40. Geburtstag

Sandra wird 40 – wenn das kein Grund ist mal auszuschlafen? Der erste Blick aus dem Fenster ist bereits großartig. So muss ein Tag beginnen…DSCN0344

Nach dem Frühstück geht es los in Richtung Rüdesheim. Der Herbst zeigt sich von seiner allerschönsten Seite. Das Laub der Bäume ist wunderbar und wir fragen uns warum es Menschen in Deutschland gibt noch nie hier am Rhein waren aber bereits mehrmals zum Trekkingurlaub nach Neuseeland geflogen sind.

Kurz vor Koblenz wechseln wir die Rheinseite. Dann wird es richtig toll. Eine Kamera habe ich dabei aber wenn wir einmal damit anfangen jedes mal anzuhalten wenn großartig ist, dann würde wir gar nicht mehr vorwärts kommen. Es muss auch mal Tage ohne 16GB Bildmaterial geben 🙂

Kurz vor Assmannshausen lassen wir uns vom besten Hotel der Welt einen telefonischen Gastronomie-Tipp geben. es soll zu einer Burgschänke in Geisenheim gehen. Wir bekommen den genauen Namen sogar noch per SMS zugeschickt, super!! In Geisenheim angekommen halten wir kurz an und suchen im Navi nach der Burg. “Aha, das wird es wohl sein, 2.4 Kilometer, dass passt!” Ein paar hundert Meter weiter kann ich dann oben am Berg inmitten von Weinbergen eine Burg sehen, das wird es wohl sein. Mir zuckt es wir ein Blitz durch den Kopf, genau dort war ich vor ein paar Tagen bei der kleinen Mopedtour zusammen mit Oliver! Schloss Johannisberg hieß das wohl, hey super da wollte ich immer schon mal hin. Also weiter geht’s…

Später beim Schreiben des BLOG’s werde ich erkennen, dass wir total falsch waren. Eigentlich war mit unserem Gastronomietipp die Burg Schwarzenstein gemeint.

http://www.burg-schwarzenstein.de

Letztlich gelandet sind wir dann aber hier:

http://www.schloss-johannisberg.de

Wie man sich dort trotz Navi und großartigem Gastronomietipp vertun kann – irgendwie auch ein wenig komisch – oder?

Hier sieht man die Burg bei der wir gelandet sind:

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Hier sieht man, dass einfach nur ein paar hundert Meter hätten weiter fahren müssen. Beim roten A ist die Burg Schwarzenstein. Wird sind rechts unten im Bild gelandet. Als GEO-Cacher wären wir wohl denkbar ungeeignet 🙂

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Wie dem auch sei, wir landen Schließlich in einer Burgschänke, leider im falschen Schloss, oder war eine Burg – mich macht es im Nachhinein noch ganz konfus. Aber der Blick ins Rheintal war wirklich schön!

Aber wir haben glück und bekommen einen Platz direkt am Fenster mit großartiger Aussicht in das Rheintal. Die Kellnerin ist auch ganz witzig. Als ihr dann das Besteck auf den Bodenfällt und sie später noch den Inhalt des Brotkörbchens auf dem Tisch verteilt ist sie echt verunsichert. Aber das Essen ist ganz gut. Sandra sucht sich ein Reh-Filet aus, ich entscheide mich für das Hirschgoulasch. nach einem doppelten Espresso geht es gut gelaunt zum Auto und dann nach Rüdesheim. Sandra wird in einer kleinen Boutique sofort fündig und hat nebenan noch ein nettes Erlebnis mit einer Verkäuferin als sie sich für ein paar neue Stiefel entscheidet. So kann das gehen, sehen kaufen, fertig. Eigentlich die Domäne der Männer 😉

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Während wir gemütlich durch Rüdesheim spazieren und uns über die vielen Touristen amüsieren ziehen dichte Wolken auf, der Tag neigt sich dem Ende zu. Mit dem Auto geht es gemütlich am Rhein entlang wieder nach Hause. Zwischendurch springt Sandra noch schnell bei einem EDEKA rein und danach haben wir auch was für das Frühstück nach der Zeitumstellung.

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Wieder daheim sind wir total erledigt, es war einfach echt viel Sauerstoff in der Luft unten am Rhein..

Hier habe ich das GPX des Tages abgelegt.

Und hier noch das Video des Tages:

Schloss Johannisberg – Haarscharf daneben ist auch vorbei…

Die letzten Touren des Jahres – Oder: Der goldene Herbst ist zauberhaft

Als wir morgens wach werden ist Samstag der 02. Oktober. Die Wettervorhersage ist gut und ich habe ein paar Tage später einen Termin für beide Mopeds bei der Werkstatt meines Vertrauens in Rüsselsheim. Nur wie kriege ich zwei Mopeds dorthin? Sandra hat die Idee das tolle Wetter auszunutzen und beide Mopeds nach Mainz zu bringen. Also schnell frühstücken, ab in die Klamotten und los.

Mein TomTom Urban Rider wird mal wieder ausprobiert, so ganz vertraut bin ich damit noch nicht. Wir wollen über die Dörfer nach Mainz. Erst Nürburgring, dann Eifel, dann Hunsrück und später dann nach Mainz. Wir fahren los und nach einer Weile fällt mir ein, dass ich vergessen habe dem TomTom zu sagen, dass es doch den Track aufzeichnen soll. Die Routenführung klappt recht gut aber ich bin doch immer wieder froh, dass ich mich ein wenig auskenne und dass wir uns zuvor bei Google-Maps genau angeschaut haben woher wir fahren wollen.

 

 

 

Nach einem Zwischenstopp am Cafe Fahrtwind geht es weiter in Richtung Nürburgring. Zwischendurch können wir immer wieder tolle Blicke auf Burg und Umgebung erheischen. Traumhaft ist es hier und die Knipserei mit der kleinen Hosentaschenkamera aus dem MediaMarkt macht mir Spaß.

 

In Mainz angekommen ist die Stimmung gut. Schnell im Appartement umziehen, dann ein Taxi bestellen und wieder zurück nach Bonn. Der Zug hat Verspätung, was auch sonst. Aber dafür sind wir so schnell gewesen, dass wir den Zug um 17h20 schaffen. Sandra hechtet in den Bistrowagen und es ist sogar ein Platz am Fenster frei.

 

Entspannte 90 Minuten später sind wir wieder in Bonn, mit dem Taxi geht es für 10 Euro wieder nach Hause. Daheim werden dann mal die mit dem TomTom aufgezeichneten GPS-Daten angeschaut. Die Aufzeichnung hat recht gut geklappt aber das TomTom speichert wirklich nur den reinen Verlauf der Tour. Keine Höhenangaben, keine Zeiten, keine Geschwindigkeiten, nichts. Das kann das Garmin Colorado 300 eindeutig viel besser. Schaut man sich den Track mit Mapsource an stellt man fest, dass wirklich nur das Notwendigste gespeichert wurde, schade!

 

Aber es reicht aus um später die Fahrt rekonstruieren zu können. Ganz witzig ist es mal zu sehen, dass die Routenführungsoption “Kurvenreiche Strecke” aus eine echt hohen Vogelperspektive betrachtet gar nicht so viele Umwege enthält.

 

Montags steht irgendwann Tobias auf der Matte und kurz nach 8h geht es dann wieder mit dem Auto nach Mainz. Was führ eine Fahrerei 🙂 Nach einer Woche mit langen, um nicht zu sagen wirklich langen Tagen im Büro, geht es dann wieder mit dem Blauen Moped nach Hause, Das Auto bleibt in Mainz, man kann nicht alles haben.

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Während der Rückfahrt komme ich an einem kleinen Dorf vorbei, lauter Straßen treffen aufeinander und das TomTom zeigt mir eine Straße an die gar nicht nach Straße aussieht. Kann das richtig sein? Irgendwie nicht. Ich biege also links ab und lande in einem kleinen Örtchen. Das TomTom hat inzwischen neu gerechnet und ich folge dem errechneten Straßenverlauf. Oups, da hört die Straße einfach auf und vor mir ist nur noch ein kleiner Feldweg. Was soll das denn? Umkehren, nächster Versuch. Das TomTom zeigt sich renitent und steuert den Waldweg von der anderen Seite an, ich komme langsam ins Grübeln und versuche es zu überlisten. Also mal in die andere Richtung, es rechnet neu und ich wünsche mit einen Tankrucksack mit meinem iPad und Google-Maps. Da könnte ich mal schnell heraus zoomen und wüsste sofort was los ist. Mit dem TomTom geht das nicht so wirklich und mit Handschuhen eigentlich gar nicht. Egal, es hat schon wieder eine neue Route berechnet. Durch einen mit Laub übersäten schmalen Weg geht es kurvenreich einen Berg hinab. Bis dann auch diese Route in lauter Feldwegen endet. Ja hört das denn nie auf? Ich versuche es noch einmal. Nun schein alles gut zu sein, doch dann bin ich auch schon wieder in diesem kleinen Örtchen und es will schon wieder den Feldweg vom Anfang ansteuern. Was für ein Mist!

 

Ich fahre also zurück zum Anfang allen Übels. Gern hätte ich mal die “Nordorientierte” Kartenansicht gehabt, dann wäre die Orientierung einfacher gewesen. Dann hätte ich eine Straße eingeschlagen die nach “oben links” führt. Aber mit meinen bescheidenen intellektuellen Fähigkeiten ist es mir nicht möglich dies dem TomTom zu entlocken. Traurig aber wahr 🙂 Während ich zurück fahre zeigt mir das TomTom immer wieder abenteuerliche Dinge. Die Bäume scheinen die Orientierung zu stören. Die Karte springt hin und her, das macht mein Garmin Colorado nicht! In mir wächst das Gefühl, dass das TomTom einen deutlich weniger empfindlichen GPS-Empfänger hat.

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Zurück in dem kleinen Örtchen nehme ich dann doch die kleine Straße und bin verwundert, dass ich nach 200 Metern Pflastersteinen, spielenden Kindern und 20 Km/h Begrenzung auf einer gut ausgebauten Nebenstraße lande. Warum denn nicht gleich so…

Daheim angekommen bin ich platt wie eine Flunder und es ist wunderbar, dass Sandra uns schon ein leckeres Abendessen bereitet hat 🙂

Teil 2 der Mopedtour – Oder: Keine Tour für Weicheier :-)

Die Schlange an der Sicherheitskontrolle ist lang, sehr lang! Das Flughafenpersonal ist überfordert und dann kommt auch noch dieses afrikanische Fußballteam! Die Jungs sind spät dran und werden schnell durch gewunken damit sie ihren Flieger nicht verpassen. Den wartenden Gästen passt das gar nicht, ein großer kräftiger Ryp beginnt herum zu stänkern, dann bricht die Hölle los, es gibt eine Schlägerei, jeder prügelt auf jeden ein, ich gehe schutzsuchend in Deckung als es an der Türe klopft. Als ich wach werde steht Florian in der Tür “Hey Bruderherz was ist los, wir haben schon fast 9h – Frühstück!”

Morning Glory?

Das mit dem Weiterschlafen hat funktioniert, definitiv. Ich quäle mich unter die Dusche, gefühlte 200 Minuten später bin ich beim Frühstück – aber in der Realität war ich schneller. Mir kommt der Film Inception in den Sinn, da läuft im Traum auch alles langsamer ab. Wenn dieser Traum eine Inception war, was wolle die Manipulatuere dann bewirken? Wollen sie mir vielleicht sagen, dass wir uns traumhaft schöne Strecken durch den Schwarzwald suchen sollen auf denen wir fast allein sind? Klingt nicht schlecht, so lasse ich mich im Traum gern manipulieren 🙂

Zwei Zimmer – ein Bad – zwei Brüder kriegen das hin 🙂

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Kurz vor der Abfahrt noch ein Blick aus dem Fenster

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Als wir losfahren ist der Himmel dramatisch bedeckt, aber es ist trocken. Der große Bruder hat ne tolle Route geplant, ich bin verzückt. Wir machen einen kleinen Abstecher hoch zum Kandel, dort gibt es heißen Kaffee. Kalt ist es, aber wir sind gut angezogen. Wir treffen zwei Biker die eine Tour in den Pyrenäen geplant hatten. Die Tour sollte via Autoreisezug starten. Leider haben sie erst am Bahnhof erfahren, dass in Frankreich mal wieder gestreikt wird! Also ab in den Schwarzwald, eine geniale Alternative!

Abstecher zum Kandel

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Bikerpause am Kandel

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Vom Kandel geht es die gleiche Strecke zurück. In St. Peter verirren wir uns ein wenig weil ein Umleitung ausgeschildert ist die im Nichts endet. Danach steht endlich “Schauinsland” auf dem Programm. Als wir unterhalb ankommen beginnt es dann doch zu regnen. Unter einem großen Baum halten wir an. Florian geht kurz pinkeln, wie ich später spüren werde, eine wirklich gute Idee! Danach pellen wir uns in unsere Regenkombis. Witzig ist, dass wir uns total unabhängig voneinander exakt die gleichen Kombis gekauft haben. Brüder eben! Gut auch wenn man zu zweit ist, da kann man sich gegenseitig helfen. Es ist immer wieder blöd wenn man schon ein wenig nass ist und dann eine Regenkombi überstreifen will, da klemmt einfach wie die Hölle!

Irrfahrt durch St. Peter und dann “Schauinsland”

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Aber wir kriegen es hin. Ich tausche die perforierten Sommerhandschuhe endgültig gegen zwei Exemplare mit Gore-Tex. Die weichen nicht ganz so schnell durch wie die gelochten Lederhandschuhe. Dann geht es los. Die Fahrt auf dieser genialen Strecke macht aber keinen wirklichen Spaß, zu schlecht ist die Sicht und zu kalt die Atemluft. Immer wieder kommen uns Horden frustrierter Biker entgegen. Aber alle grüßen trotzdem ganz freudig. In einer der letzten Spitzkehren holt Florian weit aus, sehr weit! Danach weiß ich, dass wenn jemand mit seinem Wohnmobil ohne Tankdeckel spazieren fährt der Diesel immer am Rand der Spitzkehre aus dem Tank heraus schwappt! Diesel und Regenwasser, eine fatale Kombination. Florians R1150 kommt gefährlich ins Rutschen. Er fängt sie noch ab und ich spüren wie auch meine K1200 gefährlich ins Schlingern gerät. Nach der Kurve habe ich das Gefühl auch Florians Adrenalin Spiegel nahezu spüren zu können. Das war knapp, echt knapp! Wenig später laufen wir in Freiburg ein. An einer Tankstelle machen wir halt, dort ist es trocken. Der Regen wird immer schlimmer und wir beraten wie es weiter gehen soll. Die Wettervorhersage ist verheerend, also zurück nach Hause, auch wenn es schwer fällt. Bis in die Nähe von Bonn wollen wir gemeinsam fahren, dann sollen sich die Wege trennen. Später wird dann doch alles wieder einmal ganz anders kommen!

Stauflucht im strömenden Regen

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Volltanken und los! Ein paar hundert Meter weiter ist dann die Hölle los, nichts geht, es ist Freitag und wir haben etwa 15h. Wir stehen im strömenden Regen mitten im Stau. Irgendwann meldet der Bordcomputer meiner K1200 ein Problem. Ein rotes Warndreieck blinkt und es werden ein Motorsymbol mit einem Ausrufezeichen und eine kleine Ölkanne angezeigt. Nein bloß das jetzt nicht!! Anhalten geht nicht, absteigen auch nicht, wir stecken mitten drin. Ich bange um den Motor, aber er läuft ganz normal. Als wir etwa 15 Minuten später endlich raus aus dem Schlamassel sind halten wir unter einer Brücke. Motor aus und das Handy raus kramen, ich will beim Motorradhaus Senger anrufen um zu fragen was ich tun soll. Florian meint wir sollten bis zur nächsten Tankstelle fahren, vielleicht ist nur zu wenig Öl drauf. Mein TomTom sagt, dass es nur ein paare hundert Meter sind. Warum nicht, hier können wir eh nicht bleiben. Als ich das Handy wieder eingepackt habe starte ich den Motor und alles scheint wieder ganz normal, nichts blinkt, nichts leuchtet. Hm, ob sie vielleicht einfach nur zu heiß war? Ich denke positiv und wir fahren weiter.

Auf der Autobahn geht es gut voran, aber es ist viel los – Freitagnachmittag! Bei Rastatt ist dann alles vorbei. Autos stauen sich auf vier Fahrspuren! Wir fahren ein langes Stück über den Standstreifen. Ich haben Angst, dass meine K1200 wieder heiß laufen könnte. Jenseits der Autobahn lotsen uns die Navis auf ganz seltsame Wege, das kann alles nicht wahr sein. Wir halten Kriegsrat, dann sage ich meinem TomTom, dass es uns nach Bonn bringen soll und dass wir NICHT auf die Autobahn wollen. Das klappt recht gut auch wenn wir lange im Regen an echt roten Ampeln herumstehen.

Hunger in Speyer

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Schließlich schaffen wir es auf die B9 und da fließt dann alles ganz wunder bar. Bei Speyer ist bei Florian der Hunger unerträglich. Er überholt und wir biegen die nächste Ausfahrt ab. Kriegsrat, POI = Restaurant eingeben und los. Das Restaurant hat natürlich geschlossen, es ist 17h – Mist!! Zwei Tage zuvor habe ich mit die Liste der McDonalds-“Restaurants” auf mein neues TomTom geladen. Es sind nur ein paar wenige Kilometer bis dorthin. Es gibt verschiedene Varianten, ich wähle “POI auf Route”. Das klappt bestens, wir landen in Speyer bei McDonalds – super! Während wir essen überlegen wir, was unsere Frauen wohl dazu sagen würden. Igitt oder so 🙂 Florian ist total kaputt. Die 12 Stunden des Vortages stecken ihm in den Knochen. Er ist etliche Stunden länger gefahren als ich, schließlich hat er mich in Mainz aufgesammelt! Er würde gern in Speyer bleiben. Aber wir haben meine Sandra schon gebeten in Bonn ein Hotelzimmer zu buchen. Noch am gleichen Tag ins Münsterland zu fahren scheint uns unmöglich.

Es geht weiter, frisch gestärkt. Inzwischen war ich auch mal Pinkeln, nicht so einfach mit dem ganzen Regenzeugs. Florian hatte das bessere Timing 🙂

Auf der Autobahn zieht es sich wie Kaugummi, es ist wird dunkel und in der Nähe von Stromberg an der A61 fahren wir einen Rasthof an, der Sprit ist fast alle. Es gibt einen Snickers und dann geht es weiter. Unter unseren Helmen beißen wir die Zähne zusammen. Florian hat einen sauteuren original BMW Helm – Made by Schuberth. Das Visier hat eine Antibeschlagbeschichtung, nur heute wo er sie braucht blättert sie langsam aber sicher ab. Er fährt meist im Blindflug. Auf der Autobahn wechseln wir uns ab, mal fährt er vor, mal fahre ich vor. Eigentlich ist es mir lieber wenn er vor mit ist, dann muss ich nicht ständig schauen ob er noch dran bleibt. Meine K1200 hat fast die doppelte Motorleistung, da ist es einfach ihn nicht zu verlieren. Als wir kurz vor 21h in Bonn ankommen sind wir ziemlich erledigt. Ich liefere den großen Bruder im Hotel ab und bin froh als ich heil daheim angekommen bin. Die Treppen von der Tiefgarage nach oben fallen mir schwer. Um so schöner ist es, dass Sandra mir die Türe öffnet als ich noch schnaufend auf der Treppe stehe. Welch ein Service! Es gibt Spaghetti Bolognese – der Tag ist gerettet!

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Am nächsten Morgen kommt Florian noch auf einen Kaffee vorbei. Gegen 10h startet er dann durch. A59, A560 in Richtung Hennef, dann an der Sieg entlang bis Siegen, dann auf die Autobahn in Richtung Münsterland. Ich hoffe er ist gut angekommen.

46 Jahre gewartet – Oder: Die erste Mopedtour mit dem großen Bruder

Die Wetterprognosen sind schlecht und Sandra ist krank. Die blaue K1200 ist bei Motorrad Senger in Rüsselsheim. Wo würden Elefanten gern wohnen? Klar do, in Rüsselsheim! Wie dem auch sei, es ist Mittwoch und ich fiebere dem Wochenende entgegen.  Die Tage im Büro sind derzeit lang und anstrengend, die Produktivstellung steht vor der Tür. Gut, wenn man vorher noch ein Wochenende lang den Spätsommer auf dem schönen neuen Moped genießen kann, das gibt Kraft für das was die nächsten Wochen vielleicht wie eine Sintflut über mich hereinbrechen wird. Vielleicht auch nicht, egal, dann ist es einfach nur ein schönes Wochenende ohne therapeutischen Hintergrund 🙂

Am Donnerstag ist  um 14 soweit alles erledigt, es geht zum besten Hotel der Welt, schnell umziehen und die Sachen packen, gleich kommt der große Bruder mit seiner blauen R1150r. Und pünktlich wie die Dachdecker steht er auch vor der Türe, es ist Donnerstag der 23. September, die Sonne scheint und die Laune ist gut. Schnell was trinken, kurz aufs Klo und dann mit zwei BMWs auf nach Süden, der Sonne entgegen!

An meiner K1200 ist erstmals das neue TomTom Urban Rider montiert. Das gab es bei amazon.de für 228 Euro, inkl. RAM-Mount – Herz was willst Du mehr… Glücklicherweise habe ich schon den Halter für das “alte” TomTom Rider 2 montiert. Selbiges liegt daheim in der Küche auf dem Tisch und wartet darauf, dass Sandra kommt und mit der weißen K1200 gen Mainz düst um uns zu begleiten. Leider alles ein Satz mit X – Sandra ist krank! Wir fahren also allein und das “alte” TomTom wird noch ein paar Tage auf dem Tisch liegen bleiben…

Ist schon blöd wenn bei 3 Fahrern etwa 33,3% ausfallen – aber wir kriegen auch mit verbleibenden 66,7% eine Tour hin – hoffentlich. Jedenfalls sind wir um 15h07 abfahrbereit – Auch Biker brauchen einen geregelten Tagesablauf!!

Es geht über die B9 nach Süden, Nierstein, Oppenheim, dann Worms. Ich fahre voraus, am neuen TomTom ist die Routenführung auf “Kurvenreiche Strecke” eingestellt. Unser Ziel ist Biberach, erst viel später soll ich erfahren warum 🙂

Auf der B9 geht es gut voran, zwischendurch knubbelt es sich in Worms, der große Bruder übernimmt mal für eine Weile die Führung, wir fahren in Schlangenlinien über die Autobahn, nicht dass die nagelneuen Reifen nur in der Mitte verschleißen 🙂 Irgendwo etwa auf der Höhe von Heidelberg verlässt der große Bruder die Autobahn, kurz drauf gibt es Sprit für die Mopeds und Mars-Riegel für die Fahrer 🙂 Ich korrigiere den Luftdruck im Vorderreifen, es sind “nur” 2.3 bar – hier hat die wirklich vorbildliche Werkstatt des Motorradhauses Senger in Rüsselsheim einen Tick zu wenig Luft drauf gemacht. Das RDC-System mosert schon eine ganze Weile….

Danach geht es weiter gen Biberach, ich fahre voraus, das neue TomTom sucht schöne kurvenreiche Strecken aus. Das witzige bei der Angelegenheit ist, dass der große Bruder an einigen Ampeln neben mir erstaunt ist, dass das neue TomTom automatische ohne jegliche Planung die gleichen Wege fährt die er zuvor daheim via Mapsource für sein Garmin GPS geplant hat.

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Mit einer kleinen Tankpause kommen wir schließlich in Biberach an, juchu wir sind im Schwawrzwald. Irgendwie ist alles komisch, eine neue Umgehungsstraße, das neue TomTom weiß auch nicht wo es lang geht, kollektive Ratlosigkeit beherrscht die Szenerie. Mir kommt diese neue Schnellstraße bekannt vor, der große Bruder biegt rechts ab und dann sehe ich es, in diesem Gasthof haben wir im letzten Jahr, als Sandra mit ihrer YPSE dabei war, übernachtet. Cool! Definitiv! Wir entsatteln die Mopeds, es gibt Rinder-Steak und Filetspitzen vom Reh, alles ganz frisch und lecker!! Danach noch ein Bier und jede Menge Ramazotti – bis wir beide betrunken sind. Auf dem Zimmer das die gleiche Nummer hat wie das gemeinsame Elternhaus wird dann kurz gebloggt und dann auch schon geschlafen…

Gute Nacht – morgen geht es weiter – es ist jetzt 0:43….

Update um 6h22

Die Nacht war kurz, ich werde um kurz nach 6h wach weil sich wieder mal gefühlt eine ganze Mückenfamilie an mir zu schaffen gemacht hat. Sie haben diesmal in die Füße gestochen und es juckt wie die Hölle. Nur gut, dass ich eine kleine Tube Fenistil im schmalen Biker-Gepäck habe. Im Magen ist es ein wenig komisch, die zwei Bier, der Espresso und die 4-5 Ramazotti machen mir noch zu schaffen. Kurz bloggen, vielleicht hilft es ja 🙂

Fehlanzeige, es hilft nicht, ich lege mich wieder hin…

Tag vier – Oder: Überleben ohne Internet

Und schon wieder ist ein Nacht vorbei. Der Gecko ist vom Schlafzimmer ins Badezimmer gewandert. Mitten in der Nacht saß er dort an der Wand und hat den Lichtschalter kontrolliert. Der Schreck war groß, auf beiden Seiten!

Zum Morgengrauen ein kurzer Blick nach draußen ob es sich vielleicht lohnt in Unterhose hektisch auf die Dachterrasse des Nachbargebäudes zu klettern um ein Alpenglühen am Pico del Teide zu fotografieren. Es lohnt sich nicht, der Himmel ist noch genauso verhangen wie gestern – schade für die Fotoausbeute – gut für das Schlafdefizit.

Um 8h unter die Dusche – eigentlich ist es noch viel zu früh, das Frühstück startet offiziell erst um 9h. Aber so kann man noch ein wenig bloggen – leider offline! Es ist nun schon der vierte Tag ohne verstörende E-Mails, ohne Abbuchungsmitteilungen der Hausbank, ohne Hilferufe von Kollegen, ohne irgendwas das einem den Urlaub vermiesen könnte. Eigentlich gar nicht so schlecht…

Um 10h ist ein Treffen mit Karin und Wolfgang anberaumt. Unten im Ort an der Kirche soll es sein. Irgendwie ist es schon witzig, dass hier echt jeder kleine Ort seinen zentralen Platz mit einer Kirche hat. Daran merkt man, dass man nicht in einer der Touristenhochburgen im Süden ist. Ich kann mir kaum vor stellen, dass es in Playa de las Americas einen verträumten Platz vor einer Kirche umsäumt von alten Palmen gibt. Aber das könnte man ja vielleicht mal nachschauen. Nur wann? Am Mittwoch geht es schon wieder nach Hause. Dann ist das Internet wieder da, Fluch oder Segen? Ein wenig unklar ist es mir inzwischen. Vor 20 Jahren habe ich ohne Internet auch ganz gut gelebt. Manchmal erinnere ich mich noch an die Zeiten in den frühen 80er Jahren als RTF, SAT1 und PRO7 an den Start gingen. Damals gab es bei Conrad-Elektronik skurril anmutende Richtantennen mit Parabolspiegeln und Verstärkern. Wenn ich überhaupt mal ein verrauschtes neuen Fernsehbild gefunden hatte, dann durfte ich auf keinen Fall die Jalousie aus Metall herunter lassen!! Dann war es sofort wieder vorbei mit Chin Chin & Co. Harte Zeiten waren das! Mein Fernseher hatte damals 7 Stationstasten und unter eine kleinen Klappe waren kleine kaum bedienbare weiße Plastikrädchen mit denen man über kleine Drehkondensatoren einen Schwingreis auf einen der heiß begehrten neuen Sender abstimmen konnte. Heute gibt es die News im Netz oder als Podcast – die Zeiten ändern sich!

Mit der schrulligen Hasselblad SWC habe ich bislang nur 8 Bilder geschossen. Das Zählwerk steht zwar auf 10 aber ich habe bei zwei Bildern vergessen den Objektivdeckel abzunehmen. Bei einer Sucherkamera merkt man das nicht sofort… Aber das gehört ja irgendwie auch dazu.

Während ich zwischen den Steinen am Punta de Teno meine Fotos mit “unendlicher Tiefenschärfe” bei Blende 16 und 12mm Brennweite mache kommt mir der Hasselblad Flexbody in den Sinn. Damit könnte man das auch machen, sogar mit einem digitalen Rückeil – wenn man 10.000 Euro dafür ausgeben würde. Doch vor dem Bild hieße es statt des Rückteils die Mattscheibe und den Lupensucher zu montieren. Man müsste den Verschluss öffnen und die ganze Geschichte so einstellen, dass von vorn bis ganz weit hinten alles scharf ist. Dazu hätte man eine Gittermattscheibe und ein Bild das auf dem Kopf steht. Würde man die Mattscheibe eine wenig verschwenken, und das wäre für die “unendliche Tiefenschärfe” notwendig würde sich ab einer Verschwenkung von etwa 10° das Bild auf der Mattscheibe abdunkeln und man müsste die 10° oder die 20° Korrekturscheibe zusätzlich einschieben. Je nachdem in welche Richtung man schwenken würde von links oder von rechts. Hätte man alles eingestellt würde man den Drahtauslöser – ohne den beim Flexbody gar nichts geht – halb durchdrücken und so den Verschluss wieder schließen. Danach würde man die Mattscheibe abnehmen, das digitale Rückteil oder das Filmmagazin ansetzen. Beim Filmmagazin würde man den Edelstahlschieber entfernen. Danach hieße es mit einem externen Belichtungsmesser die korrekte Belichtung zu ermitteln und die am Objektiv einzustellen. Dann käme der Schuss – ein völlig unspektakuläres kaum wahrnehmbares “Klick” wäre das akustische Ergebnis. Bei einem Filmmagazin würde man dann den Film weitertransportieren und den Edelstahlschieber wieder einstecken. Dann die Mattscheibe wieder montieren und sich das nächste lohnenswerte Filmmotiv suchen. Mit der Hasselblad 500 C/W wäre das alles ein wenig einfacher, aber das ist ja auch eine Kamera für ausgemachte Weicheier!

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All das geht mir durch den Kopf während ich etwa 30 Fotos mache. In vergleichbarer Zeit hätte man den Flexbody nicht einmal aufgestellt. Das wäre irgendwie so wie bloggen ohne Internet. Irgendwie cool aber doch etwas schrullig. Na, irgendwann komme ich vielleicht mal mit dem Flexbody hier her und genieße die Langsamkeit des Systems 🙂

Noch 20 Minuten bis zum Frühstück…

Los!