Teneriffa 2014/15 – Fotoshooting mit Ines und André

Shooting Ines & André #1 - Olympus OM-D E-M1

Tag 19 – 29. Dezember

Als ich am Morgen aufwache stelle ich entsetzt fest, dass ich vergessen habe meinen Handy-Wecker zu aktivieren. Um 10h will ich mich eigentlich mit meinem Freund Wolfgang bei Pepitos Bar in La Paz treffen. Aber es ist erst kurz vor 8h, ich bin also noch gut in der Zeit. Als ich um 10h nach einem ausgiebigen Frühstück bei Pepito eintreffe wird die Bar gerade erst eröffnet. Die Mädels rücken draußen die Tische zurecht und ich stehe eine Weile wie bestellt und nicht abgeholt in der Gegend herum. Dann rücken sie zwei Tische so zusammen, dass sechs Personen daran Platz haben. Als ich mich gerade setzen will werde ich ermahnt, dass dieser Tisch schon reserviert sei. Aber ich kann klarstellen, dass ich der erste der „regelmäßigen Montagsbesucher“ bin und dass mein Freund Wolfgang gleich noch dazu stoßen wird. Nun ist alles klar, mein Status ist geklärt und ich darf mich setzen.

Just in diesem Moment taucht auch schon der „Foto-Peter“ auf und nur Sekunden danach trifft auch Wolfgang ein. Wolfgang will nicht im Schatten sitzen, so früh am morgen ist es ihm hier noch zu kalt, also ziehen wir um an einen Tisch der wunderbar in der Sonne steht. Es gibt Tage, da hat man es als Wirt mit seinen Gästen nicht so leicht! Als dann noch Ulla eintrudelt gibt es eine ausführliche Diskussion über die Nachfolge von „Wanderboss Heinz“, der zum Jahreswechsel die Segel streicht und mit rund 80 Jahren zurück nach Deutschland will. Die Diskussion ist mehr als lebhaft, Wolfgang und Ulla sind sich einig, dass der Wanderboss einen Nachfolger braucht, jemanden der die Wanderungen organisiert und alles zusammenhält. Aber niemand will es machen und die Mehrzahl der inzwischen älteren auf Teneriffa ansässigen Wanderer sträubt sich bei der Planung künftiger Wanderungen auf moderne Kommunikationsmedien wie beispielsweise Facebook zu vertrauen. Dass man dort eine private Gruppe organisieren kann und diese auch wirklich privat bleibt will so recht niemand glauben und viele haben eine diffuse Angst davor ihre Daten bei Facebook preiszugeben. Letztlich findet man in diesem kleinen Kreis eh keine Lösung und man darf gespannt sein ob die Gruppe jetzt auseinander fallen wird oder ob sich eine Lösung findet.

Mich soll es nicht stören, ich stoße frühestens in 10 Jahren dazu 🙂

Kurz vor 11h geht es dann zusammen mit Wolfgang der heute kein eigenes Auto hat zum Botanischen Garten, der nur ein paar hundert Meter entfernt gelegen ist. Dort treffen wir uns mit Ines und André. Sie haben eine Weile auf Teneriffa nach einer Möglichkeit für ein kleines Fotoshooting gesucht, aber alle „offiziellen“ Fotografen haben ihnen absagen müssen. Schließlich sind sie bei Wolfgangs Webseite gelandet und nun fahren wir gemeinsam in Richtung Los Realejos um in der Ruine des Hamilton-Hauses, das hier auch oft als „Casa de Dios“ bezeichnet wird, mit uns ein kleines Shooting zu veranstalten.

Der Weg ist nicht wirklich weit und nachdem wir meinen Mietwagen geparkt haben geht es an den Abstieg zur Ruine. Dabei fällt mir auf, dass sich hier seit meinem letzten Besuch schon wieder einiges geändert hat. Es gibt ein völlig neue Brücke und oberhalb der Ruine ist nun auch ein Zaun mit einem Tor das den Weg versperrt. Aber das Tor ist nicht verschlossen, Wolfgang hat den Zugang bereits vorsorglich am Vortag abgecheckt.

Shooting Ines & André #2 - Olympus OM-D E-M1

In der Ruine angekommen ist es kurz vor 12h und die Mittagssonne scheint jetzt ohne Erbarmen in das alte Gemäuer. Die Kontraste sind hart und es ist schwer unser Paar so zu fotografieren, dass sie gleichmäßig ausgeleuchtet sind. Als sehr hilfreich erweist sich dabei der große Reflektor den Wolfgang mitgebracht hat. Wir positionieren die beiden im Gegenlicht und ich helle mit dem Reflektor ihre Gesichter auf. So schießt Wolfgang eine erste Fotoserie. Danach bin ich an der Reihe. Wir beginnen mit einigen einfachen „Klassikern“. Die beiden sitzen artig in einer der Fensteröffnungen der alten Ruine und schauen hinaus aufs Meer. So wurden hier sicher schon viele tausend Fotos geknipst. Dabei haben wir die glänzenden Flächen des Reflektors jetzt entfernt und Wolfgang hält es dünne weiße Tuch jetzt wie ein Segel über unser Paar. So sitzen die beiden im Schatten, müssen nicht mit den Augen zwinkern und das Licht ist wunderschön gleichmäßig.

Ines & André - Classic Shot #1 - Olympus OM-D E-M1

Ines & André - Classic Shot #2 - Olympus OM-D E-M1

Meine Kameraausrüstung ist noch die gleiche wie beim Vortag. Ich habe die Olympus OM-D E-M1 mit einigen Objektiven dabei. Zuerst fotografiere ich die zwei mit dem ausgezeichneten Panasonic 2,8/35-100mm Zoom-Objektiv. Dabei kommt ein Polfilter zum Einsatz. An der Kamera ist der RAW-Modus eingestellt und ich fotografiere bei ISO-200 mit der Zeitautomatik. So kann ich über die Öffnung der Blende sehr schön die Tiefenschärfe steuern. Bei etwa 100mm Brennweite muss ich schon einige Meter zurück treten wenn ich unser Paar beispielsweise im Hochformat vollständig ablichten möchte. Für Aufnahmen auf denen nur ihre Gesichter zu sehen sind kann ich näher heran kommen und durch einfaches Verschieben des aktiven Autofokus-Messfeldes kann ich mal auf ihr und mal auf sein Gesicht fokussieren. Bei der Kamera habe ich den schnellen Serienbild-Modus aktiviert und ich schieße immer gleich ganze Serien von 10 bis 20 Bildern. Zwischendurch versuche ich den Beiden einige Anweisungen zu geben, damit die Fotos etwa so werden wie ich es mir vorstelle. Aber es ist nicht ganz einfach, es ist auch noch Wolfgang mit dabei und manchmal schaut er Wolfgang an und sie meine Kamera und dann ist es auch schon wieder umgekehrt. Ich versuche ihre Blicke in die gleiche Richtung zu lenken in dem ich sie bitte mal knapp über meine linke und dann über die rechte Schulter zu blicken. Nichts sieht bei einem Paar-Shooting blöder aus, als wenn sie in unterschiedliche Richtungen schauen. Das wirkt auf den Fotos so, als hätten sie sich nichts mehr zu sagen und als wären sie sich uneinig was sie denn wollen. Das kann natürlich auch eine Aussage sein, aber heute erscheint sie mir nicht gewünscht zu sein.

Mehrfach wechseln wir die Location innerhalb der Ruine und ich verwende unterschiedliche Objektive. Wir experimentieren mit abenteuerlichen Positionen und unterschiedlichen Kameraperspektiven. Mir gefällt es oft sehr gut wenn man Menschen aus einer niedrigen Position portraitiert, also die Kamera leicht unterhalb der Augen ist. Ist sie jedoch zu tief, so senken die Models oft den Kopf. Lehnen sie sich dabei noch zurück so hat fast jeder Mensch ein Doppelkinn was nicht wirklich fotogen ist. Es gilt also die richtige Position für die Kamera zu finden und das Paar dazu zu bringen etwas Körperspannung aufzubauen. Auch ist übertriebenes Grinsen für schöne Fotos mehr als hinderlich. Klar ist eine ausgelassene Stimmung am Set hilfreich, aber es sollten eben nicht beide grinsen wie Kinder die das erste Mal dem Weihnachtsmann gegenüberstehen.

Nach einigen hundert Fotos finde ich alles was wir bislang fotografiert haben eher „traditionell“ um nicht das böse Wörtchen „langweilig“ zu verwenden. Gern hätte ich eine Serie von Bildern die eine kleine Geschichte oder Begebenheit erzählen. Ich habe schon seit zwei Tagen die Idee im Kopf, dass wir etwas fotografieren das nicht nur nach „Friede, Freude, Eierkuchen“ aussieht sondern nach einer Situation die jeder schon erlebt hat oder vielleicht auch nicht erleben möchte. Toll fände ich einen kleinen Konflikt irgendwas mit etwas „Action“. Meine Idee ist, dass er oder sie das Handy des anderen in Händen hält und dort etwas findet das er bzw. sie dort eigentlich nicht finden sollte. Was ist ganz egal, es ist nur ein Mittel zum Zweck. Nachdem wir das kurz besprochen haben und die beiden Einverstanden sind geht es los. Ines und André ziehen sich kurz um und nun inszenieren wir einen kleinen Konflikt.

Damit dieser Konflikt nicht super scharf und damit statisch und langweilig herüberkommt, schraube ich einen Graufilter vor mein Panasonic/Leica 1,2/42,5mm Nocticron, der nur noch 1/64-tel des Lichtes passieren lässt. Mit diesem Filter kann ich nun bei ISO-100, Blende 2,8 etwa 1/8s belichten. Öffne ich die Blende etwas, so wird die Belichtungszeit kürzer, schließe ich sie so wird sie entsprechend wieder länger. Damit kann ich nun trotz des extrem hellen Tageslichts Bewegungen so fotografieren, dass sie nicht statisch sind sondern auf den Bildern als Bewegung erkennbar bleiben. Sehr schön ist hierbei der großartige elektronische Sucher meiner Olympus OM-D E-M1. Schaut man durch den Sucher so sieht man praktisch keinen Unterschied zum Sucherbild ohne Filter. Bei meiner Nikon D800E wäre mit diesem Filter das Sucherbild so dunkel, dass ich kaum etwas erkennen könnte.

Damit meine Fotos grundsätzlich nicht verwackelt sind, aktiviere ich den sehr guten in der Kamera eingebauten 5-Achsen Bildstabilisator und verwende zusätzlich ein Stativ.

Nun geht es zur Sache. Nach etwas Eingewöhnung und Übung inszeniert mein Paar einen Streit und einen Absturz in der alten Ruine. Das sieht echt geil aus und ich lasse den mechanischen Verschluss meiner Olympus rattern was das Zeug hält. Meine „Darsteller“ dürfen ruhig laut schreien und ich schreie mit um die Stimmung etwas aufzulockern und ihre Hemmungen abzubauen. Je öfter wir es fotografieren umso besser sieht der inszenierte „Beinahe-Absturz“ aus. Dabei ist es sehr wichtig wie die zwei zur Kamera stehen und dass kein Arm ein Gesicht verdeckt usw. Die Stimmung ist mehr als ausgelassen, was grundsätzlich positiv ist. Doch leider werde ich später feststellen, dass die Glaubwürdigkeit der Fotos etwas unter dem mitunter fröhlichen Gesichtsausdruck meiner beiden Hauptdarsteller leidet. Darauf sollte ich bei künftigen Shootings noch mehr achten.

Shooting Ines & André with Motion Blurr #1 - Olympus OM-D E-M1 & Nocticron

Wir probieren immer wieder neue Situationen aus, mal droht er abzustürzen, mal sie. Als sie richtig locker sind geht es an die Nummer mit dem Handy. Ich stelle meine Kamera so auf, dass beide mit etwas Abstand zueinander davor genügend Spielraum für Bewegungen haben. So kann ich die Person im Hintergrund unscharf abbilden, während die Person im Vordergrund scharf ist und umgekehrt. Durch die Variation der Blende kann ich die Stärke der Unschärfe regeln, allerdings beeinflusse ich damit auch die Belichtungszeit und damit auch die Stärke der Bewegungsunschärfe sobald etwas „Action“ aufkommt. Dies kann ich aber recht einfach durch eine angemessene Änderung der ISO-Empfindlichkeit ausgleichen.

Shooting Ines & André with Motion Blurr #2 - Olympus OM-D E-M1 & Nocticron

Es geht los, Ines steht nah bei der Kamera hält sein Telefon ganz ungläubig in der Hand und er kommt aus dem unscharfen Hintergrund angerannt um ihr das Handy wegzunehmen und schlimmeres zu verhindern. Das geht mal so und mal so. Je öfter wir es üben umso besser werden die beiden. Irgendwann fangen sie richtig an zu schauspielern. Sie schaut herrlich entsetzt auf das Telefon und er steht wie ein Häufchen Elend gebückt im Hintergrund und hält sich die Hände vor das Gesicht. Das sieht echt gut aus. Wie geil wäre es wenn man jetzt noch alles mit Ketchup einsauen könnte und eine „unfreiwillige“ Leiche zwischen die beiden legen könnte? Ok, hier geht meine Phantasie vielleicht zu weit, aber das wäre schon cool. Auch ohne das Telefon könnte man so mit nur einem Bild die Geschichte von einem jungen Paar erzählen die aus Versehen jemanden erstochen hat und nun entsetzt auf das schaut was sie da angerichtet haben. Na ja, es ist nicht das letzte Shooting 🙂

Shooting Ines & André with Motion Blurr #1 - Olympus OM-D E-M2 & Nocticron

Shooting Ines & André with Motion Blurr #3 - Olympus OM-D E-M1 & Nocticron

Shooting Ines & André with Motion Blurr #4 - Olympus OM-D E-M1 & Nocticron

Gegen 14h packen wir unsere Sachen zusammen und machen uns an den Aufstieg zum Auto. Dort angekommen beratschlagen wir kurz wie es weitergehen soll. Wir uns einig, dass wir es noch einmal beim famosen Restaurant von Luzie versuchen wollen. Also geht es los nach San Juan de la Rambla. Am Restaurant angekommen trauen wir unseren Augen kaum, es ist schon wieder geschlossen. So ein Mist, wie kann das denn sein. Wolfgang steigt aus und sieht sich das Schild mit den Öffnungszeiten genauer an. Die Lösung des Problems ist schnell gefunden, das Restaurant ist Dienstags und Mittwochs geschlossen und ist am Montag erst ab 18:30 geöffnet. Also haben wir schon wieder verloren, so ein Mist…

Auf dem Weg den Berg hinunter finden wird eine kleine Dorfkneipe und gleich davor einen freien Parkplatz. Als wir eintreten hängt ein übergewichtiger älterer Herr gelangweilt über seinem Tresen. Er murmelt etwas auf Spanisch, wir zucken mit den Schultern, Wolfgang sagt etwas auf Spanisch und der Herr weist mit dem rechten Arm auf ein Lokal auf der anderen Straßenseite. Wir bedanken uns und überqueren die Straße. Hui, das sieht nicht gerade einladend aus. An der Bar sitzen lauter einheimische etwas heruntergekommene Männer zwischen 50 und 70 Jahren. Es läuft komische Musik und es ist dunkel. Wolfgang geht mal vor um die Lage zu sondieren. Kurz darauf erhellt sein Lächeln die Szenerie, er winkt, wir sollen eintreten.

Shooting Ines & André - Olympus OM-D E-M1 & Panasonic 4/7-24mm

Am Ende des Tresen geht es nach rechts um die Ecke und dort ist ein kleines Speiserestaurant das sehr wahrscheinlich nur von Einheimischen aufgesucht wird. Hier gibt es keine Speisekarte in 5 Sprachen, hier ist alles auf Spanisch und es steht an der Wand angeschrieben. Als wir gerade sitzen bekommen die vier Gäste am Tisch hinter uns ihr Essen aufgetischt. Wolfgang schaut kurz was es ist und es sieht sehr appetitlich aus. Und obwohl wir alle kein Spanisch sprechen, schaffen wir es uns dieses Gericht gleich viermal zu bestellen. Dann bekommt ein anderer Gast einen Teller mit Suppe serviert und wieder schaffen wir es uns eine solche Suppe als Vorspeise zu bestellen. Die Suppe erweist sich als äußerst schmackhafte Linsensuppe mit Kartoffeln und Fleischeinlage. Danach gibt es ein riesiges Putensteak mit Bratkartoffeln und Salat. Dazu noch etwas Brot und Aioli, das schmeckt alles wirklich gut. Als wir später bezahlen kostest unser Essen inkl. der Getränke gerade einmal 6,- Euro pro Nase. Ich bin fast geschockt, beim Fischrestaurant am Roque de las Bodegas haben wir am Vortag lockere 20,- Euro pro Nase bezahlt und hatten nicht viel mehr zu Essen. Wolfgang hat schon recht wenn er sagt, dass er lieber einheimische Restaurants ansteuert als die typischen „Touristenfallen“. Es schmeckt dort meist gut und ist in der Regel deutlich preiswerter!

Nach dem Essen lädt Wolfgang uns noch zu einer Tasse Kaffe auf seine Terrasse ein. Während wir dort die unvergleichliche Aussicht genießen ist Zeit uns etwas näher kennenzulernen und uns via Facebook zu „adden“ wie man das heutzutage nennt 🙂

Am Ende des Tage setze ich die beiden noch bei Ihrem Mietwagen vor dem Botanischen Garten ab und bin auf dem Rückweg wirklich froh, dass ich heute schon wieder einen so schönen entspannten Tag auf dieser genialen Insel verbringen durfte.

Nikon D70 – I was so young

Auf der Suche nach alten Fotos kommen einem manchmal Bilder auf den Monitor von denen man gar nicht mehr wußte, dass sie noch existieren. So heute bei mir geschehen. Eigentlich wollte ich nur kurz schauen was es mit einer alten externen Festplatte auf sich hat. „Geht sie noch, oder nicht, kann sie in den Sondermüll? Komm Ansgar, schau einfach mal kurz nach…“

Und siehe da, auf der Festplatte waren mehrere tausend Fotos die in den Jahren 2004 und 2005 entstanden sind. Die Überraschung: Es waren auch wirklich viele Fotos dabei die meine damalige Freundin Ulrike mit ihrer Nikon D70 aufgenommen hat.

Ich selbst konnte es damals nicht abwarten und obwohl klar war, dass es bald eine D70 geben würde, habe ich mir für fast 2.000 Euro eine Nikon D100 mit zusätzlichem Batteriegriff und diversem Zubehör gekauft. Wirklich begeistert hat mich diese Kamera allerdings nicht. Ok, die Bilder waren toll und es ging alles schnell schnell schnell… Aber meine Nikon F4 oder auch die F5 und die F100 fühlten sich einfach besser und erwachsener an.

Heute ist es mit der Nikon D7100 und der D2x ganz ähnlich. Die neue Nikon D7100 ist der D2x um Lichtjahre voraus, aber die D2x fühlt sich noch immer „erwachsener“ an. Es ist eben eine Profikamera und keine preiswerte kleine „Knipse“ die zu einem großen Teil aus Kunststoff besteht. Mir war dieses „Feeling“ immer sehr wichtig und das ist sicherlich auch der Grund warum ich trotzdem parallel zur Nikon D100 noch sehr lange meine analogen Nikon Kameras benutzt habe.

Unabhängig davon ist es witzig mal zu sehen wie ich vor 8-9 Jahren ausgesehen habe. Was mir zu allererst auffällt, ich habe mich schon damals so ungern rasiert wie heute 🙂 Und ich war 10 bis 15 Kilo leichter, außerdem waren die Haare weniger grau. Auch war das Gehör damals noch viel besser, aber ich hatte auch deutlich weniger Kameras, von den Objektiven ganz zu schweigen…

Beginnen wir mit einem Foto das im Wintergarten beim Besuch meiner Mutter entstanden ist. Der Wintergarten lässt viel Licht passieren und das kleine Blitzlicht auf der Nikon D700 erzeugt schöne Spitzlichter in meinen Augen. Aber die verschwitzte Stirn glänzt wie eine Speckschwarte und die Augen sind halb geschlossen weil die iTTL Messblitze der Nikon D70 ganz kurz vor dem Auslösevorgang abgefeuert werden. Das menschliche Auge reagiert so schnell, dass beim eigentlichen Foto die Augen oft schon ein wenig geschlossen sind.

Für mich ein Grund beim direkten Blitzen auf „M“ wie Manuell zu stellen und die moderne iTTL Blitzbelichtungsmessung gelegentlich NICHT zu verwenden.

(Alle Fotos sind 1000 Pixel hoch oder breit, ggfs. einfach in einem neuen TAB öffnen…)

Ansgar

Hier ein Foto bei dem ich mal wie ein Star in den Himmel schauen sollte. Es ist krass gegen die Sonne fotografiert, aber die 3D Matrix-Belichtungsmessung der D70 macht trotzdem alles richtig – Respekt!

Ansgar

Hier bin ich an irgendeinem See mit meiner geliebten Nikon F4s und dem Sigma 180-500 das ich damals benutzt habe. Mehr konnte ich mir nicht leisten und war mit der Qualität der Fotos auch nie so richtig glücklich. Es ist gut, dass ich es irgendwann gegen das Nikon AF-D VR 80-400 eingetauscht habe!

Ansgar

Hier ein Foto vor meinem Klavier, im Hintergrund sieht man noch ein Notenheft – J.S. Bach – Das wohltemperierte Klavier – hammermäßig schwerer Krams an dem ich mich lange versucht habe und es dann 2007 relativ entnervt aufgegeben habe. Totale Polyphonie ist nicht mein Ding, ich mag es wenn ZWEI Hände ZWEI unterschiedliche Linien spielen und nicht 4 oder gar 5 Linien gleichzeitig erklingen lassen müssen. Ach ja, wenn ich die Einspielungen von Glenn Gould höre, so möchte ich mich noch heute vor ihm auf den Boden werfen und ihm so meiner totaler Hochachtung versichern…

Ansgar

Ein Bild aus der Küche meiner Mama, auf dem Arm habe ich meine kleine Nichte. Das Foto ist auch „geblitzt“ aber die D70 hat einen erstaunlich guten Kompromiss zwischen Blitzlicht und Umgebungslicht gefunden.

Ansgar

Hier bin ich im Wald unterwegs und erstaunlicher Weise ist der Hintergrund mal schön unscharf. Das liegt an der etwas längeren Telebrennweite und der weit geöffneten Blende. Manchmal ist es besser die ISO-Automatik abzuschalten und mit dem Kopf zu fotografieren 🙂

Ansgar

Nun ein Apfelsaft nach einer Fotosession. Ich glaube es war in der Bonner Rheinaue. Wenn ich meine Kleidung so sehe, scheint es im Herbst gewesen zu sein…

Ansgar

Hier bin ich am Flugplatz in Hangelar bei St. Augustin mit meiner Nikon F4s und dem wunderbaren Sigma EX 2.8/105mm Macro – ein rattenscharfes Teleobjektiv das ich bis heute sehr gern verwende!

Ansgar

Hier bin ich nun an der Ahr bei Ahrweiler. An diesen Tag erinnere ich mich noch sehr gut. Es war kalt wie die Hölle und Teile der Ahr waren zugefrohren. Meine tollen neuen Stative hatte ich damals noch nicht. Statt dessen habe ich das eine oder andere ebay-Schnäppchen benutzt. Hier ein schwarzes Velbon mit einem Pistolengriff den es damals bei Foto Walser gab. Weil ich lange belichten wollte habe ich vor das 105er Sigma einen Graufilter UND einen Polfilter geschraubt.

Ansgar

Es war mächtig kalt und als wir uns nach etwa zweistündiger Fotosession endlich in einem Café aufwärmen konnten kam mir der verwegene Gedanke, doch schnell einen neuen Film einzulegen. Das war indes keine gute Idee! Im Café war es kuschelig warum und meine Nikon F4 hatte etwa -10°C. Raus ging der belichtete Film noch sehr gut, aber während ich den neuen Film eingelegt habe, ist die kalte Rückwand der F4 beschlagen. Als ich den Film dann in die Startposition transportieren wollte, hatte er sich mit dem Schwitzwasser an der Rückwand „verklebt“ und der starke Motor der F4 hat ihn kurz darauf komplett zerfetzt. Es gibt Dinge im Leben, die muss man mal erlebt haben. Danach ist es mir nie wieder passiert!

Ansgar

Hier bin ich mit der Nikon F4s im Wildpark am Rolandsbogen auf der rechten Rheinseite. Im Hintergrund sieht man die Ruine der Drachenburg sowie das damals noch nicht ganz fertig renovierte Schloss Drachenburg. Den Aufhellblitz der D70 sieht man indes ganz deutlich!! Etwas weniger wäre auch hier mehr gewesen…

Ansgar

Hier bin ich mit meiner Nikon D100 und einem Nikon SB-800 während einer Vernissage in einer Godesberger Galerie. Max Schautzer war damals zu Gast und hat sein neues Buch vorgestellt. Es waren viele Promis da und ich durfte sie alle fotografieren, das war ein cooler Tag!

Ansgar

Hier bin ich mit der Nikon F100 samt Batteriegriff und dem Sigma 180-500 im Kölner Zoo. Heute weiß ich, dass es wenig Sinn macht mit einem wackeligen Stativ und einer Kamera ohne Spiegelvorauslösung sowie einem wenig lichtstarken Teleobjektiv weit entfernte Raubtiere durch eine dicke Glasscheibe zu fotografieren.

Ansgar

Hier bin ich nochmals mit der Nikon F100 in einer anderen Godesberger  Galerie. Dort wurden u.a. Bilder von Jutta Roth ausgestellt. Ich durfte alle Gäste ablichten und musste im Gegenzug versuchen angesichts einiger unverständlicher Lyrik-Einlagen nicht zu kichern.

In meiner Erinnerung klang diese Lyrik etwa so…

Der Tag – Er war so wunderschön – Vögel sangen – Die Sonne – Der Tag – Warmer Wind in meinem Haar – Der Frühling erwacht – Der Tag bricht an – Ein Schmetterling – Die Biene summt – Doch leider werde ich einst sterben – Der Tag – Ist nah – Oder noch so schrecklich fern…

Autor unbekannt, da spontan von mir zusammen gehämmert…

Ansgar

Genug der kruden Lyrik, hier bin ich mal im feinen Zwirn zu sehen. Es war wohl eine Geburtstagsfeier…

Ansgar

Ich mit der Nikon F100 und dem AF-S 24-85mm beim Versuch am Bonner Kunstmuseum eine ungewöhnliche Perspektive zu finden…

Ansgar

Ich mit der Nikon D100 und einem Makroobjektiv. Das T-Shirt war eine Mitbringsel einer früheren Freundin von einer Reise in die Karibik.

Ansgar

Hier ein Bild das in einer unbekannten Kneipe entstanden ist, vielleicht das „Pathos“ in der Bonner Südstadt. Ich versuche gerade der Fotografin zu vermitteln, dass es meist interessanter aussieht wenn das Motiv nicht frontal „totgeblitzt“ wird. Kommt das Licht von der Seite ergibt sich ein manchmal interessanter Schattenwurf. Hier fehlt allerdings ganz eindeutig eine kleine Softbox! Das Blitzlicht war wohl mein Nikon SB-800 das sich schon damals von der Nikon D70 dank iTTL schnurlos auslösen ließ.

Ansgar

Und noch ein Bild im Anzug, es war eine Geburtstagsfeier in meiner Heimatstadt. Einige der damals anwesenden Gäste sind leider inzwischen verstorben.

Ansgar

Hier bin ich nochmals in cooler „Männerpose“ neben meinem „kleinen Bruder“…

Ansgar

Und ein ganz witziges Foto aus meinem IKEA-Wohnzimmer. In der Hand habe ich ein Foto das am Tag neu eine schlimmen Kieferoperation gemacht wurde. Wie man sieht ist die Schwellung wieder abgeklungen…

Ansgar

Und ein „High-ISO“ Bild – so schlecht und so pixelig, dass selbst mit einer Schwarz-Weiss-Konvertierung kaum noch etwas zu retten ist. Und einmal mehr wird klar, es sieht blöd aus wenn man Portraits mit einem Weitwinkelobjektiv aufnimmt und sein Motiv perfekt in der Bildmitte positioniert.

Ansgar

Dieses Foto ist auf dem Dach der Bonner Kunsthalle entstanden. Damals gab es dort eine Ausstellung zum Thema Dschingis Khan. Ich glaube das Foto hat sogar mein kleiner Sohn gemacht. Daher das überaus breite „Papa-Grinsen“…

Ansgar

Und noch ein Foto aus dem Garten meiner damaligen Freundin. Auch hier leistet der eingebaute Blitz ganze Arbeit. Die Stirn glänzt und das kurzwellige energiereiche Blitzlicht dringt in die unteren Hautschichten vor und lässt jede noch so feine Rötung wunderbar hervorstechen…

Ansgar

Auch hier ist das Blitzlicht wieder mit von der Partie… Hätte man die Lichtleistung um eine Blende nach unten korrigiert, so wäre der „Blitzeffekt“ deutlich milder ausgefallen! Da fällt mir ein, die Nikon FM3a hat einen kleinen Knopf der ganz genau das bewirkt, er reduziert die Leistung eines Fillflash-Systems um genau eine Blendenstufe. Die Konstrukteure wussten warum sie das eingebaut haben…

Ansgar

Und noch ein zufriedenes Grinsen auf der Gartenbank, in der Hand die Nikon D100 mit dem Sigma EX 2.8-4/17-35mm. Ich habe es immer gern benutzt, aber an der Nikon D800E bevorzuge ich das Nikon AF-S VR 4/16-35mm weil es um Größenordnungen besser ist. Allerdings kostest es auch ein Vielfaches dessen was ich damals für das Sigma bezahlt habe!

Ansgar

Ansgar

…keine Ahnung warum ich hier den Arm gehoben habe…

Ansgar

Hier bin ich mit der Nikon D100 und dem AF-S 24-85mm samt einem Metz-Blitzlicht und meinem uralten Velbon-Video-Stativ das ich mir im zarten Alter von 14 Jahren gekauft habe. Inzwischen ist es verschollen, aber vielleicht findet es sich ja in ein paar Jahren wieder an, wenn endlich einmal mein Keller ausgemistet wird 🙂

Ansgar

Das sieht jetzt nach Sommer und Biergarten am Rhein aus…

Ansgar

Fazit

Es ist schon erstaunlich welche Schätze man nach vielen Jahren auf der einen oder anderen Festplatte finden kann. Wenn ich mir die technische Qualität der Fotos anschaue die alle im JPG-Modus aufgenommen sind und die lediglich schlappe 3.000 x 2.000 Pixel groß sind, dann sind sie eigentlich trotz allem ganz brauchbar. Meist sind sie scharf und korrekt belichtet. Fieses ISO-Rauschen sieht man selten und als kleine Erinnerung für ein Fotoalbum ist die Qualität meist mehr als ausreichend.

Beim aktuellen „Pixelwahn“ fällt es schwer noch an die Qualitäten einer Nikon D70 zu glauben, aber diese Kamera hat wirklich ihre Qualitäten! Wer beispielsweise seine ersten Gehversuche mit einem Infrarotfilter machen möchte, der ist mit der Nikon D70 sehr gut bedient weil sie im Infrarotbereich deutlich empfindlicher ist als beispielsweise eine Nikon D800!

Gut erhaltene Exemplare gibt es manchmal schon bei ebay & Co. samt AF-S 18-70 für schlappe 200 Euro. Wer seinen Kindern eine Freude machen möchte oder einfach nur ein brauchbare entbehrliche billige Kamera für den nächsten Abenteuerurlaub sucht, der ist mit der Nikon D70 noch immer gut bedient. Gibt man sich ein wenig Mühe und schaut auch mal in die Bedienungsanleitung, so sind auch im Jahr 2013 mit einer Nikon D70 noch sehr brauchbare Fotos möglich.