Nikon D7000 – Leichtes Gepäck für schöne Wanderungen

Tag 13 – Wandern im Teno-Gebirge

Als der Wecker klingelt ist es für mich eigentlich noch viel zu früh, aber es hilft ja nicht. Duschen, anziehen, frühstücken, Fotorucksack AUSPACKEN und los geht es. Um 9h50 treffen wir uns mit Wolfgang in San Juan de la Rambla. In meinem Fotorucksack ist die D7000 mit  Batteriegriff und dem neuen AF-S VR 16-85mm. Außerdem habe ich nur noch das neue AF-S 2.8/40mm Macro dabei. Es ist „knackscharf“ und vielleicht kann ich es für ein paar Details einsetzen. Ansonsten ist nur etwas zu Essen und zu trinken dabei. Ach ja, mein kleines Manfrotto Carbon-Stativ und zwei Wanderstöcke habe ich noch eingepackt.

Später am Abend werde ich bemerken, dass ich das Macro-Objektiv wieder einmal nicht benutzt habe. Auch das Stativ wird während der Wanderung im Auto bleiben, die Wanderer sind einfach immer so zügig unterwegs, da ist einfach keine Zeit für ausgiebige Kameraschwenks oder HDR Bilder. Sie wollen wandern und ich will fotografieren, eigentlich passt das nicht zusammen. Letztlich laufe ich weit abgeschlagen der Gruppe hinterher und habe trotzdem kaum Zeit mal ein Bild in Ruhe zu komponieren. Alles wird nur schnell aus dem Handgelenk geknipst. Aber, nach der Wanderung kenne ich wieder einen mir bislang unbekannten wirklich schönen Teil der Insel und das ist für spätere Reisen auch etwas wert 🙂

Wie dem auch sei, Sandra und ich sind pünktlich am Treffpunkt und Wolfgang kommt eine Minute später auch schon angefahren. Ich steige bei Wolfgang ein, Sandra klettert auf den Fahrersitz unseres Mietwagens und los geht die Fahrt. Sandra fährt in Richtung La Orotava, es steht mal wieder ein Ausritt durch die Kanarische Bergwelt auf dem Programm.

Wolfgang und ich treffen uns etwas später in Teno Alto mit den anderen Wanderern. Sie sind fast alle pünktlich. Heute hat der Wanderboss Heinz sogar die Route vorbereitet. Ein anderer Wander-Chef ist diese Route vor einigen Tagen abgelaufen und hat sie mit einem GPS aufgezeichnet und im Internet verfügbar gemacht. Wolfgang hat die GPX-Datei auf einem neuen Garmin GPS. Damit sollte nichts schief gehen. Die Route ist etwa 7,5  Kilometer lang und hat 240 Höhenmeter unterschied, das sollte problemlos zu schaffen sein.

Vom Restaurant in Teno Alto geht es die Straße entlang die ich vor ein paar Tage gemeinsam mit Sandra mit dem Auto gefahren bin. Aber schon nach ein paar Metern biegen wir rechts ab und gehen eine wirklich schöne Runde durch die einsame Bergwelt des Teno-Gebirges. Immer wieder kommen wir an tollen Aussichtspunkten vorbei, die Blicke auf den Pico del Teide sind wirklich famos. Leider steht die Sonne noch sehr hoch, zwei bis drei Stunden später wäre das Licht für schöne Fotos viel viel besser. Aber ich kann es mir heute leider nicht aussuchen.

Am Ende der Wanderung gibt es im einzigen Restaurant von Teno Alto (Los Bailaderos) etwas zu essen. Das Essen schmeckt gut und es ist preiswert. Es gibt Garbanzas und frittierte Kartoffelspalten wahlweise mit Ziege oder anderen Fleischsorten. Wolfgangs Hund Schröder freut sich später über die vielen übrig gebliebenen Knochen 🙂

Etwas eine Stunde später treffen wir uns wieder ins San Juan de la Rambla mit Sandra. Nun heißt es wieder Abschied zu nehmen und die Autos zu tauschen. Als wir auf unserer kleinen Finca eintreffen steht die Sonne schon tief. Man könnte schnell die D700 einpacken und noch irgendwo hin flitzen, aber eigentlich haben wir keine Lust mehr und freuen uns auf einen ruhigen Abend. Heute ist Donnerstag der 22. Dezember 2011, am Sonntag geht es schon wieder zurück nach Deutschland. Dort ist es kalt und regnerisch, daran mag ich derzeit gar nicht denken. Heute während der Wanderung war es wunderbar warm und ich war die ganze Zeit über ohne Jacke in einem leichten Wanderhemd mit kurzen Ärmeln unterwegs, einfach wunderbar!

Nikon D700 – HDR mit dem AF-S VR 4/16-35mm

Tag 12 – Wandern bei Mesa del Mar

Es ist der Nachmittag des zwölften Tages. Um 16h treffen wir uns mit Karin und Wolfgang an der Autobahnabfahrt Tacoronte. Gemeinsam geht es weiter nach Mesa del Mar. Vorgestern haben wir vom Mirador in El Sauzal schon den Strand und die tollen Felsen bei Mesa del Mar in der Ferne bewundern können, heute können wir sie uns aus der Nähe anschauen. Nun war ich schon sooo oft hier und kenne diesen Ort noch nicht. Aber es ist nicht der einzige Ort den ich hier noch nicht kenne. Teneriffa, klein wie sie ist, ist diese Insel doch ein Mikrokosmos. Will man sie wirklich erkunden muss man hier leben, so wie Karin und Wolfgang, so wie Heinz der Wanderboss und die vielen anderen Menschen die wir hier in den letzten Jahren kennen gelernt haben.

Der Weg hinab ans Meer ist mal wieder abenteuerlich, die Straßen sind hier so eng und steil, es ist für mich jedes Mal ein kleines Abenteuer. Die Beule an unserem fast neuen Opel Astra ließ sich übrigens ganz einfach mit der Hand herausdrücken. Einfach unter die Stoßstange legen und wirklich feste drücken. Da machte es dann „Plopp“ und weg war sie wieder. Nun sind nur noch ein paar ganz kleine Schrammen zu sehen. Genau diese Ecke war schon etwas beschädigt als wir das Auto am 10. Dezember in Empfang genommen haben. Nun lässt sich kaum noch ausmachen welche Schramme schon da war und welche von unserem kleinen Zusammenstoß mich Michael aus Irland stammt.

Am Meer angekommen gibt es einen großen Parkplatz, wir schultern unser Fotogepäck und los geht es. Eigentlich sollte ich lieber sagen ICH SCHULTERE MEIN FOTOGEPÄCK!  Sandra hat heute auf eine Kamera verzichtet, Wolfgang hat seine kleine in Neuseeland ausgiebig getestete kleine Panasonic dabei, ich bin mit der D700 der D7000 einem Stativ, dem 15-35mm, dem 16-85mm, 1.4/50mm, 24-85mm, 70-200mm und und und und unterwegs. Ächz – warum nur?

Wirklich zu beantworten vermag ich es nicht. Während ich schleppe uns schwitze erzählt mir Wolfgang, dass die spiegellosen Kameras inzwischen Asien und die USA erobert hätten, das gab es vor kurzer Zeit auf einer Foto-Webseite zu lesen. Nur die komischen Leute in Europa wollen noch den schweren Krempel schleppen, alles nur wegen 3% mehr Bildqualität… Na, vielleicht bin ich auch einer dieser komischen Typen?? Wie dem auch sei, ich mag diese großen Kameras mit all ihren Möglichkeiten wirklich sehr. Man hat Zugriff auf fast alle Parameter der Bilderstellung, man hat einen optischen Sucher mit extrem hoher Auflösung und kann alles was die Kamera machen soll selbst bestimmen. Wenn man nur will ist alles wie damals als man mit 12 Jahren seine erste Spiegelreflex-Kamera in Händen hielt. Ich finde es cool und mir machte es wirklich Spaß damit so kreativ wie möglich zu arbeiten.

Nach einer netten kleine Wanderung erreichen wir ein kleines Straßencafé. Dort sitzen die Fischer die sich hier den Tag vertreiben. Ihre Fische haben sie in den frühen Morgenstunden gefangen, jetzt spielen sie Karten, trinken und lachen. Ein entspanntes nettes Völkchen ist das hier.

Wir gesellen uns dazu, es gibt kanarischen Café von Leche, die Sonen scheint und wir sind im Urlaubsmodus. Etwa eine Stunde später schickt die Sonne sich an uns wieder einmal für etwa 12 Stunden zu verlassen. Mit all meinem Fotokrams geht es ein paar hundert Meter weiter auf einen kleinen Vorsprung aus Lava welche vor hunderten oder tausenden von Jahren auf dem Weg ins Meer erkaltet ist. Heute ist sie ein wenig glitschig und überall gibt es kleine Pfützen die kräftig nach „Meer“ riechen.

Wolfgang und sich fotografieren um die Wette. Er mit der kleinen aber feinen Panasonic, ich mit der Nikon D700, dem AF-S VR 4/16-35 und einem B&W 8x Graufilter. So erreiche ich bei ISO 100 relativ lange Belichtungszeiten, welche die Brandung des Meeres in unwirkliche weich verwischte Wellen auflösen.

Nach hunderten von Bildern ist es dann dunkel geworden. Es geht zurück zum Auto, ein schöner Tag war das. Morgen geht es dann ganz früh zum Wandern ins Teno-Gebirge. Sandra geht mal wieder zusammen mit Karin bei Manolo reiten. Wolfgang und ich machen derweil etwas „vernünftiges“ 🙂

Hier noch einige erste Bilder der abendlichen Fotosession. Alle Bilder sind 1000 Pixel breit, also einfach anklicken, dann wird es deutlich größer. Alle Fotos sind mit der Nikon D700 und dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm und einem B&W 8x Graufilter gemacht. Der Graufilter ermöglicht längere Belichtungszeiten, die Farben verändert er nicht wirklich. Der Berg im Hintergrund ist wieder einmal der Pico del Teide, Spaniens höchster Berggipfel!!

 

Nikon D700 – Tierfotografie Teil II

Tierfotografie mit der Nikon D700 und dem 4/200-400 – Teil II

Lange Brennweiten gehören zur Tierfotografie wie die Schale zum Ei. Doch lange Brennweiten allein ermöglichen noch keine schönen Tierfotos, die maximale Öffnung der langen Teleobjektive und die Abbildungsqualität bei offener Blende sind weitere sehr wesentlichen Einflussfaktoren. Landläufig wird ein Objektiv mit großer Öffnung auch als „lichtstark“ bezeichnet. Jeder der schon einmal auf der Suche nach einem lichtstarken Teleobjektiv mit langer Brennweite war weiß, die Dinger werden sehr schnell sehr schwer und sehr teuer!

Ein wirklich guter Kompromiss zwischen Preis, Gewicht und Leistung ist das Nikon AF-D VR 80-400mm. Es ist schon ein wenig betagt, aber man kann damit auch heute noch gute Fotos machen. Eigentlich hat es alles was man braucht, allerdings ist kein Ultraschall-Antrieb für den Autofokus eingebaut. Da es kein AF-S Objektiv ist, muss der Autofokusmotor der Kamera den Autofokus antreiben, also so richtig mechanisch mit kleinen Wellen, Zahnrädchen und einem kleinen Getriebe. Das alles funktioniert nicht ganz so schnell wie bei einem AF-S Objektiv, aber es wiegt auch weniger und ist deutlich preiswerter. Allerdings hat nicht jede Kamera einen Autofokusmotor eingebaut! Mit dem Siegeszug der AF-S Objektive hat Nikon dieses Feature bei vielen preiswerten kleineren Kameras ersatzlos gestrichen. Wer also das AF-D 80-400mm kaufen möchte, sollte zunächst prüfen, ob seine Kamera einen Autofokusmotor hat! Das erkennt man daran, dass aus dem Bajonett eine kleine bewegliche Welle herausragt, die an der Spitze ein wenig abgeflacht ist. Nicht mit dem Verriegelungsstift für das Bajonett verwechseln!!

Wer eine bessere Abbildungsqualität, einen schnelleren Autofokus, mehr Lichtleistung und die Möglichkeit zur Verwendung hochwertiger Teleconverter will, der könnte das Nikon AF-S VR 4/200-400mm kaufen. Es ist allerdings auch ein großes schweres teures Monstrum! Aber besonders in Verbindung mit dem Teleconverter Nikon TC-17EII hat man ein hochwertiges Teleobjektiv, das bereist bei offener Blende scharfe Bilder liefert.

In Verbindung mit der Nikon D700 hat man hier im Grunde genommen ein ideales „Paar“ für die Tierfotografie. Die guten Leistungen der Objektiv-Kombination flankiert die D700 mit geringem Bildrauschen bei hohen ISO-Werten.

Nun müssen nur noch die wilden Tiere her! Genau das ist auf den Kanaren ein Problem, entweder schwimmen die wilden Tiere im Meer oder sie leben in einem Zoo oder Tierpark. Ansonsten gibt es hier nur Vögel, Eidechsen und Kaninchen. Keine Rehe, keine Wildschweine, keine Wölfe, keine Bären, kein nichts…

Also fahren wir mal in den Jungle Parque und schauen uns dort die Tiere an. Wirklich beeindruckend sind die Weißkopf-Seeadler auch Fish-Eagle oder American-Eagle genannt. Aber gleich sie sind auch scher zu fotografieren. Denn meist ist gerade das helle Gefieder des Kopfes völlig überstrahlt und auf den Fotos nicht viele mehr als eine strukturlose weiße Fläche. Was kann man da tun?

Tipp 1 – Fotografieren im RAW-Modus

Der Tonwertumfang im RAW-Modus ist ungleich größer als im JPG-Modus. Bei der RAW-Konvertierung lässt sich meist aus dunklen oder auch augenscheinlich viel zu hellen Bildbereichen noch allerhand herausholen. Doch auch das hat seine Grenzen.

Tipp 2 – Belichtungsmesser korrigieren

Oft werden Bilder dieser Tiere besonders gut, wenn man den Belichtungsmesser um  etwa -0.7EV (EV = Exposure Value = Blendenwert) korrigiert. Also etwa unterbelichten. Bei Menschen ist es meist blöd wenn sie unterbelichtet sind, bei Foto ist es oft wirklich gut 🙂

Tipp 3 – Auf das Licht achten.

Besonders in den Morgen- und Abendstunden ist das Licht milder und die Fotos werden besser weil die Kontraste weniger heftig sind. Alternativ kann man manche Tiere auch im Schatten fotografieren! Da hier weniger Licht ist, helfen höhere ISO-Werte so um ISO-800 scharfe nicht verwackelte Bilder zu erzielen.

Tipp 4 – Die Spotmessung verwenden

Viele Kameras bieten die Möglichkeit, dass man einzelne Autofokus-Messfelder mit der Spot-Belichtungsmessung koppeln kann. Dies bringe besonders bei wirklich schwierigen Motiven oft sehr gute Ergebnisse. Aber der Überraschungseffekt ist auch sehr hoch, wenn die Kamera andere als die gewünschten AF-Messfelder verwendet.

Ich entscheide mich heute für die Matrix-Belichtungsmessung mit einem Korrekturfaktor von -0.3 bis -1.3EV – je nach Motiv. Dazu wird im RAW-Modus fotografiert und ich achte falls möglich auf weißes Licht an schattigen Plätzen.

Dann kommt die große Flugshow. Was nun, statt der relativ ruhig sitzenden Tiere sausen sie nun durch die Luft?!?! Hier ist oft der kontinuierliche AF nicht schnell genug oder das AF-System kann die fliegenden Adler, Geier und was nicht alles nicht vom Hintergrund unterscheiden. Was tun? Hier hilft nur eines, viele viele Bilder schießen und später aussortieren und den Autofokus-Speicher benutzen!

Besonders Tiershows laufen immer wieder nach dem gleichen Muster ab. Schaut man sich die erste Show an weiß man recht genau was 2-3 Stunden später erneut gezeigt werden wird. Statt zu versuchen einfach alles zu fotografieren (dabei entsteht meist KEIN wirklich gutes Foto) sollte man sich auf einzelne Abschnitte konzentrieren.

Wenn man weiß, dass ein Adler während der Show eine bestimmte Route zwischen zwei Falknern abfliegt, so schlägt die Stunde der AF-L Taste! Auto-Fokus-Lock – dieses Zauberwort erleichtert vieles! Bevor das Federviech los fliegt peilt man mit dem Teleobjektiv einen der Punkte am Boden an den es überfliegen wird. Dann hält man die AF-L Taste gedrückt oder schaltet ggfs. sogar den Autofokus ab. Nun heißt es warten und geduldig sein. Fliegt der Adler los, verfolgt man ihn mit der Kamera und schießt in der Nähe der Position für die man den Fokuspunkt gespeichert hat eine Serie von Bildern.

Diese Serie sollte so schnell wie möglich sein und es sollten so viele Bilder wie möglich sein. Mit etwas Glück ist dann ein brauchbares Bild dabei.

Ich schaltet in diesen Situationen das Speichern der zusätzlichen JPG-Vorschaubilder ab. Gute Erfahrungen habe ich bei der D700 auch mit der verlustfreien Komprimierung der RAW-Bilder gemacht. Es scheint mir, als würde die D700 schneller Komprimieren als sie auf den CF-Karten speichern kann, dann ist es ein Geschwindigkeitsvorteil. Alle Bildkorrekturen usw. schalte ich aus, das kann man später bei der RAW-Konvertierung erledigen.

Außerdem braucht die D700 damit sie schnell wird einen zusätzlichen Batteriegriff. Den habe ich von meiner D300 und von meiner D2x gibt es mehrere leistungsstarke große Lithium-Ionen-Akkus. Das ist ein perfekte Kombination!

Bei einzelnen Kameras wie bspw. der Nikon D300 kann man außerdem überlegen, ob man den RAW-Modus von 14 auf 12-Bit Farbtiefe reduziert. Das bringt speziell bei der D300 nochmals einen enormen Geschwindigkeitsvorteil.

Und dann ist da noch die AF-Priorität! Viele Kameras bieten einen kontinuierlichen Autofokus und zusätzlich die Option, dass der Verschluss nur auslöst wenn eines der aktiven Autofokus-Messfelder auch einen Bildteil korrekt erfassen konnte. In der Praxis bedeutet dies, dass der Auslöser oft blockiert sein könnte, es sei denn man betätigt parallel die AF-L Taste. Hier muss man experimentieren um die zur persönlichen Vorliebe passende Einstellung zu finden. Ich schalte die AF-Priorität in der Rege AUS!

Ok, einen habe ich noch… Besonders bei Teleobjektiven muss beim Fokussieren viel Masse (sprich große schwere Linsen) bewegt werden. Daher bieten viele Objektive die Option den Autofokusbereich einzugrenzen. Bei meinem 4/200-400mm kann ich den Bereich auf minimal 6 Meter eingrenzen. Damit ist der Weg den der AF-Motor ggfs. zurücklegen muss deutlich kleiner und das Scharfstellen ist aus einer „ungünstigen AF-Position“ heraus deutlich schneller.

Ok, das waren meine Tipps, einige Ergebnisse habe ich ja vorgestern bereits hier gepostet. Wenn ich wieder daheim bin und die Internet-Anbindung schneller und preiswerter ist gibt es weitere Bilder zu sehen.

Tag 12 – La Casa de Dios

Als Sandra mich weckt ist es kurz nach 8h – „Du wolltest doch heute früh raus und diese Ruine fotografieren?“ Ok, aber unter die Dusche und los in Richtung Los Realejos. Beim Mirador San Pedro wende ich meinen Mietwagen und parke am Mirador gleich neben dem alten defekten Fernrohr.

In aller Ruhe baue ich mein großes BENRO Stativ auf, das Casa de Dios liegt noch im Schatten. Als ich bereit bin zeigt die Uhr etwa 9h, es ist noch viel Zeit bis die sich die ersten Sonnenstrahlen von oben rechts in der tollen Ruine verirren werden.

Während ich auf das „magische Sonnenlicht“ warte fällt mir weit draußen ein Fischer auf. Also schnell den Teleconverter an das 4/200-400mm und schon kann ich ihn mit der D7000 filmen. Später bin ich überrascht wie gut das sogar aussieht.

Dann ist es fast soweit, gern hätte ich später eine kleine Zeitrafferaufnahme die zeigt, wie die Sonne langsam aber sicher Besitz von der alten Ruine ergreift. Auch wenn es fast windstill ist, so vibriert die D700 mit dem großen schweren Teleobjektiv bei jedem Windhauch ganz leicht. Ein Stativ ist eben niemals stabil genug…

Auch der eingebaute VR kann hier nicht helfen. Alles was hier helfen würde wäre eine Querstrebe von Kameraunterseite zu einem der Beine des Stativs. So etwas gibt es von Manfrotto, es sieht blöd aus und ich unpraktisch, aber manchmal geht es nicht ohne! Leider habe ich all das nicht dabei und so bleibt nur die Hoffnung, dass ich die leicht verwackelten Video-Sequenzen später mit iMovie oder MAGIX Video-Deluxe stabilisieren kann. Mal sehen…

Um kurz nach 10h30 ist die Show vorbei und ich habe meine Fotos „im Kasten“. Witzig waren die vielen Touristen die immer mal wieder aus Bussen hinter mir ausgeströmt sind. Viele von ihnen haben das Objektiv bewundert und dann überlegt was ich denn wohl fotografieren will. Lediglich eine junge Frau hat es kapiert und schnell ihr Tele an ihre CANON montiert. Aber als sie wieder abfuhrt war das Casa de Dios noch gar nicht im „richtigen Licht“ zu sehen.

Ein deutscher Tourist hat mich sogar gefragt ob ich Privatdetektiv sein und mit diesem riesigen Teleobjektiv jemanden observieren würde. Leute gibt es, ich denke er hat zuviel SAT-1 und RTL geschaut…

Zurück auf unserer kleinen Finca gibt es ein kleines Frühstück und während ich dies hier schreibe sonnt Sandra sich draußen auf der Terrasse. Das Leben kann schön und entspannt sein, ganz besonders auf der Finca San Juan bei Los Realejos 🙂

Hier ein Beispielfoto aus der Nikon D700 mit dem Nikon AF-S VR 4/200-400 und Teleconverter Nikon TC-17E II.

Tag 11 – Exkursion in das Anaga-Gebirge

Neben den Canadas del Teide ist das Anaga-Gebirge im Norden Teneriffas eines meiner persönlichen Highlights. Nach den wolkigen Tagen geht es am Montag vor Weihnachten gegen Mittag los in diese schöne urwüchsige Bergregion. Unser Ziel ist Benijo, ein winzig kleiner Ort am Ende einer echt langen kurvenreichen Sackgasse.

Der Weg dorthin führt durch mystische Wälder und atemberaubende Passstraßen. Fährt man etwas langsamer, so wird auch den Beifahrern bei den vielen engen Kurven nicht übel 🙂

Mit einigen Stopps dauert unsere Anfahrt dauert fast drei Stunden. Als wir in Benijo eintreffen haben wir Hunger und sind froh, dass es in der Bar „El Fronón“ leckeren gegrillten Fisch gibt.

Danach wandere ich die vielen Stufen hinab zum einsamen Strand mit Blick auf den Roque de Benijo. Dort vergnüge ich mich mehrere Stunden mit der Nikon D700 und dem SAMYANG 2.8/14mm Fisheye. Zwischendurch wird ein wenig mit der D7000 gefilmt, dann kommt das Nikon AF-S VR 4/16-35mm an die D700. Am Meer liegen viele große Felsbrocken, teilweise sind sie mit grell grünem Moos bewachsen. Einige haben kleine Dellen in den sich kleine Pfützen gebildet haben. Gern würde ich eine solche Pfütze mit dem Weitwinkel ganz groß im Vordergrund abbilden. Aber die Steine sind auch glitschig und nirgendwo kann ich mein Stativ ordentlich aufstellen. Das ist alles gar nicht so einfach wie ich es mir zuvor ausgemalt habe.

Nach einiger Zeit verliere ich ein wenig die Lust und ich beschließe zu den absoluten Anfängen der Fotografie zurück zu kehren, zumindest teilweise. Vor meine D700 kommt eine „Weitwinkel-Lochblende“. Dieses Ding hat irgendwas um Blende 128 oder so, es ist nur ein kleines Loch, dass mit einem Laser-Strahl in eine Art Gehäusedeckel geschossen wurde. Kein Glas kein nichts, nur ein kleines Loch – schon fertig…

Bei der D700 reicht das einfallende Licht aus um den Life-View mit ausreichend viel Licht zu versorgen. So kann man seine Bilder in Ruhe komponieren. Wegen der winzig kleinen Blende sind bei ISO-100 Belichtungszeiten von bis zu 2 Sekunden möglich. Damit ist das Wasser malerisch verwischt, doch es ist gar nicht so einfach bei heftigem Wind zwei Sekunden lang die Kamera still zu halten. Trotz Stativ sind viele Bilder verwackelt. Ein Stativ kann eben nie zu schwer und stabil genug sein. Also muss man warten bis der Wind kurz abflaut. Ein Geduldspiel, fast wie beim Angeln…

Etwas lästig ist, dass der Wechsel zwischen Spiegelvorauslösung und Life-View bei der D700 etwas fummelig ist. Na ja, man kann nicht alles haben, vielleicht kann das die D4 oder D800 irgendwann einmal etwas besser.

Nach meiner langen Fotosession geht es die vielen Stufen zum Auto hinauf und wir fahren zurück in Richtung „Las Mercedes“. Am letzten Mirador angekommen schieben sich gerade schwere Wolken mit abenteuerlicher Geschwindigkeit vor die Sonne. Diese schickt sich an in 10 bis 20 Minuten hinter dem Pico del Teide zu verschwinden. Während Sandra bei einem Gemüsehändler einige Kaktus-Früchte einkauft, lasse ich die kleine GoPro auf der Eieruhr die Szenerie aufzeichnen. Mit der D7000 und dem 16-85mm mache ich einige Fotos und zeichne einige Video-Sequenzen auf. Diese kleine Kamera macht mir immer wieder richtig viel Spaß!

Später daheim bin ich bei der RAW-Konvertierung ziemlich überrascht, was sich trotz der krassen Gegenlicht-Situation für schöne Fotos ergeben haben!

Hier noch zwei Beispielfotos die mit der Lochblende an der D700 entstanden sind.

Zum Abendessen geht es dann einmal wieder in das Monasterio bei Los Realejos, heute gibt es dort Bier und Garbanzas – lecker!