Nikon D70 – I was so young

Auf der Suche nach alten Fotos kommen einem manchmal Bilder auf den Monitor von denen man gar nicht mehr wußte, dass sie noch existieren. So heute bei mir geschehen. Eigentlich wollte ich nur kurz schauen was es mit einer alten externen Festplatte auf sich hat. „Geht sie noch, oder nicht, kann sie in den Sondermüll? Komm Ansgar, schau einfach mal kurz nach…“

Und siehe da, auf der Festplatte waren mehrere tausend Fotos die in den Jahren 2004 und 2005 entstanden sind. Die Überraschung: Es waren auch wirklich viele Fotos dabei die meine damalige Freundin Ulrike mit ihrer Nikon D70 aufgenommen hat.

Ich selbst konnte es damals nicht abwarten und obwohl klar war, dass es bald eine D70 geben würde, habe ich mir für fast 2.000 Euro eine Nikon D100 mit zusätzlichem Batteriegriff und diversem Zubehör gekauft. Wirklich begeistert hat mich diese Kamera allerdings nicht. Ok, die Bilder waren toll und es ging alles schnell schnell schnell… Aber meine Nikon F4 oder auch die F5 und die F100 fühlten sich einfach besser und erwachsener an.

Heute ist es mit der Nikon D7100 und der D2x ganz ähnlich. Die neue Nikon D7100 ist der D2x um Lichtjahre voraus, aber die D2x fühlt sich noch immer „erwachsener“ an. Es ist eben eine Profikamera und keine preiswerte kleine „Knipse“ die zu einem großen Teil aus Kunststoff besteht. Mir war dieses „Feeling“ immer sehr wichtig und das ist sicherlich auch der Grund warum ich trotzdem parallel zur Nikon D100 noch sehr lange meine analogen Nikon Kameras benutzt habe.

Unabhängig davon ist es witzig mal zu sehen wie ich vor 8-9 Jahren ausgesehen habe. Was mir zu allererst auffällt, ich habe mich schon damals so ungern rasiert wie heute 🙂 Und ich war 10 bis 15 Kilo leichter, außerdem waren die Haare weniger grau. Auch war das Gehör damals noch viel besser, aber ich hatte auch deutlich weniger Kameras, von den Objektiven ganz zu schweigen…

Beginnen wir mit einem Foto das im Wintergarten beim Besuch meiner Mutter entstanden ist. Der Wintergarten lässt viel Licht passieren und das kleine Blitzlicht auf der Nikon D700 erzeugt schöne Spitzlichter in meinen Augen. Aber die verschwitzte Stirn glänzt wie eine Speckschwarte und die Augen sind halb geschlossen weil die iTTL Messblitze der Nikon D70 ganz kurz vor dem Auslösevorgang abgefeuert werden. Das menschliche Auge reagiert so schnell, dass beim eigentlichen Foto die Augen oft schon ein wenig geschlossen sind.

Für mich ein Grund beim direkten Blitzen auf „M“ wie Manuell zu stellen und die moderne iTTL Blitzbelichtungsmessung gelegentlich NICHT zu verwenden.

(Alle Fotos sind 1000 Pixel hoch oder breit, ggfs. einfach in einem neuen TAB öffnen…)

Ansgar

Hier ein Foto bei dem ich mal wie ein Star in den Himmel schauen sollte. Es ist krass gegen die Sonne fotografiert, aber die 3D Matrix-Belichtungsmessung der D70 macht trotzdem alles richtig – Respekt!

Ansgar

Hier bin ich an irgendeinem See mit meiner geliebten Nikon F4s und dem Sigma 180-500 das ich damals benutzt habe. Mehr konnte ich mir nicht leisten und war mit der Qualität der Fotos auch nie so richtig glücklich. Es ist gut, dass ich es irgendwann gegen das Nikon AF-D VR 80-400 eingetauscht habe!

Ansgar

Hier ein Foto vor meinem Klavier, im Hintergrund sieht man noch ein Notenheft – J.S. Bach – Das wohltemperierte Klavier – hammermäßig schwerer Krams an dem ich mich lange versucht habe und es dann 2007 relativ entnervt aufgegeben habe. Totale Polyphonie ist nicht mein Ding, ich mag es wenn ZWEI Hände ZWEI unterschiedliche Linien spielen und nicht 4 oder gar 5 Linien gleichzeitig erklingen lassen müssen. Ach ja, wenn ich die Einspielungen von Glenn Gould höre, so möchte ich mich noch heute vor ihm auf den Boden werfen und ihm so meiner totaler Hochachtung versichern…

Ansgar

Ein Bild aus der Küche meiner Mama, auf dem Arm habe ich meine kleine Nichte. Das Foto ist auch „geblitzt“ aber die D70 hat einen erstaunlich guten Kompromiss zwischen Blitzlicht und Umgebungslicht gefunden.

Ansgar

Hier bin ich im Wald unterwegs und erstaunlicher Weise ist der Hintergrund mal schön unscharf. Das liegt an der etwas längeren Telebrennweite und der weit geöffneten Blende. Manchmal ist es besser die ISO-Automatik abzuschalten und mit dem Kopf zu fotografieren 🙂

Ansgar

Nun ein Apfelsaft nach einer Fotosession. Ich glaube es war in der Bonner Rheinaue. Wenn ich meine Kleidung so sehe, scheint es im Herbst gewesen zu sein…

Ansgar

Hier bin ich am Flugplatz in Hangelar bei St. Augustin mit meiner Nikon F4s und dem wunderbaren Sigma EX 2.8/105mm Macro – ein rattenscharfes Teleobjektiv das ich bis heute sehr gern verwende!

Ansgar

Hier bin ich nun an der Ahr bei Ahrweiler. An diesen Tag erinnere ich mich noch sehr gut. Es war kalt wie die Hölle und Teile der Ahr waren zugefrohren. Meine tollen neuen Stative hatte ich damals noch nicht. Statt dessen habe ich das eine oder andere ebay-Schnäppchen benutzt. Hier ein schwarzes Velbon mit einem Pistolengriff den es damals bei Foto Walser gab. Weil ich lange belichten wollte habe ich vor das 105er Sigma einen Graufilter UND einen Polfilter geschraubt.

Ansgar

Es war mächtig kalt und als wir uns nach etwa zweistündiger Fotosession endlich in einem Café aufwärmen konnten kam mir der verwegene Gedanke, doch schnell einen neuen Film einzulegen. Das war indes keine gute Idee! Im Café war es kuschelig warum und meine Nikon F4 hatte etwa -10°C. Raus ging der belichtete Film noch sehr gut, aber während ich den neuen Film eingelegt habe, ist die kalte Rückwand der F4 beschlagen. Als ich den Film dann in die Startposition transportieren wollte, hatte er sich mit dem Schwitzwasser an der Rückwand „verklebt“ und der starke Motor der F4 hat ihn kurz darauf komplett zerfetzt. Es gibt Dinge im Leben, die muss man mal erlebt haben. Danach ist es mir nie wieder passiert!

Ansgar

Hier bin ich mit der Nikon F4s im Wildpark am Rolandsbogen auf der rechten Rheinseite. Im Hintergrund sieht man die Ruine der Drachenburg sowie das damals noch nicht ganz fertig renovierte Schloss Drachenburg. Den Aufhellblitz der D70 sieht man indes ganz deutlich!! Etwas weniger wäre auch hier mehr gewesen…

Ansgar

Hier bin ich mit meiner Nikon D100 und einem Nikon SB-800 während einer Vernissage in einer Godesberger Galerie. Max Schautzer war damals zu Gast und hat sein neues Buch vorgestellt. Es waren viele Promis da und ich durfte sie alle fotografieren, das war ein cooler Tag!

Ansgar

Hier bin ich mit der Nikon F100 samt Batteriegriff und dem Sigma 180-500 im Kölner Zoo. Heute weiß ich, dass es wenig Sinn macht mit einem wackeligen Stativ und einer Kamera ohne Spiegelvorauslösung sowie einem wenig lichtstarken Teleobjektiv weit entfernte Raubtiere durch eine dicke Glasscheibe zu fotografieren.

Ansgar

Hier bin ich nochmals mit der Nikon F100 in einer anderen Godesberger  Galerie. Dort wurden u.a. Bilder von Jutta Roth ausgestellt. Ich durfte alle Gäste ablichten und musste im Gegenzug versuchen angesichts einiger unverständlicher Lyrik-Einlagen nicht zu kichern.

In meiner Erinnerung klang diese Lyrik etwa so…

Der Tag – Er war so wunderschön – Vögel sangen – Die Sonne – Der Tag – Warmer Wind in meinem Haar – Der Frühling erwacht – Der Tag bricht an – Ein Schmetterling – Die Biene summt – Doch leider werde ich einst sterben – Der Tag – Ist nah – Oder noch so schrecklich fern…

Autor unbekannt, da spontan von mir zusammen gehämmert…

Ansgar

Genug der kruden Lyrik, hier bin ich mal im feinen Zwirn zu sehen. Es war wohl eine Geburtstagsfeier…

Ansgar

Ich mit der Nikon F100 und dem AF-S 24-85mm beim Versuch am Bonner Kunstmuseum eine ungewöhnliche Perspektive zu finden…

Ansgar

Ich mit der Nikon D100 und einem Makroobjektiv. Das T-Shirt war eine Mitbringsel einer früheren Freundin von einer Reise in die Karibik.

Ansgar

Hier ein Bild das in einer unbekannten Kneipe entstanden ist, vielleicht das „Pathos“ in der Bonner Südstadt. Ich versuche gerade der Fotografin zu vermitteln, dass es meist interessanter aussieht wenn das Motiv nicht frontal „totgeblitzt“ wird. Kommt das Licht von der Seite ergibt sich ein manchmal interessanter Schattenwurf. Hier fehlt allerdings ganz eindeutig eine kleine Softbox! Das Blitzlicht war wohl mein Nikon SB-800 das sich schon damals von der Nikon D70 dank iTTL schnurlos auslösen ließ.

Ansgar

Und noch ein Bild im Anzug, es war eine Geburtstagsfeier in meiner Heimatstadt. Einige der damals anwesenden Gäste sind leider inzwischen verstorben.

Ansgar

Hier bin ich nochmals in cooler „Männerpose“ neben meinem „kleinen Bruder“…

Ansgar

Und ein ganz witziges Foto aus meinem IKEA-Wohnzimmer. In der Hand habe ich ein Foto das am Tag neu eine schlimmen Kieferoperation gemacht wurde. Wie man sieht ist die Schwellung wieder abgeklungen…

Ansgar

Und ein „High-ISO“ Bild – so schlecht und so pixelig, dass selbst mit einer Schwarz-Weiss-Konvertierung kaum noch etwas zu retten ist. Und einmal mehr wird klar, es sieht blöd aus wenn man Portraits mit einem Weitwinkelobjektiv aufnimmt und sein Motiv perfekt in der Bildmitte positioniert.

Ansgar

Dieses Foto ist auf dem Dach der Bonner Kunsthalle entstanden. Damals gab es dort eine Ausstellung zum Thema Dschingis Khan. Ich glaube das Foto hat sogar mein kleiner Sohn gemacht. Daher das überaus breite „Papa-Grinsen“…

Ansgar

Und noch ein Foto aus dem Garten meiner damaligen Freundin. Auch hier leistet der eingebaute Blitz ganze Arbeit. Die Stirn glänzt und das kurzwellige energiereiche Blitzlicht dringt in die unteren Hautschichten vor und lässt jede noch so feine Rötung wunderbar hervorstechen…

Ansgar

Auch hier ist das Blitzlicht wieder mit von der Partie… Hätte man die Lichtleistung um eine Blende nach unten korrigiert, so wäre der „Blitzeffekt“ deutlich milder ausgefallen! Da fällt mir ein, die Nikon FM3a hat einen kleinen Knopf der ganz genau das bewirkt, er reduziert die Leistung eines Fillflash-Systems um genau eine Blendenstufe. Die Konstrukteure wussten warum sie das eingebaut haben…

Ansgar

Und noch ein zufriedenes Grinsen auf der Gartenbank, in der Hand die Nikon D100 mit dem Sigma EX 2.8-4/17-35mm. Ich habe es immer gern benutzt, aber an der Nikon D800E bevorzuge ich das Nikon AF-S VR 4/16-35mm weil es um Größenordnungen besser ist. Allerdings kostest es auch ein Vielfaches dessen was ich damals für das Sigma bezahlt habe!

Ansgar

Ansgar

…keine Ahnung warum ich hier den Arm gehoben habe…

Ansgar

Hier bin ich mit der Nikon D100 und dem AF-S 24-85mm samt einem Metz-Blitzlicht und meinem uralten Velbon-Video-Stativ das ich mir im zarten Alter von 14 Jahren gekauft habe. Inzwischen ist es verschollen, aber vielleicht findet es sich ja in ein paar Jahren wieder an, wenn endlich einmal mein Keller ausgemistet wird 🙂

Ansgar

Das sieht jetzt nach Sommer und Biergarten am Rhein aus…

Ansgar

Fazit

Es ist schon erstaunlich welche Schätze man nach vielen Jahren auf der einen oder anderen Festplatte finden kann. Wenn ich mir die technische Qualität der Fotos anschaue die alle im JPG-Modus aufgenommen sind und die lediglich schlappe 3.000 x 2.000 Pixel groß sind, dann sind sie eigentlich trotz allem ganz brauchbar. Meist sind sie scharf und korrekt belichtet. Fieses ISO-Rauschen sieht man selten und als kleine Erinnerung für ein Fotoalbum ist die Qualität meist mehr als ausreichend.

Beim aktuellen „Pixelwahn“ fällt es schwer noch an die Qualitäten einer Nikon D70 zu glauben, aber diese Kamera hat wirklich ihre Qualitäten! Wer beispielsweise seine ersten Gehversuche mit einem Infrarotfilter machen möchte, der ist mit der Nikon D70 sehr gut bedient weil sie im Infrarotbereich deutlich empfindlicher ist als beispielsweise eine Nikon D800!

Gut erhaltene Exemplare gibt es manchmal schon bei ebay & Co. samt AF-S 18-70 für schlappe 200 Euro. Wer seinen Kindern eine Freude machen möchte oder einfach nur ein brauchbare entbehrliche billige Kamera für den nächsten Abenteuerurlaub sucht, der ist mit der Nikon D70 noch immer gut bedient. Gibt man sich ein wenig Mühe und schaut auch mal in die Bedienungsanleitung, so sind auch im Jahr 2013 mit einer Nikon D70 noch sehr brauchbare Fotos möglich.

Nikon D7100 – Das perfekte Telezoom

In letzten Artikel habe ich Euch einige Beispiele zum von mir im DX-Bereich präferierten Nikon AF-S 2.8/17-55mm gezeigt. Heute soll das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm an der Reihe sein. Dieses Objektiv gibt es inzwischen in einer neueren Version. Neben der neuen Vergütung auf der Basis von Nanokristallen ist die Auflösung an den äußeren Bildrändern etwas besser als beim älteren Modell. Außerdem konnte die Funktionsweise des VR verbessert werden, so dass mit der neueren Version etwas längere Belichtungszeiten aus der freien Hand möglich sind. Hier eine Fotos der ersten Version dieses Objektivs.

Nikon Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm

Wegen der besseren Daten der neueren Version sind in den letzten Monaten vermehrt Exemplare der ersten Baureihe von „Vollformat-Aufsteigern“ verkauft worden. Wie ich meine aber zu Unrecht, denn auch das etwas ältere 2.8/70-200mm liefert bspw. an der Nikon D800E perfekte Bildergebnisse, entsprechende Beispiele findet Ihr in diesem Artikel. Hier ein Beispiel aus diesem Artikel.

(Alle Fotos wie immer 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Nikon D800E mit Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm - Reitturnier Mainz Ebersheim - 2012

Wie schon im letzten Artikel erwähnt, machen sich die leichten Unschärfen an den Bildrändern im DX Format in keiner Weise bemerkbar. Damit ist das AF-S R 2.7/70-200mm der ersten Generation prädestiniert für die Nutzung mit der Nikon D7100. Von allen Telezoom-Objektiven mit vergleichbarem Zoombereich liefert dieses Objektiv die beste Auflösung und ist wegen des Nachfolgers inzwischen am Gebrauchtmarkt deutlich günstiger zu haben als das neuere Modell. Eine Alternative wäre noch das AF-S VR 4/70-200mm das Nikon vor einigen Monaten vorgestellt hat. Es ist weniger lichtstark und liefert in der Portrait-Fotografie ein weniger weiches Bokeh. Aber aufgrund von Preis und Gewicht ist es trotzdem ebenfalls eine Empfehlung für die Nikon D7100. Allerdings funktioniert der Einsatz mit einem Teleconverter aufgrund der größeren Ausgangsöffnung bei der 2.8er Variante deutlich besser. Das Sucherbild ist heller und der Autofokus ist bei wenig Licht mit der 2.8er Version deutlich treffsicherer.

Hier einige Portraits die ich mit dem AF-S VR 2.8/70-200 bereits vor einigen Jahren outdoor in Verbindung mit dem Nikon SB-900 als Fillflash aufgenommen habe.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Wegen der hohen Lichtstärke funktioniert die Arbeit mit diesem Objektiv auch in Innenräumen mit gedämpftem Tageslicht ganz ausgezeichnet.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Hier ein Foto das vor einigen Jahren auf der Essener Motorshow ganz spontan entstanden ist.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Landschaftsfotografie mit dem Teleobjektiv, geht das überhaupt? Irgendwie erscheint es ein wenig paradox, denn gesonders das Thema „Landschaftsfotografie“ wird gemein fast automatisch mit Weitwinkelobjektiven assoziiert. Wie ich meine zu Unrecht, denn gerade mit mittleren Telebrennweiten lassen sich in der Landschaftsfotografie einzelne Motive sehr schön vom Hintergrund separieren. Sei es durch das gezielte Spiel mit der Vorder- bzw. Hintergrundunschärfe oder durch die Nutzung des engen Blickwinkels, Teleobjektive verdichten den Raum und eröffnen im Vergleich zum Weitwinkel vollkommen andere Sichtweisen.

Dazu jetzt einige Beispiele die ich mit dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm (Generation 1) und einer Nikon D300 in der Nähe von Page in Arizona aufgenommen habe. Beim ersten Bild regiert die „Diagonale“ den Bildaufbau. Das Hauptmotiv ist dekorativ ins linke Drittel des Bildes gerückt.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Hier nun eine andere Sicht auf diesen schönen Hoodoo (White Ghost). Bei diesem Foto sehen wir eine gewollte deutliche Unschärfe im Vordergrund. Die Schärfe liegt auf dem Hoodoo und wie beabsichtigt nimmt die Schärfe im Hintergrund leicht ab. Dadurch ist der Hoodoo schön freigestellt und der Betrachter erkennt instinktiv worum es in diesem Foto geht.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Jedoch fehlt dem Bild trotzdem etwas, es gibt keinen Maßstab. Der Hoodoo könnte 50cm klein oder 10 Meter groß sein. Schauen wir uns die gleiche Szenerie in Verbindung mit einem Menschen als „Maßstab“ an.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Wow, was für ein Unterschied – sofort wird klar, dieser Hoodoo ist wirklich ein waschechter weißer Riese 🙂 Und wir haben gelernt, dass es dem Betrachter eines Bildes hilft die Dimensionen zu erkennen, sobald ein Mensch auf dem Bild zu sehen ist.

Hier nun ein Beispiel aus dem Coalmine-Canyon. Wieder habe ich meinen Freund Wolfgang als „Maßstab“ in das Bild integriert.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Das Foto zeigt zugleich die Qualität dieser Linse im DX-Format. Weder sind die Bildränder abgeschattet noch gibt es Unschärfen an den äußeren Bildrändern. DX-Fotografen sind hier klar im Vorteil, sie nutzen das „Dicke vom Glas“ und haben bei diesem Objektiv ein Brennweiten-Äquivalent von 105-300mm bei Blende 2.8 inkl. Bildstabilisator zur Verfügung!

Besonders das „Herauspicken“ einzelner Details funktioniert mit diesem Objektiv sehr gut. Manchmal sagen kleine Details mehr aus als ein Foto das mit einem extremen Weitwinkel aufgenommen wurde.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Werfen wir einen 100% Blick auf ein Detail dieses Bildes. Wir sehen hier, dass dieses Objektiv selbst feinste Details auf dem Chip der Nikon D300 sauber abzubilden vermag. Die neue Nikon D7100 verfügt über die doppelte Auflösung und das auch noch ohne Tiefpassfilter. Wer diesen Chip wirklich ausreizen will, der braucht ein Objektiv das mehr ist als ein „Flaschenboden in einer Kunststofffassung“. Neben der sehr guten Auflösung bietet das Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm auf einen perfekten Staubschutz für das Innenleben der verwendeten Kamera. Alles ist perfekt abgedichtet und selbst nach vielen Jahren und tausenden Fotos in der Wüste und anderen garstigen Orten funktioniert mein Exemplar noch immer wie am ersten Tag.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Hier zwei weitere Beispielfotos mit je einem 100% Ausschnitt.

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Nikon AF-S VR 2.8/70-200 - Example

Weiter oben habe ich schon geschrieben, dass sich mit leichten Telebrennweiten Landschaftsmotive etwas „kompakter“ darstellen lassen. Nach den Details nun eine Landschaft im „Vollformat“…

_DSC2454

Hier nun eine ähnliche Perspektive aus dem AF-S 2.8/17-55mm.

Nikon AF-S 2.8/17-55- Example

Schauen wir uns nun zwei Fotos eines anderen Motivs an und überlegen wo die Unterschiede sind. Das erste Foto ist eigentlich ganz ok, es gibt eine schöne diagonale Linie die ins Bild hineinführt und das Hauptmotiv liegt dekorativ im linken oberen Drittel des Bildes. Aber geht das nicht auch besser?

Nikon AF-S 2.8/17-55- Example

Ich denke es geht VIEL besser, nämlich so wie in diesem Bild. Der tiefe Standpunkt und die kurze Weitwinkelbrennweite geben dem Bild einen ganz anderen Charakter. Außerdem bilden die Gräser einen klar definierten Vordergrund und die Wolken einen definierten Hintergrund. Aus der Mitte hebt sich nun sehr schön unsere Gesteinsformation ab und der trockene Baum erzählt seine ganz eigene Geschichte. Fotos wie dieses lassen sich mit dem AF-S VR 2.8/70-200mm allerdings NICHT aufnehmen!

Nikon AF-S 2.8/17-55- Example

Und damit wird einmal mehr deutlich, dass es Sinn macht mit mehreren Objektiven auf Fototour zu gehen. Sicher könnte man ein 18-300mm Suuuuperzooooomm verwenden, aber das halte ich an Kameras wie der neuen Nikon D7100 nicht für sinnvoll, da diese Objektive einfach alles können, aber nichts davon richtig!!

Wer in Canyons und engen Schluchten fotografiert ist meiner Meinung nach mit dem AF-S 2.8/17-55mm sehr gut bedient. Alternativ könnte man in diesen Situationen auch zum Tokina AT-X Pro 4/12-24mm oder dem 11-16mm Pendant greifen. Lange Brennweiten sind in diesen Situationen eher unpraktisch.

Nikon AF-S 2.8/17-55 - Example

Nikon AF-S 2.8/17-55 - Example

Fazit

Mit dem Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm gibt es ein bezahlbares Telezoom das für die Nutzung an der Nikon D7100 wie geschaffen ist. Dieses Objektiv ist bezahlbar, hat relativ kompakte Abmessungen, kann sehr gut mit dem 1.7er oder 2.0er Teleconverter verwendet werden, liefert exzellente Bildergebnisse und ist neben alle dem so robust gebaut wie ein Panzer.

Mein Tipp, verwendet diese geniale Linse NICHT mit einem billigen UC-Filter als Objektivschutz. Wer das tut schützt zwar die Frontlinse, verschenkt aber ein großes Stück der sehr guten Bildqualität. Ich setze den stabilen Objektivdeckel in der Regel so schnell wie möglich wieder auf das Objektiv und verwende es GRUNDSÄTZLICH mit der großen Gegenlichtblende. Damit ist die Frontlinse im Falle eines Sturzes gut geschützt. Für die Reinigung der Frontlinse verwende ich einen Blasebalg oder etwas Druckluft aus der Dose. Erst wenn alle Staubpartikel weggepustet sind lasse ich einen Lenspen an die Frontlinse. Auch schöne alte hunderfach gewaschene Taschentücher aus Baumwolle sind sehr gut für die Reinigung der Frontlinse geeignet.

Im Fotofachhandel findet man darüber hinaus einige Reinigungssets denen eine Reinigungsflüssigkeit für hartnäckige Verschmutzungen beiliegt. Einen UV-Filter würde ich als Schutz nur dann vor dieses Objektiv schrauben wenn es am Meer oder auf dem Wasser verwendet wird.

Ob man sich für die weniger lichtstarke 4.0er oder die neuere Generation des 2.8er entscheidet, das muss jeder mit sich und seiner Geldbörse abstimmen. Mein Favorit für die Nikon D7100 ist ganz klar die sehr gute preiswertere ältere Version, hier habe ich für Euch alle drei Kandidaten bei amazon.de herausgesucht…

Nikon D7100 – Das perfekte Objektiv

In diesen Tagen werden die ersten Exemplare der neuen Nikon D7100 an die Händler ausgeliefert. Dass eine Kamera immer nur so gut ist wie das Objektiv und der Fotograf der beides verwendet, das sollte jedem klar sein. Die Kamera allein macht keine guten Bilder und mit schlechten Objektiven lassen sich keine detailreichen scharfen Fotos erstellen. Doch welches Objektiv ist für die neue Nikon D7100 die „perfekte Linse“? Meiner Meinung nach ist das Angebot sehr guter DX Objektive recht gut, da man als DX-Fotograf auch alle FX-Linsen verwenden kann.

Am 3. März 2009 konnte ich gemeinsam mit meinem Freund Wolfgang das Coyote Buttes North Areal in Arizona besuchen. In meinem Rucksack hatte ich:

  • Nikon D300
  • Nikon F100 mit Fuji Velvia 50 und Kodak Ektar 100
  • Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm
  • Nikon AF-S 2.8/17-55mm
  • Nikon AF-D 2.8/10,5mm
  • Tokina AT-X PRO 4/12-24mm
  • Lensbaby II

All diese Objektive ermöglichen Fotos in allerbester Qualität, das Lensbaby vielleicht ausgenommen. Es hat andere Qualitäten, aber später mehr dazu…

(Alle Fotos sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken…)

Nikon AF-S 2.8/17-55mm IF-ED

Heute ist mir bei der Sichtung der mittlerweile 4 Jahre Bildergebnisse wieder einmal aufgefallen, dass ich auch bei diesem Trip die überwiegende Zahl der Fotos mit dem famosen Nikon AF-S 2.8/17-55mm aufgenommen habe. Dieses Objektiv ist einfach perfekt und neben der überragenden optischen Qualität auch noch „robust wie ein Panzer“.

Wer sich eine Nikon D7100 gönnt und auf der Suche nach dem absolut perfekten Midrange Zoom Objektiv ist, der kommt an dieser Linse nur sehr schwer vorbei. Wer zusätzlich ein sehr gutes Weitwinkel-Zoom sucht, der ist mit dem Tokina 4/12-24 oder auch der 11-16mm Variante sehr gut bedient. Wer ein Fisheye für die D7100 sucht, dem sei das wunderbare Nikon AF-D 2.8/10,5mm sehr empfohlen. Im Telebereich liefern sowohl das etwas ältere AF-S VR 2.8/70-200 als auch die neuerer Version perfekte Bildergebnisse. Eigentlich sind es FX-Objektive und so gibt es bei der D7100 weder Probleme mit Randunschärfen oder unschönen Vignettierungen der Bildränder. „Wer im DX-Bereich mit FX-Linsen fotografiert, der verwendet nur das Gute der eingebauten Gläser, also nur das dicke Glas aus der Mitte!!!“ – Mit diesen Worten hat das mal ein guter Freund auf den Punkt gebracht und Recht hat er!

Schauen wir uns einige Fotos an die mit dem AF-S 2.8/17-55 mm und der Nikon D300 im März 2009 in der berühmten „Wave“ in Arizona entstanden sind.

Das erste Foto besticht nicht gerade durch gute Farben und überragende Schärfe. Wie kommt das? Ganz einfach, hier habe ich absichtlich eine recht schludrige RAW-Konvertierung mit Snapseed durchgeführt. Dieses Beispiel soll zeigen, dass das wirklich gute Foto auch bei der Nikon D7100 nicht wie von allein auf der Speicherkarte landet. Wer wirklich perfekte Bildergebnisse mit der D7100 erzielen will, der kommt neben der richtigen Aufnahmetechnik und den perfekten Objektiven um die Arbeit im RAW-Modus und die anschließende Konvertierung nicht herum.

Auf diesem Fotos kann man übrigens das Areal rund um „The Wave“ schon in der Ferne erkennen. Es liegt im V-förmigen Einschnitt an der oberen Bildmitte.

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier zum Vergleich ein korrekt konvertiertes RAW-Bild das nur wenige Augenblicke später bei gleichem Licht entstanden ist. Zwischen diesen beiden Fotos liegen Welten, oder?

Hier nun eine Reihe von Fotos dieses wunderschönen Trips. Alle Fotos enthalten die vollständigen EXIF-Daten. Wer sich für die Details interessiert kann, der kann dort alles nachlesen.

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier jetzt ein Fotos das ich mit dem Lensbaby II aufgenommen habe. Es gibt mir bei diesem Bild darum das Zentrum zu betonen und den Rest des Bildes in Unschärfe zu hüllen. Sieht man genau hin, so fällt die sehr gute Schärfe im Zentrum des Bildes auf, währen die Ränder leicht unscharf abgebildet werden, Dieser Effekt ist bei Nutzung des Lensbaby II im FX-Format übrigens deutlich ausgeprägter!

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier jetzt ein Foto das ich bei Blende 11 und 19mm Brennweite mit dem Tokina AT-X Pro 4/12-24mm aufgenommen habe. Es ist scharf bis in das letzte Sandkorn hinein und lässt keinerlei Wünsche offen. Auch an der neuen Nikon D1700 wird dieses Objektiv stets ein verlässlicher Partner sein!

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Hier nun ein Foto im Hochformat das ich mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Fisheye aufgenommen habe. Eigentlich war es krumm wie eine Banane, aber die automatische Objektivkorrektur von Adobe Camera RAW 6.7 hat das Bild wunderbar entzerrt und so entsteht ein sehr schöner für extrem kurze Brennweiten typischer „Sogeffekt“ mit nahezu unendlicher Tiefenschärfe.

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Zum Vergleich noch eine ähnliche Perspektive die mit dem AF-S 2.8/17-55mm bei 23mm Brennweite aufgenommen ist. Man erkennt den Schärfeabfall zum Hintergrund. Dies ist auf die eingestellte Blende 5,6 zurückzuführen und ist durchaus als gestalterisches Mittel gedacht, auch DX-Kameras bieten durchaus Spielraum für die kreative Nutzung der Hyperfokal-Distanz!

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Nikon D300 - Coyote Buttes North - The Wave

Fazit

DX-Kameras gehören noch lange nicht zum alten Eisen und mit dem AF-S 2.8/17-55mm IF-ED hat Nikon ein Midrange Zoomobjektiv im Programm das sich mit Festbrennweiten von ZEISS & Co. durchaus messen kann. Wer ein sehr hochwertiges „Immerdrauf“ für seine neue Nikon D7100 sucht liegt mit dieser Linse genau richtig.

Aktuell gibt es dieses Objektiv bei amazon.de zum Preis von 1242,- Euro zu kaufen.

Das Buch zum großen Fotoabenteuer

Das Buch zu meiner großen Fotoreise gibt es bei amazon.de als Kindle eBook zu kaufen. Auf 573 Seiten gibt es die vollständige Geschichte sowie 200 farbige Fotos, einige Karten und viele Tipps zum Thema Fotografie.

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Nikon D300 – Delicate Sunset

Oft ist es spannend und „ertragreich“ auf einer der vielen externen Festplatten in alten Fotos zu stöbern. Mir ist dabei heute eine Reihe von Fotos ins Auge gesprungen die noch in Form von RAW-Dateien seit April 2010 auf einer externen Festplatte darauf gewartet haben endlich entdeckt zu werden. Die Fotos sind am 22. April 2010 im Arches Nationalpark entstanden. Morgens habe ich mich mit meiner D2x auf die Nase gelegt, wobei sie schwer beschädigt wurde. Die Reparaturkosten betrugen fast 1.000 Euro und als wenn ich es geahnt hätte, hat mir dieser dumme Sturz fast den Tag verdorben.

Aber man darf sich nicht unterkriegen lassen und so bin ich dann zum Sonnenuntergang einmal wieder hinauf zum Delicate Arch gestiegen. Die D2x hatte ich im Adventure Inn in Moab zurück gelassen. Sie hat noch funktioniert, aber der Autofokus war beschädigt und das Gehäuse hatte einen tiefen Riss – damit wollte ich das Schicksal nicht erneut herausfordern.

(Alle Foto sind 1000 Pixel breit, einfach anklicken…)

Nikon D300 - Delicate Arch

Zum Sonnenuntergang treffen sich tagtäglich wirklich viele Fotofreunde am Delicate Arch ein. Der Aufstieg ist etwas beschwerlich, aber diese Location ist einzigartig und der Delicate Arch ist vielleicht der schönste natürliche Gesteinsbogen den unser Planet zu bieten hat. Besonders schön sieht er im letzten Abendlicht aus wenn ihn das warme Licht der untergehenden Sonne für einige wenige Minuten rötlich aufleuchten lässt bevor sie hinter den Felsen versinkt die den Delicate Arch nach Westen hin umgeben. Sehr schön ist es, wenn die Gipfel der La Sal Mountains im Hintergrund noch mit dem Schnee des Winters bedeckt sind.

Doch nicht nur aus dieser „klassischen Perspektive“ sieht der Deliate Arch gut aus. Wie bei allen Motiven lohnt es sich auch hier das Areal ein wenig zu erkunden und den heimlichen Star des Arches Nationalparks aus ungewöhnlichen Perspektiven abzulichten.

Nikon D300 - Delicate Arch

Ich spiele immer wieder gern mit dem Weißabgleich. Normaler Weise bin ich immer auf der Such nach den „korrekten Farben“, aber bei Fotos im letzten Abendlicht sollte auch mal erlaubt sein was gefällt. In den leider fast vergangenen Zeiten der analogen Fotografie halfen Fotografen aus aller Welt durch die Wahl des Filmmaterials und den Einsatz farbiger Cokin-Filter der Stimmung ihrer Fotos ein wenig auf die Sprünge. Im Zeitalter der digitalen Fotografie ist das meist nicht mehr notwendig. Heutzutage ist ein stabiles Stativ und eine Kamera die Belichtungsreihen beherrscht viel wichtiger. Selbst extreme Tonwertunterschiede bekommt man so in den Griff und die Ergebnisse sind häufig ganz erstaunlich, beinahe übernatürlich. Manch einer mag das ablehnen, aber letztlich geht es in der Landschaftsfotografie darum den einen oder anderen Hingucker zu erstellen. Und wenn HDR, DRI und Co. dabei helfen, warum nicht?

Hier einige weitere Fotos dieses schönen Abends am Delicate Arch in Utah.

Nikon D300 - Delicate Arch

Nikon D300 - Delicate Arch

Nikon D300 - Delicate Arch

Nikon D300 - Delicate Arch

Nikon D300 - Delicate Arch

Nikon D300 - Delicate Arch

 

Fazit

Das Kramen in alten Fotos macht immer wieder Spaß und fördert oft Erstaunliches zu Tage. Als die Nikon D300 im Jahr 2007 erstmals die Regale deutscher Fotogeschäfte zierte, war sie das heißeste Eisen das man sich für Geld kaufen konnte. Inzwischen musste sie diesen Rang an die Nikon D800E abtreten. Aber tolle Fotos kann man mit dieser Kamera auch im Jahr 2013 noch machen. Wer sich bislang keine digitale semiprofessionelle Kameras leisten konnte, der wird in den kommenden Wochen am Gebrauchtmarkt viele sehr gute erhaltene Exemplare finden die dort preiswert verkauft werden um die Geldbörsen für den Kauf der einen oder anderen Nikon D7100 zu füllen. Für 600 bis 700 Euro sollte sich dann eine Nikon D300 „besorgen“ lassen und glaubt mir, mit dieser Kamera könnt Ihr noch viele Jahre lang eine Menge Spaß haben – Alteisen sieht anders aus!

Nikon D300 – Fotosafari in Utah

Im Sommer 2007 habe ich meine famose Nikon D2x mit einer Nikon D300 ergänzt. Der zusätzliche MB-D10 Batteriegriff und der ebenfalls zusätzliche Nikon BL-3 Adapter ermöglichten die Nutzung des riesigen EN-EL4 Akkus sowohl in der D2x als auch in der D300. Schnell war noch ein weiterer EN-EL4 gekauft und los ging es mit zwei Kameras. Weil sie etwas besser bei der Auflösung feinster Details ist und im Gegenzug bei ISO-100 die etwas besseren Bilder liefert, war die D2x meist mit AF-S 2.8/17-55mm Midrange-Zoom bestückt.  Die „normale“ ISO-Empfindlichkeit der D300 ist mit ISO-200 doppelt so hoch wie bei der D2x und die Bildfolge ist im 12-Bit RAW-Modus mit angesetztem EN-EL4 mit satten 8 B/s wirklich schnell. Daher hatte ich die D300 meist mit dem famosen Nikon AF-S VR 2.8/70-200 bestückt. Als es dann im Frühjahr 2009 für ganze sechs Wochen im Südwesten der USA ging, musste die D2x aber trotzdem daheim bleiben. Zusätzlich zur D300 hatte ich damals noch eine Nikon S600, eine Nikon F5 und eine Nikon F100 im Gepäck. Es war ein ziemlicher Wahnsinn, die Fotoausrüstung wog fast mehr als der Rest meines Gepäcks, da war für die D2x einfach kein Platz mehr.

Am Ende der Rückreise habe ich mein Gepäck noch schnell mit der Nikon S600 abgelichtet und so sah das damals aus…

Nikon D300 - USA South West - 2009

Diese Zeiten sind inzwischen vorbei, damals habe ich gemerkt, dass man eh nicht parallel mit mehreren Kameras fotografieren kann. Zusätzlich zur D300 noch einmal fast jedes Motiv parallel auf Fuji VELVIA-50 oder Kodak EKTAR-100 abzulichten, das erspare ich mir mittlerweile. Heutzutage geht es entweder komplett „analog“ auf Tour oder eben nur mit einer digitale Kamera im Rucksack.

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Wenn es das nächste mal in die USA geht, wird die D800E im Fotorucksack sein und zusätzlich die sehr gute Panasonic HC-X909 Videokamera. Dann noch ein paar Objektive und fertig. Mehr braucht man im Jahr 2013 eigentlich nicht mehr. Auch bei den Objektiven werde ich ausdünnen, das AF-S VR 5/16-35, das AF-S 2.8/24-70 und das AF-S VR 2.8/70-200 werde ich einpacken.

Im Jahr 2009 war das noch anders und ich habe damals sehr lange hin und her überlegt was ich mitnehmen soll. Rückblickend wäre ich allein mit der Nikon D300 sehr gut ausgerüstet gewesen. Diese Kamera ist schnell und robust, sie ist flexibel und die Bildqualität läßt zumindest bei niedrigen ISO-Werten kaum Wünsche offen. Läßt man den MD-D10 Batteriegriff im Auto, so spart man Gewicht und die Kamera macht trotzdem noch gute Fotos…

Nikon D300 - USA South West - 2009

„Never hike alone“ – diesen Hinweis findet man im Südwesten der USA immer wieder. Ich war meist mit meiner D300 ganz allein auf abgelegenen Pfaden unterwegs und immer wenn ich mal wieder ein verendetes totes Tier fand hatte ich ein ungutes Gefühl. Passiert ist mir letztlich nichts, ich war auch nicht besonders wagemutig und habe nach einigen Wochen begonnen mich jeden Tag an Rezeption abzumelden und auf einem Zettel zu hinterlassen wohin es gehen soll.

Nikon D300 - USA South West - 2009

Die schönen Foto-Locations im Südwesten der USA sind teilweise sehr einfach zu erreichen, wie beispielsweise der Horse-Shoe-Bend bei Page in Arizona. vom Parkplatz aus läuft man ein paar hundert Meter über eine Sanddüse und schon sieht man diese mächtige Schlucht in der man den Kölner Dom gleich mehrfach verschwinden lassen könnte…

Nikon D300 - USA South West - 2009

Rund um Page hat Arizona mit  The Wave, White Pocket, Lake Powell, Antelope Canyon usw. viele tolle Fotomotive zu bieten. Trotzdem zog es mich nach einiger Zeit in Richtung Utah. Monument Valley, Arches National Park, Canyonlands National Park das sind einige der Highlights die von der Mehrzahl der Touristen besucht und systematisch abfotografiert werden. Doch besonders abseits der Touristenströme gibt es viele tolle Sachen zu entdecken. Mein Freund Wolfgang hat mich damals für ein paar Tage in den USA besucht und gemeinsam haben wir einige Touren in der Nähe von Escalante in Utah unternommen. Dort gibt es die wunderbare „Hole in the Rock Road“ oder auch HITRR genannt. Diese Off-Road Piste ist eine harte Prüfung für jeden Pneu der vielen Geländewagen die dort tagtäglich ihre langen Staubfahnen hinter sich her ziehen.

Gleich zu Beginn der HITRR gibt es auch der rechten Seite ein Areal mit dem schönen Namen Devils Garden. Dort gibt es viel zu sehen und man kann sich dort schon mal einen Tag oder länger aufhalten.

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Etwas weiter in Richtung Nord-Osten haben wir damals geparkt und sind den Wegpunkten auf Wolfgangs Garmin Colorado 300 gefolgt. Unser Ziel waren die Moqui-Marbles etwas oberhalb des Zebra-Canyons und natürlich auch dieser wunderschöne Canyon selbst.

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

In den darauf folgenden Wochen ging es mehrere tausend Meilen weit kreuz und quer durch den Süd-Westen. Immer auf der Suche nach schönen Locations war die Nikon D300 mein stetiger Begleiter. Wenn ich mir rückblickend die Fotos anschaue die ich damals mit dieser Kamera aufgenommen habe, so bin ich immer wieder erstaunt über den Tonwertumfang und das was sich mit einigen wenigen Klicks aus den RAW-Dateien herausholen läßt.

Hier noch einige weitere Beispiel-Fotos die ich 2009 in Utah aufgenommen habe.

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Nikon D300 - USA South West - 2009

Fazit

In den letzten 6 Jahren habe ich mit der Nikon D300 viele Reisen und zig tausend Fotos bestritten. Sie war bis heute nicht ein einziges Mal zur Reparatur und nach dem Umbau auf Infrarot 803nm (Nanno-Meter) werde ich sie wohl noch viele Jahre mit Begeisterung benutzen. Die neue Nikon D800E liefert bei dreifacher Auflösung und besserem ISO-Rauschverhalten eine nochmals drastisch bessere Bildqualität. Aber man muss auch den Preis dieser Kamera bedenken. Wer ein preiswertes zuverlässiges robustes Arbeitsgerät sucht und selten Prints anfertigen läßt die größer als 60×90 cm sind, der ist auch im Jahr 2013 mit der Nikon D300 oder der etwas neueren Nikon D300s noch sehr gut bedient.