Bonn nach Mainz im Zeitraffer

 

Es ist 17h am Donnerstag und ich kann schon ins Wochenende starten. Zuerst geht es vom Büro zum Appartement, umziehen, die sieben Sachen zusammenpacken und dann rauf aufs Motorrad. Über die Route habe ich mir keine großartigen Gedanken gemacht, ich will erst einmal raus aus Mainz und dann vielleicht mal Rhein entlang, aber mal sehen.

Die ersten paar hundert Meter ist noch alles gut. Es ist etwa 17:30 und es sind angenehme 25 °C, vor mir liegen ca. 150 Kilometer Fahrspaß – denke ich – doch es soll noch ganz anders kommen…

Kaum auf der Autobahn ist da ein riesiger Stau weil kurz vor dem Mainzer Tunnel ein Auto liegen geblieben ist. Als das durchgestanden ist will ich weiter bis Bingen auf der Autobahn fahren. Doch dann wieder ein Stau, nicht ganz so groß, aber auch nervig. Ich entschließe mich die Autobahn zu verlassen, doch diese Ausfahrt ist gesperrt. „Meine“ Fahrbahn wird gerade neu asphaltiert. Es zwängen sich vier enge Fahrspuren auf endlosen Kilometern über die gegenüberliegende Seite der Autobahn. Die Zeit vergeht im Zeitraffer. Neben mir stehen dicke LKW und pusten mir den Ruß auf das Visier. Nach einer halben Stunde kann ich die Kupplung kaum noch ziehen, ich stehe jetzt insgesamt schon fast eine Stunde im Stau herum. Dann die Erlösung, es ist ein Auto liegen geblieben, ein Polizist steht daneben und winkt damit die Gaffer weiterfahren und den Stau nicht noch länger machen.

Endlich bin ich an einer Ausfahrt, es ist schon kurz vor Bingen. Also runter von der Autobahn, wer weiß was mich noch erwarten würde. Es geht über die B9 in Richtung Rhein. Bei Bingen muss ich anhalten. Der Gehörschutz, den ich mir kurz vor der Abfahrt noch schnell bei LOUIS für 5,95 Euro gekauft habe, ist schon wieder heraus gerutscht. Diese kleinen Silikon-Dinger sind ja nett, aber erst bekommt man sie in die Ohren nicht hinein und dann fallen sie von allein wieder heraus. Kann das im Sinne des Erfinders sein? Ich muss mal bei Hein Gericke schauen, ob die nicht etwas haben was in meinen Ohren besser funktioniert.

Nachdem die guten alten Ohropax in die Ohren gestopft sind geht es wieder weiter. Als ich um kurz vor 21h daheim ankomme bin ich fix und fertig. Fast vier Stunden hat die Fahrt ins Wochenende gedauert. Kurz lüften, etwa trinken und dann auf dem MacBook mal schauen wie die Video Sequenzen mit der neuen GoPro geworden sind.

Die Verarbeitung dauert ewig lang. Während dessen spiele ich mal ein wenig mit Photo-Booth herum. Das Ergebnis lade einfach mal so wie es ist bei YouTube hoch und verlinke es in einem kurzen Artikel. Als ich das Video dann anschaue sind Bild und Ton in keiner Weise synchron – was ist denn da schon wieder schief gelaufen?

Also alles löschen und ab ins Bett – meine Abonnenten werden sich fragen was das denn wohl ist – aber heute werden sie ja aufgeklärt 🙂

Am nächsten Tag steht eine Motorradtour mit meinem Sohn auf dem Programm, um 14h soll es losgehen. Es ist also noch etwas Zeit um das Video zu schneiden und in den Wartezeiten mal den Staubsauger zu benutzen. Während die Reinigung der Wohnung schnell gute Formen annimmt, geht es mit dem Video nur schleppend voran. Die Datenmengen sind gewaltig. Der Film ist relativ schnell geschnitten, aber der Export ist langwierig. Das kleine MacBook arbeitet zwei Stunden vor sich hin um dann irgendwie abzubrechen, es ist kein Video auf der Festplatte. Ich starte neue und versuche allerhand, bis es schließlich klappt. Das Video hat in guter Qualität bei einer Auflösung von 720p satte 4,43GB !!!

Also eine zweite Version erstellen, doch es ist schon 13h und ich muss langsam los um meinen Sohn abzuholen. Das Video muss also noch warten.

Als ich spät am Abend wieder daheim bin, geht es weiter. In iMovie wähle ich „Exportieren mit Quicktime“ und schraube so lange an den Einstellungen bis letztlich eine etwa 0,45GB große Datei entsteht. 10% der Originalgröße – das ist doch was – aber man sieht auch den Unterschied! Leider kann ich alles andere in diesem Leben wohl nicht mehr bei YouTube abladen 🙂 Also hoch damit.

Am nächsten Morgen ist es dann endlich geschafft – mein neues Video ist online 🙂

Using the DataColor Spyder Cube

Das gesamte Wochenende war total verregnet. Eigentlich sollte es ein Motorradtour geben, aber die ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Am Sonntag gibt es endlich keinen Regen mehr, dafür ist es schwül und fast unerträglich warm. Die Koffer sind schon gepackt, doch bevor es wieder mit dem Motorrad nach Mainz geht will ich für Euch noch schnell ein kleines Video basteln. Ganz fertig werde ich leider nicht, aber das MacBook ist so klein, das kann man auch auf dem Motorrad mitnehmen. In Mainz angekommen wird das Video noch schnell geschnitten und als MP4-Datei exportiert. Über Nacht bleibt das Notebook eingeschaltet, während es das große Video in einer 720p Auflösung bei YouTube hochlädt. Am nächsten Morgen ist alles fertig, leider ist im Titel ein Tippfehler – ich hoffe Ihr verzeiht mir das 😦

Mein Leben mit dem iPad

Manch einer mag es vielleicht schon einmal gedacht haben, ausgesprochen wird es jedoch nur höchst selten. Aber ich will es dennoch hier schreiben – Steve Jobbbbs is GOD – So, nun ist es raus! Dieser Man hat es tatsächlich geschafft, vielen Millionen Männern einen Teil ihrer Kindheit zurück zu geben! Endlich können sich erwachsene Menschen wieder wie Kinder fühlen. Statt der Märklin Lokomotive gibt es endlich einen adäquaten Ersatz, das iPad! Was wäre unser Leben ohne diese Produkte, kaum mehr als ein trauriges dunkles Jammertal 🙂

Heute ist dann endlich der Tag der Tage, mein neues iPad II ist da!! Brauchen tue ich es eigentlich nicht, aber dennoch bin ich gespannt auf das kleine flache Zauberding. Ob da nun ein Wecker drin ist, der mich künftig zuverlässig wecken kann? Ob ich damit Excel Sheets werde öffnen können, ob ich meine Magic Maus werde verbinden können, ob es mit meiner Apple Tastatur funktionieren wird – 1000 Frage stehen im Raum, diese gilt es nun zu beantworten.

Also rein ins Auto und ab zu UPS. Wieder daheim schnappe ich mir die P7000 und die D7000 um ein kleines Video zu erstellen. „Unboxing the iPad II“ – das wird ein Spaß! Eine Weile Später ist das Video dann auch schon fertig geschnitten und auf die Festplatte meines kleinen MacBooks exportiert. Ich habe es mal in einer Auflösung von 720p aufgenommen. Das Video hat 17 Minuten und ist 1,46GB groß – hui…



Über meinen „Hausfrauen-DSL“ – so nennen das die meine Arbeitskollegen – versuche ich das Ding dann bei YouTube zu veröffentlichen. Damit es besser klappt nehme ich den Java-Uploader. Der soll zuverlässiger funktionieren. Etwas sechs Stunden später sind sogar schon 25% dieses kleinen Videos auf den Google-Servern angekommen. Als Restzeit werden 1047 Minuten angezeigt – hallo? Eine weitere Stunde später sind es immer noch 25% – das kann echt nicht wahr sein. Diese 720p Auflösung macht mich fertig, was wenn man in voller HD Auflösung arbeiten will? Dann gehen sicher das Notebook und alles was daran hängt völlig in die Knie. Mich beschleicht der Eindruck, dass dieser ganze Krams noch in den Kinderschuhen steckt.

Ich breche den Upload also ab, das wird eh nichts mehr – auch nicht mit einem kleinen Java-Applet – oder vielleicht gerade deshalb?

Ich starte also einen neuen Versuch, diesmal direkt via iMovie. Diesmal komme ich nicht sehr weit. Mein Film ist länger als 15 Minuten, daher verweigert iMovie den Upload an Youtube… Okay… Also exportiere ich den Film ein zweites Mal in der zweitkleinsten Auflösung. Schauen wir mal ob das vielleicht bei YouTube publiziert werden kann. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Telekom die Anschlüsse der Youtube-nutzenden Kunden drosselt? Mich beschleicht da fast so ein Gefühl, gelesen habe ich während der vergangenen Tage viel darüber..

Nach mehreren fehlgeschlagenen Upload-Versuchen ist es am Samstag um 11:11 dann endlich geschafft – mein Unboxing-Video ist online! Zwar nur in einer krass reduzierten Auflösung, aber mehr kriege ich einfach nicht durch die heimische Leitung „gepumpt“ – I’m so sorry…

Ok, ich hoffe Ihr erkennt meine überschwängliche Freud ob dieses neuen Spielzeugs – sorry, es ist ein ‚Gadget‘ (englisch für Apparat, technische Spielerei oder auch Schnickschnack). Leute dieses Gerät wird Euer Leben verändern! Es weckt zwar immer noch nicht, das mit der Maus war ein Fehlschlag und es hat schon die ersten Schrammen auf der Unterseite – aber es ist so unendlich cool. Nun gehe ich noch zu meinem Augenoptiker und kaufe mir ein Sonnenbrille, die man besonders gut im Haar tragen kann. Danach melde ich mich im örtlichen Fitnessstudio an und suche kurz ein Sonnenstudio auf. Eines ist sicher, dann bin ich endlich auf dem richtigen Weg zu einem wahren Apple-User, fast so cool wie die Verkäufer in diesen Tempeln des Apple-Designs. Wow, was für ein Leben, nun wird alles gut – endlich – danke Steve Jobbbbs!!

Erwähnen sollte ich vielleicht noch, dass alle 71 iPad Anwendungen die sich im iTunes meines Notebook verborgen hatten aktualisiert werden mussten. Via iPad klappte das nur für einige wenige Anwendungen – sorry – die Dinger heißen ja jetzt APPs. Danach hagelte es erst einmal Fehlermeldungen. Ich konnte die APPs aber via iTunes aktualisieren und dann erneut auf das iPad kopieren. Ist alles doch ganz einfach und klappt immer wie von selbst – eben Apple – eben (fast) perfekt – wie so vieles im Leben…

Ach sorry ich habe doch noch etwa vergessen, meinen alten Peugeot sollte ich noch gegen einen schicken Mini Cooper eintauschen der in einer modernen Trendfarbe lackiert ist, sonst passt das alles nicht zum fabelhaften neuen iPad…

Aber vorher geht es noch schnell zur Erstkommunion meiner kleinen Nichte Nina 🙂

Es gibt noch so vieles zu entdecken…

Lange Abende mit iMovie

Es ist Dienstag der 11. April, eigentlich bin ich hundemüde, der Tag am Schreibtisch war lang aber ziemlich erfolgreich. Um 18h15 war ich zusammen mit Hauke im Kino „Ich bin Nummer 4“ – naja – man muss ihn nicht gesehen haben – aber das Poppkorn war super! Danach stehen wir kurz vor einer verschlossenen Cocktailbar, Tobias & Tobias sind auch nicht dort. Was tun? Ok, zurück ins beste Hotel der Welt, zurück zum Quartier 65. Herr Schreeb hat noch ein Tannenzäpfle für uns zwei. Ich mache eine neue Version unserer beliebten „Teamfotos an der Bar“, danach geht es rüber ins Appartement. Endlich schlafen. Doch dann meldet sich der Becher Coca Cola aus dem Kino – 1,5 Liter waren das – ich bin putzmunter – zuviel Zucker und Koffein auf einmal…

Also ran an das MacBook, die externe 1,0 TB Festplatte mit den 2011er USA-Bildern habe ich diese Woche dabei. Ich schaue ein wenig was ich da noch so habe und es fallen mit diverse kleine Filmschnipsel meines Besuches am „Hole in the Rock“ in die Hände. Eine Stunde später ist der kleine Film fertig, nun kann ich auch schlafen. Das Warten auf den modernsten aller Computer macht mich immer wieder sehr sehr schläfrig. Noch den Upload nach YouTube anstoßen, das Display dunkel stellen, die Tastaturbeleuchtung abschalten und dann neben dem Mac einschlafen. Das hätte mir vor zwei Jahren mal jemand erzählen sollen…

Ok, hier ist es nun mein neues Meisterwerk:

Angesichts der vielen Stunden Videomaterial das ich noch habe, werde ich sicher noch die ein oder andere Nacht in ähnlicher Weise mit meinem Mac verbringen. Aber das ist ok, dieser Mac ist ja kalorienneutral 🙂

Carmel by the Sea

Nach unserem ausgiebigen Frühstück in Big Sur packen wir wieder alles zusammen. Ich gehe noch schnell mit dem Mac rüber zum Restaurant und publiziere auf der Bank vor dem Restaurant meinen aktuellen Artikel. Danach mache ich unten am Fluss noch ein paar Fotos.

Um 11h sind wir dann abmarschbereit. Auf einem der vielen Plakate mit schönen Fotos aus der Umgebung ist mir der Pfeiffer Beach ins Auge gesprungen, das scheint wirklich lohnenswert zu sein. Also fahren wir ein paar Kilometer zurück nach Süden und biegen dann in eine winzig kleine Seitenstraße ein. Bis zum Pfeiffer Beach sind es noch 3 Meilen. Oben an der Straße sind ein paar Briefkästen montiert. Nun sehen wir auch die Häuser dazu. Die Straße ist so eng, es passt eigentlich nur ein Auto drauf und jedes mal wenn uns ein Auto entgegen kommt habe ich einen Schweißausbruch. Aber es passt dann doch immer irgendwie.

Kurz vor dem Strand ist dann wieder ein Bezahl-Häuschen, wie fast überall in den USA. Der Zugang zum Strand kostet 5$, pro Tag! Wir bezahlen und 200 Meter weiter ist dann schon der Parkplatz. Es gibt sogar ein Häuschen mit Plumpsklos…

Der Weg ans Meer ist nicht weit und der Strand hat es wirklich ins sich! Es ist superschön dort, aber auch windig. Der Sand schlägt uns in die Augen uns in alle Ritzen der Kameras. Ich habe echt Sorge, dass dadurch nicht doch einmal etwas wirklich krass beschädigt wird. Bislang ging es immer gut und die Objektive knirschen nun halt ein wenig. Später kann ich dann Entwarnung geben, sie haben es überlebt 🙂 Ich laufe ein paar Mal hin und her und hole mir andere Kameras mit unterschiedlichen Objektiven aus dem Auto. Als ich zurück will sehe ich dann zwei Typen die jeweils eine Tachihara Großformat-Kamera dabei haben. Wenn man mal hier schaut, sieht man was die Dinger kosten.

Einer der beiden Fotografen hat ein Tuch an der Kamera befestigt, damit er in Ruhe scharf stellen kann. Während ich ihm zuschaue kommt dann eine krasse Windböe, der Stoff bläht sich auf und fliegt dann weg. Der Fotograf springt nach hinten um ihn festzuhalten, in diesem Augenblick wirft dann der Wind die ganze Kamera um. Was für ein Desaster. Es erinnert mich dran, wie mir im letzten Jahr im Double-Arch bei Moab meine Hasselblad SWC umgekippt ist. Mir tut das Unglück mit der Tachihara echt in der Seele weh. Aber es ist eben wirklich unfreundliches Wetter.

Hier ist noch ein Bild dieses „magischen Lochs“, das ich mit meiner P7000 unmittelbar danach fotografiert habe.

Zurück am Auto gibt es ein paar Kekse und dann fahren wir wieder zurück. Nach einem kurzen Stopp bei einem Postoffice geht es nun in Richtung Norden, nach Carmel. Der Weg dorthin ist einfach grandios. Alle 5 Minuten muss ich anhalten und Fotos machen, zu genial ist hier die Küstenlandschaft. Als wir dann bei den ersten Ausläufern von Carmel eintreffen nehmen wir eine kleine Straße die uns durch eines der Villenviertel von Carmel führt. Hier kann man es aushalten, aber auch hier hat die Finanzkrise ihre Spuren hinterlassen. An vielen Häusern hängen Schilder von Immobilienmaklern.

Nachmittags treffen wir dann in Stadtkern von Carmel by the Sea ein. Es ist nicht weit von Monterey entfernt. Bis San Francisco sind es vielleicht noch 200 Kilometer. Es gibt viele viele kleine Geschäfte und eine Menge teurer Autos. Den Menschen hier scheint es so schlecht nicht zu gehen.

Sandra hält eine Ausgabe des „Room$aver“ in Händen. Diese kleine „Zeitung“ gibt es beispielsweise bei Denny’s. Es stehen eine Menge preiswerter Motels darin und wir sind froh, dass wir sie endlich einmal griffbereit haben! Mit Unterstützung der Copilot-Software auf meinem neuen Telefon finden wir dann tatsächlich das Sea Breeze Inn. Die Übernachtung um Zimmer mit zwei Kingsize-Betten soll hier 85$ plus Steuern kosten, das geht eigentlich, dafür sind wir ganz nah am Meer, haben ein schönes großes Zimmer und direkt neben an ist ein tolles Vietnamesisches Restaurant.

Wir beziehen Zimmer 128. Sandra macht sich daran ein paar Kleidungsstücke zu waschen. Ich sichere mal die Fotos die ich mit der D300 im Laufe des Tages gemacht habe, denn die 16GB Speicherkarte ist schon fast wieder voll. Danach ziehe ich dann allein los um ein paar Fotos des Sonnenuntergangs zu machen. Die Küste hier ist zerklüftet und wirklich einzigartig. Es weht ein steife Brise bei etwa 15°C und ich bin froh, dass ich meine Wanderjacke samt Kapuze angezogen habe! Als die Sonne weg ist, drehe ich noch eine Kleine Runde über die Küstenstraße und laufe gegen 19h wieder im Motel ein. Sandra schreibt inzwischen fleissig an ihrem BLOG und bastelt an ihrer Homepage.

Ich will schnell das Kopieren der vielen neuen Fotos anstoßen und während der Mac dann alles kopiert wollen wir nebenan was essen gehen. Also rein mit der Karte aus der D300 in den Kartenleser. Es ist ein Ordner 116ND300 auf der Speicherkarte, ein Ordner mit gleichem Namen und den Bildern die ich schon gesichert habe ist bereist auf der externen Festplatte. Also klicke ich den Ordner auf der Speicherkarte an, drücke CMD+C, wechsle dann zum Ordner auf der externen Festplatte und drücke CMD+V. Der Mac fragt nun „Ordner ersetzen, Ordner beibehalten, Abbrechen“. Ich bin es von der jahrelangen Arbeit mit Windows so gewohnt, dass bei der gleichen Aktion die neuen Dateien dem Zielordner hinzugefügt werden falls es diesen schon gibt. Also klicke ich auf „Ersetzen“ um fast noch im selben Augenblick mit Entsetzen festzustellen, dass das (laut Apple-Werbung) modernste Betriebssystem der Welt den bereits vorhandenen Ordner löscht, ihn dann neu anlegt und die neuen Bilder hinein kopiert. Haaaaallltttt…

Doch es ist zu spät. Zwar kann ich das Kopieren der neuen Bilder nach etwa 10 Bildern abbrechen, doch die vielen schönen Fotos der Fahrt von Big Sur nach Carmel sind weg. Und sie sind wirklich weg! Das modernste Betriebssystem der Welt hat sie nicht in den Papierkorb gelegt und ein „Ersetzen rückgängig machen“ gibt es auch nicht. Wirklich ärgerlich! Bevor der Schreck verdaut ist gehen wir erst einmal rüber zum Abendessen. Ich bestellt mir ein paar California- und Tuna-Rolls. Sushi hatte ich schon lange nicht mehr und es ist wirklich richtig gut!

Zurück im Motel versuche ich dann mein Glück in diversen Mac-Foren und finde Beiträge aus dem Jahr 2004 in denen sich Anwender über dieses bescheuerte Verhalten beklagen. Apple hatte also mindestens 7 Jahre Zeit um das zu ändern und was haben sie gemacht, nichts…

Es werden verschiedene Datenrettungstools angeboten, aber die scheinen nur dann zu funktionieren wenn das Dateisystem auch HPFS ist. Meine externe Platte ist aber mit FAT32 formatiert, weil der tolle Mac kein Windows-NTFS beschreiben sondern nur lesen kann. Es ist zum Mäuse melken, letztlich versuche ich es dann mal mit einem Tool für Windows 7, dass ich in meiner virtuellen Windows 7 Instanz laufen lasse. Ob das wohl klappt?  Na jedenfalls dauert das alles wirklich lange… Als nach zwei Stunden noch nicht wirklich etwas passiert ist, breche ich den ganzen Datenrettungsversuch einfach ab. Es fehlen genau 421 Fotos! Das kann ich deshalb so gut nachvollziehen, weil die D300 immer wenn 9999 Bilder gemacht wurden den Namen des Ordner in dem sie gespeichert werden hoch zählt. Irgendwann am Morgen waren mal wieder 9999 Bilder geschafft und genau da hat die D300 zusätzlich zum Ordner 115ND300 einen Ordner 116ND300 angelegt.

Das erste Bild des heutigen Sonnenuntergangs auf der Speicherkarte  hat die Nummer 0422 – also sind die Bilder 0000 bis 0421 verloren. Was für eine frustrierende Situation. Wenn mir nun auch die Festplatte noch kaputt geht wäre ALLE Fotos weg. Urgs, ob ich mir in San Francisco eine Backup-Platte kaufe?

Nach einigem Hin- und Her entschließe ich mich dann den Datenverlust hin zu nehmen. Morgen werde ich noch einmal auf dem Highway No. 1 von Carmel zurück nach Big Sur fahren und alles „neu“ fotogafieren was ich heute verloren habe. Vielleicht kann ich dann auch bis zum Abend bleiben und dieses magische Loch im Fels am Pfeiffer Beach im abendlichen Gegenlicht fotografieren. Ein ähnliches Bild gibt es hier in alle Kunstgalerien und es ist überall der Hingucker überhaupt.

Sucht man bspw. über die Google Bildersuche nach Pfeiffer Beach, findet man immer wieder Fotos wie dieses hier.

Ich weiß jetzt genau wo der Ort für dieses Foto ist, der Eintritt wird wieder 5$ kosten und die Chancen, dass die Sonne wirklich genau so in das kleine Loch schein stehen vielleicht 50:50. Aber ich werde es versuchen!

Ok, hier nun einige der nicht versehentlich gelöschten „Bilder des Tages“ – auch wenn es Sandra total nervt und sie immer den Kopf schüttelt, es ist nicht so blöd wenn man mit mehreren Kameras fotografiert und parallel immer mal ein traditionelles Dia fotografiert 🙂

Hier sind ein paar Bilder die heute zum Sonnenuntergang am Nord-West-Ufer in der Nähe des „Lighthouse“ entstanden sind.