sich wunderbare Perspektiven auf das Gebirge. Alls paar Meilen muss ich fast zwanghaft anhalten und ein paar Bilder knipsen, toll sieht das hier alles aus! Doch irgendwann verschwindet auch das schönste Gebirge wenn man nur lange genug geradeaus fährt. Dann plötzlich bin ich in Colorado! Und der Blick in die Ferne ist einfach nur grandios! Das kann man nicht planen, das muss man einfach erleben! Der Tank ist noch fast voll – der Delicate Arch ist mir in diesem Augenblick egal – ich will dahin – zum Horizont!

Die Straße ist bolzengerade – es geht ein wenig auf und ab – es macht Spaß! Hier leben Menschen, das bedeutet – man kann hier Radio hören. Es läuft Musik von Toto, Neil Young, es gibt Jazz, Funk & Soul – das sogar garantiert ohne Werbeunterbrechungen “Thanks for supporting our local radio station!”- das hört man gern!

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Dann weist ein Schild auf einen “Point of interest” hin – was kann das schon sein – doch dann die große Überraschung – ich stehe direkt vorm kleinen Bruder des Horseshoe Bends – genial! Einfach so gefunden – ganz allein und ganz durch Zufall, weil auf der Mainstreet in Moab zu viel Verkehr war…

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Der Wen danach ist grandios. Links und rechts hohe rote Felsen und neben mit ein stattlicher Fluss. Längst nicht so breit wie der heimische Rhein, aber viel schöner “gebettet”. Die Stunden ziehen dahin, ich fahre, halte, knipse und esse eine wenig Obst. Frühstück gab es ja nicht…

Mit der Zeit schwindet dann die Hoffnung mich rechtzeitig zum Sonnenuntergang in die Schlange der “Archlovers” am delikaten Bogen einzureihen. Egal, das kann ich auch morgen noch machen. Also genieße ich die Fahrt und bin neidisch bei jedem coolen Typen der mir grinsend auf seiner Harley entgegen kommt. Dürfte ich einen Tourenvorschlag für den Südwesten machen – das wäre er!

Schließlich lande ich dann in Grand Junction – eine wirklich stattliche Ansammlung unspektakulärer Gebäude. Aber es gibt hier so ziemlich alles was man sich vorstellen kann. Doch ich habe alles und mein Fotorucksack ist schon viel zu schwer. Also Stoff geben in Richtung Interstate 70. Sicherheitshalber kurz vorher noch schnell volltanken – man weiß ja nie… Das Tanken klappt inzwischen reibungslos und geht schneller als daheim, weil man alles mit sich, der Zapfsäule und der Kreditkarte ausmachen kann.

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Der Interstate ist wenig befahren, es geht mit 80 Meilen voran, die untergehende Sonne scheint mir ins Gesicht – Zeit für die Sonnenbrille – endlich wird sie mal benutzt!

Dann der Abzweig 124 – CISCO! Früher hatte ich mal CISCO Aktien, bei 72 Dollar bin ich eingestiegen. Es hießt ich wäre dann in 10 Jahren Millionär. Doch es kam anders, habe ich ja schon beschrieben. Als ich dann in CISCO war wusste ich auch warum! Zwar hat dieser “Ort” nichts mit dem Internetausrüster CISCO zu tun, aber als Beispiel für den Niedergang der New Economy taugt er dennoch! Dieses CISCO ist eine lockere Ansammlung rostiger halb zerlegter Schrottautos, die sich den Grund und Boden mit demolierten Wohnwagen, umgestürzten Zäunen und einem ausgebrannten “Cisco General Store” teilen! Ein Schild weist noch darauf hin dass es sich hier um “Private Property” handelt – aber wer wollte hier schon anhalten. Sicher werden die Hinweisschilder am Interstate auch bald umbenannt…

Zum Sonnenuntergang bin ich dann im Castle Valley. Es ist Rush-Hour! Die ganzen Camper kommen aus den Nationalparks zurück! Dennoch sind die visuellen Eindrücke großartig. Alles ist eh schon tausendmal geknipst worden, also fahre ich einfach weiter und genieße den Augenblick!

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Hier noch etwas zum Schmunzeln – das ist ein Teil meiner täglichen Begleiter…

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Daheim im Hotel dann schnell alles aufs Bett schmeißen, Geld aus einem ATM organisieren und dann mal schauen wo es was Essbares gibt. Ich lande im Wendy’s und glaube mich zu erinnern, dass es diese Kette im Ranking der Hamburgerbratereien im Rahmen des Buches “Gebrauchsanleitung für die USA” auf Platz 1 geschafft hat. Ich bestelle mir einen Medium Menu, mit einem Baconizer und einer Dr. Pepper Cola. Die Cola schmeckt ganz anders als erwartet, aber nicht schlecht. Während ich sie schlürfe muss ich an Forest Gump und die vielen Flaschen Dr. Pepper denken 🙂 Der Burger ist in ein matschiges Brötchen gebettet und überall trieft das Fett heraus. Das soll nun also die Creme der amerikanischen Hamburger Bratkünste sein?? Also entweder habe ich mich vertan oder der nachgewiesener Maßen mexikanische Koch hatte einen schlechten Tag. Satt wird man davon, aber wirklich lecker ist das nicht! Der Hamburger in Escalante war um Längen besser! Dafür sind hier die Fritten halbwegs essbar, wenn auch ziemlich schlabbrig und gar nicht knusprig. Egal, man muss ja nicht alles aufessen…

Daheim im Motel der neue Anlauf das Notebook nach den Fehlschlägen des Morgens mit dem WLAN zu verbinden. Irgendwann bin ich soweit, dass ich die gespeicherten WLAN-Profile lösche und versuche mich ganz neu zu verbinden. Siehe da, ich werde nach einer Passphrase gefragt! Da hat also jemand den Router neu konfiguriert! Am Mittwoch war noch alles offen, aber es gab auch ständig Aussetzer. Wer weiß wer sich da alles eingeklinkt hat. Also mal rüber ins Büro. Am Tresen ist niemand, es kommt auch niemand. Hm, was tun? Dann springt mir eine kleine Kuhglocke ins Auge die an einer Art Galgen aufgehängt ist. Davor liegt ein kleiner Holzschlägel. Ein kleines Pappschild weist darauf hin, dass man doch mal vorsichtig auf die Glocke schlagen soll wenn niemand da ist. Und siehe da, es funktioniert! Der Administrator steht einige Augenblicke vor mit und erklärt, dass sie alles auf WPA umgestellt haben und dass es seit dem viel besser funktioniert. Klar, wenn sich nicht jeder einfach einklinken kann 🙂 Die Passphrase hingegen ist einfallslos gewählt – hätte ich auf selbst drauf kommen können, es ist schlicht und ergreifen das schöne Wort password.

Um 23h25 bin ich dann auch schon hier angekommen! Nun schnell ein paar Bilder einfügen und dann an der Matratze lauschen. Vielleicht schaffe ich es ja morgen mal früh aufzustehen!

Hier noch schnell die kleine Diashow.

Und zu fortgeschrittener Stunde noch die Track-Analyse – statt zu bloggen sollte ich schlafen…

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Und hier das KMZ zum selbst angucken.

Arches National Park – Oder: Have you ever met one of these mormons?

Und wieder geht ein entspannter wunderbarer Tag zu Ende. Morgens habe ich ziemlich herumgetrödelt und so gab es dann auch nirgends mehr ein Frühstück. Ist auch egal denn nun kenne ich den City-Market. Dieser Supermarkt hat mich heute begeistert, vor allem die Obst- und Gemüseabteilung. Die Ware wird da nicht einfach lieblos hingeworfen, nein die Mitarbeiter stapeln beispielsweise das Obst zu wahren Kunstwerken. So was habe ich in Deutschland noch nie gesehen. Alle Äpfel sehen aus als wären sie einzeln von tibetanischen Jungfrauen mit rosa Wollhandschuhen poliert wurden. Alle sind gleich groß und haben fast die gleiche Farbe. Kleine schräg liegende gleichseitige Dreiecke aus Äpfeln – WOW – bei den anderen runden Obstsorten geht das so weiter. Pyramiden aus Apfelsinen, Wälder aus Bananen – das hat was! Das Gemüse liegt in speziellen Kühltheken und wird sanft mit entkalktem feinmineralischen Wasser bestäubt. Echt cool! Dann die Abteilung mit den Fertiggerichten. Im Edeka in Wachtberg ist diese Abteilung ja schon der Knaller, aber hier ist sie locker viermal so groß! Das mag daran liegen, dass die Leute in Wachtberg entweder keine Mikrowellen-Geräte haben oder sie mehr frische Sachen essen. Wie dem auch sein, das Angebot ist gewaltig!

Ganz hinten links im Laden – ein wenig versteckt und verschämt – gibt es auch BIER, sogar richtig viele Sorten. Wer auf leckeres Essen steht und gern mal ein Bier trinkt ist hier also gut versorgt. Überhaupt gefällt mir Moab ganz gut. Tagsüber ist ordentlich was los und abends wir es dann doch schnell ganz ruhig. Heute war so gegen 11h an der Hauptstraße die Hölle los, vielleicht liegt es am Moab Halbmarathon der morgen stattfindet – keine Ahnung – aber es waren beispielsweise massenweise Autos mit Fahrrädern auf dem Dach unterwegs. Dann überall Trucks mit riesigen ATVs auf gewaltigen Anhängern. Ein ATV ist ein All-Terrain-Vehicle – musste ich auch erst nachlesen – das sind keine Geländewagen im herkömmlichen Sinn, das sind kleine Monster mit riesigen Reifen, irre viel Bodenfreiheit und kleinen Karosserien die zwischen dem ganzen Antriebskrams wie ein verschämtes Alibi wirken. Das hat was und bringt nicht nur Kinderaugen zum glänzen. Sicher ist der Spaß an der Tankstelle schnell beendet, aber ich glaube diese Kisten fährt man nicht auf der Straße sondern nur an einigen wenigen Tagen im Jahr auf speziell dafür präparierten Pisten.

So gegen 12h gibt es dann ganz entspannt zum Arches National Park. Diesmal eine adrette Rangerin mit echt coolem Rangerhut so um die 60. Sie ist echt nett und checkt sofort, dass ich nicht der Husgar aus Dänemark bin. “Do you want to have a map in your german language?” “That would be really great“!” “Ok Sir, have a good time and enjoy the park….” Die Leute sind hier fast alle so richtig richtig nett. Das macht einfach Spaß!

Satt brav der Reihe nach alle Attraktionen abzuklappern suche ich mir einen netten sonnigen Parkplatz und räume erst einmal die Ladefläche ein wenig auf. Ein paar Minuten später gibt es dann auch schon ein leckeres Frühstück. Es gibt ein Baguette, das aussieht als käme es aus Lyon oder einer anderen Stadt in Frankreich. Dazu Philadelphia Käse mit Kräutern, einen Apfel und eine Apfelsine. Lecker und soo gesund! Dazu gibt es ein Cola – sehr ungesund – aber die 24 Dosen von meinem hungrigen Mördereinkauf in der vorletzten Woche sind immer noch nicht alle weg – und dann noch ein Fläschchen “Life Water”. Diese Dinge haben hier teilweise echt hochtrabende Namen. Im Life Water sind aber 24g Zucker! Schmeckt ganz gut aber eine lebensverlängernde Maßnahme stelle ich mir anders vor…

Zum Nachtisch noch eine kleine Tüte m&m und dann los zum Double O Arch. Die Wanderung dorthin kann man durchaus als selbige durchgehen lassen! Zuerst dachte ich, es seien nur ein paar Meter, daher habe ich auch nur eine Kamera und sonst gar nichts dabei. Aber es sind dann doch mehrere Kilometer. Als ich aussteigen will versucht gerade jemand etwas unbeholfen hinter meinem Auto rückwärts einzuparken. Ich starte kurz den Motor und fahre einen Meter vor, da klappt es schon besser. Kurz drauf dann ein Typ aus Colorado der sich überschwänglich bei mir bedankt. Sein Kumpel steigt auch aus und es gibt wieder eine dieser schönen total ungezwungenen Gesprächssituationen. Ich muss wieder mal erklären woher ich komme, was ich mache wer ich bin und und und… Dann erzählen Sie mir von ihrer Reise und geben mir Tipps was ich in den nächten Tagen alles unbedingt anschauen muss.

Danach geht es endlich los. Der Weg ist voll mit amerikanischen Urlaubern, die heute mein Bild vom gewöhnlichen Amerikaner der sich selten weiter als 50 Meter von seinem Auto entfernt, vollständig revidieren! Ein Typ ist sogar den gesamten Weg gejoggt! Mit braun gebranntem freien Oberkörper und einem Trinkrucksack auf dem Rücken! Dann waren da noch echt viele richtig kernige Familien, die mit ihren Kindern über Stock und Stein geklettert sind, bravo! An einem Arch der vor kurzem eingestürzt ist lerne ich wieder jemanden kennen, der mir erzählt, dass er Frankfurt kennt. Ok, er hatte einen Aufenthalt von sechs Stunden auf dem Weg in den Irak. “I supportet our troops!” Er fragt was ich schon gesehen habe, und als es dann aus mir heraussprudelt ist es ihm peinlich, dass er in Frankfurt nicht mal mit dem Taxi nach “Downtown” gefahren ist.

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Am Double O Arch angekommen ist da eine Horde junger Asiaten die ein richtiges Picknick veranstalten. Ganz nett! Auf dem Rückweg geht es über einen “Rock Rim” – man könnte es als Felsrücken bezeichnen. Dort stehen gerade zwei Japaner und fotografieren sich gegenseitig. Nach all den “Hi, where are you from”-Konversationen ist meine Hemmschwelle inzwischen gesunken und ich quatsche sie einfach an ob ich sie nicht mal gemeinsam fotografieren soll. Sie sind verzückt und ich mache gleich mehrere Fotos. Später treffe ich sie dann immer mal wieder, sie sind total süß und erzählen von Tokio und wie toll es in Amerika ist. Am Delicate Arch schließlich kommt sie auf mich zu und fragt ob ich sie ein letzes Mal fotografieren kann. Als Begründung sagt sie dann “You’re the best!” – wie ist das nun gemeint? Eine Schweizer Kollegin hat mich mal “mein Gutester” genannt – etwa so? Oder bin ich von allen Leuten die bislang Fotos von ihnen beiden gemacht haben derjenige der die schönsten Fotos gemacht hat? Ich grüble immer noch…

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Zwischendurch begrüße ich eine ältere Dame mit einem zünftigen “Hi” – und sie erkennt sofort, dass ich kein Amerikaner bin 🙂 Es folgt wieder die WAYF-Frage und ich komme erneut ins Gespräch. Sie kennt Berlin und weiß wo Köln liegt, dass Bonn mal der Regierungssitz war weiß sie auch! Und sie freut sich richtig, dass da ein Typ aus Deutschland für ein paar Wochen lang IHR LAND bereist. Zum Schluss schüttelt sie mir sogar die Hand, klopft mir auf die Schulter und sagt “You’re welcome!” – Ich fühle mich wie ein begehrter Schwiegersohn und mache mich an den Abstieg. Im Bild links ist es die Frau in der roten Hose!

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Nach dem Double O Arch geht es dann zurück zum Trailhead am Delicate Arch. Dort gibt es noch eine Apfelsine (da stehe ich derzeit total drauf) und zwei Äpfel. Ein paar Mentos gab es auch – das ist das Dessert für unterwegs. Diesmal packe ich etwas mehr zusammen und los geht es zum “Far View Point” – von hier aus sieht man die ganzen Leute die da oben an diesem tollen Natursteinbogen auf das geniale Abendlicht warten. Ich mache ein paar Fotos mit dem längsten Tele das ich habe und muss innerlich ein wenig grinsen. Es ist inzwischen total bewölkt und an ein tolles Abendrot ist gar nicht zu denken. Eine Vorahnung die sich als richtig erweisen wird sagt mir, dass es heute einfach dunkel wird. Ganz einfach so, ohne alles…

 _DSC1609 _DSC1621Auf dem Rückweg zum Auto lerne ich dann Tex und Diana aus Vermont kennen. Sie hat seit ein paar Tagen auch eine “Naikohn” – eine D90. Er interessiert sich sofort für meine D300 – sicher war es bei den beiden wochenlang ein Thema. Sie erklärt, dass ihr die D300 zu groß und zu schwer sei. Ich werfe ein, dass ich die D90 bei meiner Mördertour gern statt der D300 dabei gehabt hätte. Er nimmt mal die D300 samt Batteriepack, Tele und Telekonverter in die Hand und gibt sie mir dann staunend zurück. Was sie dann sagt verstehe ich nicht – aber es klingt wie ein “Na siehst Du, habe ich Dir doch gesagt!” Dann fragen sie nach meinem Namen und einer E-Mail Adresse. Auf der Rückseite eines Kassenzettels schreibe ich das dann auf – ich hoffe sie können es auch lesen!Eigentlich gibt es zu diesem Zeitpunkt nichts mehr, das sich zu fotografieren noch lohnt. Aber am Traihead für den “richtigen” Aufstieg zum Delicate Arch halte ich dann doch an. Der Rucksack wird komplett leer gemacht, nur eine Taschenlampe, etwas Wasser und ein warmer Pullover dürfen neben Kamera und Babystativ noch mit. Bewaffnet mit den tollen Wanderstöcken geht es dann los. Zwischendurch treffe ich eine größere Familie. Opa und Oma gehen mit Kindern und Enkeln spazieren. Sie kommen von hoch oben, und der mittlere – also der Vater der Kinder – trinkt gerade gierig etwas aus einem dieser Trinkrucksäcke. Während ich mit einem kurzen “Hi” an ihnen vorbei wandere sagt der Opa zu seinem schwitzigen Sohn etwas wie “Schau hin, so geht das“!” – gemeint sind sicher die Wanderstöcke. Alle anderen Wanderer hingegen mustern mich als käme ich von einem anderen Planeten.Oben angekommen habe ich dann doch ein paar Wanderer überholt, bin auch schwitzig und muss zugeben, dass das Wetter keine guten Fotos erwarten lässt. Während ich dort oben die Lage sondiere steht direkt neben mir ein deutscher Familienvater der lautstark über das “blöde Schweißwetter hier” flucht und seine Fotosachen zusammen packt. Sein kleiner Sohn hat auch Wanderstöcke dabei und sagt “Mensch Papa, wie muss denn das Wetter noch sein damit Du endlich mal zufrieden bist.” – er hat es kapiert! Wir kommen sofort ins Gespräch, die Familie ist mit einem Wohnmobil unterwegs. Er träumt seit zwei Jahren von einem Hike zur Wave. Dass ich schon dort war und gleich beim ersten Anlauf eine Permit ergattern konnte macht ihn neugierig, das Gespräch wird etwas länger… Schließlich ist er der Meinung, dass er sich in Page einen 4WD HC (Allradauto mit viel Bodenfreiheit) mieten muss um, wenn es mit der Wave nicht klappt, zu den Coyote Buttes und den White Pockets zu fahren.Als die Familie dann abmarschiert kommen meine Freunde aus Tokio – “You’re the best!”…Dann baue ich meine Knipse auf und mache mal ein paar Probeschüsse. Die sehen allesamt echt langweilig aus. Fotografie ist sowas wie “Malen mit Licht” – ohne Licht kann man auch nix malen – so ist das eben! Und genau das ist es auch was die Macher der genialen Bilder in der “Fineart Gallery” an der Hauptstraße in Moab auszeichnet – Know How und Geduld für das Warten auf den magischen Augenblick!Wo ich nun schon mal da bin und mein Logenplatz auch ganz bequem ist, bleibe ich einfach sitzen und genieße die Szenerie. Es geht ein wenig zu wie beim Volksfest. Alle laufen mal unter den großen Bogen und werden von ihren Partnern fotografiert. Weil mich niemand fotografieren will darf ich sitzen bleiben! Ich experimentiere also ein wenig herum. Lange belichten und während dessen am Zoomring drehen. Doppelbelichtungen, mal bei der zweiten Belichtung die eine Hälfte des Objektives mit der Hand abdecken, dann mal bewusst verwackeln – eben diese Spielereien die man nur macht wenn man Langeweile hat. Hätte ich mein Lensbaby dabei – damit könnte ich jetzt viel Quatsch machen!_DSC1707

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Bis in die Dunkelheit hinein geht das Treiben weiter. Als man schon fast nichts mehr sehen kann ruft jemand mit kerniger Stimme den tobenden Kids zu, dass er schon mal runter geht und sie auch bald nachkommen sollen. Und schon ist er weg. Ich packe auch zusammen und mit den letzten Kids mache ich mich auf den Rückweg. Die haben zu fünft eine Taschenlampe dabei. Ein bisschen wenig. Ich habe eine kleine Lampe mit einer Leuchtstoffröhre drin. Die Akkus habe ich tagsüber im Auto frisch aufgeladen und ich kann für alle zusammen den Weg beleuchten. Nach kurzer Zeit wissen sie nicht mehr genau wo es lang geht. Mein GARMIN hat beim Aufstieg wieder ganz wunderbar alle drei Sekunden den Track mit drei Metern Genauigkeit aufgezeichnet. Das hilft in der Dunkelheit den Rückweg zu finden! Sehr schnell bin ich bei den Kids der GPS-Guy… „Hi their, GPS-Guy says we’ve got to go left…” Der letzte in der Truppe ist ein wenig füllig, trägt Turnschuhe, bunte Shorts und ein T-Shirt. Wir quasseln die ganze Zeit über. Er fragt mich ob ich aus Dänemark komme – langsam frage ich mich das selbst auch schon… Dann löst er das Rätsel auf, seine Großeltern kamen aus Dänemark. Er erzählt mir seine Familiengeschichte und wie er dann von Kalifornien nach Salt Lake City gekommen ist. Er entschuldigt sich tausendfach, dass er nur einmal in Dänemark war und dass er alles was er dort an Dänisch und Deutsch gelernt hat wieder vergessen hat. Ok, einen deutschen Satz kriegt er noch auf die Reihe – ich habe ihn leider vergessen… Dann unterhalten wir uns über Bier und darüber, dass es komisch ist, dass man in Utah in keinem Restaurant zum Steak ein Bier bestellen kann – nicht mal ein Alkoholfreies! Er schwärmt sofort vom Bier aus Dänemark – wir verstehen uns! Dann fragt er ob ich schon Kontakt zu diesen Mormonen hatte? Ich verneine – daraufhin lacht er los und erklärt mir, dass ich nun einen dieser komischen Mormonen kenne :-)Am Auto angekommen verabschieden sich alle brav vom GPS-Guy und sind ganz froh, dass sie ihre Autos gefunden haben. Wenn hier die Sonne mal weg ist, dann ist es auch wirklich sehr schnell richtig dunkel. Ohne Lampe und ohne GPS wäre man da oben auf dem Berg aufgeschmissen!! Dafür ist der Weg zu weit und zu gefährlich. Wenn ich nochmal hoch gehe, dann vielleicht mit einer Reservelampe!Zurück im Motel wünsche ich mir was kaltes, aber alles ist lauwarm weil es leider hier keine Kühlschränke gibt – es ist ja auch das Adventure Inn – hier ist eben alles auf Abenteurer ausgerichtet. Also versuche ich mal was. Auf dem Tisch steht ein kleiner hellbrauner Eimer der aussieht als wenn er in seiner Jugend mal versucht hätte ein Sektkühler zu werden. Das Ding scheint für Eis zu sein! Ich schnappe mir also diesen kleinen möglicherweise frustrierten Putzeimer und probiere im Office mal die Eismaschine aus. In diesem Ding Aus schwarzem Plastik und geschliffenem Edelstahl kracht und rummst es kräftig und dann kommen Eiswürfel herausgefallen. Ich halte den Knopf gedrückt bis der Eimer voll ist und ziehe los in mein Zimmer. Als ich um das Büro herum bin kann ich durch die Fenster sehen, dass mich scheinbar einer der Mitarbeiter beobachtet hat. Vielleicht hat ihn auch nur der Krach der Maschine geweckt.So, nun versuche ich mal ob mein Bier schon kalt genug ist :-)Update um 00:39 – Das Bier war perfekt!Gute Nacht!

Umzug nach Moab – Oder: Visual Overflow

Heute morgen hatte ich es ja schon kurz angekündigt und nun bin ich tatsächlich in Moab. Obwohl es hier am Wochenende ein großes Rennen gibt habe ich noch ein Zimmer bekommen. Ich musste nur dreimal fragen! Im Rodeway Inn (die gleiche Kette wie in Page) war gar nichts mehr frei. Im nächten Motel war eine echt unfreundliche Dame an der Rezeption, sie hätte noch ein Zimmer für zwei Nächte gehabt. Diese Frau war mir so unsympathisch, und da gehört bei mir echt was dazu, dass ich gleich zum dritten Motel gefahren bin. Die Motels liegen hier verteilt an der Hauptstraße, man stolper quasi von einem Motel zum nächsten. Wireless LAN haben sie scheinbar alle, nur in den Preisen gibt es scheinbar große Unterschiede, wie ich bei meinen drei Kostproben feststellen musste.

Schließlich bin ich im Adventure Inn gelandet. Ein kleines Motel, man kann hier direkt vor dem Zimmer parken, ganz praktisch wenn man viel Gepäck hat! Das Zimmer ist blitziblanki sauber, aber es gibt weder Kühlschrank noch Mikrowelle! Dafür lag auf dem Tisch ein Restaurantführer der die Speisekarten aller Restaurants in der Umgebung enthält, auch ganz nett!

Der Weg hierhin war wieder mal sowas von unterschiedlich, aufregend, holprig, langweilig, supercool – ich kann das gar nicht so recht in Worte fassen. Es ist ein unglaubliches Land, es ist einfach sooo viel Platz hier. Man kann locker mal zwei bis drei Stunden fahren ohne einem anderen Auto zu begegnen.

Doch fangen wir mal vorn an! Auf dem Rückweg vom Augenarzt habe ich ja am letzten Freitag schon einen Abstecher durch den Burr Trail unternommen. Wolfgang hatte mir diese Straße schon mal empfohlen, um ggf. zurück in Richtung Page zur fahren. Hält man sich immer südlich erreicht man schließlich das nördliche Ufer des Lake Powell. Dort gibt es dann ein Fähre die einen in den Süden bringt und dann kann man weiter nach Page fahren. Am entscheidenden Abzweig, mitten Im Capitol Reef Nationalpark, bin ich dann aber links abgebogen und in Richtung Norden gefahren, so wie geplant!

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Die Fahrt durch diesen National Park ist wirklich ein Erlebnis. Mann sieht häufig ein paar verschneite 4000er am Horizont. Davor liegt dann dieser gigantische Riß in der Erdkruste. Es erinnert mich ein wenig an ein ganz frisches knuspriges Graubrot das der Bäcker oben ein geritzt hat und das im Ofen dann einen tiefen rauen Spalt ausgebildet hat. Nun muss man sich dieses Brot ungefähr 100 Kilometer lang vorstellen – dann bekommt man eine annähernde Idee davon wie es am Capitol Reef aussieht. Wenn man nun seitlich in dieses Brot hineinfährt, man ist natürlich ganz ganz winzig klein, denn das Brot ist ja 100 Kilometer lang, dann wirkt jedes Stückchen Kruste wie ein monumentaler Fels. Man muss sich langsam hindurch schlängeln, und kann dann unten in Brotschlitz langsam vorwärts kommen. Schaut man dann nach links und rechts sieht man überall nur Brotkruste! Man ist ja ganz ganz winzig klein!

So ungefähr ist eine Fahrt durch den Capitol Reef Nationalpark – nur cooler!

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Ganz witzig ist, dass man vielleicht einer halben Stunde auf das Gelände der Notom-Ranch kommt – ich sage nur “This is a private property!” Wer mehr wissen will kann bei Steve Dalton anrufen – wieder fühle ich mich an meine Kindheit erinnert. Mitten im Park gibt es also ein riesiges privates Grundstück! Und das hat es in sich! Dort sind Cowboys, es gibt Kühe, ein Restaurant, weite Wiesen die täglich bewässert werden, es ist fast unwirklich! Zwischen all den Brotkrusten, sorry Felsrändern, liegen saftig grüße Weideflächen. Ich war echt beeindruckt und musste immer wieder anhalten und einige der beliebten Knipsbilder machen 🙂

Da wo diese Notom Ranch aufhört, biegt man dann rechts ab und fährt in Richtung Osten, natürlich nur wenn man das gleiche Ziel wie ich hat, sonst kann man natürlich auch jederzeit links abbiegen. Wohin man dann kommt kann ich aber nicht sagen!

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Ab dort war ich dann auf dem Highway 24 – auch ein Scenic Byway! Diese Straße führt durch eine unwirkliche Mondlandschaft. Links und rechts des Weges sind überwiegend graue aber auch ein paar braune Felsen. Wahrscheinlich sind es keine Felsen, Wolfgang würd vielleicht sagen, dass das alles nur zusammen gepappter grauer Modder ist. Diesen Eindruck habe ich auch, denn diese “Felsen” stehen alle samt in ihrer eigenen Schutthalde. Die Menschen die Dort wohnen haben sich das im Laufe der Jahre wohl sehr gut angeschaut. So wie es ausschaut haben sie von der Erde gelernt, was bei den meisten Menschen ein durchaus überraschender Lernprozess ist! Wie dem auch sei, die Menschen die dort wohnen leben auch inmitten ihrer eigenen Schutthalde!

Soviel Schrott, alte Autos, kaputte Häuser und was weiß ich nicht alles habe ich in meinem Leben nicht nicht gesehen! Ganz witzig war alter abgewrackter Betonmischer am Straßenrand. Es fehlen Räder und das Ding ist total zerschossen, wie überhaupt die allermeisten Straßenschilder dort. Ist ja auch verständlich, wenn man schon eine Knarre hat, dann will man sie ja ach mal benutzen! Nur wo deutsche Kinder mit der Zwille Steine auf das Grundstück der Nachbarn schleudern, schießen sie hier auf alte Autos und Straßenschilder – andere Länger andere Sitten – so ist das eben. Zurück zum Betonmischer, der steht da also mitten in der Gegend herum, fahren kann er ja auch nicht mehr. Jemand hat mir grüner Farbe eine Zielscheibe auf die Beifahrertür gesprüht und dann haben sie einen Wettbewerb gemacht. Es müssen ein paar echte Luschen dabei gewesen sein, denn es sind sogar Löcher im Dach und in der Motorhaube. Vielleich ganz gut erst einmal zu üben… Auf der dicken Betonbirne stehen die schönen Worte “Don’t waste UTAH!” Wie das wohl gemeint ist? Und dann steht da noch “VOTE NO 4 HILARY” – was hier wohl dahinter steckt…

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Eine halbe Stunde später trudle ich dann in Hanksville ein und bin weitgehend entsetzt. Das Whispering Sands Motel ist ja ganz nett, aber es ist auch das einzige was hier nett ist! Ursprünglich wollte ich ja ein paar Tage dort bleiben, aber dieser Ort hat so wenig von dem was ich unter Stadt oder Dorf verstehe, da musste ich einfach weiterfahren. Wenn ich mir beispielsweise mal Scharfenberg im Sauerland vorstelle. Die Heimat meines Vaters und der Ursprung des netten Postfixes “Woll?” – gelegentlich auch “Wuohl?” – in Scharfenberg gibt es eine viele hundert Jahre alte Kirche. Es gibt nette Dorfkneipen in denen mein Opa sich ein Raucherbein erstanden hat. Es gibt eine Schützenhalle und sogar mehrere Bäcker. Es gibt fast sowas wie ein Zentrum in diesem Dorf und es gibt den Hagedorn. Der Hagedorn ist die Straße in der ich mich als Kind so blamiert habe, dass ich bis heute keinen Spaß mehr am Fußballspielen habe!

Egal, Hanksville ist nicht Scharfenberg und ich musste einfach weiter! Also an der einzigen Möglichkeit links abbiegen in Richtung Norden zur Interstate 70. Der Weg zu dieser Autobahn und das ist wirklich mal eine Straße die man als Autobahn bezeichnen könnte, ist einfach nur bolzengerade. Wären da nicht die Bodenwellen, man könnte an windstillen Tagen den Tempomaten aktivieren und ein ruhiges Schläfchen halten. Links sieht man die ganze Zeit eine Felsformation die ein wenig aussieht wie ein französisches Weißbrot das unregelmäßig eingedrückt und mit verschiedenen Sorten Marmelade oder auch mal Nutella bestrichen ist. Von außen, versteht sich!

Während ich also an diesem Weißbrot entlangfahre muss ich einfach ein paar kleine Filmsequenzen mit der Hosentaschenkamera drehen, sonst wird es einfach zu langweilig. Dafür kann man aber wenigstens mal mehrere Lieder im Radio hören, ohne dass man sich ständig einen neuen Sender suchen muss. Am Ende wird diese Langeweile dann mit dem Interstate 70 belohnt.

Hier darf man nun 75 Meilen schnell fahren. Ich stelle den Tempomaten auf 80 Meilen, das geht dann doch ganz zügig voran. Interessant ist, dass einige wenige Autos trotzdem überholen. Wenn man diesen aufwändigen Vorgang als überholen bezeichnen möchte. Ich fühle mich dabei immer an die Familie Griswold erinnert – an die Szene in der Chevy Chase versucht den laaaangen LKW mit den Baumstämmen zu überholen! Wie gesagt, überholen ist da übertrieben, es ist mehr ein zähes Ringen mit dem Vorbeikommen und dem Einhalten der Geschwindigkeitsbeschränkung – letzte muss man allerdings etwas ausdehnen und hoffen, dass es niemand sieht. Ja, so wird man also in den USA “überholt”. Interessant ist, dass alle Fahrzeuge 75 Meilen schnell sein dürfen, auch die richtig großen LKWs! Wer sich mal einen Einheitenrechner nimmt stellt schnell fest, dass 75 Meilen etwas mehr als 120 KM/h sind! Da stelle man sich mal vor in Deutschland wären die LKWs doppelt so groß und würden 50% schneller fahren – vielleicht hätten wir dann keine Staus auf der A8 mehr? Oder die doppelte Menge an Verkehrstoten – wir werden es nicht erfahren – ist vielleicht besser so!

Ok, irgendwann komme ich dann an der Ausfahrt an wo es in Richtung Moab geht. Ein kleines Männchen in meinem Ohr, vielleicht ist es ein Fan von Marius Müller Westernhagen, summt FREIHEIT FREIHEIT IST DAS EINZIGE WAS ZÄHLT – also nicht blinken und geradeaus weiterfahren, nach Osten! Der ist ja seit einiger Zeit im Aufbau und da soll es ja ganz schön sein! Ich nehme also erst die Ausfahrt 204. Warum eigentlich 2004? Meine private These ist, dass sich die Nummern der Ausfahrten aus den gefahrenen Meilen seit dem Ursprung der jeweiligen Autobahn ergeben. Eigentlich gar nicht so blöd – wie vieles hier!

Und schon ist es vorbei mit den gerade Straßen denn nun bin ich genau in dem Tal, das mir die nette Dame mir gestern beim Orangen in Cola am Bryce wärmstens ans Herz gelegt hat. Es heißt Castle Valley und noch stelle ich mir nichts besonderes darunter vor. Doch nach ein paar Meilen ist es einfach nur großartig. Rechts neben mir fließt der Colorado River, am Horizont ein schneebedeckter 4.000er und dazwischen wild zerklüftete rote Felswände. Der kleine Mann im Ohr summt immer lauter und mir liegt ein “GEIL” auf der Zunge – nur wem soll ich es mitteilen?

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Eine halbe Stunde später bin ich dann bei der Red Cliffs Lodge. Dieses Areal hatte mir die nette Lady gestern am Bryce wärmstens empfohlen – “You can’t miss that!” hat sie gesagt und sie hat recht. Man findest es, ob man will oder nicht. Es gibt dort richtig viele richtig schöne richtig neue richtig nett am Fluss gelegene Holzhäuser. Ein kleines Paradies! Für 99 Dollar pro Tag.Kurz überlege ich ob ich soll, dann fahre ich doch weiter in Richtung Moab. Morgen will ich mal zum Arches Nationalpark – da ist es vielleicht besser, wenn man direkt vor dessen Haustüre wohnt! Aber irgendwie möchte ich da doch noch mal hin – vielleicht nächste Woche? Um dort Urlaub mit Kindern zu machen ist es sicher großartig. Es gibt reichlich Pferde und wenn die Kids reiten können ist es sicher das genialste was man seinen Pens antun kann (@Thomas!)Etliche Flussbiegungen weiter bin ich dann schon fast in Moab. Am Ortseingang gibt es die üblichen Werbetafeln die auf die Weltallerbesten Dinge hindeuten. Zwei Meilen später ist man dann im Zentrum, das eigentlich gar keines ist. Jedenfalls gibt es jede Menge Tankstellen, Restaurants und Motels – Herz was willst Du mehr und den Rest kennt Ihr ja schon…Das hier gibt es dann morgen…Hier nicht schnell die Trackanalyse:

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 Und das KMZ zum selber gucken!

Umzug – Oder: Warum ich wieder mal verschlafen habe

Der Tag am Big Horn Canyon steckt mir noch in den Knochen. Mit dem Radiowecker hier im Zimmer komme ich nicht klar, er hat sich nicht um 7h gemeldet, also habe ich tief und fest bis 8h13 geschlafen. Jetzt ist es 8h52 – Wolfgang hat sich eben gemeldet – er ist wieder heil und gesund daheim! Prima!

Eine Route für heute habe ich mir gestern noch überlegt, mal schauen ob es eine gute Idee ist?

Es soll über den Highway 12 nach Boulder gehen, hinter Boulder dann durch den obergenialen Burr Trail, dann durch den Capitol Reed National Park. Dann weiter durch denn Halls Creek und Sandy Creek nach Norden. Dann über den Highway 24 nach Osten in Richtung Hanksville. Je nachdem wie ich dann drauf bin versuche ich im Whispering Sands Motel ein Zimmer zu bekommen. Vielleicht geht es auch noch weiter in Richtung Moab – mal sehen! Ihr werdet es (hoffentlich erfahren)

Wenn ich mich die nächsten Tage nicht mehr melde, schickt bitte einen Suchtrupp los, ich bin dann zwischen Capitol Reed und Highway 24 gestrandet – wird aber hoffentlich noch nötig!

Hier die Tagesplanung – damit mir das GARMIN ggf. mein Leben retten kann :-]

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Jetzt aber los – schade, dass es das Beste Frühstück der Welt nur in Mainz gibt…

Ein entspannter Tag – Oder: Was macht man wenn einem alle Gräten weh tun

Nach der heftigen Tour von gestern habe ich es heute gaaaanz langsam angehen lassen, wirklich gaaaanz langsam! Das fing mit dem Ausschlafen an und ging dann im Restaurant die Straße runter so weiter. Als ich dort ankam war es genau 11h03 Ortszeit! “Can I have a breakfast please?” Nein, es ist nach 11h und die Dame bringt mir die Tageskarte! Ok, wenn es kein Frühstück mehr gibt, warum nicht ein dickes Steak!! “I think I’ll taste the T-Bone Steak!?! With a baked potato and some sour cream?” – Nun werde ich freundlich aber bestimmt drauf hingewiesen, dass wir kurz nach 11h haben und dass es diese Leckereien erst ab 17h gibt. Au Backe ist das schwierig, letztlich entschließe ich mich zum Bacon-Cheese-Burger mit French Frices und Ketchup! Dazu eine Pepsi!

Die Pepsi ist in sekundenschnelle auf dem Tisch, dazu gibt es einen dieser großen farbigen dicken Plastikbecher die sie hier überall haben. Glas könnte kaputt gehen, Scherben könnten entstehen, jemand könnte sich verletzten, ein Millionenklage könnte die Folge sein, also Plastikbecher!! Manchmal fühle ich mich hier wie im Kindergarten. Bier aus blauen Plastikbechern – das wäre ja noch was – aber Bier gibt es hier ja nicht! Im Safeways in Page habe ich im Regal ein paar lecker klingende Rotweinsorten entdeckt. Nur wie ich hier eines oder vielleicht auch mehrere Rotweingläser auftreiben soll ist mir rätselhaft. Sicher trinken die Leute hier – sorry in den anderen Bundesstaaten – ihren Rotwein auch aus bunten Plastikbechern – Frohstoff Plastik… Weil ich mich weigere einen leckeren Rotwein aus Pappbechern oder Einwegplastikbechern zu trinken habe ich bislang komplett drauf verzichtet, eigentlich schade. Aber so sind die eben hier!

Da steht dann auch schon der Frühstücksburger auf dem Tisch! Man ist der lecker, richtig gegrillt, und das Brötchen ist von den Innenseiten auch gegrillt! Es ist ein wenig Salat drauf – schmeckt super! Aber diese komischen Fritten. Die nehmen hier voll im ernst rohe Kartoffeln, waschen sie ab und quetschen sie dann durch eine Maschine die sie in Stäbchen mit 7-8mm Kantenlänge zerteilt. Das ganze wird dann inklusive der Kartoffelschalen in eine Fritteuse geworfen. Kurz danach landet es dann auf dem Teller. Hatte ich jetzt mehrfach und sie waren immer echt komisch. Heute waren sie außen so heiß, dass man sich dran verbrannt hat und innen noch halb roh. Wie machen es eigentlich die Belgier, dass die so gute Fritten haben? Werden die erst gekocht? Liegt es am perfekten wellenförmigen Schnitt? Oder diese schmalen Fritten beim MC Donalds in Deutschland, werden die vielleicht kurz vorgekocht? Ich muss das mal ergründen. Wie singt Helge Schneider so schön “Von Pommes kriegt man Pickel ist mir ganz egal!”

Der Spaß kostet 7,02$ – Eine komische Summe! Das liegt daran, dass hier die Mehrwertsteuer erst zum Schluss draufgehauen wird. Ist eigentlich besser, denn man sieht dann was die Leute wirklich für ihre Waren & Produkte kriegen und was der Staat abkassiert. Wenn also irgendwas 9,90$ kostet, wird daraus todsicher etwas zwischen 10 und 12 Dollar! Nicht wundern also!

Ok, ich muss also 7,02 Dollar zahlen, in der Geldbörse steckt ein 20er. Eigentlich gibt man 15% Trinkgeld, die Kellnerinnen bekommen in der Regel kein Gehalt sonder leben nur vom Trinkgeld. Wie viel sind 15% von 7,02 Dollar? Das kann ich so schnell nicht rechen und bitte darum, dass sie mir 10 Dollar zurückgibt. Sie ist total erstaunt und bedankt sich tausendfach, irgendwie ganz nett und ich muss bei meiner nächsten Höllentour nicht auch noch ein Kilo Kleingeld durch die Wüste schleppen.

Draußen im Auto dann die Frage: “Was mache ich heute!” Die Antwort habe ich mir morgens schon bereitgelegt und sie lautet “Bryce Canyon – bloß nix mit wandern!” – Also wenden und los. Über Tropic ist man nach etwa einer Stunde von Escalante am Bryce. Zwischendurch gibt es immer mal wieder kleine Fotostopps.

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Am Kassenhäuschen am Bryce sitzt wieder die adrette Rangerlady, sie trägt wieder diesen Hut mit der messerscharf wirkenden Krempe. Ich fühle mich an einen Zeichentrickfilm mit lauter kleinen Rangern erinnert, vielleicht kann mir jemand von Euch sagen wie der Film hieß? Ich zeige mein Annual-National-Park-Pass und sie fragt mich ob ich eine Karte möchte. Als ich ihr sage, dass sie mir in der letzten Woche schon eine Karte gegeben hat, grinst sie vergnügt und wünscht mir einen schönen Tag!

Am Sunrise-Point fahre ich mal vorbei, am Sunset-Point auch, am Inspiration-Point biege ich dann mal links ab und parke das Auto. Es ist wenig los, vielleicht 5 oder 6 Autos sind auf dem Parkplatz. Also die Kamera schnappen und zum Aussichtspunkt laufen – LAUFEN!! Es tut alles weh und die Schritte fallen schwer! Gut, dass es nicht wirklich weit ist! Der Himmel hat ein paar nette Wolken und das Wetter ist echt schön. Man kann am Rand des Canyons entlangwandern, von einem Aussichtspunkt zum nächsten, ganz nett!

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100 Bilder später bin ich wieder im Auto und fahre um entlegensten Aussichtspunkt dem Bryce-Point. Hier muss man nur 100 Meter gehen und steht dann an sehr exponierter Stelle fast mitten in der gigantischen Szenerie. Dieser Punkt ist mir fast der Liebste. Man überblickt hier wirklich alles und ist auf locker 2900 Metern Höhe! Also noch ein bisschen rumknipsen und dann zum Auto erst einmal Pause machen! Im Kofferraum ist noch eine kalte Cola, von der Offroad-Fahrerei total zerschrammt wie die anderen Dosen auch, aber kalt von der Nacht sie! Dann gibt es noch zwei Apfelsinen und eine paar bunte Erdnüsse sind auch noch da. Prima, nichts wofür man von ernährungsbewussten Damen gelobt würde, aber doch nahrhaft.

Ich wandere mit meinem Mittagessen ungefähr 23,5m bis unter einen kleinen Unterstand, dort sind zwei Bänke. Links sitzen zwei Ladys und essen auch gerade mitgebrachtes aus Plastiktüten. Die freie Bank ist voller kleiner Steine, die ältere der beiden springt sofort auf und reicht mir ein kleines Handtuch mit dem ich meine Bank freiwedeln kann, nett sind sie hier! Ich bedanke mich artig und beginne mit dem überaus praktischen Schweizermesser das ich tagsüber IMMER in einer kleinen Ledertasche am Gürtel trage meine erste Apfelsine abzupellen. Dann die Frage der Fragen “Hi how are you, where are you from?” Es kommt zu einer richtig netten Konversation. Ich kriege ein Loch in den Bauch gefragt und die beiden sind total überrascht, dass ich ganz allein für längere Zeit den Südwesten erkunde. Als sie mich dann fragen was ich für morgen geplant habe und sie nur ein “Well, I don’t know, maybe I’ll visit the Arches National Park – but I’m not yet shure.” Die beiden sind total überrascht, dass da jemand durch die Gegend reist und Dienstags nicht mit Bestimmtheit weiß wo er am Mittwoch sein wird – unvorstellbar! Aber genau das ist FREIHEIT! So und nicht wirklich anders will ich es haben. Es gibt eine grobe Vorstellung was ich alles sehen möchte, aber fest geplant ist gar nichts 🙂 Die ältere der beiden, ich denke es sind Mutter und Tocher, springt sofort auf und läuft zu ihrem Auto. Zurück kommt sie mir einer riesigen Karte! Dann beginnt sie zu erklären, dass sie gestern in Moab waren, welches Motel sie empfehlen würden, welche Straßen die schönsten sind und so weiter. Zwischendurch hält sie inne und stellt sich erst einmal vor und reicht mir die Hand zum Gruße. Meine Hand klebt von der Apfelsine, egal ich schlage ein. Sie schaut danach ein wenig irritiert ihre Hand an, geht dann aber gleich darüber hinweg und stellt mir ihre Tochter vor. Die hat auch gerade klebrige Finger, wohl von einem Apfel, egal, doppelt klebrig ist besser als einfach klebrig!

Dann geht es fast eine Stunde so weiter. Sie erzählt mir, dass sie 1973 mal in München war. Ihre Tochter kennt Deutschland gar nicht. Sie fragen was ich so arbeite. Als ich entgegne ich sei IT-Consultant – ernte ich zuerst unverständiges Kopfschüttel. Ich führe aus, dass ich ganz gut mit C# klarkomme und mich mit den Microsoft-Produkten ganz wohlfühle. Dann fällt der Groschen – wie sie dann das Wort IT-Consultant ausspricht ist sensationell. So kann das niemand in Deutschland, ohne die berühmte Kartoffel – versteht sich!

Als sie dann losfahren winken sie mir beide total süß zu und ich fühle mich echt gut. Das war wieder mal richtig nett, ich mag die Leute hier!

Langsam packe ich meinen Müll zusammen und fahre zum Ausgang des Parks. Innerhalb einiger Sekundenbruchteile entscheide ich mich dann links abzubiegen. Da war ich noch nie, wie fast überall hier… Aus dieser Entscheidung wird eine tolle Rundreise durch Skigebiete, Cedar City, Wälder, Canyons, Schnee, Wälder, Seen – es ist so schön hier!

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An einem echt großen zugefrorenem See halte ich mal an. Dort hat sich jemand mit einem riesigen Handbohrer auf das Eis getraut und ist gerade damit beschäftigt mit dem Fischen zu beginnen, lustige Leute gibt es hier… Ich mache schnell ein paar Fotos mit Teleobjektiv im Gegenlicht und weiter geht die Reise. Die Straße die ich eigentlich nehmen will ist mir meterhohem Schnee bedeckt, an der Abzweigung mehrere Leute mit ungläubigen Gesichtern. So ist das eben, wenn zu viel Schnee liegt muss man eben bis zum Frühjahr warten! Ich nehme also die große Runde über Cedar City. Ein Vorstellung wie diese Stadt aussieht habe ich inzwischen und ich werde nicht enttäuscht! Irgendwie sehen die Städte alle gleich aus. Alle Straßen bilden ein gleichmäßiges Schachbrettmuster. Die Häuser stehen irgendwie verloren in der Gegend herum, vor den meisten Häusern steht ein großer Truck. Ein wirkliches Zentrum, Flair, Fußgängerzone, eben das was für mich eine Stadt ausmacht habe ich hier noch nicht gesehen. Es ist im Grunde genommen strukturell immer noch so wie zu den Gründerzeiten. Es gab mal eine Straße, auf der fuhr eine Postkutsche, die Pferde brauchten Wasser und die Kutscher Wiskey und ein Bett – so entstanden die Städte. Heute haben die Tankstellen die Pferdeställe verdrängt, aber der Rest ist noch ganz ähnlich wie damals. Die Städte die ich heute gesehen habe sind irgendwie immer gleich aufgezogen. Es gibt Motels am Ortsein- und ausgang. Eine oder viele Tankstellen, ein paar Läden, ein wenig Fastfood, das war es dann schon. Drumherum kunterbunt verstreut ein paar Häuser, mal schick gemauert mit allem Schnickschnack, dann wieder einfachste Holzhütten, oder auch mal ein Mobile-Home – ein Haus auf Rädern!

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Als Ingenieur für Elektrische Energietechnik muss ich immer wieder schmunzeln wenn ich sehe wie die Häuser mit elektrischer Energie versorgt werden. Das ist teilweise schon ein wenig abenteuerlich! Aber es geht und die Leute scheinen damit ganz gut zu leben. Es muss nicht immer alles so fein und artig sein wie in Wachtberg oder einer beliebigen anderen deutschen Kleinstadt 🙂

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Zwischendurch muss ich mal tanken, das klappt endlich mal total problemlos, aber der Tankstelle läuft sogar coole Musik. Dann geht es mit einbrechender Dunkelheit zurück nach Escalante zur letzten Nacht im Circle D. Der Weg ist weit aber schön. Die letzte halbe Stunde fahre ich ganz allein auf dem Highway 12. Nichts überholt, niemand kommt mir entgegen, es gibt echt viel Platz hier!

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Ein entspannter schöner Tag!

Hier die Trackanalyse – Interessant ist, dass ich einmal auf 3205 Metern über dem Meeresspiegel war – mit dem Auto!

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Hier das KMZ zum selber gucken – sieht besonders in der 3D-Ansicht cool aus – wenn man es dann noch dreht – richtig Klasse!

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Morgen heißt es dann früh aufstehen, Körperpflege, alles zusammenpacken, Schlüsselabgeben und los – nach Moab? Mal sehen…

Wenn es keinen Internet-Zugang gibt – nicht traurig sein – ich passe auf mich auf und melde mich wieder sobald es möglich ist 🙂

Und zum Schluss noch der Link zur Diashow des Tages.