Objektivreparatur

Im Februar 2010 habe ich mir im Vorfeld der langen USA-Reise ein Nikon AF-S VR 18-200mm Objektiv gekauft. Ziel der Übung war es, bei langen Wanderungen mit weniger Gewicht unterwegs zu sein. Irgendwie kam dann alles anders. Großartig weit sind wir nicht gewandert und als Sandra das Objektiv erst einmal an ihrer Kamera hatte, war die Liebe schnell so groß, dass sie es nicht mehr hergeben wollte.

Nach vielen tausend Kilometern auf amerikanischen Straßen, nach Sandstürmen, Schnee und Regen traten dann vor einigen Wochen während der Reise durch Kalifornien die ersten Probleme auf. Ist das Objektiv voll auf 200mm ausgefahren, löst Sandras Kamera nicht mehr aus. Der Autofokus braucht Kontraste, so funktioniert das Prinzip. Zuerst kommt mir in den Kopf, dass Sandra einfach nur auf etwas fokussieren muss, was die Kontraste bietet die das Autofokussystem braucht. Aber das ist es nicht. Als ich es dann mal an meiner D300 versuche, stellt das Objektiv bis etwa 135mm scharf. Bei 200mm funktioniert die Fokussierung für Objekte die etwa 20 Meter entfernt sind. Alles was weiter weg ist bleibt unscharf.

Es ist also eine Reparatur fällig. Aber wo ist der Kassenzettel? Mir kommt in den Sinn, wie wir vor zwei Jahren mit mehreren Arbeitskollegen beim MediaMarkt in Mainz unsere fast neue „Projekt-Kaffeemaschine“ OHNE Kassenzettel zur Reparatur gegeben haben. Damals hat Tobias im Web recherchiert und herausgefunden, dass nach gültiger Rechtslage der Kunde NICHT verpflichtet ist einen Kassenzettel vorzulegen. Vielmehr muss der VERKÄUFER in seinem Warenwirtschaftssystem hinterlegt haben, wann das Gerät zu welchem Preis verkauft wurde. In diesem Fall ist es also wirklich vorteilhaft, wenn man bspw. beim MediaMarkt mit Namen und Adresse registriert ist. Dann hat man quasi ein „Kundenkonto“ und da steht dann immer schön alles drin. Wer also künftig ein Gerät kauft das ein wenig teurer ist, sollte sich ruhig von einem der Mitarbeiter eine ordentliche Rechnung mit voller Adresse ausstellen lassen. Es verbleibt eine elektronische Kopie beim Verkäufer und somit ist es ok, wenn der Kassenzettel irgendwann in einem Ordner beim Steuerberater oder sonst wo verschwunden bleibt.

Beim Fotohändler meine Vertrauens, dem Bonner Cityfoto-Center (www.cityfotobonn.de), ist das aber alles ein wenig anders! Ich werde mit Handschlag begrüßt und der Chef ruft zu seinem Mitarbeiter rüber „Hey, unser Umsatzbringer ist endlich mal wieder da!“ Kurzum, unser Verhältnis ist offen und ehrlich. Ich bekomme gute Preise und bestelle in der Regel nicht bei amazon & Co. Bei der P7000 habe ich mal eine Ausnahme gemacht und die ist nun auch prompt ein Fall für eine Garantiereparatur. Das mit dem defekten Zoom-Objektiv ist alles ganz einfach. Ich habe noch den Karton, der Garantiezettel usw. ist auch noch drin. Es wird schnell ein Reparaturschein geschrieben und schon sind wir fertig.

Anschließend beichte ich, dass ich mit der P7000 bei amazon fremd gegangen bin… „Na, dann fragen sie mal den Herrn amazon ob er die Kamera zurück nimmt – Haha – Nee im Ernst, ist gar kein Problem, einfach vorbeibringen, wir berechnen 60 Euro Porto!“ „Was, 60 Euro Porto!!!?!?!“ „Ach komm, Spaß muss sein, es sind natürlich keine 60 Euro!“ Ich bin erleichtert! Die P7000 bringe ich dann in den nächsten Tagen mal zur Reparatur…

Wir plauschen ein wenig und Herr Severin erzählt, dass es in den nächsten Tagen eng werden wird. Durch das Erdbeben in Japan haben alle relevanten Hersteller große Probleme neue Kameras zu fertigen. Teilweise liegt es nur an einzelnen Bauteilen die von einem Zulieferbetrieb kommen. Bislang hat die Welt noch nicht viel davon gemerkt, aber nun sind die Vorräte weltweit abverkauft. Jeder Container mit neuer Ware der nun aus Japan kommt wird in den Häfen in Rotterdam, Hamburg usw. mit einem Geigerzähler penibel geprüft. Es sind schon Lieferungen zurück gegangen. Japan steht vor der Krise nach der Krise. Es hat nicht nur die Autoindustrie getroffen, es sind nahezu alle Hersteller beliebiger Konsumgüter betroffen.

Auf der Webseite von fotointern.ch kann man nachlesen, wie krass es die gesamte Fotoindustrie getroffen hat, es ist schreckend.

Und es sind nicht nur Produkte betroffen die es schon „gab“. Es sind auch Produkte betroffen die sich noch in der Entwicklung befinden. Ich habe Berichte gelesen in denen Experten davon ausgehen, dass sich beispielsweise die Vorstellung der neuen Nikon D4 um ein halbes Jahr und ggf. auch länger verzögern könnte.

Harte Zeiten für Fotohändler! Aber vielleicht besinnen sich ja einzelne Besitzer völlig veralteter Kameras mal wieder dieser Geräte und kaufen ein paar Filme – wer weiß?? Allerdings kommen die ja auch zum größten Teil aus Japan…

Im Bonner Cityfoto-Center sind dementsprechend die Vorräte auch weitgehend erschöpft. Aber es gibt noch eine D7000. Eigentlich würde ich ja gern den Nachfolger der D300 kaufen oder das was Nikon an die Stelle der D700 setzen wird. Oder vielleicht auch eine D4, aber ob die in diesem Jahr noch kommen, ist angesichts der Schäden durch das verheerende Erdbeben ungewiss.

Also kungeln wir ein wenig herum. Letztlich verlasse ich den Laden mit einer D7000, einem AF-S VR 16-85mm und einem MF 2.8/14mm aus China. Diese Dinger werden unter dem Label Walimex von Foto Walser seit einiger Zeit via eBay vertrieben. Als ich es in der Hand habe wird mir klar, das Ding ist toll gemacht, sehr robust und kommt sicher sehr gut an einer „Vollformat-Kamera“. Das Ding reizt mich sehr und ich habe noch den ganzen Kühlschrank voller Filme. Also her damit…

Sobald die D7000 ausgepackt ist, werde ich mal ein paar Testbilder liefern. Gut, dass ich ein ISO 12233 Testchart habe 🙂

Die Suche nach dem perfekten Objektiv

Jedes mal wenn ich wieder mit viel zu vielen, viel zu schweren Objektiven unterwegs bin frage ich mich, warum ich mir das schon wieder antue? Andere haben ein 500 Gramm leichtes 18-270 mm Zoom-Objektiv dabei und sind glücklich damit. Warum nur schleppe ich mich mit dem ganzen Zeugs ab?

Die Antwort ist eigentlich recht einfach. Wenn schon denn schon – ganz oder gar nicht 🙂 Wie oft im Leben kann man sechs Wochen und länger verreisen und dabei tun und lassen wozu man Lust hat? Wenn es dabei das primäre Ziel ist mit einem Haufen schöner Fotos zurück zu kommen, dann fällt es leichter die schweren Linsen zu „ertragen“.

Nur welche Objektive liefern die besten Bilder? Vor einigen Jahren habe ich begonnen im Vorfeld einer Reise Zeitungen an die Wand zu kleben und dann abzufotografieren. Einige Monate später hatte ich die Zeitungen nicht mehr und wenn ich ein neues Objektiv mit denen vergleichen wollte, die ich schon hatte musste eine neue Zeitung her und ich musste alle Bilder neu machen.

Irgendwann habe ich mir dann ein ISO-12233 Testchart besorgt und das mal abfotografiert. Nach vielen Zu- und Abgängen in meinem „Objektiv-Zoo“ konnte ich dann schnell mal ein paar Testbilder mit dem neuen Objektiv „nachschießen“ und es dann mit Objektiven vergleichen die schon Monate zuvor bei eBay verkauft worden waren. Wirklich praktisch! Dieses 60x90cm große Testchart steht bis heute neben meinem Kleiderschrank. Der ist 60cm tief und so passt das ganz ausgezeichnet 🙂

Aus diesen vielen Tests habe ich gelernt welche meiner Objektive wie die besten Bilder liefern.

Ein Beispiel habe ich hier. Dieses Foto entstand vor einigen Wochen im Zion National Park in Utah mit der Nikon D300 und einem handverlesenen Nikon AF-D 2.8/60mm. Die Kamera stand auf einem stabilen Stativ, ich habe sie über einen Kabelauslöser ausgelöst und die Spiegelvorauslösung benutzt. Aus einer Belichtungsreihe mit 6 Bildern habe ich schließlich das am besten belichtete RAW-Bild herausgesucht und es mit Nikon Capture NX 2.2.6 in ein JPG konvertiert. Schaut man es in 1:1 Originalgröße an, wirkt es wenig verpixelt und sogar die Rinde der Bäume hat noch Zeichnung. Die Felswände haben Strukturen. Es gibt keine Farbsäume an den Bildrändern und auch keine Randabschattungen. Alle Ecken sind gleichmäßig scharf. So sollte es sein.

Einfach anklicken um es in Originalgröße anschauen zu können.

Bilder wie dieses sind der Grund, warum ich mich sicher auch auf der nächsten Reise wieder mit einigen Festbrennweiten und einer kleinen Auswahl wirklich guter Objektive abschleppen werde 🙂 Das Stativ ist dabei obligatorisch!

Weitere Infos zum Thema Objektiv-Test habe ich hier zusammen gestellt.

Entwicklerseminar

Es ist Sonntag, das Wochenende war sommerlich warum und Sandra und ich sind wirklich schöne Strecken mit den Motorrädern kreuz und quer durch die Eifel gefahren. Doch nun heißt es Wäsche waschen, Koffer packen und wieder aufbrechen. Sandra ist schon Mittags zur Abreise bereit. Um 13h geht es los nach Hause. Ihr Pferd wartet und es gibt noch so viel zu tun!

Ich selbst habe auch noch so vieles zu erledigen. Ein Brief an das Finanzamt und was noch alles… Um kurz nach 16h bin ich dann endlich startklar. Ich sitze in meiner Dieselrakete und starte den Bi-Turbo. Die Kolben des großen Selbstzünders klappern um die Wette und im Display steht schon wieder einmal „Fehler im Abgassystem“ – ja hört das denn nie auf? Wie oft haben die jetzt den Fehlerspeicher schon ausgelesen und zurück gesetzt? Danach der zweite Piepser „Einparkhilfe Defekt“ – mein Peugeot hat doch erst 95.000 Kilometer gelaufen und nun beginnen schon wieder die vielen kleinen fiesen Fehler? Ich ignoriere alle Meldungen, er war je erst vor ein paar Tagen in der Werkstadt und beim TÜV. Knapp 1.000 Euro hat das gekostet und den „Fehler im Abgassystem“ haben sie angeblich repariert…

Auf der Autobahn gibt es dann neugierige Blicke rüber zu den anderen Autos. Eine ganze Weile konnte ich mich ja schon daran freuen, dass dieses Auto völlig unauffällig seine Dienste versah, aber ist nun ein neues Auto fällig? Mit seinem Vorgänger ging es auch eine Weile gut und dann war er nur noch in der Werkstatt. Der Citroen davor hatte von Anfang an seine Probleme. Über die Jahre habe ich eine Allergie gegenüber Autos entwickelt die immer wieder ein Zipperlein haben und dann von ratlosen Monteuren für viel Geld nicht so repariert werden können wie man es beim Anblick der Rechnungen eigentlich erwarten könnte. Brauche ich ein neues Auto? Hm, ich schalte den Tempomaten ein und gleite mit 140 km/h dahin. Lange geht das nicht gut, vielleicht 1000 Meter weit, dann zieht ein Sonntagsfahrer mit 80 km/h auf die Überholspur – ich bremse – der Tempomat schaltet sich ab – gut so! Als sich der Opa vor dem überholten LKW einfädelt drücke ich das Knöpfchen am Tempomaten um ihn wieder zu aktivieren. Doch es passiert einfach nichts. Ich drücke erneut, wieder nichts, im Display blinkt [ —— km/h ] Was hat er jetzt schon wieder? Tempomat aus, an, aus an, drücken, Reset, an, aus, nix – ahhhh Brauche ich eine neues Auto?? Nach ein paar Kilometern versuche ich es erneut, und siehe da, es klappt perfekt – bis zum nächsten Sonntagsfahrer – bremsen und das war es dann wieder. Ein paar Minuten später klappt es wieder, dann wieder nicht mehr… Was ist denn da wieder los? Ob ich irgendwann doch einen VW fahren muss, weil da einfach alles so funktioniert wie es soll?

Hey Leute – welches Auto fahrt Ihr eigentlich und was nervt Euch da am meisten? Gibt es überhaupt ein Auto über das man sich NICHT ständig ärgern muss? Stimmt es, dass deutsche Autos grundsätzlich besser funktionieren als Autos aus Frankreich? Hier würde mich Eure Meinung wirklich mal interessieren!

Wie dem auch sei, ich komme nach vielen nervtötendem Staus in den späten Abendstunden in Stuttgart Möhringen am Hotel Gloria an. Ich bin trotz allem noch einer der Ersten und bekomme eines der renovierten Zimmer!! An der Rezeption erfahre ich auch, dass einige Kollegen schon da sind und ein paar Meter die Straße hinauf im „Olivenbaum“ auf mich warten. Ein komischer Name für ein Restaurant denke ich noch und dann kommt mir auf der Straße auch schon Roland entgegen! Der Olivenbaum ist wirklich nicht weit weg. Tobias und Hauke sind schon da, Tobias hat dicke weiße Bohnen in Tomatensauce auf dem Teller – das sieht gut aus! Ich ordere das auch – und es ist lecker! Aber, es ist eine Vorspeise! Ich bin eigentlich schon satt, aber egal eine Portion Chevapchichi passt immer noch hinein! Der Abend wird noch lustig, nach und nach trudeln weitere Kollegen ein.

Am Montag geht es nach einem ganz guten Frühstück dann mit der Straßenbahn zum Seminar in Stuttgart Vaihingen. Ein Ticket zu ziehen ist gar nicht so einfach! Auf dem Plan am Automaten muss man schauen bis wohin man fahren möchte. Vaihingen hat die Nummer 230 – das tippt man dann ein. Danach drückt man noch die 1 – keine Ahnung warum, vielleicht weil man EIN Ticket kaufen möchte? Egal, für zwei Euro druckt der Automat ein Ticket! Die Straßenbahn erstaunt uns alle, sie ist UNGLAUBLICH SAUBER! Wir sind im Land der Schwaben! Während viele Amerikaner denken, Deutschland bestünde aus „Bayern und Sachsen“ denken viele Deutsche, dass es nur den „Westen“ und „Dunkeldeutschland“ gibt. Mir wird an diesem Tag klar, dass ich im Baden Württemberg bin und dass dies das Land der Perfektionisten von Mercedes und Porsche ist. Und genauso sieht es hier aus! Alles ist hübsch sauber, keine Obdachlosen auf dem Bahnsteig, keine zerkratzten Scheiben, keine fiesen Graffitis, diese Straßenbahn ist geradezu klinisch rein! So muss es in der Kantine bei Mercedes aussehen… Und das beste, die Leute sind freundlich! Ok, sie sprechen komisch, aber sie können eben alles – außer Hochdeutsch…

Das Seminar ist lang und anstrengend, ein Vortrag reiht sich an den anderen aber die Mittagspause in der Kantine sorgt für ein wenig Abwechslung. Als wir abends mit allen Vorträgen durch sind, geht es zurück zum Bahnhof. Die Straßenbahn kommt noch bevor ich den richtigen Code für das Ticket ermitteln kann, ich steige ohne Ticket ein und bin dann überrascht, dass es in diesen Zügen keine Fahrkartenautomaten gibt. Das im Bonner „Telekom-Express“ anders. So schmierig er auch ist, ein Ticket bekommt man da! Ist hier doch nicht alles perfekt? Wie dem auch sei, mein schlechtes Gewissen ist grenzenlos und ich muss daran denken, dass wir am Wochenende in der Polizeikontrolle unser blödes Reifengutachten nicht dabei hatten. Als wir in Möhringen ankommen bin ich wirklich froh, dass mir eine überaus peinliche Kontrolle der Fahrkarte erspart geblieben ist…

Das großartige Dessert – und ein farblich perfekt abgestimmter Fabian!

Im Hotel geht es gleich in den kleinen netten Biergarten. Ein paar Gläser Bier und ein Abendessen später bin ich dann in meinem Zimmer. Es gibt eine Flasche Wasser – gratis. Das Essen war so gut gewürzt, da ist Wasser nicht verkehrt. Ich lasse die halb volle Flasche neben meinem Bett stehen und schalte das Licht aus. Die Nacht ist stickig und unruhig. Irgendwann drehe ich mich um und erwische mit der Hand die Flasche. Was für eine Getöse, nun sind sicher alle wach. Und der Teppich steht auch unter Wasser… Ich bin viel zu verschlafen und schaffe es nur die Flasche wieder aufzurichten, es ist nichts passiert – hoffentlich…

Am nächsten Morgen ist der Teppich unter den nackten Füßen dann doch unangenehm feucht… Unter der Dusche ist das schnell vergessen…

Frühstück, Straßenbahn, Vorträge, Kantine, Vorträge, Straßenbahn, Bier, Abendessen, Ramazotti, Ramazotti, Ramazotti, Ramazotti, Wasser, rumms alles wieder nass – täglich grüßt das Murmeltier (Groundhog Day)…

Am Mittwoch dann der letzte Tag! Zusammen mit Fabian geht es im Auto durch die verstopften Straßen von Stuttgart. Fehler im Abgassystem, Einparkhilfe defekt – wieder ein „Groundhog Day“…

Nachmittags sind dann alle froh als wir es geschafft haben. Es geht zusammen mit Fabian nach Mainz. Wir wollen schlau sein und die vielen langen ewigen Baustellen umfahren. Also soll es über Heilbronn und die A6 nach Mainz gehen. Das Navi in meiner Dieselrakete funktioniert, kurz vor Heilbronn empfiehlt es eine Stauumfahrung. Wir geben nach und quälen uns hinter einem LKW im Schritttempo bei hochsommerlichen Temperaturen durch eine eigentlich sehr schöne Landschaft. Immer wenn wir die Autobahn sehen können fließt dort alles prima. Ob die Navigon-Programmierer auch mal ein Entwicklerseminar brauchen? Als wir endlich wieder auf der Autobahn sind, dann ein herrlicher Stau, er wird sogar im Radio angesagt als wir schon mitten drin stehen. Fehler im Abgassystem… Während Fabian mit der Müdigkeit kämpft und immer wieder bedrohlich nach vorn nickt, quäle ich mich von einem Stau in den nächsten. Irgendwas läuft falsch, wir haben die Baustellen auf der A8 gegen eine endlose Baustelle auf der A6 getauscht… Als wir in Mainz ankommen setze ich Fabian daheim ab und fahre erst einmal in die Waschanlage in der Nähe. Mein Auto ist voller Blütenstaub und eine Familie offensichtlich ausgewachsener Vögel hat das Dach meines Autos drei Tage lang als Toilette missverstanden. Gut, dass es kein Cabrio ist…

Im Appartement angekommen gibt es eine 5-Minuten Terrine – Spaghetti Bolognese – das Beraterleben kann so schön sein…

Danach dann an den Mac und mal schauen was die USA-Dias noch so hergeben, die seit langem drauf warten in ein Magazin einsortiert zu werden.

Und siehe da, ich finde sogar etwas 🙂

Fuji Velvia 50 & Nikon Coolscan V ED – was für eine tolle Kombination!

Slideshow

Es ist Mittwoch der 27. April – seit drei Wochen bin ich aus den USA zurück. In meinem Portemonnaie warten noch sieben kleine Quittungen darauf gegen die sieben Diafilme eingetauscht zu werden die ich vor zwei Wochen bei Foto Oehling hier in Mainz abgegeben habe. Für 19h ist ein Essen mit den Kollegen geplant, es soll Steaks im El Chico geben. Um 18h42 brechen wir mit meinem Auto auf. Es geht von Weisenau über die B9 in Richtung Schillerplatz. Während wir darauf warten, dass eine der Ampeln die wir meistern müssen auf Grün umspringt sagt Hauke plötzlich „Jau, jetzt ist sie hin!“ Was meint er? Dann sehe ich es auch, während wir davor stehen fällt diese Ampel einfach aus, alle Lampen sind dunkel. Nun ist das Chaos vorprogrammiert… Wir stehen und stehen, die Autofahrer sind der Situation kaum gewachsen. Als wir endlich über die Kreuzung hinweg sind steht der Minutenzeiger meiner Timex aus Page schon bei 18h55. Es sind noch ein paar hundert Meter bis zum Parkhaus. Foto Oehling schließt um 19h! Eigentlich ist es kaum zu schaffen, aber es geht mit viel Schwung hinein ins Parkhaus und wir finden fast sofort eine freie Parklücke. Schnell raus aus dem Auto und im Laufschritt rüber zu Foto Oehling. Als ich vor der Türe stehe ist es 19h02 – ich bin zu spät! Hinter den Glastüren stehen zwei Mitarbeiterinnen die mich nun schon von vielen vielen Einkäufen kennen. Ich krame mein Portemonnaie heraus und wedle mit den sieben kleinen blauen Zettelchen. Die nette ältere Dame grinst und öffnet dann doch noch die Türe.

Schnell sind meine Diafilme gefunden. Doch die Kasse ist schon zu! Wieviel ist 7 x 8,99 Euro?? OK, ich habe 114 Euro passend und bekomme 50 Euro zurück. Eine Quittung kann sie nicht mehr schreiben und einen Taschenrechner hat sie auch nicht… Es geht weiter zum El Chico. Die Kollegen sind schon da und das Steak wird wie immer grandios sein! Einige Stunden und ein Eis später bin ich wieder in meinem Appartement. Der erste Diafilm der mir in die Hände fällt zeigt Bilder meines eiskalten Tages am Mono Lake. Ich suche ein Dia heraus und ab damit in den Nikon Coolscan V ED. Eine Stunde und mehrere Versuche später ist der erste Scan dann fertig.

Nachdem die Settings für den Scanner und genau diesen Film gefunden sind, ist schnell ein zweites Dia gescannt 🙂

Vor der Qualität der Bilder bin ich ganz begeistert. Die Nikon F80 und die sieben Fuji Velvia 50 in die USA mitzunehmen war also doch keine schlechte Idee. Zwar ist die Entwicklung inzwischen wirklich teuer und auch wenn etliche Dias nicht korrekt im Rähmchen sitzen, sie sind diesmal nicht verschrammt! Langsam komme auch ich zur Einsicht, dass das Problem der traditionellen Fotografie die Labore sein werden in denen man seine Filme noch entwickeln lassen kann… Aber die Dias lassen sich in den Rähmchen verschieben, sie sind nur schlecht gerahmt, nicht wirklich falsch geschnitten – mir fällt ein Stein vom Herzen 🙂

In den nächsten Wochen werde ich mich langsam durch den Stapel dieser Bilder arbeiten und hoffentlich noch viele kleine Überraschungen erleben. Das ist das Blöde und irgendwie auch gleichzeitig das Coole an der traditionellen Fotografie. Das Ergebnis ist nicht sofort da sondern entsteht meist erst viel viel später. So bleibt es ein wenig spannend und die Reiseerinnerungen können in Form von Zelluloid „nachwirken“ – auch nicht schlecht 🙂

Translation Services

Da ich es so am besten kann, schreibe ich meinen BLOG in meiner Muttersprache. Während der Wochen in den USA habe ich viele nette Leute kennen gelernt und mit ihnen E-Mail-Adressen ausgetauscht. Immer wenn ich von meinem BLOG erzählt habe kam die Frage, in welcher Sprache ich den bloggen würde. Und hier fangen dann die Probleme an… Zwar sind die im BLOG enthaltenen Fotos so etwa wie eine „Universal Language“, aber auch die Texte sollte verständlich sein. Irgendwann hatte ich die Idee, meinen amerikanischen Freunden einen Link zum BLOG via Google-Translation-Services zu schicken. Die Übersetzungen sind zwar nicht gut, aber doch so, dass man ungefähr erahnen kann was ich meine. Damit die automatisierten Übersetzungen möglichst reibungslos funktionieren, versuche ich „Slang-Ausdrücke“ zu vermeiden. So hat der Google-Translator eine höhere Trefferquote und mein BLOG ist auch für Amerikaner, Kanadier und Koreaner lesbar.

Ab und zu schaue ich mir mal an was bei der automatisierten Übersetzung so heraus kommt. So auch gestern Abend. Und ich musste nicht schlecht grinsen als mir auffiel, dass sich da ein Programmierer bei Google einen witzigen kleinen Spaß erlaubt hat.

Ob Ihr wohl versteht was ich meine?

Hier ist die Nagelprobe:

Diese Kamera (Nikon S3000) ist die beste Kamera auf der ganzen Welt!!!

Ok, nun übersetzen wir das mal und klicken dafür auf diesen Hyperlink.

Na, fällt Euch etwas auf??