Nikon AW-100 – Fliegen mit German Wings

Während Sandra im Badezimmer ist, drehe ich mit der Nikon AW-100 eine letzte Runde auf unserer kleinen Finca. Bislang ist die AW-100 ungenutzt, daher will ich noch schnell einige kleine Abschiedsfotos damit machen.

Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken um die 1000er Größe zu sehen…

Im letzten Jahr war es ein Desaster, der Rückflug mit German Wings war kein wirklich schönes Erlebnis. Heute geht es um 8h45 zum Frühstück. Die Crew der Finca San Juan ist noch ein wenig angeschlagen vom aufwändigen Weihnachtsdinner des Vorabends. Es war  spät und heute sind sie schon um seit 7h damit beschäftigt das Weihnachts-Brunchen vorzubereiten. Die Gastronomie ist kein einfaches Geschäft. Frühstück gibt es eigentlich ab 9h. Als ich um 8h45 vorsichtig nachschaue ist aber schon fast alles fertig und wir sind sofort ganz herzlich eingeladen, es uns ein letztes Mal so richtig gut schmecken zu lassen.

Der Abschied fällt schwer und ist wirklich herzlich. Um 9h20 sitzen wir in unserem silbernen Mietwagen und fahren ein letztes mal die vielen Kurven hinab zur Hauptstraße am Meer. Meinen USB-Stick habe ich schon „eingesammelt“ – nur so werde ich ihn mit Sicherheit nicht bei der Rückgabe des Mietwagens vergessen. So wird die Fahrt zum Südflughafen eine introvertierte stille Angelegenheit. Sandra und ich hängen unseren Gedanken nach, überlegen was es im schon fast vergangenen Jahr noch alles zu erledigen gilt. Ich lasse die vielen schönen Eindrücke Revue passieren. Der morgendliche Stau vor La Laguna bleibt heute aus, die Menschen sind noch daheim und genießen den freien Tag, es ist Weihnachten!

Ohne auch nur einen Stopp fahren wir entspannt zum Flughafen Tenerife-Sur. Es sind kaum Autos unterwegs, wir sind nach etwa 90 Minuten bei der Rückgabestation für Mietwagen. Unseren Wagen parken wir in der Parkbox Nr. 20. Es ist ein CICAR-Mitarbeiter in der Nähe, aber er ist mit einem anderen Auto beschäftigt. Also schließen wir das Auto ab, nehmen uns einen Gepäckwagen und wandern in Richtung Terminal. Beim CICAR-Schalter gebe ich kurz die Schlüssel ab und sage dem Mitarbeiter wo das Auto steht. Besser ist das, bei der vorletzten Teneriffa-Reise ist mir erst nach der Sicherheitskontrolle aufgefallen, dass ich die Autoschlüssel noch in der Hosentasche hatte. Damals musste ich wieder zurück, die Schlüssel abgeben und noch einmal durch die Sicherheitskontrolle. Heute denken wir rechtzeitig an unseren kleinen Zwischenstopp am CICAR-Schalter!

Der Check-In für unseren Flug mit German Wings ist am Schalter 25 und 26. Wir stellen uns am Schalter 26 an, es sind noch mehr als zwei Stunden bis zum Abflug, aber heute sind beide Schalter schon geöffnet. Vor uns stehen 5 Paare mit ihrem Gepäck. Wir bleiben dicht bei unseren Koffern. Der neueste „Trick“ der Diebe ist es, sich unter die Wartenden zu mischen und sich in einem unbemerkten Augenblick heimlich mit einer Notebooktasche oder anderen Wertgegenständen davonzuschleichen. Das wollen wir unbedingt vermeiden! Lange müssen wir nicht warten, nach etwa 20 Minuten sind wir an der Reihe. Zwischendurch mogelt sich scheinbar immer wieder ein Paar von der rechten Seite an den Schalter, aber es sieht nur so aus. Sie waren sehr früh hier und haben die Schlange angeführt. Aber ihr großer dunkelroter Koffer war viel zu schwer. Sie mussten auspacken, wegwerfen und ins Handgepäck umladen. Immer wenn ein Paar fertig ist, kommen sie dazwischen und wiegen ihr großes dunkelrotes Monstrum aus, immer wieder ist es noch zu schwer. Er schwitzt und ist total genervt, sie steht irgendwann ein wenig fassungslos daneben. Als wir an der Reihe sind unternimmt er einen neuen Versuch! Bingo, der Koffer hat endlich 20 Kilogramm. Sie dürfen passieren.

Nun kommt mein Koffer auf die Waage, was er wohl wiegen wird? Die Wage pendelt sich bei 20.0 KG ein – Punktlandung! Dann Sandras Koffer mit dazu, die Waage pendelt und zweigt 19,0 KG an – Bingo wir müssen nichts umpacken. Dass mein kleiner schwarzer neuer „Fotokoffer“ fast 16 KG wiegt kontrolliert niemand. Die Idee mit diesem kleinen neuen Koffer war gar nicht schlecht und sie ist viel bequemer als die ganze Zeit einen wirklich voll gepackten schweren Rucksack auf den Schultern zu tragen. Ich denke, dass ich das künftig genau so beibehalten werde. Vielleicht kommt dann aber der Fotorucksack in den Koffer. Das trägt sich einfacher und man hat noch Platz für eine Jacke und andere Kleinigkeiten, sehr praktisch!

Die nette Dame fragt uns sogar wo wir sitzen wollen. Ich wünsche mir einen Platz am Fenster auf der linken Seite, irgendwas zwischen Reihe 10 und 13. Und es klappt auf Anhieb, wir bekommen die Plätze 10A und 10B. Meist starten die Flieger in nördlicher Richtung, sitzt man links hat man einen schönen Blick auf den majestätischen Pico del Teide. Ich habe meine kleinen Nikon AW-100 in der Hemdtasche. Die ganzen Piepstöne habe ich ausgeschaltet und so will ich unbemerkt ein paar Bilder und Videos erstellen während wir starten.

Hier ein Handyfoto aus dem HTC-Desire HD…

Es geht zum Gate 29. Eine Weile später wird klar, das Gate hat sich geändert, wir müssen zu Gate 27. Kurz nachdem wir dort eintrudeln geht es schon los mit dem Boarding. Leider können wir nicht direkt in den Flieger marschieren sondern müssen mit dem Bus fahren. Wir bekommen einen Platz im ersten Bus. Als er voll ist, fährt er ein Stück vor und bleibt dann mit geöffneten Türen im Schatten stehen bis auch der zweite Bus startklar ist. Dann geht es quer über das Flugfeld zu unserem Airbus A319. Die Türen öffnen sich und die Menschen stürmen das Flugzeug als gäbe es dort 10 Exemplare des iPad II für 99,- Euro/Stück zu kaufen. Ich stürme mit ihnen die Gangway hinauf. Wir schaffen es mit dem ersten Schwung der Fluggäste in die Maschine. Ich finde einen Platz für meinen großen schweren Fotokoffer! Geschafft, wir sind drin! Meine Notebooktasche muss während des Starts auch nach oben, wir sitzen am Notausgang. Hey super, auch diese Rechnung ist aufgegangen. Wir sitzen nur zu zweit und haben richtig viel Beinfreiheit. So kann man auch mit German Wings fliegen!

Hier ein Handy-Knipsbild meines „Handgepäcks“. In diesem Koffer sind etliche Objektive sowie die D700 und die D7000 – 16 Kilo wiegt der Spaß – ohne Laptop…

Die Maschine startet auf die Minute genau um 12h40, es ist Weihnachten! Ich zücke meine kleine Nikon AW-100 und versuche sie so ruhig wie möglich zu halten, was gar nicht so einfach ist. Nach ein paar Minuten haben wir Teneriffa verlassen und der Pico del Tiede ist außer Sichtweite. Nach dem Sicherheits-Check hat Sandra noch belegte Brötchen und etwas kaltes zu trinken gekauft. So kann man es auch bei German Wings aushalten, man muss es nur wissen! Während die anderen Gäste später ständig in ihrem Handgepäck kramen und nach Geld für Getränke und kleine Snacks suchen, beißen wir genüsslich in unsere mitgebrachten Brötchen.

Hier ein paar Fotos die ich durch das Fenster des Notausganges mit der AW-100 gemacht habe. Die „Originale“ waren blass und hatten einen harten Cyan-Stich – daher habe ich sei ein wenig aufpoliert…

Nach dem Essen hole ich mein neues iPad heraus. Darauf sind noch zwei Filme die ich mir vor der Abreise in Deutschland von einigen DVDs auf das iPad kopiert habe. Dafür gibt es im Apple APP-Store ein kleines nettes Programm, die Qualität ist super und mit meinem BOSE Quiet-Comfort Kopfhörer ist sogar der Ton laut genug – super! Das iPad spielt beide Filme ab, insgesamt laufen sie über drei Stunden. Danach ist die Akku-Ladung noch bei 78%. Das ist wirklich cool, dieses Gerät würde also auch auf einem Interkontinental-Flug mehrere Filme abspielen. Ich denke eine Akku-Ladung würde locker für 8 bis 9 Stunden ausreichen, diese glänzende silberne Flunder ist eine wirklich gute Multimedia-Zentrale für lange Flüge.

Zurück zum Flug, während des Starts und einige Minuten danach ist der Himmel klar und der Pico del Teide wunderbar zu sehen. Später  fliegen wir über ein schier endloses Wolkenmeer. Als wir Spanien erreichen reißen die Wolken auf, die Sicht ist wunderbar und ich beginne mich auf daheim zu freuen. Während dessen denke ich mir, dass es dort unten geniale Strecken für eine wirklich lange Motorradtour geben müsste. Irgendwann würde ich das mal mit einer BMW R1200 GS ausprobieren.

Was man hier vom Flieger aus sieht scheint mir dieser Teil der Weltkarte zu sein.

Wenn ich mich nicht ganz doll verguckt habe ist es genau dieses Gebirge.

Die Ankunft in Köln ist auf die Minute genau pünktlich um 18h15, ich bin beeindruckt. Wie auf Teneriffa gibt es einen Bus-Shuttle zum alten Terminal. Dieses ist inzwischen komplett renoviert und man erkennt es kaum wieder. Unsere Koffer sind nach einige wenigen Minuten da, gleich nebenan gibt es für 1,- € einen Kofferwagen. Nun geht es los in Richtung P3, es ist ein Stück zu laufen und es tut nach dem langen Sitzen richtig gut. Kurz vor dem Übergang zu Terminal 1 ist auf der rechten Seite ein REWE-Markt. Ich passe kurz auf das Gepäck auf, Sandra geht schnell einkaufen. Was für ein toller Service, es ist Weihnachten und wir bekommen hier frisches Brot, Tomaten, Käse, Wurst, alles was das Herz begeht – super!

Nach 10 Minuten Fußweg sind wir am P3. Aus der Ferne hören wir eine Sirene, sie kommt näher. Ein Krankenwagen zischt um die Ecke, ein Polizeifahrzeug gleich hinterher. Als wir oben auf der vierten Ebene bei meiner Dieselrakete sind trifft auch die Feuerwehr ein, was ist hier los?

Schnell ein paar Knipsbilder mit dem Handy…

Auf dem Heimweg hören wir SWR3, die Straßen sind frei, es gibt leichten Nieselregen. Meine Dieselrakete hat 16 Tage gestanden und läuft trotzdem wie ein Uhrwerk. Alles ist problemlos, ein wirklich tolles Auto ist das. Und der Unterschied des inkl. Gepäck und Insassen etwa 2040 Kilo schweren Autos zum leichten Opel Astra ist frappierend. Mein 407 Coupé liegt wie ein Brett auf der Straße, wie hat Tobias es mal genannt – „Eigentlich ist es ein ganz schöner Gleiter“ – das ist er – ich bin wieder daheim!

Als wir daheim eintreffen ist sogar der Parkplatz frei von dem wir losgefahren sind, fast so als wären wir gar nicht weg gewesen. Im Briefkasten findet ich viele liebe Weihnachtsgrüße, was für eine schöne Überraschung.

Hier nochmals vielen Dank für all die lieben Grüße!

So, nun werden die Koffer ausgepackt, die Wäsche gewaschen und dann geht es an den Jahresabschluss – wer „selbständig ist“ ist selbst ständig tätig und wenn es nur ein Artikel für den BLOG ist 🙂

Frohe Weihnachten!

Kurzer Nachtrag:

Nach den Erfahrungen vom letzten Jahr wollte ich eigentlich niemals wieder mit German Wings fliegen. Aber dieser Flug war wirklich völlig problemlos und pünktlich. Wir konnten diesmal ganz toll sitzen, direkt am Notausgang, es war wirklich super. Dass es kein Board-Entertainment gibt, nicht einmal Musik, das konnten wir verschmerzen, ich hatte ja mein iPad dabei. Letztlich könnte man sagen:

Ich habe mich mit German Wings ausgesöhnt und würde ihnen nach dieser Erfahrung jederzeit wieder ein Chance geben.

Nikon AW-100 Panoramatest

Es ist Sonntag die Sonne lacht und Sandra und ich wollen noch ein wenig an die frische Luft. Also geht es mit dem Auto nach Wachtberg. In der „Waldesruh“ gibt es Gänsekeule mit Knödeln und Rotkohl. Frisch gestärkt machen wir uns an einen kleinen Spaziergang durch den vorwinterlichen Wald. In der Jackentasche habe ich die neue Nikon AW-100 mit aufgesetztem Polarisations-Filter. Die Farben des Waldes sind großartig und das milde Sonnenlicht des späten Nachmittags lässt das Laub der Bäume in den allerschönsten Farben aufleuchten. Der Polfilter unterstreicht die Farben sehr wirkungsvoll!

Mitten im Wald versuche ich mal meinen „Spezialtrick“. Ich hauche das kleine flache Frontglas der AW-100 an und schieße einige Fotos. Das Ergebnis gefällt mir recht gut, es ist eine fast impressionistische Stimmung. Zum direkten Vergleich hier zweimal das gleiche Motiv!

Zurück am Auto hat die Sonne den Horizont schon fast erreicht. Wir müssen noch Tanken, meine schwarze Rakete braucht frisches Heizöl… Auf dem Heimweg kommen wir an einem kleinen Waldparkplatz vorbei. Ich parke mein Auto in der Sonne und schnappe mir Sandras großes Stativ und die winzige kleine Nikon AW-100. Sandra bleibt im Auto, ihr ist es draußen zu kalt. Sie will die letzten Sonnenstrahlen genießen. Im Stechschritt geht es mit dem Stativ auf der Schulter und der AW-100 in der Hand in den Wald hinein. Zwischendurch kommen mir immer wieder Leute entgegen. Jeder zweite hat eine Kamera dabei, meist sind es die Männer und meist haben sie eine Canon in der Hand. Alle blicken mich ein wenig fragend an mit dem großen Stativ auf der Schulter und der winzigen AW-100 in der Hand. Aber sie wissen ja auch nicht was ich ausprobieren will!

Ein Stück weiter bin ich an diesem kleinen gelb gestrichenen Häuschen angekommen. Schnell das Stativ aufstellen und ein paar Panoramaschwenks ausprobieren. Auf den Manfrotto Fluid-Neider schraube ich eine kleine selbstgebaute Vorrichtung mit der ich die AW-100 sehr einfach in das Hochformat bringen kann.

 

Es ist ein kleiner Winkel aus dem Baumarkt für 1,68 Euro. Am kürzeren Schenkel hat er zwei Bohrungen und ein Langloch. Daheim habe ich mit einer Feile den Steg zwischen Langloch und der äußeren Bohrung „geöffnet“. Nun kann ich den Winkel so auf dem Stativ positionieren, dass sich die AW-100 um den Nodalpunkt drehen lässt. Damit sollten schöne Panoramafotos möglich sein! Für die Befestigung der Kamera verwende ich drei Schrauben aus einem HAMA Schraubensatz. Die im Bild gezeigte untere Mutter wird mit einem Gegenstück aus Aluminium gesichert. Die Schraube an der ich die AW-100 befestigen möchte stecht lose in einer der Bohrungen. Diese habe ich daheim ordentlich mit einer runden Feile vergrößern müssen, damit die Schraube auch hindurch passt. Nun steckt sie aber lose in dem kleinen Winkel. Aber das ist nicht schlimm, für den Transport kann ich sie oben oder unten an einer der beiden anderen Schrauben befestigen.

Ich versuche mich an etwa 10 Panorama-Schwenks. Steht das Stativ fest und gerade gelingen die Bilder fast auf Anhieb, wirklich cool! Leider ist es schon fast dunkel. Daher muss die AW-100 etwas länger belichten, da ich gleichzeitig aber die Kamera drehen muss um ein Panorama zu erhalten, sind die Bilder später doch wegen einer leichten Bewegungsunschärfe später kaum zu gebrauchen. Wieder etwas gelernt!

Anschließend versuche ich mich an einem Panorama mit dem Panorama-Assistenten. Wirklich gut lassen sich die Bilder aber später am Notebook nicht zusammenfügen. Dieser Assistent ist so eine Sache, für ein gutes Panorama braucht man einfach mehr Bilder und stärkere Überlagerungen.

An einem kleinen Teich fotografiere ich mal ein Panorama aus 8 Hochformataufnahmen. Später füge ich sie mit Autopano-Pro zusammen und erhalte ein Bild, das rein theoretisch 36.000.000 Pixel hat – aber  nur in der Theorie! Schaut man sich das Panorama genauer an, so ist es zwar perfekt zusammen gerechnet, aber es sind einfach wirklich wenig Details zu erkennen. Der Algorithmus zur Rauschunterdrückung hat hier alle vorhandenen Strukturen wirkungsvoll entfernt. Kameras mit diesen kleinen Chips sind nicht wirklich für das Fotografieren bei wenig Licht geeignet! Also verkleinere ich das Bild mal bis ich das Gefühl habe, dass es jetzt scharf und halbwegs detailreich ist.

Aber schaut selbst – einfach anklicken…

Nach dem Panorama kommt mir die Idee als Weißabgleich mal „Blitz“ einzustellen. Es entstehen Bilder mit krassem Blaustich – aber das ist gewollt! Danach aktiviere ich den Selbstauslöser – 10s. Während sie piepst decke ich die obere Hälfte des immer noch vor das Objektiv montierten Polfilters mit einem Taschentuch ab und hauche den unteren Teil an. So kann ich den kleinen Teich in eine malerische Unschärfe tauchen. Es entstehen Bilder die fast unwirklich aussehen, man könnte meinen sie wären bei Vollmond entstanden. Ein Geisterwald nur ganz ohne Vampiere 🙂

Der Rück weg zum Auto zieht sich hin wie Kaugummi. Als ich am Auto ankomme ist es finster und kalt. Sandra ist sauer weil ich mal wieder die Zeit vergessen habe und sie seit einer Stunde frierend im Auto sitzt. Nach einem heißen Bad ist die Welt wieder in Ordnung und ich freue mich an meinem überaus coolen blauen Geisterwald 🙂

Nikon AW-100 – Bildbearbeitung und Bildqualität

Funktionen wie die Erkennung von Gesichtern, einen Lächelauslöser oder eine Blinzelwarnung kennt heute fast jede moderne Digitalkamera. Die notwendigen Algorithmen programmiert man bei Canon oder Nikon schon seit langer Zeit nicht mehr selbst. Es gibt Firmen die sich auf genau diese Features spezialisiert haben. Daher sind die Funktionen auf bei fast allen Kameras gleich, denn es steckt oft der gleiche Lieferant dahinter.

Auch nicht ganz neu ist die Möglichkeit, Fotos gleich in der Kamera zu bearbeiten. Eigentlich ist das „Bah“ – und fast jeder Fotograf der sich ein wenig mit Photoshop oder ähnlichen Programmen auskennt wird diese Möglichkeit der Bildbearbeitung mehr oder weniger verächtlich abtun. Ich selbst habe sie bislang noch NIE benutzt. Aber da meine Freundin Sandra immer wieder freudig juchzt wenn sie einen neuen Effektfilter in ihrer D5100 entdeckt hat, will ich heute doch mal schauen was es mit dieser Bildbearbeitung direkt in der Kamera auf sich hat.

Mein „Testobjekt“ ist die kleine Nikon AW-100. Nach der Arbeit geht es im letzten Tageslicht von meinem Appartement aus ein paar hundert Meter am Rhein entlang auf eine kleine Fußgängerbrücke. Ein Stativ habe ich nicht dabei, aber es gibt mehrere massive Betonpfeiler auf denen man die Kamera sehr gut abstellen und dann mit dem Selbstauslöser „bedienen“ kann. Später suche ich mit ein Foto aus und schaue mal was die interne Bildbearbeitung so hergibt. Der erste positive Eindruck, man macht nichts „kaputt“. Es werden stets Kopien des bearbeiteten Originals gespeichert. Wirklich praktisch! Weniger praktisch ist, dass man Effekte nicht mehrfach nacheinander anwenden kann. Also eine Kombination aus „Miniatur-Effekt“ und „Delithing“ ist nicht möglich!

1) Hier das verkleinerte völlig unbearbeitete „Originalfoto“. Es ist ganz ok und bei 1000 Pixel Seitenbreite (einfach anklicken) wirklich brauchbar!

2) Das gleiche Foto mit dem Effektfilter „Delithing“. Es ist insgesamt heller und wird sich recht gut für die Ausgabe auf einem Belichtet oder Ink-Printer eignen. Eigentlich gar nicht schlecht und der Effekt ist auch nicht übertrieben!

3) Dieser Filter heißt „Schleier entfernen“. Der Kontrast wird gesteigert und das Bild kommt insgesamt „kräftiger“ daher. Für die Präsentation auf einer Web-Seite vielleicht gar nicht so verkehrt. Auch sind die Kontraste nicht krass übertrieben.

4) Hier ist der „Minatureffekt“ – Farben und Kontraste sind verstärkt und am oberen und unteren Bildrand ist ein Gaußscher Weichzeichner zu sehen. Eine ganz nette Spielerei, die sich aber auch sehr einfach mit Photoshop nachstellen ließe.

5) Hier jetzt ein 90-Sekunden „Blitzbearbeitung“ die ich eben mit Photoshop gemacht habe. Etwas mehr Kontrast und Farbe und ein bisschen „HDR“ aus Photoshop CS5. Hätte man nun noch ein schönes Motiv, so wäre es vielleicht gar kein schlechtes Foto 🙂

Zum Abschluss noch eine nähere Betrachtung der 16 Millionen Pixel der Nikon AW-100…

Im folgenden habe ich mehrere 100% Ausschnitte aus der Bildmitte bei ISO-400, f/3.9 und 0.3s zusammen gestellt.

16.MPix, also Originalgröße. Bedingt durch die ISO-400 ist das Rauschen deutlich wahrnehmbar, auch sind viele Komprimierungsartefakte erkennbar. Die Blätter des Baumes und die Dachziegel können nicht mehr differenziert dargestellt werden.

12 MPix – auch hier fallen die starken Artefakte noch auf, aber die Bildqualität wirkt insgesamt ein wenig besser.

Auch bei 9 MPix sind noch unschöne Artefakte erkennbar. Wir sind schon fast bei der Hälfte der vom Hersteller angegebenen Auflösung angekommen!

6.7 MPix – das ist ein Wert den Kameras mit einem deutlich größeren Chip vor 6 Jahren erreicht haben. Wir sind hier ungefähr auf dem Niveau einer Nikon D1x, wobei ich mir vorstellen könnte, das die Bildqualität der D1x hier immer noch besser wäre. Aber das werde ich in ein paar Tagen mal ausprobieren 🙂

4.7 MPix – das ist etwa das Niveau meiner ersten Canon G2. Alles in allem wäre das ganz ordentlich, doch der Baum erscheint immer noch verwaschen und es sind noch deutliche Artefakte erkennbar.

Nun sind wir bei 2.000 x 1.500 Pixel – sprich bei 3 MPix angekommen. Das ist das Niveau einer Nikon D1h die vor 12 Jahren auf den Markt kam. Die Gebäude erscheinen klar konturiert, es sind kaum noch Bildstörungen zu erkennen und so traurig es auch sein mag, bei etwas längeren Belichtungszeiten und ISO-400 kann man aus einem winzig kleinen Chip eben keine Wunder heraus zaubern.

Diesen kleinen Test werde ich in den nächsten Tagen mal bei gutem Licht und ISO-125 wiederholen. Die AW-100 ist wie vergleichbare Kameras auch, nicht die erste Wahl wenn es darauf geht in den Abendstunden schöne Fotos zu machen. Wie so oft gilt auch hier „Size Matters“ – das hat Roland Emmerich bei der Werbekampagne zu „Godzilla“ schon sehr treffend postuliert.

Ganz ähnlich wird es aussehen, wenn man Bilder aus der Nikon D3x mit Bildmaterial aus einem Mittelformat-Rückteil (bspw. Hasselblad CFV-50) vergleichen wird. Nimmt man dann einen Trommel-Scan eines der perfekten Großformat-Dias à la Andreas Gursky, so sehen sogar die D3x und das Hasselblad CFV-50 relativ alt aus. Doch bei allem stellt sich immer die Frage nach dem WARUM? Was will man mit 100.000.000 Pixeln pro Bild?

Wenn ich einen guten LFP-RIP (Large-Format-Print Raster-Image-Processor) nehme und ein perfektes Bild mit 12 Megapixeln bspw. aus einer D700 in 60 x 90cm bei höchster Qualität auf einem EPSON 7880 drucke, dann habe ich ein wirklich gutes Ergebnis. Mit solch einem Bild macht man, ein geniales Motiv vorausgesetzt, jeden interessierten Kurator oder Galeristen glücklich. Ok, man braucht noch ein sauber gearbeitetes Passepartout und einen schönen Rahmen mit hochwertigem entspiegeltem Glas, aber das war es dann auch!

Bitte korrigiert mich wenn ich hier Unsinn schreibe, aber 16.000.000 Pixel auf wenigen Quadratmillimetern sind meiner Meinung nach einfach nur Blödsinn. Als Ergebnis wird man auch im Jahr 2011 praktisch immer ein Bild mit vielen Artefakten haben das viel digitalen Pixelmüll enthält. Aber es ist das was die Kunden wollen. „Boah die hat sechzehnmillionen Pixel, die macht sicher Fotos die doppelt so gut sind wie meine alte Nikon D80 – boah geil!“ Meiner Meinung nach ist das ein Trugschluss der einfach nur die Festplatten dieser Welt verstopft. Aber „wir“ haben es ja so gewollt 🙂

Nikon D7000 – Fotoexperimente

Es ist Wochenende und der Herbst steht vor der Tür. Sandra geht es gar nicht gut, sie hat tagelang im Bett gelegen, aber irgendwann muss sie mal an die frische Luft. Also geht es mit dem Auto auf die andere Rheinseite, dorthin wo einst der Kölner Dom war – ins Siebengebirge. In einem gewaltigen alten Steinbruch hat sich im Laufe der Jahrhunderte ein schöner kleiner See gebildet, der Dornheckensee. Bewaffnet mit der Nikon D7000, drei Objektiven, dem neuem Carbon-Stativ Typ Manfrotto 732CY und einem Manfrotto Kugelkopf Typ 496RC2 geht es ab in den Wald. Das Laub der Bäume ist noch ziemlich grün, vor ein paar Tagen hatten wir ja auch noch Sommer. Die wirklichen Herbstfarben kommen erst noch!

Das Stativ gab es bei amazon.de für 79,- Euro ein echter Schnäppchenpreis und der Kugelkopf war auch nicht wirklich teuer. Vielleicht reicht das für die nächste Reise völlig aus, schauen wir mal…

Geht man über den „Rheinhöhenweg“ so hat man nach ein paar hundert Metern einen schönen Blick von oben auf den Dornheckensee.

Zweigt man von Nordwesten kommend kurz vorher ab, kann man südwestlich um den See herumlaufen. Dort fällt mir ein schöner alter Holzzaun auf. Also halte ich kurz an und mache mit der D7000 ein paar Fotos. Als Objektiv benutze ich das Nikon AF-S VR 16-85mm. Ausgelöst wird die D7000 mit dem ML-L3 Infrarot-Auslöser. Vor dem Objektiv ist ein B&W Polfiter nach „Käsemann“. Ein teures edles Ding, das aber heute irgendwie keine echte Verbesserung der Farben bewirken will. Später bei der Durchsicht der Bilder komme ich einmal mehr zu der Erkenntnis, dass ein Wald bei schönem Wetter blöd aussieht. Eigentlich braucht man dort Dunst oder Nebel und das weiche Licht des Morgens oder des Abends. Besser ist es noch, wenn es zuvor kurz geregnet hat. Dann ist ein Wald aus fotografischer Sicht erst „schön“.

Da die Bilder recht langweilig sind, hauche ich den Polfilter mal an. Während er langsam abtrocknet mache ich ein Foto nach dem anderen. Die D7000 ist so eingestellt, dass ich sie mit dem Infrarot-Auslöser bedienen kann und sie beim ersten Druck auf den Auslöser den Spiegel hochklappt und beim zweiten Druck den Verschluss auslöst. Autofokus und VR habe ich abgeschaltet, das stört hier mehr als dass es nutzt. Wirklich überzeugt bin ich vom Ergebnis des Experiments aber nicht.

Es geht also weiter. Die Sonne steht hoch und unten am See liegt entweder alles im Schatten oder ist hell und überstrahlt. Schöne Sonnentage sind schlecht für gute Fotos, eine alte Bauernregel – oder war es eine Fotografenregel? Bei bedecktem Himmel hat man einen „natürlichen Diffusor“, das macht sich nicht nur bei Portraits im Freien gut! Also versuche ich mich mal an einem HDR. Das klappt mit dem 3-fach Bracketing der D7000 ganz gut. Man muss nur acht geben, dass man die Kamera auf keinen Fall bewegt und dass Autofokus und VR abgeschaltet sind. Andernfalls werden die Bilder später ich wirklich deckungsgleich sein und sich wenn überhaupt nur mit viele Mühe zu einem HDR zusammen setzen lassen. Aber auch dieses Ergebnis ist eher langweilig und blöd.

Also hole ich das neue Walimex 3.5/8mm Fisheye aus dem Fotorucksack. Vor ein paar Tagen habe ich es in einem Unboxing bei YouTube vorgestellt. Am Ende dieses Videos habe ich damals gesagt, dass ich überlegen würde es vielleicht zurück zu schicken, weil es bei meinen ersten Testaufnahmen mit der D300 die Bildecken abgedunkelt hat. Komischer Weise kann ich diesen Effekt an der D7000 nicht ausmachen. Hier sieht es soweit gut aus? Zurück geschickt habe ich das Objektiv nicht. Der Grund war aber nicht die tolle Qualität sondern meine eigene Faulheit, aber das ist ein anderes Thema.

Mit dem 8mm ist ein wirklich toller Rundblick möglich. Aber man ist bei der Komposition seiner Bilder auch stark eingeschränkt. Ist im Bild ein“Horizont“ klar erkennbar, so sollte er auch etwa in der Bildmitte sein. Andernfalls ist er später im Bild krumm wie eine Wurst. Weil ich es von der Hasselblad inzwischen so gewohnt bin, verwende ich die D7000 auf dem Stativ gern im Live-View Modus. Hier klappt sogar die Bedienung mit dem ML-L3 in Verbindung mit der Spiegelvorauslösung, das ist wirklich praktisch. Und man kann mal eben schnell ein kleines 3 Sekunden-Video aufzeichnen, auch nicht verkehrt!

Ok, zurück zum Bild. Die Kontraste sind wirklich krass und auf den JPG’s sind Fels und Himmel entweder viel zu hell oder die Schattenbereiche viel zu dunkel. Bei der RAW-Konvertierung versuche ich diese Probleme auszugleichen. Vorort habe ich jeweils Belichtungsreihen mit 3 Bildern und 0.7EV Schrittweite gemacht um so die bestmögliche Belichtung so gut wie möglich zu treffen. Aber wirklich gut gefällt mir das Ergebnis auch nicht. Den künstlich aufgehellten dunklen Bildbereichen sieht man deutlich an, dass sie aufgehellt wurden. Und in den ehemals hellen, jetzt abgedunkelten Bildbereichen sehen die Farben wirklich komisch aus. Vielleicht lag es auch an mir und vielleicht wäre ja auch mit anderen Einstellungen ein besseres Ergebnis möglich? Fotografieren ist wie „Malen mit Licht“ – ist das Licht schlecht, bekommt man auch keine schönen Bilder hin!

  • Amateurs worry about equipment
  • Professional worry about money
  • Masters worry about LIGHT

Wenn das Licht schon blöd ist, warum versuchen wir es nicht mit ein paar Infrarot-Fotos, vielleicht sehen die ja ganz cool aus? Ich montiere das famose alte Nikon AiS 2.0/35mm an meine D7000. Davor ist ein HAMA IR-72 Infrarotfilter. An der D7000 ist das 35mm Objektiv kein Weitwinkel mehr. Aber ich stehe vor einem Motiv, das genau danach schreit! Als versuche ich mich an einigen Details. Da der Filter praktisch alles Licht sperrt heißt es, abschrauben, Bild-Ausschnitt wählen, alles einstellen, Filter anschrauben, bei Blende 11 und ISO-100 lange 30s belichten und dann 30 Sekunden lang die abwarten bis die Kamera die Rauschunterdrückung erledigt hat. Eine zeitraubende Prozedur während derer mich die Mücken fast auffressen…

Auch diese Ergebnisse sind allesamt langweilig und blöd. Egal was ich später in Nikon Capture auch veranstalte, sie werden dadurch nicht besser. Schade, dass ich die D700 nicht dabei habe, das wäre mal ein guter Vergleich gewesen. Der Dynamikbereich der D700 ist ungleich höher als bei der D700, schließlich sind die Pixel der D700 fast 300% größer! Sobald mal wieder Zeit ist, muss ich dazu mal eine Testreihe starten!

Es geht weiter und ich komme an eine Lichtung mit tollem Gegenlicht. Nun hauche ich auch mal den Infrarot-Filter an und hoffe auf ein cooles Ergebnis. Aber es ist nur ein Gegenlichtbild mit flauen Kontrasten in der Bildmitte und tiefem Schwarz an den Bildrändern.

Ein paar hundert Meter hinter dem Dornheckensee ist ein kleiner wirklich niedlicher verwunschener See. Man muss ein paar Meter über einen Trampelpfad laufen und unter einigen umgestürzten Bäumen hindurch krabbeln. Auf dem Weg dorthin sieht der Wald ganz toll aus und das Licht erzeugt wunderschöne Farben. Aber auf den Infrarot-Bildern komme diese nicht in den erhofften schönen Grautönen rüber.

Auf dem Rückweg fällt mir auf wie krass die Bäume hier in Reih und Glied angepflanzt wurden. Um dem Bild etwas Tiefe zu geben, positioniere ich die Kamera so, dass ein paar Blätter im Vordergrund sind. Aber der Wind weht sie während der langen Belichtungszeit hin und her und das Ergebnis ist auch langweilig.

Wieder an der kleinen Lichtung versuche ich es erneut mit dem Anhauchen des Infrarot-Filters. Auch positioniere ich wieder ein paar Blätter im Vordergrund. Das Ergebnis ist noch langweiliger…

Ein paar Meter später drehe ich mich noch einmal um und fotografiere die kleine Lichtung im Gegenlicht erneut mit angehauchtem Infrarot-Filter. Die Sonne ist schon ein wenig weiter nach Westen gewandert. Aber das Bild wird dadurch auch nicht besser 😦

Zurück am Dornheckensee versuche ich mich mit einem letzten Infrarot-Foto. Unten am See stehen ein paar Leute. Sie reden und machen Fotos. Später sehen sie wie unwirkliche Geister aus. Das gefällt mir eigentlich ganz gut und ich beschließe etwas später, solche Bilder mal auf einem Markplatz zwischen den Markständen zu machen. Wie das wohl aussehen wird? Lauter Geister beim Gemüsekauf?

Danach verschwindet das 35er Objektiv samt IR-Filter in meiner kleinen Fototasche. Nun ist wieder das neue 8mm Fisheye am Zug. Aus der gleichen Perspektive sind Himmel und See fast gleichzeitig zu sehen – wirklich cool! Ich mache wieder 3-er Belichtungsreihen und kann später aus jeweils zwei Bildern ein Bild zusammen setzen. So wie im folgenden Beispiel. Der obere Bereich ist -0.7EV weniger stark belichtet als der untere Bereich.

Nun drehe ich mich um 90° nach links und drehe die D7000 wieder in das Querformat. Das Fisheye wird angehaucht und während es abtrocknet, knipse ich ein Bild nach dem anderen. Hier fällt auf, dass sich aufgrund der großen Fläche die Frontlinse kaum gleichmäßig „vernebeln“ lässt. Auch trocknet sie unterschiedlich schnell ab. So wirklich gefällt mir das Ergebnis auch nicht…

Zum Ende der Fotosession dann noch ein kleines HDR mit dem Fisheye. Oberflächlich betrachtet ist es ok, aber schaut man sich die vom Wind bewegten Blätter an, so verliert man allen Spaß an HDR-Fotos im Wald. Hier hilft nur eines, eine Kamera mit einem großen Chip und großen Pixeln.

Diese Kamera muss nicht unbedingt eine Nikon D700 sein, eine alte Hasselblad 500CW mit CFV-50 Digitalrückteil würde es auch tun…

Am Ende des Tages gefällt mir das kleine Manfrotto Stativ von allem am Besten. Es ist ausreichend groß und stabil und ich bin mir sicher, dass es im Dezember mit auf die Kanaren fliegen wird. Mal sehen was noch alles mit darf. Eigentlich brauch meine Hasselblad mal wieder „Bewegung“ auch wenn es nur Fuji Velvia 50 sein werden die sich in einem der Magazine bewegen. Aber wer hat schon 14.000 Euro für ein Digitalrückteil, das weder an der SWC noch am Flexbody korrekt funktioniert und das außerdem kleiner als ein Stück 6×6 Diafilm ist…

Hier noch ein Foto der D7000 samt Wasserwaage, 35er AiS, IR-Filter und dem neuen Manfrotto-Stativ. Aufgenommen habe ich dieses Bild mit der kleinen neuen Nikon AW-100. Man beachte das gruselige Bokeh – also die Hintergrundunschärfe! Für schöne Portraits sind Kameras wie die AW-100 nicht wirklich geeignet. Dafür sind die Chips einfach zu klein und die Brennweiten zu kurz.

Panoramafotos mit der Nikon AW-100

Die meisten Menschen mögen Panoramafotos. Wer kennt sie nicht diese Situationen im Urlaub wenn man mit seiner kleinen Kamera vielleicht in der Toskana an einem genialen Aussichtspunkt steht und so überwältigt von dem ist was man sieht, dass man instinktiv versucht alles festzuhalten. Nur wie soll man all das was man da sieht in einem kleinen Foto unterbringen? Also macht man mehrere Fotos und versucht sie später zusammen zu kleben. So war das jedenfalls vor 10 Jahren noch…

Wirklich gut erinnere ich mich auch an meine erste Fuji APS Kamera. Das Ding machte Panoramafotos, wie genial! Wenn ich sie heute anschaue muss ich müde lächeln aber damals waren sie absolut sensationell! Irgendwann kam mir eine Canon G2 ins Haus. Ein kleines feines Ding und sie hatte einen Panorama-Assistenten! Ich weiß noch genau wie ich mal an einem kalten klaren Wintertag damit an der Bonner Museumsmeile herumgewandert bin und versucht habe alles auf ein Bild zu bekommen. Heute weiß ich, dass das Blödsinn war, aber versucht habe ich es dennoch. Und von den ersten Prints eben dieser Bilder auf einem Large-Format-Printer war ich schwerstens beeindruckt. Nie zuvor hatte ich ein Bild mit einem Format von 100×30 cm  und noch viel mehr in Händen gehalten, der absolute Wahnsinn!

Nur wie rahmt man das ein? Wie präsentiert man solche Fotos und an welche Wand kann man sie hängen?

Panoramafotos, wir lieben und wir hassen sie! Lieben weil sie cool sind, hassen weil sie so unhandlich sind. Ich denke, dass 99% aller weltweit geknipsten Panorama-Fotos ausschließlich auf Computern angezeigt werden. Man zoomt hinein und heraus und hat dabei das gleiche Problem, das ein Architekt oder Bauingenieur bei der Arbeit mit Auto-CAD hat. Entweder sieht man den ganzen Plan und erkennt nicht, dass man gerade dummerweise eine winzige Toilettenschüssel in der Einfahrt zur Tiefgarage eingefügt hat oder man sie eine Toilettenschüssel und weiß nicht wo die Aufzüge und Versorgungsschächte sind.

Übersicht versus Detailansicht – ein uraltes Problem – nicht nur in der Panorama-Fotografie.

Trotz aller Probleme liebe ich Panoramafotos und habe mir sogar mal eine wirklich sündhaft teure spezielle NOBLEX Panoramakamera gegönnt. Dieses Monstrum nimmt mit einem rotierenden Objektiv Panorama-Fotos auf die ein Format von 6×12 cm haben. Scannt man das ein, erhält es gewaltige Bilddateien mit irre vielen Details. Blöd nur, wenn diese Kamera eine Macke hat und sich der Film nicht korrekt weitertransportieren läßt. Manch einer gibt sie im Fotoladen zurück und tauscht sie gegen eine hagelneue Hasselblad 500CW 🙂

Hier habe ich ein kleines Video meiner NOBLEX, das ich vor langer Zeit mit meinem Nokia N95 aufgenommen habe.

 

Erst als die letzte TFS-Fehlermeldung bearbeitet und die letzte E-Mail beantwortet ist, werde ich heute bemerken, dass es wieder einmal von Mainz zurück nach Bonn geht. 🙂

Also rauf auf mein weißes „Mädchenmotorrad“ und ab in Richtung Norden. Da sie gerade halbwegs sauber ist, mache ich vor meinem Mainzer Appartement mit der Nikon AW-100 schnell noch ein paar Detailfotos und ein kleines Video. Die Sonne scheint aber es ist nicht wirklich warm. Das Bordthermometer zeigt 12 °C, aber egal, nur die „Harten kommen in den Garten“!

Bei Waldlaubersheim verlasse ich die A61 und fahre kreuz und quer durch Weinberge, Täler, Wälder und lande schließlich auf der Hunsrück Höhenstraße. Dort fällt das Thermometer bis auf 8°C und ich gerate in einen kurzen Hagelschauer. Au Backe, die Motorrad-Saison ist wirklich vorbei! Nur gut, dass ich mich irgendwo in den Weinbergen bei Waldlaubersheim vorher ein wenig aufgewärmt und ein paar Fotos meiner schönen weißen BMW K1200r Sport gemacht habe.

Abends hatte ich im AW-100 Handbuch gelesen, dass die neue Nikon AW-100 einen speziellen Panorama-Modus hat. Das wäre hier in den Weinbergen jetzt genau das Richtige! Eine krasses Panorama auf dem man alles aber auch alles sehen kann!

Die Nikon AW-100 kennt einen „normalen“ Panorama-Modus und einen „automatischen“ Modus. Der normale Modus ist so wie früher bei der Canon G2. Man hat einen „Assistenten“ der beim zweiten Teil-Bild einen Teil des ersten Teil-Bildes anzeigt. Das hilft dabei die Bilder auch ohne Stativ relativ sauber aneinander setzen zu können. Man macht Bild um Bild und erstellt später am Computer mit einem Programm wie bspw. Autopano-Pro sein Panorama.

Das kenne ich schon und das funktioniert recht gut!

Aber wie ist der neue automatische Modus? Also versuchen wir es mal!

Ist dieser Panorama-Modus aktiv und man hat ausgewählt, dass man eine vielleicht ein 180° Panorama aufnehmen will, richtet man die Kamera an eines der „Enden“ des „gedachten“ Panoramas, betätigt den Auslöser und dreht die Kamera dann langsam und gleichmäßig um 180° bis zum gegenüberliegenden Ende. Danach wird kurz gerechnet und fertig ist das Bild. Schwenkt man zu schnell oder ist es zu dunkel klappt es mit dem Panorama nicht. Auch sollte man die Kamera im Hochformat halten, dann ist meiner Meinung nach die Auflösung etwas besser.

Nach all der Vorrede habe ich hier nun ein völlig unbearbeitetes Beispielpanorama aus der Nikon AW-100. Anklicken für Originalgröße – ist doch geil – oder?

Und noch ein paar ergänzende „Out-Of-The-Cam-Shots“ (Anklicken für Originalgröße)

Eine „Immer-Dabei“ Hosentaschenkamera in dieser Qualität habe ich mir immer gewünscht. Da kommt (noch) kein Handy mit und man muss während eines Hagelschauers auch nicht darum fürchten, dass die Kamera in der Brusttasche der Motorradjacke nass werden könnte. Es ist eine All-Wetter Kamera, eben eine AW-100!!