Nikon P7100 – Probefahrt mit Mercedes SLK R172

Es ist Freitag und wieder einmal scheint die Sonne, ein schöner sonniger Wintertag beginnt. Während ich die Scheiben meiner ziemlich zugefrohrenen Dieselrakete frei kratze, saust eine Nachbarin mit „Sidolin Streifenfrei“ und zwei Putzlappen um ihr neues Auto herum. Hier und da wird gewienert, dann noch die Scheiben säubern, da ist noch ein Krümelchen, ein prüfender Blick, nochmal die Scheinwerfer polieren, schauen, putzen, schauen, fertig… Das Leben hält hat manchmal seltsame menschliche Tätigkeiten bereit!

Auch meine Tätigkeit wird heute ein wenig seltsam sein, eine Probefahrt mit einem Mercedes Benz SLK Modell R172 steht auf dem Programm. Im Gepäck habe ich die kleine feine Nikon P7100. Ich will mal sehen wie sich das kleine Ding im Bereich der „Produktfotografie“ schlagen wird. Gegenüber des Autohauses ist ein McDonalds Restaurant, da gibt es erst einmal ein kleines Frühstück. Frisch gestärkt geht es danach rüber auf die andere Straßenseite. Der Verkäufer schüttelt mit kurz die Hand und hat sogar meinen Namen parat. Sicher stehe ich in irgendeinem Terminplan.

Das Auto wird kurz erklärt und ich kann mit der P7100 einige Fotos machen. Später daheim am Computer bin ich von der Qualität der Bilder angenehm überrascht. Aber sie sehen sehr „normal“ aus. Also schaue ich mal wie es wirkt wenn man mit Photomatix Pro 4.0 eine leichtes Tonemapping auf die Bilder anwendet. Die RAW-Bilder werden zunächst mit Nikon Capture geöffnet, grob korrigiert und dann als 16-BIT TIFF-Datei gespeichert. Danach werden sie in Photoshop CS4 geöffnet. Parallel öffne ich jedes Bild mit Photomatix und erstelle ein kräftiges Tonemapping.

Beim Befehl „Speichern unter“ öffnet Photomatix das bearbeitete Bild dann automatisch in Photoshop – es ist danach dort zweifach geöffnet! Einmal das Original und einmal die Tonemapping-Variante. Die Tonemapping-Variante klicke ich kurz an, dann Strg+A, Strg+C, Strg+F4, Strg+V und schon habe ich ein Bild mit zwei Ebenen. Unten das Original, oben die krassifizierte Tonemapping-Variante. Mit dem Transparenz-Regler der oberen Ebene kann ich nun das Tonemapping beliebig abschwächen, bis es ggfs. gar nicht mehr sichtbar ist. Die Wahrheit liegt meist irgendwo „dazwischen“, aber auch die Extremwerte gefallen mit manchmal wirklich gut.

Hier ein Beispiel für ein krasses Tonemapping: (Alle Bilder haben 1000 Pixel Seitenlänge – einfach anklicken)

Ein wenig abgemildert und beschnitten wirkt es sho natürlicher…

Hier die Heckansicht (mit ganz wenig Tonemapping).

Nach den Fotos verabschieden wir uns und der Spaß kann beginnen. Es geht in die Eifel, die Sonne lacht und die kleinen engen Straßen machen richtig Spaß. Der Mercedes liegt toll auf der Straße und man kann ihn wirklich sportlich um die Ecken jagen. Der kleine 1.8 Liter Motor leistet „nur“ 184 PS und hat „nur“ 270 Nm Drehmoment. Aber er röhrt und poltert, dass es eine wahre Freude ist. Ab 3000 U/Min klingt er wie ein erwachsener 6-Zylinder, hier haben die „Sounddesigner“ ganze Arbeit geleistet! Meine Peugeot Dieselrakete hat 440 Nm und 204 PS – ist aber im Vergleich zu diesem kleinen Roadster eher eine behäbige Limousine. Der Turbolader macht dem kleinen Motor ordentlich Druck. Stellt man die 7-Gang Automatik statt auf E wie Economic auf S wie Sport geht es richtig gierig vorwärts. Hier spürt man das etwa 400 Kilogramm geringere Gewicht dieses kleinen Roadsters.

Hin und wieder halte ich mal an, Dach auf, Dach zu, Knips hier Knips da, dann geht es wieder weiter. Der SLK macht Spaß, trotz des „kleinen“ Motors ist er nicht träge. Das eng abgestufte Automatikgetriebe hält den Motor stets im optimalen Drehzahlbereich, so kann er die Kraft die er hat auch bei jedem Tritt auf das Gaspedal fast sofort ausspielen. Langsamer als mein Peugeot 407 Coupé kommt er mir nicht vor, nur quirliger.

Hier habe ich es mit dem Tonemapping ganz bewußt ein wenig übertrieben. Man sieht, dass der Lack dadurch ungleichmäßig und stumpf wirkt. Nicht jedes Foto wird durch Tonemapping besser. Manchmal passt es und machmal eben nicht!

Letztlich war es ein wirklich schöner Nachmittag in einem supercoolen Auto das richtig Spaß macht. Mit diesem Ding mal kreuz und quer über Gran Canaria oder Teneriffa zu düsen, das wäre wirklich großartig. Aber mal abwarten, vielleicht gibt es das ja irgendwann einmal 🙂

Und die kleine Nikon P7100 kommt sogar mit den hellen Reflektionen der Sonnenstrahlen im blitzblanken Autolack ganz gut zurecht. Wirklich gut hat mir gefallen, dass man das Display nach oben und unten klappen kann. So sind Überkopffotos wie hier gezeigt kein Problem. Auch kann man das Auto sehr schön auf „Augenhöhe“ fotografieren ohne ständig eine Kniebeuge nach der anderen machen zu müssen. Und die Bildqualität geht auch in Ordnung. Erwähnen sollte man allerdings, dass das separate Tonemapping die Bilder rein technisch gesehen bezüglich der Qualität fast immer verschlechtet – jedenfalls bei extremen Einstellungen. Gerade dunkle Bildbereiche sind plötzlich pixelig und verrauscht während helle Bildbereiche gern mal „grau zulaufen“.

Also auch hier gilt, weniger ist mehr 🙂

Nikon History – Teil 4 – Nikon F5

Nach Teil 1, Teil 2 und Teil 3 will ich Euch heute ein kleines Special zur Nikon F5 vorstellen. Wenn in den nächsten Wochen mal mehr Zeit ist liefere ich Euch ein kleines Praxisvideo nach. dort könnte Ihr dann sehen und hören was man mit der F5 alles anstellen kann. Dieses Video dauert dann sicher eine Stunde oder länger. Hier habe ich also zunächst einen kleinen „Appetizer“ 🙂

Also Film ab mit Nikon History – Teil 4

 

Die Videos zu Teil 1 – 3 habe ich Euch hier zusammen gestellt.

 

Teil 3 – Nikon F4:

 

Teil 2 – Nikon F3:

 

Teil 1 – Nikon F & F2

 

Nikon P7100 at low light

Es ist schon ein paar Tage her, dass ich abends mit meinem Auto ins Rheinhessische gefahren bin um die neue Nikon P7100 einem kleinen Stresstest bei krassem Gegenlicht und einsetzender Dunkelheit zu unterziehen. Hier habe ich noch ein paar Fotos dieser Session die ich gerade etwas aufbereitet habe.

Beginnen wir mit krassem Gegenlicht. Das folgende Bild habe ich aus zwei Einzelbildern zusammen gefügt. Für die Aufnahme habe ich einmal direkt in die Sonne „geschossen“ und beim zweiten mal die Sonne mit einem Finger vor dem Objektiv abgedeckt. So gibt es im Bild unten rechts keine „Blendeneffekte“ durch Reflektionen der Sonne an den Linsenoberflächen innerhalb des Objektivs. Da wegen der abgedeckten Sonne weniger Streulicht innerhalb des Linsensystem herum vagabundiert, sind im unteren Bildbereich auch die Kontraste sehr schön.

Schwierig war der obere Bildbereich. Fotografiert man mit Kameras mit kleinem Chip direkt in die Sonne, so muss man immer beachten, dass der Dynamikumfang der kleinen Chips oft sehr klein ist. Das führt dann dazu, dass die Sonne sich kaum scharf konturiert abbilden lässt. In der Regel wird es nicht mehr als ein großer weißer Fleck sein. So war es auch hier. Damit das Foto halbwegs ansehnlich wird, habe ich den hellen „Sonnenfleck“ komplett wegretuschiert. Danach habe ich die Ebene in Photoshop verdoppelt, via Strg+L das Histogramm geöffnet und die unsere Ebene sehr sehr hell eingestellt. Auf einer Ebenenmaske habe ich dann in der oberen Ebene mit einem Pinsel unterschiedlicher Härte und unterschiedlichen Durchmessers eine „künstliche Sonne freigelegt“.

Kommen wir zum nächsten Bild. Hier habe ich zunächst ein HDR aus 5 RAW-Bildern erstellt. Dieses Foto sah aber wirklich schlimm aus. Also habe ich im oberen Bereich eines der dunklem Bilder der 5-fach Belichtungsreihe darüber gelegt. Im unteren Bildbereich habe ich eines der helleren Fotos verwendet. Die beiden Ebenen habe ich auf etwa 50% Deckkraft gestellt. so ergibt sich ein Foto mit halbwegs natürlicher Anmutung. Man beachte, dass die Sonne nun scharf konturiert ist, aber doch einen recht großen roten „Hof“ hat. Das ist ein Zeichen geringer Dynamik und es tritt trotz HDR & Co. bei Kameras mit kleinen Chips in krassen Gegenlicht-Situationen immer wieder auf.

Bild Nummer drei ist einfach aus zwei Bildern einer 5-fach Belichtungsreihe zusammen gesetzt. Bei solch einfachen Motiven klappt das recht gut. Wäre bspw. eine Person im Vordergrund oder ähnliches, so könnte man diesen Trick nicht anwenden. Bei beiden Bildern habe ich zunächst die RAW-Dateien mit Nikon Capture NX 2.2.8 geöffnet und die Bilder dort so korrigiert, dass sie farblich und bezüglich der Helligkeit gut zusammen passen. Ein sehr einfacher „Kniff“ und das Ergebnis gefällt mir deutlich besser als das vorherige Bild. Es zeigt auch, dass es sich lohnt auf die „Blaue Stunde“ zu warten. In den ersten Minuten direkt nach Sonnenuntergang ist der Abendhimmel oft sehr schön, die Kontraste sind mild und trotzdem ist noch so hell, dass kleine Kameras wie die P7000 oder die P7100 keine gewaltigen ISO-Werte für ein korrekt belichtetes Foto benötigen. Dementsprechend sind die Bilder meist recht brauchbar und weisen wenig Bildrauschen auf.

Nun zum letzten Bild der Serie. Wieder ein „einfaches Motiv“, so dass eine Montage aus zwei Bildern ganz einfach möglich ist. Wieder habe ich zwei RAW-Bilder einer 5-fach Belichtungsreihe mit Nikon Capture geöffnet und danach in Photoshop zusammen gefügt. Beim unteren Bild habe ich diesmal einen bewusst falschen Weißabgleich eingestellt. Der sehr helle obere Teil des Bildes war dadurch fast violett eingefärbt. Da ich nur den unteren Teil verwendet habe, schimmert mein Auto jetzt jetzt leicht violett. Trotzdem ist das Gras neben den Weinreben noch ein wenig grün. Alles in allem gefällt mir diese Variante besser als die HDR-Version die ich vor einigen Wochen erstellt habe.

 

Aber entscheidet selbst…

Letztlich muss man sagen, dass es nicht einfach ist mit der Nikon P7000 oder P7100 unter derart schwierigen Lichtverhältnissen brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Die Nikon D700 ist das wesentlich „härter im Nehmen“. Irgendwie ist alles eine Frage der Dynamik und die nimmt mit kleiner werdenden Pixeln spürbar ab. Genau das ist auch der Grund warum ein betuchter Profi statt einer Nikon D3x eher zu einer Hasselblad mit digitalem Rückteil greifen würde. Hier ist die Sensorfläche nochmals mehr als doppelt so groß. Aufgrund der dafür notwendigen längeren Brennweiten sind die Möglichkeiten beim Spiel mit Schärfe und Unschärfe ausgeprägter als im Kleinbild Format. Bei einer Hasselblad entspricht ein 100mm Objektiv etwa einem 50mm Objektiv an der D3x. Wer mal ein 100mm Objektiv im Kleinbildformat verwendet hat, weiß dass hier das Spiel mit der Schärfe schon gut gelingt. An einer Hasselblad ist ein 200mm Tele eine tolle Portrait-Brennweite. Im Kleinbild ist das schon fast ein „Fernrohr“ und bei Portraits weniger gut einsetzbar weil der Kontakt zum Model durch die notwendige Distanz leidet.

Und was lernen wir daraus? Man kann nicht alles haben 🙂 Eine Hasselblad ist groß, schwer und teuer. Eine Nikon D3x ist immer noch schwer und teuer, bezüglich der Dynamik unterlegen, aber dafür deutlich flexibler im krassen Weitwinkel- oder Teilbereich.

Eine kleine Nikon P7000 oder P7100 spielt in dieser Liga nicht mit und das merkt man auch bei den Bildern. Sie sind wirklich gut, aber eher bei gutem Licht! Wer sich von einer dieser kleinen Kameras erwartet auch nachts noch tolle Fotos machen zu können sollte die Kamera erst einmal irgendwo ausleihen und in Ruhe ausprobieren.

Die Bilder zeigen, dass es geht. Aber sie zeigen auch, dass meist eine ordentliche Portion Nacharbeit notwendig ist.

 

Mit der D700 in die Eifel

Es ist Samstag und wir können es kaum glauben wie draußen die Sonne lacht. Also ab ins Cabrio und auf in Richtung Süden! Kurz hinter Bad Godesberg halten wir auf dem Seitenstreifen mal an. Zu schön ist der Blück hinüber zum Siebengebirge.

Es geht weiter, hinter Bad Breisig biegen wir rechts ab und folgen den Gleisen des historischen „Vulkan Express“. In der Nähe von Bad Tönnisstein halten wir an und lassen es uns in der Schenke unter einer der historischen Brücken gut gehen. Es gibt Wild-Ragout mit hausgemachten Spätzle – lecker! Dazu ein alkoholfreies Hefeweizen und zur Abrundung danach eine Tasse Kaffee – super!

Schnell eine kleine Fotosession. Was ist denn das? Hinter dem Haus gibt es eine Reihe wirklich interessanter Höhlen! Schnell das Stativ auspacken, den Kabelauslöser und los geht der Spaß.

Aus ein paar Minuten wird dann doch eine ganze Stunde. Sandra fotografiert mit dem langen Tele alle Blümchen die sie findet und freut sich an der schönen Hintergrundunschärfe des neuen AF-S VR 55-300mm Tele-Zooms.

Die Sonne steht tief als es weitergeht. Wir fahren in Richtung Mayen. Auf dem Rückweg von Otzenhausen bin ich durch Mayen und dann nach Bell gefahren. Etwa auf halber Strecke hat man einen schönen Blick in ein bewaldetes Tal mit wirklich schönen herbstlich bunten Laubbäumen. Als wir dort ankommen geht die Sonne aber nicht dort unter wo ich es erhofft habe, sie ist dabei hinter einem kleinen ehemaligen Vulkan zu verschwinden. Als wir eine Schild finden „Frei bis Waldparkplatz“ biegen wir ab und folgen der Straße. Später am Parkplatz habe ich ein „Déjà Vue“. Vor vielleicht 8 oder 9 Jahren war ich hier schon einmal. Oben auf dem Hügel – sorry – Vulkan – ist ein kleiner schöner Aussichtsturm. Also schnappe ich mir meinen Rucksack. Drin sind die D7000, die D700, diverse Objektive, Batterien, Filter, Ladegeräte und draußen hängt das neue kleine leichte Carbon-Stativ dran.

Es geht bergauf, Sandra will lieber beim Auto bleiben. Gleich neben dem Parkplatz stehen auch ein paar Haflinger auf der Weide. Das ist für Mädchen eh interessanter als ein Turm von dem aus man eine gute Sicht über die Eifel hat!

Als ich am Turm ankomme bin ich ziemlich fertig. Keuchend schleppe ich mich die Stufen hinauf, warum habe ich nur immer so viel Zeugs dabei?

Später auf dem Abstieg werde ich fast NICHTS davon benutzt haben! Lediglich die D700 mit dem neuen AF-S VR 16-35mm, samt Stativ und Kabelauslöser. Schon fertig… Irgendwie ist einmal mehr klar, das Rucksäcke manchmal völlig unpraktisch sind. Da habe ich extra die D7000 eingepackt damit ich ein paar Videos aufnehmen kann und am Ende des Tages habe ich sie nur einmal ganz kurz am Rhein heraus geholt. Ich sollte für die Filmerei nur noch die P7100 mitnehmen…

Später daheim ist die „Beute“ nicht so wirklich toll. Das Licht war schlechter als erwartet und der Sonnenuntergang ein Flop. Auch ist auf der westlichen Seite des Turms alles so sehr zugewachsen, dass man den Sonnenuntergang gar nicht richtig sehen kann. Die Sicht nach Osten ist allerdings wirklich gut. Für einen Sonnenaufgang wäre das der perfekte Platz. Na mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja mal morgens ganz früh aufzustehen und mich kurz vor Sonnenaufgang im Schnee hoch zu diesem Turm zu schleppen…

Mit der Nikon D300 durch Norwegen

Inzwischen ist es schon eine Weile her, aber gerade sind mir einige Bilder der 2009er Reise durch Süd-Norwegen in die Hände gefallen die ich Euch gern am Stück zeigen würde. Die meisten dieser Bilder sind mit einer Nikon D300 und dem Tokina AT-X PRO 4/12-24 oder dem Nikon AF-S 2.8/17-55mm gemacht. Über einen wirklich langen Zeitraum waren das an der Nikon D300 meine meistbenutzten Objektive. Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch. Also einfach anklicken um sie etwas größer zu sehen.

Starten wir mit einer kleinen Abendstimmung die während der Anreise bei einem kleinen Zwischenstopp in Schweden entstanden ist. Wirklich gut gefällt mir hier der Abendhimmel und wie sich die Kinder als Silhouetten im Wasser abheben.

Kurz hinter Oslo finden wir dann die ersten Fjorde. Begleitet von ständigem Nieselregen fahren wir mit unserem Wohnmobil immer weiter in Richtung Westen. Die Landschaft ist trotz oder vielleicht gerade wegen des Regens großartig.

Ist man müde und neigt sich der Tag dem Ende zu sucht man sich einen schönen See und parkt einfach dort wo es am schönsten ist. In Norwegen gilt das „Jedermanns-Recht“. Solange man keinen Müll zurück lässt darf man überall eine Nacht lang bleiben. Großartig!

Hier ein Blick in einen Fjord den ich von einem Parkplatz direkt am Wasser aus fotografiert habe. Mein Sohn und ich waren etwas länger als zwei Wochen mit einem wirklich coolen Wohnmobil unterwegs. Leider war das Ding so riesig, dass man fast nie dort anhalten konnte wo es wirklich toll aussah. Ein echter Nachteil dieser „Wüstenschiffe“. Hier mag ich die für diese Reise typische leicht verregnete Stimmung und die Abstufung der Felswände an beiden Seiten des Fjordes. Ich denke, dieses Bild ist irgendwo am Hardanger-Fjord entstanden.

Auch hier erinnere ich mich mehr genau wann und wo es war, aber hier flossen zwei Fjorde ineinander und der Himmel sah einfach nur bedrohlich aus. Die besten Bilder macht man wirklich bei schlechtem Wetter!

An dieses Bild kann ich mich auch noch gut erinnern. Es ist in der Nähe von Grimstad entstanden. Wir hatten unser Wohnmobil auf einem wirklich abgelegenen Camping-Platz am äußersten Zipfel einer Halbinsel geparkt und sind zum Sonnenuntergang ein wenig auf den Felsen am Meer herum geklettert. Mein Sohn hatte meine D60 samt 18-200er Superzoom dabei, ich die D300 mit 2.8/17-55 und 4/12-24. Ich habe ihm noch zugerufen, dass er vorsichtig sein soll, denn die Felsbrocken waren glitschig. Kurz drauf lag ich dann selbst auf der Nase und die Gegenlichtblende meines Nikon AF-S 2.8/17-55 war nur noch ein Stückchen Plastikschrott. Aber dieses Foto war es wert!!

An diesem Bild mag ich den fast unwirklichen Charakter sehr gern. Der kleine Bootsschuppen sieht fast aus als wäre er mit einem 3D-Programm „hinein gerendert“.

Sehr gut erinnere ich mich auch noch an die Nacht an einem der großen Wasserfälle. Ich glaube es war der „Langfoss“. Während mein Sohn im Wohnmobil auf dem Parkplatz schlief bin ich mit einer Taschenlampe, der D300, meinem Stativ, einem Kabelauslöser und einem Lappen an diesem Wasserfall herum geklettert. Mit dem Lappen musste ich alle par Minuten die Liste meines AF-S 2.8/17-55mm Objektives trocken wischen. Dieser Wasserfall ist so groß, das im Umkreis von 100 Metern die ganze Luft mit feinen Nieselregen erfüllt ist. Dieses Bild ist etwa 30 Sekunden lang belichtet. Dadurch sieht es fast aus als wäre es ein verregneter Tag. Aber es war tatsächlich lange nach Einbruch der Nacht!

Hier habe ich ein Foto von der gegenüberliegenden Seite des Fjordes. Rechts neben dem einsamen Holzhaus ergießt sich ein kleiner Fluß in den Fjord.

Sehr typisch sind die vielen kleinen Dörfer inmitten versteckter Täler, oftmals direkt an einem Fluss gelegen, der von den Bergen herab immer wieder durch kleine Wasserfälle gespeist wird. Ein ganz zauberhaftes Land!

Richtig doll angetan hat es mit die „Hardangervidda“ – Europas größte Hochebene und der Quell der Energie für viele Norwegische Wasserkraftwerke. Das Wetter war stürmisch, es war selbst im Hochsommer kalt und feucht. Am Horizont konnten wir Schnee und kleine Gletscherzungen erkennen. Ein einziger Traum!

Meine Mamiya 645 hatte ich auch im Gepäck, ebenso wie eine Reihe passender Objektive vom Superweitwinkel bis zum 300er Tele. Beim ersten Film war dann aber die kleine Spezial-Batterie leer und so blieb diese gesamte Mittelformat-Ausrüstung während der gesamten Reise ungenutzt. Was für ein Ärger! Aber ich hatte noch meine gute alte Rolleiflex 3.5F dabei!! Und etliche Rollen Fuji Velvia 50. Alle zu belichten habe ich letztlich nicht geschafft. Wir waren einfach zu viele Stunden unterwegs und mit dem großen Wohnmobil konnten man fast nirgendwo wirklich sicher parken. Ein echtes Manko, hier wäre ein kleiner PKW besser geeignet gewesen. Aber unsere Freiheit bei der Reiseplanung hätte dies im Gegenzug stark eingeschränkt. So waren wir „vogelfrei“ und konnten tun und lassen was wir wollten. Auch nicht schlecht!

Hier einige der Fotos die mit der schönen alten Rolleiflex auf Fuji Velvia 50 entstanden sind. Man beachte auf dem folgenden Bild die winzig klein wirkende Autofähre!!

Entlang des Harangier Fjordes kann man eigentlich alle paar Kilometer anhalten und wird immer wieder schöne Motive finden. Überall sind Obstplantagen links und rechts der Straße. Es gibt „unbemannte“ Stände mit toller Obstauslage. Man nimmt sich einen Beutel mit knackigen frischen Kirschen und steckt ein paar Kronen in eine kleine Blechdose. Wirklich großartig wie diese Menschen mit dem Verkauf ihrer Obsternte umgehen.

Großartig auch, dass man fast überall direkt ans Wasser heran kann. Fast nichts ist abgesperrt. In Bayern am Starnberger See oder am Ammer See sind dagegen weite Teile des Ufers in privater Hand und nicht zugänglich. Das ist in Norwegen gänzlich anders!

Auf dem Rückweg haben wir in der Nähe von Hannover den Vogelpark Walsrode besucht. Hier kam dann auch das famose Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm samt 1.7x Teleconverter mal zum Einsatz!

Als wir nach gut zwei Wochen zurück in Bonn sind haben wir fast 2.000 Kilometer hinter uns gebracht und beim Verleiher wird eine krasse Nachzahlung fällig. Zwar waren wir 15 Tage unterwegs und ab 15-Tagen gibt es keine Kilometerbegrenzung. Aber er kommt mir mit dem Argument, dass wir nur 14 Tage bezahlt hätten und der erste Tag „auf ihn“ gegangen sei. So muss ich fast 600 Euro nachzahlen. Auf dem Heimweg bin ich stinksauer und immer wenn er mir heute noch Werbematerial zuschickt würde ich ihn am liebsten in der Luft zerreißen. Was für ein blöder Arsch…

Aber die Reise war trotzdem großartig und ich würde es jederzeit wieder machen. Aber dann mit einer zuvor vertraglich festgelegten unbegrenzten Kilometerpauschale!

Auch würde ich beim nächsten Mal versuchen nach Stavanger oder Bergen zu fliegen und von dort aus mit einem Wohnmobil in Richtung Nordkap zu fahren. Hier ist die Herausforderung einen Vermieter zu finden der einem nicht auch das Fell über die Ohren zieht und im Gegenzug ein vollständig eingerichtetes Wohnmobil zur Verfügung stellt. In unserem Wohnmobil gab es nicht einmal einen Salzstreuer! Wir mussten alles, wirklich alles mitbringen! Am Tag vor der Rückgabe habe ich stundenlang das Wohnmobil geschrubbt um mir dann später anhören zu müssen, dass es nicht sauber genug sei und dass die „Endreinigung“ nochmals mit 100 Euro veranschlagt wird.

Caravan Center Lütz bei St. Augustin – einmal und nie wieder!