Geht doch.

Manchmal muss man im Leben einfach nur hartnäckig genug sein.

Es ist 2:49 und das neue UMTS Modem funktioniert tatsächlich an meinem Notebook – krasse Sache 🙂

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Kurzer Test – schnell was bloggen und dann publizieren – ok klappt – warten – warten – schnarchlahm das Ding!

Mein Fazit – typisch ePlus – kann man im Vergleich zum Produkt von Vodafone ziemlich vergessen – aber wer weiß das nicht längst – dafür ist es auch billiger – weniger kostet eben weniger und ist oft nicht mehr sondern nur die Hälfte…

Jetzt aber ab ins Bett…

Moped fahr’n – Oder: Nasse Füße werden wieder trocken

Was kann es schöneres geben als morgens um kurz vor sechs zärtlich wachgeküsst zu werden? Ein Tag der SO anfängt muss gut werden!

Also Kaffee, Dusche, Klamotten für die Woche zusammenpacken, Lüften, Heizung abstellen, Licht aus, dann dieses Geräusch – in den Schrebergärten gegenüber zwitschern die Vögel – es wird Frühling! Kann man bei diesem Wetter mit mit gutem Gewissen mit dem Auto zur Arbeit fahren? Eigentlich nicht…

Also schnell alles umpacken, Mopedhose an, Stiefel an, Nierengurt, Halstuch, Jacke, Handschuhe schnappen, Helm schnappen, Auto in die Garage, Moped für die Türe, Koffer einpacken, um 6h30 geht es los!

Die Straßen sind noch nass, es hat die Nacht über geregnet. Das Thermometer am Moped zeigt 14,5°C – die beheizten Griffe sind prima 🙂

Ich fahre auf der B9 nach Koblenz. Immer wieder nervt ein schwer übergewichtiger Typ in seinem schwarzen Combi. Im Spiegel sieht er aus wie jemand den seine Frau nicht mehr liebt, den seine Kinder verachten, der das alles weiß und es jeden Morgen mit dem Gaspedal zu kompensieren versucht. Lichthupe, Blinker, dicht auffahren, so ein Idiot. Rechts wird es frei, ich fahre brav rechts rüber und genieße dann den Anblick der kleiner werdenden Scheinwerfer im Rückspiegel – 230 Kilo und 163 PS – das kann er nicht mithalten. Dann vor mir ein Clio, fährt ganz brav 130, ich dahinter, dann kommt wieder der Combi. Der Clio fährt rechts, ich auch und der Combi wird im Rückspiegel wieder kleiner. Irgendwann ist er ganz weg – wo weiß ich nicht – jedenfalls hat er mich nicht umgefahren – besser ist das!

Kurz nach Koblenz trübt es sich ein und es beginnt zu regnen. In Bacharach gießt es wie aus Eimern. Aber da ist diese Aral-Tankstelle. 1999 war ich mit meiner Freundin 14 Tage mit dem Moped in Norditalien. Auf dem Hinweg ging es immer nur den Rhein entlang. Unser erster Zwischenstopp war damals genau an dieser Tankstelle. Seit dieser Zeit halte ich dort gern an, denn es ist fast der halbe Weg nach Mainz. Es gibt ein frisches Brötchen und leckeren Kaffee. Als ich gehe hinterlasse ich eine große Pfütze in der Tanke – das Leben ist hart!

Der Regen hat sich verzogen, es geht weiter geradeaus. Die Lorelei umfahre ich ganz allein, kein Gegenverkehr, nichts. Dann wieder ein Combi, diesmal ein Opel, Silber, der Fahrer könnte der Gleiche sein… Gleiches Spiel, dann kommt die Baustellenampel – ROT – Vor dem ersten Auto ist ne Menge Platz. Die 20 Autos dazwischen wird er niemals überholen können – ich habe wieder meine Ruhe. Moped fahr’n is wie wenze fliechs…

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Bei Bingen geht es auf die Autobahn. Mal richtig Gas geben. Um 4. Gang auf 180, dann den 5. dann den 6. – das Moped schiebt von 180 auf 220 wie mein Auto von 20 auf 60 – das ist einfach nur cool. Doch bevor es mit den Schädel von den Schultern reißt ist da schon wieder ein Speedlimit – 130 – später 100, dann der Tunnel, die gesperrte Ausfahrt, ein kleiner Umweg – ich bin da.

Schnell umziehen und an die Arbeit.

Während ich schlaue Sachen zu programmieren versuche trocknen die Socken neben der Heizung. Die Jacke hängt am Stuhl und die Hose trocknet über dem Besucherstuhl. Ist alles gar kein Problem! Nur mein UMTS-Modem habe ich daheim vergessen. Abends BLOGGEN wird nichts – Schade!

Nach Feierabend wieder umziehen und rauf aufs Moped. Zwei Straßen weiter ist ein ALDI – Hm – Da gab es neulich ein UMTS Modem – fahren wir doch mal hin. Das Modem gibt es noch, sieht gut aus und kostet 49,90 Euro. Dazu ein Starterset für 12 Euro – damit sollte ich ins Internet kommen 🙂 Mit dem Moped geht es am Rhein entlang nach Oppenheim, beim Mac Donalds gibt’s einen Riesenburger mit Kringelfritten. Schmeckt nicht wirklich gut, macht aber satt! Dann weiter am Rheinentlang. Kurz hinter Oppenheim rechts ab und dann kreuz und quer durch die Weinberg, das Leben ist schön und die Füße sind trocken!

burger

Also die Sonne untergeht wird das Moped kurz in der Waschanlage geputzt und dann geht es ab nach “Haus”.

Dann der Versuch das tolle neue UMTS-Modem zum Laufen zu bringen. Die SIM-Karte rein und in den Compi. Treiber werden installiert, dann kann ich das Setup für 64-Bit System starten. Soweit so gut. Nach ein paar Minuten scheint alles fertig zu sein, aber es funktioniert nichts. Da wird kein Netz gefunden – Mist das hatte ich erwartet. Ich ärgere mich still vor mich hin. Der vergessene UMTS-Stöpsel ist von Vodafone, der klappt prima, fast überall, schnell und zuverlässig. Ich ärgere mich über diese “ePlus-Gurke”. Nichts geht, ich versuche es mal am Notebook, da klappt es auch nicht. Plötzlich findet das Notebook das WLAN von neben an. Dann ist es wieder weg, dann wieder da, dann wieder weg… Ich stöpsle mal den WLAN-Stick an den PC. Mit ein wenig herum probieren klappt dann tatsächlich der Connect zum Hotel nebenan per WLAN – wer hätte das gedacht!

umts-stick wahnsinn

Ich google ein wenig nach der Fehlermeldung und es sieht so aus als müsste man die Karte zunächst einmal freischalten. Ist ja witzig, da kauft man sich ein Modem damit man ins Internet kann und bevor man damit ins Internet kann muss man ins Internet um es freizuschalten. Klingt alles total logisch… Aber ich habe ja ein WLAN- Warum eigentlich noch der Stöpsel? Wieder fast 62 Euro verschenkt? Na mal sehen, morgen ist auch noch ein Tag…

Hier ist es jetzt 2:32 und das Bett ruft “Schlaf in mir” – wer könnte da schon wiederstehen – jedenfalls zu dieser Uhrzeit?

Ciao! 🙂

Verbindung nicht möglich – Oder: Dänemark ist überall

Vorgestern findet das automatische Update für mein 32-Bit Vista das Service-Pack 2. Mit leicht mulmigem Gefühl starte ich das Update. Die Festplattenlampe blinkt dann eine Stunde lang munter lustig vor sich hin und der Ventilator des Notebooks vollbringt echte Höchstleistungen. Nach dem Neustart ist dann kein Verbindungsaufbau zum WLAN des Hotels mehr möglich. Prima, so hatte ich mir das vorgestellt – ich bin ausgesperrt. Wieder ein mal! In den USA war es WLAN immer wieder mal tot, aber ich konnte es immer wieder reparieren. Auf der Reise durch Dänemark, Schweden und Norwegen dann das gleich Spiel, mal geht es mal nicht. In Dänemark war auf einem der vom ADAC hochgelobten Campingplätze habe ich versucht mich über eine Webseite in Dänischer Sprache am WLAN anzumelden. “Heilige Scheiße” schoss es mir damals im Minutentakt durch den Kopf. Heute bin ich wieder soweit, nur was ist heute das Problem? Sind irgendwelche Sicherheitseinstellungen vom SP2 verändert worden, hat das Service-Pack die Treiber für die WLAN-Netzwerkkarte aktualisiert oder ist einfach nur der Router des Hotels irgendwie hinüber? Egal, es ist blöd und es macht keinen Spaß! Es ist der letzte Tag und ich kann keine Mails abrufen, nichts geht!

Da muss irgendwer aber nochmal ran – denke ich und schaue meine Bilder des letzten Tages durch.

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Gestern

Und der gestrige Tag war eigentlich gar nicht übel! Das Frühstück war zwar relativ ernüchternd. Verglichen mit der Finca San Juan oder gar dem Quartier 65 – GAR KEIN VERGLEICH! Es scheint hier eine Frühstückszutatenmafia zu geben. Der Käse schmeckt nach nichts, die Salami sieht überall exakt gleich aus und der Rest ist echt übersichtlich. Der frische O-Saft ist aber ganz ok und es gibt frisch gemachten Obstsalat. Die Nachbarn sind irgendwie cleverer drauf, sie kriegen sogar Rührei mit Speck. Ich überlege wie das wohl Auf Spanisch heißt. Irgendwas mit Huevos und Salmón oder so? Egal ich kann es im Internet nachschauen, ach nein – geht ja nicht – Mist…

Nach dem Frühstück geht es in Richtung Los Silos. Das ist ein kleiner netter Ort und ganz anders als der Name es vermuten lässt werden dort keine Silos gebaut oder verkauft. Es stehen auch keine in der Gegend herum. Ich könnte es ja mal im Internet nachschlagen, aber das geht ja nicht – Mist – da muss irgendjemand noch mal ran!!

Irgendwann stehe ich unterhalb von Los Silos am Meer und vor mit ist ein Skelett eines Wales auf zwei großes Stützen montiert. beeindrucken! Die Wolken haben sich verzogen und die Sonne scheint. Ich friemle einen neuen Film in meine urige Hasselblad SWC und versuche mein Glück in der Nähe des Wassers. Die Kamera wird immer wieder mit Meerwasser vollgespritzt. Ist der Sucher trübe ist es Zeit das Objektiv zu putzen. Sucherkameras sind was sehr spezielles. Als der Film dann voll ist geht es mit der D300 weiter. Auch sie ist ständig eingesaut. Gut, dass ich ein sauberes Taschentuch dabei habe.

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Wie hat Ulrikes Papa im Jahr 2003 oder 2004 mal gesagt: Zum Objektive putzen gibt es nichts besseres als ein Taschentuch das schon 100 mal gewaschen wurde. Recht hat er!

Irgendwann ist es so warm, dass ich weiter will. Es geht nach Masca zum Mirador. Dort ist Schatten und es gibt was zu trinken. 7up mit Cerveza – lecker – und jetzt genau richtig. Danach runter in den Ort, es ist noch genau ein Parkplatz freu – ja! Die Palmen und Häuser sind zum Teil noch von den Bränden im Jahr 2006 gezeichnet. Fast alles Palmen sind unten herum pechschwarz, aber oben sind sie alle wieder grün! Irgendwann stehe ich vor der Bar La Terazza oberhalb des Heimatmuseums. Hier hat das Feuer ordentlich gewütet. Aber der lustige Besitzer ist noch da und es gibt noch Zumo naturale mixta – Naranja – Papya und Banan – so verstehe ich das jedenfalls – und es schmeckt wie immer großartig! Zwei Gläser sollen dann zusammen 5 Euro kosten, ein Dumpingpreis! Ich habe gerade 10 Euro in der Hosentasche und er freut sich über das kleine Trinkgeld ganz königlich. So macht das dann auch mir Spaß.

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Es geht weiter zum Mirador de Chirche. Dort sieht der Sonnenuntergang vielleicht besonders gut aus. Am Mirador angekommen steht dort ein leicht verwirrter Tourist. Hm, ist es wieder Montag? Jau, Mist Mist Mist – es ist schon wieder Montag – Montags sind sie nie da – was nun? Kein Thema, 5 Minuten die Straße hoch ist ein schöne Bar mit toller Terrasse. Da ist die Küche schon zu – au Backe – heute ist kein guter Tag. Aber der Kellner kann noch ein Omelette mit Salat und Schinken offerieren. Und das schmeckt sogar ganz gut 🙂 Dazu gibt es nochmal 7up und Cerveza – ich bin im siebten Himmel! Die Sonne läutet so langsam aber sicher das Ende des Tages ein. Es geht hoch zum Pico del Teide. Nach ein paar Kilometern ist die Sicht auf den Pico und das Meer auf der anderen Seite sehr gut. Also schnell parken, was warmes anziehen und ein wenig durch die Lavaasche den Berg hoch kraxeln.

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Der Sonnenuntergang ist einfach göttlich und die Farben etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang könnten bei einem Atomtest nicht intensiver sein. Wow! Ich verknipse einen ganzen Film mit der schrulligen Hasselblad und dann noch ein paar hundert digitale Bilder mit der Nikon D300. Als man fast nichts mehr sehen kann geht es runter zum Auto. Das Licht am fast neuen Opel Astra ist sehr gut und die Fahrt über La Orotava wird auch nicht langweilig zumal ich mir eine CD mit viel Musik im MP3 Format gebrannt habe. Das Radio klingt zwar ziemlich schrottig, aber die Laune ist trotzdem gut.

Im Hotel dann nur noch duschen und gleich ins Bett – was für ein Tag.