Teneriffa 12-2013 – Tag 1

Es ist der Abend vor der Abreise nach Teneriffa, noch einmal schlafen und dann am Samstag ganz entspannt um 11h25 mit Germanwings nach Teneriffa fliegen. Für das Abendprogramm haben wir uns via Apple TV den Film „Pacific Rim“ ausgesucht. Es ist ein ziemlicher Action-Kracher und die Bilder sind beeindruckend. Alles wirkt als könnte es real sein, wenn da nicht diese gewaltigen Roboter und die Monster aus der Unterwelt wären. Noch heute erinnere ich mich an meinen ersten Kinofilm. Es war „Godzilla“ und damals gab es in meiner Heimatstadt noch ein winziges Kino. Die Vorstellung war am Sonntagnachmittag nach der Kirche und das Kino war so voll, dass einige Zuschauer auf Cola-Kisten sitzen mussten. Das ist fast 40 Jahre her und seit dem hat sich vieles verändert. Die kleinen städtischen Kinos gibt es nicht mehr und die etwas unbeholfen dahin wackelnden Monster sind auch ausgestorben. Damals wurden die Filme noch mit Stop-Animation produziert. Die Kamera stand still und die Monster auch. Es gab Animateure die den Figuren Leben einhauchten und nach jeder kleinen Bewegung wurde ein neues Bild gemacht. Da diesen Bildern jegliche Bewegungsunschärfe fehlte wirkte der Gang der Monster so herrlich unnatürlich. Aber irgendwie haben wir uns als Kinder trotzdem gegruselt.

Doch diese Zeiten sind schon lange vorbei, heute werden die Monster am Computer modelliert und wirklich gefilmt wird auch nichts mehr. Der gesamte Film „Pacific Rim“ ist einer völlig digitalisierten Welt entsprungen und das Ergebnis ist rein visuell betrachtet atemberaubend.

Über die Story kann man sich streiten, da hat sich nicht wirklich viel verändert, bei der Filmmusik eigentlich auch nicht. Das konnte man vor 40 Jahren schon fast so gut wie heute. Allerdings hat sich der Stil der Filmmusik mehr als verändert. Und während ich versuche die letzten Stunden bis zum Abflug etwas zu schlafen gehen mir die cineastischen Ohrwürmer des Films durch den Kopf. Die Musik zu Pacific Rim stammt aus der gleichen Feder wie die Titelmusik zur HBO Serie „Game of Thrones“ und sie ist ähnlich eingängig.

Als wir am Morgen wach werden ist meine Sandra ziemlich gerädert. Ich habe wieder einmal geschnarcht was das Zeug hält und fühle mich selbst keinen Deut besser. Es gibt frischen Kaffee und eine der letzten Portionen meines starken Antibiotikums das mir helfen soll die Folgen einer fiesen Lungenentzündung zu überwinden. Unsere Koffer stehen fertig gepackt vor der Haustüre. Gegen 9h wählen wir die 555 555 und einige Augenblicke später ist auch schon ein Taxi zur Stelle. Am Vorabend habe ich geschaut was es kosten würde mein Auto für drei Wochen am Kölner Flughafen abzustellen und dabei festgestellt, dass ein Taxi deutlich billiger ist. Die Anfahrt zum Flughafen klappt ganz problemlos. Zwar hat der Wetterbericht gefährlichen Eisregen angekündigt, aber davon ist in Bonn nichts zu spüren, es regnet einfach nur in Strömen. Überhaupt scheint dieser Flughafen in den kalten Wintermonaten weniger stark mit Schnee und Eis zu kämpfen zu haben als Düsseldorf oder Frankfurt. In den letzten Jahren waren von diesen Flughäfen am Tag unserer Abreise nach Teneriffa immer wieder gruselige Dinge in den Nachrichten zu hören. Von Köln Bonn sprach hingegen meist niemand.

DSC_7454

Als wir am Flughafen eintreffen müssen wir an einem der Schalter von German Wings einchecken. Diese sind zwar gut besucht aber wir müssen nur einige Minuten warten. Sandras Koffer wiegt exakt 20 Kilogramm, mein inzwischen ziemlich zerschundener Koffer kommt auf 18,5 Kilogramm. Das ist ganz ok, was niemand sehen kann ist das Gewicht meines kleinen Kabinen-Trolleys. Es ist ein kleiner Hartschalenkoffer und darin habe ich meinen vergammelten alten Fotorucksack. Wirklich viel ist dort eigentlich nicht verstaut, ich habe eine Nikon D800E, eine D300 (Infrarot 830nm) und 5 Objektive dabei. Dazu Polfilter, Grauverlaufsfilter, Funkauslöser, eben alles was man so braucht. Stativ und Ladegeräte habe ich in meinem großen Koffer untergebracht und trotzdem bringt es mein Fotokoffer auf mehr als 15 Kilogramm! Einen „Kulturbeutel“ im klassischen Sinn habe ich nicht. Im Koffer gibt es weder Shampoo noch einen Rasierer oder ähnliches. Unser Hotel ist ganz in der Nähe eines großen Supermarktes gelegen und der hat sogar sonntags geöffnet. Nach unserer Ankunft im Hotel wird uns der erste Weg zu diesem „Alcampo Villa“ führen. Dort gibt es für kleines Geld alles was wir für den täglichen Bedarf benötigen. Außerdem hat das Hotel eine Waschmaschine und einen Wäschetrockner. Daher habe ich nur eine Handvoll Hemden, Unterwäsche, Hosen und Socken dabei. Im Zweifel kann ich im Alcampo für kleines Geld noch ein paar T-Shirts kaufen, einer der großen Vorzüge dieser Insel. Auf El Hierro, La Palma oder La Gomera sähe das etwas anders aus.

In der Sicherheitskontrolle wartet das Personal schon auf die ersten Fluggäste. Während alle zum Schalter in der Mitte strömen ruft uns ein etwas gelangweilter aber durchaus gut gelaunter Mitarbeiter an seine Kontrollstation. Notebook, iPad, Handy, alles muss raus, aber die Kontrolle verläuft schnell und mehr als problemlos. Während in Frankfurt oder Düsseldorf gelegentlich meine gesamte Fotoausrüstung gecheckt und Feinstaubproben genommen wurden, ist sie in meinem kleinen Rollenkoffer quasi „Incognito“ unterwegs und geht ohne alle Probleme durch den Sicherheitscheck – super!

Als wir am Gate C70 eintreffen ist es eigentlich noch viel zu früh. Aber wie pflegt mein Freund Walter in diesen Situationen zu sagen: „Better safe than sorry“. So ist noch Zeit für ein wirklich leckeres frisches belegten Baguette und ich kann auch noch diese Einleitung zu meinem neuen Reisebericht schreiben 🙂

DSC_7475

Im Flugzeug herrscht eine Mischung aus altem Schweiß und verschiedenen zu dick aufgetragenen billigen Parfum-Sorten. Aber der Flieger ist längst nicht voll besetzt und so können Sandra und ich hinter einander sitzen und so beide aus dem Fenster schauen. Neben mir ist alles frei und so habe ich königlich viel Platz, so kann das Fliegen sogar mit German Wings Spaß machen. Der Flug indes ist etwas für Fortgeschrittene. Es holpert was das Zeug hält, wir müssen mitten durch ein ausgedehnte Zone mit schweren Turbulenzen. Aber der Rückenwind hat auch etwas Gutes, wir werden rund 30 Minuten vor der geplanten Zeit auf Teneriffa eintreffen. Im Flugzeug bittet indes der Flugkapitän immer wieder darum die Waschräume nicht aufzusuchen. Als nach einer kleinen ruhigen Phase neue Turbulenzen auftreten ist meine Sandra gerade in einem der Waschräume und es hebt sie fast von der Toilette hoch. Als sie endlich wieder draußen ist, sieht sie um die Nase herum ganz grün aus, so schere Turbulenzen hat sie noch nicht erlebt. Ich kenne das von den vielen Flügen ganz gut und mache mir keine weiteren Sorgen. Dieser Airbus A320 kann viel mehr ab, er sollte sogar einem erwachsenen Gewitter standhalten und dass die Flügel kräftig hin und her wackeln ist genau richtig, denn sonst würde das Flugzeug auseinander brechen. Es ist also ein Grund zur Panik gegeben!

Nach rund vier Stunden Flugzeit taucht der verschneite Gipfel des höchsten Berges der Spanier über den Wolken auf, gleich sind wir zuhause…

DSC_7557

Die Landung in Teneriffa fällt indes relativ heftig aus, es herrschen kräftige Querwinde und es gibt ganz ordentliche Windböen. Aber der Pilot bringt uns sicher auf den Boden und ich muss grinsen als andere Fluggäste lautstark überlegen ob der Pilot vielleicht betrunken sein könnte weil er das Flugzeug bei der Landung so hat wackeln lassen…

Während sich meine Sandra um die Koffer kümmert besorge ich uns wieder bei CICAR (www.cicar.com) einen Mietwagen. Das geht blitzschnell, denn die anderen Mietwagenkunden stehen bei den anderen überregional bekannten Autovermietern. Statt des im Internet ausgesuchten Ford Focus bekomme ich allerdings einen Opel Meriva, einen ausgewachsenen Minivan. Als wir an diesem Auto eintreffen bin ich überrascht wie groß er doch ist. Er hat ein paar Schrammen, aber das nehmen die Vermieter hier auf den Kanaren nicht so genau. Das Auto kommt gerade aus der Waschanlage und ist sogar von innen halbwegs sauber. Auf dem Tacho stehen fast 74.000 Kilometer, da hätte ein deutsches Unternehmen dieses Auto längst ausgemustert. Aber hey, rein geographisch gesehen sind wir hier in Afrika und eigentlich muss man froh sein, dass man hier überhaupt für etwa 350,- Euro für drei Wochen solch ein großes Auto mieten kann.

Am Mietwagen ist der Tank komplett leer, da trifft es sich gut, dass gleich am Flughafen eine Tankstelle ist. Der Tankwart ist sehr nett und für 46 Euro bekommen wir 44 Liter Super 95. Das ist mir sogar ein kleines Trinkgeld wert, so dass unsere erste Tankfüllung genau 50 Euro kostet.

Manch einer mag jetzt aufschreien „Was soll denn das, nicht einmal voll getankt das Auto?“ Klar denke ich mir das auch, aber andererseits gibt es so auch keine Abzocke beim Sprit. Ich hole das Auto leer ab und gebe es leer zurück, das ist mehr als fair!

Auf inzwischen alt bekannten Wegen geht es mit dem Mini-Van zum Hotel. Die Fahrt dauert etwa 90 Minuten und ich bin etwas enttäuscht, dass wir unterwegs keine Möglichkeit finden einen meiner USB-Sticks in das Radio einzustecken. Aber das ist kein Beinbruch, dann werden wir uns eben ein paar CD-Rohlinge kaufen und uns einiges der mitgebrachten Musik auf CD brennen. So wird es uns während der kommenden Wochen nicht langweilig werden.

DSC_7577

Am Hotel angekommen werden wir schon erwartet, der Check-In geht schnell, wir bestellen uns zwei zusätzliche Wolldecken, zwei zusätzliche Kopfkissen, zwei Tücher für den Pool und einen Schlüsselfür den Safe. Dann noch 7 x 24h Internet für 20 Euro und los geht es in die zweite Etage. Wir haben Zimmer 212, das ist ganz am Ende des Flurs und hinter der Tür verbirgt sich eine Suite die noch größer ist als das was wir schon kennen. Die Zimmer sind wirklich schön groß, es gibt viele Fenster und wir haben zwei getrennte Balkone. Das ist echt cool, wenn mal einer von uns morgens eher wach wird, kann er sich raus setzen und den Morgen genießen ohne den Langschläfer zu stören. Zwar sind die Flachbild-Fernseher in diesem Hotel noch nicht angekommen, aber das kleine „Röhrending“ empfängt mehrere deutsche Fernsehsender, was will man mehr.

Um 18h30 wandern wir zum Abendessen, im großen Saal ist es mehr als voll. Die Mitarbeiter haben sogar die Türen zum großen Festsaal nebenan geöffnet. So verteilen sich die vielen Gäste ganz ordentlich und die Speisen am Buffet werden auch ständig nachgelegt. Es gibt gegrillten Fisch, Paella und vieles mehr. Ich entscheide mir für eine unter kulinarischen Aspekten zumindest „ungewöhnliche“ Mischung aus Reis, Paella, Gemüse, Spanferkel und Spinat. Dazu gibt es ein großes Bier und zum Nachtisch frisches Obst mit Nusseis. So kann man es aushalten!

Das Personal hat seit unserem letzten Besuch im April stark gewechselt, es gibt zwar noch einige bekannte Gesichter, aber die Mehrzahl der Angestellten scheint neu dabei zu sein. Auch sind wir von der Qualität der Speisen mehr als überrascht. Bei meinem ersten Aufenthalt im Jahr 2006 war das Abendessen eher mäßig, so dass ich in den folgenden Jahren immer nur Übernachtung mit Frühstück gebucht habe. Im letzten Jahr haben wir dann erstmals Halbpension gebucht und waren überrascht, dass mit dem neuen Personal eine guter frischer Wind durch die Küche geweht ist. Rein gefühlsmäßig konnte die ohnehin schon gute Qualität nochmals gesteigert werden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir es hier in den kommenden Wochen sehr gut aushalten werden.

Nach dem Essen geht es noch kurz an die Bar. Sandra bestellt sich einen Caipirinha und für mich gibt es einen leckeren Baraquito mit den obligatorischen „Vitaminas Canarias“ 🙂

So gestärkt kann die Nacht beginnen. Wir schlafen tief und fest und sind am nächsten Morgen wunderbar ausgeruht und bereit für eine neue Schlacht an der Futterkrippe.

Auch beim Frühstück ist es wieder ziemlich voll, das Hotel ist ausgebucht. Während sich Sandra um Kaffee kümmert und einen Sitzplatz ergattert schaufele ich mir einen Teller voll mit Baked Beans, Bacon, Spiegelei, grünen Bohnen, gebackenen Tomaten, ein Festmahl. Während ich mich an den vielen leckeren Dingen erfreue denke ich an die vielen Jahre die ich tagtäglich im besten Hotel der Welt, im Quartier 65 in Mainz frühstücken durfte. Ganze fünf Jahre lang gab es dort erlesene Köstlichkeiten, gemessen daran ist dieses Frühstück natürlich nur zweite Wahl. Aber es schmeckt mir trotzdem. Während ich im Quartier 65 meist allein oder in kleiner Runde gefrühstückt habe – das Hotel hat nur 6 Zimmer – sind heute geschätzte 300 weitere Gäste anwesend. Uns gegenüber sitzt ein Typ um die 50 mit seiner Mutter. Er hat eine Halbglatze, braunes T-Shirt, kurze braune Trekking Hose, haarige Beine, halbhohe braune Socken, brauche Sportschuhe. Er scheint sich ausschließlich von Apfelsinen zu ernähren. Es gibt sie in rauen Mengen und sie schmecken wunderbar. Während ich mich über einen kleinen Stapel Pancakes mir vier unterschiedlichen Sorten Marmelade hermache schaue ich fasziniert zu wie er mit chirurgischem Geschickt einen mittleren Berg aus Apfelsinen nach und nach seziert. Die Hälften werden zunächst mit der Gabel fixiert, dann in Drittel – also eigentlich Sechstel – geteilt und danach wird das Fruchtfleisch mit gekonnten Schnitten von der Schale getrennt. Seine Mama schaut wortlos zu, ist auch ok denn an allen anderen Tischen wird mehr als lautstark geredet. Als ihr Sohn einen Stapel mit etlichen Apfelsinen verzehrt hat, staune ich nicht schlecht als er aufsteht und mit einer neuerlichen großen Portion Apfelsinen zurückkehrt. Während er mit der Sezierung der Südfrüchte fortfährt, frage ich mich welches Mittel gegen Sodbrennen er wohl täglich einnimmt?

Schließlich kann ich mich von dieser ungewöhnlichen Show losreißen, mir zwei Gläser mit gepresstem Apfelsinensaft holen und die ersten Sonnenstrahlen auf der schönen Terrasse vor dem Speisesaal genießen. Es ist der 15. Dezember und pünktlich um 9h kommt die Sonne hinter dem etwa 2.000 Meter hohen Felsrücken der Insel hervor. So kann man es aushalten. Während wir die Sonne genießen können wir zuhören wie sich drei deutsche Miesepeter über das schlechte Wetter beschweren. Da sind sie extra aus Deutschland hierher gekommen und jetzt ist es am Morgen nur knapp 20°C warm – zum Teufel mit ihnen – es gibt Menschen denen kann man einfach nichts recht machen.

Herr Prof. Dr. Alexander von Humboldt und seine Gattin sind auch in diesem Jahr wieder zugegen. Eigentlich heißt er sicher anders, aber er benimmt sich genau SO! Weißes langes Haar mit gebräunter Platte in der Mitte, langer grauer Bart, Brille, Pullover lässig um die Schultern gelegt, hochnäsiger Blick, mit pfauengleichem Gang stolziert er zwischen den anderen Gästen umher und schleppt einen voll beladenen Teller nach dem anderen heran. Die zwei saßen auch schon im letzten Jahr immer ganz abseits des ordinären Volkes auf der morgendlichen Sonnenterrasse. Ich kann mir das Grinsen nicht verkneifen als er den vierten voll beladenen Teller heranschleppt. Die zwei stapeln das Essen vor sich als gäbe es kein morgen und schieben es dann langsam aber kontinuierlich schweigend in sich hinein. Nicht einmal ein „Aaaaaach waaaat issss daaaat herrrrrlich Marleeeeene“ entweicht dem Gehege ihrer Zähne, still schaufeln sie Eiweiß und Kohlehydrate in ihre sicher gut trainierten Mägen.

So gegen 9h30 haben wir genug gesehen und machen uns auf den Weg in unser Zimmer. Die Zimmermädchen sind schon unterwegs, sie haben heute sicher einen langen Tag, denn das Hotel ist komplett ausgebucht. Von einer Wirtschaftskrise ist hier derzeit nichts zu spüren. Erst vorgestern wurde in den Nachrichten gemeldet, dass die Iren es mit unglaublichen Einsparungen und Kürzungen bei Sozialleistungen, Renten und vielen anderen staatlichen Ausgaben geschafft haben langsam wieder auf die Beine zu kommen. Angesichts der Belegung dieses Hotels kommt mir in den Sinn, dass ja vielleicht auch bald mit Spanien wieder bergauf gehen könnte. Nach einer Krise sieht es hier oberflächlich gesehen jedenfalls nicht mehr aus. Aber warten wir mal ab was unsere Freunde die hier auf der Insel leben zu erzählen haben.

Teneriffa 12-2013 – Reisevorbereitungen

Delicate Lovers - Nikon D300

Seit mein Vater vor vielen Jahren kurz vor Weihnachten überraschend verstorben ist, befällt mich in den letzten Dezembertagen immer wieder eine eher depressive Weihnachtsstimmung. Vor ein paar Jahren habe ich daher beschlossen dieser Zeit aus dem Weg zu gehen und einfach die kritische Zeit auf Teneriffa zu verbringen. Weihnachten unter Palmen gehört seitdem für mich zu einem stressfreien Jahresabschluss einfach dazu!!

Die letzten Tage habe ich mir einer Lungenentzündung im Bett verbraucht und aktuell bin ich noch immer nicht so wirklich belastbar. Kaum ist der Müll im Container hinter dem Haus ringe ich nach Luft und werde von meinem Körper daran erinnert, dass etwas noch nicht stimmt. Zwar hat mir ein schweres Antibiotikum geholfen  die Krankheit zu überleben, doch die Luft am Meer wird einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, im nächsten Jahr wieder fit zu sein.

Vielleicht kann es im nächsten Frühjahr dann auch mal wieder für ein paar Tage in den Süd-Westen der USA gehen? Während der vergangenen Tage habe ich viel Zeit im Bett verbracht und weil ich eh nichts tun konnte habe ich mir externe Festplatten mit alten Fotos vorgenommen. Dabei sind einige fast vergessene Fotos auf das Display gehuscht. Beispielsweise das Foto weiter oben. Es ist im Jahr 2010 im Arches Nationalpark entstanden. Die meisten Fotofans waren schon mit ihren Kopflampen auf dem Weg hinab zum Parkplatz, aber ich habe noch ein wenig ausgeharrt weil die Stimmung so großartig war und ich den Delicate Arch noch im Mondlicht fotografieren wollte. Nicht weit weg war ein junges Paar die sich irgendwann unter den Delicate Arch gelegt und ihn von unten fotografiert haben. Danach sind sie eine Weile liegen geblieben und haben dort herum geknutscht, eine sehr schöne Szenerie. So entstand mein Foto „Delicate Lovers“.

Hier habe ich noch ein Foto der gleichen Reise gefunden. Das kleine Mädchen war ihren Eltern ausgebüchst und in der „Window-Section“ im Arches Nationalpark direkt vor meine Kamera geklettert. Ich war ihr wirklich dankbar weil sie die unglaubliche Größe dieses natürlichen Gesteinsbogens sehr schön greifbar macht.

Lonesome Girl @ Window Section - Nikon D2x

Doch eine Reise in die USA ist derzeit noch Zukunftsmusik. Meine Koffer sind gepackt und morgen geht es in den Weinachtsurlaub nach Teneriffa, wieder einmal 🙂 Ich selbst bin sehr gern dort und ich freue mich derzeit sehr auf die vielen Fotomotive die ich schon seit Wochen in meinem Kopf mit mir herumtrage.

Blue Hour #1 - Nikon D700

Das größte Problem ist auch in diesem Jahr das Gepäck. Was darf mit was muss daheim bleiben. So habe ich in diesem Jahr die Panasonic Video-Kamera ausgemustert. Auch die kleine Nikon 1J2 muss daheim bleiben. Meine D800E muss ohne Batteriegriff reisen, auf mein GPS habe ich verzichtet. Statt eines Navigation-Systems reist eine Autoscheibenhalterung für mein Smartphone mit. Für das FX Format habe ich ich drei Objektive eingepackt: 4/16-35, 2.8/24-70 und 2.8/70-200 samt 1.7x Teleconverter – das muss reichen!

Meine Infrarotkamera muss mit dem 2.8/10,5mm Fishexe und dem AF-S VR 16-85mm Objektiv auskommen. Außerdem sind die Nikon 1V1 sowie die Nikon 1V2 dabei. Es gibt ein großes SIRUI Carbon Stativ und ein kleines billiges altes DÖRR Reisestativ mit winzigem Gitzo Kugelkopf. Dazu ein paar Reservebatterien, Ladegeräte, Sensor-Swabs, Eclipse Reinigungsfluid und und und… Schon ist das Handgepäck eigentlich wieder viel zu schwer und der Koffer ganz hart an der Grenze von 20 Kilogramm.

Wenn ich wieder daheim bin werde ich wahrscheinlich einzelne Dinge kaum benutzt haben, aber das ist mein Schicksal. Vielleicht werde ich im nächsten Jahr mal ganz ohne FX-Kamera verreisen, einfach nur mit zwei kleinen Nikon 1 Kameras? Wenn bis daheim die Nikon 1 V3 auf dem Markt ist könnte man darüber nachdenken… Aber wie ich mich kenne, will ich die geniale Nikon D800E dann doch wieder dabei haben…

Weniger ist manchmal mehr, aber Hand auf’s Herz, wer von Euch bringt es fertig seine beste Kamera daheim zu lassen und n
„Teneriffa 12-2013 – Reisevorbereitungen“ weiterlesen

Teneriffa 2013 – Das Video

D800E_Pico_Del_Teide_1920px

Foto: Pico del Teide – Ostseite – Nikon D800E – AF-S 2.8/24-70 – HD-Format

Aktuell ist das Wetter ein Deutschland nach einem Temperatursturz um fast 10°C wieder einmal recht frostig. Da tut es gut wenn man sich an den Bildern der letzten Reise etwas aufwärmen kann. Die vielen deutschen Auswanderer die auf Teneriffa leben kann ich zu gut verstehen. Während in den beiden Wochen seit unserer Rückkehr fast alle Arbeitskollegen krank und schniefend durch die Gegend schleichen, genießen die Menschen auf Teneriffa das milde Meeresklima ohne Pollen und andere Dinge die hierzulande den Allergikern so sehr zu schaffen machen.

Die letzten Tage war ich wieder viel unterwegs und ich habe die Zeit abends im Hotel genutzt um auf dem frisch reparierten Mac mit Final Cut Pro X ein 19 Minuten langes Video zur letzten Reise zu erstellen. Eigentlich wollte ich noch ein paar kurze Kommentare aufnehmen, aber dann gefiel mir die Musik so gut, dass ich es gelassen habe. Anhand der kurzen Einblendungen sollte klar werden worum es in den einzelnen Sequenzen geht. Wer mehr wissen will, der kann die Schlagworte aus den Einblendungen auch hier in meinem BLOG im Suchfeld eingeben und wird dann viele Artikel und weitere Infos zu diesen Locations finden.

Ok Freunde, dann lehnt Euch mal zurück, schaltet auf FULL HD um und genießt die schönen Bilder. Ach ja, über einen „Daumen nach oben“ oder den einen oder anderen Tweed bei Twitter oder ein Like bei Facebook und Co. würde ich mich natürlich sehr freuen 🙂

Teneriffa 2013 – Tag 5 – Der Mac ist kaputt

Eigentlich begann der Tag ganz ordentlich. Abgesehen davon, dass ich heute eine ganze Stunde zu frueh auf den Beinen war, klappte bis vor etwa einer Stunde soweit alles ganz gut. Zum Sonnenaufgang war ich mit meinem Freund Wolfgang oben am Teide und es gab viele schñne Fotos. Beim Kaffee danach habe wir zwei Erlkoenige gesehen und fotografiert. Zwei komplett mit Folie getarnte BMW R1200 GT werden aktuell hier auf Teneriffa zur Probe gefahren. Schoene Mopeds und ich habe Fotos davon 🙂

Nach der Begegnung mit den Erlkoenigen ging es zusammen mit Wolfgang zur Paisaje Lunar, der weissen Mondlandschaft. Der Weg dahin ist weit und staubig. Zuletzt war ich 2005 dort, also war und dieses schoene Areal heute eine lange schweisstreibende Wanderung wert. Am Ende des Tages habe ich dann eben versucht die fotografische Beute an meinem schonen fast neuen MacBook Pro auf die ganz neue exteren Tunderbolt Festplatte zu kopieren.

Der Kopiervorgang blieb dann mitten drin stehen. Nichts geht mehr auf dem schoenen Mac, nur die Maus laesst sich noch bewegen. Nach etlichen langen Warteminuten halte ich den Ein/Ausschalter so lange fest bis das Ding neu startet. Aber er start nicht wirklich sondern schaltet sich nach einer Weile immer wieder ab. Ich versuche es mit der Reparaturkonsole. Dort sagt mir dann das Festplattendienstprogramm, dass die primaere Festplatte, eine schnelle SAMSUNG SSD mit 256 GB defekt ist und repariert werden muss. Diese Reparatur klappt aber nicht, ich solle alle Daten sichern und dann das Betriebssystem nach einer Formatierung der SSD neu installieren. Na super, das hat mir gerade noch gefehlt…

Es ist also Essig mit neuen Fotos und bloggen kann ich nur noch fuer einen Euro je 15 Minuten an einem der Computer die im Foyer des Hotels bereitstehen 😦

Liebe Freunde, ich versuche jetzt mal diesen Tag mit einer Muetze Schlaf zu beenden und mich nicht zu sehr zu aergern.

Am Wochenende bin ich wieder daheim und da gibt es ein ordentliches WLAN, Schraubendreher, jede Menge Reservefestplatten und hoffentlich eine Prise Glueck. Na schauen wir mal…

Bis Sonntag ist hier also leider Funkstille – frustig aber wahr…

Teneriffa 2013 – Tag 1 – Infrarot mit der Nikon D300

Eigentlich hatten wir für meinen Geburtstag eine Tour mit dem Cabrio in den sonnigen Süden geplant. Wir wollten uns treiben lassen und mal schauen wohin es uns verschlägt. Erst einmal den Rhein hinauf, dann durch die Schweiz, vielleicht nach Italien oder Österreich? Doch dann kam alles anders…

(Alle Fotos 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Am vorletzten Wochenende soll der dunkelste und kälteste Winter der letzten Jahre endlich zu Ende gehen. Doch ein Hochdruckgebiet im Norden blockiert die warmen Luftströme die aus dem Norden Afrikas über Spanien hinweg warme Luft nach Deutschland bringen könnten. Statt dessen bläst ein unerbittlicher kalter Wind und obwohl es fast Ostern ist erfrieren den Bauern die Kartoffeln auf den Feldern. Keine guten Voraussetzungen für eine entspannte schöne „Oben-Ohne-Tour“ mit dem Cabrio. Als mir dies am Samstagabend klar wird, schläft meine Freundin Sandra neben mir bereits tief und fest. Was wäre eine schöne Alternative? Ich schaue hier und da, wende die Weltkarte bei Google-Earth hin und her und komme letztlich zu keinem Ergebnis.

Statt der Tour mit dem Cabrio könnte es auch eine schöne Reise sein, kurz und knackig sollte sie sein, nicht zu teuer und ganz spontan zu buchen. Es sollte etwas sein wofür es keine Impfung braucht, kein Visum und keinen Reisepass, denn der ist wieder einmal nicht mehr dort wo ich ihn glaubte zuletzt sorgfältig abgelegt zu haben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Irgendwann lande ich wieder bei den Kanarischen Inseln. La Palma wäre eine Option, vielleicht auch mal La Gomera, oder Gran Canaria? Das Angebot der Last-Minute-Reisen ist gewaltig. Es gibt 7 Tage All-Inclusive für bspw. 347,- Euro pro Nase. Aber schaut man genauer hin, so kommen entweder weitere Gebühren hinzu oder die Hotels haben zusätzlich zu den zwei Sternen (Landeskategorie) noch mehrere hundert durchwachsene bis schlechte Bewertungen. Wenn schon eine Geburtstagsreise in die Sonne, dann nicht in einen alten verschimmelten Hotelbunker aus den 70er Jahren, da muss nicht sein… Und wie das immer ist, ich finde nichts obwohl das Angebot riesengroß ist. Die Nacht ist unruhig und am nächsten Morgen halten meine Freundin und ich „Urlaubs-Kriegsrat“. Am Ende sind wir der Meinung, dass es nichts schändliches ist nur einige Wochen nachdem wir zuletzt auf Teneriffa waren erneut dorthin zu fliegen. Gleiches Hotel, Halbpension, Air Berlin, Abflug von Köln Bonn und alles zusammen kostet für zwei Personen 1.400,- Euro. Beschlossen verkündet und gebucht – kaum zwei Wochen später geht es wieder einmal nach Teneriffa und wieder einmal in das Las Aguilas in Puerto de la Cruz. Bei Cicar habe ich einen „Neuen Opel Astra“ gebucht. Der kostest für 8 Tage 174,- Euro – All Inclusive – das ist drastisch billiger als daheim bei uns in Deutschland…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als die Reise vor der Türe steht bin ich irgendwie unruhig. Zwar fliege ich seit vielen Jahren beruflich und privat durch die Gegend, doch das Reisefieber kommt immer wieder auf wenn es eine Reise ist bei der man nichts vergessen sollte. Und ich habe schon wieder einiges vergessen. Der Reisepass ist nicht aufzufinden, sicher steckt er noch in einem Fotorucksack oder eine Notebooktasche, ich werde ihn finden, dessen bin ich mir sicher, aber wann wird das sein? Mein schönes kompaktes kleines Manfrotto Carbonstativ – es ist verschollen. Habe ich es meiner Freundin geliehen, liegt es in meinem Appartement in Mainz, im Auto im Kofferraum, wo nur? Alles nichts weltbewegendes, aber ich bin doch unruhig. Der Flieger geht am Samstagmorgen um 4h30 und als ich am Vorabend versuche um 20h wie auf Kommando einzuschlafen, klappt das natürlich nicht. Sandra kann das irgendwie, ich nicht. Während sie an der Matratze lauscht sitze ich in meinem Wohnzimmer und höre via Kopfhörer Musik. Auf dem Wohnzimmertisch liegt seit dem letzten Wochenende das Notebook meines Sohnes. Es ist irgendwie hingefallen, vorne links ist das Plastik etwas beschädigt und die Buchse für den Stromanschluss ist so geschickt herausgebrochen, dass sie beim Versuch das Ding mit Energie zu versorgen im Inneren dieses DELL Notebooks verschwindet. Mein Sohn war ratlos und da ich ja eigentlich alles kann, habe ich sein Notebook natürlich schnell mal zerlegt. Fast bis auf die letzte Schraube, denn erst dann kann man diese Buchse mit Klebstoff fixieren. Das habe ich gemacht und der Klebstoff hatte eine Woche lang Zeit wirklich gut auszuhärten. Ob ich dieses China-Plastik-Dings jemals wieder zusammen bekomme?

Nach einer Weile beschließe ich doch etwas gegen meine Schlaflosigkeit zu unternehmen und siehe da, eine Stunde später funktioniert nach dem zweiten Anlauf das Notebook meines Juniors wieder ganz vorzüglich. Es sind drei kleine Schrauben übrig, aber gefühlte 100 Schrauben habe ich wieder zurück geschraubt. Und trotz aller Sorgfalt kann ich die Gewinde nicht finden in die ich diese drei Schrauben drehen könnte. Die Uhr rückt langsam weiter, während ich auf dem Sofa Musik höre und darauf warte endlich einzuschlafen ist es dann plötzlich schon 1h am Morgen. Zeit aufzustehen, wirklich geschlafen habe ich indes nicht. Unter der Dusche versuche ich langsam wach zu werden. Eine Stunde später sind wir mit dem Auto unterwegs zum Flughafen. Es ist eine introvertierte ruhige Fahrt. Am Flughafen Köln/Bonn stellen wir das Auto kurz ab, wir sind mehr als gut in der Zeit. Schnell die Koffer raus und etwa 50 Meter weiter ist schon der Check-In von Air Berlin – das ist mehr als praktisch! Kurz darauf sind unsere Koffer aufgegeben, ich parke mein Auto im Parkhaus 3, Sandra bewacht unterdessen meine Fotoausrüstung, meinen Mac und meine Videokamera. Was Männer alles mitschleppen…

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Vom P3 zum Terminal sind es ein paar hundert Meter Fußweg, das geht schnell und als wir pünktlich um 4h30 abheben kommt langsam die Müdigkeit in mir auf. Auf meinem iPad habe ich die komplette zweite Staffel von Game Of Thrones. Aber ich schaffe nicht einmal eine Folge, da fallen mir schon die Augen zu. Als ich wach werde hänge ich total verdreht zwischen den engen Sitzen. Alles tut weh und die Leute die neben mir auf dem Gang darauf warten, dass sie endlich die Toilette benutzen dürfen versuchen zu überspielen, dass sie sich darüber amüsiert haben, dass ich mit offenem Mund neben ihnen in meinem Sitz wahrscheinlich lautstark geschnarcht habe.

Das Hochdruckgebiet im Norden hat heute endlich einen positiven Effekt, wir sind fast 30 Minuten schneller als geplant – Rückenwind ist ein effizientes Energiesparmittel. Warum baut Porsche nicht einfach Autos mit Rückenwind, die wären schneller und würden weniger Benzin verbrauchen…

Am Flughafen Teneriffa Süd angekommen bin ich ziemlich neben der Spur. Die Schultern tun weh, ich kann einfach nicht im sitzen schlafen. Während sich Sandra um die Koffer kümmert organisiere ich den Mietwagen. Alles klappt wie immer problemlos und zügig. Unser neuer Opel Astra ist dann aber ein paar Jahre alt, auf dem Tacho stehen 78.000 Kilometer. In Deutschland wäre dieses Auto längst ausgemustert, aber wir sind rein geografisch gesehen in Afrika und das Ding kostet eben für 8 Tage ganze 174 Euro! Also los zum Hotel. Den Weg fahre ich schon wie im Schlaf, das ist auch gut so denn langsam beginne ich gegen selbigen anzukämpfen. Als wir nach etwa einer Stunde am Hotel eintreffen ist es gerade mal 9h am Morgen. Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Kein Problem, wir können die Koffer im Büro hinter der Rezeption abstellen. Es geht zum Frühstück und das ist eine Wucht. Während wir auf das Tal von La Orotava schauen bin ich froh, dass wir hier am Morgen bei 18°C draußen sitzen und gemütlich einen Kaffee trinken können. Diese Insel ist begnadet, das denke ich mir immer wieder. Gegen 11h ist das Zimmer fertig und wir beziehen unser neues Zuhause. Diesmal sind wir auf der anderen Seite, unser Balkon weist nicht nach Nord zum Meer, sondern nach Süden auf die Berge. Kein Problem, hier ist es wärmer, denn in diese Zimmer scheint den ganzen Tag die Sonne. Im Hochsommer eher ein Nachteil, so ist es im Frühjahr hier einfach etwas wärmer. Auf den Einbau einer Heizung wird auf den „Inseln des ewigen Frühlings“ gern verzichtet. Mich stört das nicht so sehr, aber vielen Frauen ist es hier im Winter dann oft doch ein wenig zu kalt. Im Dezember hatten wir im Zimmer auf der anderen Seite des Korridors einen kleinen Heizlüfter den uns mein Freund Wolfgang ausgeliehen hatte.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Derlei Gerät ist im April auf der Südseite des Hotels nicht mehr von Nöten. Während ich mein Notebook anwerfe nimmt meine Panasonic Videokamera bereits die erste kleine Zeitraffersequenz auf. Das macht sie wirklich gut und es ist soooo einfach. Nichts klappert, nichts klickt und nichts muss nachbearbeitet werden. Einfach im Menü einstellen, dass man eine Zeitraffersequenz aufnehmen möchte, das Zeitintervall einstellen und los geht‘s – sehr praktisch diese kleine Kamera!

Das WLAN wurde scheinbar umgebaut oder aufgestockt, auf dem Balkon klappt es sehr gut und 24 WiFi-Zeitstunden kosten 5 Euro. Surft man täglich 3 Stunden lang im Web, so kommt man damit eine Woche lang über die Runden. Damit kann ich gut leben. Im letzten Jahr haben 5 Tage WiFi in Hotel Rigiblick in der Schweiz 69,- Euro gekostet! Das ist hier deutlich preiswerter und sorgt für weniger Verdruss.

So gegen 12h machen wir uns auf den Weg ins Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Autobahn unterhalb des Hügels auf dem unser Hotel thront. Im „Alcampo“ besorgen wir uns Shampoo, Kekse, Wasser, Bier und was man sonst noch alles braucht. Danach geht es zur Finca San Juan zu Jo Schlichting. Wir waren nun schon ein paar Wochen nicht mehr dort und irgendwie haben wir „Heimweh“. Natürlich interessiert es uns auch wie es dort mit der Bewirtung des Restaurants weiter geht. Auf der Finca angekommen ist die Freude groß als wir Jo und seine Frau Karo dort antreffen. Zusammen mit Koch Helmut schmeißt sie jetzt dort den Laden. Und der geht scheinbar richtig gut. Heute sind mehrere Gesellschaften dort, alles zusammen fast 75 Gäste. Am letzten Sonntag waren es 150 Gäste – Qualität zahlt sich aus und wir hoffen sehr, dass wir noch oft zum Brunchen oder Abendessen auf dieser tollen FInca sein dürfen. Gegen 15h verabschieden wir uns wieder und ich habe endlich Zeit ein par Fotos mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 aufzunehmen. Später im Hotel bin ich dann echt hingerissen von den Ergebnissen. Und alles ist so einfach! Nichts Stativ, Filter ab – dran – ab – dran – ab – 30 Sekunden belichten – Rauschunterdrückung trallala – einfach ISO-200 einstellen, Blende 8 und „Klick“. Bei einer 1/250s gelingen scharfe Infrarot-Fotos aus dem Handgelenk – das ist mehr als cool!!
Während ich mich an den tollen Infrarot-Fotos freue und überlege warum ich mich mit der D800E und all den Objektiven abschleppe, holt die mich die vergangene Nacht dann doch noch ein.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-S VR 3.5-5.6/18-55mm

Als Sandra mich weckt ist es fast 18h. Ich habe etwa zwei Stunden geschlafen – endlich – geholfen hat es allerdings nur begrenzt. Ich fühle mich als hätte mich ein Pferd getreten. Etwas später wandern wir durch die weitläufigen Außenanlagen des Hotels und ich versuche langsam wieder wach zu werden. Um, kurz vor 19h gibt es dann ein echt tolles Abendessen. Die Qualität der Speisen hat sich seit meinem ersten Besuch im Jahre 2008 sehr gebessert. Es gibt eine riesige Auswahl und das Angebotene schmeckt zumeist sehr gut. Bei Spanferkel mit Reis und Kürbis-Gemüse genieße ich ein großes Glas kaltes frisches Bier. Ich bin angekommen!

Gegen 20h sind wir wieder im Hotel. Ich kann nun mit dem Mac im Bett sitzen, neben mir ein Radler aus dem Alcampo und im Geiste lasse ich einen langen schönen Tag Revue passieren. Diese Insel hat mich in ihren Bann gezogen und ich werde wohl zu Weihnachten wieder hier sein. Es ist einfach zu schön hier. Die Menschen sind freundlich und das Leben als Urlauber ist hier mehr als unkompliziert. In der Werbung würde man es „I am loving it“ nennen 🙂

Zum Abschluss noch ein Foto mit dem 10,5mm Fisheye vom Balkon unserer Suite. Das sieht übrigens wilder aus als es ist. Schließt man die Türen ist es ziemlich ruhig hier oben.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Nikkor AF-D 2.8/10,5mm

Gute Nacht liebe Freunde, morgen geht der Wettstreit „neu fett und teuer“ gegen „alt abgewetzt und cool“ weiter. Was für ein Wettstreit soll das denn sein fragt ihr euch jetzt vielleicht? Ganz einfach, es ist der Wettstreit – nehme ich die D800E oder die umgebaute D300 mit? Wie er ausgeht – wir werden es sehen…