Die zweite Woche 2011

Das Wochenende war wieder viel zu kurz aber trotzdem schön. Am Samstag wird ausgeschlafen und dann geht es ein wenig zu Fuß am Rhein entlang. Sandra und ich sind überrascht wie viel Wasser der Rhein schon führt. Auf der Rheinuferstraße fehlen ein paar Zentimeter und sie steht unter Wasser. Dennoch parken viele Einkäufer dort ihre Autos. ich frage mich: “Sind die sorglos, dumm oder wissen sie es besser?”

Vielleicht wissen sie es besser, mir macht das jedenfalls Sorgen und so parken wir lieber in einem höher gelegenen Parkhaus – besser ist das – bevor uns das Auto vor der Nase wegschwimmt…

Ich habe meine kleine 99 Euro Hosentaschenkamera dabei (Nikon S3000) und so kann ich ein paar dokumentarische Fotos schießen.

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Hier sieht man wie bedrohlich hoch das Wasser am Fußweg stand. Und die Straße ist ein wenig tiefer gelegen. Ist es eine gute Idee dort sein Auto zu parken?

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Ganz interessant sieht die ewige Baustelle an der Kennedy-Brücke aus.

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In der Stadt finde ich dann einen Laden mit knallig knallig bunt dekorierten Schaufenstern.

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Bei einem von mehreren Experimenten reiße ich die Hosentaschenkamera während ich den Auslöser drücke krass nach oben. Der Wischeffekt sieht cool aus. Mit etwas verstärkten Kontrasten ergibt sich schönes abstraktes Farbenspiel.

Nach Shopping & Kaffee geht es weiter nach Rheinbach. Dort wollen wir uns mit einem Studienkollegen treffen. Es ist so etwas wie unser “Jahrestreffen”. Seit Ende des Studiums trennen uns mehrere hundert Kilometer. Doch die Schwiegermutter wohnt in Rheinbach und die Jungs besuchen über Weihnachten immer mal die Oma. Jahr für Jahr ein guter Zeitpunkt für ein Treffen.

Auf der SD-Karte findet sich noch ein Knipsbild vom Silvesterabend in Puerto de la Cruz auf Teneriffa. Dort wurde eindringlich vor den vielen Polizeikontrollen gewarnt. Also gab es ein “Cerveza Sin Alcohol” – und das war ziemlich furchtbar…

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Aber die Sangria von Karin und Wolfgang war auch nicht besser 🙂

Am Sonntag schreiten dann die die Planungen für die nächste USA-Reise schreiten ein wenig voran. Auf einer Webseite finde ich eine richtig detaillierte topografische Karte für Kalifornien.

Öffnet man diese Karte mit Garmin Mapsource und schaut sich Los Angeles in der höchsten Detailstufe an kriegt als Kleinstädter wie ich einen mittleren Schock… Wer die Karte größer sehen möchte kann sie mit einem Klick öffnen.

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Da tut es richtig gut zu sehen, dass es in Nevada rund um Las Vegas echt viel Patz gibt.

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Na jedenfalls habe ich jetzt alles Kartenmaterial für das Colorado 300 beisammen. Nun brauche ich nur noch ein größere SD-Karte und dann passt auch alles was ich an Kartenmaterial habe drauf.

Am frühen Nachmittag heißt es dann schon wieder die Koffer zu packen. Sandra macht sich im letzten Abendlicht auf den Weg. Während sie den Rhein überquert sieht der Himmel über dem Posttower richtig gut aus.

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Hier ein Handyknipsbild mit dem HTC-Desire HD.

Ok liebe Freunde, es ist jetzt 18h18 – Zeit für die Abreise…

Bloggen auf dem Flug mit GermanWings

Um 7h45 klingelt der Handywecker – über Nacht ist es an das Ladegerät angeschlossen – besser ist das! Mein “altes” Nokia N95 hat auch noch geweckt wenn der Akku praktisch leer war. Es hat sich dann irgendwann abgeschaltet und zur Weckzeit mit der letzten Energie ein wenig Radau geschlagen. In der schönen neuen Android-Welt ist das anders! Geht das Handy in die Knie wird auch nicht geweckt. Das kann im Zweifel echt peinlich werden. Aber wenn man es weiß und ein Steckdose in der Nähe hat 🙂

Wir packen schnell unsere letzten Sachen zusammen, dann das letzte Frühstück bei Caro & Jo. Zwischendurch heißt es “Nur Bares ist Wahres” – ich muss noch 520 Euro für das Essen der letzten 15 Tage bezahlen. Abends vorher habe ich noch Bargeld am Automaten in San Juan de la Rambla abgeholt. Am EC-Automaten bekommt man hier 300 in einem Rutsch – das kostet dann 5€! Also muss ich zweimal Geld abheben. Beim zweiten Mal dann mit der Kreditkarte, mal sehen wie teuer das wird. Aber egal, Jo freut sich über Bargeld, dann muss er nicht zur Bank und ich habe die Pappnase auf – wieder einmal…

Nach dem Frühstück packen wir dann alles ins Auto und fahren auf einen Abstecher bei Karin & Wolfgang vorbei. Kurz “Tschüss” sagen und dann gleich weiter. Ziemlich genau um 11h sind wir am Flughafen Reina Sofia im Süden Teneriffas. Dieser Flughafen wurde nach dem schwersten Flugzeugunglück aller Zeiten in den 70er Jahren in kürzester Zeit aus den Boden gestampft. Am Flughafen Teneriffa Norte verkehren heute im wesentlichen die Flieger die innerhalb der Kanarischen Inseln unterwegs sind. Damals sind dort bei dichtem Nebel zwei vollbetankte Maschinen beim Start zusammen gestoßen – ein Desaster!

Der Flughafen Teneriffa Süd ist inzwischen toll ausgebaut, von einem Provinzflughafen ist keine Spur mehr zu sehen. Wir geben unseren Mietwagen ab, diesmal denke ich auch daran die Schlüssel am Cicar-Büro auf den Tresen zu legen. Beim letzten Besuch im März hatte ich ja erst nach der Sicherheitskontrolle bemerkt, dass ich den Schlüssel noch in der Hosentasche hatte. Heute wäre das tödlich gewesen!

Als wir mit einem holpernden Gepäckwagen am Terminal ankommen sind wir natürlich am falschen Ende. Der Mietwagenparkplatz ist für die eintreffenden Reisenden optimiert! Ok, wir holpern bis zum Schalter 81/82. Dort wird heute der Flug nach Köln eingecheckt. Als wir dort eintrudeln ist schon eine lange Schlange vor uns und der Check-In hat schon begonnen. Prima! Nach einer halben Stunden wird dann aus einer einfachen Schlange eine Doppelschlange. Wir entscheiden uns für den linken Schalter, ein Fehler wie sich später herausstellen wird! Das Paar vor uns wird noch abgefertigt, dann fummelt die Dame am Schalter die Rolle mit den Etiketten für die Koffer aus dem Drucker heraus, packt ihre Sachen und geht. Dass mein Koffer gerade auf der Waage liegt scheint sie nicht zu interessieren. Was soll das? Hinter uns hat sich eine noch längere Schlange gebildet, scheinbar Gäste für einen anderen Flug. Wir stehen nun verloren am Schalter 81 während noch etwa 10 Personen am Schalter 82 warten. Da wir aus dem Land der Egoisten kommen lässt uns auch niemand dazwischen, scheinbar haben sie Angst nicht mit genommen zu werden. Eine wirklich erfreuliche Situation, Sandra kocht vor Wut ich bin genervt.

Hinter uns drängen die Leute nach vorn, wir sind im Weg, wie blöd ist das denn alles! Hätte sie uns nicht einchecken können? Dann macht sie Schalter 86 auf, für uns unerreichbar jenseits der Schlange. German Wings ist scheinbar eine wirklich gut organisierte Fluggesellschaft…

Als wir als vorletztes Pärchen am Schalter einchecken dürfen wiegen unsere beiden Koffer zusammen 38 Kilo – super – wir haben sogar 2 Kilogramm gespart. Ein anderes Pärchen muss nachzahlen, Übergewicht – nicht nur bei den Koffern! Die Dame versucht mir dann auf Kanarischem Englisch zu erklären, dass wir nur einen Koffer mit nehmen dürfen. Ich hole meine Rechnung raus. Da steht “Zusatzleistung 1x 2 Gepäckstücke 16,- €” – bei dieser Airline kostet sogar das Husten extra! Aber sie versteht nicht was da steht. Sie liest nur “1x” und denkt das wäre “1x Gepäck”. Alles Diskutieren hilft nicht, sie telefoniert, will nochmal 16,- € – ok – bevor wir den Flieger verpassen zahle ich auch die. Aber sie will das Geld nicht, es muss na einem Schalter von Spanair oder Air Iberia oder sonst wo gezahlt werden. Inzwischen haben wir noch 20 Minuten bis zum geplanten Start. Wenn ich nun anfange einen Schalter zu suchen wo ich die bescheuerten 16,- € zahlen kann verpassen wir den Flieger. Wir diskutieren, sie telefoniert, ich krame alle Unterlagen  heraus, es ist doch alles bezahlt, sie telefoniert, dann schließlich bekommt sie wohl gesagt, dass sie uns einchecken soll. Dann streikt der Drucker für die Etiketten. Ich kriegen einen Schweißausbruch und bin kurz davor Sympathien für alle Amokläufer dieser Welt zu entwickeln. Einige Minuten vor Boarding Time haben wir dann unsere beiden Gepäckaufkleber – total genervt geht es die Treppe hoch zur Sicherheitskontrolle.

Da ist Hochbetrieb, aber die Kontrollen sind blitzschnell, ich muss keine Schuhe ausziehen und die vielen Kameras und Objektive etc. stören auch nicht. In Düsseldorf hätte sicher wieder jemand eine Feinstaubprobe genommen um auszuschließen, dass ich mit einem Telezoom das Flugzeug in die Luft sprenge…

Nach der Kontrolle dann im Laufschritt zum Gate 2. Das ist natürlich wieder am ganz anderen Ende des Terminals. Als wir dort ankommen sind schon alle weg, schnell die Pässe zeigen und im Laufschritt weiter. Aus den Lautsprechern dann ein Aufruf – “Please receive urgently to gate no. 2” – tun wir ja. Dann sehen wir ein paar Meter weiter vorn das Paar dass so große Angst hatte nicht mehr mit zu kommen – ich denke nur “Die letzten werden die Ersten sein” und freue mich drauf sie am Bus von der Seite anzumachen, dass sie bitte Platz machen sollen, damit wir noch in den Bus passen. Aber so weit kommt es leider nicht, als wir am Bus sind sehen wir ihn nur abfahren – schade. Aber es kommt ein weiterer leerer Bus. Als wir einsteigen sind auch die Mädels da die nach uns am Schalter waren. Eigentlich könnten wir los. Aber es kommen dann doch noch ein paar Leute – sie waren auf dem Klo – besser ist das!

Am Flieger dann Platz 26E und 26F – letzte Reihe rechts – kein Fenster – nur ein enges Loch – Sandra kriegt die Krise – kurz vor der Platzangst und wenn die durch kommt wir sie panisch… Aber der Flieger ist noch komplett ausgebucht und so ist der Platz zwischen uns noch frei – super! Abheben können wir leider nicht, es fehlen noch drei Fluggäste! Nach 10 Minuten treffen sie dann auch ein, es waren die Drei mit dem “Übergewicht”…

Ok, wir starten – alles ist noch halbwegs planmäßig. In der Luft dann das Menü. 6 Euro pro Nase für ein schlabbriges Brötchen und einen Softdrink. Der Flug hat fast für zwei Personen weit über 600 Euro gekostet und es gibt nicht einmal einen Becher Wasser. Das ist der Service einer Billigfluglinie die gar nicht preiswert sondern einfach nur billig ist.  Die Sitze sind super eng bestuhlt ich passe kaum dazwischen und ich bin 183cm “groß” – aber dafür kann man sie in der letzten Reihe nicht nach hinten klappen – einen Ausgleich muss es ja geben. Auch das Entertainment bleibt uns erspart – es ist in diesem Flieger nicht eingebaut – ist eben alles billig hier…

Während wir durch die Gegend fliegen und ich still und leise blogge bildet sich neben mir ein kleiner Stau, wir sitzen in der letzten Reihe direkt neben  der Toilette, super! Ständig werde ich angerempelt und angestoßen. Auch darf ich mir alle Geschichten über Krankheiten und die Vorteile der geschickten Mischung von Tag- und Nachtschichten anhören. Um all das nicht so sehr mitzubekommen setze ich meinen BOSE Quit Comfort auf die Ohren und genieße die Stille. Irgendwann wird mir die Musik langweilig und ich schaue mir auf dem Mac einen Film an den ich schon vor etlichen Woche auf den Mac kopiert habe – Black Dynamite. Der Film ist witzig, es ist ein nicht ganz ernstzunehmender Krimi im Stil der 70er Jahre. Während ich zuschaue denke ich an meine Jugend mit Starsky & Hutch, Rockford, Miami Vice und den vielen anderen US-Amerikanischen TV-Produktionen 🙂

Während Black Dynamite sich durch die Gegend prügelt steht plötzlich eine sehr schlanke etwa 190cm große Frau vor der Toilette. Sie will aber nicht hinein, sie macht Yoga oder etwas ähnliches. Sie steht breitbeinig da und berührt mit den Ellenbogen den Boden. So etwas habe ich ja noch nie gesehen. Dabei wippt sie dann ganz leicht auf und ab. Dann schwingt sie Hüften, dass es eine Freude ist, eine Frau wie aus Gummi. Als sich die Toilettentüre öffnet geht sie dann doch hinein.

Zwischendurch mache ich ein bisschen Quatsch mit der kleinen Handykamera. So vergeht die Zeit dann wie im Flug – wie auch sonst 🙂

Kurz bevor wir landen gibt es dann einen ziemlichen Disput mit drei Flugbegleiterinnen. Sie bestehen darauf, dass ich meinen schallschluckenden Kopfhörer abnehme. Sie erzählen was von Anweisungen und Notausgang, blä blä blä – das übliche eben – ich bin echt sauer und stecke mir zum Protest die kleinen gelben Stöpsel in die Ohren die noch vom letzten USA-Flug in der Kopfhörer-Box auf die erste Benutzung warten. Die Flugbegleiterin mit den ausladenden Erläuterungen zum Thema Schichtwechsel schaut rüber und es sieht aus als würde sie gleich vor Wut platzen – mir ist das egal, wer soll mir das verbieten! So ist die letzte halbe Stunde des Fluges angenehm still…

Nach der Landung dann das Gedränge im Kölner Flughafenbus – die Busse auf Teneriffa sind irgendwie besser, sie sind breiter und habe fast keine “Inneneinrichtung” – alle stehen, aber es ist entspannter. Hier in Köln herrscht ein Gedränge wie in der U-Bahn von Tokyo. Später am Paketband warten wir dann fast 30 Minuten auf unsere Koffer – GermanWings – eine wirklich empfehlenswerte Fluggesellschaft. Der Flug hat über 600 Euro gekostet – zwei Personen – eine Strecke. Beim nächsten Mal buche ich einen Monate eher und dann fliege wir mit Condor oder Air Berlin. Zur Not auch TUI – eben alles – nur nicht GermanWings!

Der A319 aus der letzten Reihe…

 

So sieht es dann aus wenn man im Flieger in der letzten Reihe ein Video auf dem Notebook anschaut und sich alles im Display spiegelt.

 

Als wir endlich unsere Koffer haben müssen wir noch ein Stück zum Taxi laufen. Der Taxifahrer ist supernett und er erzählt uns wie es die letzten Wochen hier in der Kälte so war. Gut, dass wir nicht hier waren 🙂

Daheim wird erst einmal durch gelüftet – dann stellen wir die Heizung an und ordern eine Pizza. Dazu gibt es einen famosen spanischen Rotwein und später Spiderman 3 – man könnte ihn heute bei PRO7 sehen – aber das ist etwas so wie GermanWings – daher krame ich die DVD heraus. Der Ton ist besser, das Bild ist besser – fast wie ein Flug mit Condor 🙂

Ok, Movie-Time…

Silvesterausflug

Sternzeit 18:04-31.12.2010 – Logbuch der Enterprise: Haben heute zwei komische Kreaturen gesichtet die an Silvester nicht feiern sondern, bei für die Jahreszeit unüblichem Sonnenschein, eine ausgedehnte Spazierfahrt unternehmen. Sind uns nicht sicher ob diese Menschen ganz normal sind. Kapitän Kirk Ende.

…sind sie auch nicht 🙂 Denn während sich alle hier auf der Insel auf eine riesige Party vorbereiten, flitzen wir hier einfach nur ein wenig durch die Gegend. Endlich bin ich auch mal am Playa de las Teresitas. In den 70er Jahren hat man dort mit vielen Schiffsladungen mit Sand aus der Sahara einen einige hundert Meter langen Strand angelegt. Bis heute eines der beliebten Postkartenmotive dieser Insel.

Dort angekommen, machen wir ein paar Knipsbilder und fahren weiter am Meer entlang. So wirklich weit kommt man nicht, nach ein paar Kilometern endet die Straße an der Steilküste des Anaga-Gebirges. Aber es ist trotzdem ein schöner kleine Ausflug. Am Ende angekommen kehren wir um und nehmen Kurs auf Taganana am anderen Ende des Anaga-Gebirges. Dort war ich schon des Öfteren und ich freue mich auf eine Ladung Fisch mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln (Pescado con Papas Arugadas) – lecker! Beim Restaurant “Los Roques de Anaga” gibt es dann auch genau das was wir uns wünschen. Brot, Mojo-Sauce, Gambas, Papas Arugadas und zwei Doraden – Wow! Auf dem Essen ist so viel Knoblauch wie wir ihn daheim in einem ganzen Jahr nicht verbrauchen – aber es schmeckt köstlich! Dazu je ein Bier – Cerveza Dorada – wunderbar!

Nach dem Essen geht es dann unter Stöhnen und Ächzen zurück zu unserer Finca. Uns trennen etwa 3000 Meter Höhenunterschied und gefühlte 1.000 Spitzkehren. Ich fahre langsam, sehr langsam! Alles was hinter uns ist lasse ich bei Gelegenheit passieren. Als wir auf der Umgehungsstraße bei La Laguna ankommen sind wir beide froh, dass wir es noch einmal ohne peinlichen Zwischenfall geschafft haben. Dann steht ein Auto am Straßenrand, die Türen offen, daneben ein Mann der sich “konzentriert” über die Leitplanke beugt – was er dort macht wollen wir lieber gar nicht sehen. Luft anhalten, Fenster öffnen und langsam weiterfahren… Sicher geht es heute vielen Menschen auf der Erde so wie uns von zwei Stunden. Aber wahrscheinlich aus komplett anderen Gründen 🙂

Egal, wir schaffen es bis zu unserer kleinen Finca. Sandra nimmt sich erst einmal eine Mütze Schlaf, ich sichte während dessen die fotografische Beute des Tages.

Hier ein paar Beispiele:

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Buntes Treiben am Playa de las Teresitas, einige Schiffe warten draußen auf dem Meer bis sie in den Hafen dürfen um entladen zu werden. Sandra grinst mal für meine Kamera.

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Der Playa von ganz weit oben und die kleine Siedlung nebenan. Farbiges Wohnen auf Kanarisch…

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Der Strand mal unscharf und ein Fensterblick auf den nördlichen Zipfel der Insel.

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Ein kleines “Dreigestirn” und der Roque de Benijo bei dem kleinen Örtchen Las Palmas.

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Einer der Surfer am Strand von Taganana und eine einsame Felsenwohnung mitten in den Felsen des Anaga-Gebirges.

So das war es dann. 2010 ist nun praktische beendet. Jetzt ab unter die Dusche und dann um 22h im Hafen von Puerto de la Cruz mit Wolfgang und Karin zur großen Party treffen – ganze ohne geht es dann ja doch nicht 🙂

Liebe Freunde, ich wünsche Euch allen eine gutes und gesundes Jahr 2011.

Noch einen Tag bis Silvester

Nur noch ein paar Stunden und dann geht es schon wieder zurück in den Schnee. Es ist Donnerstag der 30.12.2010. Nach dem Frühstück liegen wir faul am Pool, trinken Sekt und genießen das Leben. Kurz vor 12h treffen die ersten deutschen Wanderer ein. Einige kennen wir noch von unserer Silvesterwanderung im letzten Jahr. In diesem Jahr sind wir mit 225 Höhenmetern im Vorteil. Und als die verschwitzten Wanderer hier eintreffen bin ich sehr froh, dass wir heute mal nicht wandern müssen 🙂 Wir setzen uns noch ein wenig dazu und gehen dann wieder an den Pool. Später locken uns Salat und Pommes Frites wieder ins Restaurant.

Den Rest des Tages vertrödeln wir dann am Pool bis es um 19h ein schönes Menü gibt. Heute hat Caro typisch Kanarisch gekocht. Als Vorspeise gibt es Grabanzas mit Chorizo – ein Kichererbsen-Eintopf mit der typischen Paprikawurst. Danach dan Kabeljaufilet mit scharfer Sauce, dazu winzig kleine schwarze kanarische Kartoffeln und Salat. Zum Abschluss tauschen wir wieder den Nachtisch gegen zwei Ramazotti. Während Jo den Ramazotti zubereitet, Eis und Zitrone sind obligatorisch (Danke Fabian!), machen wir kleine Witze. “Wir werden Caro und Jo bestimmt als die beiden verrückten Deutschen in Erinnerung bleiben die ständig Ramazotti getrunken haben.” 🙂

Später läuft dann ein Film Steven Segal auf VOX – ich muss innerlich grinsen, so schlecht ist der Film. Dabei muss ich an Fabian denken und die vielen Gespräche über gute und schlechte Filme. “Wie gefiel Dir Slumdog Millionaire?” “Total überschätzt!” “Und was denkst Du über Cocktail?” “Eigentlich gar kein schlechter Film!” – grinst…

Während Steven den Buddhisten gibt gehe ich mal raus und richte meine Nikon D300 samt 20 Jahre altem 55mm Macro-Objektiv nach Norden. Während ich begleitet von Steven Segal ein wenig an meinem BLOG schreibe, macht die D300 alle 31 Sekunden ein Bild mit ISO-200, 30s Belichtungszeit und Blende 4. Insgesamt macht sie das 300 Mal. Das wird also etwa 150 Minuten dauern. Leider sind inzwischen Wolken am Himmel, wahrscheinlich habe ich anschließend 16 GB Datenmüll auf der Festplatte. Aber mal abwarten, vielleicht ist ja auch was nettes dabei 🙂

Update am Morgen:

Die Ausbeute der Sternenfotografie ist so schlecht gar nicht. Hier ein paar Beispiele:

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Beispiel Nr. 1 – Viele ISOs, lange Belichtungszeit, Blende 4, Weitwinkel, Kontrast stark reduziert – Es zogen Wolken vorbei…

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Beispiel Nr. 2: Auf den Polarstern gezielt (Google Skymap auf dem HTC hilft dabei!) Dann 9x 30 Sekunden belichtet mit kurzen Pausen. Alle Bilder im Modus “Aufhellen” übereinander gelegt – Voilá – Kein Bildrauschen und ein paar witzige Sternenbahnen 🙂

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Beispiel Nr. 3: Oben Links liegt Betageuze 4 – nicht mehr als ein interstellarer Sternenhaufen, dennoch gut sichtbar, aber nur wenn man ein Handtuch dabei hat! ISO 800, 10s, Offene Blende, RAW-Modus, Kontrast stark vermindert, so kommen auch die sehr weit entfernten Sonnensysteme mit aufs Bild…

Witzig!

Sandra ist jetzt abmarschbereit – wir beginnen jetzt mit der Gestaltung unseres letzten “Jahrestages”.

Bis später!

Nichts tun in Santa Cruz

Nachdem um 7h30 aufgestanden sind, schauen Jo und Caro um 8h etwas überrascht, als wir schon beim Frühstück auflaufen. Eigentlich gibt es Frühstück ab 9h, wenn es früher sein muss, sollte man es am Vorabend bestellen. Haben wir natürlich nicht. Aber die zwei improvisieren uns in sekundenschnelle dann doch einen leckeren Auftakt für den Tag.

Auf dem Weg zu Wolfgang und Karin quatschen wir im Auto und prompt nehme ich in einem Kreisverkehr die falsche Ausfahrt und schon sind wir wieder auf der Autobahn. Wir fahren dann die nächste Ausfahrt raus, das klappt dann mit einigen Fehlversuchen bei der einen oder anderen Einbahnstraße dann doch ganz gut. Oben angekommen können wir kurz unsere E-Mails checken und dann sausen Sandra und Karin auch schon los zum Ausritt durch die Gebirgswelt von Teneriffa.

Wolfgang hat um 17h einen Zahnarzttermin, also haben wir eher keine Zeit für unsere Wanderung am Teide. Irgendwie habe ich auch keine Lust, das Wetter ist auch nicht so wirklich verheißungsvoll. Also fahren wir nach Santa Cruz de Tenerife. In der Nähe des SATURN suchen wir dann einen Parkplatz, Wolfgang schleust mich auf einen kleine nicht befestigte dreieckige Fläche auf der vielleicht 100 Autos parken. Mitten drin steht ein Typ mit einer neongrünen Warnweste. Er winkt uns weg. Als ich wieder runter vom Parkplatz fahren will sagt Wolfgang, dass der Typ hier gar nicht zu sagen hat und erklärt mir, dass die sich hier einfach so ein Weste überziehen und sich auf einen Parkplatz stellen um dann die ahnungslosen Touristen abzuzocken. Wir parken dann so, dass wir in Deutschland sofort abgeschleppt werden würden. Mit einem echt schlechten Gewissen lasse ich das Auto stehen und gehe mit Wolfgang rüber zum SATURN. Da bin ich überrascht von den vielen Geschäften die es dort außer dem SATURN noch gibt. Ein richtig schickes Einkaufszentrum ist es und voll dazu!

Im SATURN sind die Preise wie bei uns auch. Bei den iPads stehen viele Kinder und spielen Autorennen und andere “Eye-Catcher”. Das iPad 16GB/3G kostet hier 329€ – mit einem Vertrag des Mobilfunkers “Orange” dazu. Ohne Vertrag sind die Preise die gleichen wie bei uns. Bei den Fernsehern usw. ist es genauso. In der Fotoecke steht ein Auswahl von Kameras die vor einem Jahr halbwegs neu waren. Inzwischen gibt es fast überall Nachfolgemodelle. Warum noch eine Nikon D90 kaufen wenn es in Deutschland schon eine Nikon D7000 für das gleiche Geld gibt? Kurzum, das Angebot ist wirklich uninteressant. Zumal man ja alles auch irgendwie nach Hause transportieren müsste.

Als wir zurück zum Auto kommen bin ich wirklich froh, dass es noch dort steht!! Als wir ins Auto einsteigen kommt der Typ dann angehastet um will wahrscheinlich für eine Leistung kassieren die er nicht erbracht hat und für die er auch gar nicht legitimiert ist. Wir fahren schnell weg und ich sehen in fluchend im Rückspiegel die Faust heben. Glück gehabt, am Loro Parque lassen diese Typen einem gern auch mal die Luft aus einem Reifen. Wolfgang kennt sich da bestens aus!

Wir haben Hunger und wollen zu einem Chinesen. Als wir auf der Höhe des Restaurants sind halte ich Ausschau nach einem Parkplatz den es hier nicht gibt, wieder einmal. Hier zu parken geht eigentlich gar nicht. Ein Problem ist, dass es keine Parkuhren gibt. Wer hier parkt der parkt und das beliebig lange! Wir kurven und kurven durch die Gegend, das Chinesische Restaurant ist inzwischen locker 2-3 Kilometer weit weg. Ich kurve durch enge Gassen und habe ständig Angst, dass ich den Mietwagen beschädigen könnte. Wie hoch die Eigenbeteiligung ist weiß ich gar nicht genau, üblicherweise sind es mindestens 1.000 Euro!

Aber es geht alles gut und schließlich finden wir sogar einen total legalen Parkplatz – es geschehen noch Wunder – sogar in Santa Cruz!

Beim Chinesen ist das Essen halbwegs ok. Wir werden jedenfalls satt. Danach wollen wir auf der anderen Straßenseite ein Eis essen, aber der Laden hat geschlossen. Heute ist nicht unser Glückstag. Wir wandern also wieder zum Auto und fahren nach El Sauzal. Dort ist ein schöner Mirador mit einer ganz tollen Open Air Eisdiele. Dort angekommen hat diese natürlich auch geschlossen, ist doch klar, wir haben Mittwoch! Wir fahren also weiter, Wolfgang kommt noch eine Eisdiele in den Sinn die er schon oft im Vorbeifahren gesehen hat. Dort angekommen ist diese dann auch geschlossen. Die Kneipe nebenan hat aber geöffnet und es ist sogar ein Gast dort. Wir fragen nach Eis und siehe da, die beiden Läden gehören zusammen. An einer kleinen mobilen Eis-Theke mit sechs Sorten suchen wir uns dann die Sorten aus die uns halbwegs frisch erscheinen. Der Typ holt sogar noch eine Dose Sprühsahne aus der Kühlung. Sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus, aber es schmeckt nicht wirklich. Entweder ist das einfach ganz komisches Eis oder es ist uralt. So etwas habe ich wirklich noch nie gegessen.

Als wir zurück bei Wolfgang und Karin sind serviert Wolfgang mit dann “richtiges” Schokoladeneis mit Sahne und Schoko-Sauce. Das schmeckt richtig gut und ich habe das Gefühl, dass er es jetzt wirklich braucht um den Glauben an das “Schokoladeneis” nicht zu verlieren. Da klingelt auch schon das Handy, Sandra und Karin sind mit dem Reiten fertig. Wir flitzen runter zum Restaurant in dem sie sich was zum Mittag geordert haben. Da tauschen wir die Autos, ich kriege noch ein Bier, Wolfgang fährt zum Zahnarzt. Dann bringen wir Karin wieder nach Oben und fahren zu unserer Finca in San Juan de la Rambla – was für ein Tag 🙂

Dort angekommen gibt es einen Ramazotti für jeden von uns, den haben wir jetzt echt nötig! Um kurz nach 19h sitzen wir dann erledigt auf dem Sofa. Sandra hat einen schönen Ausritt hinter sich und ich bin heute einfach nur in der Gegend herum gefahren und habe vor verschlossenen Eisdielen gestanden. Das macht doch Mut für den Rest der Tage hier auf Teneriffa.

Do Fr Sa So sind noch übrig. Am So(nntag) geht es dann auch schon wieder heim. Zahnschmerzen habe ich inzwischen auch. Nun ist Sandra halbwegs gesund, da geht es bei mir los. Morgen muss ich mal meinen Kieferchirurgen anrufen und einen Termin erbetteln.

Gute Nacht :-]