Kritisch gesehen – Battleship

Via iTunes gibt es seit kurzem den US-Spielfilm „Battleship“ zum Preis von 4,99 Euro auf dem Apple-TV zu sehen. Fans romantischer Komödien und anspruchsvollen Autorenkinos werden sich hier angewidert abwenden. Wer aber einen Mix aus „Transformers“, „Alarmstufe Rot“ und „Die Hard“ mag, der wird mit diesem Streifen recht gut bedient sein. Natürlich darf eine große Tüte Popkorn nicht fehlen wenn Außerirdische die Erde angreifen und die besten Helden der US-Navy die seit vielen Jahren nur noch als Museum dienende USS-Missouri mal eben schnell wieder flott machen um damit final die Welt zu retten.

Dieses alte Schlachtschiff wurde bereits 1944 in Gang gesetzt und zuletzt 1991 im Golf-Krieg eingesetzt. Auf dem Weg zur „letzten Ruhestätte“ bei Hawaii wurden im Jahr 1992 dort noch einige Szenen des Actionstreifens „Alarmstufe Rot“ mit Steven Segal gedreht. Unvergessen sein Spruch „Ich bin hier nur der Koch!“

Seit 1999 wird die USS-Missouri als Museum genutzt. Fahrbereit ist es ganz sicher nicht mehr, aber das schien die Drehbuchautoren dieses kruden Action-Streifens nicht weiter zu stören und damit es so richtig schön patriotisch wird, gibt es eine Horde von Kriegsveteranen die dieses historische Monstrum mal eben schnell wieder auf Trab bringen. Ok ok, schließlich gilt es die Welt vor den bösen Aliens zu retten. Sehr cool der Spruch eines alten Veteranen zur „Quoten-Soldatin“: „Na Schätzchen, bist Du bereit mit den großen Jungs zu spielen?“

Diese Quoten-Soldatin wird übrigens von Pop-Sternchen Rihanna verkörpert!

Das alles ist herrlich flacher Action-Humor den die großen Jungs im Kino so sehr lieben. Einfach zwei Stunden lang das Hirn abschalten, in der Popkorn-Tüte rascheln und an der Bierflasche nuckeln. Zwischendurch ein „Boah eh“ ausstoßen wie es nur beim Sylvester-Feuerwerk lauter zu hören ist. Irgendwie muss man für solche Filme geboren sein oder einen leichten genetisch bedingten Defekt mitbringen. Aber wenn man dieses Genre mag, dann ist man mit „Battleship“ sehr gut bedient.

Nach dem Nachspann gibt es auch noch ein kleines nettes „überaschendes Ende“. Wie hat Steven Spielberg mal gesagt: „Ein Gruselfilm ist nur dann gut, wenn der Grusel nach dem Film mit nach Hause geht!“ bei „Battleship“ haben sich die Drehbuchautoren ein nettes und unerwartetes Bonbon für all die tapferen „Kino-Sitzenbleiber“ ausgedacht, sehr schön wie hier der „Grusel mit nach Hause geht“!

Die Redaktion von Filmstarts.de hat diesem Streifen 3 von 5 Sternen gegeben. Ich denke, dass diese Wertung dem Streifen nicht gerecht wird. Wer dieses Genre mag, dem wird der Film 5 Sterne wert sein. Wer es nicht mag, der wird eher einen oder gar keinen Stern vergeben. Es ist einer dieser Streifen die auf den Geschmack von Teenager und solchen die es immer bleiben werden zugeschnitten sind. Das gab es bei „Independence Day“ und anderen Streifen in ähnlich starker Ausprägung bereits oft zu sehen.

Die Klasse von „District 9“ erreicht „Battleship“ bei weitem nicht. Aber darum geht es auch gar nicht, schließlich hat hier wie bereits bei Transformers 1,2 und 3 der Spielzeughersteller HASBRO kräftig mitgemischt. Es geht darum den Kids den Kauf neuer Spielzeuge einzuimpfen und die HASBRO Produkte in buntem hippem Kino-Licht erstrahlen zu lassen.

Dass Stars wie Liam Neeson eine kleine Nebenrolle übernehmen rettet den Streifen darüber hinaus nicht wirklich. Ein amüsantes Action-Feuerwerk für große Jungs bleibt es hingegen dennoch!

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3 thoughts on “Kritisch gesehen – Battleship

  1. Ich hab den Film gesehen und kann Dir zu Deinen Ausführungen nur beipflichten. Ich bin eher kein wirklicher Fan solcher Filme, aber hie und da mal – warum nicht. Ist eben Unterhaltung, ohne dass man viel das Gehirn einschalten muss. 🙂 Thema nichts Neues, Schauspieler naja, aber fürs Auge, was die Tricks betrifft, bekommt man einiges geboten. Meine Bewertung würde auch so drei Sterne betragen, wobei das eben „meine‘ Wertung wäre, weil ich eben eher kein wahrer Fan dieses Genres bin.
    LG Gabi

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  2. In einer Folge der „Simpsons“ sieht man ein Kinoplakat zum fiktiven Blockbuster „Transformers Of The Caribbean“. So ungefähr kann man „Battleship“ auch bezeichnen. Ich habe mir den im Kino angesehen – herrlich peinlich, von den Dialogen über die Idee „Schiffe versenken“ zu verfilmen bis hin zu logischen Brüchen (mal ist da eine Energiekuppel, dann wieder keine, mal ist weit und breit kein Festland, dann wieder in direkter Umgebung…) und Lücken in denen gleich mehrere Schlachtschiffe Platz finden. Effektmäßig macht der Film einiges her, Explosionen in Zeitlupe bei denen dann die Szene mehrmals vor und zurückgespult wird um die durch die Gegend fliegenden Matrosen dann gleich mehrmals durch den Bildausschnitt zu bewegen – das hat was, habe ich vorher nie gesehen. Videospiel- bzw. Musikvideoästhetik dermaßen überrepräsentiert in einem Film, alle Achtung. Im Kino ein tolles Feuerwerk, weiss nicht ob ich mir den überhaupt zuhause ansehen würde, wenn kein beeindruckendes Heimkino verfügbar wäre.

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