NI MASCHINE – Mixen mit der Maus

Heute habe ich wieder ein kleines Video zur NI MASCHINE für Euch. Dieses Produkt ist zweigeteilt und besteht neben der Software für Mac und PC aus einem ausgefuchsten Controller mit einmalig guten Drum-PADs. Wendet man den Blick vom Display seines Computers ab, so kann versteht man das Konzept. Der Hersteller Native Instruments hat sich hier viel Geld gespart. Statt einen komplexen eigenen Computer zu entwickeln, hat man einen Controller mit USB-Interface gebaut. Alles was dieses Ding braucht um eine Drum-Maschine zu sein übernimmt ein via USB 2.0 Interface angeschlossener Mac oder PC – kein schlechtes Konzept!

Eigentlich bedient man die Software mit dem Controller, aber sie läuft auch ohne den Controller und man kann sie in Teilen recht gut mit der Maus bedienen. So läßt sich schnell und einfach aus einzelnen kurzen Pattern und Scenes ein Mix erstellen der diese Komponenten in der Reihenfolge enthält die einem beim Mix gerade so in den Sinn kommt.

Hier ist mein Beispiel:

Will man auf dem Mac unter OS-X die Musik live aufzeichnen die man mit der MASCHINE live erstellt, so kann man dies bspw. mit dem Quicktime Player erledigen. Diese Software kann nicht nur Bildschirm-Sessions aufzeichnen (wie im Video oben gezeigt) sie kann auch separate Audio-Spuren aufzeichnen. Sehr praktisch wenn man ein wenig „Live“ experimentieren möchte. Auf meinem MacBook hat das allerdings zunächst einmal NICHT funktioniert!

Abhilfe schaffte die kostenlose Software „Soundflower“. Nach der Installation klappte es allerdings auch nicht auf Anhieb. Ich musste via Terminal einige Befehle eintippen und die Berechtigungen für die Soundflower-Erweiterungen korrigieren. Danach klappte es aber recht gut. Nur die Lautstärke der Aufzeichnungen hängt von der eingestellten Notebook-Lautstärke ab! Entweder ist der Audio-Pegel der Aufnahme viel zu leise oder es fliegen einem die Ohren weg. Hier muss man einen Mittelweg finden! Abhilfe kann hier ggfs. auch ein separater Kopfhörerverstärker schaffen. Oder man lötet sich einen kleinen Adapter mit zwei dicken Widerständen zusammen den man zwischen Kopfhörer und Audio-Ausgang schaltet. Die Wiederstände sollten dabei etwa 270 – 470 Ohm haben, die Leistung der Widerstände sollte bei etwa 1/8 Watt liegen. (Meine Schätzung!! Im Zweifel hilft hier nur „Ausprobieren“)

NI Maschine – Get in touch

Nachdem die Software zu meiner neuen „NI Maschine Mikro“ auf dem 13″ Mac läuft versuche ich mich auch mal an meinem „Männercomputer“ der unter Windows 7 Ultimate 64-Bit betrieben wird. Die Installation verläuft genau wie auf dem Mac, es werden etwa 11 GB Loops, Sounds und Samples und einige weitere Programme installiert. Mehrfach wollen die Installationsprogramme den Computer neu starten, aber statt dessen starte ich einfach die nächste Installation. Als alles fertig wird dann doch ein „kumulierter Neustart“ fällig. Danach wird wie auf dem Mac das ServiceCenter aufgerufen. Auch hier macht es ein „Selbst-Update“ und im Gegensatz zum Mac funktioniert es sogar. Wie beim Mac müssen jetzt Updates für alle installierten Programme aus dem Internet heruntergeladen werden. Das geht aber zügiger weil diese Updates deutlich kleiner sind. Nach etwa einer Stunde und einem weiteren Neustart ist alles erledigt und meine neue „Maschine“ ist endlich startklar!

Der Sound ist wirklich bombastisch, bereits über die Computer-Lautsprecher mit Subwoofer kommen alle Demosongs so daher, dass man sie gleich auf eine CD brennen könnte. Das ist schon genial und entschädigt für den Installationsmarathon.

Ernüchterung kommt allerdings beim ersten Versuch auf, einen der Demosongs mit weiteren Drums und einer neuen Bass-Spur zu beglücken. Läuft ein Song mit 120 bpm (Beats-Per-Minute) gemütlich vor sich hin und versucht man ganz einfach bspw. die Bassdrum im Rhythmus mitzuspielen, so kört man sie immer mit einer starken Verzögerung. Damit kann man nicht wirklich etwas anfangen und das frustriert. In den Einstellungen der Software „Maschine“ kann man die Treiber für die Audiokarte auswählen. In meinem Computer ist einer relativ hochwertige Soundblaster Xtreme verbaut. Um Musik zu hören ist sie wirklich gut, aber ohne spezielle ASIO-Treiber (Audio-Stream-Input-Output) geht hier gar nichts. Entweder finde ich also irgendwo einen passenden ASIO-Treiber, baue eine andere ASIO-fähige Soundkarte ein oder benutze die neue „Maschine“ einfach nur auf dem Mac.

Mir zeigt das wieder einmal warum der Mac in der Musikszene so erfolgreich ist. So nervtötend Apples Closed-Shop-Prinzip manchmal auch ist, es funktioniert im Detail oft sehr gut. Die in den Mac-Computern verbauten Komponenten sind immer gleich und Softwarehersteller wie NI (Native Instruments) können sich darauf verlassen. Klar kann man zusätzliche USB-Audiointerfaces und vieles mehr mit der „NI Maschine“ kombinieren, aber es funktioniert mit kaum spürbarer Latenz selbst auf einen kleinen 13″ MacBook Pro mit i5 CPU ganz problemlos und sogar auf Anhieb!

Nachdem die ASIO-Ernüchterung verarbeitet ist versuche ich mich an meinem 17″ MacBook mit i7 CPU. Schauen wir doch mal ob die 8 Prozessorkerne hier irgendeinen Vorteil bringen? Die Installation ist genau wie beim 13″ MacBook. Allerdings sauge ich mir die vielen Updates nicht erneut sondern kopiere sie einfach über das heimische WLAN vom „kleinen Bruder“. Trotzdem dauert es auch hier etwa eine Stunde bis die Software zur „Maschine“ startklar ist. Nachdem ich eine wenig experimentiert habe wird klar, dass es eigentlich keinen Unterschied macht ob man ein 13″ oder 17″ MacBook benutzt. Auf dem schnelleren größeren MacBook funktioniert „Maschine“ wirklich gut.

Mitten in der Nacht kommt es mir dann in den Sinn eine kleines Demo-Video mit Final-Cut-Pro-X zu erstellen. Sogleich tritt Ernüchterung ein. Um die gewaltigen neuen Datenmengen überhaupt installieren zu können musste ich die SSD-Festplatte aufräumen. Unter anderem habe ich einige importierte Videos gelöscht. FCPX (Final-Cut-Pro-X) will nun aber beim Start das letzte Video restaurieren, aber es ist längst Geschichte. Nachdem ich eine Weile gewartet habe starte ich die „Aktivitätsanzeige“ und lese dort „Final Cut Pro X – antwortet nicht…“. Also wird der Prozess hart beendet und eine Protokoll an Apple verschickt. Beim nächsten Startversuch das gleiche Spiel. Irgendwann fragt FCPX dann ob es weiterhin versuchen soll das letzte Projekt wieder herzustellen. NEIN!

Dann versucht FCPX auf die neu installierten Treiber der „NI Maschine“ zuzugreifen – warum, das wissen nur die Götter – jedenfalls schlägt es fehl. Einige Versuche später läuft FCPX dann endlich. Mir zeigt dies wieder einmal, dass die Apple-Welt nicht so schön ist wie sie von den ambitionierten Verkäufern bei GRAVIS & Co. immer gemalt wird. Die eine oder andere Hürde gilt es auch hier zu nehmen…

Nach etwa 10 Minuten ist mein kleines Video dann fertig:

NI Mikro Maschine – Unboxing

Es ist Wochenende und als ich daheim eintrudle finde ich eine Nachricht von DPD (Deutsche Paketdienst) in meinem Briefkasten. Eine Stunde später ist meine liebe Nachbarin daheim und ich kann meine neue „Mikro Maschine“ in Empfang nehmen. Der Karton ist riesig und als letztlich alles ausgepackt ist bin ich erstaunt wie wenig doch übrig bleibt.

Als ich das kleine Ding zum ersten Mal in der Hand halte fällt mir auf, dass es anders als erwartet nur einen USB-Anschluß hat. Keinen Kopfhörer-Anschluß und keinen Anschuss für ein Netzteil! Mir kommt die Diskussion mit meinem Freund Niklas in den Sinn. „Ich dachte immer das Ding sei nur ein Controller!“ – Wie Recht er doch hat – das Ding IST NUR EIN CONTROLLER!

Auch wenn es in Videos wie diesem hier ganz anders aussieht…

Später werde ich dann erkennen, dass „Maschine“ eigentlich zweigeteilt ist. Alles was an CPU-Power und Plattenplatz benötigt wird muss ein externer Computer bereitstellen. Die dort laufende Software lässt sich dann über den Maschine-Controller sehr weitreichend steuern. Bei meiner kleinen preiswerten „Mikro Maschine“ sind die Möglichkeiten etwas begrenzt, man muss hier immer mal wieder zur Maus oder dem Touchpad greifen. Bei der deutlich teureren großen „Maschine“ kann man nahezu alles direkt bearbeiten. Man kann Samples Schneiden, umdrehen und vieles mehr, alles direkt am Gerät ODER am Computer. Allerdings ist die Bedienung ebenso komplex wie die Möglichkeiten.

„NI Maschine“ ist kein Produkt das man sofort versteht und mit dem man einfach mal ein paar Stunden Spaß haben kann. Es ist ein ernst zu mehrendes komplexes Werkzeug für Menschen die professionell Musik machen wollen. Und dieses Musik ist auch ein wenig einseitig. Wer Country, Metal oder Klassik machen will, für den ist diese Maschine nicht geeignet. Wer aber flotte Grooves im 4/4-tel Takt mag und schwitzende Menschenmengen dazu animieren möchte ihre Körper im Rhythmus der Musik zu verbiegen, der liegt mit dieser Maschine genau richtig! 🙂

Ok, zurück zu meinem Unboxing… Beim Auspacken des Kartons kommen zwei DVDs und ein USB Kabel an Tageslicht – das war es auch schon… Also brauche ich doch einen Computer damit diese Maschine einen Pieps von sich gibt. Mein kleiner 13″ Mac mit i5 CPU ist kurz darauf via USB mit der Maschine verbunden. Hm, kein Licht kein Ton, nichts… Ich schiebe mal eine der beiden DVDs in das Laufwerk. Es gibt Installationsprogramme für Windows und OS-X. Die Installation benötigt fast 8GB wertvollen SSD Speicherplatz – uff… Nach der Installation muss der Mac neu gestartet werden. Dann wird der Inhalt der zweiten DVD installiert, wieder werden wertvolle Gigabytes meiner 256er SSD verbraten. Letztlich sind mehr als 10 GB belegt. Der freie Plattenplatz ist also wirklich beträchtlich zusammen geschrumpft…

Ich starte mal das Programm „Machine“ – das scheint „richtig“ zu sein – ok ich könnte auch die PDF-Bedienungsanleitungen lesen – aber die haben mehrere hundert Seiten und das will ich mir jetzt (noch) ersparen… An der Maschine leuchten alle Lampen in leichtem Orange auf – Yes!!

Doch dann fragt mich ein Dialog ob ich kaufen will, als Demo starten möchte oder die Software registrieren will. So wirklich geht es mir nicht in den Kopf. Ohne den Controller ist dieses Software wertlos. Warum diese Registrierungs-Orgie?

Ich starte zunächst als Demo und siehe da, diese Maschine funktioniert, auch wenn mir völlig unverständlich ist wie man sie zu bedienen hat. Beim Start der anderen Programme ist es ähnlich, Demo – Kaufen – Registrieren… Nachdem alles einmal ausprobiert ist will ich die Software registrieren, auf den DVD-Hüllen sind die zugehörigen Codes abgedruckt. Dazu gibt es das Programm ServiceCenter. Als ich es starte versucht es ein „Selbstupdate“ – ich muss grinsen – doch dieses Grinsen vergeht schnell – das Selbstupdate schlägt fehl. Ich versuche es noch einmal, aber es klappt wieder nicht. In der Fehlermeldung kann ich lesen, dass ich die neueste Version des Service Centers auf der Webseite von NI (Native Instruments) herunterladen muss.

Ok, das geht relativ schnell. Nach der Installation klappt dann auch die Registrierung. Allerdings muss ich immer wieder mein Administrator-Passwort eingeben, das nervt total! Dann geht ein Fenster auf in dem zu lesen ist, dass alles was ich gerade von den DVDs installiert habe schon wieder total veraltet ist. Es gibt UPDATES – fast 1,5 Gigabyte! Wäre ich auf einen popeligen UMTS-Stick angewiesen, so wäre mein monatliches „schnelles“ Volumen jetzt schon fast verbraucht. Mit dem guten Gefühl, dass mein DSL-Anschluß mit keinem „Vodafunk“-Produkt dieser Welt zu ersetzten ist starte ich die Downloads.

Eine Stunde später ist alles da. Der Reihe nach starte ich die Update-Installationen. Immer wieder muss ich mein Administrator-Kennwort eingeben und der Mac wird immer wieder neu gestartet. Das nervt total und ich fühle mich an alte Windows-95 Zeiten erinnert. Hey liebe NI-Entwickler: Könnte ihr nicht EIN großes Installationsprogramm schreiben das die „kleinen“ Installationen durchführt und danach EINMALIG den Rechner neu startet? Das kann doch nicht so schwer sein??

Als endlich alles registriert und upgedatet ist läuft endlich auch die Software. Das hatte ich mir alles einfacher vorgestellt und es war eine echte Geduldsprobe! Dafür werde ich aber mit hunderten cooler Grooves, toll klingender Sounds und einem wirklich guten Controller belohnt. Besonders die 16 großen PADs sind toll. Ich habe auch ein Akai MIDI-Masterkeyboard. Das hat auch einige PADs aber darauf macht das Spiel keinen Spaß, sie sind zu hart und man muss so fest darauf schlagen, dass die Finger schmerzen. Das ist bei der kleinen Maschine tausendmal besser. Ein Amerikaner würde sagen, dass dieses PADs „super responsive“ sind und damit hätte völlig recht. Es macht Spaß, auch wenn die ganze Maschine und der Tisch auf dem alles steht die Klopfgeräusche der Finger verstärkt. Später am Abend bekomme ich dann von meiner Freundin zu hören, dass ich das doch bitte sein lassen soll, weil man das Geklopfe bis ins Schlafzimmer hört und sie kein Auge zu tun kann. Ich breche meine Erkundungsrunde an dieser Stelle ab, eigentlich bin ich auch müde.

Hier einige Videos die sehr schön zeigen was diese kleine Maschine kann und was nicht…

Hier noch drei ausgezeichnet produzierte Tutorials!!