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Archiv für 2011/03/06

Leaving Cambria

Die Nacht vor dem offenen Kamin war wirklich kuschelig, endlich mal nicht nachts frieren – wie angenehm! Aber bei einem Preis von über 200$ pro Zimmer sollte man eine Heizung auch erwarten können :-)

Am Morgen unter der Dusche sehe ich dann den Seifenspender, er ist DREIFACH! Duschgel, Shampoo, Conditioner – in dieser Reihenfolge! Das habe ich auch noch nicht gesehen, das Ding ist locker 30cm x 50cm x 30cm (HBT) groß. Ja, das ist Amerika. Witzig auch der Duschvorhang, er ist auch doppelt. Das transparente Teil hängt in der Wanne, außen davor ein richtig schwerer dunkler Vorhang. So ist das Duschen sehr introvertiert. Warum das so ist? Hm, vielleicht damit FRAU duschen kann während MANN daneben auf dem Klo sitzt? Ok ok, ich weiß es nicht – aber es klingt logisch, oder?

Das Frühstück ist diesmal im Übernachtungspreis inbegriffen und es ist recht gut. Ok, kein Vergleich mit dem “Besten Frühstück der Welt” bei Herrn Schreeb im Quartier 65 in Mainz – aber doch ganz ordentlich.

Nach dem Frühstück mache ich dann draußen noch ein paar Aufnahmen mit dem HTC Telefon. Das Zimmer müssen wir um 11h räumen, danach soll es am Cabrillo Highway, so heißt hier der Highway No. 1, weiter in Richtung Norden gehen. Leider ist das Wetter nicht so berühmt, man kann vom Meer vielleicht die ersten 100 Meter sehen, danach gibt es nur noch Graupensuppe. In San Francisco soll es heute regnen, also schauen wir mal wie wir unsere Planung so hin biegen, dass wir diese schöne Stadt bei Sonnenschein erleben können.

Hier die Fotos und Videos des heutigen Morgens:

Und hier habe ich noch ein kurzes “Zimmervideo”


Hello Cambria

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Nach dem famosen Frühstück im “Plate” räumen wir unser Zimmer. Als das Auto gepackt ist gebe ich den Schlüssel ab und lobe das Motel nach Kräften. Der nette Typ bei dem wir am Vortag eingecheckt haben freut sich und sagt “Hope you remember for the future! Enjoy your trip, bye!”

Am Abend zuvor habe ich endlich die Autoscheibenhalterung für mein Telefon gefunden. Sie war zwischen den Hemden im vorderen Fach des Koffers, wer hätte sie dort vermutet :-) Bevor wir starten montiere ich das Telefon an die Scheibe und schlinge den kleinen Gorilla-POD darum, so dass ich die Nikon P7000 als “Fahrkamera” benutzen kann. Dann geht es los über den Pacific Coast Highway nach Norden. Nach ein paar Kilometern stehen wir an einer roten Ampel, rechts geht es in die Berge. Die Copilot-Software zeigt auf dem Telefon an, dass rechts von uns die Malibu Hills sind, das klingt doch gut. Wir biegen einfach mal rechts ab. Die Häuser die wir finden gefallen uns, hier kann man es aushalten. Wir verstehen sehr gut, warum es die Menschen hier hin zieht.

Nach eine paar Kilometern ist die gut ausgebaute Straße dann schlagartig zu Ende. Es geht nur eine Dirtroad weiter in die Berge. Mit einem 4WD würde ich weiterfahren, aber mit dieser komischen Kiste will ich mich auf keine Experimente einlassen. Also kehren wir um und fahren zurück zum Pazifik. Unterwegs sieht es irgendwie anders aus, man sollte jede schöne Straße in beiden Richtungen befahren :-) Zwischendurch säumt ein ausgebrannter Porsche 911 den Weg, er passt nicht so recht ins Bild. Mein erster Instinkt sagt – ANHALTEN  – aber dann fahren wir doch weiter.

Die hier enthaltenen Fotos sind übrigens alle mit der Nikon D300 und dem Nikon AF-S 2.8/17-55mm gemacht. Bei den “Abendbildern” habe ich einen B&W 8x Graufilter drauf geschraubt. Bei allen anderen Fotos war eine B&W Polfilter drauf. Es sind alles verkleinerte JPGs – damit wir irgendwann auch mal ins Bett kommen. Aber die JPGs sind bei der D300 schon so gut, da braucht man fast keine RAW-Bilder mehr :-)

Unten am Pacific Highway scheint die Sonne, es sind 25°C – echtes Kaiserwetter wie mein Freund Marcus es nennen würde.

Während ich darüber nachdenke ob am Pazifik die Pazifisten leben geht es weiter nach Norden. Kurz vor Ventura holt uns das Navi von der Autobahn, der Maßstab ist so gewählt, dass ich nicht sehen kann wo wir wirklich sind, also fahre ich mal ab von der Autobahn. Es wird sich als Fehler herausstellen! Irgendwann am Vortag habe ich als Routenführungsoption mal “Autobahn vermeiden” angegeben. Und die wird jetzt konsequent vermieden. Bis wir sie wieder gefunden haben dauert es eine Weile…

Hinter Ventura geht es dann rechts ab zum Lake Casitas, ganz so wie am Morgen geplant. Als wir in Oak-View einlaufen könnten wir Sprit gebrauchen. Unser Telefon-Copilot sagt, dass es hier zwei Tankstellen gibt. An der ersten Tankstelle kann man nicht an der Zapfsäule bezahlen, also weiter zur Shell Tankstelle, sie ist in Reichweite. Hier ist echt was los, als eine Zapfsäule frei wird stelle ich beim Versuch mit der Kreditkarte zu zahlen fest, dass ich auch hier  eine Postleitzahl eingeben soll um mich zu authentifizieren. Ja wie blöd ist das denn, mit deutschen Postleitzahlen können diese Automaten gar nichts anfangen. Also ziehe ich die Karte wieder heraus und gehe mal zu der netten Dame an der Kasse. Kein Problem, sie schaltet mir die Pumpe Nr. 4 frei und los geht’s mit der nächsten Tankfüllung. Während ich den Tank befülle, schaut Sandra wie wir unsere Mägen befüllen können. Sie findet Softdrinks und Sandwiches  – prima!

Als wir kurz darauf an der Kasse stehen sagt die nette Dame etwas sie “Hallo German Germinans” – oder so ähnlich. “My husband is from germany!” “Hey that’s great” “I can count in german! Ein Zwei Drei – Pause – Vier – Pause – Fünf – Sechs – Oh, I love sex…” Sie grinst ganz ganz breit und wir müssen kichern. Der Sprint kostet hier übrigens 4.005 Dollar für eine Gallone Premium mit 91 Oktan.

Danach geht es weiter zum Lake Casitas, in mir keimt die Hoffnung auf eine lauschiges Plätzchen am See, vielleicht eine kleine Bank, etwa so wie am Dead Horse Point bei Moab in Utah. Aber wir werden herb enttäuscht, rund um den halben See ist ein Campingplatz. Wer dort nicht eingecheckt hat kommt auch nicht an den See. Wie blöd ist das denn? Und dann sind noch jede Menge Radfahrer mit Nummern auf dem Rücken unterwegs. Ist hier ein Nest? Beim Überholen der Radfahrer die manchmal gleich zu dritt nebeneinander fahren denke ich nur “Share the road” – ja ja – das gilt für beide Seiten! Die beiden Fahrstreifen der Straße sind durch eine doppelte gelbe Linie getrennt, das bedeutet hier wie in Deutschland, dass man nicht darüber fahren darf. Aber wie soll man die Radler sonst überholen?

Irgendwann finden wir dann doch eine kleine Parkbucht, die Sandwiches gibt es im Auto und die kalten Softdrinks schmecken wirklich gut.

Und ich kann auch ein paar Fotos machen, der Zaun der den See umgibt hat ein Loch und direkt dahinter ist ein kleiner Trampelpfad der bis hinunter ans Wasser führt. Dieser See erinnert mich an unsere Stauseen im Sauerland, wirklich schön ist er! Und wirklich schnell sind die Autos und Motorräder unterwegs, genauso wie im Sauerland :-)

Mit ein paar Fotostopps geht es weiter, unten am Pacific Coast Highway biegen wir wieder nach rechts ab und weiter geht es nach Norden in Richtung San Francisco. Die Straße führt durch wirklich abwechslungsreiches Landschaften. Oft sieht es ganz genauso aus wie das Windows XP Hintergrundbild mit den grünen Hügeln und dem blauen Himmel. Danach folgen endlose Weinberge, fast wie daheim in der Pfalz. Hier wurden im besten Abendlicht ein paar Szenen aus “Sideways” gedreht. Während wir die Weingüter passieren muss ich an Paul Giamatti und diesen wirklich skurrilen Film denken. Da wir hier “Winter” haben, sind die Weinreben allerdings etwa so kahl wie die Weinreben daheim am Drachenfels.

Als wir etwa um 17h in Cambria eintreffen ist es noch immer fast 25°C warm. Wir steuern die Küstenstraße an, die ich mir am Vorabend via Google-Streetview angeschaut habe. An der Straße liegt ein Hotel neben dem Anderen. Wir steuern eines an, das von Außen nicht ganz so teuer ausschaut und an dem das NO beim NO VACANY nicht leuchtet. Allerdings finden wir keine Möglichkeit unseren Dodge zu parken, also stelle ich ihn auf der Straße ab und frage mal nach einem Zimmer.

Die Dame an der Rezeption ist ein wenig ratlos, es ist alles voll. Dann preist sie mir eine wunderbare Suite an, mit kleinem Balkon, kleiner Küche und und und… Klingt alles wirklich super, aber eigentlich wollen wir nur eine Nacht ein einem sauberen Bett schlafen! Was soll diese Suite denn kosten? 330$ plus Steuern. Ich winke ab und sage ich, dass ich vielleicht später zurück komme. Sie fragt mich warum ich die Suite nicht will. Ich sage ihr, dass das nicht so recht in unser Budget passt. Sie fragt was denn unser Budget wäre? Ich sage Ihr, dass mein Limit so bei 150 Dollar liegen würde. Sie ist verzweifelt, tippt auf der Tastatur und hat dann wie durch ein Wunder noch ein anderes Zimmer und das obwohl doch alles ausgebucht ist. Es soll 189 Dollar kosten. Draußen geht die Sonne unter und ich würde gern noch ein paar Fotos machen…”189$ plus Steuern?” “Ja, PLUS Steuern, aber dafür gibt es ein Glas Wein und ein Frühstück am nächsten Morgen!” Ok, das ist der Deal! Ich zahle 209 Dollar per Kreditkarte und ein paar Minuten später sind wir zwei Häuser weiter im Zimmer 407. Dort ist unser Zimmer, es ist genial. Richtig geschmackvoller Landhausstil, im Kamin lodert eine echte Gasflamme, es gibt ein offenes schnelles WLAN, zwei Waschbecken, einen Kühlschrank und ein tolles großes Bett. Und, seitlich aus dem Fenster können wir sogar den Pazifik sehen. So müssen sich echte Pazifisten fühlen, wir sind in Kalifornien angekommen!

Schnell ein paar Sachen auspacken und dann rüber zum Strand, gleich geht die Sonne unter! Die Fotos sehen schon auf dem Display gut aus, ich bin mit meiner “Beute” zufrieden.

Ab hier ist jetzt das Tokina AT-X 4/12-24mm auf der Nikon D300.

Hier mal etwas Experimentelles – Blende 16, ISO-100, Belichtungszeit 4 Sekunden – während der Belichtung den Zoom langsam von 12 auf 24mm drehen!

Danach geht es gleich rüber zur Bar am Moonstone-Drive: http://www.moonstonebeach.com

In der Bar ist die Hölle los! Wir müssen uns in eine Warteliste eintragen und können dann noch 30 Minuten lang am Meer spazieren gehen. Als wir später an unserem Tisch sitzen gibt es einen tollen Salat als Vorspeise und danach ein wirklich irre gutes Filet-Steak, mit Ofenkartoffel und gedünstetem Brokkoli und Möhrenspalten – das Gemüse ist mir Käseraspeln bestreut – wow schmeckt das gut! Dazu gibt es zwei Corona – pro Nase – versteht sich! Entsprechend fällt die Rechnung aus, es kostet 98$ plus Trinkgeld, wir sind also bei 110$ für das Abendessen. Für 100€ bekommt man derzeit etwa 135$ – falls jemand ausrechnen möchte was ihn ein Steak hier kosten wird…

Ok, teuer ist es aber auch wirklich gut. Kalifornien hat was – ich bin hier echt glücklich!

Hier habe ich noch eine Luftaufnahme aus Google-Earth – wenn ich sie richtig verstehe, sind wir jetzt unterhalb des roten Punktes :-)

 

Irgendwie hat sich mein Garmin Colorado ja vorgestern aufgehängt. Daher habe ich abends mal geschaut, ob es nicht ein Firmware-Update gibt und es gab eines! Das lies sich auch völlig problemlos einspielen und danach hat das Garmin auch wieder korrekt funktioniert. Aber scheinbar haben sich dabei einige Einstellungen geändert. Jedenfalls ist der komplette Track des heutigen Tages leider nicht aufgezeichnet worden, schade eigentlich – er war so coooool :-(

Aber es gibt diese Straße bei Google Streetview – und im Gegensatz zu meinem Zuhause ist das hier nicht alles total verpixelt…


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