Nikon D700 – Blitzen mit SB-900 und Softbox

Wer kennt ihn nicht den Frust bei der näheren Betrachtung der Fotos einer Portrait-Sesssion bei der nur ein einfaches Blitzlicht verfügbar war. Hartes direktes Licht erzeugt harte Schatten und damit wird jedes etwas älteres Gesicht schnell eine unschöne „Sammlung aus Licht und Schatten.“ Da hilft nur eines, diffuses Licht! Fotografen nennen es auch „ambientes Licht“ oder „Ambient Light“ – das klingt deutlich professioneller, meint aber das gleiche. Viel diffuses Licht lässt Schatten schnell verschwinden, ist es nicht diffus genug, so mildert es sie zumindest. Ein Gesicht mit kleinen Falten wirkt plötzlich glatter und frischer. Das ist das Geheimnis der Profis, sie fotografieren bei „ambientem Licht“.

Doch wie bekommt man als armer Fotoamateur preiswert eine Portion ambientes Licht in seine Bilder eingestreut? Lösungen gibt es viele und die müssen gar nicht teuer sein. Hier ist beispielsweise ein „Testbild im Spiegel“ das schon eine Weile alt ist. Ich habe es aus Spaß in einem völlig weiß gestrichenen und gefliesten Badezimmer aufgenommen. Auf diesem Foto sieht man sehr schön, wie der indirekt gegen die Decke ausgerichtete Blitz die Szenerie relativ weich ausleuchtet. Durch die recht große Blende – es ist 5.6 – man sieht es an der Stellung der „Hasenohren“ – und die recht lange Blitz-Synchronzeit – es war 1/30s – ergibt sich in Verbindung mit der „natürlichen“ Beleuchtung des Raumes eine Lichtmischung mit recht warmem Farbton, der eigentlich gar nicht schlecht aussieht. Der Film war ein Agfa Vista Color 200, gescannt habe ich das Bild mit einem Nikon Coolscan V ED.

Nikon Fe mit Nikon SB-800 und Agfa Vista Color

Doch man hat nicht immer die Möglichkeit indirekt gegen weiße Wände und Decken zu blitzen. Als Alternative kann man die kleinen weißen Kunststoff-Diffusoren verwenden, die dem Nikon SB-800 oder auch dem SB-900 beiliegen. Das Ergebnis ist schon recht gut, aber das Blitzlicht bleibt dennoch ein „Punktstrahler“. Das Licht ist zwar weicher aber für viele Anwendungen noch nicht weich genug! Wer es preiswerter und „weicher“ möchte kann im Foto-Zubehör diverse Bouncer, Lichtschirme und anderes Gerät erwerben.

Vor einigen Wochen habe ich Euch in diesem Video ja schon gezeigt welche Ergebnisse man mit einem einfachen Reflektionsschirm erzielen kann.

Wem ein solcher Reflektionsschirm zu popelig ist, der könnte beispielsweise eine Softbox verwenden. Diese Dinger gibt es in ganz unterschiedlichen Größen und die Profis benutzen riesige Dinger bei denen große fette „Blitzmaschinen“ mit 220Volt Netzanschluss eingebaut sind. Aber es geht auch einfacher und preiswerter! Viele Nikon Fotografen haben ohnehin ein SB-28DX, SB-600, SB-700, SB-800, SB-900 oder gar ein SB-910. All diese Blitzgeräte haben eines gemeinsam, sie sind nicht nur wirklich gut, man kann sie auch via iTTL schnurlos auslösen!

Möchte man ein solches Blitzlicht beispielsweise mit einer Nikon D700 als Remote-Blitzlicht verwenden (natürlich gehen auch D300, D7000 usw.)  so kann man es ganz einfach in mit einer preiswerten Softbox kombinieren. Zu kaufen gibt es da beispielsweise die „Firefly Beauty Box FBO 65“ die ich Euch heute vorstellen möchte. Mit knapp 117,- Euro ist diese Softbox nicht ganz preiswert, aber doch immer noch viel billiger als die großen Boxen der „Profis“. Geliefert wird dieser kleine „Lichtschirm“ in einer praktischen Tragetasche. Man öffnet die Softbox wie einen Regenschirm und zieht anschließend eine weißes Tuch darüber. An der Rückseite kann man fast jedes Nikon-Blitzlicht befestigen. Als Stativ kann man ein spezielles Lampenstativ verwenden oder wie ich es gemacht habe, ein billiges Mikrofonstativ.

Hier habe ich ein paar Fotos die ich auf die Schnelle mit meinem HTC Desire HD geknipst habe…

Firefly Softbox

Firefly Softbox II

Nikon SB-900 mit Softbox

Nikon SB-900 mit Softbox II

Idealer Weise hat man zwei oder mehr von diesen Dingern, aber man kann auch schon mit einer Softbox gute Ergebnisse erzielen. natürlich kann man sie auch mit einem zweiten Blitzlicht ergänzen, dass wie im Video oben gezeigt, gegen einen einfachen Reflektionsschirm gerichtet ist.

Hat man alles aufgebaut, so stellt sich noch die Frage wie man seine Kamera einstellt. Ich blitze meist im „Manuellen Modus“. So wirklich manuell ist der nämlich nicht, man stellt bei der Kamera Zeit und Blende fest ein und via iTTL steuert das Blitzlicht dann die passende Lichtmenge bei. Fotografiert man zusätzlich im RAW-Modus (was man immer tun sollte!) so hat man bei der späteren Bildbearbeitung gute Karten im Hinblick auf eine gleichmäßige Ausleuchtung mit geringem Schattenwurf und schönen glatten Gesichtszügen. (Falls man die denn haben möchte! Nicht jedes Gesicht sieht bei ambientem Licht auch gut aus! Manch ein Charakterkopf braucht eben auch mal hartes Licht!!!)

Das interne Blitzlicht der D700 (D300, D7000 usw. gehen auch) stellt man in den Master-Modus. In diesem Modus kann man mehrere Blitzlichter zu Gruppen arrangieren und dann gemeinsam auslösen. Hat man die richtige Einstellung gefunden, so löst das zusätzliche Blitzlicht parallel aus. Hier kann man mit einem Testfoto, bei dem die Kamera in das zweite Blitzlicht „schaut“, prüfen ob die Synchronisation auch perfekt funktioniert. Um den Effekt des eingebauten kleinen Blitzlichts etwas zu verringern, stelle ich es oft über das „Blitz-Menü“ der Kamera auf -1.0 bis -2.0 EV. Dann erzeugt es noch schöne kleine Spitzlichter in den Augen des Models, aber es ist zu schwach für einen harten Schattenwurf.

Bei der Montage des Blitzlichtes an der Softbox sollte man noch ein wenig experimentieren. Bei den meisten geeigneten Blitzlichtern kann man den Leuchtwinkel des Reflektors einstellen. Ich habe beim folgenden Beispielbild „24mm / FX“ gewählt. Auch sollte man das Blitzlicht nicht zu weit in die Softbox hineinstecken, denn sonst schluckt der „Haltemechanismus“ (den man ganz oben sieht) einfach zu viel Licht weil der die Blitzröhre großflächig verdeckt. Es ist also ganz ok wenn bspw. ein SB-900 wie oben gezeigt so eben in die Softbox hinein ragt. Weniger ist hier mehr!

Ok, hier habe ich nun ein Beispiel das heute innerhalb weniger Minuten mit einer Nikon D700 und einem Sigma 3.5/180mm  Macro-Objektiv entstanden ist. Der Fotograf war meine Freundin Sandra. Das Bild ist bei offener Blende, 1/125s und ISO-200 entstanden.

Die RAW-Kovnertierung habe ich mit dem Adobe RAW-Converter (Version 6.5) durch geführt. Weil mir der Bildaufbau nicht gefiel, habe ich das Bild gespiegelt. Wir Europäer schreiben von links nach rechts und denken auch so. Wenn wir im Mathe-Unterricht einen Zeitstrahl  zeichnen, so beginnt er links und weist nach rechts. Diese „Erfahrung“ wenden wir implizit auch an  wenn wir ein Portrait betrachten. Schaut das Model nach rechts, so blickt es implizit in die Zukunft. Schaut es nach links so reflektiert es die Vergangenheit. Da ich ein positiver Mensch bin, der lieber nach vorn schaut als sich mit Erinnerungen verrückt zu machen, habe ich das Bild gespiegelt. 🙂

Ich bin sehr gespannt auf Euer Feedback und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Als nächstes werde ich mich wahrscheinlich mit verschiedenen Stativen beschäftigen und Euch unter anderem diese tolle Affenschaukel vorstellen…

Nikon D2x mit Nikon AF-S 4/200-400mm VR und einer Affenschaukel

Nikon D600 – Wachablösung für die D700

Seit einigen Wochen zeigt sich, dass Nikon die Rückschläge durch Tsunami, Reaktorkatastrophen und Hochwasser halbwegs überstanden hat. Seit Jahresbeginn werden fast im Monatstakt neue Kameras vorgestellt. Nach D4, D800, D800 und D3200 stehen nun bald die Nachfolger für D700 und D300s auf dem Programm. Die D700 ist derzeit das älteste Modell im Sortiment. Alle anderen Modelle können Videos aufzeichnen und verwenden eine Software der neueren Generation.

Eine Wachablösung ist also sehr bald fällig. Im Internet wird seit längerer Zeit spekuliert wie diese aussehen könnte. Die D800 ist eher ein Ersatz für die D3x als für die D700. Fällt die D700 aus dem Programm, so hinterlässt sie eine Lücke die mit einer neuen Kamera im FX Format geschlossen werden könnte deren Auflösung zwischen 16 und 18 Megapixeln liegt. Diese könnte preislich etwa 1.000 Dollar unterhalb der D800 angesiedelt sein, damit wäre für jeden Geschmack und (fast) jeden Geldbeutel etwas im Angebot.

Bei der gegenwärtig von Nikon vorgelegten Schlagzahl rechne ich innerhalb der kommenden Monate mit einer neuen FX Kamera die vielleicht unter dem Label D600 firmieren könnte. Eine D400 könnte parallel die D300s ablösen. Aus den „Zwillingen“ D300/D700 könnte dann das neue Dreamteam D400/D600 werden.

Wer derzeit mit dem Kauf einer D800 liebäugelt und sich nicht sicher ist ob Preis und Pixelwahn das sind was er braucht, der sollte noch ein paar Wochen warten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die D600 recht bald das Licht der Welt erblicken wird 🙂

Nikon D3200 – Gute Bildqualität für kleines Geld

Erst vor einigen Tagen vorgestellt, lässt die neue „kleine“ Nikon D3200 bereits jetzt die Herzen der weniger gut betuchten Nikon-Fans schneller schlagen. Doch was leistet eine Kamera die 24 Megapixel auflöst und für unter 700 Euro zu haben sein wird? Auch hier steigt und fällt die Bildqualität mit dem Objektiv. Schaut man sich die ersten Beispielbilder an die Nikon zur D3200 veröffentlicht hat, so sind die Bilder die mit dem preiswerten 18-55mm Kit-Objektiv entstanden wirklich gut, aber nicht „sehr gut“. Doch es ist ein „Klagen auf hohem Niveau“. Für Vergrößerungen bis DIN A2 wird auch hier die Qualität vollkommen ausreichend sein.

Besser sieht es da schon bei Verwendung des neuen AF-S 2.8/40mm Macro-Objektives aus. Dieses Objektiv verfügt über die optischen Reserven die der neue Chip einfordert. Dieser Chip hat nebenbei bemerkt eine deutlich höhere Packungsdichte als der Chip der D800. Bei gleicher Größe käme man gar auf satte 48 Megapixel! Die einzelnen Pixel sind aber extrem winzig, was zu Lasten der Dynamik gehen muss, hier kann man die Physik nicht austricksen! Extrem kontrastreiche Motive werden sich mit der inzwischen schon fast „veralteten“ Nikon D3x deutlich besser ablichten lassen. Wer gar ein Mittelformat-Rückteil mit nochmals doppelter Chipfläche verwendet, der kann beim Dynamikumfang einen Faktor von 12 Blendenstufen und mehr erreichen. Selbst die nagelneue D800 liegt mit Werten irgendwo zwischen 7 und 8 Blendenstufen mehr als deutlich darunter. Welcher Dynamikumfang mit dem neuen Chip der D3200 in der Praxis wirklich erreichbar ist wird sich noch zeigen. Wer allerdings schon einmal mit der Nikon P7000 oder P7100 bei harten Kontrasten fotografiert hat kennt bereits jetzt das Ergebnis. Die Packungsdickte der Pixel der P7000 bzw. P7100 ist durchaus mit dem neuen Chip der D3200 vergleichbar. Die P7100 liefert tolle Bilder, aber nun bei unkritischen Lichtverhältnissen. Wird es heftig, so muss man sich mit einem HDR behelfen. Die Pixel der „guten alten“ Nikon D700 sind fast 400% größer als die der P7000/P7100 und das macht sich besonders im RAW-Format deutlich bemerkbar.

Schärfe und Auflösung sind eben nicht alles! Wer bei schwierigen Lichtverhältnissen fotografieren muss und gar ISO-Einstellungen jenseits von ISO-800 benötigt, der wird mit der neuen D3200 nicht so wirklich glücklich werden. Hier ist die ähnlich teure D5100 gegebenenfalls die bessere Wahl.

Hier findet ihr einige Beispielbilder die Nikon zur D3200 bereitgestellt hat. Eines dieser Bilder habe ich mit hier mal herausgegriffen – Anklicken für Originalgröße!

Nikon D3200 Sample AF-S 2.8/40mm Micro Nikkor

Schaut man sich einen wichtigen Teil dieses Bildes in der 100% Ansicht an, so erkennt man schnell was mit dieser Kamera in Verbindung mit einem geeigneten Objektiv möglich sein wird. Das Bild zeigt feinste Strukturen ohne, dass dabei Artefakte durch übermäßiges Nachschärfen sichtbar werden. So soll es sein, damit hat man ein solide Basis für die weitere Ausarbeitung und hochwertige große Prints – selbst wenn man einmal gegen „Regel Nummer 1“ verstoßen sollte -> Verwenden Sie den RAW-Modus!

Mit der D3200 bringt Nikon eine spannende neue Kamera auf den Markt die bei geeigneten Lichtverhältnissen den Ruf nach großen Prints wird laut werden lassen. Ich denke es wäre ein gutes Geschäftsmodell wenn Nikon, parallel zur D800 und den anderen Pixelgiganten die noch kommen werden, mit der Produktion hochwertiger Grossformatdrucker beginnen würde. Zwar ist dieses Marktsegment von EPSON mit dem 7880/9880 oder gar 11880 gut besetzt, aber treue Nikon Fans würden vielleicht einen Nikon LFP-Systtem (LFP Large-Format-Printing) wählen, sofern eine zugehörige gut gemachte Nikon-Software beispielsweise den direkten Druck der Nikon-RAW-Bilder ermöglichen würden. Wer weiß, vielleicht denkt man bei Nikon ja schon darüber nach.

Und falls man es bei Nikon nicht tut, so kann man seine Fotos ja immer noch auf einer Maschine wie dieser hier ausgeben lassen:

Wer runde 10.000 Euro passend hat, der kann sich dieses Gerät auch ins Wohnzimmer stellen und damit seine Nachbarn erschrecken 🙂

Logic Audio mit midicontrol Pro49

Seit ich meine kleinen Mac’s habe, mag ich die Musiksoftware ‚Logic‘. Es ist die ultimative erwachsene Variante von ‚Garageband‘ und man kann damit eigentlich alles machen was man sich musikalisch vorzustellen vermag. Vor etwa drei Wochen habe ich mir dann für 3,99 Euro das ‚Garageband-APP‘ auf mein iPad geladen und war von Anfang an wirklich begeistert. Schnell war klar, dass da ein Audio-Interface her muss. Also habe ich mir ein APOGEE JAM bestellt. Dieses Interface erlaubt den Anschluss einer E-Gitarre oder eines Mikrophons an ein iPad oder einen Computer mit USB-Schnittstelle. Es produziert einen wirklich tollen Sound und es macht einfach Spaß damit Gitarre zu spielen. Meine Gitarren-Effektgeräte werde ich nun alle verkaufen können, das iPad und meine kleinen Mac’s können das inzwischen viel besser.

Neben Logic gibt es auf dem Mac auch die Software ‚Mainstage‘. Will man einfach mal ne Runde Gitarre spielen ist das wirklich cool. Via Mainstage wird das MacBook zur Sammlung krasser Gitarrenverstärker mit vielen Effekten und tollen Sounds. Leider ist es während man auf der Gitarre spielt nicht ganz einfach über die Tastatur des MacBooks die Sounds in Mainstage zu wechseln. Da müsste es doch eine Lösung geben? Nach 10 Minuten ‚Forschungsarbeit‘ wird klar, dass ich mir von Behringer das FCB-1010 bestellen werde, gesagt getan.

Während der nächsten Tage warte ich auf die Lieferung, aber es kommt nichts. Heute gibt es dann eine E-Mail, dass das FCB-1010 derzeit nicht lieferbar ist. Also gibt es nur eins – Abbestellen und rein ins Auto. 30 Minuten später bin ich beim Music Store in Köln. Der Neubau an der Istmabul-Straße ist riesig und es macht einfach Spaß dort die vielen tausend Dinge anzuschauen und den Jungs zuzuhören wie sie Gitarren und vieles mehr ausprobieren.

Eine Stunde später gibt es beim Schottischen Spezialitäten-Restaurant auf der anderen Straßenseite einen 9er Chicken-Nuggets. Während ich es mir bei Hühner-Formfleisch und Barbecue-Sauce gut gehen lasse liegt im Kofferraum meiner Dieselrakete nicht nur das Behringer FCB-1010 sondern auch ein kleines USB-Masterkeyboard. Es hat den schönen Namen midicontrol Pro49 – klingt das nicht vielversprechend?

Später am Abend nachdem einige der letzten Umzugskartons ausgeräumt sind sitze ich mit meinem 17″ MacBook auf dem Bett. Auf den Ohren habe ich den neuen AKG K540, rechts neben mir liegt das midicontrol Masterkeyboard. Ok, es ist alles da, nur was soll ich damit jetzt anstellen? Ich probiere mal ein paar Grooves durch, dann ein paar Bass-Sounds und nach einigen wenigen Minuten steht ein kleines „Grundgerüst“ für 60 Sekunden „sinnlose Filmmusik“. Schnell noch eine asiatisch angehauchte Melodie-Stimme und eine coole Breakbeats unterlegen und schon ist es fertig. Über den Kopfhörer klingt es einfach geil. Die Bässe bumsen was das Zeug hält und alle Sounds sind schön klar definiert, super!

Der Export in eine MP3-Datei dauert etwa 30s, danach habe ich ein kurzes Stück Musik. Damit könnte ich meine bei YouTube wegen eines Content-ID-Treffers (wieder einmal) von der Umsatzbeteiligung deaktivierte Zeitrafferaufnahme „Bon(n) Timelapse“ unterlegen.

Also schnell „Final Cut Pro X“ starten, das Projekt öffnen, den Apple-Soundtrack wegwerfen und aus dem Finder das neue MP3-File hineinziehen. Kurz ein Fade-Out erstellen und die Lautstärke auf -4 dB absenken, damit Euch nicht die Ohren wegfliegen. Der Export mit dem ProRes-Codec dauert etwa 30s, das Ergebnis ist 1,34 GB gross – uff – keine 60s Sekunden HD-Video in voller Auflösung in bester Qualität haben 1,34 GB – der Wahnsinn…

Das muss kleiner werden! Ich starte einen zweiten Export, diesmal nehme ich ein „Vimeo & YouTube HD-Preset“ des Add-Ons mit dem schönen Namen „Compressor“. Und prompt dauert die Verarbeitung des kleinen Videos auch gute 6 Minuten!! Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Aus 1,34GB sind 0,153GB – also 153MB geworden. Das passt zu meinem „16.000er Hausfrauen-DSL-Anschluss“. Nach 5 Minuten ist das Video bei Vimeo hochgeladen. Hannibal vom A-Team würde sich jetzt eine Zigarre anstecken und die Worte sagen „Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert“.

Doch dann das…

Das Video ist also NICHT in HD und 23 Minuten soll ich noch warten. Das ist alles echt blöd, zahlt man bei Vimeo nicht ist man voll der Depp. Also schieben wir die Datei mal zu YouTube rüber… Das geht aber auch nicht schneller…

Doch kurz nach Mitternacht ist es dann geschafft, alles ist online, ich kann diesen Artikel publizieren und endlich schlafen gehen. Oder ob ich noch schnell einen neuen Soundtrack für ein anderes Video zusammen fummeln könnte…

Und hier die Vimeo-Variante …leider ohne HD 😦

Nikon D700 – Was leistet das AF-D 28-80

Vor einigen Tagen habe ich Euch in diesem Artikel das wirklich billig gemachte aber optisch gar nicht so verkehrte AF-D 28-80G in Verbindung mit der Nikon D700 vorgestellt. Nun möchte ich ein ganz ähnliches Objektiv vorstellen, das allerdings ein wenig älter ist. Daher hat es noch einen Blendenring und kann wirklich gut an der Nikon F4 und ähnlichen Kameras verwendet werden. Die Idee einmal wirklich billige „Plastik-Scherben“ miteinander zu vergleichen kam mir, als ich einen Testbericht von Ken Rockwell zum Thema „Midrange-Zooms“ las. Ganz am Ende dieses Tests schreibt Ken Rockwell, dass er bei langen Wanderungen trotz allem gern das billig gemachte aber optisch gar nicht so schlechte Nikon AF-D 28-80G an seine Nikon D3 montiert. Ein paar Tage später habe ich mir dann dieses Objektiv via amazon.de in gebrauchtem aber durchaus neuwertigen Zustand für ganze 45,- Euro geordert. Kurz drauf habe ich dann das etwas ältere AF-D 28-80 bei ebay zu einem ganz ähnlichen Kurs gekauft.

Gestern ging es dann bei wunderschönem kalten Frühjahrswetter zur Steinbach-Talsperre. Meine Freundin Sandra kannte sie noch nicht und wir hatten Zeit einmal um die Talsperre herum zu wandern. Diese Gelegenheit habe ich für einige Vergleichsbilder mit den beiden billigen Plastiklinsen genutzt. Diese möchte ich Euch hier kurz vorstellen.

Beginnen wir mit zwei Fotos unserer „Kontrahenten“:

Nikon AF-D 28-80G

Nikon AF-D 28-80

Auf den ersten Blick fällt auf, dass das ältere Objektiv etwas länger ist. Das liegt daran, dass es zwei Linsen mehr hat. Das ist nicht unbedingt ein Vorteil, denn je mehr Linsen das Licht auf dem Weg zum Film oder Chip durchdringen muss, umso höher sind die Verluste durch Brechung und Totalreflektion. Festbrennweiten sind nicht zuletzt aufgrund der deutlich geringeren Anzahl von Linsen lichtstärker und kontrastreicher! Das ist ganz einfache Physik und das kann man überall nachlesen, auch wenn viele Besitzer teurer Zoomobjektive mit 14 und mehr Linsen das nicht werden wahrhaben wollen! Mit „mehr Linsen“ lassen sich Abbildungsfehler wie Verzeichnung usw. korrigieren. Dies geht aber zu Lasten von Auflösung und Kontrast. Nimmt man also einige leichte Abbildungsfehler in Kauf, so kann die optische Konstruktion deutlich einfacher, leichter und preiswerter sein.

Bei meinen ersten Testfotos mit einem ISO 12233 Testchart hatte ich dann auch prompt den Eindruck, dass die Bilder des neueren G-Typs mit weniger Linsen bei höherer Abbildungsqualität etwas kontrastreicher und schärfer sind. Aber der Unterschied ist aber relativ marginal und fast vernachlässigbar. Wie schlagen sich nun diese Linsen in der „wirklichen Welt“? Na schauen wir mal…

Hier habe ich ein Bild das mit dem schwarzen 28-80 und meiner Nikon D700 bei ISO-200, Blende 8 und 80mm Brennweite im RAW-Modus aufgenommen ist. Konvertiert habe ich es mit dem Adobe-RAW-Converter Version 6.6. Klickt man das Bild an, so sieht man es in 1000 Pixel Seitenbreite.

Hier nun ein 100% Ausschnitt aus dem mittleren Bildbereich:

Und jetzt ein 100% Ausschnitt der oberen linken Bildecke:

Da gibt es eigentlich nichts zu meckern, der Kontrast ist gut und die Bilder sind bei Blende 8 bis in die Ecken scharf und detailreich. Alles ist so wie es sein sollte.

Wie steht es um die Vignettierung der Bildecken? Auch hier kann man Entwarnung geben, blendet man die Objektive um 2-3 Blendenstufen ab, so ist ein Vignettierung kaum wahrnehmbar und man kann sie ggfs. mit Nikon Capture oder dem Adobe RAW-Converter sehr einfach entfernen.

Vignettierung Nikon AF-D 28-80

Mit 28mm ist der Weitwinkel-Bereich für viele Alltagssituationen ausreichend groß. Hier nun ein Beispiel aus dem AF-D 28-80G.

Nikon AF-D 28-80 bei 28mm

Hier zum Vergleich ein ziemlich übertriebenes HDR das ich zwischendurch mit dem Nikon AF-D 2.8/20mm aufgenommen habe.

HDR mit Nikon AF-D 2.8 20mm

Beide Objektive sind wirklich billig, klein und leicht. Wenn bei einem Experiment einmal etwas schief gehen sollte, so tut das nicht wirklich weh. Beide Objektive wurden etwa 250.000 mal produziert, es ist nicht schwer via eBay & Co. einen billigen Ersatz zu finden. Also ran ans Wasser mit dem Ding 🙂 Hier ein Foto das bei 28mm und Blende 8 entstanden ist. Die Verzeichnung ließ sich mit dem Adobe-RAW-Converter ganz leicht korrigieren. Ein Vignettierung ist nicht wahrnehmbar und das Bild ist detailreich und scharf. Was will man mehr?

Mit einer Telebrennweite von 80mm lässt sich in der Praxis schon eine relativ ansehnliche Hintergrundunschärfe (Bokeh) erzielen. Im 35mm Kleinbildformat sind bei Portraits 80 bis 100 Millimeter eine gute Wahl. Denn die Verzeichnung von Gesichtern ist hier weniger ausgeprägt als bei 50 oder gar 35mm. Fotografiert man ein Gesicht mit kurzen Brennweiten, so muss man meist nah an sein Modell heran, wodurch die Gefahr von „Knollnasen“ sehr hoch ist. Durch die kurze Brennweite wird das Modell meist nicht schön hervorgehoben, weil der Hintergrund in der Regel viel zu deutlich abgebildet wird. Daher ist die älteste aller Portraitregeln: Lange Brennweite – Abstand halten – offene Blende

Das funktioniert mit dem AF-D 28-80 relativ gut. Spezielle Portraitlinsen wie das AF-S 1.4/85mm sind hier klar im Vorteil, aber sie kosten auch weit über 1.000 Euro! Gemessen am Preis dieser Billiglinse, gefällt mir das Bokeh relativ gut.

Nikon AF-D 28-88mm Bokeh-Test

Gegenlicht ist für die meisten komplexen optischen Konstruktionen eine schwer zu meisternde Disziplin. Umso erstaunlicher ist es, wie außerordentlich gut sich diese beiden Billiglinsen bei extremem Gegenlicht schlagen. Hier zuerst das AF-D 28-80G (Silber).

Gegenlichtest mit Nikon AF-D 28-80G

Nun die gleiche Situation mit dem älteren 28-80mm (Schwarz) bei völlig identischen Werten aus dem Adobe-RAW-Converter. (-> Bilder synchronisieren)

Gegenlichtest mit Nikon AF-D 28-80mm

Zum Abschluss noch zwei „Knipsbilder“ mit dem älteren Objektiv, einmal bei 28 und bei 80mm und bei 38mm:

Abschließend muss ich beiden Objektiven ein großes Lob aussprechen. Sie sind den meisten alltäglichen Situationen gut gewachsen. Kann man sie um 2-3 Stufen abblenden, so sind die Ergebnisse exzellent, besonders wenn man den Preis der Objektive berücksichtigt. Der Brennweitenbereich ist für die meisten Situationen ok, die Objektive sind klein, leicht und handlich. Selbst wer auf die unübertroffene Abbildungsqualität hochwertiger Festbrennweiten baut, kann darüber nachdenken eine solche Linse einfach mal in die Fototasche zu stecken. Sie wiegen fast nichts und ermöglichen mehr Flexibilität bei der Bildgestaltung. Als Ergänzung sind sie allemal ok.

Bei schlechtem Licht sieht es etwas anders aus, hier können deutlich lichtstärkere Objektive ihre Stärken ausspielen. Auch sind die „Profilinsen“ besser abgedichtet und das Innenleben der Kamera ist bei ihnen besser vor Staub und Feuchtigkeit geschützt. Aber sie kosten eben auch ein Vielfaches. Mein Tipp für den weniger betuchten „Vollformat-Fotoanfänger“ ist daher eine Kombination aus diesen preiswerten Objektiven:

  • AF-D 28-80G
  • AF-D 1.8/50
  • AF-D 2.8/20
  • AF-D 4-5.6/70-300

Wer noch mehr Weitwinkel haben möchte, dem würde ich das preiswerte 14mm Samyang empfehlen. Einen Autofokus hat es nicht, aber der ist bei 14mm auch fast überflüssig. Gibt man etwa 30 Euro mehr aus, bekommt man sogar eine Variante mit einer CPU. Damit kann man das Samyang auch an allen einfacheren Nikon DSLR betreiben.

Optische Qualität muss also nicht immer exorbitant teuer sein – für manchen angehenden Fotografen eine vielleicht nicht unwichtige Erkenntnis 🙂