Fotoschule Teil 9 – Reisefotografie III

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Im Vergleich zum Winter des letzten Jahres kann man diesen Winter eigentlich gar nicht so wirklich ernst nehmen. Der Grund ist ebenso einfach wie plausibel: Kalt ist woanders

Und weil sich auch beim Wetter im alles fein auszugleichen versteht, müssen gerade die Menschen in den USA und Russland heftig frieren während die dort nach Süden wandernden extrem kalten Luftmassen reichlich warme Luft von Nordafrika hinauf zu uns nach Europa drücken. Trotz des milden Wetters habe ich aktuell wieder einmal fieses Halsweh und die meiste Zeit des Wochenendes mit Tee und warmen Decken auf dem Sofa verbracht. Und weil das so extrem langweilig ist, habe ich von den schon auf Teneriffa vorbereiteten Videodateien ein neues Video zum Thema Reisefotografie für Euch bei YouTube hochgeladen.

 

Bereits gestern habe ich ein Video hochgeladen, das am gleichen Tag mal schnell zwischendurch entstanden ist. Es hat zwar mit der Fotografie nur wenig zu tun, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen unter Euch wie sich der SONY HDR-MV1 im Soundcheck gegen eine GoPro HD HERO 1080 schlägt.

 

Für alle die es noch nicht kennen in hier der zweite Teil zum Thema „Reisefotografie“.

 

Damit alles rund ist, habe ich hier noch den ersten Teil für alle die ihn noch nicht gesehen haben.

 

Ich hole mir jetzt eine Tasse heißen Tee aus der Küche und hoffe, dass ich pünktlich zu Beginn der neuen Woche wieder fit bin.

Fotoschule Teil 8 – Reisefotografie auf Teneriffa

Nach der Rückkehr aus Teneriffa habe ich nun einiges an Videomaterial woraus ich noch das eine oder andere kurze Video erstellen kann. Nachdem ich Euch im letzten Teil gezeigt habe was ich auf Reise aktuell dabei habe und wofür das alles ist, gibt es heute ein etwas kürzeres Video das ich nach einer Straßensperre schnell in meinem Auto auf Teneriffa improvisiert habe. Beim Schnitt habe ich noch ein wenig „Teneriffa-Bonusmaterial“ darunter „geschummelt“.

In den nächsten Tagen wird es hoffentlich einen kurzen dritten Teil zu diesem Thema geben. Danach habe ich noch etwas Material für einen Vergleich des SONY HDR-MV1 mit der GoPro HD-HERO 1080. Sobald das alles verarbeitet und veröffentlich ist werde ich mich langsam aber sicher mit dem Schnitt des eigentlichen Reisevideos beginnen. So seid Ihr dann schon ein wenig eingestimmt und könnt hoffentlich mit den Locations aus dem Reisevideo etwas mehr als nur den Namen verbinden.

Ich wünsche Euch viel Spaß mit dem neuen Video 🙂

Ach ja, in meinem Video habe ich auch das „Glück“ angesprochen. Hier habe ich noch ein etwas älteres Video das ich im Jahr 2011 mit meiner Nikon P7000 im Monument Valley aufgenommen habe. An diesem Tag habe ich auf eine ganz besonderes Event gehofft und es sah lange so aus als wenn es nichts werden würde. Aber dann konnte ich doch noch ein paar schöne Fotos machen.

Am Tag danach habe ich gehofft, dass es noch besser wird, denn dieses Schauspiel gibt es im Frühjahr und im Herbst an jeweils drei Tagen im Jahr. Am zweiten Tag ist das Schauspiel etwas ausgeprägter und am dritten Tag sieht es etwa so aus wie am ersten Tag. Welcher Tag laut Kalender wirklich perfekt ist, das kann man in den einschlägigen Internet-Foren erfragen oder man hat eben gleichgesinnte Mitstreiter die bereit sind sich zusammen mit Euch die Beine in den Bauch zu stehen und ordentlich lange für eine gutes Foto zu frieren. Aber ob das Wetter dann auch wirklich so mitspielt wie man es sich erhofft, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Also viel Spaß bei diesem Video das ich nach meinem damaligen Fotofreund Allan Vasenius aus Los Angeles benannt habe. Hier ist noch ein Foto das Allan mir später geschickt hat.

The Vasenius Shadow at Monument Valley

Nach meiner Rückkehr hat Allan mir eine E-Mail geschickt in der er seine Reise für mich und seine Freund zusammengefasst hat. Ein paar schöne Fotos gibt es dort auch zu sehen.

Fotoschule Teil 7 – Reisefotografie

Nach unserer Heimkehr aus Teneriffa ist nun etwas Zeit um mich durch die vielen Stunden Video-Material zu arbeiten und mehrere tausend RAW-Bilder zu sichten. Im Vergleich zu den letzten Reisen ist meine „fotografische Beute“ diesmal etwas bescheiden ausgefallen. Dies liegt daran, dass zwei sehr schöne Locations geschlossen bzw. nicht mehr erreichbar sind und weil ich in diesem Jahr wesentlich mehr gefilmt als fotografiert habe.

Dementsprechend geht es Teil 7 meiner Serie „Ansgar’s kleine Fotoschule“ nicht nur um die Fotografie sondern auch um die Hilfsmittel zur Erstellung schöner Videos die ich diesmal dabei hatte. Einige der Dinge die Ihr im Video zu sehen bekommt habe ich nicht so nutzen können wie ich es mir vorgenommen oder gewünscht habe. Das lag auch am ungewöhnlich kalten Wetter und meiner noch immer sehr angeschlagenen Gesundheit.

So war ich nur einmal zu nächtlicher Zeit über den Wolken hoch oben im Gebirge. Es war so bitterkalt, für einige neue Fotos der Milchstraße wollte ich keine neuerliche Lungenentzündung riskieren. In den letzten Tagen gab es wieder reichlich neuen Schnee mit schwerem Glatteis auf Teneriffa. Es war nicht lustig und es hat fast eine Woche gedauert bis die Straßen wieder befahrbar waren. Aktuell zeigt sich der höchste Berg der Spanier wieder herrlich weiß verschneit und ich wenn ich die Facebook-Fotos der Menschen aus La Orotava sehen, möchte ich am liebsten gleich wieder hin 🙂

Aber nun muss erst einmal das Geld für die nächste Reise verdient werden. Mit ein wenig Glück geht es in ein paar Monaten nach zweijähriger Pause endlich wieder in die USA. Schauen wir mal, schöne Fotos bspw. aus dem Yellowstone Nationalpark habe ich bislang noch keine in meinem Portfolio.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Video, ich habe es mit dem SONY HDR-MV1 Audiorecorder und einer Nikon 1 V2 aufgezeichnet. Die Tonspur kommt vom SONY HDR-MV1. Wer also überlegt sich dieses sehr coole kleine Ding zu kaufen, der sollte sich das Video ggfs. beispielsweise via Apple TV auf dem heimischen Fernseher und über eine große Stereoanlage anhören. Zu Beginn des Videos hört man dann auch schon wie extrem empfindlich die Mikrofone des HDR-MV1 sind. Ich habe eine etwas hastige Bewegung gemacht und das Gerät ein wenig durch die Gegend geschwenkt und man hört auf guten Lautsprechern sehr deutlich die damit verbundenen Windgeräusche!

Dann gibt es noch eine Szene in der ich einige streitende Tiere im Affengehege aufgenommen und dies als Tonspur für eine kurze Video-Sequenz verwendet habe. Eigentlich war es an diesem Tag im Jungle-Park fast windstill, aber eine ganz leichte Brise gab es doch und wer genau hinhört, der hört sie im Video auch sehr deutlich.

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Mein Fazit:

Die Video- und Audioqualität des SONY HDR-MV1 hat mich sehr überzeugt. Allerdings sollte man das Gerät nur in geschlossenen Räumen verwenden. Einen Windschutz kann man aufgrund der Bauweise gar nicht oder nur sehr schlecht anbringen. Daher könnte man es bei Außenaufnahmen bspw. mit einem Nikon ME-1 inkl. Windschutz kombinieren. Das habe ich versucht und die Ergebnisse waren auch ganz ordentlich. Besser eignet sich für den Außeneinsatz allerdings der ZOOM H2n inkl. Windschutz. Leider hatte ich diesen Windschutz daheim vergessen. Also habe ich meist mit einer etwas zusammen gerollten kleinen Socke improvisiert. Es sah zwar etwas komisch aus, hat aber durchaus gut funktioniert.

In den nächsten Tagen gibt es noch einen kurzen zweiten Teil zu diesem Video und dann habe ich auch noch etwas Material zum Thema „Fotografieren bei Nacht“. Es wird also nicht langweilig werden 🙂

Ich bin sehr gespannt auf Euer Feedback. Schreibt mir doch mal was ihr alles auf Euren Reisen mitschleppt, was ihr davon letztlich doch nicht benutzt und wie ihr es künftig handhaben wollt. Ich freue mich darauf!!

Teneriffa 12-2013 – Tag 22

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Nach drei Wochen auf dieser tollen Insel müssen wir heute wieder heim fliegen. Der Hinflug mit den spartanischen „German Wings“ war extrem holprig und die vielen Turbulenzen haben den meisten Fluggästen das schiere Entsetzen in die Augen getrieben. Mir ist aufgefallen, dass sich auf dem Hinflug die meisten Gäste eher ruhig verhielten…

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Oft ist die Stimmung an Bord eine wenig ausgelassen, alle Fluggäste schnattern alle wild durcheinander, stehen im Gang und reden stundenlang über alle Belanglosigkeiten unseres kurzen Daseins auf dieser schönen Welt. Bei unserem Hinflug war das grundlegend anders. Alles saßen brav angeschnallt ihn ihren Sitzen, kämpften mit Angst und Brechreiz und schauten teils ängstlich auf die sich hin und her biegenden Flügel unseres Fliegers.

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Für den Rückflug mit airberlin haben wir deutlich mehr Glück mit dem Wetter. Die Maschine soll um 19h40 starten, also ist 17h30 eine gute Zeit für den Check-In am Flughafen. Im Hotel liegen Mappen der einzelnen Reiseveranstalter aus. Dort haben wir am Vortag nachgesehen ob alles planmäßig ablaufen wird.

Wegen des späten Abflugtermins haben wir am Morgen nochmals alle Zeit der Welt und genießen das tolle Wetter in der Sonne auf der Terrasse vor dem Frühstücksraum. Unsere Koffer haben wir zum Teil schon am Vorabend gepackt und so sind wir um 11h abmarschbereit. Ein Problem ist, dass unser OPEL Meriva keine Ablage für den Kofferraum mehr hat. Alles was in diesem Auto transportiert wird ist also von außen mehr als gut einsehbar. An eine letzte Tour weit ab von unserem Mietwagen mag ich daher gar nicht denken. Also treffen wir uns ein letzten Mal mit unseren Freunden unten in La Paz dem deutschen Viertel von Puerto de la Cruz. Wir parken unser Auto so, dass wir es im Blick haben während wir die warme Sonne bei einem letzten Barraquito genießen.

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Gegen 12h30 machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Den Weg kennen wir inzwischen wie im Schlaf und wo wir unseren Mietwagen abgeben müssen ist auch kein Geheimnis mehr. Vor zwei Jahren habe ich versehentlich den Schlüssel unseres Mietwagens nicht abgegeben und dies erst nach der Sicherheitskontrolle bemerkt. Das war ein wenig blöd aber letztlich unkritisch weil noch genug Zeit war um zurück zum CICAR Büro zu laufen und mich erneut bei der Sicherheitskontrolle anzustellen. Heute habe ich das im Kopf und so vergesse ich es nicht wieder!

So recht habe ich keine Ruhe um noch irgendwo einen Spaziergang zu unternehmen. Am Flughafen treffen wir daher viel zu früh ein. Ich gebe kurz den Schlüssel des Mietwagens ab und schaue mal ob schon ein Schalter von airberlin geöffnet hat. Wir haben erst 14h und unser Flieger soll um 19h40 starten, da wäre es toll wenn wir die Koffer abgeben und uns noch ein wenig die Umgebung anschauen könnten. Aber dieser relativ kleine „Provinzflughafen“ ist darauf nicht vorbereitet. Alle Koffer kommen auf Wagen die gezielt am Ende der Förderbänder für das Gepäck aufgestellt werden. Die airberlin Fluggäste die ab 14h eingecheckt werden wollen nicht nach Köln, würde man uns jetzt auch einchecken, so würden unsere Koffer irgendwo, aber nicht in Köln landen und das wäre eine mittlere Katastrophe.

Wir erfahren, dass unser Flug am Schalter 28 und 29 ab 17h40 eingecheckt wird. Also warten wir dort hübsch brav bis wir endlich an der Reihe sind.  Immer wieder kommen Urlauber die auch nach Köln/Bonn fliegen wollen. Alle sehen den besetzten Schalter 28 und wollen sofort einchecken, aber alle sind wie wir zu früh und müssen ebenfalls warten.

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Als unser Schalter endlich um 17h40 nach langen Stunden geöffnet wird stehen wir tatsächlich am Anfang der Schlange und werden als erste Fluggäste eingecheckt. An den Sicherheitskontrollen ist viel los, aber es klappt alles mehr als problemlos. Nun haben wir noch mehr als eine Stunde bis zum Boarding. Auf der Suche nach dem Irish Pub in dem wir sonst immer gewartet haben müssen wir leider feststellen, dass es ihn nicht mehr gibt. Statt dessen ist dort nun ein etwa doppelt so großer Mix aus Imbiss und Take-Away. Ich organisiere uns zwei kleine Flaschen Rotwein, zwei Sandwiches und eine kleine Toblerone, das kostet fast 20 Euro – Flughafenpreise!

Als wir im Flieger sitzen haben wir Platz 13 A und B – also linke Seite in unserer Boing 737-800 und sogar VOR den Triebwerken. Eigentlich ein mehr als idealer Platz um beim Start ein wenig zu filmen oder schöne Fotos vom Pico del Teide zu machen. Aber wegen des späten Starts ist es schon stockfinster und der Teide ist ebenso wenig zu sehen wie der unbeleuchtete Rest der Insel. Mein großes Reisevideo wird also ohne eine entsprechende Szene auskommen müssen. Oder ich nehme einfach eine Sequenz aus einem der letzten Jahr, „das merkt eh keiner“ 🙂

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Der Flug ist relativ kurz und mehr als problemlos. Der Service bei airberlin ist vorbildlich und wird sind froh, dass wir nicht ständig das Portemonnaie zücken müssen nur um einen Schluck Wasser zu erhalten. Mein Account bei WatchEver ist inzwischen ausgelaufen und so habe ich aktuelle keine Filme mehr die ich auf dem Rückflug anschauen kann. Alles was noch im Offline-Modus verfügbar war, habe ich in den letzten Tagen schnell „weggeguckt“. Nun bin ich ganz gespannt auf die dritte Staffel der sehr coolen Serie „True Blood“. Weil ich eh nichts zum Anschauen habe, lehne ich mich in meinem Sitz entspannt zurück und genieße unter meinem BOSE QuitComfort 15 die Abgeschiedenheit vom Fluggeschehen und die wunderbare stille bei leiser musikalischer Berieselung aus meinem Smartphone.

Als wir in Köln landen ist es kurz vor 2h in der Nacht. Am Gepäckband ist mein Koffer einer der allerersten, ganz kurz danach kommt Sandras Koffer – super!! In Köln ist es nasskalt und wirklich ungemütlich, daher sind wir froh, dass wir sofort ein schönes großes Taxi finden, in das all unser Gepäck auf Anhieb hineinpasst. Geld für das Taxi habe ich noch übrig und so klappt der Transfer vom Flughafen bis nach Hause wirklich problemlos. Als wir mitten in der Nacht um 3h endlich daheim im Bett liegen sind wir ziemlich erledigt aber auch sehr froh wieder heil daheim zu sein.

Am nächsten Morgen sind die Augen verklebt, der Kopf tut weh und ich habe noch ein wenig mit den Folgen des Fluges zu kämpfen. Mir schlägt die Luft und den Flugzeugen immer schwer auf die Atemwege. Dass es bei airberlin immer mal wieder einen kostenlosen Schluck Wasser gibt hilft da ein wenig. Nach drei Wochen auf Teneriffa schmeckt der erste frische Kaffee aus dem tollen eigenen Vollautomaten irgendwie fremd und ungewohnt. Wirklich gut schmeckt das eigentlich nicht, aber er macht wach und hilft mir den ersten Tag in Deutschland im Jahr 2014 anzugehen.

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Deutschland hat uns also wieder und in ein paar Stunden bin ich schon wieder in meinem kleinen Mainzer Appartement und morgen pflichtbewusst und pünktlich im Büro. Die Reise war wieder wunderbar und ich habe mich so erholt wie ich es gehofft hatte.

Die allerbesten Fotos sind gleich am Anfang der Reise nachts oben am Pico del Teide entstanden. Ich bin also mit meiner „Beute“ ganz zufrieden und das was ich nicht geschafft habe, werde ich vielleicht im Dezember dieses neuen Jahres nachholen. Aber schauen wir mal, jetzt kann 2014 erst einmal kommen…

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Teneriffa 12-2013 – Tag 21

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Heute ist der letzte Tag unserer Reise, schon morgen geht es in den Abendstunden wieder zurück ins kalte und verregnete Deutschland. Zwar waren die Temperaturen während der letzten Wochen in Deutschland ungewöhnlich mild, aber es hat vielerorts lange und ausgiebig geregnet. Hier auf Teneriffa hatten wir nur an einem Tag am Nachmittag und in den Abendstunden etwas Regen. Mein Freund Wolfgang hat mir erzählt, dass es hier auch schon einmal über sagenhafte 18 Monate keinen Regen gab. Das ist natürlich mehr als heftig und so gesehen können wir sehr froh über den Regen sein, auch wenn man an einem Abend mal nicht draußen sitzen konnte.

Sehr schön ist übrigens auch, dass durch den vielen Regen den die Stürme im November und Anfang Dezember mitgebracht haben die Insel derzeit saftig grün ist. Zwar blühen hier aktuell deutlich weniger Pflanzenarten als beispielsweise im Mai und Juni, aber besonders im Süden der Insel fällt im Vergleich zu den Vorjahren auf, dass sogar in der unwirklichen felsigen Landschaft überall saftiges Grün zu sehen ist.

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Zum Frühstück nehmen wir uns warme Jacken mit und setzen uns sofort nach draußen. Die Sonne ist noch hinter dem Gebirge irgendwo über Gran Canaria, aber die Temperaturen sind trotzdem recht mild. Als wir unsere erste Tasse Kaffee trinken kommt dann auch schon die Sonne heraus. Nun beginnt der große Ansturm auf die wenigen Plätze auf der Terrasse vor dem Speisesaal, aber heute haben wir uns zwei Logenplätze gesichert und das sogar OHNE HANDTÜCHER!!

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Während wir die Sonne genießen nimmt meine Nikon 1 V1 oben im Schlafzimmer durch das kleine Fenster das nach Osten zeigt wieder eine Zeitraffer-Sequenz auf. Alle 10s ein Bild und das 900x – das dauert seine Zeit und als wir nach unserem echt ausgiebigen Frühstück wieder auf dem Zimmer sind ist die Sonne schon „voll da“ und die 900 Bilder sind dennoch nicht erreicht, also drücke ich die Taste „Menu“ und schon ist die Serie beendet. Schnell die Karte in das Notebook und alles auf die Urlaubsfestplatte kopieren, es wurden 598 Fotos aufgenommen. Bei 30 Bildern pro Sekunde dauert dieses Sequenz dann etwa 20 Sekunden, für mein großes Video eigentlich schon viel zu lang. Daher werde ich bim Videoschnitt entscheiden ob ich etwas wegschneide oder vielleicht das Tempo nochmals etwas anhebe. Diesmal habe ich alle Bilder sowohl im RAW- als auch  JPG-Format aufgenommen. So kann ich auf meinem Mac blitzschnell mit dem kleinen Programm „Time-Lapse“ eine Vorschau der Sequenz erstellen. Das dauert kaum zwei Minuten und schon kann ich ungefähr sehen wie es werden wird. So machen Zeitraffer-Aufnahmen wirklich Spaß.

Gegen Mittag entschließen wir uns zu einem letzen kleinen Ausflug. Unser Weg führt uns über die Autobahn in Richtung La Laguna. Kurz bevor es auf die Südliche Autobahn geht, nehmen die Abfahrt zur Umgehungsstraße in Richtung Anaga-Gebirge. Wir folgen der Ausschilderung nach Tejina und Tegueste. Als wir auf der Höhe von Tegueste sind ist dann auch unser eigentliches Ziel Punta de Hidalgo ausgeschildert. Mitten im Ort biegen wir nach links ab und parken unser Auto in der Nähe der Promenade beim Hotel „Altagay“.

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Unterhalb des Hotels gibt es eine nettes Italienisches Restaurant mit dem schönen Namen „Angelo“. Dort kann man im Garten unter gewaltigen Gummibäumen sitzen und hat einen großartigen Blick auf den Pico del Teide. Als ich meine Sandra darauf aufmerksam mache sieht sie ihn allerdings nicht, denn der Dunst ist heute ziemlich. Erst nach mehrmaligem „Ja daaaaa…“ quittiert sie meine Bemühungen mit einem „Ach daaaaa…“.

Die Speisekarte gibt so etliches her und wir entscheiden uns für den Fisch des Tages mit einem Salat, etwas Brot und Pommes und Papas Arugadas. Als der Fisch kommt sind wir wirklich überrascht, jeder von uns bekommt einen kompletten aufgeschnittenen Fisch mit viel Knoblauch frisch vom Grill – lecker! Zur Abrundung gibt es noch einen Barraquito mit Likör und einen Ramazotti für meine Sandra, man kann es sich hier sehr schön machen! Das gesamte mehr als opulente Mahl kostet 42,90 Euro.

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Nach einer Weile haben wir das Gefühl uns wieder bewegen zu können, ich hole mein Stativ und schon geht unten an der Promenade die Fotosession los. Ich probiere dies und das, aber das Licht ist nicht schön und Wind heftiger Wellengang treibt immer wieder feine Wassertropfen durch die Luft. Später im Hotel werde ich feststellen, dass eigentlich alle HDR-Versuche unbrauchbar sind, weil sich auf den Frontlinsen meiner Objektive hunderte feinster Wassertropen angesammelt haben. Aber irgendwie hat mich die Muse heute eh nicht so geküsst…

Um 17h15 ist der Sonnenuntergang nicht mehr ganz fern, ob er spektakulär wird darf man bezweifeln. Meiner Sandra ist kalt, sie muss mal wohin und hat außerdem überhaupt keine Lust mehr mir bei meinen Leibesübungen mit Stativ und Kamera zuzuschauen. Wer wirklich intensiv fotografieren will, macht das eben am allerbesten allein! Bevor es Genörgel gibt und die Bilder eh nichts taugen packe ich meine Sachen zusammen und wir wandern zum Auto zurück.

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In einem Kreisverkehr geht es hoch nach La Laguna zur Autobahn, dort sind wir auf dem Hinweg auch hergekommen. Gleich rechts geht es nach Puerto de la Cruz. Sandra weist mir den Weg und ich folge ihrem Hinweis. Aber eigentlich ist es falsch, doch umeigentlich ist es auch egal, so können wir uns noch ein wenig die niedlichen Ortschaften rund um El Socorro anschauen.

In einer recht unübersichtlichen Rechtskurve treten die beiden Autofahrer vor mir dann urplötzlich voll auf die Bremse. Rechts steht Polizei, gelbes Blinklicht, irgendwas ist los…

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Seit dem 1.1.2014 gilt auch auf Teneriffa eine Promillegrenze von 0,0% Alkohol!! Da ich hier lieber keinen Ärger will, gab es zum Mittagessen für mich kein Bier sondern eine Cola und der kleine Barraquito liegt schon mehrere Stunden zurück. Aber es ist gar keine Verkehrskontrolle, hier hat es ganz ordentlich gekracht! Zwei Abschleppwagen sind dabei zwei heftig demolierte Autos nach einem seitlichen Frontalzusammenstoß abzutransportieren. Daher hat die Polizei die Straße kurzzeitig gesperrt. Die reumütige Verursacherin steht noch eine Weile neben dem Citroen C5 der Verkehrspolizei und muss diverse Unterschriften leisten. Die Insassen des anderen Autos haben schon alles erledigt und müssen jetzt zu Fuß los und sich ein Taxi suchen. Nach etwa 15 Minuten sind die demolierten Autos verladen und die Glassplitter von der Straße gefegt, es geht wieder weiter. Ein paar hundert Meter später stoßen wir auch schon auf die Autobahn. Man fährt ein Stück neben der Autobahn und kann dann ganz elegant aus einem kleinen Kreisverkehr heraus direkt auf die Autobahn auffahren.

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Als wir auf einer Höhe etwa 10 Kilometer vor Puerto de la Cruz sind, bietet sich uns ein gewaltiges Schauspiel. Die Sonne verschwindet gerade hinter einer dichten Wolkenfront, unten scheint es hinaus als wären lauter riesige Taschenlampen eingeschaltet worden und der Teide hat von der rechten Seite plötzlich ein regelrechtes gelbes Flutlicht. Eigentlich müsste man jetzt sofort anhalten und die Kameras zücken, aber man kann nicht alles im Leben fotografieren. Als wir im Hotel ankommen kann man weder den Teide, noch die Sonne, noch irgendetwas anderes sehen was sich zu fotografieren lohnen würde. Also gibt es noch eine schnelle abschließende Zeitraffersequenz mit der Nikon 1 V1 am geöffneten Schlafzimmerfenster. Während die Kamera vor sich hin knipst sitzen wir aber schon beim letzen Abendmahl. Das Publikum hat inzwischen einmal komplett gewechselt. Wir fühlen uns fast wie die Hotel-Dinosaurier und irgendwie bin ich nun doch froh, dass wir morgen wieder daheim sein werden. Zwar wird das Kantinenessen am Montag nicht gerade eine Offenbarung sein, aber es ist auch mal was anderes als gegrillter Fisch mit Unmengen Knoblauch und Kanarischen Schrumpelkartoffeln 🙂