La Palma – Tag 5

Als wir am Morgen auf dem Weg zum Frühstück sind ereignet sich am Himmel etwas höchst bemerkenswertes. Wir sehen Wolken, endlich die heiß ersehnten fotogenen Urlaubswolken. Einen kurzen Augenblick überlege ich ob ich schnell zurück ins Zimmer soll um schon einmal einen Fotoapparat klar zu machen, aber der Hunger siegt. Während wir mit Blick auf das Meer frühstücken erwacht der Tag so richtig. Bei mir verhält es sich leider irgendwie umgekehrt. Nach dem Frühstück bin ich noch genauso müde wie zuvor, aber doch gewillt ein paar schöne Fotomotive zu suchen bei denen die überaus fotogenen Morgenwolken die Sahne auf den Fotos sein könnten.

Als wir das Restaurant verlassen muss ich dann zu meinem Entsetzen feststellen, dass es keine Wolken mehr gibt. Sie sind einfach weg, scheinbar hat die Sonne sie verdunsten lassen, oder der Wind hat sie hinfort geweht. Ich komme mir ein wenig vor wie Leonardo di Caprio in seiner Rolle als Howard Hughes. Insgeheim denke ich mir „Warum sieht das so scheiße aus? Wolken das ist es, wir brauchen Wolken!!!“ Doch im Film muss danach die gesamte Crew viele Monate warten bis sie ihre Fliegerschlacht vor einem hübsch locker bewölktem Fotohimmel drehen können. Mir schwant nichts gutes, wenn wir Pech haben wird es hier noch wochenlang keine Wolken geben und damit sind alle Motivvorstellungen die ich beim Reiseantritt im Kopf hatte nur noch Makulatur. Aber warten wir es mal ab, ändern kann ich es ja eh nicht…

Den Rest des Tages versuche ich am Pool zu verbringen. Aber immer wenn ich gerade eingeschlafen bin weckt mich irgendwas. Entweder hat Sandra Hunger oder ich werde hinterlistig mit kalten feuchten Wassertropfen bespritzt. Es ist grauenhaft und ich wünsche mit endlich wieder zurück im Büro sein zu dürfen. Endlich wieder normaaaale Leute!

Gegen 15h wird es unerträglich, ich muss weg von diesen Menschen die gerade alle im Urlaubsmodus sind. Die Hitze geht mir auf den Keks und ich freue mich darauf die Klimaanlage im Zimmer auf 110% zu stellen und mir auf dem Notebook ein paar Folgen von Parenthood anschauen zu können.

So vergeht der Tag ohne ein einziges Foto und am Ende werde ich mich gerädert fühlen, Kopfweh haben und völlig urlaubsreif sein.

Doch dann kommt alles anders…

Während wir beim Abendessen hoch oben über den Bananenplantagen auf das Meer hinaus schauen ziehen plötzlich zaghaft einige kleine Wolken vorüber. Vielleicht sind es die Wolken die wir schon am Morgen gesehen haben. Es könnte sein, möglicherweise haben sie sich hinter dem Sonnenschein versteckt, wer weiß das schon… Ist ja auch egal, denn nun sind sie endlich da die lang erwarteten dekorativen Fotowolken. Da heißt es nichts wie los und das Fotogerät startklar machen. Sandra schnappt sich ihre Nikon D5100 und ich greife mir die auf Infrarot 830nm umgebaute Nikon D300. An die D300 setze ich schnell eines meiner Lieblingsobjektive, das supergute AF-S VR 16-85mm. Mit halb vollem Akku und frisch formatierter 16GB Speicherkarte geht es auch Motivsuche in unserer Hotelanlage. Eigentlich könnte man auch schnell zum kleinen Strand etwas weiter südlich fahren. Aber ich habe schon etwas Bier getrunken und vielleicht sind wird dann zu spät. Während die Sonne immer tiefer steht schieße ich viele viele Fotos dieser großen Hotelanlage. Gekniet, gebückt, stets darauf bedacht Symmetrien und Spiegelungen und diagonale Linien einzufangen.

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Erster Praxisttest mit Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt

Kurz bevor die Sonne komplett verschwindet geht es im Laufschritt zurück zu unserem Zimmer. In Windeseile wird das nagelneue noch nicht wirklich ausprobierte Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt Objektiv an meine Nikon D800E montiert. Schnell noch das neue Bilora-Stativ darunter geschraubt, der Kabelauslöser eingesteckt und schon geht es wieder los. Die 64GB UDMA-Speicherkarte wird unterwegs formatiert.

Die kleine Runde die ich am ersten Abend mit meiner kleinen Nikon 1V1 hier gedreht habe kommt mir jetzt zugute. Steht man unter Zeitdruck weil etwas geschieht was aus Superman nicht aufhalten könnte, so ist es mehr als praktisch wenn jeder Handgriff sitzt und man genau weiß wo man sein Stativ aufstellen möchte.

Während ich zu „meiner Location“ haste muss ich daran denken wie ich im Jahr 2009 mitten in der Nacht aufgestanden bin um am Dead Horse Point in Utah einen grandiosen Sonnenaufgang über dem Canyonlands Nationalpark zu fotografieren. Damals wußte ich nicht genau wohin und statt schöne Fotos zu machen, bin ich damals auf der Suche nach dem „besten Punkt“ verschwitzt durch die Gegend geirrt und habe das weshalb ich so früh aufgestanden war im wesentlichen verpasst.

Heute passiert mir das nicht, jetzt sitzt jeder Handgriff, denn ich habe mir dem neuen Rokinon Shift & Tilt Objektiv schon einige „Trockenübungen“ absolviert.

Mit der D800E nehme ich Belichtungsreihen zu je 5 Bildern auf, als Unterschied zwischen den Bildern stelle ich eine Blende (1.0 EV) ein. Außerdem wird der RAW-Modus aktiviert (was sonst) und die Spiegelvorauslösung eingeschaltet. Am Objektiv wähle ich Blende 11. Die Belichtungsautomatik wird abgeschaltet, ich stelle zunächst 1/250s und ISO-100 ein. Ein paar Minuten später dann 1/125s, später 1/60s und schließlich 1/15s. Um diese Werte „herum“ produziert das Bracketing dann jeweils zwei über- und zwei unterbelichtete Bilder. Später öffne ich dann jeweils alle 5 Bilder einer ausgewählten Belichtungsreihe gleichzeitig in Photoshop CS6. Das korrekt belichtete Foto korrigiere ich so, dass es mir gefällt. Den Chip der D800E habe ich am Morgen noch geputzt, aber es ist trotzdem ein einzelner kleiner Krümel zu sehen. Dieser lässt sich aber mit dem RAW-Konverter sehr einfach entfernen. Alle Einstellungen werden danach auf die restlichen 4 Bilder übertragen. Nun werden alle 5 Bilder „richtig“ geöffnet und als JPG-Dateien mit niedrigster Komprimierung gespeichert und geschlossen.

Nun kommt die HDR-Verarbeitung, dazu werden alle 5 JPG-Dateien wieder geöffnet und zwar über File -> Automate -> Merge to HDR pro. Photoshop erzeugt nun automatisch ein bereits sehr ansprechendes HDR-Bild. Anschließend wird an den vielen Reglern so lange geschoben bis mir das Ergebnis gefällt.

Hier habe ich nun mein erstes HDR für Euch, das ich mit dem Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt und der Nikon D800E aufgenommen habe. Die Bilddatei habe ich auf 1920 Pixel Seitenlänge verkleinert. Wer mag kann sie sich ja als Hintergrundbild auf seinem Computer einrichten und sich fortan auf seine eigene Reise nach La Palma freuen 🙂

Nikon D800E - Rokinon 3.5/24mm Shift & Tilt

So geht dann ein Tag dann doch noch relativ euphorisch zu Ende, der so ganz anders begonnen hatte. Letztlich war es heute auf La Palma wieder richtig schön. Langsam aber sicher haben die Insel und ich begonnen uns miteinander anzufreunden. Na schauen wir mal was daraus noch wird…

La Palma – Tag 3

Am nächsten Morgen frühstücken wir zweimal. Das erste Frühstück gibt es auf einer Art offener Terrasse im „Haupthaus“. Der Boden ist aus Holz und wenn einer der anderen Gäste elefantengleich an uns vorbei stampft droht der Kaffee in den Tassen überzuschwappen. Als wir halbwegs gesättigt sind beschließen wir das Frühstücksangebot für Langschläfer auszuprobieren. Hier können wir herrlich draußen im Schatten sitzen. Es gibt viel frisches Obst und ein Glas Sekt. Wir können auf das Meer schauen und das kleine weiße Segelboot am Horizont bewundern. Es ist fast wie in einem Film und es ist wirklich schön.

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Während wir den Sekt in kleinen Schlucken in uns einfüllen besprechen wir das Programm des Tages. Dabei wird klar, dass wir beide keine Lust haben erneut in der sengenden Sonne durch hunderte Kurven die Berge hinauf und hinab zu fahren. Wir entschließen uns einen ruhigen Tag in dieser gewaltigen Hotelanlage zu verbringen. Eigentlich ist es kein Hotel, sondern schon fast eine kleines Urlaubsdorf.

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Auch sind wir uns einig, dass der Vortag aus fotografischer Sicht eher langweilig war. Hier gibt es zwar viele tolle Locations und diese Insel hat für den ambitionierten Fotografen viel zu bieten. Aber diese Locations muss man im Grunde alle erwandern. Viele Wanderungen erstrecken sich über mehr als 6 Stunden und es gilt meist mehr als 400 Höhenmeter zu überwinden, wohlgemerkt rauf und wieder runter! Also versuche ich mich mit der Nikon 1V1 mal auf dem Gebiet der „Blümchenfotografie“ 🙂

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Nach dem langen dunklen Winter und den vielen Monaten ohne Bewegung und Kantinenfutter ist meine Kondition nicht nur am Nullpunkt angelangt, es fühlt sich an als läge sie sogar darunter. Es fällt mir derzeit schon schwer von unserem Zimmer nur hinauf zum Abendessen zu laufen. An eine mehrstündige Wanderung in sengender Sonne bei 30°C und mehr ist überhaupt nicht zu denken. Die tolle D800E und die coole Infrarot-Kamera (Nikon D300) hätte ich eigentlich auch daheim lassen können. Bei meinem aktuellen gesundheitlichen Zustand bin ich ihrem krassen Gewicht und den steilen Wanderwegen auf dieser schönen Insel leider überhaupt nicht gewachsen. Ein bittere aber wahre Erkenntnis, zumindest als Fazit nach den ersten beiden Tagen. Aber schauen wir mal was sich in den nächsten Tage noch ergeben wird. Große Hoffnungen habe ich allerdings nicht.

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Aus fotografischer Sicht ist es hier derzeit wirklich langweilig. Der Himmel ist von morgens bis abends einfach nur langweilig blau. Dekorative kleine Wolken sind nicht in Sicht und so  sehen die meisten Landschaftsaufnahmen hier eher trostlos aus. Wer hier in diesen Tagen auf spektakuläre Sonnenuntergänge hofft wird bitter enttäuscht werden. Die Sonne nähert sich abends dem Horizont und dann schwupp ist sie  weg und es wird dunkel. Das hatte ich mir anders gewünscht, aber so ist das eben bei uns Landschaftsfotografen. Wirklich gute Motive muss man sich erarbeiten und die wirklich schönen Locations oft mehrfach besuchen bis man dort irgendwann vielleicht das ultimative Foto aufnehmen kann.

Das vergessen viele Amateure immer wieder. Schaut man sich in der Galerie von Tom Till in Moab/Utah um, so sieht man dort ein exzellentes Foto neben dem Anderen. Fast alle Fotos sind rund um Moab entstanden. Ich selbst habe dort schon mehrere Wochen verbracht, aber noch nicht ein Bild aufnehmen können das sich qualitativ mit den Arbeiten von Tom Till messen könnte. Warum ist das so? Ich denke es liegt eben daran, das Tom Till dort lebt, die Locations kennt und oft viele Monate oder Jahre auf den absolut perfekten Moment wartet. So schafft er es dann die False Kiva in tollem Licht zu fotografieren oder den Balanced Rock mit einem Gewitterblitz darüber.

Hier auf La Palma ist das nicht anders. Wer hier die ultimativen Fotos machen möchte, der muss sich auskennen, zur richtigen Jahreszeit hier sein und er braucht eben viel viel Kondition für die langen kräftezehrenden Wanderungen zu den mitunter einzigartigen Locations. Da wir all das nicht haben, werden wir von dieser Reise wohl nur mit einigen netten Knipsbildern zurückkehren. Das ist ein wenig traurig, wird aber wohl doch die Wahrheit bleiben.

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Den Rest des Tages verbringen wir also am Pool. Alle 30 Minuten wird es mir zu bunt und es geht ins Wasser. Die vielen Pools haben zusammen eine enorme Fläche und so verteilen sich die Gäste ganz wunderbar. Meist haben wir einen großen Pool sogar für uns ganz allein. Am späten Mittag gibt es einen ganz brauchbaren Hamburger mit Fritten. Sandra genehmigt sich eine Pizza mir Meeresfrüchten. Zusammen mit einem großen Bier und einer Flasche Wasser kostet das hier gerade einmal 18,- Euro!

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Und auch an dieser Tag endet wie die Tage zuvor mit einem wirklich unspektakulären Sonnenuntergang. Dank des RAW-Modus und des recht brauchbaren Tonwertumfanges der kleinen Nikon 1V1 lässt sich daraus noch ein recht stimmungsvolles (allerdings schwer geschöntes) Foto zaubern 🙂

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La Palma – Tag 2

Rundreise-LaPalma-South

Am Morgen ist mir nicht ganz klar warum ich mich so beschissen fühle. War es die Klimaanlage die während der Nacht kalte Luft auf unsere leblosen Körper geschaufelt hat oder habe ich einen Kater wegen der Mojitos des Vorabends? Ist aber auch egal, ich fühle mich echt mies und draußen sind es schon wieder 28°C. Wir wollten ja dem nasskalten deutschen Mistwetter entfliehen aber irgendwie ist es hier auch nicht so mein Ding. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu Deutsch und habe allein aufgrund meiner Gene ständig etwas zu meckern. Aber vielleicht ist auch einfach nur der Kontrast zu heftig.

Nach dem Frühstück geht es langsam besser. Sandra und ich laden in der Lobby unsere Artikel des Vortages hoch und beschließen eine kleine Rundreise um den südlichen Zipfel dieser doch überraschend großen Insel zu unternehmen.

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Zu Beginn fahren wir über die kleine Küstenstraße nach Süden. Hier reiht sich schier endlos eine Bananenplantage an die Nächste. Wer soll bloß all diese Bananen jemals essen, frage ich mich? Ein paar Minuten später finden wir eine kleine Bucht mit einigen Tauchern und Fischerbooten. Das sieht alles noch sehr idyllisch aus und lädt dazu ein das eine oder andere Knipsbildchen aufzunehmen. Meine Nikon D800E und die auf Infrarot umgebaute D300 liegen noch immer unbenutzt im Handgepäckkoffer im Kofferraum unserer schwarzen Dieselrakete. Dieses Auto ist hier ganz praktisch denn der relativ drehmomentstarke kleine Dieselmotor lässt das Auto ganz entspannt die vielen Steigungen hinauf krabbeln.

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Es geht weiter und wir finden einen schönen alten Leuchtturm. Er ist etwas verwüstet, offensichtlich wird der seit der Fertigstellung seines neuen Pendants nicht mehr genutzt. Ein paar Fotos ist er uns dennoch wert.

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In der Nähe des Leuchtturms liegt der Vulkan Tenerguia. Zuletzt ist er 1971 ausgebrochen und es gibt viele Fotos die zeigen wie die Lava aus dem Schlot dieses Vulkans heraus gespritzt ist. Dementsprechend gibt es auch viele sehr junge Lavafelder die es für uns mit dem Auto zu durchqueren gilt. Ähnlich sieht es auf Teneriffa unterhalb des Pico del Teide aus. Aber hier liegt der letzte Ausbruch viel länger zurück und das Lavafeld ist hoch oben in den Canadas fast 2.000 Meter hoch über dem Meer. Hier unterhalb des Teneguia ist man dem Meer sehr nahe und es sieht an einigen Stelle aus, als wäre die heiße Lava sogar ins Meer geflossen. An einer Stelle steht am Ende eines dieser Lavaströme eine winzig kleine „Kapelle“ mit einer kleinen Madonna im Inneren die kaum größer als eine Barbe-Puppe ist. Für mich sieht es aus, als hätten die Bewohner dies aus Dankbarkeit erreichtet, weil ihre kleine schnuckelige Bucht von der Lava verschont geblieben ist.

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Es geht weiter zur Hauptstadt Sandra Cruz. Zwischendurch machen wir oberhalb des Flughafens eine kleine Pause und wundern uns nicht schlecht als wir nur eine kleine Propellermaschine am Terminal sehen. La Palma ist eben eher eine Insel abseits des Massentourismus. Sicher ist das auch der Grund warum bei unserer Anreise viele gut trainierte „Power-Rentner“ mit Anderschuhen im Trekking-Outfit im Flieger waren. Auf dem Weg nach Teneriffa wird man eher von alten Menschen begleitet die kurz vor Pflegestufe 3 sind. Mehrfach haben wir auf dem Weg nach Teneriffa erlebt, dass jemand am Gate kurz vor dem Abflug zusammen geklappt ist oder bei der Landung mit einem Krankenwagen abgeholt werden musste. Das scheint hier auf La Palma grundlegend anders zu sein!

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In der Inselhauptstadt Santa Cruz finden wir in einer kleinen Seitenstraße einen Parkplatz und können ein wenig diese schöne Stadt erkunden. Alles ist hier sehr strukturiert, ordentlich und aufgeräumt. Es erinnert mich ein wenig an La Laguna auf Teneriffa. In einer kleinen netten Tappas-Bar gibt ein leckeres Chicken-Curry mit Basmatireis. Sandra lässt sich Hühnchen mit Gemüse aus dem Wok schmecken. Das alles spülen wir mit einem Radler (Chandy) herunter. Zum Abschluss  gibt es noch einen leckeren Barraquito mit „Kanarischen Vitaminen“.

Unsere Reise führt uns weiter quer über die Berge auf die andere Seite der Insel. Unser Ziel ist Los Llanos. Die Straße die uns den Berg hinaufführt ist fast wie eine Autobahn ausgebaut, aber man kann hier nicht wirklich schnell fahren, denn die Kurven sind mitunter etwas abenteuerlich. Diese Straße wäre ein Eldorado für Motorradfahrer.  Etwas unterhalb des Felskammes geht es durch einen knapp 1100 Meter langen Tunnel auf die andere Seite. Hier können wir nach Rechts die südliche Wand der großen Caldera de Taburiente sehen. Viele Kurven später landen wir in Tazakorte, einem niedlichen kleinen Örtchen direkt am Meer. Hier gibt es ein leckeres Eis und einen Schluck kalte Cola. Die Cola wird mit zwei großen Eiswürfeln serviert. Ich bin bei diesen Dingen meist sehr skeptisch, doch es geht alles gut, wir verderben uns die Mägen nicht.

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Über die wunderschöne Küstenstraße geht es ganz entspannt zurück zum Hotel. Nach dem Abendessen bin ich von der vielen Sonne und den unendlich vielen Kurven völlig erledigt. Der Kopt schmerzt und ich mag einfach nicht mehr. Ich will nur noch ins Bett. Vor dem Abendessen haben wir die Klimaanlage auf die höchste Stufe gestellt und eine unserer Karten im Zimmer stecken lassen. So ist es nach dem Essen dort angenehm kühl.  Im Fernsehen gibt es hier 5 deutsche Sender, auf VOX läuft ein Streifen mit Kurt Russel und Steven Segal. Als wir „einsteigen“ hängt gerade ein schwarzer Tarnkappenbomber unter einer Boeing 747. Es geht einiges schief und der gute Steven Segal ist so schnell wie er in unser Leben getreten ist auch schon wieder fort – das ist ja noch einmal gut gegangen 🙂

Der Schlaf ist unruhig und ich träume wirres Zeug. Irgendwann werde ich wach, nass geschwitzt, die Klimaanlage ist aus, die Türe geschlossen und die Luft stickig. Irgendwas macht einen höllischen Lärm. Es brummt und dudelt vor sich hin, was ist das bloß? Ziemlich schlaftrunken wanke ich durch das dunkle Zimmer und suche den Verursacher dieser nächtlichen Attacke. Eine Weile später ist er ausgemacht, es ist unser Zimmertresor. In der Dunkelheit versuche ich ihn zu öffnen, das klappt aber erst als Sandra auch wach wird und das Licht einschaltet. Als die Kiste endlich geöffnet ist liegt dort mein Telefon und macht einen mörderischen Radau. Es ist der nächtliche Alarm den ich zwei Tage zuvor aktiviert habe, damit wir unseren Abflug nicht verpassen. Ich habe vergessen ihn wieder zu deaktivieren. Als endlich wieder Ruhe einkehrt öffne ich die Balkontüre. Davor ist ein Fliegengitter, was hier mehr als sinnvoll ist. Wieder im Bett muss ich aber feststellen, dass nun da die Vorhänge geöffnet sind die Lampen des Weges vor unserem Zimmer selbiges nahezu taghell erleuchten. So kann ich nicht schlafen, Mist… Also wieder raus aus dem Bett und die Vorhänge zu gezogen. Doch nun kommt kaum noch Luft durch das Fliegengitter. Es ist zum die Wände hoch gehen, es ist mir einfach alles viel zu warm und ich bin zu deutsch um das nicht doof zu finden. 🙂

La Palma – Tag 1

Es ist mitten in der Nacht und als die Türe zu meiner Wohnung mit einem satten „Klack“ ins Schloss fällt wird mir klar, der Schlüssel steckt von innen und wir haben keine Chance sie von außen schnell und ohne Probleme zu öffnen. Es ist 3h am Morgen und wir wollen mit unserem Gepäck zum Düsseldorfer Flughafen. Keine drei Stunden später wollen wir mit einem Airbus A321 nach Santa Cruz auf La Palma fliegen. Als mit der Ernst der Lage klar wird kommt Panik auf. Gott sei Dank habe ich mein Handy in der Hosentasche und kann damit einen Schlüsseldienst rufen. Aber es ist 3h am Morgen und es dauert über eine Stunde bis der Mann vom Notdienst eintrifft. Die Türe ist schnell geöffnet, er hat das total drauf, aber der Schließzylinder ist jetzt hin und so vergehen wertvolle Minuten. Als wir endlich auf der Autobahn sind haben wir kaum noch 90 Minuten bis zum Take-Off unserer Maschine. Mit Vollgas fliegen wir über die A3 nach Norden, unser Ziel ist Düsseldorf. In einer Zone in der nur 120 km/h erlaubt sind zeigt die Tachonadel satte 230 km/h. Das ist viel zu schnell, aber wir wollen unseren Flieger nicht verpassen. Plötzlich tauchen im Rückspiegel zwei Lichter auf. Mit konstantem Abstand fahren sie hinter uns her, ich ahne nichts gutes und als ich vom Gas gehe, schaltet das Fahrzeug hinter mir ein Blaulicht ein. Dann leuchtet ein Schriftzug auf „Bitte folgen“ – Oh nein nicht das jetzt auch noch…

Kurz hinter Solingen darf ich mir auf dem Beifahrersitz eines dunkelblauen 5er BMW ein Video anschauen auf dem meine Freundin Sandra und ich in meiner schwarzen Dieselrakete zu sehen sind. Wir waren für mehr als 15s fast doppelt so schnell wie erlaubt, damit ist der Führerschein eindeutig SOFORT weg. So ein Mist hätte ich doch nur die Haustüre nicht so unüberlegt und voreilig ins Schloss fallen lassen, Mist Mist Mist…

Um Weiterfahren zu können muss, müssen meine Freundin Sandra und ich die Sitzplätze tauschen. Es gibt Tage, die sind wie verhext. Als wir am Flughafen eintreffen ist die Schlange fast unendlich lang. Während wir uns böse Kommentare anhören müssen, versuchen uns langsam etwas weiter vor zu mogeln. Endlich am Schalter 165 angekommen sind wir beide fix und fertig und es macht sich in meinem Gesicht ein Ausdruck des Entsetzens breit als wir erfahren müssen, dass unser Flugzeug seit einigen wenigen Sekunden in der Luft ist.

Wir sind die totalen Loser und ich habe es völlig vergeigt, Mist Mist Mist…

Als ich wach werde bin ich schweiß gebadet und kann die Welt nicht mehr verstehen. Der Wecker zeigt 2h24 und er wird in 6 Minuten klingeln. Es war alles nur ein Traum, ein echt fieser echt übler langer Traum voller überraschend realer Details. Nichts was nicht schon einmal passiert wäre aber es ist uns heute noch nicht passiert. Es war nur Traum, Gott sei Dank!

(Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

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Etwas später versuche ich unter der Dusche einen klaren Kopf zu bekommen. Ich fühle mich aber auch nach gefühlten 500 Litern Wasser noch müde und ausgezehrt. Ein prüfender Blick auf die Uhr im Bad verrät, wir haben noch fast drei Stunden bis zum Abflug.

Der Weg zum Flughafen ist sehr introvertiert. Beim Verlassen der Wohnung habe ich penibel drauf geachtet alles richtig zu machen. Wo man auf der Autobahn 80 km/h fahren darf fahre ich 80 km/h. Der Traum war so real, ich halte mich an die Regeln, nur so habe ich ein gutes Gefühl. Als wir mein Auto am ICE-Bahnhof in Düsseldorf abstellen beginnt es zu regnen. So geht das jetzt schon eine ganze Weile. Der Winter war lang kalt und dunkel, das Frühjahr meist total verregnet. Und an den wenigen sonnigen Tagen war es unerträglich heiß oder drückend schwül.

Beim Check-In ist wie in meinem Traum eine lange Schlange, aber Air Berlin hat gefühlte 20 Schalter geöffnet und so geht es zügig voran. Mein Koffer ist nicht ganz voll, normalerweise hat er genau 20 Kilogramm, heute sind es nur 18,25 Kg. Auch Sandras Koffer wiegt etwas weniger als 20 Kg. Als wir dann erfahren, dass bei Air Berlin 23 Kilogramm erlaubt sind, staunen wir nicht schlecht. Sandra hätte also locker noch ein Stativ mitnehmen können. Und in meinem Koffer hätte noch das eine oder andere Objektiv seinen Platz gefunden. Aber man muss das auch alles immer durch die Gegend schleppen und so sind wir ganz froh, dass wir nur  die (hoffentlich) wichtigen Dinge eingepackt haben und uns nicht mit (hoffentlich) überflüssigem Krams abschleppen müssen.

Als unser Airbus A321 mit Ziel La Palma pünktlich abhebt fällt mir ein Stein vom Herzen. Wir haben es geschafft, nun fliegen wir der Sonne entgegen. Zwei Wochen lang blauer Himmel 28°C, Meer, Berge und kaltes Bier, was für eine bezaubernde Perspektive. Im Flugzeug versuche ich so gut es geht noch ein wenig zu schlafen. Immer wieder ertappe ich mich dabei wie ich mit schlaff herab hängendem Unterkiefer die Flugbegleiter belustige. Mehrmals ist mein Schnarchen so laut, dass ich selbst davon wach werde. Das geht gar nicht, mehr als gar nicht, es geht überhaupt nicht!

Also krame ich mein iPad heraus, stöpsle meinen BOSE Quit Comforf 15 Kopfhörer ein und schaue mir ein paar Folge von „Parenthood“ an. Mit Beginn der dritten Folge stupst Sandra mich dann an, wir sind im Landeanflug. Hey das war doch ganz entspannt und ich da wir so früh beim Check-In waren, konnten wir sogar auf zwei XL-Seats direkt am Notausgang sitzen. Herz was willst Du mehr.

Der Flughafen von La Palma ist ein kleiner Provinzflughafen, aber alles ist trotzdem sehr modern. Zwischen all dem Sichtbeton ficht Sandra am Gepäckband den üblichen Kampf mit den rücksichtslosen anderen Fluggästen aus. Aber sie gewinnt auch heute und als ich gerade am Schalter von CICAR die Schlüssel zu unserem Mietwagen entgegen nehme steht sie schon mit einem Trolly und allen Koffern neben mir. Hier auf La Palma ist alles sehr steil und der Flughafen ist auf einem winzigen Zipfel dieser Insel angesiedelt. Das Parkhaus ist unter dem Terminal und so dauert es eine Weile bis wir unseren Mietwagen gefunden haben. Es ist wieder ein Opel Astra, diesmal ein Diesel. Auf dem Tacho stehen etwa 46.000 Kilometer. In Deutschland hätte man ihn längst gegen ein neues Exemplar ausgetauscht. Aber auf den Kanaren sind die Preise für Mietwagen deutlich geringer und damit auch die Erlöse aus der Vermietung. Für 14 Tage inkl. aller Kilometer und Versicherungen etc. kostet dieses Auto gerade einmal 261,23 Euro, das ist nicht schlecht. Und unser Opel ist in ganz ordentlichem Zustand, überhaupt ist CICAR ein Autovermieter mit dem ich noch nie schlechte Erfahrungen gemacht habe. Allerdings sollte man wissen, dass man beim AirBerlin-Partner Europcar gegen Vorlage der Bordkarte hier auf La Palma 15% Rabatt auf einen Mietwagen bekommt. Man müsste mal genau nachrechnen welcher Vermieter letztlich billiger ist.

Bei CICAR versucht jedenfalls niemand den Kunden unnötige zusätzliche Versicherungen aufzuschwatzen. Das kenne ich von Alamo in Las Vegas ganz anders! Und es gibt hier auch keinen Stress mit den Tankfüllungen. So wie der vorherige Kunde das Auto abgegeben hat, so übernimmt man es, nur eben frisch geputzt. Bei unserem Opel ist der Tank kurz vor der Reserve. Das ist aber kein Problem, es ist im Mietvertrag so vermerkt und ich kann ihn so wieder abgeben. Die Tankstelle ist gleich am Ausgang der Tiefgarage. Beim zweiten Anlauf stehe ich dann auch vor der richtigen Zapfsäule. Diesel heißt hier „Gasoil“ – das muss man wissen! Und hier kostet ein Liter Diesel gerade mal 1,09 Euro. Die erste Tankfüllung kostet somit knapp 50 Euro und der Tankwart freut sich über ein kleines Trinkgeld.

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Unsere Reise beginnt, im Radio läuft nur komisches Zeug, aber dieser Opel hat auch wieder einen USB-Anschluss. Das trifft sich gut, denn am Vorabend habe ich einen USB-Stick mit 16 GB fetziger Musik betankt, damit werden wir uns 14 Tage lang vorzüglich beschallen können. Außerdem habe ich für den Fall der Fälle eine CD mit fast 100 Songs im MP3 Format gebrannt. Im April auf Teneriffa hatte unser fast identischer Opel Astra keinen USB-Anschluss. Damals mussten wir erst ein paar CD-Rohlinge kaufen und auf Sandras Notebook eine Musik-CD brennen. Nach dem Umbau meines 17“ MacBooks habe ich dort leider keinen DVD-Brenner mehr, er wurde durch eine 1TB große Festplatte ersetzt die sich meine Daten mit einer 256GB großen SSD teilt.

Den Weg zum Hotel habe ich mir vorab bei Google-Maps angeschaut. Wie auch auf Teneriffa war Google hier sehr emsig und man kann fast alle Straßen der Insel in Google-Maps sogar via Streetview anschauen. Im Gegensatz zu Deutschland sind hier übrigens die allerwenigsten Fassaden „getarnt“. Die Kanarios sind im Punkto „Datenschutz“ scheinbar nicht so sensibel wie deutsche Hausbesitzer. Wie dem auch sei, diese „Vorab-Tour“ war mehr als praktisch. So hatte ich schon einen sehr guten Eindruck dieser Insel und etwa 30 Minuten später finden wir unser Hotel ganz ohne GPS und anderen neumodischen Schnickschnack. Sehr cool ist es, als wir an einem Abzweig vorbei kommen den ich von Google Streetview kenne. Hier muss ein Wegweiser sein der zu unserem Hotel dem Teneguia Princess weist. Aber vor den Schildern parkt ein großer Transporter, in Deutschland hätte man ihn längst abgeschleppt. Hier wagen wir einen etwas umständlichen Blick und siehe da, die Wegweiser sind noch genau so wie man sie für Google-Streetview fotografiert hat.

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Über eine kurvenreiche Straße geht es hinab zum riesigen Hotelkomplex. Dieses Hotel ist so gewaltig, dass man es schon von weit oben sehen kann. Es gibt mehrere Pools, Restaurants, Geschäfte und insgesamt etwa 600 Zimmer. Damit bietet dieses Hotel Platz für weit mehr als 1.000 Gäste.

Beim Check-In geht es sehr freundlich und zügig zu. Es gibt zwei Restaurants für das Frühstück. Eines für „normale“ Schläfer und eines für uns Langschläfer – supercool! Der Mietsafe kostet 2,- Euro am Tag, die 28,- Euro kann ich bar bezahlen. Der Schlüssel für den Safe ist unsere Zimmerkarte. Sie muss nur schnell entsprechend codiert werden. In der Lobby gibt es ein WLAN. 24h kosten 6 Euro – das kennen wir schon vom Las Aguilas auf Teneriffa. Allerdings gibt es keine WLAN-Verbindung in den Zimmern. Dazu ist die Leitung zu „dünn“ und die Anlage zu weit verzweigt. Wer also seine E-Mails abrufen will, der muss sich mit seinem Notebook in die toll gestaltete Lounge setzen. Für mich ist das kein Problem, allerdings hat Sandra ein Notebook ohne Akku dabei, weil dieser vor ein paar Wochen endgültig seinen Geist aufgegeben hat. Aber es gibt Steckdosen!

Einige Internet-PCs gibt es auch, aber hier kosten 10 Minuten Internet 1,- Euro! Gleich daneben sind zwei große Flachbildschirme und jeweils zwei XBox Controller. Hier können Kids ein Motorrad-Rennen ausfechten. Es gibt auch Billard-Tische, ein Spiel kostet allerdings 2,- Euro. Unser Zimmer ist etwas abgelegen im EG mit Blick auf eine Wiese, Palme und einige Häuserdächer. Das Meer kann man nicht so wirklich sehen, einen kleinen Zipfel sieht man schon, aber meine Hoffnungen hier Abend für Abend tolle Sonnenuntergänge mit vielen Zeitraffer-Aufnahmen festzuhalten muss ich mir leider abschminken. Die Reise kostet 2.127,- Euro, wir haben ein Doppelzimmer Typ 1 und Halbpension. Was genau sich hinter „Typ 1“ verbirgt war mir bei der Buchung nicht ganz klar. Sicher hätte man es irgendwo im Kleingedruckten nachlesen können, aber wir haben sehr kurzfristig gebucht und waren froh überhaupt so kurzfristig eine Reise nach La Palma zu bekommen die einen Non-Stop Flug und ein ordentliches Hotel enthält.

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Die Hotelanlage ist sehr weitläufig, es ist schon fast eine kleine Stadt. Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt haben erkunden wir die Anlage und landen in einer netten kleinen Pizzeria direkt am Pool. Die Pizza ist ganz ordentlich, wenngleich auch keine kulinarische Offenbarung. Aber mir schmeckt es und das große kalte Cerveza schmeckt dazu richtig gut. Nach der Pizza und einem zweiten Glas Bier bin ich ein wenig angetrunken und so fällt mir unser kleiner Spaziergang unerwartet schwerer als gedacht. An der Bar im Loungebereich ruhen wir uns etwas aus. Sandra bestellt sich einen Bailey‘s und ich ordere einen „Barraquito con Vitaminas Canarias“. Der Barkeeper versteht nicht sofort was ich meine, aber dann grinst er breit – „Si, con Vitaminas Canarias!!!“ Die Kaffeeköstlichkeit die er danach für mich zaubert gehört zum Besten was ich jemals getrunken habe. Erst kommt dicke süße Milch in ein großes Teeglas. Darauf kommt ein Kanarischer Likör, die Vitamine und weil sie sooo gesund sind, ist er nicht kleinlich damit. Anschließend lässt er gekonnt einen Espresso aus frisch gemahlenem Kaffee darauf laufen. Er hält einen Löffel dazwischen, so dass sich die Schichten kaum vermengen. Unten weiß, dann heller Likör, dann schwarzer Kaffee. Danach wird eine Haube aus frisch aufgeschäumter Milch darauf gesetzt. Es folgen drei kleine Kaffeebohnen und ein großes Stück von einer frischen Limette. Als Krönung erhält mein Barraquito ein „Stäubchen“ aus Zimt und Zucker. Dieses Heißgetränk ist der Hammer!!

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Aber die Vitamine hinterlassen Spuren! Keine 30 Minuten später liege ich in unserem Zimmer auf dem Bett. Während die Klimaanlage läuft mache ich ein kleines Schläfchen. Sandra tummelt sich derweil draußen im Pool. Im Schatten sind es 28°C mir ist das zur Mittagszeit einfach viel zu warm und ich bin froh, dass wir eine recht leise und unauffällig arbeitende Klimaanlage in unserem Zimmer haben.

Als ich nach meinem Schläfchen wieder halbwegs klar im Kopf bin reicht mir Sandra von der Wiese vor unserer kleinen Terrasse eine Flasche mit kaltem Mineralwasser und ein leckeres Eis rüber. Sie ist ein Schatz!! Das tut gut und das Eis schmeckt wie ein Magnum Mandel, es steht zwar nicht Lagnese drauf, aber es ist genauso lecker wie daheim!

So kann man es sich hier wirklich gut gehen lassen.

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Während ich etwas später diese Zeilen schreibe bin ich mehr als froh, dass mein nächtlicher Traum nur ein Albtraum war und dass die Wirklichkeit so viel schöner ist 🙂

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Um 19h geht es zum Abendessen in das große Gebäude mit den beiden Türmchen. Der Speisesaal ist groß und etwas verwinkelt. Es gibt mehrere Balkone und kleine Nischen in denen man etwas für sich ist und nicht wie auf dem Präsentierteller speisen muss. Uns gefällt das sehr gut und an Qualität und Vielfalt der Speisen am Buffet gibt es auch nichts auszusetzen. Auch das Personal ist überall freundlich und zuvorkommend. Die Kellner sprechen teilweise ein wenig Deutsch. Wenn es auf Deutsch nicht geht, so hilft die englische Sprache weiter. Wer hier zwei Gläser Weißwein, ein stilles Wasser und andere Dinge auf Spanisch bestellen kann, bekommt vom Personal einen heimlichen Pluspunkt. In den letzten Jahren habe ich immer wieder in Hotelbewertungen gelesen, dass sich Gäste beschweren, dass das Personal kein Deutsch spricht. Für diese Dinge habe ich wenig Verständnis und es ist mehr als überheblich zu erwarten, dass wir Leute aus Deutschland auf der ganzen Welt in unserer Muttersprache hofiert werden. Der eine oder andere Leser mag jetzt denken „Aber ich kann doch kein Spanisch, warum soll ich das jetzt lernen?“ Das ist auch ok, aber wer ein fremdes Land bereist kann sich auch ein wenig Mühe geben und sich zumindest einige wenige Vokabeln in sein Hirn hämmern. Wir Deutsche freuen uns ja auch wenn wir am Eingang zum Canyonlands National Park gefragt werden: „Are you from germany?“ Wir darauf antworten: „Yes, we are germans!“ Um dann ein freundliches „Guten Morgen, herzlich willkommen!“ entgegnet bekommen. Ich tippe ganz schwer darauf, dass es den meisten Menschen die nicht aus Deutschland kommen ganz genau so geht. Also Leute, schnappt Euch einen Reiseführer oder ein anderes passendes Medium und lernt ein paar Sätze aus der Heimatsprache Eures Reiseziels. Das hilft und stimmt die Menschen die Ihr besucht sichtbar fröhlich 🙂

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Ziemlich vollgestopft machen wir uns nach dem Essen daran die weitläufige Hotelanlage zu erkunden. Während die Sonne untergeht zücke ich immer wieder meine wunderschöne kleine Nikon 1V1. Dieses kleine Kamera ist mir in den letzten Wochen sehr ans Herz gewachsen und seit ich sie habe, bleibt die große schwere Nikon D800E mit all dem Schnickschnack meist daheim. Auch heute ist sie noch im Fotokoffer im Hotelzimmer. Aber keine Sorge, das fette Ding wird in den nächsten Tagen sicher noch zum Einsatz kommen und auch die auf Infrarot 830nm umgebaute Nikon D300 samt AF-S VR 16-85mm leistet der D800E derzeit Gesellschaft. Und wenn es gut läuft, wird es nach der Reise auch ein kleines YouTube-Video geben. Ganz heimlich freue ich mich sogar schon sehr darauf diese Reise beim Videoschnitt ein zweites Mal zu erleben und die Eindrücke via YouTube mit Euch teilen zu können.

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Ok Leute, das war der erste Tag. Während die Klimaanlage hier lässig vor sich hin läuft werde ich jetzt mal die Augen schließen und mich von den echt guten Mojitos zu jeweils 4,90 Euro erholen, die ich eben an der Cocktailbar zu mir genommen habe. Gute Nacht 🙂