Es ist Montagmorgen um kurz nach 5 als ich wirklich sanft geweckt werde. Sandra ist schon wieder turbofit und ich total verschlafen. Es gibt noch einen Kaffee im Bademantel und schon ist sie wieder weg und das Wochenende endgültig Geschichte. Ein Stunde später dann die Entscheidung Auto oder Motorrad? Am Wochenende war es wunderbar warm, die Tour mit Leon über Bad Münstereifel war super, warum also nicht mit dem Motorrad zur Arbeit fahren?
Nach den ersten Kilometern zieht dann die Kälte in die ungefütterte Lederkombi. Es sind 5°C, es ist noch April und mir wird langsam aber sicher wirklich kalt. Aber die Hoffnung, dass es mit jedem Kilometer wärmer werden wird treibt mich voran. In Boppard angekommen bin ich dann komplett eingefroren und so gibt es an der Aral Tankstelle am Ortseingang einen heißen Kaffee und ein belegtes Brötchen. Später wird die Landschaft großartig, die Temperaturen klettern auf etwa 10°C, ich halte hier und dort mal an um ein paar Fotos zu machen und mit der kleinen Nikon S3000 ein paar kleine Videosequenzen aufzunehmen.
In Mainz angekommen ist es 10h, die Sonne scheint, es sind 17°C und alles ist gut. Was für ein toller Start in die kurze Woche vor Ostern 🙂
Es ist Freitag, also schon fast Wochenende, ich habe Geburtstag und die Sonne scheint. Um 13h20 hole ich meinen Sohn an der Schule ab und dann kleiden wir ihn bei Hein Gericke perfekt ein. Nun ist er bereit für unsere ersten gemeinsamen Motorradtouren. Via Internet habe ich am Vorabend gestöbert was das Angebot bei Hein Gericke so alles hergibt. Als wir dann dort eintreffen ist sogar alles vorrätig was wir brauchen. Es gibt eine Kinderkombi aus reißfesten Textilmaterial. Hose und Jacke können miteinander via Reissverschluss verbunden werden. An Ärmeln und Beinen sind Reißverschlüsse die helfen, dass die Kombi eine Weile „mitwachsen“ kann, sehr praktisch. Nierengurt, Stiefel, Helm, Handschuhe, alles ist da. Zum Schluss gibt es für den Papa noch eine Art Bauchgurt mit seitlichen Griffen. Daran kann sich der Junior dann gut festhalten, schließlich will ich ihn ja nicht verlieren wenn die 163 Pferdestärken einmal los gelassen werden – was ich natürlich immer vermeide!
Die komplette Ausstattung kostet inkl. 10% Frühjahrsrabatt etwa 450 Euro.
Hier ein Link zur Kinderkleidung bei Hein Gericke. Als ich ihn Abends mit dem Motorrad nach Hause bringe, glaube ich einen Hauch von Stolz in seinen Blicken zu erkennen. Für mich wäre es als Kind ein großer Tag gewesen wenn mein Papa mich für die ersten gemeinsamen Motorradtouren eingekleidet hätte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als 16 jähriger mit dem Bus von Waltrop nach Recklinghausen gefahren bin, um mir bei Hein Gericke einen Helm und eine Lederjacke zu kaufen. Für mehr reichte damals das gesparte Taschengeld nicht aus. Die Jacke habe ich viele Jahre lang aufgehoben, obwohl sie irgendwann nicht mehr gepasst hat. Später habe ich sie dann verschenkt und ich hoffe, sie sieht auch heute noch cool aus und leistet gute Dienste 🙂 Wie dem auch sei, auch mein Sohn scheint mir doch ein wenig aufgeregt im Angesicht dieser wirklich coolen neuen „Klamotten“. Nun ist er bereit für die ersten Touren und ich freue mich auch drauf.
Während der Junior am Samstag dann für die nächste Lateinarbeit übt, mache ich mich zusammen mit Sandra auf den Weg. Die erste Tour nach der USA-Reise steht auf dem Programm. Es geht mit zwei Mopeds über die Dörfer nach Neuwied. Dann vorbei an der Römervilla in Richtung Nürburgring und Adenau. Doch wir zweigen dann ab und fahren zum kleinen Dörfchen „Schuld“. Dort haben wir vorher via Internet einen Motorradtreff gefunden den wir uns anschauen wollen. Es ist aber nicht wirklich was los. Also gibt es einen Kaffee, eine Eis und dann geht es zurück zum Café Fahrtwind. Dort ist schon mehr los. Unzählige Biker geniessen die Sonne. Wir toppen dies mit einer Curry-Wurst und Fritten – lecker!
Später am Abend kocht Sandra dann endlich einmal wieder ihren famosen Kichererbsen-Eintopf – Garbanzas auf kanarische Art – wunderbar!!
Am Sonntag scheint die Sonne noch freundlicher! Wir wechseln vor der Haustüre schnell die Räder an meinem Auto, der Winter scheint ja vorbei zu sein. Dann Hände waschen, umziehen und schon geht auf der B42 am Rhein entlang, das ist immer wieder schön. Bei Linz ist die Hölle los, später werden wir erkennen warum. Es ist eine lange einspurige Baustelle mit entsprechenden Ampeln und langen Staus, nicht sehr erfreulich. Weil wir nicht ewig im Stau stehen wollen biegen wir kurzentschlossen nach links ab und fahren an der Altstadt von Linz vorbei. Am Ortsausgang dann ein Wegweiser „Wiedtal ->“ Das ist doch mal eine Ansage! Blinker rechts und los… Diesen Weg zum Wiedtal kenne ich noch nicht und er ist wirklich schön. Viel problemloser als die weite Anfahrt „hinten herum“. An der kleinen Wassermühle machen wir einen Stopp. Die Sonne scheint, das Mühlrad plätschert vor sich hin und es gibt Apfelkuchen mit Schlagsahne. So kann man es im April aushalten!
Sandra fährt auch heute wieder die weiße K1200. Ich bin wie fast immer mit der blauen Schwester unterwegs.
Das Wiedtal hat viel zu bieten und ist landschaftlich wirklich reizvoll. Leider ist die Straßendecke in bedenklichem Zustand, so dass man sich sehr auf das Umfahren der vielen tiefen Schlaglöcher konzentrieren muss. Die zwei hier oben auf dem Foto erzählen uns, dass sie sonst viel am Nürburgring unterwegs sind. Aber heute ist da die „Hölle los“. Da gibt es nur eines „Weg bleiben“!
Recht haben sie 🙂
Als wir auch die letzten Kichererbsen verzehrt haben gibt es ein wenig „Kinozeit“ mit der Playstation 3. Es steht „Kampf der Titanen“ auf dem Programm. Kein wirklich guter Film, aber doch ganz unterhaltsames Poppkorn-Kino – leider haben wir kein Poppkorn! Aber es gibt einen leckeren Mix aus Weißwein und Aperol – eigentlich ein „Frauengetränk“ – Auch mir schmeckt es dennoch ganz vorzüglich 🙂
Während es Films schreie ich immer mal wieder los „Hey das ist doch der Pico del Teide auf Teneriffa!!!“ „Hey, das sind doch die Roques de Garcia!!!!“ Und tatsächlich, das Filmteam hat im Jahr 2009 fast drei Wochen lang etliche Szenen des Films vor den grandiosen Kulissen Teneriffas gedreht. Ist schon witzig, vor ein paar Wochen waren wir noch dort oben in den Canadas del Teide und sind bei den Los Roques de Garcia herum geklettert. Nun kämpft dort Mads Mikkelsen gegen riesige Skorpione – wirklich witzig!
Wer hier genau hinsieht erkennt viele Locations auf Teneriffa wieder!
Und weil es so schön und die Sehnsucht schon wieder so groß ist – hier ein paar Fotos dieses grandiosen „Mikrokontinents“:
Es ist früh am Morgen und es ist bitterkalt. Um kurz vor sechs geht es los in Richtung Mainz – noch eine Woche arbeiten. Kurz vor der Autobahn gibt es im Radio lauter Horrormeldungen, Glatteis, Unfälle… Eigentlich hatte ich gedacht, der Winter sei weitgehend vorbei. Schließlich sind wir sogar schon zweimal mit den Mopeds unterwegs gewesen. Wie dem auch sei, es gibt Dinge im Leben die kann man nicht ändern. Statt im Stau herum zu stehen entschließe ich mich für den Weg am Rhein entlang. Etwa 120 Kilometer Landstraße, linksrheinisch! Tief in meinem Innersten trägt mich die Hoffnung auf einen zauberhaften Sonnenaufgang an der Lorelei. Die neue Nikon P7000 liegt schussbereit auf dem Beifahrersitz.
Bei Koblenz gibt es den üblichen Morgenstau. Die Brücke über die Mosel ist seit Jahren eine einzige Großbaustelle, ob die hier jemals fertig werden?
Aber dann ist es geschafft. Beim Abzweig in Richtung Bacharach steuere ich eine Tankstelle an. Kurz zuvor ein letzter Blick auf die Verbrauchsanzeige meiner Dieselrakete. Mit einem Schmunzeln muss ich feststellen, dass aus den 85 Kilometer „Restlaufzeit“ auf dem Weg von Bonn nach Koblenz 105 Kilometer geworden sind. Stadtverkehr ist nichts für Bordcomputer… Die Schleicherei auf freien Landstraßen wirkt sich wirklich positiv auf den Spritverbrauch aus. Etwa 6,5 Liter/100Km habe ich verbraucht. Das mit einem recht schweren Auto mit 2.7 Liter Turbodiesel! Nicht schlecht…
Während der Diesel in den Tank gluckert und ich fröstelnd von einem Bein auf das Andere steige überlege ich, was die Faktoren für diesen günstigen Spritverbrauch sein könnten. Es ist -4°C, die Luft ist also bitter KALT und wenn Luft kalt ist hat sie ein geringeres Volumen, das müsste zu einer besseren Füllung der Zylinder führen – aber spürt man das? Die Kälte könnte das Gummi der Reifen etwas härter werden lassen, ist dann vielleicht der Rollreibungswiderstand geringer? Als der Tank schließlich voll ist sind meine Überlegungen genauso ergebnisoffen wie die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der EU. Schnell zahlen und dann die Heizung auf 23°C einstellen – brrr….
Auf den nächsten Metern denke ich an die Amerikaner die während des letzten Schneesturmes ohne Sprit ihn ihren Autos festsaßen. Einige von ihnen hat es das Leben gekostet. Gut zu wissen, dass es in good old germany sowas von dicht besiedelt ist, dass man selbst bei einer kapitalen Panne nicht am Rheinufer wird erfrieren müssen.
Die Hoffnung auf einen grandiosen Sonnenaufgang schwindet mit den Kilometern. Es wird wieder einfach nur „hell“. Schade! Hinter Bingen geht es auf die A60, kurz vor Mainz dann 45 Minuten Stau an der „ewigen Baustelle“. Seit nunmehr 11 Jahren – in Worten – ELF JAHREN – wird dort an der Autobahn gewerkelt. Ob die jemals fertig werden? Vielleicht ist sogar die Moselbrücke in Koblenz eher fertig? Wie sang Nena einst so schön „Wunder geschehen ich hab’s gesehen…“
Der Tag birgt wenig Überraschungen in sich und als ich um 19h in meinem Appartement einlaufe, freue ich mich auf einen Käseteller im besten Hotel der Welt. Danach ein Glas Rotwein, noch ein wenig die Route planen und dann mit einem der vielen USA-Reiseführer in der Hand einschlafen. Was für ein Tag 🙂
Nachdem das ganze Team wochenlang unter Hochdruck an einer wirklich guten Version unserer neuen Software gearbeitet hat, ist am Samstagnachmittag die zweite Produktivstellung auch geschafft. Nach all den Tagen in Mainz ist es mal wieder Zeit ein paar Maschinen Wäsche zu waschen. Am späten Nachmittag trudelt Sandra ein, sie war noch zu Besuch bei Verwandten im Saarland. Wir packen unsere Autos und es geht für ein paar Stunden nach Bonn.
Später läuft dann die Waschmaschine, wir bestellen uns Pizza und schauen uns einen Film von John Carpenter an, bei dem ich mir vor 28 Jahren fast vor Angst in die Hose gemacht habe – DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT – Am nächsten Morgen hat Sandra dann fast gar nicht geschlafen, ein Albtraum hat den nächsten Albtraum abgelöst…
Wie schön sind da die ersten Sonnenstrahlen des Jahres. Ich springe kurz unter die Dusche, dann geht es schnell zum Bäcker, um 11h bin ich bei meinen Mopeds in der Garage. Ob sie nach der langen Pause wohl anspringen? Und wie sie anspringen! Meine alte R80-RT musste ich eigentlich IMMER via Auto mit Starthilfe & Co. zu neuem Leben erwecken. Meist war nach der Winterpause auch die Batterie hinüber. Während ich die Mopeds für die Haustür fahre freue ich mich wie ein kleiner Schneekönig, dass es endlich wieder los geht und das ganz ohne Probleme – Genial!
So ähnlich sah das heute Morgen aus – nur mit etwas mehr Sonne 🙂
Eine Stunde später sitzen wir auf den Mopeds und es geht ganz vorsichtig via Godesberg und Wachtberg auf die Autobahn. Ein paar Minuten später sind wir schon bei Grafschaft, es geht durch die Ausläufer der Eifel zum Café Fahrtwind. Da ist recht wenig los, es sind nur ein paar hartgesottene Biker dort die ihre Mopeds das ganz Jahr über angemeldet haben 🙂 Es gibt Cappuccino und wir sind froh, dass wir uns ein wenig aufwärmen können. In Bonn waren es 13°C, hier in den Bergen ist es deutlich kälter.
Als wir wieder aufbrechen kommt es mir in den Sinn den Rest der Tour mit meinem Handy „aufzuzeichnen“. Es geht zurück zum Café Ahrwind, dann rechts ab und hinter einem Porsche Turbo 4 gemütlich durch die Berge. Wir geniessen das Gefühl der Freiheit in vollen Zügen. In Ahrweiler angekommen entschließen wir uns zu einem kleinen Umweg der uns hinunter zum Rhein führen soll. Als wir auf der B9 das Siebengebirge passieren scheint die Sonne und es ist einer der schönsten Momente des noch so jungen Jahres. Hier habe ich ein Bild, das im vorletzten Jahr bei ähnlichem Wetter oben auf dem Turm der Godesburg entstanden ist.
Hier noch ein schöner Blick von Wachtberg rüber zum Siebengebirge auf der anderen Rheinseite.
Kaum daheim geht es an die Vorbereitungen für die nächste Woche in Mainz. Um 8h soll es dort wieder spannend werden wenn wieder viele hundert Anwender die Arbeit mit dem völlig neuen System beginnen. Da heißt es dann wieder Konzentration, Fehler analysieren, Korrekturen erstellen und vor allem keine „Verschlimmbesserungen“ einchecken…
Hier noch eine schöne Morgenstimmung die ich schon vor längerer Zeit mal vom Schlafzimmerfenster aus geknipst habe.
Drei Wochen liegen noch vor uns – dann am 27. Februar geht es wieder los – LAS VEGAS – wie ich mich drauf freue…
Hier noch schnell die mit „My Tracks“ auf dem HTC Desire aufgezeichnete Route.
Es ist Sonntag und die Folgen der Kiefer-OP gehören langsam zu meinem alltäglichen Leben. Bei n-tv würde man sagen “Ansgar versucht trotz aller Schmerzen zur Normalität zurück zu kehren.”
Nach dem Frühstück geht es mal wieder vor die Türe, ganz vorsichtig, bloß den Blutdruck nicht pushen damit die Wunde nicht wieder zu bluten beginnt. Das Wetter ist durchwachsen, aber der Winter macht eine Pause. Wäre da nicht dieses “Melonengesicht” – man könnte fast ne Runde mit dem Moped drehen. Einmal Café Fahrtwind hin und zurück – das wäre großartig – aber frisch operiert ist das nicht wirklich angesagt.
Statt dessen gehen wir im Gänsemarsch runter zur Rheinaue um mal zu schauen wie dort die Hochwassersituation ausschaut. Ich habe meine kleine 99 Euro Hosentaschenkamera dabei und mache ein paar langweilige Knipsbilder mit mehr oder weniger dokumentarischem Charakter.
Später am Mac spiele ich ein wenig damit herum und es gefällt mir ganz gut, wenn man einen Gausschen Weichzeichner in eine zweite Ebene über das Bild legt. Danach die Farbsättigung absurd erhöhen und die Deckkraft auf 20% stellen. So ergibt sich ein fast impressionistischer Look. Mir gefällt’s 🙂
Wo im letzten Sommer die sportiven Bonner abends Volleyball gespielt haben ist heute ein kleiner See mit direktem Zugang zum Rhein – krass…
Der obere Fußweg am Rhein steht unter Wasser, der unsere Weg ist komplett verschwunden. Man sieht keine Bänke, keine Mülltonnen, es ist einfach alles weg.
Das Kassenhäuschen der Bonner Personen Schiffahrt unterhalb des Posttower ist ebenfalls weitgehend in den Fluten verschwunden…
Vorbei am 1992 aufgeschwommenen “Schürmannbau” der heute die Deutsche Welle beherbergt geht es dann wieder heim.
Am Schürmannbau gibt steht der große Frühjahrsputz noch bevor…
Arbeiten tun heute scheinbar nur die umweltbewussten Fahrrad fahrenden Mitarbeiter 🙂
Ein wenig später stehen wir dann vor dem früheren Abgeordneten-Hochhaus. Im Hintergrund der neue Plenarsaal von Günther Benisch. Ich bin überrascht, was sich hier alles tut. Den Kran sehe ich immer vom Küchenfenster aus und eigentlich hätte ich gedacht er würde zur still liegenden Baustelle des Bonner Congress Center gehören. Aber falsch gedacht! Am gegenüber liegenden Congress Center hat sich viel getan, es sieht inzwischen aus als würde es doch noch fertig. Aber mit Großprojekten in Schräglage kennt sich die Stadt Bonn ja aus. War nicht auch der Schürmannbau nach dem Hochwasser über Jahre hinweg eine verlassene Großbaustelle?
Später daheim heißt es dann Koffer packen. Morgen geht es wieder an die Arbeit, trotz Veilchen und dicker Lippe.
Sechs Wochen noch – dann soll es wieder nach Las Vegas gehen. Ich bin gespannt ob mein kaputter Zahn diese Reise noch übersteht…