Nikon D300 – Umrüstung auf Infrarot 830nm

Infrarot-mit-Nikon-D800E-und-AF-S-VR-416-35mm-II

Die Infrarotfotografie reizt mich schon seit geraumer Zeit. Wirklich neu ist sie nicht, bereits für etwa 100 Jahren wurden die ersten Versuche mit der Infrarotfotografie unternommen. War es in den Kindertragen dieser besonderen Spielart der Fotografie noch etwas ganz besonderes, so ist es im Zeitalter der digitalen Spiegelreflexkameras recht einfach geworden. Der Sensor einer handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkamera ist in einem weiten Spektrum des sichtbaren und nicht mehr sichtbaren Lichtes empfindlich. Kurzwelliges für unsere Augen nicht mehr wahrnehmbares UV-Licht kann ebenso abgebildet werden wie langwellige Wärmestrahlung.

Nachtsichtgeräte machen sich diesen Umstand schon seit vielen Jahren zunutze. Besonders die warmen Körper von Menschen und Säugetieren lassen sich nachts im infraroten Bereich noch einfangen, selbst wenn unsere Augen längst nur noch tiefe Dunkelheit wahrnehmen können. Doch der Chip einer Digitalkamera soll eigentlich Bilder aufzeichnen die dem entsprechen was unser Auge im Moment der Fotografie wahrgenommen hat. Hier schlägt nun die Stunde der AA-Filter. Diese Anti-Aliasing-Filter sind aus außergewöhnlich hochwertigem Glas gefertigt und erfüllen mehrere Zwecke. Zum einen wirken sie wie ein leichter Weichzeichner um die Bildung unschöner Moiré-Effekte zu vermeiden. Diese ergeben sich durch die gleichmäßige Anordnung der Pixel auf einem herkömmlichen Sensor in Verbindung mit Motiven die feine Mustern und geometrische Strukturen enthalten. Bei einem Stück Film ist das anders, dort sind die lichtempfindlichen Kristalle relativ zufällig verteilt, so dass hier kaum Moiré-Effekte entstehen können.

Eine weitere Aufgabe des AA-Filters ist es, die Bereiche des Lichtspektrums die wir Menschen nicht sehen können vom Chip fern zu halten, damit sie das Bildergebnis nicht verfälschen. Bei Kameras wie der Fuji X100 ist das ein wenig anders. Diese Kameras verwenden AA-Filter die deutlich weniger in das „Bildgeschehen“ eingreifen und zusätzlich sind die lichtempfindlichen Pixel ein wenig unregelmäßig verteilt. Damit können diese Kameras eine ganz außergewöhnlich hohe Vielfalt an kleinsten Details abbilden und man kann sie sogar in Verbindung mit einem handelsüblichen Infrarotfilter (720nm) für die Infrarotfotografie einsetzen. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Farbdarstellung dieser Kameras manchmal nicht so präzise ist wie es sich mancher Techniker in seinem Labor wünschen würde.

Hier habe ich ein Beispielfoto für Euch, das im letzten Jahr in der Schweiz entstanden ist. Ich habe es mit der Fuji X100 und einem HAMA IR72 aufgenommen.

Neulich-am-Zaubersee

Aber man kann Farbverschiebungen in Verbindung mit einem kleinen Trick Rechnung tragen und Kameras mit dünnem oder gar fehlendem AA-Filter so auf die Sprünge helfen, dass sie eine korrekte Farbdarstellung liefern. Hierzu braucht man lediglich ein paar passende ICC-Profile und einen RAW-Konverer wie Adobe Camera-RAW. Wie das geht habe ich in diesem Video gezeigt.

Schaut man sich die beiden Fotos weiter oben etwas genauer an, so fällt auf, dass die Wolken relativ viel Bewegungsunschärfe zeigen. Woran liegt das? Besonders die Nikon D800E ist als hochauflösende Studiokamera konzipiert und der AA-Filter lässt fast kein Infrarotlicht passieren. Setzt man nun einen Infrarotfilter vor sein Objektiv, so muss man selbst an sonnigen Tagen bei ISO-100 bis zu 30s und länger belichten. Das Ergebnis sind besonders bei der D800E Fotos, die aufgrund der langen Belichtungszeit sehr mit Bildrauschen zu kämpfen haben. Um das Bildrauschen zu verringern könnte man jedes Bild VIERMAL aufnehmen und später in Photoshop mit schwindender Deckkraft „übereinander legen“. Doch das wird eine zeitraubende Angelegenheit, weil man 4x 30s belichten muss, 4x 30s warten muss bis die Rauschunterdrückung fertig ist und dann noch eine längere Zeit mit Photoshop verbringen muss.

Bei der Nikon D700 ist das Bildrauschen weniger stark, aber auch diese Kamera verwendet einen sehr dichten AA-Filter. Wer die Nikon D700 für die Infrarotfotografie in Verbindung mit einem IR-Filter vor dem Objektiv nutzen möchte, der muss wie bei der D800 ständig den Filter an und wieder abschrauben. Das ist nicht nur lästig, da besteht auch immer die Gefahr, dass man beim Hantieren mit dem Infrarotfilter das Objektiv stärker als erlaubt berührt und die eingestellte Fokussierung versehentlich verstellt.

Hier ein Beispielfoto das ich mit meiner Nikon D700 gemacht habe. Für dieses Foto habe ich ein altes manuell fokussiertes Nikon AiS 2.0/35mm in Verbindung mit einem HAMA IR-72 verwendet, das recht unempfindlich gegenüber versehentlicher „De-Fokussierung“ ist.

Siegwehr-mit-Nikon-D700-und-Infratrot-Filter-IR-72

Einerseits ist die Bewegungsunschärfe dieser Fotos ja sehr schön, aber die Entstehung dieser Bilder ist abgesehen von der genialen kleinen Fuji X100 meist sehr mühsam.

Daher habe ich mich lange gefragt ob es nicht irgendwie einfacher geht? Und siehe da, das Problem lässt sich lösen. Schauen wir uns die Sensor-Einheit der Nikon D300 einmal genauer an. Auf dem folgenden Foto sieht man sehr schön den eigentlichen Chip der Nikon D300 und den Halter für den AA-Filter. Um an diese Baugruppe zu kommen, muss man die D300 sehr weitgehend zerlegen. Keine einfache Aufgabe, aber für einen geübten Servicetechniker durchaus machbar. Danach kann der AA-Filter entfernt und durch einen Filter ersetzt werden, der nur noch langwellige Wärmestrahlung passieren lässt.

Nikon-D300-CMOS-Sensor

Ich habe mich vor 5 Wochen entschlossen die ältere meiner beiden Nikon D2x entsprechend umbauen zu lassen. Leider gab es ein technisches Problem, daher habe ich mich entschieden meine Nikon D300 zu „opfern“ und sie zu einer Wärmebildkamera umbauen zu lassen. Der Umbau hat 529,- Euro gekostet und mit dem Ergebnis bin ich relativ zufrieden. Ein Problem bei extrem dichten Infrarotfiltern ist, dass sich in der Schmelze aus Glas und Blei winzige Klumpen bilden können. Hat man einen solchen Filter weit weg vom Sensor vor dem Objektiv so ist das alles völlig unkritisch. Baut man einen solchen Filter nun aber direkt vor dem Sensor der Kamera statt des AA-Filters ein, so werden selbst allerfeinste „Miko-Klumpen“ als dunkle Flecken auf den Bildern sichtbar. Je dichter ein Infrarotfilter ist, umso größer ist das Risiko, dass diese „Klumpen“ auftreten. Besonders bei „echten“ Infrarotfiltern mit 830nm ist das Risiko groß. Daher müssen diese Filter einzeln selektiert werden und oft bemerkt man erst nach dem Zusammenbau der Kamera, dass der Filter nicht geeignet ist. Dann hilft nur eines, das ganze Ding muss wieder zerlegt werden und es muss ein zweiter Versuch gestartet werden. Zusätzlich kann beim Umbau noch allerfeinster Staub zwischen Sensor und Chip gelangen. Dieser lässt sich später nicht mehr entfernen und man muss die „Fehlstellen“ entweder in jedem seiner Fotos immer wieder manuell mit Photoshop und dem Kopierstempel entfernen oder man arbeitet grundsätzlich im RAW-Modus und verwendet Nikon Capture für die RAW-Konvertierung. Hier kann man dann ein Staubreferenzbild verwenden um die Schatten der Staubkörner automatisch aus den Bildern zu entfernen.

Bei den ersten Testbildern musste ich leider feststellen, dass auf meiner teuer umgebauten Nikon D300 nicht nur 2-3 kleine „Klumpen“ zu sehen sind, sondern etwa 20 winzig kleine dunkle Fehlstellen. Angesichts des Umbaupreises in Höhe von 529,- Euro ist das wirklich frustrierend! Wie sehr sie im „echten Leben“ aber wirklich stören werden, dass wird sich zeigen.

Hier habe ich nun mein erstes Test-Foto mit der umgebauten Nikon D300. Jeder der daheim ein Ceran-Kochfeld hat weiß, dass diese Dinger fast schwarz sind und dass man die Heißspiralen nur sieht, wenn sie tief drinnen im Kochfeld rot aufglühen. Mit der umgebauten Nikon D300 kann man nun durch dieses „Glas“ hindurchschauen. Und das Krasse ist, dass dies bereits bei ISO-800, Blende 2.8 und 1/30s funktioniert – also freihändig ganz ohne Stativ!

Nikon D300 - Infrarot - Infrared

Schaltet man eines der Kochfelder für etwa 10s ein, so wird es im Bild wie im folgenden Fotos dargestellt. Die sich langsam erwärmende Heizspirale wird weiß abgebildet. Lässt man das Kochfeld eingeschaltet bis man mit bloßem Auge die Heizspirale sehen kann, so überstrahlt dieses eine Kochfeld im Testbild schnell das gesamte Foto. Die Nikon D300 kann also „Wärme“ nach dem Umbau sehr gut differenzieren!

Nikon D300 - Infrarot - Infrared

Hier nun das Kochfeld vorne links im Detail. Es war etwa 15s lang eingeschaltet und schon sehen wir, dass man mit sehr kurzen Belichtungszeiten arbeiten kann und dass die Wärmestrahlung zu weißen Bildbereichen führt während der Rest des Kochfeldes ist tiefer Dunkelheit versinkt.

Nikon D300 - Infrarot - Infrared

Nun ein Test im Schneetreiben an der Bonner Museumsmeile mit ISO-200, 1/125s und Blende 5,6 ohne Stativ. Als Objektiv habe ich das Nikon AF-S 2.8/17-55 verwendet.

Nikon D300 - Infrarot - Infrared

Das Bild zeigt überraschend viele feine Details und lässt für das Frühjahr auf schöne Landschaftsfotos mit der D300 hoffen. In der kalten Winterzeit sind Infrarotfotos meist relativ langweilig weil nur wenige Bildelemente wirklich warm sind. Blühen aber erst einmal die Pflanzen und produzieren die Blätter der Bäume wieder ordentlich viel Chlorophyll, so werden mit der umgebauten Nikon D300 Infrarotfotos wie dieses hier ganz einfach möglich sein und darauf freue ich mich jetzt schon ganz besonders 🙂

Sonogno-im-Tessin-mit-Fuji-X100-und-IR-72

Nikon D300 – Einmal Norwegen und zurück

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Im Jahr 2009 bin ich mit meinem damals 12 Jahre alten Sohn in einem Wohnmobil nach Norwegen gefahren. Es war eine wirklich tolle „Vater-Sohn-Tour“ und wir haben viel gesehen und erlebt. Auf dieser Reise hatte ich eine Nikon D300 im Gepäck. Zusätzlich waren eine Mamiya 645 Pro II und eine alte zweiäugige Rolleiflex 3,5F mit von der Partie. Leider musste ich gleich bei den ersten Fotos mit der Mamiya feststellen, dass die kleine Spezialbatterie leer war. So hatte ich viele tausend Kilometer eine tolle Mittelformatkamera und viele Rollen Fuji Velvia 50 im Gepäck. Aber fotografieren konnte ich damit nicht weil ich keinen Fotoladen finden konnte, der in der Lage war mit diese fiese kleine Spezialbatterie zu verkaufen.

Also habe ich mich auf die Rolleiflex und ganz besonders auf die Nikon D300 konzentriert. Heute liegt die Reise schon ein paar Jahre zurück und die D300 steht kurz davor von der D400 (…oder 7100 oder D8000 oder was auch immer…) abgelöst zu werden. Ich habe mich heute gefragt ob dies wirklich notwendig ist? Nach der letzten Fotosession mit der meiner Nikon D2x ist mir einmal mehr klar geworden, dass 12 Millionen RGB-Pixel für „normale Fotos“ mehr als ausreichend sind. Wer kein Andreas Gursky ist und seine Bilder nicht auf Hauswände aufkleben will, der ist auch im Jahr 2013 mit einer Kamera die 12.000.000 Pixel auflösen kann noch immer sehr gut bedient.

Unsere Route hat uns von Bonn über Hamburg und Dänemark nach Schweden geführt. Über Oslo ging es weiter entlang der südlichen Küste Norwegens nach Bergen. Von dort sind wir über Europas größte Hochebene die Hardanger Viadda zurück nach Oslo gefahren und dann durch Dänemark wieder heim nach Bonn.

Ein komplette Reisebeschreibung findet Ihr hier:

Aber schauen wir uns doch mal welche Fotos ich mit der Nikon D300 in Norwegen hinbekommen habe. Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit. Einfach anklicken und in einem neuen Tab öffnen.

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Nikon D300 - Norwegen - Norway

Fazit:

Die hier gezeigten Bilder sind nur eine kleine Auswahl aus vielen tausend Bildern die während dieser Reise entstanden sind. Die D300 hat nicht einmal herum gezickt. Die Akkus liefern richtig lange richtig viel Strom. Ich hatte zusätzlich einen Batteriegriff dabei in dem ich einen zweiten Akku unterbringen konnte. Damit war die D300 stets und überall schussbereit. Die heute etwas altmodisch anmutenden Compact-Flash-Karten haben sich auch auf dieser Reise bewährt. Sie sind überaus robust und stecken ordentlich was weg. Da muss man sich keine Sorgen machen, bei den kleinen SD-Karten ist das anders. Die gehen gern mal schnell kaputt und dann sind vielleicht alle Bilder eines Tages oder einer ganzen Reise verloren.

Der Autofokus der D300 arbeitet schnell und zuverlässig, der Sucher ist groß und hell, der Belichtungsmesser versieht seine Aufgaben ohne große Fehler. Die Möglichkeit Belichtungsreihen mit bis zu 9-Bildern aufzunehmen ist grandios und ich vermisse dies gelegentlich bei der Nikon D7000. Mit Batteriegriff lieft die D300 toll in der Hand, sie ist eher ein erwachsenes Arbeitsgerät als eine „Kinderkamera“, mir kommt das sehr entgegen.

Und last but not least ist die Bildqualität, besonders wenn man den 14-Bit RAW-Modus benutzt, über alle Zweifel erhaben. Diese Kamera kann alles was man braucht und das auf sehr hohem Niveau.

Steht man vor der Wahl ob Nikon D300 oder Nikon D700 so ist die Antwort nicht einfach. Ich würde vielleicht die D700 nehmen, obwohl sie etwas langsamer ist und die größeren schwereren Objektive benötigt. Aber das liegt daran, dass mir kaum eine Kamera zu schwer ist, wenn ich sie nicht allzu weit tragen muss. Kommt es einzig auf die Bildqualität an, so liefert die D300 bei ordentlichen Lichtverhältnissen die gleiche Bildqualität wie die D700, gute Objektive natürlich vorausgesetzt.

Wer im Jahr 2013 eine gebrauchte gute robuste Kamera sucht, der liegt mit der D300 meiner Meinung nach genau richtig. Sie ist etwas moderner als die D2x (Live-View, 14-Bit) und bei vergleichbarer Bildqualität deutlich preiswerter als die D700. Man muss hierbei auch bedenken, dass die Kamera nur ein kleiner Baustein einer größeren Fotoausrüstung ist. Gute Objektive sind für die D300 deutlich preiswerter als für die D700. Letztlich wird man es den allerwenigsten Fotos ansehen ob sie mit einer D300 oder D700 gemacht wurden.

Nikon D2x – Vor der Herztransplantation

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Es ist Freitag und ich habe meinen freien Bürotag. Nachdem in meiner Mainzer Wohnung das Geschirr gespült und die Wäsche gewaschen ist geht es heim nach Bonn. Der Himmel ist bedeckt und es sieht nach allem aus, aber nicht nach schönem Fotowetter. Dennoch habe ich meine Nikon D2x dabei. Es ist meine „Zweitkamera“. Sie ist wenig benutzt, denn ich habe sie mir voller Frust an dem tag bei eBay ersteigert als ich im Frühjahr 2010 im Arches National Park in Utah ausgerutscht und einen kleinen Abhang hinunter gefallen bin. Meine „erste D2x“ ist mir dabei von der Schulter gefallen und den felsigen Abhang hinab gekugelt. Sie hat danach noch funktioniert – hey es ist eine Nikon – aber das Gehäuse war unten am Hochformatauslöser gebrochen und der Autofokus ging nicht mehr. Meinem heiß geliebtes Objektiv AF-S 2.8/17-55mm hat den Unfall heil überstanden, die Sonnenblende hat den Sturz unter Einsatz ihres Lebens abgefangen. Sie konnte für etwa 25,- Euro ersetzt werden!

Hier ist die „Absturzstelle“ – etwas oberhalb von da wo der Typ mit der roten Jacke steht bin ich ausgerutscht. Hätten eure Kameras solch einen Sturz überstanden?

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Zurück im Motel in Moab war damals der Frust wirklich groß und ich habe mich noch am gleichen Abend bei eBay nach einem Ersatz umgesehen. Und für knapp 700,- Euro wurde ich fündig. Eine zweite korrekt funktionierende Nikon D2x in gutem Zustand, Herz was willst Du mehr…

Einige Monate später war die defekte D2x dann wider Erwarten repariert, die Reparaturkosten betrugen knapp 950,- Euro. Aber sie war noch wie neu und hatte nur sehr wenige Auslösungen hinter sich, daher erschien mir eine Reparatur mehr als sinnvoll. Der Frust mit der teuren Foto-Versicherung kam postwendend: „Verschrammungen am Gehäuse sind nicht versichert!“ Ganz einfach, die Versicherung unterstellt mir, dass die Reparatur zu teuer und nicht in vollem Umfang notwendig war. Ich soll nun Beweise beibringen, dass das Gehäuse gebrochen war. Die kann ich nur nicht beibringen, weil ich den Schaden nicht fotografiert habe. Nun warte ich seit Monaten darauf, dass der deutsche Nikon-Service mir eine Bestätigung ausstellt, dass das Unterteil des Kameragehäuses gebrochen war. Vorher gibt es kein Geld und ich bin deshalb von meiner teuren Fotoversicherung echt enttäuscht! Warum zahle ich seit fast 10 Jahren über 500,- Euro im Jahr für eine Versicherung die sich im Falle eines Schadens hin und her windet und die Reparaturkosten nicht übernehmen will. Hätte ich die Kamera in ein tiefes Loch geworfen, dann hätte die Versicherung wahrscheinlich etwas gezahlt. Aber ich hänge an dieser Kamera und alles andere wäre auch ein Versicherungsbetrug.

Wie es auch ausgehen wird, ich werde diese Versicherung kündigen und künftig 500 Euro im Jahr auf ein Tagesgeldkonto einzahlen. Passiert nichts, so kann ich davon irgendwann eine Weltreise machen. Und wenn doch einmal etwas passiert, dann trage ich den Schaden eben selbst. Das ist mir nach dieser Erfahrung lieber als die vorgetäuschte teure Sicherheit einer zweifelhaften Fotoversicherung.

Das alles geht mir im Kopf herum während ich mit meiner Dieselrakete über die A61 nach Bonn unterwegs bin. Als ich die Mosel überquere scheint sogar etwas die Sonne und es sieht nach einem wirklichen Wintermärchen aus. Kurz vor Bonn verlasse ich dann kurz entschlossen die Autobahn und steuere einen Parkplatz im Bonner Kottenforst an. Dort ist ein kleines niedliches gelbes Häuschen im Wald, das früher bei Treibjagden als Anlaufstelle für die Mahlzeit nach der Jagd gedient hat. Mit dabei ist meine „zweite D2x“ – die von ebay für 700, -Euro. . Leider hat sich die Sonne inzwischen wieder hinter den dichten Wolken versteckt…

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Die D2x liegt auf dem Rücksitz, denn ich will sie morgen in Möchengladbach bei einem Fotohändler abgeben. Dort soll der AA-Filter (Anti-Alising-Filter) entfernt und durch einen Infrarotfilter ersetzt werden. Es gibt unterschiedliche Varianten, ich habe mich für einen Filter entscheiden der nur das ganz langwellige Licht mit einer Wellenlänge von ca. 830 Nanno-Metern passieren läßt. Nach dem Umbau ist meine D2x dann eine richtige Infrarotkamera sein, mit der man richtige Wärmebilder aufnehmen kann. Bei Tageslicht wird man mit kurzen Belichtungszeiten arbeiten können und es wird sogar der Autofokus für den Infrarotbereich neu justiert. Dies ist bei der D2x nicht weiter schwierig, denn es befindet sich im Spiegelkasten eine winzige Schraube mit Innen-Sechskantgewinde. Mit einem winzigen Inbussschlüssel kann man damit rein mechanisch den AF-Chip bewegen und somit die automatische Fokussierung an das langwellige Infrarotlicht anpassen.

Das alles ist sehr praktisch, denn die D2x wird danach ohne Filter und weiteres Zubehör Infrarotbilder liefern. Ganz gleich welche Objektive, es wird mit einem 8mm Fisch-Eye ebensogut wie mit einem 600mm Teleobjektiv funktionieren. Und ihr könnt es euch sicher denken, darauf freue ich mich schon so richtig!!

Doch bevor der Kamera das Herz heraus gerissen wird, darf sie ein letztes Mal beweisen was in ihr steckt. Hier das erste Beweisfoto in ungeschminkter Fassung und voller Größe – einfach anklicken oder in einem neuen TAB öffnen…

Nikon D2x - Nikkor AF-S 2.8/17-55mm

Hier weitere Fotos der kleinen Exkursion… (1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken…)

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Gleich neben dem kleinen Häuschen findet man einen idyllisch gelegenen Teich. Dort sind die Enten ganz aus dem Häuschen als ich dort eintreffe. Entenfutter habe ich allerdings nicht dabei…

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Der Teich ist an den meisten Stellen zugefrohren und ich frage mich wer wohl diese Spuren im Schnee auf dem Eis hinterlassen hat?

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Neben dem Teich fällt mir eine „Schneenase“ an einem Baum auf. Eine gute Gelegenheit für ein Foto mit offener Blende. Die Schärfe ist trotzdem top und das Bokeh mehr als brauchbar!

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Und wieder Fußspuren auf dem Eis, nur wohin führen sie?

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Hier ein Versuch etwas Ordnung in das Gewirr der Äste und Zweige zu bringen. Eine Diagonale weist den Weg zum Zentrum des Bildes, starke Äste verlaufen von oben links nach unten rechts…

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Kurz bevor es wieder zurück zum Auto geht kommt dann ein Traktor mit einer Ladung Kaminholz an mir vorbei getuckert. Als der Fahrer mich sieht winkt er mir freundlich zu.

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Später beim Sichten der Fotos muss ich sagen, die Auflösung ist auch fast 8 Jahre nach der ersten Vorstellung der D2x noch auf hohem Niveau. Prints im Format 60x90cm sind damit gar kein Problem. Bedenkt man, dass die D800E bei doppelter Chipgröße die dreifache Auflösung hat, da beginnt man sich zu fragen „WARUM?“…

Mein Jahresrückblick 2012

LOVE

Mit einem Bild das ich im Frühjahr 2009 auf dem Heimweg vom Delicate Arch mit einer Taschenlampe improvisiert habe, möchte ich mich bei meinen treuen Lesern und YouTube-Zuschauern für das sehr schöne Jahr 2012 bedanken.

Heute habe ich meine WordPress-Jahresstatistik erhalten und die liest sich gar nicht schlecht.

Etwa 55.000 Touristen besuchen Liechtenstein jedes Jahr. Dieser Blog wurde 2012 330.000 Mal besucht. Wäre es Liechtenstein, würde es 6 Jahre dauern, bis so viele Menschen es gesehen haben. Dein Blog hatte mehr Besucher als ein kleines Land in Europa!

Hier gibt es vollständigen Bericht zu sehen.

Im kommenden Jahr kann ich hoffentlich wieder etwas mehr reisen und intensiver fotografieren. Nach etwa 6.000 Bildern mit der neuen Nikon D800E und einigen Vergleichen mit Bildern die bereits vor mehreren Jahren entstanden sind muss ich sagen, diese Kamera kann alles und ist mein ganz persönliches Nonplusultra. Diese Kamera stellt selbst hochwertige Scans eines Mittelformat-Dias fast in den Schatten. Nie zuvor war es so einfach in kürzester Zeit mit minimalem Aufwand extrem hochauflösende tolle Fotos zu schießen. In den letzten Jahren habe ich häufig mit hohem Aufwand mehrzeilige Panorama-Bilder erstellt und stundenlang den einen oder anderen Scanner-Parameter hin und her gedreht um aus meinen Bildern das Maximum herauszuholen und via magnumprints.com hochwertige große Prints mit extrem vielen Details anbieten zu können. All das ist mit der D800E viel einfacher geworden. Erst gestern habe ich festgestellt, dass ich mit der Nikon D800E noch kein einziges mehrteiliges Panorama fotografiert habe. Denn es ist eigentlich gar nicht mehr notwendig. Mit einem guten Weitwinkelobjektiv und einem sinnvoll angesetzten Beschnitt liefert die D800E mit einem Klick das was ich zu Zeiten der Nikon D100 aus etwa 10 RAW-Bildern mühsam mit der Software Autopanopro zusammen rechnen (lassen) musste.

Aber die Zeit steht nicht still und auch die D800E wird in nicht allzu weiter Ferne von der Nikon D900 abgelöst werden. Diese wird einen erneuten Quantensprung markieren und es bleibt einfach spannend. Die Welt dreht sich weiter Tag für Tag und die Nikon Ingenieure geben alles um uns noch bessere Kameras für noch mehr Spaß an der Fotografie in die Hand zu geben. Ich freue mich auf alles was uns im nächsten Jahr erwartet. Sei es die Nikon D4x oder die Nikon D400, die Hysterie wird auch 2013 grenzenlos sein, die Spekulationen werden teils halbgar und teils auch mal zutreffend sein. Wir alle werden ungeduldig abwarten und uns auch 2013 an den Schaufenstern der gut sortierten Fotoläden die Nase platt drücken und das ist gut so!

Also Leute, habt ne dufte Party und kommt gut rüber nach 2013!

Teneriffa 2012 – Nachlese

Es ist der zweite Weihnachtsfeiertag 2012 und ich bin wieder zurück auf deutschem Boden. Die erste Nacht im eigenen Bett war eine Wohltat. So schön es auf Teneriffa auch ist, im eigenen Bett schläft es sich noch immer am besten. Den gesamten Weihnachtsstress haben wir verpasst. Statt noch schnell einen Weihnachtsbaum zu kaufen und dann festzustellen, dass die Schrauben am Christbaumständer verrostet sind, all das ist mir auch in diesem Jahr erspart geblieben. Statt gemeinsam mit hektischen leicht frustriert wirkenden jungen Männern in einem der Bonner Kaufhäuser nach einem Geschenk für die Kids und die Liebste zu suchen war ich mit Freunden im sonnigen Süden Teneriffas. An der „Surferbude“ in El Medano gab es ein leckeres frühstück und danach eine ausgedehnte Wanderung am Strand. Das Thermometer ist bis auf 30°C geklettert und wir sind alle zusammen immer mal wieder am Meer stehen geblieben, haben uns grinsend angeschaut und dann etwas ungläubig im Chor gesagt „Hey, es ist Weihnachten…“

Zur Auflockerung des Textes habe ich hier einige Bilder aus der Panasonic HC-X909 eingefügt. Alle Bilder sind 1000 Pixel breit, einfach in einem neuen Fenster oder TAB öffnen wenn Ihr sie größer anschauen wollt.

Tenerife - Teneriffa - El Medano - Panasonic HC-X909

Für den Weg von El Medano zurück zum Hotel in Puerto de la Cruz haben wir uns den kurvenreichen Weg ausgesucht. Es ging vom Meer hoch bis auf 2250 Meter durch die Canadas del Teide und auf der anderen Seite wieder hinab über La Orotava zum Hotel. Eine tolle Tour und meine Freunde Alexandra und Walter haben bei allen Stops die Kameras gezückt und damit wie wild um sich geschossen. Teneriffa, bei diesem Begriff haben sie bislang eher an eine langweilige Urlaubsinsel für fußkranke Rentner gedacht. Dass sie hier eine solch majestätische Bergwelt voll schroffer Schönheit antreffen würden, das hat sie offensichtlich überrascht.

Teneriffa Tenerife 2012 - Panasonic HC-X909

Die Frage warum ich seit vielen Jahren immer wieder hierher komme, diese Frage hat sich für sie damit wohl beantwortet. Teneriffa hat mehr zu bieten als nur Strand, Meer und Sonne. Es ist ein Mikrokontinent voller Geheimnisse mit vielen Sehenswürdigkeiten und einer außerordentlich abwechslungsreichen Bergwelt. Zwischen all den Hotels und Touristen findet man hier auch Ruhe, man muss nur einwenig hinauf in die Berge fahren und schon ist man allein.

Teneriffa Tenerife 2012 - Panasonic HC-X909

Dementsprechend bin ich bei unserer Abreise wie immer ein wenig wehmütig. Diese Insel habe ich während der letzten Jahre einfach lieb gewonnen und ich fühle mich hier wie in einer zweiten Heimat. Somit ist auch unsere Fahrt zum Flughafen eher eine stille Angelegenheit. Der neue USB-Stick ist bereits in der Notebooktasche verpackt, also schweigt heute das Radio. Am ersten Weihnachtsfeiertag sie die meisten Bewohner am Morgen noch daheim bei ihren Familien. Die Touristen vielleicht gerade beim Frühstück und wir fast ganz allein auf der Autobahn. Vom täglichen Stau vor La Laguna ist nichts zu sehen und die Fahrt zum Flughafen klappt in Rekordzeit von etwa 50 Minuten. Schnell das Auto abgeben und auf zum Check-In. Dort warten wir nur kurz und sind als zweites Paar an der Reihe. Bei den Sicherheitskontrollen ist nichts los, alles geht in Sekundenschnelle. Danach haben wir zwei Stunden Zeit. Sandra liest ihre neuen Bücher auf dem amazon-Kindle den ich ihr zum letzten Geburtstag geschenkt habe. Dieses kleine Ding ist überaus praktisch. Man kann einen großen Stapel spannender Krimis mit in den Urlaub nehmen und all das wiegt fast nichts. Vor einigen Jahren noch ein Wunschtraum, heute praktische Realität.

Teneriffa Tenerife 2012 - Panasonic HC-X909

Durch den frühen Check-In haben wir tolle Plätze. Ich sitze weit vorn auf Platz 6A, direkt am Fenster noch vor den Triebwerken. Hier ist die Sicht ganz großartig und ich freue mich schon auf den Flug. Mit der Panasonic HC-X909 filme ich immer wieder kurze Sequenzen und freue mich insgeheim schon auf mein „Heimreise-Video“. In Düsseldorf angekommen geht es mit dem Skytrain zum Flughafenbahnhof und dann ein Stück zu Fuß zu meinem Auto. Es ist noch alles in bester Ordnung, nur die Bremsen sind wieder einmal völlig festgerostet. Das feuchte Wetter und das viele Salz auf den Straßen haben ihre Spuren hinterlassen.

Teneriffa Tenerife 2012 - Panasonic HC-X909

Als wir daheim ankommen freuen wir uns auf einen spannenden Krimi via Apple-TV und unsere vertrauten Betten. Endlich wieder richtige Kopfkissen und leichte warme Bettdecken. Daheim ist es irgendwie auch ganz schön.

Während meine Freundin am nächsten Tag unterwegs zu ihrer Wohnung ist, sichte ich die „Beute“ der letzten beiden Tage auf Teneriffa. Meine schwere Fotoausrüstung habe ich im Hotel gelassen und nur mit der kleinen Panasonic Videokamera gefilmt und fotografiert.  Die Ergebnisse sind erstaunlich gut. Die Kamera kann eigentlich alles was man sich in einem Urlaub wünscht. Wer keine riesigen Prints drucken und mit Infrarotfilter usw. fotografieren will, für den ist die Panasonic HC-X909 der perfekte Urlaubsbegleiter.

Teneriffa Tenerife 2012 - Panasonic HC-X909

Verglichen mit den letzten Reisen war es diesmal sogar relativ preiswerte. Die Reise haben wir via Internetplattform OPODO gebucht und sind letztlich bei Neckermann gelandet. Die beiden Non-Stop Flüge Düsseldorf – Teneriffa – Düsseldorf wurde von Condor und Air Berlin durchgeführt. Beides durchaus gute Fluglinien mit gutem Service und ordentlichen Bedingungen. Inkl. Hotel und Frühstück hat mich diese 16 tägige Reise für zwei Personen 1.305,- Euro gekostet. Für den Mietwagen hat CICAR 240 Euro abgerechnet. Drei Abendessen im Hotel haben inkl. Minibar & Co. etwa 100 Euro gekostet. Für 168h Stunden Internet habe ich 20 Euro bezahlt. benötigt habe ich davon allerdings nur einen Bruchteil. Es heißt „7 Tage für 20 Euro“ – damit sind wirklich 7 Tage gemeint – Non-Stop!! Hätte ich für 5 Euro 24 Stunden gebucht, so wäre dies wohl völlig ausreichend gewesen. Die Zimmermädchen haben 20 Euro bekommen, ich habe viermal getankt und bin fast 2.000 Kilometer mit einem recht ordentlichen Opel Astra gefahren. Für Mittagessen und Getränke sind nochmals etwa 500,- Euro draufgegangen.

Alles in allem also keine billige Reise, aber auch nicht so richtig teuer. Wer All-Inclusive bucht, den Shuttel-Bus nutzt, keinen Mietwagen fährt und sich nur am Pool herumtreibt, der kann hier für etwa 400 Euro pro Woche und Person einen sehr sonnige Winterzeit verbringen.