Luftaufnahmen einfach selbst erstellen

Welcher engagierte Video-Amateuer hat nicht schon einmal davon geträumt Aufnahmen aus der Luft zu machen? Bislang wawr dies nur mit wirklich teuren Modellhubschraubern möglich, die in der Lage waren eine „richtige“ Kamera zu tragen. Mit dem Erscheinen der ersten GoPro-Kameras wurden die Anforderungen an die Tragfähigkeit des „Luftfahrzeugs“ geringer, aber es war dennoch ein komplexes und exklusives Vergnügen. Mit der AR.DRONE 2.0 ist nun in deutschen Geschäften via Saturn und Mediamarkt zum Preis von etwa 300 Euro eine kleine Drohne erhältlich, die über ein iPad oder ein iPhone bzw. einen iPod Touch der neueren Generation gesteuert werden kann. Der absolute Clou bei der Geschichte ist, dass man während der Steuerung bspw. via iPad sehen kann was die Kamera der Drohne gerade aufzeichnet. Das ist wirklich ziemlich cool!

Der Hersteller der AR.DRONE ist www.parrot.com

Aber man sollte es nicht übertreiben, sonst muss wie in diesem Video gezeigt irgendwann einmal die Feuerwehr ausrücken um eine dieser Drohnen zu „retten“.  Und das könnte ggfs. nicht so glimpflich ausgehen wie bei diesen netten Feuerwehrleuten in Las Vegas!

Hier habe ich ein sehr professionell produziertes Video von Chase Jarvis für Euch. Schaut Euch am Schluß mal an wie sie hier den Flug über die „U-Bahntreppe“ realisiert haben! Da hing eine Nikon D7000 unter einem 2.0000$ Hubschrauber! Das geht inzwischen viel einfacher und presiwerter!

Ganz spannend sind auch die Flugaufnahmen in diesem Video:

Wer jetzt angefixt ist und sich das Ding kaufen geht, der schreibt mir bitte eine E-Mail und schickt mir einen Link zu seinen ersten Videos 🙂

Schweiz 2012 – Sandras Geschichte

Unsere Reise in die Schweiz liegt nun schon wieder ein paar Tage zurück. Während ich abends meine „Bilder des Tages“ gesichtet und einen ausführlichen Artikel für diesen BLOG geschrieben habe, hat es Sandra ruhiger angehen lassen. Sie hat die Erlebnisse aller Tage in einem großen Artikel zusammen gefasst. Wer gern ihre Geschichte lesen möchte, der findet sie hier oder klickt einfach auf das „Vorschaubild“. ich wünsche Euch viel Spaß bei der Lektüre 🙂

Nikon D800E – Das perfekte Weitwinkel

Während der kommenden Wochen werde ich einige Objektive an der D800E genauer unter die Lupe nehmen. Hier eine kleine Auswahl der Objektive die ich Euch vorstellen werde.

Objektivauswahl - Nikon D800E - Lens Suggestions

Wer sich für den Kauf der Nikon D800E entscheidet ist in der Regel in der Landschaftfotografie unterwegs, denn dort ist die Gefahr unerwünschter Moiré-Effekte verschwindend gering und hier kann die D800E ihre Stärken voll ausspielen. So sehr wie die Tierfotografie mit langen Teleobjektiven verbunden ist, gehört zur Landschaftsfotografie das Weitwinkelobjektiv. Doch gerade Weitwinkelobjektive sind im digitalen Zeitalter gar nicht so einfach zu konstruieren. Das Problem sind die Randbereiche der Chips. Fallen die Lichtstrahlen dort schräg ein, so ist dies mit unerwünschten Farbsäumen verbunden, außerdem leidet an den Rändern meist die Abbildungsqualität.

Heute möchte ich Euch drei Weitwinkelobjektive für die D800E vorstellen die preislich in sehr unterschiedlichen Regionen angeordnet sind und alle ihre Stärken und Schwächen haben.

Der Kandidat Nr. 1 ist das Nikon AF-S VR 4/16-35mm. Dieses Objektiv besticht durch seine sehr gute Abbildungsleistung und den sehr gut funktionierenden VR. Damit sind unverwackelte scharfe Bilder aus der Hand bis zu 1/60s an der D800E sehr gut realisierbar. Falls möglich sollte man jedoch den VR abschalten und ein Stativ verwenden. Das Objektiv ist dann in der Regel besser zentriert und die Abbildungsqualität über das gesamte Bild hinweg homogener. Dieses Objektiv ist für etwa 1.000 Euro im Fachhandel erhältlich. Das Filtergewinde hat einen Durchmesser von 77mm, damit kann man relativ preiswerte Polfilter usw. an diesem Objektiv verwenden. In Verbindung mit Adapterringen passen diese Filter an praktisch allen kleineren Objektiven.

Nikon D800E - Nikon AF-S VR 4/16-35mm

Kandidat Nr. 2 ist das Nikon AiS 4/18mm. Ein Objektiv aus der Ära der Nikon F3. Auf dem Gebrauchtmarkt bekommt man sehr gut erhaltene Exemplare zwischen 200 und 300 Euro. Verglichen mit dem AF-S VR 16-35mm ist es also fast ein Schnäppchen. Allerdings ist das 86mm Filtergewinde wirklich unüblich und Filter in dieser Größe sind schwer zu bekommen und außerdem extrem teuer. Dafür ist das Objektiv sehr leicht und kompakt.

Nikon D800E mit Nikon AiS 4/18mm

Kandidat Nr. 3 ist das SAMYANG 2.8/15mm Weitwinkel, das auch von Foto Walser und anderen Händlern unter verschiedenen Labels vertrieben wird. Das SAMYANG gibt es mit und ohne CPU, der Preis liegt je nach Ausführung etwa zwischen 280 und 330 Euro. Das SAMYANG hat gar kein Filtergewinde. Wie beim Nikon 14-24mm scheidet die Nutzung von Polfiltern usw. damit leider aus. Aber das Ding ist klein und leicht und ermöglicht mit 15mm Brennweite einen fantastischen weiten Blickwinkel.

Nikon D800E mit SAMYANG 2.8/15mm

Schauen wir uns drei Testbilder im Vergleich an, die ich eben bei Blende 8 und ISO 100 aufgenommen habe.

Testbild - Example Picture - Nikon D800E - Nikon AF-S VR 4/16-35mm
Nikon AF-S VR 4/16-35mm – Anklicken für Originalgröße
Nikon AiS 4/18mm – Anklicken für Originalgröße
Testbild - Example Picture - Nikon D800E - SAMYANG 2.8/15mm
SAMYANG 2.8/15mm – Anklicken für Originalgröße

Hier nun einige Ausschnitte im direkten Vergleich. Beginnen wir mit der Bildmitte.

Nikon D800E - Wideangle Comparison - Weiwinkel Vergleich - Center Sharpness

Hier sehen wir, dass das SAMYANG bedingt durch die kürzere Brennweite alles etwas kleiner abbildet. Verglichen mit den beiden Nikon Objektiven ist ein deutlicher Unterschied in der Schärfe erkennbar. Das alte AiS 18mm schlägt sich recht gut, die Abbildungsqualität in der Bildmitte ist durchaus mit der des teuren neuen AF-S VR 4/16-35mm vergleichbar.

Schauen wir uns nun die kritischen Bildränder an.

Beispielbild - Example Picture - Nikon D800E - Edge Sharpness - Wideangle Comparison

Hier sehen wir, dass das Nikon AiS 4/18mm trotz Blende 8 an den Bildrändern deutlich abfällt. Das neue AF-S Zoom ist bis in die Bildecken sehr scharf. Das SAMYANG zeigt an den Bildrändern ebenfalls einen sehr deutlichen Schärfeverlust. Hier habe ich einen Ausschnitt gewählt, der mit unseren beiden anderen Testkandidaten übereinstimmt. Hier ist das SAMYANG noch wirklich gut. An den äußersten Bildrändern zeigt es eine deutlich verringerte Auflösung, ganz ähnlich wie das Nikon AiS 4/18mm.

Fazit

Das neue schwere und teure Zoomobjektiv schlägt sich im Vergleich zu den beiden Festbrennweiten sehr gut und liefert in diesem Test bei Blende 8 die beste Auflösung. Der Randabfall ist gering, doch das Objektiv ist auch groß, schwer und teuer. Allerdings ist das 77er Filtergewinde überaus praktisch. Wer es sich leisten kann und bereit ist das schwere Ding zu schleppen, dem würde ich dieses Objektiv uneingeschränkt empfehlen.

Das kompakte kleine Nikon ist in der Bildmitte ebenfalls sehr gut, doch der Schärfeabfall ist zum Rand hin deutlich sichtbar. Das Objektiv verzeichnet sichtbar weniger stark als das SAMYANG. Auch ist die Verzeichnung beim SAMYANG etwas wellenförmig und kann mit Photoshop oder ähnlichen Programmen nur sehr schwer korrigiert werden. Ist beim SAMYANG der Horizont nicht in der Bildmitte, so ist er krumm wie eine Banane und es ist schwierig dies zu korrigieren.

Die Verzeichnung ist beim AiS 4/18mm gleichmäßig und sichtbar geringer, auch kann sie mit Photoshop sehr einfach entfernt werden.

Wenn das Geld nicht für das 16-35 reicht, ist die Entscheidung nicht ganz einfach. Hier helfen nur weitere Tests. Diese drei Testbilder sagen beispielsweise noch gar nichts über die Gegenlichtempfindlichkeit oder Vignettierungen oder die Bildqualität bei offener Blende aus. Aber das werde ich beizeiten nachliefern.

Auf euer Feedback und Eure Wünsche für weitere Testaufnahmen bin ich sehr gespannt. Schickt mir eine E-Mail wenn Ihr Fragen habt.

Nikon D800E – Fotografieren mit AF-D 2.8/10,5mm

Wer vom DX-Format auf Nikon Kameras wie D600, D700 oder gar die D800 umsteigt hat vielleicht noch das eine oder andere DX Objektiv im Schrank stehen. Im Rahmen meines Unboxings zur neuen Nikon D800E habe ich Euch bereits das kleine 10,5mm  Fisheye gezeigt. Dieses Objektiv ist klein und leicht und lädt dazu ein es einfach mal in die Hosentasche zu stecken. Aber wie schlägt es sich an der Nikon D800E?

Hier habe ich ein Beispielbild, dass ich vor einigen Tagen in der Nähe von Bell in der Eifel aufgenommen habe.

Beginnen wir mit dem unbearbeiteten Original. Man sieht ganz deutlich, dass dieses Objektiv nicht für Kameras wie die D800 konstruiert wurde. Es leuchtet nur etwa die Hälfte des Bildkreises dieser „Vollformat-Kamera“ aus. Die Ränder sind nicht nur leicht abgedunkelt, nein sie sind sogar richtig schwarz. Das ist nicht bei allen DX-Objetkiven der Fall. Beispielswiese das Tokina AT-X Pro 4/12-24mm kann man bis zu einer Brennweite von etwa 20mm noch an einer D800 verwenden. Allerdings ist die Randunschärfe dabei relativ stark ausgeprägt. Aber Nikon hat in die D800E einen extrem hochauflösenden Chip eingebaut. Schauen wir doch mal welche Reserven dieser Chip für den Beschnitt des Bildes bietet.

Nikon D800E - Nikkor AF-D 2.8/10.5mm G
Anklicken um das Bild in der 1000er Auflösung anzuschauen

Das große Original habe ich hier im JPG-Format für Euch abgelegt.

Nikon D800E - Nikkor AF-D 2.8/10.5mm G - DX-Crop
Anklicken um das Bild in der 1000er Auflösung anzuschauen

Hier findet Ihr das beschnittene Original im JPG-Format.

Schaut man sich die beschnittene Fassung des Bildes an, so sind noch etwa 12 Megapixel übrig geblieben. Das ist nur etwa ein Drittel der ursprünglichen Größe. Aber das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen. Für einen Print in 60×90 cm würde die Qualität noch ausreichen. Hätte ich beim Beschnitt das Seitenverhältnis beibehalten, so könnte man das Ergebnis mit einem Bild aus der Nikon D7000 sehr wahrscheinlich nicht unterscheiden.

Fazit

Auch wenn die Gesamt-Auflösung durch den notwendigen Beschnitt des Bildes stark leidet, so bleibt doch immer noch eine Bilddatei übrig mit der sich allerhand anfangen lässt. Man kann also auch mit den kleinen leichten DX Objektiven an der D800 oder D800E fotografieren. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass bei Verwendung dieses Objektivs das Sucherbild genauso abgeschattet wird wie man es im ersten Bild sieht. Was man im Sucher zu sehen bekommt ist etwa der Bildinhalt des Suchers einer normalen DX Kamera. Ganz ehrlich, wer hätte etwas anderes erwartet?

 

Motive erarbeiten – Pico del Teide

Pico del Teide mit Nikon D300

„Alles ist schon einmal fotografiert worden, aber nicht von jedem!“ Diesen Spruch kennt jeder Fotograf und es liegt viel Wahrheit darin. Viele Menschen fotografieren im Urlaub all das was die anderen Urlauber auch fotografieren. Auf der ganzen Welt gibt es Aussichtspunkte an mitunter wirklich schönen exponierten Plätzen und täglich halten dort tausende fotobegeisterte Touristen und machen eigentlich alle das gleiche Foto. Als ich im letzten Jahr Allan Vasenius in der „Ranger-Bude“ zwischen Page und Kanab kennen lernen durfte, haben wir einen ganzen Tag zusammen verbracht und haben uns lange und intensiv über Bildgestaltung und Fotografie unterhalten. Damals hat es mich gewundert, dass Alan für mehrere Wochen unterwegs war und kein Notebook dabei hatte. Alles was er hatte waren zwei 64GB Speicherkarten, ein Stativ und eine Nikon D3 mit AF-S 2.8/14-24, AF-S 2.8/24-70 sowie ein AF-S VR 2.8/70-200. Eine Kamera drei Objektive zwei Speicherkarten, fertig!

Alan sagte mir damals den Satz „I don’t need to take pictures just to show I was there!“. Dieser Satz ging mir lange Zeit im Kopf herum. Er musste keine Fotos machen um zu zeigen, dass er irgendwo war. Das unterscheidet ihn und seine Bilder von 99,9% der Fotos die tagtäglich von Touristen in aller Welt geknipst werden.

Aber wenn man seine Bilder nicht als „Trophäe“ versteht, was ist es dann? In unseren Gesprächen hat Alan erzählt, dass er viel im Internet recherchiert, topografische Karten studiert und sich auch mal auf Webseiten der NASA den Stand des Mondes an einer GPS-Koordinate an einem definierten Tag zur Abendzeit ausrechnen lässt. Für jedes Motiv überlegt und plant er, manchmal dauert es Tage oder gar Monate und Jahre bis sich eine seiner Bildideen realisieren lässt.

Doch nicht jeder Fotofan hat die Zeit und die Mittel sich so intensiv mit einzelnen Motiven zu beschäftigen. Will man dennoch mehr als ein Foto aufnehmen, das „nur beweist, dass man dort war“ so helfen nur gute Planung und möglichst genaue Kenntnisse der Örtlichkeiten.

Am Beispiel einiger Bilder des höchsten Berg Spaniens möchte ich Euch beschreiben was ich meine.

Als ich im Jahr 2003 das erste Mal zu Besuch auf Teneriffa war, hatte ich lediglich eine kleine APS Kamera und einige wenige APS-Filme dabei. Teneriffa, was sollte das schon sein, eine Urlaubsinsel für Rentner die preiswerte Pauschalreisen lieben. Meine Erwartungen waren nicht sehr hoch und eine Form der Vorbereitung gab es nicht. Umso mehr habe ich damals gestaunt, dass es auf dieser Insel den höchsten Berg Spaniens gibt, den Pico del Teide. Einen majestätischen annähernd 4.000 hohen Vulkan der die Silhouette der Insel prägt und dominiert.

Dieser Vulkan begeistert mich bis heute. Und so oft ich ihn inzwischen auch fotografiert habe, das eine ultimative Foto habe ich vielleicht noch immer noch nicht hin bekommen.

Aber schauen wir mal…

Fährt man mit einem Auto oder dem Bus hoch in die Canadas del Teide, so bieten sich Perspektiven wie diese hier.

Im letzten Abendlicht aus der gegenüberliegenden Himmelsrichtung zeigt sich dieses Motiv schon wieder ganz anders.

Welches Bild ist das „Richtige“? Sollte man vielleicht weiter weg sein und es mal in Schwarz-Weiss versuchen?

Oder mal einige Stunden vor Sonnenaufgang mit langen Belichtungszeiten?

Oder mitten in der Nacht?

Oder doch lieber früh am Morgen?

Oder sollte man für das perfekte Foto auf einen anderen Berg steigen und warten bis Nebelschwaden herein ziehen?

Oder bietet sich die perfekte Perspektive von der anderen Seite der Insel 30 Sekunden vor Sonnenuntergang?

Welches Foto ist nun das „Richtige“? Eine Frage auf die es keine eindeutige Antwort gibt. Fast jedes Motiv hat viele Seiten und sieht in unterschiedlichem Licht doch immer wieder anders aus. Ich denke das ist auch der Motor für viele Aktfotografen. Eine nackte Frau oder einen nackten Mann hat jeder schon einmal gesehen. Dennoch werden sie immer wieder fotografiert. Warum, weil sie immer wieder unterschiedlich sind und mit nur einem Bild einfach nicht „zu fassen“ sind.

Letztlich ist jede Fotografie nur eine Momentaufnahme und wenn sie mehr sein soll als nur ein Beweisfoto, so braucht man eine Bildidee und man muss sein Bild planen. Das „einzige ultimative“ Foto wird man damit sehr wahrscheinlich trotzdem nicht schießen. Aber vielleicht einige Fotos die sich aus der Masse der Beweisfotos herausheben und damit doch einzigartig und gut sind.

Auch verändern sich im Laufe der Jahre Wahrnehmung und Sichtweise und manch ein Fotograf wird erst nach Jahren erkennen welches seiner verschiedenen Bilder ein und desselben Motivs bei den Betrachtern die stärksten Emotionen weckt und somit vielleicht doch noch das „ultimative Foto“ geschossen haben. Es lohnt sich „an einem Motiv zu arbeiten“. Legt man letztlich so verschiedene Fotos wie die hier gezeigten Bilder nebeneinander, so kann man viel über Bildgestaltung, Jahreszeiten, Tageszeiten, das Licht und sich selbst lernen. Und damit ist man gut gewappnet für neue Bildideen, neue Motive und schießt vielleicht irgendwann doch noch das „eine perfekte Foto“!