Unsere Reise in die Schweiz liegt nun schon wieder ein paar Tage zurück. Während ich abends meine „Bilder des Tages“ gesichtet und einen ausführlichen Artikel für diesen BLOG geschrieben habe, hat es Sandra ruhiger angehen lassen. Sie hat die Erlebnisse aller Tage in einem großen Artikel zusammen gefasst. Wer gern ihre Geschichte lesen möchte, der findet sie hier oder klickt einfach auf das „Vorschaubild“. ich wünsche Euch viel Spaß bei der Lektüre 🙂
Kategorie: Über mich
Motive erarbeiten – Pico del Teide
„Alles ist schon einmal fotografiert worden, aber nicht von jedem!“ Diesen Spruch kennt jeder Fotograf und es liegt viel Wahrheit darin. Viele Menschen fotografieren im Urlaub all das was die anderen Urlauber auch fotografieren. Auf der ganzen Welt gibt es Aussichtspunkte an mitunter wirklich schönen exponierten Plätzen und täglich halten dort tausende fotobegeisterte Touristen und machen eigentlich alle das gleiche Foto. Als ich im letzten Jahr Allan Vasenius in der „Ranger-Bude“ zwischen Page und Kanab kennen lernen durfte, haben wir einen ganzen Tag zusammen verbracht und haben uns lange und intensiv über Bildgestaltung und Fotografie unterhalten. Damals hat es mich gewundert, dass Alan für mehrere Wochen unterwegs war und kein Notebook dabei hatte. Alles was er hatte waren zwei 64GB Speicherkarten, ein Stativ und eine Nikon D3 mit AF-S 2.8/14-24, AF-S 2.8/24-70 sowie ein AF-S VR 2.8/70-200. Eine Kamera drei Objektive zwei Speicherkarten, fertig!
Alan sagte mir damals den Satz „I don’t need to take pictures just to show I was there!“. Dieser Satz ging mir lange Zeit im Kopf herum. Er musste keine Fotos machen um zu zeigen, dass er irgendwo war. Das unterscheidet ihn und seine Bilder von 99,9% der Fotos die tagtäglich von Touristen in aller Welt geknipst werden.
Aber wenn man seine Bilder nicht als „Trophäe“ versteht, was ist es dann? In unseren Gesprächen hat Alan erzählt, dass er viel im Internet recherchiert, topografische Karten studiert und sich auch mal auf Webseiten der NASA den Stand des Mondes an einer GPS-Koordinate an einem definierten Tag zur Abendzeit ausrechnen lässt. Für jedes Motiv überlegt und plant er, manchmal dauert es Tage oder gar Monate und Jahre bis sich eine seiner Bildideen realisieren lässt.
Doch nicht jeder Fotofan hat die Zeit und die Mittel sich so intensiv mit einzelnen Motiven zu beschäftigen. Will man dennoch mehr als ein Foto aufnehmen, das „nur beweist, dass man dort war“ so helfen nur gute Planung und möglichst genaue Kenntnisse der Örtlichkeiten.
Am Beispiel einiger Bilder des höchsten Berg Spaniens möchte ich Euch beschreiben was ich meine.
Als ich im Jahr 2003 das erste Mal zu Besuch auf Teneriffa war, hatte ich lediglich eine kleine APS Kamera und einige wenige APS-Filme dabei. Teneriffa, was sollte das schon sein, eine Urlaubsinsel für Rentner die preiswerte Pauschalreisen lieben. Meine Erwartungen waren nicht sehr hoch und eine Form der Vorbereitung gab es nicht. Umso mehr habe ich damals gestaunt, dass es auf dieser Insel den höchsten Berg Spaniens gibt, den Pico del Teide. Einen majestätischen annähernd 4.000 hohen Vulkan der die Silhouette der Insel prägt und dominiert.
Dieser Vulkan begeistert mich bis heute. Und so oft ich ihn inzwischen auch fotografiert habe, das eine ultimative Foto habe ich vielleicht noch immer noch nicht hin bekommen.
Aber schauen wir mal…
Fährt man mit einem Auto oder dem Bus hoch in die Canadas del Teide, so bieten sich Perspektiven wie diese hier.
Im letzten Abendlicht aus der gegenüberliegenden Himmelsrichtung zeigt sich dieses Motiv schon wieder ganz anders.
Welches Bild ist das „Richtige“? Sollte man vielleicht weiter weg sein und es mal in Schwarz-Weiss versuchen?
Oder mal einige Stunden vor Sonnenaufgang mit langen Belichtungszeiten?
Oder mitten in der Nacht?
Oder doch lieber früh am Morgen?
Oder sollte man für das perfekte Foto auf einen anderen Berg steigen und warten bis Nebelschwaden herein ziehen?
Oder bietet sich die perfekte Perspektive von der anderen Seite der Insel 30 Sekunden vor Sonnenuntergang?
Welches Foto ist nun das „Richtige“? Eine Frage auf die es keine eindeutige Antwort gibt. Fast jedes Motiv hat viele Seiten und sieht in unterschiedlichem Licht doch immer wieder anders aus. Ich denke das ist auch der Motor für viele Aktfotografen. Eine nackte Frau oder einen nackten Mann hat jeder schon einmal gesehen. Dennoch werden sie immer wieder fotografiert. Warum, weil sie immer wieder unterschiedlich sind und mit nur einem Bild einfach nicht „zu fassen“ sind.
Letztlich ist jede Fotografie nur eine Momentaufnahme und wenn sie mehr sein soll als nur ein Beweisfoto, so braucht man eine Bildidee und man muss sein Bild planen. Das „einzige ultimative“ Foto wird man damit sehr wahrscheinlich trotzdem nicht schießen. Aber vielleicht einige Fotos die sich aus der Masse der Beweisfotos herausheben und damit doch einzigartig und gut sind.
Auch verändern sich im Laufe der Jahre Wahrnehmung und Sichtweise und manch ein Fotograf wird erst nach Jahren erkennen welches seiner verschiedenen Bilder ein und desselben Motivs bei den Betrachtern die stärksten Emotionen weckt und somit vielleicht doch noch das „ultimative Foto“ geschossen haben. Es lohnt sich „an einem Motiv zu arbeiten“. Legt man letztlich so verschiedene Fotos wie die hier gezeigten Bilder nebeneinander, so kann man viel über Bildgestaltung, Jahreszeiten, Tageszeiten, das Licht und sich selbst lernen. Und damit ist man gut gewappnet für neue Bildideen, neue Motive und schießt vielleicht irgendwann doch noch das „eine perfekte Foto“!
Übertretungsvorhalt – Freud und Leid in der Schweiz
Wer in der Schweiz lebt und stinkreich ist, der bringt diesen Umstand nicht selten dadurch zum Ausdruck, dass er einen Maybach oder eine anderes schweineteures Auto bewegt. Ich habe in meinem Leben nun schon mehrere Jahre in der Schweiz gearbeitet. Wenn ich mit meinem Auto bei Basel die Grenze in Richtung Deutschland passierte habe, war häufig vor mir eine dieser übermotorisierten Nobelkarossen. Auf dem Weg zwischen Luzern und Basel waren sie, na sagen wir mal „unauffällig“. Aber sobald die Hinterräder auf deutschem Boden waren, gaben sie fast alle sofort Vollgas und begannen andere Autofahrer mit Blinker und Lichthupe von der Überholspur zu drängeln. Geld haben sie dafür nicht bezahlt, die Nutzung der deutschen Straße sind für alles was kein LKW ist bis heute kostenlos.
Als meine Freundin Sandra und ich vor ein paar Wochen für ein paar Tage in der Schweiz waren, mussten wir unsere mit TESA-Film befestigte Vignette von der Windschutzscheibe lösen und „korrekt“ in das Fahrzeug einkleben. Damit war endgültig verhindert, dass wir in diesem Jahr für ein paar Tage mit dem Motorrad in die Schweiz einreisen und die teure Vignette zumindest an einem Motorrad „recyceln“ könnten. So würde eine kleiner Trip mit zwei Motorrädern durch die Schweiz derzeit zusätzlich mit 70 Euro zu Buche schlagen. Und das ist ja noch preiswert, denn die Kosten für die Vignette werden sich im kommenden Jahr praktisch verdoppeln. Die Schweizer begründen dies mit den leeren Staatskassen und den exorbitanten Kosten für den Schweizer Straßenbau.
Ich kann mich auch noch gut daran erinnern wie ich im Jahr 2000 mein Motorrad für etwa eine Stunde auf der Straße vor unserem Projektbüro in Cham am Zuger See „parkiert“ hatte. Es war keine gesondert ausgewiesene Parkfläche und ich wurde damals mit 50 Schweizer Franken für diese schlimme Tat „gebüßt“. Einige Zeit später fuhr ich mit etwa 100 Km/h auf einer gut ausgebauten Straße außerhalb einer geschlossenen Ortschaft. In Deutschland darf man auf diesen Straßen praktisch überall 100 km/h „schnell“ fahren. Ich war mir keiner Schuld bewusst und war daher umso mehr verwundert, als mich jemand am Straßenrand mit einer Videokamera gefilmt hat. „Nicht gut!“ dachte ich nur und musste den Weg hinauf zum Grimselpass mit einem monetären Defizit in Höhe von 320,- Schweizer Franken angehen. Wirklich fies und ärgerlich!
Vor dem Hintergrund dieser „Erfahrungen“ sind wir in der Zeit die wir in der Schweiz verbracht haben, wie ein regelrechtes Verkehrshindernis durch die Gegend geschlichen. Ok, das Dach war meist geöffnet und die Laune gut, eilig hatten wir es auch nicht. Einer „Straftat“ bin ich mir nicht bewusst, wir sind echt langsam gefahren und haben fast paranoid darauf geachtet nicht zu schnell zu fahren. Die gute Laune kann es einem trotzdem schon ziemlich verderben wenn man ständig und überall darauf gefasst sein muss, dass eine Radarfalle am Wegesrand lauern könnte. Statt auf den Verkehr konzentriert man sich fast ausschließlich auf den Tachometer und alles was am Straßenrand nach einer Radarfalle aussehen könnte.
Als ich dann heute meinen Briefkasten geleert habe, war da ein Schreiben vom Kanton Schwyz! „Nicht gut, gar nicht gut!“ durchzuckte es mich auf dem Weg zur Wohnungstüre. Im Umschlag dann dieses Dokument, ein „Übertretungsvorhalt“. Die Schweizer Bürokratie ist wirklich gut darin immer wieder schöne neue Worte zu erfinden!

Schaut man sich diesen Bußgeldbescheid (wie wir das nennen würden) in aller Ruhe an sieht man, dass ich unter Berücksichtigung des Messfehlers der Messeinrichtung ganze 3 km/h zu schnell war, also 53 statt 50 km/h – Hey Leute, das schaffe ich sogar mit dem Fahrrad! Diese schreckliche Straftat würden deutsche Radarmessgeräte gar nicht feststellen, denn es läge annähernd unterhalb der Messgenauigkeit.
Der Tachometer in meinem Auto endet bei 260 km/h – ein Geschwindigkeitsunterschied in Höhe von 3 km/h ist weniger als die Nadel des Tachometers breit ist – hallo?
Wenn Ihr in den Vergangenheit mal daran gedacht habt die Schweiz mit dem Auto oder Motorrad zu besuchen, lasst es lieber sein. Land und Leute sind zwar in der Regel wirklich großartig, aber für Auto- oder Motorradfahrer ist die Schweiz ein Polizeistaat der selbst die ehemalige DDR bei weitem in den Schatten stellt.
Update:
Mehrere Leser haben mir geschrieben ich solle den Titel des Artikels lieber ändern, damit daraus nicht noch eine Anklage wegen Amtsbeleidigung erwächst. Nun ist es schön harmlos, aber eine Abzocke ist und bleibt es dennoch. Dies sieht man nicht zuletzt daran, dass die Kantonspolizei Schwyz ein Konto in bei der „Deutsche Postbank Karlsruhe“ unterhält auf das man seine „Buße“ zu zahlen hat. Irgendwie hätte ich Lust sie in Cent-Stücken zu bezahlen, das ist auch Geld und es ist legitim. Die Cent-Stück könnte man der Polizei direkt nach Schwyz „liefern“ lassen. Aber ich denke, ich werde die Buße bezahlen und versuchen es so schnell wie möglich zu vergessen. Es lohnt einfach nicht sich länger darüber zu ärgern. Bei der nächsten Reise fahren wir vielleicht lieber gleich weiter nach Italien…
Nikon D800E – RAW-Bilder für Pixelpeeper
In meinem Unboxing-Video zur Nikon D800E hatte ich es ja schon angekündigt, in den kommenden Wochen werde ich hier immer mal wieder das eine oder andere RAW-Bild für Euch bereitstellen. Heute möchte ich mit einem Foto der kleinen Tour durch die Eifel beginnen das am vergangenen Samstag entstanden ist. Diese RAW-Datei hat 55MB, wirklich viele dieser Dateien kann ich nicht bereitstellen sonst ist mein WEB-Server mit seinen Ressourcen schnell am Ende. Hier muss ich um Eurer Verständnis bitten! Wer in den nächsten Wochen ein Bild aus der D800E in meinem BLOG findet, dass er gern mal als RAW-Datei anschauen möchte, der kann sich einfach per E-Mail melden, dann stelle ich das Bild auf meinem Web-Server bereit.
Hier nun das erste 100% ungeschminkte Beispielfoto aus der Nikon D800E:
Das RAW-Datei zu diesem Bild findet Ihr hier – einfach anklicken, lokal speichern und dann beispielsweise mit Nikon Capture NX 2.3.2 oder Adobe Photoshop CS 5 mit Adobe Camera RAW 6.7 öffnen. Natürlich funktioniert auch die aktuelle Version von Nikon View NX. Die aktuellen Versionen von Adobe Lightroom und Apple Aperture sollten es auch öffnen können. Spielt mal mit den Parametern des RAW-Konverters und schaut Euch das Ergebnis kritisch an. Dann lehnt Ihr Euch zurück und seid bitte verblüfft was man selbst mit 30 Jahre alten Objektiven machen kann, wenn sie nur richtig gut sind!
Nikon D800E – Erste Testbilder im Detail
Die ersten Testbilder aus der D800E sind inzwischen online verfügbar. Die Bilder sind je nach Komprimierungsstufe selbst als JPG-Datei größer als 20 MB. Daher kann ich sie nicht ohne weiteres in diesem BLOG hosten und habe sie daher auf meinem Web-Server abgelegt.
Starten wir mit Bild Nummer 1 – einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.
Öffnet man das große JPG und schaut es sich in der 100% Ansicht an, so fallen kleine weiße Punkte auf, die über das gesamte Bild verstreut sind. Das Bild ist 30 Sekunden lang belichtet und die rechenintensive „Entfernung des Bildrauschens bei Langzeitbelichtungen“ war bei diesem Bild abgeschaltet. Man kann diese Punkte ganz leicht mit der Funktion „Remove Dust & Scratches“ aus Photoshop entfernen, aber ich habe sie drin gelassen, damit Ihr sehen könnt wie die Aufnahme in „Echt“ aussieht.
Kommen wir zu Bild Nummer 2 – einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.
Dieses Foto ist ein einfacher „Mitzieher“ der an der Nürburgring Nordschleife bei Adenau fotografiert ist. Das Foto ist nach dem Rennen entstanden und es sind einfach nur zwei Streckenposten die nach Hause fahren. Nichts spektakuläres, aber es zeigt sehr schön die Stärken den Nikkor AF-S VR 2.7/70-200mm. Das VR System in diesem Objektiv erkennt Schwenkbewegungen und kompensiert dieses so gut es geht. Hat man ein wenig Übung, so kann man bei Blende 16, ISO-50 oder ISO-100 mit einer Belichtungszeit von etwa 1/15 Sekunde schöne „Wisch-Effekte“ erzielen. Das sieht oft richtig dynamisch aus und ist eigentlich recht einfach zu fotografieren. Leider wurden an der gesamten Nordschleife in den letzten Jahren hohe Fangzäune aufgestellt. Diese versperren eigentlich überall den freien Blick auf die Fahrzeuge, daher ist auch hier der blöde Zaun im Bild. Aber es ist wie gesagt ja nur ein Beispiel-Foto!
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die hohe Auflösung der D800E hier eher hinderlich ist, weil die Kamera „nur“ 4 Bilder/Sekunde schießt und wenn man einige Bilder in Serie geschossen hat, gelegentlich eine Weile blockiert ist bis der kamerainterne Pufferspeicher auf die Speicherkarte ausgelagert ist. Man kann mit der D800E also durchaus solche Fotos schießen, aber mit der D700 oder auch gar der D4 wird man eine deutlich höhere Trefferquote erzielen!
Kommen wir zum Beispiel Nr. 3 – einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.
Hier sehen wir ein Fahrzeug dessen Bewegung durch eine kurze Belichtungszeit „eingefroren“ wurde. Das Foto ist bei Blende 5.6 und ISO-400 mit 1/1600s fotografiert. Das Ergebnis ist sehr statisch und wenig aufregend. Es ist scharf, aber mehr auch nicht. Wirklich scharf ist es auch nur, weil das Auto relativ langsam gefahren ist. Wäre es mit 100 km/h oder mehr an uns vorbei gefahren, so hätte die 1/1600s sicher nicht ausgereicht um es scharf abzubilden. Dann wäre eher 1/4000s notwendig geworden. Das würde bei gleicher Blende aber bedeuten, dass ISO-400 nicht ausreichen sondern eher ISO-800 oder mehr notwendig gewesen wären. Damit kommt die D800E dann in Bereiche in denen sie ihre volle Auflösung nicht mehr ausspielen kann, weil diese mit steigenden ISO-Werten langsam aber sicher im Bildrauschen verloren geht. Auch hier ist eine D4 im Vorteil!
Bilder wie dieses müssen übrigens nicht langweilig sein! Findet man eine Stelle an einer Kurve die über eine Kuppe führt und kann mit einem tiefen Kamerastandpunkt den Rennautos quasi „in Gesicht schauen“, dann kommen kurze Belichtungszeiten oft wirklich gut! Wenn das Auto dann noch in Schräglage ist und die kurveninneren Räder einige Zentimeter hoch in der Luft schweben, dann ist es perfekt! Für diese Bilder braucht man auch keinen Autofokus. Man stelle den Fokuspunkt fix ein und löst in dem Augenblick aus, in dem das Motiv im Schärfebereich ist. Hier ist nun auch wieder ein Nutzer der D4 im Vorteil, weil er pro Sekunde fast die dreifache Bildmenge in den Pufferspeicher seiner Kamera „laden“ kann. Mit der D800E sind diese Aufnahmen ggfs. doppelt so groß oder detailreicher, aber die Ausbeute ist wahrscheinlich spürbar geringer.
Kommen wir zum Beispielfoto Nr. 4 – einfach anklicken um das große JPG zu öffnen.
Hier haben wir jetzt Blende 8 bei ISO-400 und 1/1000 Sekunde. Die Brennweite war hier mit 105mm relativ kurz, so dass die gesamte Szenerie scharf abgebildet ist, von selektiver Schärfe ist hier keine Spur und auch hier stört der blöde Zaun. Die beiden Feuerlöscher geben dem Bild ein wenig Dramatik, irgendwie bleibt es trotzdem langweilig. Doch es ist ein gutes Beispiel für das was man mit der D800E ohne Stativ bei ISO-400 mit dem Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm hinbekommen kann.
Nun Beispiel Nr. 5 – Hier geht es um das Auflösungsvermögen des Nikkor AF-S 1.4/50mm – Anklicken für Originalgröße.
Das Licht war relativ fies und hier konnte auch die RAW-Konvertierung das Ergebnis nicht retten. Aber darum geht es hier auch gar nicht. Es geht um die Auflösung des „Normal-Objektivs“ das Ihr in meinem Video zur D800E schon gesehen habt. Das AF-S 1.4/50mm ist mit etwa 350 Euro ein halbwegs preiswerter Kandidat und der leise schnelle AF-S funktioniert sehr gut. Es ist eine „universelle scharfe Linse“. Schaut Euch das Bild mal in der 100% Ansicht an, da kann man jeden Baumwipfel abzählen!
Kommen wir zum nächsten Beispiel Nr. 6 – ein schneller Schuss aus der freien Hand mit dem 70-200mm Telezoom. Anklicken für Originalgröße.
Bei 200mm Brennweite und 1/800s ist es bei Blende 5,6 noch so eben scharf. Hier sehen wir einen 100% Ausschnitt:
Schaut man genau hin sieht man, dass ich hier schon kräftig am „Schärferegler“ drehen musste und dass das Bild dadurch etwas pixelig aussieht. Aber man muss auch sehen, das ist die 100% Ansicht! Würde man dieses Foto in dieser Auflösung drucken, so wäre es 150x100cm groß – also ein echt riesiger „Lappen“. Wenn der dann im Detail noch so scharf ist wie in diesem Beispiel, dann wäre das immer noch gut! Aber das Beispiel zeigt auch, dass die D800E ihre Stärken eher bei gutem Licht, niedrigen ISO-Werten und unter Verwendung von Stativ und Spiegelvorauslösung ausspielt.
Die „alte Regel“ dass die kürzeste Belichtungszeit dem Kehrwert der Brennweite entsprechen sollte, kann ich hier nicht mehr so ganz unterschreiben. Sollen die Bilder wirklich absolut scharf sein, sollte man mindestens die halbe Belichtungszeit oder weniger wählen. Aber Achtung, hier kommt man schnell wieder in die „ISO-Falle“ und gibt die wirklich guten Ergebnisse an die Kollegen mit der D4 ab!
Kommen wir zum nächsten Beispiel. Es ist eine ganz ähnliche Situation, nur steht hier die D800E auf einem Stativ, der VR ist ausgeschaltet, die Spiegelvorauslösung ist aktiviert. Bei ISO-100 und Blende 8 kann nun mit 1/30s fotografiert werden ohne dass das Bild nennenswert verwackelt ist. Das Ergebnis knallt so richtig. In der 100% Ansicht sieht man jeden einzelnen Stein von Schloss Drachenburg.
Beispiel Nr. 6 – anklicken für Originalgröße und dann die Steine abzählen. Wer genau hinsieht erkennt, dass im Weinberg Burgunder-Trauben angepflanzt werden!
Kommen wir zu Beispiel Nr. 7 – anklicken für Originalgröße
Hier ein 100% Ausschnitt:
Schaut man sich dieses Bild an, so gibt es keine sichtbare chromatische Aberration. Die Baumrinde ist scharf abgebildet, die hellen und dunklen Bildbereiche haben noch reichlich Zeichnung. Ausgedruckt in 100x150cm wäre es extrem detailreich und würde viele Betrachter einfach nur wegen der Details beeindrucken. Hingegen ist das Motiv eher alltäglich und ziemlich langweilig. Wäre hier noch etwas Nebel und eine Rotte Wildschweine zu sehen, dann könnte es gefallen. Aber es ist eben nur ein Beispiel für die Abbildungsqualität eines 20 Jahre alten Nikon Objektivs. Ich denke, dass ein 10-fach teureres Zeiss Objektiv an der D800E bei Blende 8 keine besseren Ergebnisse liefern würde. Das 55er Micro-Nikkor ist auch an der D800E wirklich gut, aber bei offener Blende sind die Bildränder sichtbar abgedunkelt und bei Blende 4 habe ich bei einigen Bildern einen sichtbaren Hotspot in der Bildmitte ausmachen können. Bei Blende 8 ist es jedoch ein echter Traum.
Sehr ähnlich geht es auch Nutzern des inzwischen etwas betagten AF-S 2.8/28-70mm. Es ist zu einer Zeit konstruiert worden, als es noch keine digitalen Kameras gab. Es ist für Film wirklich perfekt. Aber der Chip einer Digitalkamera reagiert an den Rändern Seher empfindlich auf schräg eintreffende Lichtstrahlen. Und genau mit diesem Problem hat dieses Objektiv zu kämpfen, wenn auch nicht sehr ausgeprägt. Bei offener Blende ist es relativ „weich“, bei Blende 8 jedoch sehr scharf. Allerdings ist trotzdem ein leichter Qualitätsabfall an den Bildrändern festzustellen. Wer sich Beispiel Nr. 6 ganz genau ansieht, wird diesen Effekt allerdings auch beim AF-S VR 2.8/70-200 feststellen können. Es ist nicht wirklich schlimm aber dennoch sichtbar.
Die D800E verzeiht den Objektiven eben nicht, absolut gar nichts! In den nächsten Tagen werde ich Euch weitere Fotos zeigen die mit dem AF-D 2.8/20mm und diversen anderen Objektiven gemacht sind. An den großen Originalbildern könnt Ihr Euch dann alles im Details selbst anschauen.
Für alle die es noch nicht kennen, hier mein Video zur D800E. In der zweiten Hälfte gibt es auch einige Objektive zu sehen.
























