Bildaufbau für Dummies – Teil III

Viele Touristen werden tagtäglich in Bussen um die Welt gekarrt und dürfen diese in regelmäßigen Abstände zum Pinkeln und Knipsen kurz verlassen. An den üblichen Fotospots machen dann alle (fast) Reisenden das gleiche Foto und danach geht es schnell wieder hinein in den Bus und weiter zur nächsten Location. Wer sich in einem fremden Land nicht auskennt, die Sprache nicht spricht und keinen Mietwagen mieten kann oder will, für den sind solche Reisen – so gruselig sich das auch anhören mag – als Einstieg gar nicht so verkehrt. Wer mit einem Mietwagen beispielsweise auf Kuba in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt wird, der muss im Land bleiben bis in einem Gerichtsverfahren alles geklärt wurde und er in der Regel zur Zahlung einer hohen Entschädigung verurteilt wird (Egal ob schuldig oder nicht!). Ein solcher Unfall kann einem schon mal die gesamte private und berufliche Zukunft zerstören und das muss ja nicht sein.

Wenn man nun mit dem Bus an einem der üblichen Fotospots abgesetzt wird und nicht viel Zeit für ein halbwegs ordentliches Foto bleibt, so sollte man einige wenige grundlegende Regeln im Kopf haben. Um diese Regeln geht es heute!

Der Mensch als Maßstab

Besonders bei unglaublich beeindruckenden Gebäuden, Gesteinsbögen, Felsen usw. reißen vielen Fotofans instinktiv ihre Kamera hoch und nehmen schnell ein paar Fotos auf. Später daheim werden sie diese Bilder an die Ausmaße des Motivs erinnern. Aber Betrachter welche die reale Situation nicht erlebt haben werden sich ggfs. schwer mit den Bildern tun. Was ist groß, was ist klein, um diese Frage zu beantworten braucht der Zuschauer oft ein kleines Hilfsmittel. Vielfach ist es daher sehr hilfreich einen Menschen als Maßstab in sein Bild zu integrieren. Doch gerade damit kann man herrlich „schummeln“ und durch die Wahl von Brennweite, Standpunkt und Entfernung zwischen Mensch und Hauptmotiv das Motiv besonders gewaltig oder eben auch besonders klein wirken lassen.

Soll das Motiv besonders groß wirken, so ist es oft ratsam den Menschen der als Maßstab fungiert einige Meter von der Kamera entfernt zu positionieren. Eine leichte Telebrennweite hilft Mensch und Hintergrund zu verschmelzen. Hier zwei Beispielfotos:

John Ford Point

Hiking the Wave - Nikon D300

Für den umgekehrten Effekt nutzt man an der Kamera eine recht kurze Weitwinkel-Brennweite und positioniert den Menschen recht nah vor der Kamera. So wird der Mensch betont und die Abmessungen des Hauptmotivs werden abgewertet. Im folgenden Beispiel dominiert der Mensch das Bild während der gewaltige Bryce-Canyon nur noch ein kleiner Statist im Hintergrund ist.

Glücklich am Bryce Canyon

Verwendet man hier eine extrem kurze Brennweite, so sind auch nette Spielereien wie diese hier möglich. (Nikon D300 mit Nikkor AF-D 2.8/10,5mm)

The Big Illusion - Nikkor AF-S 2.8/10,5mm

Stehen, knien oder liegen?

„Kinder sehen die Welt mit anderen Augen!“ – In diesem Spruch liegt viel Wahrheit. In den 40er und 50er Jahren wurde häufig mit zweiäugigen Spiegelreflexkameras von Rollei & Co. fotografiert. Diese Kameras haben einen Lichtschacht und man hält sie sich üblicherweise vor den Bauch oder verkehrt herum hoch über den Kopf. So kann man entweder eine Menschenmenge überblicken oder eben mit den Augen eines Kindes fotografieren. Niedrige Kamerapositionen sind spätestens mit dem Siegeszug der modernen Spiegelreflexkameras etwas aus der Mode gekommen und die Mehrzahl der Fotofans halten ihre tolle DSLR vor eines ihrer Augen und stehen dabei aufrecht.

Wer seinen Fotos ein anderes Look & Feel geben möchte, der könnte sich beispielsweise kurz hinknien um sein Foto zu machen. Wer es noch radikaler will, der wirft sich für ein gutes Foto auch mal in den Staub. Die Unterschiede sind manchmal verblüffend.

Schauen wir uns die beiden Beispiele an. Beim ersten Foto habe ich aufrecht gestanden, während ich beim zweiten Foto etwas in die Knie gegangen bin.

Burr Trail & Capitol Reef NP

Im ersten Bild liegt die Betonung mehr auf den Bergen des Capitol Reef Nationalparks. Das zweite Bild ist eher das Motiv des „einsamen Baumes“. Der Baum dominiert das Bild und weil es keinen Menschen als Maßstab gibt könnte er riesig oder unscheinbar klein sein. Man weiß es nicht genau und so wirkt eher groß. Die Bildaussage ist im Vergleich zum ersten Bild vollkommen anders.

Burr Trail & Capitol Reef NP

Nehmen wir nun einen Menschen als Maßstab hinzu, so ist die Illusion zerstört. Man sieht sofort, dass das Bäumchen vielleicht 2,5 Meter hoch ist und alles in allem ist das Foto eher ein Erinnerungsbild nach dem Motto: „Schaut ich war hier…“ Ein Mensch als Maßstab ist also in einer Bildkomposition oft ein Gewinn, aber eben auch nicht immer!

Burr Trail & Capitol Reef NP

Die Wahl der Schärfeebene

Wer an seiner Kamera eine etwas längere Brennweite und eine große Blende manuell einstellen kann, der hat die Möglichkeit einen Bildaufbau zu wählen der durch die Wahl einer begrenzten Schärfeebene bestimmt wird. Im folgenden Beispiel habe ich manuell auf den Leoparden im Hintergrund fokussiert. Der ahnungslose Vogel und das panisch davon rennende Wildschweinchen sind nur unscharf abgebildet. Teilt man das Bild gedanklich wieder in 9 gleich große Felder, so ist das Gesicht des Geparden ganz bewusst nicht in der Bildmitte sondern an der oberen rechten des mittleren Neuntels angeordnet.

Museum Koening #11

Beim nächsten Bild bin ich etwas zurück gegangen und habe eine etwas kürzere Brennweite gewählt. Nun ist der ahnungslose Vogel im Vordergrund scharf abgebildet. Der gefährliche Jäger im Hintergrund ist noch klar erkennbar, aber der Blick des Betrachters ruht zunächst auf dem Vogel im Vordergrund. Erst nach einem kurzen Augenblick wird der Betrachter die Gefahr verstehen in der sich der ahnungslose Vogel befinden könnte. Beide Fotos sind sich sehr ähnlich und doch so verschieden.

Museum Koening #10

Fazit

Wer sich bereits daheim lange vor dem Antritt einer Reise Gedanken zum Thema Bildaufbau macht und sich so oft wie möglich an profanen Dingen übt, der wird in den kurzen Momenten in den es „darauf ankommt“ instinktiv seine Bilder besser komponieren als die Mehrzahl seiner Mitstreiter. Wer sich unsicher ist welcher Bildaufbau wann und wo richtig ist, er schießt einfach mehrere Varianten und entscheidet später was ihm gefällt und was nicht. Wichtig ist dabei nur, dass ich die vielen Fotos auch tatsächlich unterscheiden.

Schwarz auf Weiss – Pro und Contra

Ganz traditionell gesehen wird Schrift seit vielen hundert Jahren auf weißem oder zumindest hellem Pergament bzw. Papier niedergeschrieben oder gedruckt. Als in den 80er Jahren die ersten Computer Einzug in unser Leben hielten waren die Monitore zunächst schwarz und die Schrift giftig grün. Sehr gut erinnere ich mich noch an meinen ersten „richtigen Monitor“ an meinem Commodore VC-20 – er war voll total modern – Bernstein auf schwarzem Untergrund – WOW…

Später kam dann ein ATARI ST auf den Schreibtisch und dazu ein ATARI SM-124 Schwarz-Weiss Monitor. Erstmals konnte ich wie in einem Buch schwarze Schrift auf hellem Untergrund lesen. Mit dem Siegeszug der Web-Browser wurde die Mehrzahl der weltweit verfügbaren Webseiten in traditioneller Manier gestaltet. Wohin man auch sieht, bei ebay, amazon, google, die Mehrzahl der Webseiten verwendet einen weißen Hintergrund und schwarze Schrift. Das Ergebnis sind maximaler Kontrast und gute Lesbarkeit. Doch es gibt „Abweichler“ im Lager der Web-Designer. Immer wieder stößt man auf Webseiten die es anders machen. Webseiten wie www.fotocommunity.de oder www.fototreff24.de sind gute Beispiele, hier dreht sich alles um Fotos und hier ist der Hintergrund dunkel.

Wirklich schwarz ist hingegen meist nicht, beispielsweise fotocommunity verwendet den RGB-Code #222222 bzw. R: 34, G: 34, B: 34.

  • Schwarz wäre R: 0, G: 0, B: 0
  • Weiß wäre: R:255, G:255, B:255

Beim Design meines BLOGs habe ich lange hin und her überlegt wie das Design aussehen soll. Ich habe mich für einen dunklen Hintergrund entschieden weil sich hier fast alles um Fotos dreht und diese Fotos sollen so kontrastreich und gut wie möglich herüber kommen. Leider leidet für einige Leser die Lesbarkeit der hellen Schrift unter diesem Gesamtkonzept.

Aus gegebenem Anlass habe ich eben mal kurz via google.de nach einem Ausweg aus dieser Situation gesucht und bin bei meiner Recherche auf eine kleine feine Erweiterung für den Google-Browser Chrome gestoßen. Diese Erweiterung findet man unter dem Namen Readability. Sie ist kostenlos und in wenigen Sekunden installiert.

So sieht es auf einem Mac aus wenn sie fertig installiert ist. Für Windows ist diese Erweiterung ebenfalls verfügbar.

Bildschirmfoto 2013-09-19 um 21.32.56

Öffnet man nun mit Google Chrome bspw. den letzten Artikel aus meinem BLOG in der Einzelansicht kann man im Chrome-Browser neben der Adressleiste auf ein kleines rotes Symbol klicken. Dieses Symbol sieht aus wie ein kleiner Sessel und ein Klick startet den „Couch-Modus“.

Nimmt man in Kauf, dass Webseiten nach der Umsetzung in Schwarz-Weiß eine etwas andere Formatierung haben können, so lässt sich mein letzter Artikel auch „Schwarz auf weiß“ lesen. Und so sieht das dann aus…

Bildschirmfoto 2013-09-19 um 21.31.27

 

Ich hoffe, dass dieser Hinweis alle Lesern die gern einen weißen Hintergrund haben hilft die Lesbarkeit der zum Teil recht umfangreichen Artikel zu verbessern. Schreibt mir doch mal wie Eure Erfahrungen sind und ob Ihr ggfs. weitere Alternativen kennt.

SHOEI XR1100 – Motorradhelme richtig reinigen

Welcher Biker kennt das nicht, der einst so schöne neue Helm riecht am Ende der Saison wie ein nasser Hund. Egal was man auch anstellt, der Muff geht einfach nicht weg. Im letzten Jahr hat mich der Muff in meinem eigentlich noch ganz guten Schuberth S1 pro so genervt, dass ich begann mich nach einem anderen Helm umzusehen. Nur welcher Helm soll es sein? Nach einigen Testfahrten habe ich mich für einen SHOEI XR1100 entschieden. Dieser Helm hat ein komplett herausnehmbares Innenfutter. Da sollte es leicht sein den Muff am Ende der Saison zu entfernen.

Heute haben wir den 12. August und mein Shoei ist nun etwa ein Jahr alt und schon ordentlich durchgeschwitzt. Bei der heutigen Motorradtour ging mir das irgendwann so gegen den Strich, dass ich mich zu einer radikalen „Grundreinigung“ entschlossen habe. Bei Louis und anderen Motorrad-Zubehörgeschäften gibt es „Helmreiniger“ in Dosen. Man schäumt das Innenleben seines Helms damit ordentlich ein, lässt es einwirken und reibt es dann mit einem Schwamm oder einem Tuch heraus. Eine mühsame Prozedur und zugleich nicht dauerhaft erfolgreich. Ich habe es schon mehrfach versucht, der Helm riecht am ersten Tag nach der Reinigung penetrant nach Chemie und 3-4 Tage später wieder genau so muffig wie vor der Prozedur.

Das muss anders gehen! Weil mir mein Schuberth S1 pro im letzten Jahr zu schade für den Müll war, habe ich ihn damals zerlegt und mit richtig heißem Wasser, einer ordentlichen Portion Fleckensalz und einem guten Schluck Flüssigwaschmittel (Spee Sensitiv) in der heimischen Badewanne mehrere Stunden eingeweicht. Nach einer längeren „Trockenperiode“ roch der Helm dauerhaft relativ angenehm nach frisch gewaschener Wäsche.

Diese Prozedur habe ich heute mit meinem Shoei XR1100 ebenfalls durch exerziert und für Euch ein paar Fotos geschossen. Hier sind sie…

Beim Zerlegen des Helmes bin ich dann auf eine Wespe gestoßen die in einer der Lüftungsöffnungen meines Helmes steckt – Uahhh…

Es ist also durchaus sinnvoll seinen Helm gelegentlich genauer zu begutachten! Hier die nackte Helmschale nach dem Ausbau aller Polster. Im Bereich der Ohren sieht man braunen Filz. Diesen habe ich selbst eingeklebt um das Geräuschniveau im Bereich der Ohren etwas abzusenken. Es hat ein wenig geholfen, aber der Helm ist trotzdem noch so laut, dass man bei längeren Fahrten mit hoher Geschwindigkeit unbedingt einen Gehörschutz tragen sollte!

Nach der Reinigung kommt die Trocknung. Nur wie trocknet man die nassen Polster so effizient wie möglich? Hier habe ich einen Tipp für Euch. Ich habe zwei Gartenstühle zusammen gestellt, einen Standventilator darauf gelegt, diesen auf kleinster Stufe laufen lassen und dann die Teile der Helmpolsterung drauf gelegt. Nach einigen Stunden waren die Polster soweit getrocknet, dass man sie schon fast wieder einbauen kann.

Es ist also gar nicht so schwer seinen Helm nach der Saison oder auch mal zwischendurch gründlich vom Muff der sommerlichen Kilometer zu befreien. Der Shoei XR1100 ist hier im Vorteil, weil sich wirklich alle wesentlichen Polster sehr einfach entfernen lassen. Der Zusammenbau ist recht einfach und vor einer gründlichen Reinigung muss man sich nicht fürchten. Wer auf Nummer sicher gehen will, der kauft noch schnell bevor sein Helm aus dem Programm genommen wird einen oder vielleicht auch zwei Sätze Wangenpolster. Die riechen meist wirklich schlimm und sehen besonders bei Fahrern mit ausgeprägtem Bartwuchs nach kurzer Zeit ziemlich abgenutzt aus.

Das Buch zum großen Fotoabenteuer

Das Buch zu meiner großen Fotoreise gibt es bei amazon.de als Kindle eBook zu kaufen. Auf 573 Seiten gibt es die vollständige Geschichte sowie 200 farbige Fotos, einige Karten und viele Tipps zum Thema Fotografie.

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