Teneriffa 12-2013 – Tag 22

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Nach drei Wochen auf dieser tollen Insel müssen wir heute wieder heim fliegen. Der Hinflug mit den spartanischen „German Wings“ war extrem holprig und die vielen Turbulenzen haben den meisten Fluggästen das schiere Entsetzen in die Augen getrieben. Mir ist aufgefallen, dass sich auf dem Hinflug die meisten Gäste eher ruhig verhielten…

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Oft ist die Stimmung an Bord eine wenig ausgelassen, alle Fluggäste schnattern alle wild durcheinander, stehen im Gang und reden stundenlang über alle Belanglosigkeiten unseres kurzen Daseins auf dieser schönen Welt. Bei unserem Hinflug war das grundlegend anders. Alles saßen brav angeschnallt ihn ihren Sitzen, kämpften mit Angst und Brechreiz und schauten teils ängstlich auf die sich hin und her biegenden Flügel unseres Fliegers.

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Für den Rückflug mit airberlin haben wir deutlich mehr Glück mit dem Wetter. Die Maschine soll um 19h40 starten, also ist 17h30 eine gute Zeit für den Check-In am Flughafen. Im Hotel liegen Mappen der einzelnen Reiseveranstalter aus. Dort haben wir am Vortag nachgesehen ob alles planmäßig ablaufen wird.

Wegen des späten Abflugtermins haben wir am Morgen nochmals alle Zeit der Welt und genießen das tolle Wetter in der Sonne auf der Terrasse vor dem Frühstücksraum. Unsere Koffer haben wir zum Teil schon am Vorabend gepackt und so sind wir um 11h abmarschbereit. Ein Problem ist, dass unser OPEL Meriva keine Ablage für den Kofferraum mehr hat. Alles was in diesem Auto transportiert wird ist also von außen mehr als gut einsehbar. An eine letzte Tour weit ab von unserem Mietwagen mag ich daher gar nicht denken. Also treffen wir uns ein letzten Mal mit unseren Freunden unten in La Paz dem deutschen Viertel von Puerto de la Cruz. Wir parken unser Auto so, dass wir es im Blick haben während wir die warme Sonne bei einem letzten Barraquito genießen.

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Gegen 12h30 machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Den Weg kennen wir inzwischen wie im Schlaf und wo wir unseren Mietwagen abgeben müssen ist auch kein Geheimnis mehr. Vor zwei Jahren habe ich versehentlich den Schlüssel unseres Mietwagens nicht abgegeben und dies erst nach der Sicherheitskontrolle bemerkt. Das war ein wenig blöd aber letztlich unkritisch weil noch genug Zeit war um zurück zum CICAR Büro zu laufen und mich erneut bei der Sicherheitskontrolle anzustellen. Heute habe ich das im Kopf und so vergesse ich es nicht wieder!

So recht habe ich keine Ruhe um noch irgendwo einen Spaziergang zu unternehmen. Am Flughafen treffen wir daher viel zu früh ein. Ich gebe kurz den Schlüssel des Mietwagens ab und schaue mal ob schon ein Schalter von airberlin geöffnet hat. Wir haben erst 14h und unser Flieger soll um 19h40 starten, da wäre es toll wenn wir die Koffer abgeben und uns noch ein wenig die Umgebung anschauen könnten. Aber dieser relativ kleine „Provinzflughafen“ ist darauf nicht vorbereitet. Alle Koffer kommen auf Wagen die gezielt am Ende der Förderbänder für das Gepäck aufgestellt werden. Die airberlin Fluggäste die ab 14h eingecheckt werden wollen nicht nach Köln, würde man uns jetzt auch einchecken, so würden unsere Koffer irgendwo, aber nicht in Köln landen und das wäre eine mittlere Katastrophe.

Wir erfahren, dass unser Flug am Schalter 28 und 29 ab 17h40 eingecheckt wird. Also warten wir dort hübsch brav bis wir endlich an der Reihe sind.  Immer wieder kommen Urlauber die auch nach Köln/Bonn fliegen wollen. Alle sehen den besetzten Schalter 28 und wollen sofort einchecken, aber alle sind wie wir zu früh und müssen ebenfalls warten.

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Als unser Schalter endlich um 17h40 nach langen Stunden geöffnet wird stehen wir tatsächlich am Anfang der Schlange und werden als erste Fluggäste eingecheckt. An den Sicherheitskontrollen ist viel los, aber es klappt alles mehr als problemlos. Nun haben wir noch mehr als eine Stunde bis zum Boarding. Auf der Suche nach dem Irish Pub in dem wir sonst immer gewartet haben müssen wir leider feststellen, dass es ihn nicht mehr gibt. Statt dessen ist dort nun ein etwa doppelt so großer Mix aus Imbiss und Take-Away. Ich organisiere uns zwei kleine Flaschen Rotwein, zwei Sandwiches und eine kleine Toblerone, das kostet fast 20 Euro – Flughafenpreise!

Als wir im Flieger sitzen haben wir Platz 13 A und B – also linke Seite in unserer Boing 737-800 und sogar VOR den Triebwerken. Eigentlich ein mehr als idealer Platz um beim Start ein wenig zu filmen oder schöne Fotos vom Pico del Teide zu machen. Aber wegen des späten Starts ist es schon stockfinster und der Teide ist ebenso wenig zu sehen wie der unbeleuchtete Rest der Insel. Mein großes Reisevideo wird also ohne eine entsprechende Szene auskommen müssen. Oder ich nehme einfach eine Sequenz aus einem der letzten Jahr, „das merkt eh keiner“ 🙂

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Der Flug ist relativ kurz und mehr als problemlos. Der Service bei airberlin ist vorbildlich und wird sind froh, dass wir nicht ständig das Portemonnaie zücken müssen nur um einen Schluck Wasser zu erhalten. Mein Account bei WatchEver ist inzwischen ausgelaufen und so habe ich aktuelle keine Filme mehr die ich auf dem Rückflug anschauen kann. Alles was noch im Offline-Modus verfügbar war, habe ich in den letzten Tagen schnell „weggeguckt“. Nun bin ich ganz gespannt auf die dritte Staffel der sehr coolen Serie „True Blood“. Weil ich eh nichts zum Anschauen habe, lehne ich mich in meinem Sitz entspannt zurück und genieße unter meinem BOSE QuitComfort 15 die Abgeschiedenheit vom Fluggeschehen und die wunderbare stille bei leiser musikalischer Berieselung aus meinem Smartphone.

Als wir in Köln landen ist es kurz vor 2h in der Nacht. Am Gepäckband ist mein Koffer einer der allerersten, ganz kurz danach kommt Sandras Koffer – super!! In Köln ist es nasskalt und wirklich ungemütlich, daher sind wir froh, dass wir sofort ein schönes großes Taxi finden, in das all unser Gepäck auf Anhieb hineinpasst. Geld für das Taxi habe ich noch übrig und so klappt der Transfer vom Flughafen bis nach Hause wirklich problemlos. Als wir mitten in der Nacht um 3h endlich daheim im Bett liegen sind wir ziemlich erledigt aber auch sehr froh wieder heil daheim zu sein.

Am nächsten Morgen sind die Augen verklebt, der Kopf tut weh und ich habe noch ein wenig mit den Folgen des Fluges zu kämpfen. Mir schlägt die Luft und den Flugzeugen immer schwer auf die Atemwege. Dass es bei airberlin immer mal wieder einen kostenlosen Schluck Wasser gibt hilft da ein wenig. Nach drei Wochen auf Teneriffa schmeckt der erste frische Kaffee aus dem tollen eigenen Vollautomaten irgendwie fremd und ungewohnt. Wirklich gut schmeckt das eigentlich nicht, aber er macht wach und hilft mir den ersten Tag in Deutschland im Jahr 2014 anzugehen.

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Deutschland hat uns also wieder und in ein paar Stunden bin ich schon wieder in meinem kleinen Mainzer Appartement und morgen pflichtbewusst und pünktlich im Büro. Die Reise war wieder wunderbar und ich habe mich so erholt wie ich es gehofft hatte.

Die allerbesten Fotos sind gleich am Anfang der Reise nachts oben am Pico del Teide entstanden. Ich bin also mit meiner „Beute“ ganz zufrieden und das was ich nicht geschafft habe, werde ich vielleicht im Dezember dieses neuen Jahres nachholen. Aber schauen wir mal, jetzt kann 2014 erst einmal kommen…

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Teneriffa 12-2013 – Tag 21

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Heute ist der letzte Tag unserer Reise, schon morgen geht es in den Abendstunden wieder zurück ins kalte und verregnete Deutschland. Zwar waren die Temperaturen während der letzten Wochen in Deutschland ungewöhnlich mild, aber es hat vielerorts lange und ausgiebig geregnet. Hier auf Teneriffa hatten wir nur an einem Tag am Nachmittag und in den Abendstunden etwas Regen. Mein Freund Wolfgang hat mir erzählt, dass es hier auch schon einmal über sagenhafte 18 Monate keinen Regen gab. Das ist natürlich mehr als heftig und so gesehen können wir sehr froh über den Regen sein, auch wenn man an einem Abend mal nicht draußen sitzen konnte.

Sehr schön ist übrigens auch, dass durch den vielen Regen den die Stürme im November und Anfang Dezember mitgebracht haben die Insel derzeit saftig grün ist. Zwar blühen hier aktuell deutlich weniger Pflanzenarten als beispielsweise im Mai und Juni, aber besonders im Süden der Insel fällt im Vergleich zu den Vorjahren auf, dass sogar in der unwirklichen felsigen Landschaft überall saftiges Grün zu sehen ist.

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Zum Frühstück nehmen wir uns warme Jacken mit und setzen uns sofort nach draußen. Die Sonne ist noch hinter dem Gebirge irgendwo über Gran Canaria, aber die Temperaturen sind trotzdem recht mild. Als wir unsere erste Tasse Kaffee trinken kommt dann auch schon die Sonne heraus. Nun beginnt der große Ansturm auf die wenigen Plätze auf der Terrasse vor dem Speisesaal, aber heute haben wir uns zwei Logenplätze gesichert und das sogar OHNE HANDTÜCHER!!

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Während wir die Sonne genießen nimmt meine Nikon 1 V1 oben im Schlafzimmer durch das kleine Fenster das nach Osten zeigt wieder eine Zeitraffer-Sequenz auf. Alle 10s ein Bild und das 900x – das dauert seine Zeit und als wir nach unserem echt ausgiebigen Frühstück wieder auf dem Zimmer sind ist die Sonne schon „voll da“ und die 900 Bilder sind dennoch nicht erreicht, also drücke ich die Taste „Menu“ und schon ist die Serie beendet. Schnell die Karte in das Notebook und alles auf die Urlaubsfestplatte kopieren, es wurden 598 Fotos aufgenommen. Bei 30 Bildern pro Sekunde dauert dieses Sequenz dann etwa 20 Sekunden, für mein großes Video eigentlich schon viel zu lang. Daher werde ich bim Videoschnitt entscheiden ob ich etwas wegschneide oder vielleicht das Tempo nochmals etwas anhebe. Diesmal habe ich alle Bilder sowohl im RAW- als auch  JPG-Format aufgenommen. So kann ich auf meinem Mac blitzschnell mit dem kleinen Programm „Time-Lapse“ eine Vorschau der Sequenz erstellen. Das dauert kaum zwei Minuten und schon kann ich ungefähr sehen wie es werden wird. So machen Zeitraffer-Aufnahmen wirklich Spaß.

Gegen Mittag entschließen wir uns zu einem letzen kleinen Ausflug. Unser Weg führt uns über die Autobahn in Richtung La Laguna. Kurz bevor es auf die Südliche Autobahn geht, nehmen die Abfahrt zur Umgehungsstraße in Richtung Anaga-Gebirge. Wir folgen der Ausschilderung nach Tejina und Tegueste. Als wir auf der Höhe von Tegueste sind ist dann auch unser eigentliches Ziel Punta de Hidalgo ausgeschildert. Mitten im Ort biegen wir nach links ab und parken unser Auto in der Nähe der Promenade beim Hotel „Altagay“.

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Unterhalb des Hotels gibt es eine nettes Italienisches Restaurant mit dem schönen Namen „Angelo“. Dort kann man im Garten unter gewaltigen Gummibäumen sitzen und hat einen großartigen Blick auf den Pico del Teide. Als ich meine Sandra darauf aufmerksam mache sieht sie ihn allerdings nicht, denn der Dunst ist heute ziemlich. Erst nach mehrmaligem „Ja daaaaa…“ quittiert sie meine Bemühungen mit einem „Ach daaaaa…“.

Die Speisekarte gibt so etliches her und wir entscheiden uns für den Fisch des Tages mit einem Salat, etwas Brot und Pommes und Papas Arugadas. Als der Fisch kommt sind wir wirklich überrascht, jeder von uns bekommt einen kompletten aufgeschnittenen Fisch mit viel Knoblauch frisch vom Grill – lecker! Zur Abrundung gibt es noch einen Barraquito mit Likör und einen Ramazotti für meine Sandra, man kann es sich hier sehr schön machen! Das gesamte mehr als opulente Mahl kostet 42,90 Euro.

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Nach einer Weile haben wir das Gefühl uns wieder bewegen zu können, ich hole mein Stativ und schon geht unten an der Promenade die Fotosession los. Ich probiere dies und das, aber das Licht ist nicht schön und Wind heftiger Wellengang treibt immer wieder feine Wassertropfen durch die Luft. Später im Hotel werde ich feststellen, dass eigentlich alle HDR-Versuche unbrauchbar sind, weil sich auf den Frontlinsen meiner Objektive hunderte feinster Wassertropen angesammelt haben. Aber irgendwie hat mich die Muse heute eh nicht so geküsst…

Um 17h15 ist der Sonnenuntergang nicht mehr ganz fern, ob er spektakulär wird darf man bezweifeln. Meiner Sandra ist kalt, sie muss mal wohin und hat außerdem überhaupt keine Lust mehr mir bei meinen Leibesübungen mit Stativ und Kamera zuzuschauen. Wer wirklich intensiv fotografieren will, macht das eben am allerbesten allein! Bevor es Genörgel gibt und die Bilder eh nichts taugen packe ich meine Sachen zusammen und wir wandern zum Auto zurück.

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In einem Kreisverkehr geht es hoch nach La Laguna zur Autobahn, dort sind wir auf dem Hinweg auch hergekommen. Gleich rechts geht es nach Puerto de la Cruz. Sandra weist mir den Weg und ich folge ihrem Hinweis. Aber eigentlich ist es falsch, doch umeigentlich ist es auch egal, so können wir uns noch ein wenig die niedlichen Ortschaften rund um El Socorro anschauen.

In einer recht unübersichtlichen Rechtskurve treten die beiden Autofahrer vor mir dann urplötzlich voll auf die Bremse. Rechts steht Polizei, gelbes Blinklicht, irgendwas ist los…

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Seit dem 1.1.2014 gilt auch auf Teneriffa eine Promillegrenze von 0,0% Alkohol!! Da ich hier lieber keinen Ärger will, gab es zum Mittagessen für mich kein Bier sondern eine Cola und der kleine Barraquito liegt schon mehrere Stunden zurück. Aber es ist gar keine Verkehrskontrolle, hier hat es ganz ordentlich gekracht! Zwei Abschleppwagen sind dabei zwei heftig demolierte Autos nach einem seitlichen Frontalzusammenstoß abzutransportieren. Daher hat die Polizei die Straße kurzzeitig gesperrt. Die reumütige Verursacherin steht noch eine Weile neben dem Citroen C5 der Verkehrspolizei und muss diverse Unterschriften leisten. Die Insassen des anderen Autos haben schon alles erledigt und müssen jetzt zu Fuß los und sich ein Taxi suchen. Nach etwa 15 Minuten sind die demolierten Autos verladen und die Glassplitter von der Straße gefegt, es geht wieder weiter. Ein paar hundert Meter später stoßen wir auch schon auf die Autobahn. Man fährt ein Stück neben der Autobahn und kann dann ganz elegant aus einem kleinen Kreisverkehr heraus direkt auf die Autobahn auffahren.

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Als wir auf einer Höhe etwa 10 Kilometer vor Puerto de la Cruz sind, bietet sich uns ein gewaltiges Schauspiel. Die Sonne verschwindet gerade hinter einer dichten Wolkenfront, unten scheint es hinaus als wären lauter riesige Taschenlampen eingeschaltet worden und der Teide hat von der rechten Seite plötzlich ein regelrechtes gelbes Flutlicht. Eigentlich müsste man jetzt sofort anhalten und die Kameras zücken, aber man kann nicht alles im Leben fotografieren. Als wir im Hotel ankommen kann man weder den Teide, noch die Sonne, noch irgendetwas anderes sehen was sich zu fotografieren lohnen würde. Also gibt es noch eine schnelle abschließende Zeitraffersequenz mit der Nikon 1 V1 am geöffneten Schlafzimmerfenster. Während die Kamera vor sich hin knipst sitzen wir aber schon beim letzen Abendmahl. Das Publikum hat inzwischen einmal komplett gewechselt. Wir fühlen uns fast wie die Hotel-Dinosaurier und irgendwie bin ich nun doch froh, dass wir morgen wieder daheim sein werden. Zwar wird das Kantinenessen am Montag nicht gerade eine Offenbarung sein, aber es ist auch mal was anderes als gegrillter Fisch mit Unmengen Knoblauch und Kanarischen Schrumpelkartoffeln 🙂

Teneriffa 12-2013 – Tag 20

Unsere Reise steuert schnurstracks auf ihr Ende zu und so ist heute Zeit für ein „Zwischenfazit“.

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  • Die beiden Nikon 1 Kameras haben sich hier mehr als bewährt und die Nikon D800E und die D300-IR sind erstaunlich oft allein im Hotel geblieben. Ich schätze das deutliche geringere Gewicht dieser sehr kompakten Kameras und ich liebe die Ergebnisse im Video-Modus.
  • Die Bilder die ich bei Vollmond oben auf dem Teide aufgenommen habe sind die besten Fotos die ich in den letzten 10 Jahren hier auf Teneriffa aufgenommen habe. Mit einer Nikon 1 hätte das nicht geklappt und ich bin sehr froh, dass ich die Nikon D800E in genau dieser Situation dabei hatte!
  • Das billige SAMYANG 2,8/14mm hat mir gute Dienste geleistet, aber ich habe es seltener verwendet als gedacht. Mit dem wunderbaren AF-S VR 4/16-35mm habe ich relativ viel fotografiert und die Ergebnisse sind sehr gut geworden. Das AF-S 2,8/24-70 habe ich fast nicht verwendet, mit dem AF-D 2,8/10,5 habe ich bislang noch gar nicht fotografiert. Das AF-S VR 2,8/70-200mm habe ich bislang nur in Verbindung mit einer der beiden Nikon 1 Kameras verwendet.
  • Mein kleines Blitzlicht für die Nikon 1 habe ich gar nicht benutzt, es liegt noch immer im Tresor, wie auch all die anderen Blitzlichter in den Jahren zuvor…
  • Der SONY HDR-MV1 hat mir gute Dienste geleistet aber man kann in „in der freien Natur“ fast nie einsetzen weil selbst leichter Wind extrem starke Windgeräusche produziert die jede Audio-Aufnahme sofort ruinieren.
  • Den ZOOM H2x habe ich weniger als erhofft eingesetzt um 4-Kanal Surround-Aufnahmen zu machen. Den Windschutz aus Schaumgummi habe ich leider daheim vergessen, so habe ich die kleine „Transportsocke“ etwas aufgekrempelt und über die Mikrofone gezogen, das war ein recht wirksamer Windschutz.
  • Gar nicht und nur extrem selten verwendet habe ich viele kleine Accessoires wie Ansteckmikrofon, Cokin-Filter, 40,5mm Filter für Nikon 1 usw.
  • Auch die 10mm und 18,5mm Objektive für die Nikon 1 habe ich bislang nicht benutzt.
  • Das neue Manfrotto Schwebestativ hat mir gute Dienste geleistet aber ich habe es sehr selten eingesetzt weil ich meist das große Stativ dabei hatte und es blöd ist ein Kamera unbeaufsichtigt irgendwo stehen zu lassen, während man mit dem Schwebestativ durch die Gegend läuft.

Eigentlich wollte ich mich viel öfter selbst mit dem Schwebestativ filmen und viele kleine neue Teile für „Ansgar’s kleine Fotoschule“ aufnehmen. Aber dann war es mir zu peinlich mich irgendwo zwischen die Leute zu stellen und mit mir selbst zu reden und mir dabei eine Kamera vor das Gesicht zu halten. Gestern im Jungle Park habe ich ein kurzes „Intro“ für die Jungle Park Sequenz aufgenommen und bin prompt von meiner Freundin Sandra „erwischt worden“. Sie hat mich ein wenig verhöhnt und spätestens jetzt habe ich keine Lust mehr dazu 🙂

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Auch viele Motive habe ich nicht wie gewünscht „geschafft“. Das liegt daran, dass der Schmetterlingsgarten geschlossen ist und die Straße zum Punta de Teno nun dauerhaft gesperrt wurde. Auch habe ich keinen einzigen Sonnenaufgang fotografiert, denn dafür wohnen wir auf der falschen Seite der Insel. Richtig tolle Sonnenuntergänge gibt es hier auch nicht und ich habe es nicht geschafft mich mitten in der Nacht aufzuraffen um für einige kitschige Fotos fast 300 Kilometer hin und zurück auf die andere Seite der Insel zu fahren.

Eigentlich hatte ich gehofft mit der D800E oben auf dem Teide bei Neumond einige schöne neue Fotos der Milchstraße aufzunehmen. Aber dort oben ist es derzeit nachts bitterkalt, ich habe nur wenig warme Kleidung dabei und irgendwie brauche ich derzeit meinen Schlaf. Diese Fotos müssen also bis zu unserem nächsten Besuch auf dieser tollen Insel warten. Vielleicht mieten wir uns ja auch mal auf der „Sonnenseite“ ein, so dass die Wege zu schönen Sonnenaufgängen mit Strand, Felsen und den „üblichen gestalterischen Bildelementen“ nicht so weit sind.

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Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich mich in den Tagen die wir hier verbringen durften sehr gut erholt habe. Aber es sind weniger Fotos entstanden als erhofft. Aber ich denke, dass ich allerhand Material für ein schönes neues Video einsammeln konnte.

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Das einzige was mir bei dieser Reise etwas negativ aufgefallen ist, waren die Menschenmengen die sich in den letzten Wochen hier auf der Insel aufgehalten haben. Inzwischen haben sich die Reihen etwas gelichtet und der Speisesaal im Hotel ist wieder auf die normale Größe verkleinert worden. Auch findet man abends wieder problemlos einen Parkplatz vor dem Hotel.

Auch war diese Reise relativ teuer. Inklusive Mietwagen, Benzin, Minibar, Essen & Trinken bin ich fast 4.500 Euro los geworden. Das Loch in der „Portokasse“ ist also ganz erheblich und für dieses Geld hätte ich allein locker 6 Wochen durch die USA oder Kanada reisen können. Aber trotzdem war mir diese Reise lieber als ein Foto-Egotrip durch die USA, denn hier haben wir einige Freunde und kennen uns inzwischen sehr gut aus. Der Erholungswert ist damit höher als bei einer manchmal etwas aufreibenden „Abenteuerreise“.

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Um 12h mache ich mich auf zum einem alten Kanarischen Herrenhaus mit dem schönen Namen Abaco. Dort will ich mit meinen Weitwinkel-Objektiven und der D800E eine Reihe schöner Fotos mit herrlich altmodischem Touch aufnehmen. Im Internet habe ich gelesen, dass das Museum von 10h30 bis 13h30 geöffnet ist. Als ich nach ein paar Minuten dort eintreffe ist allerdings alles verschlossen. Außen an der Fassade hängt ein Schild auf dem steht, dass die Öffnungszeiten von 13h bis 23h sind. Also vergnüge ich mich noch eine Weile und als ich zum zweiten Mal vor dem Gebäude stehe, hat es tatsächlich geöffnet.

Schnell schnappe ich mit mein Stativ und meinen Rucksack mit der „kleinen Ausrüstung“. Heute habe ich die Nikon D800E mit dem SAMYANG 2,8/14mm und dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm dabei. Außerdem ist noch die Nikon 1 V1 mit dem AF-S VR 10-100PD im Gepäck. Als ich das Gebäude betrete scheint es recht verlassen zu sein, aber ein Blick in den Garten zeigt, dass es wohl geöffnet ist, denn dort sitzen Leute und trinken etwas.

Das eigentliche Museum ist im oberen Stockwerk. Eine tolle majestätische Holztreppe führt dort hinauf. In den oberen Räumen kann ich Stimmen hören, aber Menschen sehe ich nicht. Also packe ich einfach mal meine Nikon D800E aus und schieße einige Fotos. Für die teilweise relativ engen Räume erscheint mir das 16-35mm Objektiv etwas zu „lang“ und so fotografiere ich den Rest des Tages ausschließlich mit dem SAMYANG 2,8/14mm. Damit die Bilder nicht verwackeln verwende ich meinen tollen neuen Funkauslöser. So kann ich die Kamera sogar vom Nebenraum auslösen und weder unglückliche Schatten werfen noch in einem der vielen Spiegel auftauchen.

Nach den ersten Fotos werden die Stimmen lauter und plötzlich bewegt sich eine größere Reisegruppe auf mich zu. Eine etwas ältere hochgewachsene Frau mit pechschwarzem Haar scheint die „Reiseleiterin“ zu sein. Als sie mich erblickt fragt sie mich in tollem Englisch, ob ich allein bin oder zu dieser Reisegruppe gehöre. Da ich allein bin, kann ich den Eintrittspreis in Höhe von 9,- Euro bei ihr bezahlen, aber ich soll mir Zeit lassen bis ich mit meinen Fotos fertig bin.

Während ich mir einen Raum nach dem anderen vorknöpfe und mich langsam durcharbeite, führt die Dame eine Reisegruppe nach der anderen durch das Gebäude. Nach der zweiten Reisegruppe ist etwas Zeit für einen kurzen Plausch. Ich gebe ihr 10 Euro und erzähle, dass ich schon mehrmals hier war, allerdings immer mit einer „unpassenden“ Kamera. Als sie hört, dass ich ein „Wiederholungstäter“ bin, will sie mir das Geld sogar zurück geben. Aber nein, sie kann es gern behalten, denn das Abaco ist ein echtes Schmuckstück und mit diesem kleinen Eintrittsgeld trage ich gern etwas zur Erhaltung dieses großartigen Gebäudes bei.

Nach fast drei Stunden bin ich mit meinen Fotos soweit durch und montiere noch schnell die Nikon 1 V1 auf mein Stativ um damit einige kurze Video-Sequenzen und Zoomfahrten aufzunehmen. Einige schnelle Fotos gibt es auch noch. Die kann ich als Kontrast zu den extremen Weitwinkelaufnahmen sehr gut in mein großes Reisevideo integrieren.

Während meiner Fotosession konnte ich aus dem Innenhof immer wieder ganz witzige folkloristische Livemusik hören. Als ich den Garten betrete ist gerade wieder eine Reisegruppe im Garten und schaut sich eine musikalische Darbietung von drei Frauen und einem Mann an. Es wird gesungen und getanzt und alles in traditionell anmutender Trachtenkleidung. Das ist wirklich nett und es scheint auch niemanden zu stören, dass ich einige Minuten der Darbietung mit meiner kleinen Nikon 1 aufnehme.

Als ich meine Sachen zusammenpacke kommt die unglaublich nette Managerin noch einmal zu mir und fragt mich ob ich denn die Fotos machen konnte die ich mir gewünscht habe. Wir kommen ein wenig ins Gespräch und ich erfahre, warum sie so perfektes Elegisch spricht, sie stammt aus Hawaii. Es ist schon witzig woher die Menschen auf dieser Insel alle stammen. Vor ein paar Jahren habe ich hier ein Paar kennengelernt. Sie stammt aus Kolumbien und er aus Schweden. Gemeinsam haben sie die Welt bereist und einen Ort gesucht an dem sie nicht frieren und er nicht schwitzen muss. So sind sie auf Puerto de la Cruz gestoßen und haben in der Nähe des Plaza del Charco eine nette kleine Cocktailbar eröffnet.

Das ist es was ich so mag, der Mix der Menschen ist hier deutlich bunter als bei uns daheim im kalten Deutschland. Weil das Wetter meistens gut ist, sind die Leute zumeist gut drauf und eigentlich immer sehr freundlich.

Hier drei Beispielfotos aus meiner Nikon D800E mit dem SAMYANG 2,8/14mm in einer 1000er Auflösung – Bei höheren Auflösungen schlägt derzeit jeder Upload fehl. Sobald ich eine vernünftige Internet-Anbindung habe, gibt es die Bilder auch in groß. Die anderen Fotos stammen übrigens aus meiner Nikon 1 V1 und wurden mit dem Nikkor AF-S VR 10-100 PD aufgenommen.

(Bilder einfach Anklicken für 1000er Auflösung)

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Auf dieser Insel leben derzeit etwa 1.000.000 Menschen, davon etwa ein Drittel Europäer die zum größten Teil in Rente sind und sich ein paar schöne Jahre auf Teneriffa machen wollen bis es gesundheitlich nicht mehr geht. Derzeit gibt es hier ein recht großes Angebot von Häusern die von älteren Menschen bewohnt wurden. Viele der Verkäufer sind inzwischen so alt, dass sie zurück nach Deutschland wollen um dort ihre letzten Tage mit guter medizinischer Versorgung zu verbringen. Allerdings werden viele dieser Häuser recht teuer angeboten, weil die Besitzer mit einer fetten Rendite rechnen und hoffen ein Haus das vor 20 Jahren billig gebaut wurde heute zu Preisen zu veräußern die man in Deutschland für ein hochwertiges Einfamilienhaus erzielen könnte. Wer hier zu diesen Preisen etwas kauft ist selbst schuld. Ich selbst würde hier allenfalls für ein paar Jahre ein Haus mieten. Denn hier wird „billig gebaut und teuer verkauft“, wer nicht aufpasst wird hier schnell übers Ohr gehauen.

Sehr spannend ist auch, dass sich derzeit jährlich rund 20.000 Europäer auf Teneriffa für ein paar Jahre niederlassen. Man muss es den Inselbewohnern wirklich hoch anrechnen, dass sie damit gelassen umgehen und dass es hier keine offensichtliche Fremdenfeindlichkeit gibt. Auf dieser Insel ist fast jeder ein „Zugereister“, die ersten Bewohner kamen vor einigen tausend Jahren mit primitiven Booten aus Afrika hierhin. Vielleicht liegt es daran, aber vielleicht liegt es auch daran, dass gut betuchte Europäer hier auch eine Menge Geld ausgeben und der lokalen Wirtschaft neue Impulse verleihen.

Wie dem auch sei, ich selbst könnte mir vorstellen hier irgendwann den einen oder anderen Winter zu verbringen. Während der kalten Jahreszeit hier für drei bis vier Monate zu überwintern, das wäre schon eine wunderbare Vorstellung.

Als ich zurück im Hotel bin und meine Beute des Tages auf meine externe „Urlaubsfestplatte“ kopiere, öffnet sich auch  schon die Türe und meine Sandra kommt von ihrer Einkaufstour zurück. Sie ist gut gelaunt und hat Unmengen Wäsche und Anziehsachen zu irre günstigen Preisen eingekauft. Im nächsten Jahr könnte sie sogar mit einem leeren Koffer anreisen weil es hier die Anziehsachen so unglaublich preiswert zu kaufen gibt.

Ok, das war der vorletzte Tag. Morgen machen wir es uns noch einmal richtig schön, am Samstag werden dann die Koffer gepackt und dann geht es wieder ab nach Hause. Dort ist es irgendwie ja auch sehr schön, wenn nur der Regen und die Kälte nicht wären…

Teneriffa 12-2013 – Tag 19

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Als ich die Augen aufschlage ist es fast genau 7h30 – Zeit um aufzustehen – heute geht es nach Arona in den Jungle Park. Um 8h30 sind wir auf der Autobahn und wie erwartet herrscht hier endlich einmal gähnende Leere. 99,9% aller Bewohner dieser Insel liegen noch im Bett und versuchen die Folgen des rauschenden Silvesterfestes zu verarbeiten. Wir haben den Jahreswechsel tatsächlich verschlafen, für mich das erste Mal seit etwa 40 Jahren – ich sollte es im Kalender rot anstreichen! Aber ich habe nun auch keinen Kater, bin gut ausgeruht und das einzige was mich stört ist die noch tief stehende Morgensonne.

Während ich mich auf dem Fahrersitz hin und her winde frage ich mich, warum die Konstrukteure moderner Autos es nach einer Entwicklungszeit von rund 100 Jahren immer noch nicht geschafft haben Gegenlichtblenden zu konstruieren, die dort wo der Innenspiegel ist auch gegen das blendend grelle Sonnenlicht schützen? Es ist wirklich seltsam, man kann inzwischen Autos bauen die wie von Geisterhand ganz allein rückwärts in eine Parklücke einparken, aber ein Auto bei dem die Sonne den Fahrer nicht ständig um den Rückspiegel herum blendet, scheint es noch immer nicht zu geben…

Weil die Autobahn so sensationell frei ist, erreichen wir den Jungle Park oder auch Adler-Park sogar ein paar Minuten zu früh. Wir parken unser Auto in der wärmenden Morgensonne, das Thermometer zeigt zur frühen Stunde gerade einmal 13°C, aber im Laufe des Tages wird es noch auf lässige 22°C klettern!

Pünktlich um 10h öffnen sich die Pforten dieses kleinen schönes Parks. Der Andrang ist mit dem Loro Parque in Puerto de la Cruz nicht zu vergleichen. Hier hat man an „normalen“ Tagen noch ein wenig Ruhe, heute ist es sogar richtig still 🙂 Der Eintritt kostet 24,- Euro pro Nase, der Park ist von 10 bis 16h30 geöffnet. Die letzte Show ist im 16h danach werden die Gehege geputzt und die Tiere gefüttert. Die meisten Menschen sind während dessen bereits auf dem Heimweg.

In meinem Fotorucksack habe ich die Nikon 1 V1 und die Nikon 1V2. Heute will ich im wesentlichen mit der Nikon 1 V2 filmen und habe die Nikon 1V1 mit dem 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom bestückt und auf mein kleines Manfrotto Schwebestativ montiert. So kann ich zwischendurch immer mal einen kleinen Kamera-Schwenk aufnehmen und sofort danach wieder mit dem lange Teleobjektiv voll draufhalten ohne etwas umbauen zu müssen.

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Die Nikon 1 V2 ist mit dem FT-1 Adapter an mein AF-S VR 2,8/70-200mm montiert. Alles zusammen ruht auf meinem großen SIRUI 3204 Carbon-Stativ mit KX-30 Kugelkopf. Sitzen die Tiere still an einer Stelle, so ist es recht einfach die Kamera präzise auszurichten und den Kugelkopf stramm zu ziehen. Allerdings sollte man den Ausschnitt stets ein klein wenig zu hoch wählen. Ist der Kugelkopf stramm gezogen und lässt man die Kamera los, so sackt sie ein klein wenig ab. Das ist für längere Teleobjektive ziemlich typisch und eine gute Kombination aus Kugelkopf & Stativ schafft es diese „Nick-Bewegung“ klein zu halten. Bei meinem Stativ fällt es relativ klein aus und ich bin damit recht zufrieden.

Bewegen sich die Tiere in ihren Gehegen, so wird es allerdings mit einem Kugelkopf recht schwierig ihnen „flüssig“ zu folgen. Mit ein wenig Übung findet man eine Einstellung für die „Friktion“ bei der sich der Kugelkopf recht geschmeidig drehen lässt. Allerdings liegt es in der Natur der Sache, dass ein langes Teleobjektiv auf einem Kugelkopf dazu neigt seitlich wegzukippen. Hier wäre eigentlich eine „Affenschaukel“ wie in einem meiner Videos der Reihe „Das perfekte Stativ“ angesagt. Aber meine BENRO Affenschaukel wiegt fast ein Kilogramm und ist einfach zu schwer für die Reise. Also lege ich meine linke Hand auf das Objektiv und versuche es so gut wie möglich zu stabilisieren. Wenn ich „Mitzieher“ filme, habe ich den VR eingeschaltet. Wenn ich Fotos der Tiere aufnehme, schalte ich den VR aus und löse die kleine Nikon möglichst mit dem ML-L3 Infrarot-Auslöser völlig erschütterungsfrei aus.

Gegen Mittag treffen Sandra und ich uns an einem der kleinen Restaurants. Es gibt ein ganz ordentliche Tiefkühlpizza und eine große Pepsi mit echt viel Eis. Danach gehen wir wieder getrennt auf Fotopirsch. Um 16h wollen wir uns am zentralen Platz treffen und gemeinsam die letzte große Greifvogel-Show fotografieren. Extra für diese Show habe ich die Nikon 1 V2 mit nach Teneriffa genommen. Diese Kamera kann mit 5, 15, 30 oder 60 Bildern pro Sekunde im vollen RAW-Format fotografieren. Damit sollten sich geile Fotos der Greifvögel aufnehmen lassen, wenn sie an einem der beiden Türme starten oder landen.

Gegen 15h trudle ich dort ein und meine Sandra ist auch schon da. Mir tun inzwischen kräftig die Füße weh und sie ist komplett durchgefroren. Sie bittet mich um den Autoschlüssel und sitzt ein paar Minuten später allein im warmen Auto. Während ich auf den Beginn der Show warte vergeht mir irgendwie die Lust. Es ist schon blöd wenn Sandra allein mehr als 90 Minuten im Auto auf mich wartet während ich die Adler knipse. Nach etwa 10 Minuten habe ich schließlich auch keine Lust mehr und außerdem habe ich diese Show schon fast 10-mal gesehen und mit Nikon D2x, D300 und D700 immer wieder ausgiebig fotografiert. In meinem Archiv sollte ich so ziemlich alle Fotos dieser Show haben, also packe ich um 16:10 meine Sachen und mache mich auch auf den Weg zum Auto.

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Der Rückweg geht fast so schnell vonstatten wie die Anreise. Als wir am Hotel eintrudeln ist es noch früh am Abend und es ist noch Zeit die Inhalte unserer Speicherkarten auf unsere externen Festplatten zu kopieren und unsere „Beute“ kurz zu sichten.

Auch heute habe ich fast nur gefilmt und ich bin richtig glücklich mit der Video-Qualität der Nikon 1 V2 in Verbindung mit dem AF-S VR 2,8/70-200mm. Einige wenig Szenen sind etwas unscharf, aber das meiste sieht gut aus, ich habe inzwischen etwas Übung im Umgang mit diesem Setup.

Auch die wenigen Fotos sehen klasse aus. Der kleine CX-Sensor des Nikon 1 Systems wurde in den letzten Monaten von vielen selbsternannten Fotoexperten regelmässig verrissen. Aber ich finde ihn so richtig gut! Berücksichtigt man den Verlängerungsfaktor von 2,7, so wird aus meinem 70-200mm ein 180-540mm Teleobjektiv mit durchgehender Lichtstärke 2,8 und gut funktionierendem Bildstabilisator. Wenn ich meinen Teleconverter dazwischen setze, habe ich ein 320-920mm Supertele mit Blende 4,8. Das ist einfach „schweinegeil“ und besonders bei Videoaufnahmen mit offener Blende werden Netze und Gitter der Gehege unsichtbar und lassen sich die Tiere in ihren Gehegen wunderbar von der Umgebung abheben.

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Da ich schon viele tausend „Standard-Tierfotos“ in meinem Archiv habe, versuche ich heute ein wenig mit Objekten im Vordergrund zu spielen und achte darauf, dass der Hintergrund so weit weg wie möglich ist. Auch versuche ich Positionen zu finden in denen der Hintergrund relativ „ruhig“ und möglichst einheitlich und ggfs. sogar dunkel ist.

Gegen Ende des Tages habe ich dann die Idee eine Position zu finden in der ich zwei Weißkopfseeadler im Bild habe und eine „Schärfefahrt“ zwischen den Köpfen der Tiere filmen kann. Das funktioniert nach einige Versuchen wirklich gut und ich bin mit dem Ergebnis sehr glücklich. Allerdings muss ich die Kamera recht tief stellen, fast auf Augenhöhe der Adler. In dieser Stellung durch den elektronischen Sucher der Nikon 1 V2 zu schauen ist ohne gewaltige Verrenkungen fast nicht möglich. Nachdem ich eine Weile vor der Kamera gekniet habe, kommt mir eine geniale Idee. Die beiden „Imbissbuden“ hinter mit sind schon geschlossen und davor stehen viele Tische und Stühle. Also schnappe ich mit einen bequemen Korbstuhl und stelle ihn von meine Kamera – herrlich – so könnte ich diese beiden Tiere stundenlang filmen 🙂 Als meine Szene „im Kasten ist“, stelle ich den Stuhl zurück und freue mich über das Ergebnis.

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Später im Hotel meldet sich pünktlich um 18h30 der kleine Hunger. Als wir gerade zum Essen wollen fällt mir der famose Abendhimmel auf. Das wäre was für eine schnelle Zeitraffersequenz. Also schnell die Nikon 1 V1 greifen (die schöne Nikon 1 V2 kann leider keine Intervallbilder aufnehmen…) und das Stativ suchen. Mist, alles ist durcheinander, keine Speicherkarte, der Akku schon im Ladegerät, die Stativplatte irgendwo im Rucksack und meine Sandra steht in der Tür und will zum Abendessen. Ich wühle durch den Rucksack, da ist die Stativplatte… Schnell anschrauben, Mist, jetzt kriege ich den Akku nicht mehr hinein, alles wieder ab, Akku und Speicherkarte rein, Stativplatte wieder dran, alles schnell ans Stativ schrauben…

Plötzlich liegt meine schöne Nikon 1 V1 samt 6,7-13mm Weitwinkelzoom mit einem lauten Rumms auf den Fliesen unserer Suite. Irgendwie habe ich sie in der Eile nicht korrekt in den Schwalbenschwanz des Stativkopfes geschoben. Ohhh NEIIINNN….

Aber es ist nichts passiert, die Streulichtblende hat den Sturz abgefangen und hängt jetzt etwas schief am Objektiv. Aber es ist nichts kaputt, ich kann nicht einmal Schrammen finden – noch einmal gut gegangen…

Also ab auf den Balkon damit, Kamera einschalten, Intervallbilder starten – oh Mist, es ist einfach alles total falsch eingestellt… Also ISO-100 wählen, RAW-Modus, Zeitautomatik, Blende 8, fokussieren und dann auf MF umschalten, Intervall 5 Sekunden und 300 Bilder einstellen, los geht’s – Schatz wir können zum Abendessen…

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Nach dem Essen läuft im Fernsehen Pretty Woman, wieder einmal. Ich weiß schon gar nicht mehr wie oft meine Sandra diesen Film in meinem Beisein schon angeschaut hat. Er gefällt ihr immer wieder. Aber es ist alles cool, so kann ich schnell diesen Artikel zusammen tippen. Gleich schnell runter in die Lobby und schon ist mein erster BLOG-Artikel für das Jahr 2014 fertig 🙂

Fazit

Die kleine Nikon 1 V2 hat heute gezeigt war in ihr steckt. In Verbindung mit famosen Objektiven liefert diese Kamera trotz des kleines Chips überraschend gute Bildergebnisse. Für mich ist der Kleine CX-Sensor der größte Vorteil dieses Kamerasystems. Der Sensor ist deutlich größer als bei den preiswerten Videokameras und trotzdem noch groß bzw. klein genug um kompakte Objektive mit brauchbarer Bildqualität kombinieren zu können. Wer mit dieser Kamera keine vernünftigen Ergebnisse erzielt, der verwendet die falschen Objektive oder macht irgendetwas falsch.

Einmal mehr muss ich sagen/schreiben, dass ich dieses wunderbare Kamerasystem total unterschätzt habe. Aktuell sind alle Nikon-Fans total geil auf „Vollformat“ oder sparen für eine Nikon Df in schrägem Retro-Design. Nach der Nikon 1 kräht eigentlich kein Hahn, wie ich meine völlig zu Unrecht.

Klar rauscht der kleine Sensor bei ISO 1.600 und natürlich stellt er jedes Objektiv vor die doppelte Herausforderung im Vergleich zur Nikon D800E. Und für Zeitrafferaufnahmen in völliger Dunkelheit nimmt man besser eine Nikon D610, aber diese Kamera hat eben ganz andere Stärken! Viele meiner „Adlerportraits“ habe ich heute mit 15 Bildern pro Sekunde im vollen RAW-Format aufgenommen. Welche andere Nikon kann das schon?

Auch mein relativ altes Nikon AF-S VR 2,8/70-200mm wird von vielen „Lens-Nerds“ gescholten, weil am äußersten Bildrand im „Vollformat“ die Schärfe leicht abfällt. Fotografiert man mit dieser Linse im DX oder CX Format ist dieser Schärfeabfall nicht sichtbar und im Zentrum ist diese Linse einfach derartig „rattenscharf“, dass sogar der 14.000.000 Pixel Sensor der Nikon 1 V2 damit adäquat gefüttert werden kann.

Ich habe schon mal überlegt auf die neuere Version umzusteigen, aber mich doch immer wieder dagegen entschieden. Wenn ich mit diesem Objektiv an meiner D800E fotografiere ist der Schärfeabfall meiner Meinung nach zu vernachlässigen, bei vielen Portraits und Tierfotos sieht er im Vollformat sogar ganz gut aus. Und im Vergleich zur neueren Version ist die Naheinstellgrenze signifikant kürzer, was aus meiner Sicht ein deutlicher Vorteil ist. Gerade wenn man in Tierparks fotografiert und die Tiere aus kurzer Entfernung „so richtig groß“ ablichten will, ist eine kurze Naheinstellgrenze für mich deutlich wertvoller als eine Nanokristallvergütung und ein VR der zweiten Generation.

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Womit wir schon beim nächsten Thema wären 🙂

Oft fragen mich meine Leser wann man denn den VR einschalten sollte und wann nicht? Früher habe ich ausschließlich mit eingeschaltetem VR fotografiert und das Objektiv falls möglich sogar auf „Aktiv“ gestellt. Doch inzwischen bin ich davon immer weiter abgerückt. Besonders der Modus „Aktiv“ kostet echt viel Batteriestrom. Ich habe heute mit der Nikon 1 V2 wieder drei Akkus vollständig entleert! Beim Filmen schalte ich den VR immer dann ein, wenn ich versuche einem Motiv zu folgen, die Ergebnisse sind einfach deutlich ruhiger. Bei Serienbildern schalte ich den VR inzwischen meistens ab, weil der Autofokus ohne VR spürbar schneller arbeitet. Wenn ich mit Stativ und Fernauslöser fotografiere, ist der VR ebenfalls ausgeschaltet, denn nur so ist das Objektiv wirklich sauber zentriert und das Ergebnis in allen Bildecken gleichmäßig scharf oder eben unscharf, ganz wie man es haben möchte.

Ein Objektiv mit VR ist in den meisten Fällen ein Plus, aber es geht oft auch sehr gut ohne. Bewegt sich ein Tier sehr schnell, so helfen nur kurze Belichtungszeiten für scharfe Fotos. Hier hilft ein VR-System meist nur wenig. Im Internet liest man immer wieder, dass die Leute nach einem 2,8/24-70 mit VR schreien oder sogar das 2,8/14-24 mit VR haben wollen. Meiner Meinung nach kommen diese ohnehin großen und schweren Objektive sehr gut ohne VR aus. Bei den meisten Vollformat-Kameras kann man die ISO-Empfindlichkeit ohne große Einbußen bei der Bildqualität inzwischen recht hoch einstellen und so die kurzen Belichtungszeiten erzielen die man für scharfe Foto braucht. Hier würde ein VR System die Objektive nur träger, größer, schwerer und teurer machen und außerdem zusätzlichen Batteriestrom verbrauchen. Bei Teleobjektiven ist ein VR meiner Meinung nach trotzdem ein Segen, denn besonders im Modus „Aktiv“ ist das Sucherbild gerade bei sehr langen Brennweiten deutlich ruhiger. Dies ist zumindest für mich eine große Hilfe bei der Komposition überlegter Fotos.

VR hin oder her, in Teleobjektiven halte ich ihn für sinnvoll aber nicht grundsätzlich für notwendig. Bei einem 14-24mm Objektiv ist ein VR meiner Meinung nach überflüssig.

Teneriffa 12-2013 – Tag 18

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(Alle Fotos Nikon 1 V1 mit AF-S VR 10-100 PD – Anklicken um sie größer zu sehen…)

Es ist der letzte Tag des Jahres und als ich meine Augen das erste Mal öffne sehe ich durch die Gardine hindurch wie sich draußen ein wunderschönes Morgenrot anbahnt. Wie elektrisiert springe ich aus dem Bett und bringe meine Nikon 1 V1 in Position. 900 Bilder, jeweils ein Bild alle 5 Sekunden, das dauert eine ganze Weile. Damit der Akku der Nikon 1 durchhält schalte ich das rückwertige Display ab. So schafft sie mit einer Batterieladung auch Zeitraffer-Sequenzen die sich über mehrere Stunden erstrecken.

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Nach dem Frühstück haben wir alle Zeit der Welt und ich kann in aller Ruhe den Artikel des Vortages in meinem BLOG veröffentlichen. Um 13h15 treffen wir uns in La Paz dem deutschen Viertel von Puerto de la Cruz mit unseren Freunden Karin & Wolfgang. Geht man von La Paz hinab zum Playa Martiánez, so erreicht man nach ein paar hundert Metern auf der rechten Seite das Restaurant Shanghai.

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Dort wollen wir heute zu Mittag essen. Bei lässigen 22°C sitzen wir im Garten in der Sonne und lassen es uns gut gehen. Dieses Restaurant kann man mit sehr gutem Gewissen weiterempfehlen, dort schmeckt es wirklich ganz ausgezeichnet.

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Nach dem Essen gibt es noch Kaffee & Kuchen mit einem famosen Ausblick auf den Pico del Teide. Den Abend verbringen wir ganz ruhig und halten uns von allen Parties fern. Für Morgen haben wir einen Besuch im wirklich schönen Jungle Park bei Arona im Süden der Insel ins Auge gefasst. Schauen wir mal ob wir es auch schaffen rechtzeitig dort einzutreffen 🙂

Das war 2013…

Hier in der Lobby im Hotel ist es jetzt 23:19 und bei Euch in Deutschland, der schönen Schweiz und in Österreich hat das neue Jahr schon angefangen. Ich habe hier noch ein Foto das gestern im Lord Parque entstanden ist. Der Gorilla sieht so aus als würde er sich fragen wie das nächste Jahr wohl werden wird. Irgendwo im Fernsehen habe ich in den letzten Tagen etwas gehört, dass die Mehrzahl der Deutschen mit 2013 ganz zufrieden war und dem Jahr 2014 positiv gegenübersteht. Ich kann das nur unterstreichen! Das letzte Jahr war wirklich gut und ich freue mich auf 2014.

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Liebe Freundinnen und Freude, ich möchte Euch an dieser Stelle ein gesundes und glückliches Jahr mit gutem Licht, schönen Motiven und wirklich vielen tollen Fotos wünschen!!

Und diesem Gorilla wünsche ich, dass die vielen Touristen endlich aufhören ihn im Sekundentakt mit den Blitzlichtern der Kameras zu nerven, deren Bedienungsanleitungen sie noch nie gelesen haben und von denen die meisten gar nicht wissen wie man das Blitzlicht abschaltet…  🙂