Bonn nach Mainz im Zeitraffer

 

Es ist 17h am Donnerstag und ich kann schon ins Wochenende starten. Zuerst geht es vom Büro zum Appartement, umziehen, die sieben Sachen zusammenpacken und dann rauf aufs Motorrad. Über die Route habe ich mir keine großartigen Gedanken gemacht, ich will erst einmal raus aus Mainz und dann vielleicht mal Rhein entlang, aber mal sehen.

Die ersten paar hundert Meter ist noch alles gut. Es ist etwa 17:30 und es sind angenehme 25 °C, vor mir liegen ca. 150 Kilometer Fahrspaß – denke ich – doch es soll noch ganz anders kommen…

Kaum auf der Autobahn ist da ein riesiger Stau weil kurz vor dem Mainzer Tunnel ein Auto liegen geblieben ist. Als das durchgestanden ist will ich weiter bis Bingen auf der Autobahn fahren. Doch dann wieder ein Stau, nicht ganz so groß, aber auch nervig. Ich entschließe mich die Autobahn zu verlassen, doch diese Ausfahrt ist gesperrt. „Meine“ Fahrbahn wird gerade neu asphaltiert. Es zwängen sich vier enge Fahrspuren auf endlosen Kilometern über die gegenüberliegende Seite der Autobahn. Die Zeit vergeht im Zeitraffer. Neben mir stehen dicke LKW und pusten mir den Ruß auf das Visier. Nach einer halben Stunde kann ich die Kupplung kaum noch ziehen, ich stehe jetzt insgesamt schon fast eine Stunde im Stau herum. Dann die Erlösung, es ist ein Auto liegen geblieben, ein Polizist steht daneben und winkt damit die Gaffer weiterfahren und den Stau nicht noch länger machen.

Endlich bin ich an einer Ausfahrt, es ist schon kurz vor Bingen. Also runter von der Autobahn, wer weiß was mich noch erwarten würde. Es geht über die B9 in Richtung Rhein. Bei Bingen muss ich anhalten. Der Gehörschutz, den ich mir kurz vor der Abfahrt noch schnell bei LOUIS für 5,95 Euro gekauft habe, ist schon wieder heraus gerutscht. Diese kleinen Silikon-Dinger sind ja nett, aber erst bekommt man sie in die Ohren nicht hinein und dann fallen sie von allein wieder heraus. Kann das im Sinne des Erfinders sein? Ich muss mal bei Hein Gericke schauen, ob die nicht etwas haben was in meinen Ohren besser funktioniert.

Nachdem die guten alten Ohropax in die Ohren gestopft sind geht es wieder weiter. Als ich um kurz vor 21h daheim ankomme bin ich fix und fertig. Fast vier Stunden hat die Fahrt ins Wochenende gedauert. Kurz lüften, etwa trinken und dann auf dem MacBook mal schauen wie die Video Sequenzen mit der neuen GoPro geworden sind.

Die Verarbeitung dauert ewig lang. Während dessen spiele ich mal ein wenig mit Photo-Booth herum. Das Ergebnis lade einfach mal so wie es ist bei YouTube hoch und verlinke es in einem kurzen Artikel. Als ich das Video dann anschaue sind Bild und Ton in keiner Weise synchron – was ist denn da schon wieder schief gelaufen?

Also alles löschen und ab ins Bett – meine Abonnenten werden sich fragen was das denn wohl ist – aber heute werden sie ja aufgeklärt 🙂

Am nächsten Tag steht eine Motorradtour mit meinem Sohn auf dem Programm, um 14h soll es losgehen. Es ist also noch etwas Zeit um das Video zu schneiden und in den Wartezeiten mal den Staubsauger zu benutzen. Während die Reinigung der Wohnung schnell gute Formen annimmt, geht es mit dem Video nur schleppend voran. Die Datenmengen sind gewaltig. Der Film ist relativ schnell geschnitten, aber der Export ist langwierig. Das kleine MacBook arbeitet zwei Stunden vor sich hin um dann irgendwie abzubrechen, es ist kein Video auf der Festplatte. Ich starte neue und versuche allerhand, bis es schließlich klappt. Das Video hat in guter Qualität bei einer Auflösung von 720p satte 4,43GB !!!

Also eine zweite Version erstellen, doch es ist schon 13h und ich muss langsam los um meinen Sohn abzuholen. Das Video muss also noch warten.

Als ich spät am Abend wieder daheim bin, geht es weiter. In iMovie wähle ich „Exportieren mit Quicktime“ und schraube so lange an den Einstellungen bis letztlich eine etwa 0,45GB große Datei entsteht. 10% der Originalgröße – das ist doch was – aber man sieht auch den Unterschied! Leider kann ich alles andere in diesem Leben wohl nicht mehr bei YouTube abladen 🙂 Also hoch damit.

Am nächsten Morgen ist es dann endlich geschafft – mein neues Video ist online 🙂

Nikon D4 – Die Gerüchteküche brodelt

Im April 2010 hatten wir bei der Verlosung viel Glück und durften gleich am nächsten Tag die Wave besuchen – großartig! Natürlich waren wir dort nicht ganz allein. Aber es sind dennoch eine Reihe schöner Fotos entstanden. Später habe ich dann ein Bild in der Fotocommunity veröffentlicht und aus Spaß darunter geschrieben, dass ich einen Nikon Tester getroffen habe, der in der Wave einen frühen Prototypen der Nikon D4 testet.

Jemand aus der Fotocommunity hat dieses Bild dann im Forum der Fotocommunity gepostet. Das Bild der Wave mit dem vermeintlichen Nikon Tester wurde daraufhin viele hundert Mal aufgerufen. Dort ist der Artikel vom Besuch bei der Wave verlinkt und dieser Post wurde so der mit Abstand meist gelesene Artikel meines gesamten BLOGs.

Heute ist schon fast Pfingsten 2011, das schwere Erdbeben und die nachfolgenden Katastrophen haben auch die Entwicklung der neuen Nikon D4 um Monate zurück geworfen. Die Menschen in Japan haben derzeit auch andere Sorgen als exzentrische Fotoamateure die zu viel Kohle auf dem Bankkonto haben mit neuen Statussymbolen zu versorgen. Wie dem auch sei, ich verfolge die Gerüchteküche immer mal wieder ein wenig, so auch heute.

Heute fand ich dann diese Webseite: http://nikostsatsakis.wordpress.com/2010/11/27/nikon-d4-πρώτη-ματιά

Hier kann man schöne gefälschte Fotos der neuen Nikon D4 sehen (…eigentlich ist es jedoch eine D3x.)

Ganz interessant ist der Text der bei diesen Fotos steht:

ISO 25 – 128000
32 Mpix
Multicam 4000 FX
HD-βίντεο mit 2560 x 1600 Pixeln
Anti Σκόνη & Anti Vibration
Auslieferung ab 01.04.2011 στις ΗΠΑ den und Ιαπωνία
9999 δολάριο ΗΠΑ

Es gibt Neue Auch Objektive:
Nikkor AF-S VR II 2.8/10-24mm – 2899, – US $
Nikkor AF-S VR II 2.8/24-70mm – 3599, – US $

Schaut man sich mein Foto in der fotocommunity an, so findet man interessante Parallelen:

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/egallery/pcat/566682/display/20829810

Hier gibt es folgendes zu lesen:

Die Spezifikation der Kamera klingt erstaulich gut:
ISO 25 – 128000
32 MPix
Multicam 4000 FX
HD-Videos mit 2560 x 1600 Pixeln
Anti Dust & Anti Vibration
Auslieferung ab 01.04.2011 in den USA und Japan
9999 US-Dollar

Es gibt auch neue Objektive:
Nikkor AF-S VR II 2.8/10-24mm – 2899,- US $
Nikkor AF-S VR II 2.8/24-70mm – 3599,- US $

Das ist sie nun, die internationale Gerüchteküche namens „Internet“! So entstehen Mythen, Halbwahrheiten und Spekulationen. Das ist die Schmiere im Web 2.0 Getriebe, das macht die Leute kirre.

Ich selbst versuche mich ein wenig davon zu lösen, es ist eh alles unsinnige Spekulation. Fakt ist, das Erdbeben war verheerend und die Japaner müssen erst einmal wieder auf die Beine kommen bevor sie uns mit Kameras beglücken die wir (Hand aufs Herz) eigentlich alle gar nicht brauchen. Egal welcher Mann mir begegnet während ich eine Kamera dabei habe, sie schielen alle auf das „Firmenschild“. Frauen schauen mir auf den Hintern, Männer auf die Kamera – so ist das eben.

Vor ein paar Tagen habe ich mir eine Nikon D7000 gekauft, eine geniale kleine Kamera die kaum Wünsche offen lässt und praktisch alles kann was man(n) so braucht. Doch macht man damit auch automatisch bessere Fotos? Ich denke eben nicht. Der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera!

98% aller Fotografen zeigen weltweit ihre Fotos in Internetportalen wie flickr oder der fotocommunity in einer Auflösung von vielleicht 1000 Pixel Kantenlänge. Die Masse der Fotografen ist genau damit zufrieden und auch ganz glücklich. Einige wenige lassen ihre Bilder bei einem der vielen Dienstleister drucken. Die Mehrzahl dieser Prints landet auf einem Stück Leinwand und wird auf einen Keilrahmen aufgezogen. Nach einer wirklichen Fotografie sieht das danach nicht mehr aus. Eher so wie wollen und nicht können, wie fotografierte Gemälde.

Hand auf’s Herz, wer ist bereit für einen wirklich gut gemachten Print in edler Rahmung mit Passepartout und hochwertigem entspiegeltem Glas im Format 60×90 cm etwa 400 Euro zu bezahlen? Weltweit bleiben da von vielen Milliarden „Knipsern“ noch einige wenige tausend wirklich ambitionierte Amateure und Fotofans übrig. Mal ehrlich, braucht DIESE Welt eine Nikon D4 mit 32.000.000 Pixeln und allem Schnickschnack, wo doch eine D7000 für 999,- Euro schon alles kann was man braucht?

Na vielleicht braucht sie es eben doch, nicht wegen der Fotos sondern wegen des Alleinstellungsmerkmals.

Mich selbst will ich da gar nicht ausschließen 🙂 Ich habe relativ große Hände und nach F4e, F5, D1x, D2x wäre die D4 genau das was ich mir für die Zukunft auch wünschen würde. Sicher wird sie sündhaft teuer aber sicher auch sehr sehr gut. Oft habe ich schon überlegt ob mir eine D3x satte 7.000 Euro wert ist. Aber bislang lebe ich wirklich sehr gut ohne die D3x. Vom gesparten Geld habe ich mir eine BMW K1200r Sport gekauft. Jedes mal wenn da die 163 Pferde am Hinterreifen reißen macht das glücklich. Vier Räder bewegen den Körper, zwei Räder bewegen die Seele, so ist das eben. Jeder muss selbst wissen wofür er seine Knete ausgibt. Ich habe mich für das Motorrad und gegen die D3x entschieden. Wenn ich überlege, dass ich 2005 für die D2x satte 4.800 Euro bezahlt habe und dass sie heute nur noch etwa 800 Euro wert ist, dann ist das schon krass. Aber das ist ein ganz anderes Thema 🙂

Entwicklerseminar

Es ist Sonntag, das Wochenende war sommerlich warum und Sandra und ich sind wirklich schöne Strecken mit den Motorrädern kreuz und quer durch die Eifel gefahren. Doch nun heißt es Wäsche waschen, Koffer packen und wieder aufbrechen. Sandra ist schon Mittags zur Abreise bereit. Um 13h geht es los nach Hause. Ihr Pferd wartet und es gibt noch so viel zu tun!

Ich selbst habe auch noch so vieles zu erledigen. Ein Brief an das Finanzamt und was noch alles… Um kurz nach 16h bin ich dann endlich startklar. Ich sitze in meiner Dieselrakete und starte den Bi-Turbo. Die Kolben des großen Selbstzünders klappern um die Wette und im Display steht schon wieder einmal „Fehler im Abgassystem“ – ja hört das denn nie auf? Wie oft haben die jetzt den Fehlerspeicher schon ausgelesen und zurück gesetzt? Danach der zweite Piepser „Einparkhilfe Defekt“ – mein Peugeot hat doch erst 95.000 Kilometer gelaufen und nun beginnen schon wieder die vielen kleinen fiesen Fehler? Ich ignoriere alle Meldungen, er war je erst vor ein paar Tagen in der Werkstadt und beim TÜV. Knapp 1.000 Euro hat das gekostet und den „Fehler im Abgassystem“ haben sie angeblich repariert…

Auf der Autobahn gibt es dann neugierige Blicke rüber zu den anderen Autos. Eine ganze Weile konnte ich mich ja schon daran freuen, dass dieses Auto völlig unauffällig seine Dienste versah, aber ist nun ein neues Auto fällig? Mit seinem Vorgänger ging es auch eine Weile gut und dann war er nur noch in der Werkstatt. Der Citroen davor hatte von Anfang an seine Probleme. Über die Jahre habe ich eine Allergie gegenüber Autos entwickelt die immer wieder ein Zipperlein haben und dann von ratlosen Monteuren für viel Geld nicht so repariert werden können wie man es beim Anblick der Rechnungen eigentlich erwarten könnte. Brauche ich ein neues Auto? Hm, ich schalte den Tempomaten ein und gleite mit 140 km/h dahin. Lange geht das nicht gut, vielleicht 1000 Meter weit, dann zieht ein Sonntagsfahrer mit 80 km/h auf die Überholspur – ich bremse – der Tempomat schaltet sich ab – gut so! Als sich der Opa vor dem überholten LKW einfädelt drücke ich das Knöpfchen am Tempomaten um ihn wieder zu aktivieren. Doch es passiert einfach nichts. Ich drücke erneut, wieder nichts, im Display blinkt [ —— km/h ] Was hat er jetzt schon wieder? Tempomat aus, an, aus an, drücken, Reset, an, aus, nix – ahhhh Brauche ich eine neues Auto?? Nach ein paar Kilometern versuche ich es erneut, und siehe da, es klappt perfekt – bis zum nächsten Sonntagsfahrer – bremsen und das war es dann wieder. Ein paar Minuten später klappt es wieder, dann wieder nicht mehr… Was ist denn da wieder los? Ob ich irgendwann doch einen VW fahren muss, weil da einfach alles so funktioniert wie es soll?

Hey Leute – welches Auto fahrt Ihr eigentlich und was nervt Euch da am meisten? Gibt es überhaupt ein Auto über das man sich NICHT ständig ärgern muss? Stimmt es, dass deutsche Autos grundsätzlich besser funktionieren als Autos aus Frankreich? Hier würde mich Eure Meinung wirklich mal interessieren!

Wie dem auch sei, ich komme nach vielen nervtötendem Staus in den späten Abendstunden in Stuttgart Möhringen am Hotel Gloria an. Ich bin trotz allem noch einer der Ersten und bekomme eines der renovierten Zimmer!! An der Rezeption erfahre ich auch, dass einige Kollegen schon da sind und ein paar Meter die Straße hinauf im „Olivenbaum“ auf mich warten. Ein komischer Name für ein Restaurant denke ich noch und dann kommt mir auf der Straße auch schon Roland entgegen! Der Olivenbaum ist wirklich nicht weit weg. Tobias und Hauke sind schon da, Tobias hat dicke weiße Bohnen in Tomatensauce auf dem Teller – das sieht gut aus! Ich ordere das auch – und es ist lecker! Aber, es ist eine Vorspeise! Ich bin eigentlich schon satt, aber egal eine Portion Chevapchichi passt immer noch hinein! Der Abend wird noch lustig, nach und nach trudeln weitere Kollegen ein.

Am Montag geht es nach einem ganz guten Frühstück dann mit der Straßenbahn zum Seminar in Stuttgart Vaihingen. Ein Ticket zu ziehen ist gar nicht so einfach! Auf dem Plan am Automaten muss man schauen bis wohin man fahren möchte. Vaihingen hat die Nummer 230 – das tippt man dann ein. Danach drückt man noch die 1 – keine Ahnung warum, vielleicht weil man EIN Ticket kaufen möchte? Egal, für zwei Euro druckt der Automat ein Ticket! Die Straßenbahn erstaunt uns alle, sie ist UNGLAUBLICH SAUBER! Wir sind im Land der Schwaben! Während viele Amerikaner denken, Deutschland bestünde aus „Bayern und Sachsen“ denken viele Deutsche, dass es nur den „Westen“ und „Dunkeldeutschland“ gibt. Mir wird an diesem Tag klar, dass ich im Baden Württemberg bin und dass dies das Land der Perfektionisten von Mercedes und Porsche ist. Und genauso sieht es hier aus! Alles ist hübsch sauber, keine Obdachlosen auf dem Bahnsteig, keine zerkratzten Scheiben, keine fiesen Graffitis, diese Straßenbahn ist geradezu klinisch rein! So muss es in der Kantine bei Mercedes aussehen… Und das beste, die Leute sind freundlich! Ok, sie sprechen komisch, aber sie können eben alles – außer Hochdeutsch…

Das Seminar ist lang und anstrengend, ein Vortrag reiht sich an den anderen aber die Mittagspause in der Kantine sorgt für ein wenig Abwechslung. Als wir abends mit allen Vorträgen durch sind, geht es zurück zum Bahnhof. Die Straßenbahn kommt noch bevor ich den richtigen Code für das Ticket ermitteln kann, ich steige ohne Ticket ein und bin dann überrascht, dass es in diesen Zügen keine Fahrkartenautomaten gibt. Das im Bonner „Telekom-Express“ anders. So schmierig er auch ist, ein Ticket bekommt man da! Ist hier doch nicht alles perfekt? Wie dem auch sei, mein schlechtes Gewissen ist grenzenlos und ich muss daran denken, dass wir am Wochenende in der Polizeikontrolle unser blödes Reifengutachten nicht dabei hatten. Als wir in Möhringen ankommen bin ich wirklich froh, dass mir eine überaus peinliche Kontrolle der Fahrkarte erspart geblieben ist…

Das großartige Dessert – und ein farblich perfekt abgestimmter Fabian!

Im Hotel geht es gleich in den kleinen netten Biergarten. Ein paar Gläser Bier und ein Abendessen später bin ich dann in meinem Zimmer. Es gibt eine Flasche Wasser – gratis. Das Essen war so gut gewürzt, da ist Wasser nicht verkehrt. Ich lasse die halb volle Flasche neben meinem Bett stehen und schalte das Licht aus. Die Nacht ist stickig und unruhig. Irgendwann drehe ich mich um und erwische mit der Hand die Flasche. Was für eine Getöse, nun sind sicher alle wach. Und der Teppich steht auch unter Wasser… Ich bin viel zu verschlafen und schaffe es nur die Flasche wieder aufzurichten, es ist nichts passiert – hoffentlich…

Am nächsten Morgen ist der Teppich unter den nackten Füßen dann doch unangenehm feucht… Unter der Dusche ist das schnell vergessen…

Frühstück, Straßenbahn, Vorträge, Kantine, Vorträge, Straßenbahn, Bier, Abendessen, Ramazotti, Ramazotti, Ramazotti, Ramazotti, Wasser, rumms alles wieder nass – täglich grüßt das Murmeltier (Groundhog Day)…

Am Mittwoch dann der letzte Tag! Zusammen mit Fabian geht es im Auto durch die verstopften Straßen von Stuttgart. Fehler im Abgassystem, Einparkhilfe defekt – wieder ein „Groundhog Day“…

Nachmittags sind dann alle froh als wir es geschafft haben. Es geht zusammen mit Fabian nach Mainz. Wir wollen schlau sein und die vielen langen ewigen Baustellen umfahren. Also soll es über Heilbronn und die A6 nach Mainz gehen. Das Navi in meiner Dieselrakete funktioniert, kurz vor Heilbronn empfiehlt es eine Stauumfahrung. Wir geben nach und quälen uns hinter einem LKW im Schritttempo bei hochsommerlichen Temperaturen durch eine eigentlich sehr schöne Landschaft. Immer wenn wir die Autobahn sehen können fließt dort alles prima. Ob die Navigon-Programmierer auch mal ein Entwicklerseminar brauchen? Als wir endlich wieder auf der Autobahn sind, dann ein herrlicher Stau, er wird sogar im Radio angesagt als wir schon mitten drin stehen. Fehler im Abgassystem… Während Fabian mit der Müdigkeit kämpft und immer wieder bedrohlich nach vorn nickt, quäle ich mich von einem Stau in den nächsten. Irgendwas läuft falsch, wir haben die Baustellen auf der A8 gegen eine endlose Baustelle auf der A6 getauscht… Als wir in Mainz ankommen setze ich Fabian daheim ab und fahre erst einmal in die Waschanlage in der Nähe. Mein Auto ist voller Blütenstaub und eine Familie offensichtlich ausgewachsener Vögel hat das Dach meines Autos drei Tage lang als Toilette missverstanden. Gut, dass es kein Cabrio ist…

Im Appartement angekommen gibt es eine 5-Minuten Terrine – Spaghetti Bolognese – das Beraterleben kann so schön sein…

Danach dann an den Mac und mal schauen was die USA-Dias noch so hergeben, die seit langem drauf warten in ein Magazin einsortiert zu werden.

Und siehe da, ich finde sogar etwas 🙂

Fuji Velvia 50 & Nikon Coolscan V ED – was für eine tolle Kombination!

Pimmelfechten auf der Autobahn

Es ist Donnerstag, mein letzter Arbeitstag vor dem Urlaub. Der Wecker geht um 6h58 – Fotografen brauchen einen geregelten Tagesablauf! Danach gibt es zum letzten Mal für sehr lange Zeit das beste Frühstück der Welt. Um 8h30 die letzte Massage bei Herrn Birkenstock, dann rüber ins Büro. Dort warten die letzten Fehlermeldungen, dies uns das funktioniert noch nicht so wie es sich die Fachseite wünscht. Aber im großen und ganzen sind sie zufrieden und ich bin von Panik weit entfernt.

Um 14h30 gibt es noch eine Abschiedsrunde bei den Kolleginnen und Kollegen, dann ab zum Auto und los zum Kofferpacken nach Bonn. Bereits in Mainz ist es kalt und ungemütlich, es schneit ein wenig. Auf der Autobahn geht es dementsprechend zäh voran. Auf der Höhe von Bingen dann ein schwarzer Passat Kombi aus Stuttgart hinter mir. Am Steuer ein echt dicker Typ um die 50 mit Glatze und weißem Oberhemd, daneben einer der aussieht wie sein kleiner Azubi. Im Rückspiegel erinnern sie mich an Stan Laurel und Oliver Hardy – Dick & Doof. „Oliver“ fährt so dicht auf, dass ich die Scheinwerfer nicht mehr sehen kann, nur noch seine wirklich breite schwitzige Stirn. Aber wo soll ich hin, überall sind Autos, vor mir, neben mir, da kann man nicht überholen! Außerdem fahren wir fast 100 Km/h und mehr ist laut Lichtzeichenanlage auch gar nicht erlaubt. Dann wird die Autobahn dreispurig, wir dürfen 130 Km/h schnell fahren. Der Typ nervt total, ich gebe Gas. 440 Nm zerren an den Rädern, die Dieselrakete schiebt sich vorwärts, der Passat wird im Rückspiegel kleiner.

Kurz darauf klebt „Oliver“ wieder am Stoßfänger, auch jetzt ist um mich herum alles voll und es setzt auch noch ein LKW zum Überholen an. „Oliver“ fährt links, dann rechts, fuchtelt mit den Händen. Ein Stück weiter hat der LKW sich wieder ganz rechts eingefädelt und „Oliver“ fährt auf die mittlere Spur auf meine Höhe. Als ist es registriere und hinüber schaue, sehe ich „Dick und Doof“ wie sie Faxen machen und sich aufregen weil sie nicht rechts überholen können. Dann kleben sie wieder wie ein Wohnanhänger am Kofferraum. Wäre da eine Anhängerkupplung, ich könnte sie einhaken.

Ein Stück weiter wird es dann dreispurig, die LKWs ziehen nach rechts, ein paar Autos vor mit fahren auf die Mitte. Völlig unvermittelt setzt der Dicke zum Stunt seines Lebens an. Er überholt mich rechts zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen. Als er aus dem toten Winkel in den Spiegeln sichtbar wird schießt mir das Adrenalin in den Kopf, jetzt bloß keine Faxen machen, sonst bringt dieses dumme Schwein uns alle ins Grab. Ich gehe vom Gas und fahre soweit an die Leitplanke wie möglich. Der Typ in dem 3er Coupé neben mir ist starr vor Entsetzen und reißt das Ruder nach rechts. Hinter ihm erschrickt sich ein LKW-Fahrer und sein Lastzug sieht im Rückspiegel aus wie ein Chinesischer Drache zum Sylvesterfest. Alle reagieren devensiv und der Dicke rammt nun fast meinen Vordermann. Lichtupe, Blinker, das volle Programm. Der macht erschrocken Platz und der Typ im 3er Coupé neben mir hat erneut ein panisches P in den Augen. Was für ein Idiot. Auf den nächsten Kilometern krallt sich der Idiot dann das nächste Opfer.

Fabian würde jetzt sagen: „Es gibt Leute die sind do blöd, muss man einfach mal richtig vermöbeln weil die es sonst einfach nicht kapieren.“

Auf meinem Rücksitz liegt noch die neue Nikon P7000. Eigentlich hatte ich auf Sonneschein und verschneite Weinberge bei der Lorelei spekuliert. Doch jetzt kann ich den Idioten ein wenig filmen. So nah dass man das Kennzeichen lesen kann geht es leider nicht, denn nun ist der Opel den er fast weggekegelt hat total aufgebracht und versucht seinerseits dem Speckwanst im Passat zu zeigen, dass er die dickeren Eier hat. Was für ein Pimmelfechten, ob Frauen das auch so machen würden?

Als die Kamera abgeschaltet auf dem Beifahrersitz liegt überhole ich einen Abschleppwagen, darauf ein schwarzer Passat Kombi, gleiches Modell, aber rundherum total ruiniert. Es klebt noch Gras und Matsch an den zerbrochenen Alufelgen. Ich schaue es mir an und bin einfach nur froh dass Stan und Oli uns nicht alle ins Krankenhaus oder sonstwo hin gebracht haben. Viel gebracht hat es nicht, ein paar Kilometer später biegen sie in Richtung Bacharach ab…

So wie hier kann man sich „Oliver“ vorstellen:

Daheim in Bonn ist die Stadt ein einziger Stau und es ist neblich und nasskalt.

Als ich endlich heil daheim bin freue ich mich auf ein kaltes Bier! beim Öffnen der Haustüre dann die große Überraschung, die Maler waren da und ich habe vergessen meine große Drachenpalme aus dem Hausflur zu holen. Das Ding stand den Malern sicher voll im Weg. Da sie noch nicht fertig sind schnappe ich mir den echt großen Topf samt Untersetzer und schleppe ihn ins Wohnzimmer. Irgendwas an meiner Hose ist plötzlich nass, dann kann ich sehen warum. Beim letzten kräftigen Gießen ist bestimmt ein Liter Wasser unten aus dem Topf herausgelaufen und hat sich im Untersetzer gesammelt. Nun ist das Wasser auf meiner Hose und dem Boden im Wohnzimmer – na prima!

Nachdem alles aufgewischt ist, beginnen die Reisevorbereitungen. Auf dem Kopierer liegen noch die falschen Dollars. Ich säble sie mit dem Cutter auseinander und bestücke mein „Falschgeld-Portemonnaie“ mit kopierten 100 Dollar-Noten und ein paar kleinen echten Scheinen. In die Fächer stecke ich eine abgelaufene Kreditkarte und ein paar alte Kundenkarten von Sixt und Europcar. Sieht gar nicht schlecht aus. Im Fall der Fälle wäre bei einem Überfall ein aufgeregter Dieb sicher zufrieden mit dieser Beute. Ich beschließe diese fast wertlose Geldbörse in den Koffer zu packen, man weiß nie wofür sie mal gut sein kann…

Dann werden die ganzen Tickets und Reservierungsunterlagen sortiert. Vom ESTA-Antrag mache ich eine Kopie, schneide die Registrierungsnummer aus und klebe sie ganz hinten in meinen Reisepass. So kann sie nicht verloren gehen und mehr als diese Nummer braucht man eigentlich nicht. Jedenfalls können die Grenzbeamten in den USA damit immer wieder auf mein elektronisches Visum zugreifen.

Dann wird der neue Koffer aus dem Abstellkämmerchen geholt, er ist wirklich größer als mein normaler „Beraterkoffer“ und wiegt zudem fast nichts. Wenn da die erlaubten 23 Kilo drin sind, sollte das für 5 Wochen ok sein. Auf den letzten Reisen haben wir ja gelernt, dass es in fast allen Motels eine Waschmaschine und einen Wäschetrockner gibt. Wir wollen Kleidung für etwa 8-10 Tage einpacken. Das sollte völlig ausreichen. Dazu ein paar warme Sachen die man gut kombinieren kann. Je nach Hitze oder Kälte sollten wir damit gewappnet sein.

Um 19h17 ist dann dieser kleine Artikel fertig. Nun geht es auf die Suche nach allem was ich mir in den letzten Tagen auf meine „Checkliste“ geschrieben habe…

Improvisiertes Shooting

Es ist Mittwoch und in ein paar Tagen geht es in die USA. Also ich ins Büro komme ist Kollegin Steffi schon da. Zwischendurch quatschen wir über Fotos, Portraits, Posen, Schminke usw. In der Kaffeepause geht es zusammen mit Fabian weiter. Wir machen für den Abend ein kleines improvisiertes Shooting aus.

Später bei Steffi ist nicht viel Platz, aber es gibt weiße Wände und sie hat eine dunkle Decke die wir über die Wohnzimmertür hängen können. Ich schraube das famose AF-S 2.8/17-55mm an meine D300 und los geht es. Auf den Blitzschuh wird ein SB-900 gesteckt. Die Posen müssen sich an den Gegebenheiten des kleinen Wohnzimmers orientieren. Ich stelle den Reflektor des Blitzlichts auf ein Äquivalent von 200mm Brennweite, also einen ganz schmalen scharfen Lichtkegel. Schaut Steffi nach rechts drehe ich die Kamera so, dass das Blitzlicht gegen die rechte Wand blitzt. Schaut sie nach links, drehe ich die Kamera um 180° und blitze gegen die andere Wand. Während dessen muss ich immer aufpassen, dass man im Hintergrund nur die dunkle Decke sieht und nicht den Türrahmen oder andere nicht gewollte Details.

Dann gibt es noch ein bisschen Fotoquatsch. Fabian in Steffi albern ein wenig herum, die Bilder sind witzig, aber nur für den privaten Gebrauch geeignet 🙂

Als ich zwei Stunden später die Bilder sichte, kommt Kollege und Nachbar Tobias dazu, Er ist überraschst was man mit einem Kopierstempel so alles anstellen kann. Auch die Möglichkeiten zur Schwarz-Weiß-Umsetzung via Kanalmixer usw. lösen den einen oder anderen AHA-Effekt aus. Fotografieren macht schon Spaß, vor allem wenn man nicht davon leben muss 🙂