Fuji X100 – Panorama mit Nodalpunktadapter

Es ist Wochenende und ich bin krass erkältet. Meiner Freundin geht es auch nicht gut, bei mir ist es die Lunge, ihr Problem sitzt etwas weiter unten. Nach einem notdürftigen Frühstück geht es ab zur Apotheke. Ein kurzes Beratungsgespräch später und 40 Euro ärmer bin ich noch kurz darauf beim Bäcker und ann im Supermarkt. Auch kranke Fotografen müssen essen! Danach geht es schnell rüber zur Bonner Museumsmeile. Auf dem obersten Deck des Parkhauses hat man einen schönen Blick auf den Posttower und die Türmchen auf dem Dach der „Kunst und Ausstellungshalle“ von Gustav Peichl.

Dabei habe ich die Fuji X100, ein großes Cullman Magnesit-Stativ mit Manfrotto Video-Neiger und natürlich meinen selbstgebauten Nodalpunkt-Adapter den ich Euch gestern vorgestellt habe.

Bonner-Museumsmeile-HTC-Desire-HD-01

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Der Ort den ich ausgesucht habe ist für Panoramas wirklich schwierig, denn es gibt eine umlaufende hohe Brüstung, die gegenüberliegende Fassade ist Moirè-verdächtig und die Beschriftung der Parkboxen ist erfahrungsgemäß für ein Panorama-Programm eine harte Nuß. Als erstes versuche ich einige 120° Panorama-Fotos mit dem automatischen Panorama-Programm aufzunehmen. In diesem Programm macht die X100 im Takt von etwa 0,5s einzelne Fotos die von der internen Software sofort zu einem Panorama umgerechnet werden. Ein späterer Zugriff auf die Einzelbilder ist nicht möglich und es wird auch nur der JPG-Modus mit reduzierter Auflösung unterstützt. Aber immerhin, es könnte ein schneller und einfacher Weg zu tollen Panorama-Fotos sein.

Doch ich bin sehr schnell sehr enttäuscht. Alle Bilder haben helle und dunkle Streifen. Egal wie ich die Kamera einstelle, sie lassen sich nicht entfernen. Ich versuche mich mit der manuellen Belichtungsmessung, der Spotmessung und der Integralmessung. Aber es sicht alles wirklich übel aus. Entweder hat diesese Kamera ein Problem, die Software einen Bug oder das Licht ist einfach nicht gut genung. Vor einigen Tagen hat Fuji eine neue Firmware für die X100 veröffentlicht. Diese werde ich später einspielen und dann schauen ob die Streifen bleiben.

Da es mit dem internen „Dummy-Programm“ nicht klappen will mache ich meine Bilder in hergebrachter Weise. Den Autofokus stelle ich ab, Belichtungzeit und Blende werden fix eingestellt, der Selbstauslöser steht auf 2s. Ungefähr alle 15° nehme ich eine Belichtungsreihe mit jeweils 3 Bildern und +/- 1EV auf. Später am heimischen Windows 7 PC füttere ich Autopano Pro in der Version 1.4.2 damit und das Ergebnis ist wirklich ansprechend. Autopano Pro erkennt sogar die Belichtungsreihen und erstellt völlig automatisch ein ansprechendes HDR.

Und was lernen wir daraus? Wenn schon das interne Kameraprogramm nicht korrekt funktioniert, dann wengistens mein selbstgebauter Nodalpunkt-Adapter!

Hier sind beide Panorama-Bilder im direkten Vergleich:

Fuji-X100-Bonner-Museumsmeile-Panorama-Programm
Anklicken für große AnsichtAnklicken für große Ansicht

Hier ist das große 360° Panorama – Anklicken für 100% Ansicht (5,6 MB)

Fuji X100 - Bonn - Stitched Panorama - 360° - Full Size

Weil es gerade so schön ist, schnell noch einige Belichtungsreihen die ich später via Photomatix Pro 4.0.2 konvertiere. Hier ein Ausschnitt aus einem der Bilder des oben gezeigten manuell erstellten Panorama-Fotos.

HDR-Ausschnitt aus 360° Panorama

Hier ein kleiner „Verzeichungstest“ für das 23mm Objektiv der X100. Es ist aus einem RAW-Bild entstanden, das ich mit Photoshop Cs 5.1 und Adobe Camera RAW 6.6 konvertiert habe.

Fuji-X100-RAW-Bild

Und noch ein HDR aus drei JPG-Bildern.

Fuji-X100-HDR-RAW-Conversion

Nach der Fotosession geht es ab nach Hause. Die Parkplätze vor der Haustüre sind alle belegt, also parke ich etwas weiter entfernt. Der Kofferraum ist voller Einkaufstüten, dann die Medikamente aus der Apotheke, zusammen 6 Tüten. Dann noch die X100 samt dem großen Stativ. Die X100 ist noch oben drauf geschraubt. Wie soll ich das bloß alles tragen? Am Stativ ist ein robuster Tragegurt befestigt, ich hänge es mir samt X100 um die linke Schulter. Irgendwie bekomme ich alle Tüten in die linke Hand und als ich mit dem rechten Arm den Kofferraumdeckel schließen will spüre ich wie mir das Stativ von der Schulter rutscht. Nein nicht schon wieder, ich habe gerade erst Streß mit der Kamera-Versicherung wegen der Reparaturkosten für meine im April 2010 abgestürzte Nikon D2x… Eine Schrecksekunde später liegen Kamera und Stativ auf dem Boden – Mist! Einer der Karabiner hat sich gelöst. Er ist nicht abgebrochen, er hat sich einfach irgendwie gelöst – arg…

Irgendwie bekomme ich alles eingesammelt und stapfe schnaufend durch das Treppenhaus. Nachdem die Einkäufe im Kühlschrank verstaut sind und Sandra mit ihrer Medizin versorgt ist, schaue ich mir an was genau passiert ist.

Fuji-X100-Crash

Fuji-X100-Crash-II

Zum Glück hat es nur die Streulichtblende erwischt. Der Kamera selbst ist nichts passiert! Es ist fast wie bei allen meinen kleinen „Ungeschicklichkeiten“ der letzten Jahre, bis auf die D2x sind immer nur die Streulichtblenden kaputt gegangen. Das Ding ist jetzt neu bestellt, es kostet 15,90 Euro. Das ist ja noch einmal gut gegangen…

Nodalpunkt-Adapter billig selbst gebaut

Jeder der sich schon intensiv mit der Panoramafotografie auseinander gesetzt hat kennt das Problem. Damit sich die einzelnen Aufnahmen wirklich gut zusammenfügen lassen braucht man einen „Nodalpunkt-Adapter“. Der Nodalpunkt ist ganz einfach gesagt der Punkt in dem sich die „Strahlen kreuzen“. Was bei den Ghostbusters gefährlich war ist in der Panoramafotografie wichtig! Entsprechende Adapter sind meist teuer und klobig. Seit ich die kleine Nikon AW-100 habe, ging mir der Gedanke im Kopf herum mir so etwas selbst zu basteln und zwar ganz ganz billig!

Vor einigen Wochen ging es dann zum Baumarkt, dort habe ich mir einen weiß lackierten Metallwinkel gekauft. Bei amazon.de habe ich mir ein passendes HAMA-Schraubenkit bestellt. In diesem Kit sind alle nur denkbaren Schrauben mit Stativgewinden in allen gängigen Größen drin. Mit einer kleinen Feile habe ich die Bohrungen in dem Metallwinkel so vergrößert, dass die Schrauben hindurch passen. Auf die lange Seite habe ich ein Stückchen Moosgummi geklebt. An der schmalen Seite habe ich ein Langloch gefeilt. So kann ich die AW-100 an diesem Winkel prima hin und her schieben. Einige Panoramafotos habe ich damit auch schon gemacht. Den zugehörigen Artikel findet ihr hier.

Heute habe ich ausprobiert wie sich die neue Fuji X100 auf diesem selbstgebastelten Zubehörteil macht. Was soll ich sagen, sie passt ganz großartig! Erste Testfotos werde ich morgen aufnehmen.

So sieht mein selbst gebastelter billiger Nodalpunkt-Adapter aus wenn die X100 angeschraubt ist. Das Moosgummi gibt es in der Bastelabteilung eines jeden Baumarktes, ich habe es mit Sekundenkleber fixiert. Toll ist, dass man an den Blitzschuh der X100 eine kleine Wasserwaage stecken kann. So ist es sehr viel einfacher die Kamera exakt auszurichten. Um den Nodalpunkt ganz exakt zu treffen muss man ein wenig experimentieren. Wenn ich den Winkel ganz leicht nach hinten schwenke scheint es sehr gut zu passen. Aber die ersten Testbilder werden es morgen zeigen!

Fuji X100 mit Nodalpunkt-Adapter I

Fuji X100 mit Nodalpunkt-Adapter II

Fuji X100 mit Nodalpunkt-Adapter III

Fuji X100 – Blue Hour am Rhein

Heute bin ich nach Feierabend noch schnell in Richtung Mainz Kastell aufgebrochen und habe mit der Fuji Finepix X100 am Fuße der Theodor-Heuss-Brücke ein wenig fotografiert. Es war bitterkalt und der Belichtungsmesser der X100 hatte mit dem flauen Abendlicht seine liebe Mühe. Entweder waren die Bilder zu hell oder zu dunkel. Die Belichtungszeit manuell einzustellen bringt auch nicht viel, da ich irgendwie keine Belichtungszeiten von bspw. 15s oder 10s eingestellt bekomme. Später werde ich erfahren warum! Also entweder kommt man mit 30s hin oder man lässt es bleiben. Ein wenig kann man tricksen indem man den eingebauten Graufilter einschaltet. Aber zu Beginn der blauen Stunde ist dann trotzdem bei Blende 16 und 30s eigentlich jedes Bild überbelichtet. Hier könnte ggfs. ein echter Graufilter auf dem Objektiv helfen, das werde ich bald mal ausprobieren 🙂

Wenn ich an meine letzte Session an dieser Location denke, damals hatte ich die noch nagelneue Nikon D7000 dabei. Ich habe sie über den ML-L3 Infrarot-auslöser „gezündet“ und konnte beliebige Belichtungszeiten zwisch 1/8000s un 30s einstellen. Ok, die D7000 sieht längst nicht so cool aus wie die Fuji X100, aber ihr Konzept ist eben wirklich praktisch! Hier findet Ihr den Artikel zur Session mit der D7000.

Aber es sind dennoch einige schöne Fotos entstanden. Und was haben wir gelernt, die X100 ist schon eine Kamera für Fotografen die es ernst meinen, aber die sollten für eine ähnliche Session einen Drahtauslöser dabei haben!

Und beim Stöbern in der Bedienungsanleitung habe ich gelernt, dass man dem Wählrad für die Belichtungszeit auf T stellen kann. Tut man dies, so sind alle Belichtungszeiten zwischen 1/4s und 30s ganz toll über das rückwärtige Einstellrad zugänglich. Vielleicht sollte man Bedienungsanleitungen gelegentlich doch lesen 🙂

Fuji X100 – ISO-6400 Test

Dem Karneval bin ich glücklich entronnen, als sich um 17h ein grandioser Sonnenuntergang ankündigt. Meine Arbeit ist erledigt und um 18h sitze ich im Auto. Es geht nach Süden, meine Fuji X100 habe ich auf dem Beifahrersitz. Rechts neben mir braut sich ein tolles Abendrot zusammen. Gern würde ich irgendwo anhalten, aber es ist nicht gefahrlos möglich.

Schließlich lande ich mal wieder in Schwetzingen, ein wirklich schönes kleines Städtchen in der Nähe von Heidelberg. Es gibt dort ein Schloss und dahinter einen wunderbaren Schlossgarten. Während ich mein Auto parke laufen grölende total betrunkene Jugendliche an mir vorbei. Irgendwie mache ich mir Sorgen um mein Auto. Die Typen sind so betrunken, dass sie kaum noch gerade stehen können. An einer Bushaltestelle öffnet dann einer seine Hose und pinkelt auf die Straße. Seine Kumpels fangen an zu grölen, finden ihn cool und tuen es im gleich. Was für eine bescheuerte „Jahreszeit!“ – denke ich und laufe schnell in Richtung Schlosspark. Über dem Schloss leuchtet der Himmel in den genialsten Farben, aber das halbe Schloss sieht aus als wären Christo und Jeanne-Claude zu Besuch gewesen. Schade, oder doch nicht?

Mittlerweile ist es so dunkel, dass ich bei ISO-6400 und Blende 2.0 noch so eben aus der Hand fotografieren kann. Wie die Bilder später wohl aussehen werden? Ich bin wirklich gespannt…

Ein paar Meter weiter stehe ich von einem gußeisernen Tor. Dahinter ein Mann der fragt ob er mich hineinlassen soll. Oh ja! Nachdem wir die Seiten getauscht haben meine bange Frage „Komme ich denn hier auch wieder heraus?“ „Aber sicher, sie nehmen einfach den seitlichen Ausgang.“ „Ganz ehrlich? Ich bin jetzt nicht eingesperrt?“ „Nein nein, das geht schon!“

Mit etwas ungutem Gefühl wende ich mich der Gartenanlage und dem tollen Himmel zu. Wenn ich doch nur ein Stativ dabei hätte…

Aber da stehen zwei kleine Wegweiser! Und die kleine X100 steht darauf sehr sicher, es geht nur ein lauer Wind, keine Gefahr, das kann funktionieren!

Nach den Fotos mit ISO-6400 und Blende 2 versuche ich mich jetzt mal mit ISO-200, Selbstauslöser, Blende 8. Die meisten Bilder sind trotz 3-fach Belichtungsreihe entweder zu hell oder zu dunkel. Also stelle ich die Belichtungszeit manuell ein. 1/4s ist das längste was ich auswählen kann. Damit werden die Bilder zu dunkel, also versuche ich es mit Blende 4 und steigere die ISO-Empfindlichkeit bis die Bilder korrekt belichtet sind.

Aber das ist doch alles doof, warum kann ich bei dieser Kamera nicht irgendwie eine Belichtungszeit von 4, 8 9der 15 Sekunden einstellen? Die Belichtungsautomatik bekommt es ja auch hin, nur leider hängt sie bei diesen extremen Bedingungen schon mal daneben.

Also gehe ich über zu Plan-B: ISO-200, 30s und nun variiere ich die Blende bis die Belichtung stimmt. Nun dauert aber jede 3-fach Belichtungsreihe inkl. Rauschunterdrückung fast zwei Minuten! Während ich hin und her probiere verblassen die Farben des Abendhimmels. Aber eine Belichtungsreihe bekomme ich dann doch noch hin. Später in meinem Appartement lässt sich daraus dann doch noch ein ganz nettes Foto zaubern.

So hat sich der kleine Ausflug dann doch gelohnt. Und mein Auto hat niemand bepinkelt und auf der Motorhaube hat sich auch niemand seines Mageninhaltes entledigt. Ziemlich erleichtert mache ich mich auf die Heimreise. Morgen ist dieser ganze Wahnsinn endlich wieder vorüber…

Hier ein Teil der „Beute“… Beginnen wir mit einem DRI das aus 3 RAW-Bildern zusammengestellt ist, die bei ISO-200 aufgenommen wurden. Mein persönlicher Favorit!

Der Schlossgarten von Schloss Schwetzingen mit der Fuji X100
Einfach anklicken für 1000er Auflösung

Nun ein konvertiertes RAW-Bild ohne Schnickschnack in voller Größe – ein bisschen Input für die Pixelpeeper muss schon sein!

Ein konvertiertes RAW-Bild ohne Nachbearbeitung
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Und nun noch ein Bild „Out-Of-The-Cam“ bei ISO-6400 und Qualitätsstufe „Normal“ in voller Größe.

Unbearbeitetes DEMO-Bild aus der Fuji X100 bei ISO-6400
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Fuji X100 – Infrarotfotografie und Filtertechniken

Heute habe ich ein neues Video für Euch. Diesmal hat es mich interessiert wie sich die Fuji Finepix X100 auf dem Gebiet der Infrarotfotografie schlägt. Bislang habe ich das nur mit meiner Nikon D700 und der D7000 versucht. Dabei waren die Ergebnisse aus der D700 irgendwie packender als die Bilder aus der D7000.

Hier ist ein Beispielbild das vor einigen Wochen mit einem AiS 2.0/35mm und der D700 auf der Erpeler Ley oberhalb der Brücke von Remagen entstanden ist.

Den zugehörigen Artikel findet Ihr hier.

Zu Beginn meines Tutorials habe ich mir ein wenig Zeit genommen, um Euch ein paar Filter vorzustellen und etwas zum Sinn und Unsinn einzelner Filter zu sagen. Dann gibt es ein kleines „Hands-On“ – einzelne Filter werden „Live“ auf das Objektiv der X100 geschraubt. Anschließend gibt es ein kurzes Photoshop-Tutorial das zeigt, wie man aus einem Infrarot-RAW-Bild ein schönes Schwarzweißbild macht.

Hier ist das Tutorial:

Hier findet Ihr das Bild aus dem Tutorial. Klickt es mal an, dann öffnet es sich in Originalgröße. Krass wird es sein wenn die D800E Anfang April eintrudelt, dann sind die Bilder glatt DREIMAL so groß. Da freue ich mich schon drauf und auf die ersten echt großen Prints noch viel mehr 🙂

Infrarot Fotografie aus der Fuji Finepix X100
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