Bildaufbau für Dummies – Teil III

Viele Touristen werden tagtäglich in Bussen um die Welt gekarrt und dürfen diese in regelmäßigen Abstände zum Pinkeln und Knipsen kurz verlassen. An den üblichen Fotospots machen dann alle (fast) Reisenden das gleiche Foto und danach geht es schnell wieder hinein in den Bus und weiter zur nächsten Location. Wer sich in einem fremden Land nicht auskennt, die Sprache nicht spricht und keinen Mietwagen mieten kann oder will, für den sind solche Reisen – so gruselig sich das auch anhören mag – als Einstieg gar nicht so verkehrt. Wer mit einem Mietwagen beispielsweise auf Kuba in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt wird, der muss im Land bleiben bis in einem Gerichtsverfahren alles geklärt wurde und er in der Regel zur Zahlung einer hohen Entschädigung verurteilt wird (Egal ob schuldig oder nicht!). Ein solcher Unfall kann einem schon mal die gesamte private und berufliche Zukunft zerstören und das muss ja nicht sein.

Wenn man nun mit dem Bus an einem der üblichen Fotospots abgesetzt wird und nicht viel Zeit für ein halbwegs ordentliches Foto bleibt, so sollte man einige wenige grundlegende Regeln im Kopf haben. Um diese Regeln geht es heute!

Der Mensch als Maßstab

Besonders bei unglaublich beeindruckenden Gebäuden, Gesteinsbögen, Felsen usw. reißen vielen Fotofans instinktiv ihre Kamera hoch und nehmen schnell ein paar Fotos auf. Später daheim werden sie diese Bilder an die Ausmaße des Motivs erinnern. Aber Betrachter welche die reale Situation nicht erlebt haben werden sich ggfs. schwer mit den Bildern tun. Was ist groß, was ist klein, um diese Frage zu beantworten braucht der Zuschauer oft ein kleines Hilfsmittel. Vielfach ist es daher sehr hilfreich einen Menschen als Maßstab in sein Bild zu integrieren. Doch gerade damit kann man herrlich „schummeln“ und durch die Wahl von Brennweite, Standpunkt und Entfernung zwischen Mensch und Hauptmotiv das Motiv besonders gewaltig oder eben auch besonders klein wirken lassen.

Soll das Motiv besonders groß wirken, so ist es oft ratsam den Menschen der als Maßstab fungiert einige Meter von der Kamera entfernt zu positionieren. Eine leichte Telebrennweite hilft Mensch und Hintergrund zu verschmelzen. Hier zwei Beispielfotos:

John Ford Point

Hiking the Wave - Nikon D300

Für den umgekehrten Effekt nutzt man an der Kamera eine recht kurze Weitwinkel-Brennweite und positioniert den Menschen recht nah vor der Kamera. So wird der Mensch betont und die Abmessungen des Hauptmotivs werden abgewertet. Im folgenden Beispiel dominiert der Mensch das Bild während der gewaltige Bryce-Canyon nur noch ein kleiner Statist im Hintergrund ist.

Glücklich am Bryce Canyon

Verwendet man hier eine extrem kurze Brennweite, so sind auch nette Spielereien wie diese hier möglich. (Nikon D300 mit Nikkor AF-D 2.8/10,5mm)

The Big Illusion - Nikkor AF-S 2.8/10,5mm

Stehen, knien oder liegen?

„Kinder sehen die Welt mit anderen Augen!“ – In diesem Spruch liegt viel Wahrheit. In den 40er und 50er Jahren wurde häufig mit zweiäugigen Spiegelreflexkameras von Rollei & Co. fotografiert. Diese Kameras haben einen Lichtschacht und man hält sie sich üblicherweise vor den Bauch oder verkehrt herum hoch über den Kopf. So kann man entweder eine Menschenmenge überblicken oder eben mit den Augen eines Kindes fotografieren. Niedrige Kamerapositionen sind spätestens mit dem Siegeszug der modernen Spiegelreflexkameras etwas aus der Mode gekommen und die Mehrzahl der Fotofans halten ihre tolle DSLR vor eines ihrer Augen und stehen dabei aufrecht.

Wer seinen Fotos ein anderes Look & Feel geben möchte, der könnte sich beispielsweise kurz hinknien um sein Foto zu machen. Wer es noch radikaler will, der wirft sich für ein gutes Foto auch mal in den Staub. Die Unterschiede sind manchmal verblüffend.

Schauen wir uns die beiden Beispiele an. Beim ersten Foto habe ich aufrecht gestanden, während ich beim zweiten Foto etwas in die Knie gegangen bin.

Burr Trail & Capitol Reef NP

Im ersten Bild liegt die Betonung mehr auf den Bergen des Capitol Reef Nationalparks. Das zweite Bild ist eher das Motiv des „einsamen Baumes“. Der Baum dominiert das Bild und weil es keinen Menschen als Maßstab gibt könnte er riesig oder unscheinbar klein sein. Man weiß es nicht genau und so wirkt eher groß. Die Bildaussage ist im Vergleich zum ersten Bild vollkommen anders.

Burr Trail & Capitol Reef NP

Nehmen wir nun einen Menschen als Maßstab hinzu, so ist die Illusion zerstört. Man sieht sofort, dass das Bäumchen vielleicht 2,5 Meter hoch ist und alles in allem ist das Foto eher ein Erinnerungsbild nach dem Motto: „Schaut ich war hier…“ Ein Mensch als Maßstab ist also in einer Bildkomposition oft ein Gewinn, aber eben auch nicht immer!

Burr Trail & Capitol Reef NP

Die Wahl der Schärfeebene

Wer an seiner Kamera eine etwas längere Brennweite und eine große Blende manuell einstellen kann, der hat die Möglichkeit einen Bildaufbau zu wählen der durch die Wahl einer begrenzten Schärfeebene bestimmt wird. Im folgenden Beispiel habe ich manuell auf den Leoparden im Hintergrund fokussiert. Der ahnungslose Vogel und das panisch davon rennende Wildschweinchen sind nur unscharf abgebildet. Teilt man das Bild gedanklich wieder in 9 gleich große Felder, so ist das Gesicht des Geparden ganz bewusst nicht in der Bildmitte sondern an der oberen rechten des mittleren Neuntels angeordnet.

Museum Koening #11

Beim nächsten Bild bin ich etwas zurück gegangen und habe eine etwas kürzere Brennweite gewählt. Nun ist der ahnungslose Vogel im Vordergrund scharf abgebildet. Der gefährliche Jäger im Hintergrund ist noch klar erkennbar, aber der Blick des Betrachters ruht zunächst auf dem Vogel im Vordergrund. Erst nach einem kurzen Augenblick wird der Betrachter die Gefahr verstehen in der sich der ahnungslose Vogel befinden könnte. Beide Fotos sind sich sehr ähnlich und doch so verschieden.

Museum Koening #10

Fazit

Wer sich bereits daheim lange vor dem Antritt einer Reise Gedanken zum Thema Bildaufbau macht und sich so oft wie möglich an profanen Dingen übt, der wird in den kurzen Momenten in den es „darauf ankommt“ instinktiv seine Bilder besser komponieren als die Mehrzahl seiner Mitstreiter. Wer sich unsicher ist welcher Bildaufbau wann und wo richtig ist, er schießt einfach mehrere Varianten und entscheidet später was ihm gefällt und was nicht. Wichtig ist dabei nur, dass ich die vielen Fotos auch tatsächlich unterscheiden.

Bildbearbeitung mit Nik Color Efex Pro 4.0

Vor ein paar Tagen habe ich mein inzwischen etwas betagtes 13″ MacBook gegen ein aktuelle Höllenmaschine mit 16GB Arbeitsspeicher, einer 512GB SSD und einem famosen Retina-Display ersetzt. Wie bei jedem Tausch eines Rechners war daher auch diesmal eine ziemliche „Installationsorgie“ notwendig. Nachdem alles installiert war habe ich das neue Display ein wenig mit Photoshop CS6 auf die „Probe“ gestellt. Dabei kam mir die Idee endlich die Nik Color Efex Pro 4.0 zu kaufen und auf diesem tollen neuen Notebook zu installieren. Zu kaufen gibt es diese Software online via Google Nik Collection zum Preis von 149,- $ (ca. 112,- €). Der Kauf ist sehr einfach und der Kaufpreis kann bequem bspw. via Paypal bezahlt werden.

Bildschirmfoto 2013-09-22 um 20.11.38

Die Nik Color Efex Pro 4.0 sind eine Sammlung diverser Tools für die Bildbearbeitung. Nach der Installation hat sich diese Software sehr elegant in Photoshop CS6 integriert, hier gibt es also keinen „Medienbruch“. Für die Nutzung ist kein Wechsel zu einer separaten Software notwendig, alle Arbeitsschritte können innerhalb von Photoshop erfolgen. Bereits nach den ersten „Testbildern“ ist mir diese Software sehr an Herz gewachsen. Gezielt eingesetzt kann man seine Bilder damit sehr subtil aufbessern. Aber es sind auch krasse Bearbeitungen wie im folgenden Bild möglich.

Hier habe ich für Euch ein relativ langweiliges Bild das im Jahr 2011 auf dem Weg nach Walker in Kalifornien entstanden ist.

DSC_3372

Die zu diesem Bild gehörende RAW-Datei habe ich mit Photoshop CS6 geöffnet und anschließend mit den Tools „Color Efex Pro“ und danach „HDR Efex Pro“ bearbeitet. Dabei habe ich einfach einige der vielen Voreinstellungen verwendet. Die gesamt Bearbeitungszeit für dieses Foto betrug kaum eine Minute und das Ergebnis ist ein echter Hingucker. Auch wenn das Ergebnis mit einer Fotografie nicht mehr wirklich viel zu tun hat und es sieht mehr nach einem Gemälde oder einer gerenderten künstlichen Landschaft aussieht, es hat was – meine ganz persönliche Meinung.

(Alle Beispiele sind 1920 Pixel breit, einfach anklicken und via flickr.com in Originalgröße anschauen)

Supernatural California - Nikon D300

Weniger stark übertrieben ist der Einsatz beim folgenden Foto ausgefallen. Hier sehen wir einen im Original etwas langweilige Szenerie aus den Nevada Mountains die Kalifornien und Nevada trennen. Auch hier war die Bearbeitungszeit nicht wirklich lang und das Ergebnis gefällt mir wirklich gut. Um der Bildwirkung Rechnung zu tragen habe ich diese Fotos bei flickr.com im Album „Supernatural Landscapes“ abgelegt.

Supernatural California #2 - Nikon D300

Hier habe ich noch ein alt bekanntes Motiv, das ich zuerst im Jahr 2005 mit einer Nikon D2x und dem Nikon AF-D 80-400mm aufgenommen habe. Fast 6 Jahre später habe ich das gleiche Motiv mit einer Nikon D700 und dem Höllentele Nikkor AF-S VR 4/200-400mm aufgenommen. Dieses Foto habe ich mir erneut vorgeknöpft und das RAW-Bild mit den Nik Color Efex bearbeitet. Hier fällt die Bearbeitung nun deutlich dezenter aus und das Ergebnis gefällt mir wirklich gut.

La Casa de Dios

Kommen wir zu einem Foto das vor etwas acht Wochen während einer Motorradtour mit der Nikon 1 J2 entstanden ist. Die Gegenlichtsituation war schwierig und der kleine Chip schien zunächst deutlich überfordert zu sein. Die JPG-Datei zeigte besonders in den hellen Bereichen nahezu keine Zeichnung mehr. Umso mehr war ich erstaunt was die Nik HDR Efex in diesem Bild sichtbar machen konnten.

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Hier ein zweites weitere Beispiele die während dieser Motorradtour entstanden sind.

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Nikon_1V1_DSC_5522

Hier habe ich noch einen direkten A/B Vergleich zwischen einer JPG-Datei so wie sie meine Nikon D300 geliefert und hat und einer etwas übertriebenen Bearbeitung mit den NIK Filtern.

Supernatural-California #3 - Nikon D300

Supernatural-California-3-Original

Fazit

Wer einen Weg zur überaus effizienten Nachbearbeitung seines Bildmaterials sucht und wie ich in der Landschaftsfotografie einen etwas „übernatürlichen“ Look seiner Fotos mag, der kommt für ca. 112,- Euro mit den Tools der Nik Collection sehr schnell ans Ziel. Doch der Leistungsumfang dieser Software geht weit über die hier gezeigten Beispiele hinaus. Die enthaltenen Tools für das gezielte „Nachschärfen“ und Schwarz-Weiß Konvertierungen werde ich in den kommenden Wochen näher unter die Lupe nehmen und für Euch immer wieder entsprechend markierte Beispielfotos bei flickr.com posten.

Wer mag kann mich auch bei facebook adden und dort mit mir alle Themen der Fotografie diskutieren.

Bildaufbau für Dummies – Teil 2

In meinem letzten Artikel zu diesem Thema habe ich versucht Euch näher zu bringen, dass viele Bilder einem gewissen Konzept folgen, seien es nun Gemälde von Claude Monet oder das eine oder andere nette Urlaubsfoto. Oft entscheiden bei einem Urlaubsfoto einige wenige Augenblicke darüber ob man am Ende einer Reise eine sichtbar gestaltete Fotografie oder ein einfaches Knipsbild mit nach Hause bringt.

Schauen wir uns noch einmal dieses Bild von Claude Monet an. Achtet mal darauf wohin die Straße führt und wie er die Zäune angelegt hat.

Claude-Monet-10

Nun schaut Euch dieses Foto an das ich im Jahr 2010 irgendwo in Colorado kurz vor einem Schneesturm aufgenommen habe. Das Konzept hinter beiden Bildern ist nahezu identisch. Leider habe ich hier keine Menschen im Bild 😦

Toward the storm

Dann ein völlig anderes Foto, aber mit identischem Konzept – leider auch ohne Menschen – arg…

_DSC4884

Und wieder das gleiche Konzept, Roadmovies mag ich einfach gern…

Through Capitol Reef NP

Schaut man sich dieses Bild an, so findet sich hier das gleiche Konzept wieder.

The Farmers have gone - Nikon D300

Auch wenn diese Beispielfotos keine weltbewegenden Meisterwerke der Fotografie sind, so sind sie doch aktiv gestaltet. Sie sind nicht schnell geknipst sondern mit etwas Überlegung entstanden.

Schauen wir uns noch ein weiteres Beispiel an. Im Jahr 2010 kamen meine Freundin und ich nach einer eiskalten Nacht am frühen Morgen an einer Farm vorbei die über Nacht bewässert wurde. Überall waren Eiszapfen und die Bewässerungsanlage war noch immer eingeschaltet. Ich war wie elektrisiert und habe versucht dies Motiv mit meiner Kamera festzuhalten. Schauen wir uns eines der ersten Bilder an.

Icicles #2

Das erste Foto gibt lediglich die Situation wieder. Wirklich gestaltet ist es nicht, man könnte auch sagen „Das ist ein Knipsbild!“ Schauen wir uns den nächsten Versuch an. Hier hatte ich die Idee den störenden Zaun in den Bildaufbau zu integrieren. Wirklich gelungen ist es nicht, auch dieses Fotos ist ein „Knipsbild“.

Icicles #5

Bei der Kontrolle der Bilder auf dem Kameradisplay ist mir damals schnell aufgefallen, dass das alles Mist ist und ich habe versucht ein gestaltetes Foto dieser vereisten Anlage aufzunehmen. Hier hatte ich die Idee die entlang der Wasserleitung montierten Räder wie einen Tunnel wirken zu lassen und das Bild damit etwas spannender zu gestalten. Der Schatten den das Rohr auf die Wiese war wollte ich nutzen um die Augen des Betrachters zu diesen Rädern zu lenken. Ok, dieses Bild enthält nun eine Art von Konzept, wirklich gelungen ist es allerdings auch nicht.

Icicles #4

Hier jetzt das für mich beste Foto dieser Serie. Hier stimmt eigentlich alles so wie ich es mir vorstelle und das seitlich einfallende Licht lässt die Eiszapfen unterhalb der Wasserleitung zusätzlich noch schön aufleuchten. Mission erfüllt könnte man sagen.  Vergleicht man das erstes und letzte Foto dieses Motivs so versteht Ihr jetzt hoffentlich was ich meine wenn ich davon schreibe oder rede, dass jedem Foto eine Idee oder ein Konzept zugrunde liegen sollte. Fotos ohne Konzept sind in der Regel einfach Schnappschüsse. Das mag für das Fotoalbum zur letzten Reise ganz ok sein, wer aber auf der Suche nach einer eigenen Bildsprache ist sollte sich damit nicht zufrieden geben. (Denn sonst wird das nix mit der Bildsprache…)

Icicles #3

Fotografieren und entspannt fliegen

Nahezu jeder begeisterte Fotofreund wünscht sich auf Urlaubsreisen mit Großraumflugzeugen die Möglichkeit gute Fotos schießen zu können. Der Schlüssel zum Erfolg ist hier ein geeigneter Sitzplatz. Viele Airlines bieten eine Möglichkeit im Vorfeld – oft gegen Aufpreis – einen Sitzplatz über das Internet zu reservieren. Doch welcher Sitzplatz ist für gute Fotos geeignet und wann schießt man die besten Fotos?

Die Webseite www.SeatGuru.com bietet eine sehr schöne Übersicht über die Flugzeuge vieler Airlines. Sehr cool ist, dass sogar in Verbindung mit der Flugnummer eine gezielte Suche nach einzelnen Maschinen möglich ist.

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Auf der Webseite werden sogar einzelne Sitzreihen bewertet und nach einem einfachen Schlüssel farblich gekennzeichnet.

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Sitzplätze die hier bspw. rot markiert sind sollte man nach Möglichkeit meiden, ganz gleich ob man fotografieren möchte oder nicht.

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Wo macht man die besten Fotos?

Nach meiner Erfahrung sollte man sich vor der Reservierung überlegen wie die Flugzeuge den Flughafen ansteuern werden und welche sehenswerten Dinge es aus der Luft geben könnte. Fliegt man beispielsweise nach La Palma oder Teneriffa, so erfolgt der Anflug auf den Flughafen in der Regel aus dem Süden-Westen. Beide Flughäfen sind im Osten der Insel gelegen. Sitzt man also auf der linken Seite des Flugzeugs, so hat man im Landeanflug eine schöne Sicht auf die Insel.

Will man das nicht, so kann man versuchen einen Sitzplatz auf der rechten Seite des Flugzeugs zu ergattern und kann so die oft netten kleinen Strände und das Meer fotografieren oder ggfs. auch mit der Videokamera festhalten. Beides hat seinen Reiz und es kommt darauf an welches Bildmaterial man mit nach Hause nehmen möchte.

Mir gefällt es bspw. sehr gut auf dem Hinflug nach Teneriffa rechts zu sitzen und die Ferienorte am Meer filmen zu können. Für die „Abschiedsszene“ meines Videos sitze ich gern auf der linken Seite. Dort hat man besonders wenn es zum Sonnenuntergang zurück nach Deutschland geht einen tollen Blick auf die Insel. Der Pico del Teide im letzten Licht der untergehenden Sonne ist für ein Reisevideo ein echtes Highlight.

Neben der Seite des Flugzeugs stellt sich noch die Frage ob man vor oder hinter den Tragflächen sitzen möchte. Grundsätzlich gilt, dass die Triebwerke extrem viel heiße Luft und Abgase ausstoßen. Das macht es schwer scharfe Fotos zu schießen wenn man hinter den Tragflächen im rückwärtigen Teil des Fliegers sitzt. Auf der anderen Seite kann man hier stimmungsvolle Fotos aufnehmen wenn man die Flügelspitze geschickt in den Bildaufbau integriert.

Für beste Bildqualität ist allerdings ein Sitzplatz vor den Tragflächen nach wie vor ungeschlagen.

Sitzplätze an den Notausgängen haben oft viel Beinfreiheit und sind sehr bequem. Aber häufig hier die Fensterplätze sehr weit vom Fenster entfernt, so dass man in angeschnallter Sitzposition das Fenster gar nicht wirklich erreichen kann. Hier muss man also abwägen zwischen Flugkomfort und guten Fotos!

Nicht zuletzt sollte man den Stand der Sonne während des Fluges beachten. Es kann reizvoll sein direkt gegen die Sonne zu fotografieren, aber meist werden die Fotos auf der Seite des Flugzeugs das der Sonne abgewandt ist eindeutig besser.

Wann macht man die besten Fotos?

Die Urzeit für Start und Landung ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren. Bereits bei der Buchung der Flüge kann man hier Einfluss auf die Qualität der Fotos nehmen. Ich mag es wenn ein Flug etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang startet, dann ist die Luft noch kalt und klar und das Licht bei klarem Himmel meist sehr gut.

Bei Interkontinentalflügen kann es vorkommen, dass beides günstig zusammenfällt. Wie schon gesagt mag ich Abflüge im Abendlicht weil ich gern im Flugzeug noch etwas filme und so eine stimmige Abschluß-Sequenz für meinen Film aufnehmen kann.

Hier habe ich ein Beispiel-Video für alle die es noch nicht kennen. Landung am Morgen und Rückreise am Abend.

Wer während des Fluges in 10.000 Metern Höhe schöne Fotos machen möchte wird später oft feststellen, dass die meisten Fotos einen fiesen Farbstich aufweisen und auch mit viel Mühe in Photoshop nicht so hingebogen werden können, dass sie brauchbar sind.

Nach meiner Erfahrung ist die beste Zeit für gute Fotos der Landeanflug oder die Zeit unmittelbar nach dem Start. Je nach Flugziel müssen manche Flieger den Flughafen zunächst umfliegen um aus der richtigen Richtung aufsetzen zu können. Das ist die beste Zeit für gute Fotos, sofern man auf der Innenseite der Kurve sitzt. Dann hat man zumeist einen ungetrübten Blick auf die Erdoberfläche und kann in einem relativ stumpfen Winkel durch das Seitenfenster fotografieren. Mit ein wenig Glück ist das Fenster von außen nicht vereist und wer ein kleines Fensterputztuch in der Hosentasche hat, kann vor seiner kleinen Fotosession auch nicht schnell die Fingerabdrücke früherer Fluggäste entfernen.

So gelingen mit ein wenig Planung und Glück wirklich großartige Fotos.

Hier drei recht gut gelungene „Flugbilder“ aus meinem Fundus:

Lake Mead from the air - Nikon D300

Towards Las Vegas - Nikon D300

Towards Las Vegas - Nikon D300

flickr Alben mit WordPress verknüpfen

Der Speicherplatz bei wordpress.com ist leider sehr begrenzt. Postet man hier regelmäßig schöne große Bilder, so erreicht man sehr bald eine Grenze an der man überlegen muss, ob man ältere Artikel löscht oder teuren Speicherplatz einkauft. Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist es das Hosting auf anderen Plattformen wie beispielsweise flickr.com.

In den letzten Tagen habe ich auf einer nicht beschrifteten externen Festplatte viele tausend Bilder eine Reise durch die USA gefunden die ich im Jahr 2010 mit meiner Freundin Sandra unternommen habe. Das Sichten der Bilder war wie eine zweite Reise und es hat wirklich viel Spaß gemacht in aller Ruhe die längst vergangenen Tage anhand der vielen Bilder noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die Herausforderung

Letztlich habe ich 71 Bilder für Euch herausgesucht und auf eine Kantenlänge von 1920 Pixeln verkleinert und bei flickr hochgeladen. Dort sind sie im Album „USA South West“ zu finden. Nun aber kommt die große Hürde, wie zeigt man ein solches Fotoalbum in einem WordPress-BLOG? Eine direkte Unterstützung für flickr-Alben wie beispielsweise [f l i c k r=’linkzumeinemalbum‘] gibt es leider nicht. Während sich bspw. YouTube-Videos auf diese Art und Weise sehr einfach in einen Artikel einbetten lassen, muss man nun etwas „tricksen“.

Hier seht Ihr nun mein Album „USA South West“. Unten rechts in der Ecke ist auch ein Symbol über das man die Fotos in voller epischer Schönheit auf einem großen Monitor anschauen kann.

 

Wie habe ich das gemacht? Die Antwort ist ganz einfach – ich habe bei google.de nachgeschaut wie es geht 🙂

Die Lösung

Ein Foto das bei flicker hochgeladen wurde kann man über eine URL adressieren die etwa dem folgenden Aufbau folgt:

http://www.flickr.com/photos/USERNAME/sets/ID NUMBER

Daraus lässt sich in Verbindung mit einem entsprechenden Shortcode eine Konstrukt erstellen, welches von WordPress korrekt akzeptiert und umgesetzt werden kann. Dieses Konstrukt sieht etwa so aus:

[g i g y a   src=“http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649″ width=“SPECIFY“ flashvars=“offsite=true&lang=en-us&page_show_url=/photos/USERNAME HERE/sets/ID NUMBER HERE/show/&page_show_back_url=/photos/USERNAME HERE/sets/ID NUMBER HERE/&set_id=ID NUMBER HERE&jump_to=“ allowFullScreen=“true“ ]

Fazit

Es ist nicht wirklich schwer und mit ein wenig Übung kann man seinen Lesern auch extrem umfangreiche flickr-Alben als tolle Dia-Show mit einer Vollbild-Option präsentieren. Allerdings wird für das Anschauen ein Flash-Player benötigt. Wer ein iPad benutzt guckt hier also zunächst in die Röhre. Aber auch da gibt es was, nämlich den mit 4,49 Euro recht preiswerten PHOTON Web-Browser aus dem iTunes APP-Store.

Und fertig installiert sieht dieser Artikel auf dem iPad dann so aus:

Photon Flash Browser - iPad - flickr

Photon Flash Browser - iPad - flickr