La Palma – Tag 15

Die letzte Nacht schlafen wir beide kaum. Unruhig rollen wir uns im Bett hin und her und warten darauf, dass der Wecker endlich klingelt. Eigentlich haben wir keinen „richtigen“ Wecker, es sind unsere Handys die uns schließlich um 6h am Morgen dazu auffordern die Nasszelle zu konsultieren und uns abreisefertig zu machen.

Ohne Frühstück geht es auf die Reise, wir wollen nicht zu spät sein und heimlich treibt uns der Wunsch vielleicht einen Sitzplatz am Notausgang zu ergattern. Bei Air Berlin kann man bis zu 48h im voraus via Internet eine Sitzplatzreservierung ausführen. Das klappt bei uns natürlich nicht, weil der Internetzugang des Hotels ausgefallen ist. Unseren Mietwagen stellen wir in der ersten Etage des Parkhauses unter dem Terminal ab. Es ist alles gut beschildert und leicht zu finden. Die Mietwagen werden im „hinteren“ Teil des Parkhauses im Abschnitt F abgegeben. Ins Terminal gelangt man über mehrere Aufzüge, der CICAR-Schalter ist nicht weit und der Mitarbeiter nimmt den Schlüssel dankend entgegen. Dass ich ihm mitteilen kann, dass das Auto auf Parkplatz F-028 steht vereinfacht die Sache und zaubert ein Lächeln in sein Gesicht.

Der Flughafen von La Palma ist zwar sehr modern aber er ist auch ein eher kleiner Provinzflughafen. Es gibt insgesamt 24 Schalter für den Check in. An diesem Tag startet nur eine Handvoll Maschinen in Richtung „Europa“. Ansonsten kann man nahezu stündlich mit einer kleinen Propellermaschine beispielsweise nach Teneriffa fliegen. Für unseren Check-In ist Schalter Nr. 20 vorgesehen. Als wir dort eintreffen sind wir die ersten Fluggäste. Sandra saust schnell zurück und organisiert und zwei leckere sehr knusprige belegte Baguette-Brötchen. So stehen wir uns etwa zwei Stunden lang die Beine in den Bauch und können ein wenig mit den anderen Gästen unsere Urlaubsimpressionen austauschen.

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Als es schließlich an den Check-In geht werde ich gefragt: „Fenster oder Gang?“ Es klingt ein wenig so als wären es die einzigen deutschen Worte die diese Junge Dame relativ häufig verwendet. Ich entgegne ihr „Zwei Sitzplätze am Notausgang wären toll, falls Sie noch welche haben.“ Sie schaut mich nicht an und tippt irgendetwas. Aus einem Drucker neben ihr schieben sich zwei Tickets. Diese reißt sie durch und wirft sie in den Papierkorb neben ihr. Dann tippt sie wieder, es kommen zwei neue Tickets, auf einem steht Gate 8 auf dem anderen Gate 4. Auf dem Ticket mit Gate 8 steht mein Name. Sie nimmt das Ticket und übermalt die 8 mit einer 4, dazu murmelt sie etwas das ich überhaupt nicht verstehen kann und weist mit der rechten Hand auf die Rolltreppen. Ok, scheinbar sind wir eingecheckt…

Eine Etage höher versuche ich kurz zu ergründen wie man diese trichterförmigen Edelstahlbecken auf der Herrentoilette benutzen könnte. Aber bevor etwas daneben geht breche ich lieber ab und versuche es 4500 Kilometer lang durchzuhalten. Später am Flughafen in Düsseldorf ist dann alles recht vertraut, sauberes weißes Porzellan mit einer Toilettenbrille die man klappen kann, das kenne ich und das funktioniert sehr gut. Wie es mit diesen Edelstahltrichtern klappen soll wird mir wohl ein Rätsel bleiben. Insgeheim mag ich auch niemanden fragen wie man diese Dinger korrekt benutzt, ist ja schon irgendwie auch eine etwas peinliche „Angelegenheit“…

Das Entern des Flugzeugs geschieht in mehreren Wellen. Wir müssen mal hier mal da warten und dürfen schließlich während neben an die Propeller der Binter-Air Maschine ihren Ruhezustand suchen bei ohrenbetäubendem Lärm „unseren“ Airbus A321 über die vordere Treppe besteigen.

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Mein Handgepäck ist wieder recht „umfangreich“. An der rechten Schulter hängt eine Fototasche mit Nikon 1V1 und Panasonic Video-Kamera. Zusätzlich habe ich eine warme Fleece-Jacke und eine Gore-TEX Jacke damit „verschlungen“. An der linken Schulter hängt die Notebook-Tasche, außen dran baumelt mein BOSE Quit Compfort 15 Kopfhörer. In der rechten Hand habe ich einen kleinen Hartschalenkoffer in dem meine komplette Fotoausrüstung samt Fotorucksack verstaut ist. Normalerweise ist das eine tolle Lösung, denn so kann man die schwere Fotoausrüstung sehr einfach über den Flughafen rollen. Aber hier muss ich immer wieder Treppen hinauf und hinab, da ist der ganze Krempel schon ziemlich lästig.

Im Flugzeug dann die nächste „Hürde“, ich muss durch den schmalen Gang und versuche die bereits dort sitzenden Rollstuhlfahrer nicht mit dem Notebook k.o. zu schlagen. Alles gar nicht so einfach und ich beneide meine Sandra insgeheim darum, dass sie mit nur einer Kamera und zwei Objektiven so glücklich ist und nur einen kleinen Fotorucksack bewegen muss…

Einen Augenblick später stellen wir dann fest, dass die Dame beim Check-In mich überhaupt nicht verstanden hat. Aus meinem Satz hat sie wahrscheinlich nur das Wort „notausGANG“ akustisch herausfiltern können und uns am Gang positioniert. Der Flieger ist nicht ganz ausverkauft und drei Reihen hinter uns sitzt ein einsamer Mann allein auf zwei herrlich großen Sitzen gleich neben dem Notausgang. Während wir uns in die Sitzreihe zwängen und auf unseren Fensterplatz „Besitzer“ warten beschließe ich beim nächsten Mal rechtzeitig zu reservieren oder auf Englisch nach einem Platz am Notausgang zu fragen…

Der Flug ist langweilig und problemlos. Auf dem iPad schaue ich mir ein zweites Mal „PI – Schiffbruch mit Tiger“ an. Dieser Film ist einfach so gut, den muss man sich zweimal anschauen. Als wir in Düsseldorf landen muss ich mein Handgepäck wieder umgekehrt aus dem Flieger schaffen. Während ich hier und da anecke und alles zum Bus hinüber schleppe schwöre ich mir bei der nächsten Reise weniger viele Fotosachen mitzunehmen. Wahrscheinlich wird es wieder nicht klappen, aber meinen Vorsatz für das neue Jahr habe ich noch frei…

Eine halbe Stunde später stehen wir dann in der Nähe des Düsseldorfer ICE-Bahhofs vor meinem völlig zugeschissenen Auto. Au Backe ist das eklig, ich habe unter einer Laterne geparkt und dort oben haben sich 14 Tage lang immens viele Tauben getroffen die wie ich nicht wissen wie man einen Edelstahltricher benutzt, aber eine völlig andere Strategie zur Lösung dieser Problemstellung entwickelt haben…

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Auf meinem Smartphone habe ich eine kleine „Stau-APP“. Diese verheißt uns wenig Gutes, eigentlich ist rund um Düsseldorf und Köln die Hölle los. Es ist Freitagnachmittag und sowohl die Holländer als auch ein deutsches Bundesland scheinen die Sommerferien eingeläutet zu haben. Weil alle Autobahnen dicht sind irren wir ein wenig durch Düsseldorf. Ich versuche mich in Richtung Westen zu halten, nur weg von der A3. Als wir eine Tankstelle mit einer Waschanlage sehen biegen wir spontan ab und während mehrere recht teure Waschgänge versuchen das Auto zu säubern, vertilgen wir eine Stück Pizza und einen ganz brauchbaren Tankstellen-Burger. Am Ende der Waschgänge ist es etwas besser, aber da werde ich nochmals mit einem Hochdruckreiniger und einer großen Portion Lackreiniger ran müssen. Nun ist mir auch klar warum in der komplett zugeparkten Straße ausgerechnet dieser eine Parkplatz noch frei war…

Die Heimreise dauert wegen des Verkehrschaos fast drei Stunden und als wir endlich die Koffer abgestellt und die Füße hochgelegt haben, sind wir echt froh diesen Tag heil überstanden zu haben.

Am nächsten Tag kann Sandra ihr Auto abholen, es hat zwei Wochen lang in der Werkstatt gestanden und jetzt sollte das Klappdach auch in einer Waschanlage dicht sein. Mein weißes Mädchenmotorrad ist auch wieder heil. Allerdings ist die Reparatur mit fast 1.500 Euro echt teuer. Es ist schon spannend, dass man für etwa 10.000 Euro eine komplettes Motorrad wie beispielsweise diese schwarze Schönheit kaufen kann und dann allein eine kleine Pumpe am ABS-System mit 10% des Gesamtwertes zu veranschlagen ist…

Aber es ist müßig sich darüber zu ärgern, schließlich will man sich ja beim Fahren mit einem solchen Geschoß auf die Bremsen verlassen können.

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Nachdem alle Rechnungen bezahlt sind geht zurück nach Hause. Nach einer ausgiebigen Wasch-Session mit einem sehr gut funktionierenden Hochdruckreiniger satteln wir später daheim mein „Männermotorrad“ und fahren gemeinsam zur Werkstatt. Dort steigt Sandra auf mein „Mädchenmotorrad“ um und als krönenden Abschluss unserer Reise geht es in die Eifel zum Café Fahrtwind. Dort gibt es wieder leckere Erdbeer-Schiffchen die man sich einfach auf keinen Fall entgehen lassen sollte!

Fazit

La Palma ist eine wirklich schöne Insel, aber um sie wirklich zu erleben muss man sie erwandern. Dazu braucht man eine leichte Fotoausrüstung und eine echte Portion Fitness. Außerdem sollte man nach Möglichkeit eine etwas kühlere Jahreszeit aussuchen. Das Teneguía Princess ist eine wirklich schöne gut geführte Anlage, aber es ist recht abseits weit im Süden gelegen. Um den fotografisch reizvollen Norden zu erkunden ist dieses Hotel völlig falsch, denn die Straßen sind eng und kurvenreich. Eine Autobahn gibt es nicht und so wird jede Anfahrt zu einem attraktiven Wanderziel im Norden der Insel zu einer echten Strapaze. Wer sich im Teneguía Princess einbucht sollte auf La Palma eher einen entspannten Badeurlaub an einem der schönen Pools verbringen wollen.

Allerdings hat auch der Süden der Insel einige schöne Ecken zu bieten. Bei klarem Himmel kann man bereits etwas abseits vom Hotel bei klarem Himmel sehr viele Sterne sehen, noch besser ist es oben beim Observatorium auf etwa 2400 Metern über dem Meer. Wer nächtliche Zeitrafferfotografie mag, der ist dort oben genau richtig. Allerdings sind die Straßen teilweise sehr schmal und wegen fehlender Sicherungsmaßnahmen in der Dunkelheit sehr gefährlich. Dort nachts mit einem Auto einen Abhang hinab zu stürzen kann schnell tödlich enden und man sollte sich das Terrain unbedingt zuvor bei Tageslicht anschauen und ggfs. ein GPS als visuelle Unterstützung für eine nächtliche Fahrt hinab zum Meer verwenden.

Mein Garmin Colorado 300 habe ich mit der Openstreet-Map bestückt. Das Kartenmaterial für La Palma ist gut und sehr detailliert. Enge Spitzkehren und potentiell gefährliche Abschnitte kann man hier schnell erkennen und es erleichtert meiner Meinung nach die sichere Fahrt durch die engen kurvenreichen Straßen sehr. So gibt es keine überraschend enge Spitzkehre mehr, damit ist es ein wertvoller Beitrag zur Fahrsicherheit auf den krassen Straßen im Hochgebirge.

Im übrigen ist eine Reise nach La Palma sehr unproblematisch. Spezielle Impfungen sind nicht notwendig, man kann alles in Euro bezahlen, fast alle Restaurants haben mehrsprachige Karten und viele Bewohner sprechen zumindest ein wenig Englisch. Das Stromnetz funktioniert so wie bei uns in Deutschland, Adapter oder ähnliches sind nicht notwendig. Allerdings kann es sehr praktisch sein eine Steckdosenleiste einzupacken. In unserem Hotelzimmer gab es nur eine freie Steckdose. Ich hatte einen kleinen „1 auf 3“ Adapter für schmale Eurostecker dabei. Das war wirklich nützlich wenn abends mehrere Akkus aufgeladen werden sollen und vielleicht noch ein iPad oder ein Notebook versorgt werden muss.

Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor ist besonders im Gebirge ein „Muss“. Eine Kopfbedeckung, langärmelige Hemden und eine gute Sonnenbrille erleichtern das Leben unter der sengenden Sonne zusätzlich. Wer wandern will sollte man unbedingt Wanderstöcke mitnehmen. Es gibt schöne Wanderstöcke aus Kohlefasern die gefedert und sehr leicht sind. Außerdem kann man sie mit einigen wenigen Handgriffen zusammenschieben, so dass sie ein geringes Packmaß haben.

Im Hotel gab es für 3,50 Euro eine sehr detaillierte Straßenkarte. Diese war wirklich extrem hilfreich bei der Planung der Tagesziele und ist immer eine gute Ergänzung zu einem GPS.

Im kleinen Hotelladen bekommt man alles was man für den täglichen Bedarf benötigt. Allerdings zahlt man hier einen kräftigen Zuschlag, viel preiswerter sind die kleinen Supermärkte die es überall gibt.

Mit großen Einkaufszentren oder Vergnügungsparks kann La Palma nicht locken. Im Vergleich zu Teneriffa oder Gran Canaria geht es hier alles etwas ruhiger zu. Diese Insel ist eher etwas für Individualisten als für übliche Pauschalreisende. Die all-inclusive Angebote der wenigen großen Hotels ermöglichen unkomplizierten Zugang zu flüssigen und festen Lebensmitteln. Aber die Insel hat viele schöne gemütliche Restaurants zu bieten. Die überall ausliegenden kostenlosen Gastronomie-Führer liefern hier wertvolle Tipps und sind sehr hilfreich für alle Erholungsuchenden die mehr wollen als Einheitsessen vom Buffet und billige Drinks von der Bar am Pool.

La Palma – Tag 14

Auch der letzte „echte Tag“ auf La Palma beginnt wie alle Tage zuvor. Beim Frühstück ist es noch sehr angenehm kühl, das Thermometer zeigt lässige 22°C. Der Himmel ist ein wenig bedeckt, daher kann die Sonne uns nicht unser Hirn im Schädel garen. Aber bereits zur Mittagszeit ist Schluss mit lustig, nun wird es wieder richtig heiß. Die Sonne brennt nun recht gnadenlos auf die schwitzigen Leiber nieder die sich an den Pools fortwährend von einer Seite auf die andere wälzen.

Einen ausgedehnten Fotoausflug werde ich mich heute verkneifen. Stattdessen werde ich im Hotel ein paar Knipsbilder mit meinem Handy machen und den Rest des Tages bei dem einen oder anderen Kaltgetränk genießen.

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Mein Ding ist das nicht, ich suche eher den Schatten. Die Internet-Anbindung ist jetzt den dritten Tag in Folge ausgefallen. In der Lobby kann ich mich inzwischen zwar wieder zu einem WLAN verbinden, mehr will aber nicht geschehen. Jeder Versuch eine Webseite oder ähnliches aufzurufen wird mit einem Timeout quittiert. Das ist wirklich ärgerlich, den einen Tag bevor der Internetzugang ausfiel habe ich für 19,- Euro eine zweite weitere Woche „eingekauft“. Nutzen kann ich dieses Guthaben nun nicht mehr. Und eine Rückzahlung ist auch nicht in Sicht, Fragt man an der Rezeption wann der internetzugang voraussichtlich wieder funktionieren könnte, so bekommt man stets ein freundlich gelächeltes „tomorrow“ zu hören. Mich erinnert das an den Film „Geschenkt ist noch zu teuer“. Da bekommt ein junges Paar ein echtes Traumhaus geschenkt, das sich als echter Albtraum entpuppt. Tagtäglich gehen dort fortan die Handwerker ein und aus und immer wenn das Paar fragt wann die Arbeiten denn abgeschlossen sein werden, bekommen sie ein freundliches „In 14 Tagen!“ zu hören.

Mittlerweile habe ich die Hoffnung aufgegeben hier noch einen der bereits „vorgeschriebenen“ Artikel veröffentlichen zu können.

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Während die Sonne wirklich hoch steht und die Hitze fast unerträglich ist, wandert Sandra mit ihrem Nikon AF-S VR 55-300mm Teleobjektiv an ihrer Nikon D5100 durch die Hotelanlage. Am kleinen Wasserfall und den nachgelagerten Teichen gibt es knallrote Libellen. Gleich nebenan gibt es immer wieder wunderschön gezeichnete Eidechsen. Als ich Sandra gegen 13h im klimatisierten Zimmer antreffe holt sie sich gerade einen neuen Akku und eine weitere Speicherkarte. Sie hat seit Stunden Goldfische, Libellen, Eidechsen und anderes Getier vor dem Teleobjektiv gehabt und ist richtig euphorisch. Kaum ist die Kamera wieder startklar flitzt sie wieder los und schießt ein Foto nach dem anderen. Zum Abend werden es wohl annähernd 1.000 Fotos sein und ich bin sehr auf die Ausbeute gespannt. Wenn 2-3 wirklich gute Fotos darunter sind, hat sich dieser Aufwand bereits gelohnt.

Ich selbst habe heute keine Lust auf eine große Fotosession. Mir ist zu warm und ich bin ein wenig traurig, dass es morgen schon wieder nach Hause geht. Wäre es nicht ganz so warm, ich könnte noch viele Wochen hier verbringen. Doch bei einer zweiten Reise würde ich versuchen eine Ferienwohnung oder ein Hotel im Norden der Insel zu finden. Auch wären eher der Frühling oder der Herbst „meine Jahreszeit“. Nach Möglichkeit sollte der Reise ein ausgedehntes Fitnessprogramm vorangestellt werden. In meinem aktuellen Gesundheitszustand würde ich hier nicht einmal eine kleine Wanderung überstehen. Woran es liegt kann ich gar nicht sagen, vielleicht ist es der häufige Wechsel zwischen warm und kalt, vielleicht auch Schimmel in einer oder mehreren Klimaanlagen, ich habe hier latent mit schwerer Atemnot zu kämpfen die ich so auf einer Kanareninsel noch nie erlebt habe. Und es ist sehr von der Belastung abhängig. Sobald ich die ca. 40 Höhenmeter vom Pool hoch zum Hotelrestaurant gelaufen bin bleibt mir die Luft weg. Die Bronchien pfeifen und ohne mein Asthma-Spray hätte ich das Gefühl zu ersticken. Ich kann nur hoffen, das das bald vorüber geht. Vielleicht normalisiert sich ja alles wieder sobald ich daheim in Deutschland bin, warten wir es mal ab…

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Heute Abend werde ich versuchen alle ausstehenden Formalitäten zu erledigen, so dass wir morgen rechtzeitig zum Flughafen aufbrechen können. Die Mitreisenden die keinen Mietwagen haben, werden um 7h30 mit dem Bus abgeholt. Wir werden versuchen etwas eher loszufahren, damit wir in der Schlange am Flughafen nicht ganz hinten stehen müssen. Das Frühstück werden wir uns morgen sparen und statt dessen versuchen am Flughafen ein Sandwich oder ein belegtes Baguette zu ergattern.

In Düsseldorf steht meine Dieselrakete hoffentlich noch dort wo ich sie vor zwei Wochen abgestellt habe. Ach ja, meinen Autoschlüssel muss ich noch suchen, er ist irgendwie weg, aber ich denke ich weiß wo er sein könnte. Das wäre wichtig, denn da ist auch der Haustürschlüssel dran…

Am Nachmittag entschließen wir uns das wunderbare La Casa del Volcán ein zweites Mal zu besuchen.

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Dort gibt es wunderbar leckeren frischen Fisch und weil wir uns nicht entscheiden können saust der Inhaber kurzerhand in die Küche und zeigt uns anschließend auf einem großen Porzellanteller drei Fische die es zur Auswahl gibt. Sandra und ich entscheiden uns für die gleiche Fischsorte, wieder einmal. Es schon erstaunlich wie oft wir ohne Absprache völlig unabhängig voneinander immer wieder die gleichen Gerichte bestellen. Der fangfrische Fisch wird wunderbar knusprig gegrillt und ist ein echtes „Gedicht“.

Dieses Restaurant ist eine echte Empfehlung für alle die gut geführte Restaurants mögen und auf La Palma gern so richtig lecker essen möchten!

Später werden dann die Koffer gepackt und alles für die Abreise vorbereitet.

La Palma – Tag 13

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Am nächsten Morgen spüre ich alle Knochen. Zwar habe ich mein Bett etwas umgerüstet und schlafe seit drei Tagen AUF der Wolldecke die ich zwischen Laken und Matratze platziert habe, aber dennoch tut mir alles weh. Auf dem ersten Weg ins Bad fühlen sich Beine und Füße noch ganz unbeweglich an, ich bin noch gar nicht wach…

Später nach dem Frühstück entschließt sich Sandra erstmals allein mit unserem Mietwagen zum Laden für Handwerkskunst weit oben in Los Canarios hinauf zu fahren. Ich gebe ihr noch eine kurze Beschreibung mit auf den Weg, so dass sie unser Auto auch findet. Derweil sichte ich meine Beute des Vorabends und freue mich schon sehr darauf bei korrekten Lichtverhältnissen an einem kalibrierten Monitor die besten Fotos auszusuchen und dann in aller Ruhe auszuarbeiten.

(Die Fotos aus der Nikon D800E sind auf 1920 Pixel Seitenlänge verkleinert, einfach anklicken)

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Gegen 13h ist Sandra zurück und hat lauter Tüten dabei. Sie hat etwas zu trinken gekauft. Das ist oben im Supermarkt alles mehr als 50% billiger als im Laden hier in der Hotelanlage. Die Fahrt mit dem kleinen Diesel hat gut geklappt und sie ist ganz überrascht mit wie viel Kraft dieses Auto die Berge hinaufzieht. Drehmomentstarke Dieselmotoren sind auf dieser Insel auf der es eigentlich fast nur auf und ab geht wirklich genau in ihrem Element. Hier zählen weniger die Endgeschwindigkeit als vielmehr Kraft und Durchzugsvermögen. Wer also vor der Wahl steht hier einen Benziner oder einen Diesel zu mieten, ich würde hier zu einem Diesel raten!

Aktuell kostet ein Liter Diesel hier etwa 1,06 Euro/Liter, man ist mit einem Diesel also nicht nur recht preiswert unterwegs, die Autos haben auch eine große Reichweite, was beim weniger dichten Tankstellennetz auf der Insel darüber hinaus sehr praktisch ist.

Daran einen BLOG-Artikel zu veröffentlichen ist aktuell leider nicht zu denken. Es gab am Morgen mehrere kurze Stromausfälle und nun funktioniert der WLAN-Accesspoint aus irgendeinem Grund nicht mehr. Ich habe jetzt für 19 Euro Internet-Guthaben gekauft und kann es nicht nutzen weil es kein WLAN gibt 😦

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Ich versuche mich nicht weiter darüber zu ärgern und während Sandra mit dem Teleobjektiv Jagd nach Libellen und Eidechsen macht, streife mich mit der Nikon D800E auf dem BILORA-Stativ durch die Anlage.

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An der D800E ist das Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt Objektiv, das ich vor ein paar Wochen in den USA bestellt habe. Vor ein paar Tagen habe ich es erstmals abends am Strand des kleinen Fischerdörfchens im Süden der Insel ausprobiert. Heute will ich mal einige Testfotos machen bei denen es darauf ankommt, dass alle vertikalen Linien so gerade und senkrecht wie möglich sind. Am kleinen Wasserfall kann ich ein kleines Demo-Video drehen das zeigt wie sich der Unterschied zwischen einer Belichtungszeit von 1/500s und 1/25s auf das Video auswirkt. Bei vollständig geöffneter Blende lässt sich mit dem Shift-Objektiv ein ausgeprägter „Miniatur-Effekt“ erzielen.

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Sehr praktisch ist auch, dass man das Rokinon-Objektiv in zwei Ebenen um 90° drehen kann. So ist auch ein „senkrechter“ Miniatur-Effekt in Verbindung mit dem Querformat möglich!

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Aber da die Blende geöffnet ist, kann auch viel mir Licht auf den Chip fallen. Dadurch muss die Kamera jedes Bild des Videos sehr kurz belichten. Im Ergebnis werden die Tropfen des Wasserfalls 25-mal pro Sekunde knackscharf „eingefroren“ was im Endergebnis aber nicht wirklich schön aussieht. Blendet man das Objektiv langsam ab, so zieht die D800E die Belichtung sehr schön nach. Irgendwann bin ich bei Blende 22 angekommen. Die Blende ist jetzt vollkommen geschlossen und es kommt kaum noch Licht am Chip an. Die D800E belichtet jetzt jedes Einzelbild mit 1/25s. Bei dieser recht langen Belichtungszeit ergibt sich ein schöner „Fließ-Effekt“. Die einzelnen Wassertropfen bewegen sich während der 1/25s und produzieren so bei jedem Einzelbild eine ganz leichte Bewegungsunschärfe. Das Ergebnis sieht deutlich besser aus als bei vollständig geöffneter Blende. Aber nun ist der auch der „Miniatur-Effekt“ verschwunden, die Tiefenschärfe ist bei Blende 22 so groß, das trotz des leicht nach unten gekippten Objektives alle Bildbereiche scharf abgebildet werden.

Was lernen wir daraus? Ganz einfach, wer flüssige Bewegungen in seinen Videos habe möchte, der sollte versuchen die Einzelbilder relativ lang zu belichten. Optimal ist in der Regel die Hälfte der Bildwiederholfrequenz. Also bei 25 Bildern/s wären das 1/50s Belichtungszeit, bei 30 Bildern/s analog dazu 1/60s.

Will man mit dem Shift & Tilt Objektiv lange belichten UND einen Miniatur-Effekt haben, so braucht man einen passenden neutralen Graufilter mit einem 82mm Filtergewinde. Nachmöglichkeit hat man diese Filter gleich in unterschiedlichen Dichte-Werten. Also 2x, 4x, 8x, 10x usw. Damit kann dann unter fast allen Bedingungen die optimale Belichtungszeit je Einzelbild erzielt werden. Allerdings sind diese Filter wegen des großen Filterdurchmessers nicht ganz billig!

Ach übrigens, wer auf die Idee kommt bei einem Video mit 25 Bildern/s jedes Einzelbild beispielsweise 1/8s zu belichten (um einen noch stärkeren Fließeffekt zu erzielen), der hat in Mathe nicht aufgepasst und sollte nochmals die Schulbank drücken 🙂

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Alle Demo-Videos zu diesem Objektiv werde ich hier posten sobald ich wieder eine vernünftige Internet-Anbindung habe. Dann gibt es einzelne Bilder aus als Original-RAW-Datei für alle die genauer hinsehen möchten, was das Rokinon-Objektiv an der Nikon D800E leistet. Hier habe ich noch einige Beispielbilder für Euch, bei denen ich versucht habe eine perspektivisch korrekte Darstellung zu erzielen. Es gibt hier also ganz bewusst keinen „Miniatur-Effekt“!

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Am späten Nachmittag starten wir einen neuen Anlauf und hoffen, dass wir heute bei der Bodaga „Casa del Volcán“ mehr Glück haben. Als wir dort einige Minuten nach 18h eintreffen ist die Eingangstüre einladend weit geöffnet.

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Unseren Mietwagen können wir sehr gut auf der breiten Zufahrtsstraße zum Volcan San Antonio abstellen. In der Bodega finden wir ein sehr einladendes Ambiente und eine überaus zuvorkommenden und netten Inhaber vor. Ein Tisch direkt am Fenster mit Blick auf den zur Bodega gehörenden Weinberg ist frei. Ein paar Minuten später haben wir von der sehr gut sortierten Karte den filetierten Barsch mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln und einem kleinen Salat bestellt. Als Vorspeise gibt es einen typischen Kichererbsenseintopf (Garbanzas). Dieser Eintopf schmeckt uns wirklich gut und Sandra hat ihn daheim in Deutschland schon oft für uns zubereitet. Man könnte also sagen, dass wir uns mit Garbanzas auskennen und daher sehr gespannt sind was wir hier bekommen. Und was soll ich schreiben, diese Garbanzas sind wirklich ganz ausgezeichnet. Besser können wir das selbst nicht, es schmeckt einfach  ganz exzellent.

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Auch der Fisch ist wirklich großartig aber ganz besonders schmeckt und der Wein aus eigenem Anbau. Es ist ein sehr milder fruchtiger Weißwein, fast keine Säure und einfach nur richtig gut! Ein wirklich zauberhafter Weißwein den man daheim in Deutschland in dieser Qualität nur sehr schwer bekommen wird.

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Spannend ist auch, dass es diesen außergewöhnlichen Wein in einer kleinen 0,5l Flasche gibt! Das ist nicht zuviel und passt gut zu einem Essen für zwei Personen. Zum Nachtisch gibt es für Sandra noch ein leckeres kleines Schnäpschen und für mich einen exquisiten Barraquito mit „Kanarischen Vitaminen“ 🙂

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Auf dem Rückweg überlege ich ob ich heute noch einmal zur Location des Vortages fahren soll. Aber heute gibt es keine Wolken, es ist einfach trüb und die Sicht ist wirklich schlecht. Außerdem sind es fast 28°C und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Ich beschließe daher mich mit den Fotos des Vortages zu begnügen und mich seelisch auf die Abreise einzustellen.

Morgen werden wir noch einen sehr ruhigen Tag auf dieser tollen Insel verbringen. Für das Wochenende wird hier eine echte Hitzewelle erwartet. Vielleicht ist es ganz gut, dass wir dann schon ein leckeres Kaltgetränk in einem deutschen Biergarten genießen können.

La Palma ist eine wirklich großartige schöne Insel. Es gibt unerwartet viel zu sehen, aber die echten Highlights muss man erwandern. Und genau das ist hier wirklich anspruchsvoll. Heute morgen hat im Hotel eine TUI-Mitarbeiterin über die Möglichkeiten hier zu wandern informiert. Und dabei kam immer wieder die Sprache auf den Gesundheitszustand. Büroschlaffis wie meine Sandra und ich sollten hier gar nicht erst an einer großen Wanderung versuchen. Erst gestern hat Sandra ein abgekämpftes Paar getroffen die sich über die Wanderung des Tages unterhalten haben. Er war völlig fertig und als sie ihm gesagt hat, es seien doch nur 5 Kilometer gewesen, da sagte er spontan „Es kommt mir aber vor als wären wir 15 Kilometer weit gelaufen!“

Man sollte sich hier also nicht überschätzen. Und nun ist uns auch klar warum die alten Leute mit Pflegestufe 3 alle nach Teneriffa fliegen, während man hier auf La Palma nur die fitten Power-Rentner antrifft. Es wäre spannend zu wissen zu welcher Gruppe wir uns einst zählen werden.

La Palma – Tag 12 Reloaded

In meinem letzten Artikel habe ich geschrieben, dass wir planen vielleicht den Vulkan „San Antonio“ zu besuchen. Irgendwie kam dann doch alles anders und wir haben ihn schon wieder achtlos beiseite liegen lassen. Am Vortag hat Sandra sich in einem kleinen Laden für „Handwerkskunst“ ein paar schöne Kleidungsstücke gekauft. Und wie das bei Mädchen so ist, da gibt es noch mehr! Und das lässt ihr einfach keine Ruhe 🙂 Als wir an dem kleinen Laden ankommen ist es etwa 13h und der Laden hat geschlossen – Mittagspause! Also fahren wir weiter in Richtung Los Llanos, heute wollen wir mal den viel gepriesenen Italiener besuchen.

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Neulich waren wir ja schon dort, hatten dann aber ausgerechnet am Sonntag den Ruhetag erwischt. Kurz vor dem Ortsausgang halte ich kurz rechts an um meine GoPro Actioncam auf der Windschutzscheibe zu positionieren. Danach geht es über den von mir präferierten Teil der LP-2 in Richtung Los Llanos. Das Wetter ist für die Jahreszeit eigentlich zu kühl und heute ist der Himmel bewölkt. Das merkt man besonders hoch oben auf der Ringstraße die uns auf etwa 750 Metern Höhe nach Norden führt. Wir sind ganz knapp unterhalb der Wolken und das Spiel aus Sonnenlicht und Nebel sieht wirklich gut aus. Endlich kann ich das mal mit meiner GoPro einfangen.

Als wir in Los Llanos eintreffen hat sich der Nebel gelichtet. Die Sonne scheint bei lässigen 25°C und uns geht es richtig gut.

Die Einfahrt zum Restaurant ist etwas „ungewöhnlich“. Es geht auf einer kleinen „selbstgebauten“ Betonpiste extrem steil bergauf bis wir nach ein paar Metern am Parkplatz sind. Dort stehen schon einige Autos und als wir das Restaurant betreten ist es dort schon recht gut besucht. Aber die Terrasse ist noch leer und nach einem kurzen Nicken der Kellnerin dürfen wir dort Platz nehmen.

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Die Aussicht ist grandios, wir sehen die Berge und das Meer, hier kann man wirklich weit schauen. Aber zunächst schauen wir mal in die Speisekarte. Sie ist auf spanisch und deutsch, es gibt allerlei Gerichte die für ein italienisches Restaurant typisch sind. Wir entscheiden uns beide für ein Steak. Diesmal ist es wirklich ein Rindersteak, Sandra bestellt die Variante mit Knoblauch, ich entscheide mich für das Pfeffersteak.

Dazu gibt es kaltes Bier aus einem eisgekühlten Bierkrug. Beim ersten Zug kommt mir eine kleine Eisscholle aus gefrorenem Bier vom Grund des Kruges entgegen – cool!

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Nach dem Essen gibt es noch eine Portion Erdbeeren mit Sahne (Frecas con Nata) – lecker!!!

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Nach einer kleinen Fotosession mit der Nikon 1 geht es zurück zum Hotel. Diesmal ganz ohne GoPro und anderen „Kinderkrams“ 🙂 Auf halbem Weg mitten in den Bergen meldet sich dann die Sahne welche in großen Mengen die Erdbeeren umgab. Hui, ich habe echte Bauchkrämpfe und hier kann man weder anhalten, noch ist hier irgendwo eine Toilette in Sicht. So schnell es geht sausen wir zum Hotel. Schnell parken und dann los, bis zum Zimmer schaffe ich es nicht mehr und bin wirklich froh, dass es an der Bar neben der Rezeption eine wunderbar saubere und geräumige Toilette gibt – ich bin gerettet!! Das ist noch einmal gut gegangen – uffff…

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Zurück im Zimmer muss ich mit ein wenig erholen, in meinem Bauch gluckst und grummelt es. So etwa zwei bis drei Stunden später bin ich wieder fit. Meine Fotosachen sind noch im Auto, also schnappe ich mir den Autoschlüssel und los geht es erneut zu der kleinen Bucht die etwa 1.500 Meter nördlich des Hotels gelegen ist. Dort verheißt ein Hinweisschild wenig gutes: „Playa Closed“

Ich sondiere kurz die Lage und entscheide dann, dass man selbst oben von der Klippe noch einen tollen Blick auf Strand und Meer hat. Also geht es voll bepackt wie ein Lastesel  zur abendlichen Fotosession. Mit dabei habe ich die Nikon D800E, vier „erwachsene“ Objektive, die Nikon D300, die Panasonic HC-X909 Videokamera und zwei Stative. Diese beiden Stative werden sich beim Aufstieg später noch als äußerst hilfreich erweisen!

Wie bei der Bucht nebenan gibt es auch hier eine Treppe die von der Klippe etwa 30 bis 40 Meter hinab an den Strand führt. Diese Treppe ist allerdings deutlich älter und am Ende der Treppe wird mir dann auch klar warum dieser Strand aktuell eigentlich geschlossen ist.  Der letzte Teil der Treppe, so etwa 20 Stufen sind komplett weggebrochen und liegen in einem Winkel von etwa 45° einige Meter von ihrer ursprünglichen Stelle entfernt. Voll bepackt mit Fotorucksack, Kameratasche und zwei Stativen ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit hier herunter zu kommen. Aber dann findet ich eine Stelle an der ich auf dem Hosenboden auf einem Betonvorsprung sitzen kann. Dort ziehe ich beide Stative komplett aus und benutze sie als Stützen um den etwa einen Meter hohen Absatz zu nehmen. Dort ist alles voller Staub und Geröll und ich muss schwer aufpassen mich dort nicht auf die Nase zu legen.

Am Strand angekommen bin ich dort vollkommen allein – super!! Als Erstes stelle ich die Videokamera auf das kleine Stativ. An der Kamera ist der Filteradapter von 49 auf 52mm angeschraubt und darin steckt ein Polfilter. In den Polfilter schraube ich den Filterhalter für meine Cokin-Filter. Danach wird der Filter mit einem neutral grauen Verlauf eingeschoben. Nun kann ich alles drehen, den Polfilter und den Cokin-Filter. Außerdem lässt sich der Cokin-Filter im Gegensatz zum Vortag nun herauf und herab schieben. So gelingt dann eine schöne Videosequenz dieses tollen Sonnenuntergangs am schwarzen Lavastrand.

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Nach einigen Einstellungen schalte ich die Videokamera in den Zeitraffermodus – alle 10s nimmt sie jetzt ein Bild auf. Später habe ich eine schöne Sonnenuntergangssequenz die etwa 10s dauert und die sich scher schön als letzte Einstellung für meinen Reisebericht eignen wird, super!

Während die Videokamera sich tapfer gegen Wind und Wetter wehrt und eifrig ein Bild nach dem anderen aufnimmt bin ich mit dem größeren neuen BILORA XedriLux white und der Nikon D800E unterwegs. Auf der linken Seite der Bucht gibt es einen Durchbruch in der schwarzen Felsenklippe. Dahinter baden zwei Jungs mit kleinen Surfboards im recht ruhigen Meer. Es ist wieder Ebbe und so ist der Durchbruch unter der Klippe recht gut erreichbar. Allerdings sind die Felsen schwer glitschig und man muss gut aufpassen hier nicht zu stürzen. Das könnte üble Folgen haben, denn man muss hier auf dicken glitschigen Steinen balancieren, wer hier abrutscht hat sich schnell einen Fuß verstaucht oder gar gebrochen. Damit dann die vielen Treppenstufen hinauf zu klettern, das wäre nicht wirklich witzig! Also Vorsicht!!

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Die Sonnen hat den ganzen Tag über die schwarzen Lavawände und den schwarzen Lavastrand aufgeheizt. Durch die unmittelbare Nähe zum Meer ist es unerträglich heiß und schwül. Nach kurzer Zeit habe ich meine Kleidung komplett durchgeschwitzt und das Wasser tropft mit von der Stirn. Es ist wirklich nicht witzig und es fällt schwer sich immer wieder zu bücken und hinter die Kamera zu kauern. Bei Belichtungszeiten von bis zu 30s muss man still und regungslos hinter der Kamera verharren und den Kabelauslöser ruhig in der Hand halten, keine einfache Aufgabe! Aber es entsteht eine Belichtungsreihe nach der Anderen und insgeheim freue ich mich schon darauf meine „Beute“ zu sichten.

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Die fast euphorische Stimmung wird allerdings jäh unterbrochen als mich ein Stein an der Schulter trifft. Er ist vielleicht so groß wie eine Wallnuss und hat meine Schulter dort getroffen wo sie durch den dicken breiten Gurt meines Fotorucksacks geschützt ist, aber es tut trotzdem höllisch weh. Hätte ich diesen Stein auf den Kopf bekommen, so hätte es wohl zu einer Platzwunde geführt.

Es wird mir direkt unterhalb der Klippe zu gefährlich und ich deute diesen Stein als Hinweis der Götter, mich dort schnellstens zu verziehen. Bislang habe ich alle Fotos des Abends mit dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm aufgenommen, nun versuche ich mich mal mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Objektiv. Eigentlich ist es ja für das kleinere DX-Format gerechnet, aber an der D800E bleiben trotzdem noch satte 18 Megapixel übrig, man kann das Ding also wirklich gut einsetzen. Die Kamera habe ich so eingestellt, dass sie DX-Objektive automatisch erkennt. Im Sucher sieht man zwar „nur die Hälfte“ aber wenn man das echt coole Liveview-Feature verwendet, kann man auf dem rückwärtigen Display der Kamera sehr schön sehen was man fotografieren wird. Richtig cool sehen viele Einstellungen dann aus, wenn die Kamera mit diesem Objektiv sehr nah am Boden ist. Aber dann muss man sich immer wieder hinter der Kamera ganz ganz klein machen und das ist echt anstrengend wenn man mit den Füßen im Wasser steht und noch einen schweren Fotorucksack auf den Schultern hat. Aber ich will nicht klagen, andere Menschen besuchen Fitness-Studios – ich gehe eben ab und zu mal fotografieren :–)

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Während ich so vor mich hin fotografiere vergesse ich die Welt um mich herum. Als ich irgendwann zur Treppe an der Klippen schaue, kann ich sie kaum noch sehen, es ist fast dunkel. Auch meine Panasonic Videokamera kann ich nur noch schemenhaft erkennen. Ich mache mich also auf den Rückweg, doch da fällt mir eine kleine Höhle am Fuß der schwarzen Felsenklippe auf. Am Eingang hat jemand ein paar größere Steine aufgeschichtet, so dass es wie eine kleine Mauer ausschaut. Instinktiv muss ich an meine Besuche bei der False Kiva im Canyonlands Nationalpark in Utah denken.

Der Unterschied ist, dass man in der False Kiva ganz bequem stehen kann, diese kleine schwarze Lava-Höhle ist nur etwa 1,5 Meter hoch und wird nach hinten immer enger. An der D800E ist noch das kleine 10,5mm Fisheye montiert. Damit kann ich den Strand, die Felsen draußen im Meer UND den kompletten Rand der Höhle abbilden. Der Liveview der D800E kommt langsam an seine Grenzen, im Display sieht man das was man „fotografiert“ nur noch schemenhaft. Bei Belichtungszeiten zwischen 15 und 30s entstehen aber tatsächlich Fotos auf denen man das Meer noch schön erkennen kann. Nur ist der Eingang zur Höhle nur ein schwarzer Rand, mehr nicht. Ich überlege kurz und dann habe ich eine Idee. Die D800E hat doch ein eingebautes kleines Blitzlicht mit Leitzahl 12. Das sollte ausreichen um dieses Höhle etwas aufzuhellen. Doch die ersten Testbilder sehen ziemlich komisch aus. Das Problem ist der enge Winkel in dem das Blitzlicht arbeitet. Es ist für die Nutzung leichter Weitwinkelobjektive gedacht, nicht für ein extremes Fisheye! So leuchtet das Blitzlicht nur den mittleren Teil des Bildes aus und dementsprechend sind die Ergebnisse mehr als unbefriedigend. Doch dann habe ich die wirklich zündende Idee. In meiner Hosentasche habe ich ein kleines weißes Stofftaschentuch. Derartige kleine Tücher habe ich fast immer dabei, sie sind sehr hilfreich wenn man mal einen Filter trockenlegen oder eine Frontlinse putzen muss.

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Als ein Teil des Taschentuchs um das kleine Blitzlicht geschlungen ist, wird das Licht so schön gestreut, dass auch der Rand der Höhle „etwas abbekommt“.

Einige Bilder später ist es fast stockfinster und ich muss abbrechen auch wenn ich noch gern weitermachen würde. Vorsichtig taste ich mich aus der Höhle heraus, nun nicht den Kopf stoßen! Meine Videokamera kann ich allerdings nicht mehr sehen. Sie muss aber da draußen irgendwo stehen. Es dauert nicht lange und sie ist gefunden, ich bin einfach meinen Fußspuren an diesem einsamen Strand gefolgt – geht doch!

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Nun kommt die größte Herausforderung des Abends, ich muss wieder hinauf auf diese Treppe und das erweist sich als gar nicht so einfach. Nach zwei vergeblichen Anläufen schaffe ich es dann an einer etwas anderen Stelle hinauf auf den Rest der Treppe. Meine beiden Stative sind dabei eine große Hilfe. Ohne sie hätte ich wohl auf allen Vieren auf den Treppenabsatz hinauf klettern müssen.

Endlich oben am Auto angekommen bin ich so ziemlich am Ende meiner Kräfte angelangt. Meine Hose und mein Hemd sind so nass, dass man sie auswringen könnte. Zwischen den Füßen und meinen Trekking-Sandalen haben sich lauter kleine Steine eingenistet, ich bin echt fertig. Schnell die Fotosachen verstauen und dann einen Schluck Wasser. Das Wasser war den ganzen Tag im Auto und es ist lauwarm, aber ich bin trotzdem dankbar dieses Wasser trinken zu können.

Zurück am Hotel gibt es überhaupt keine Parkplätze mehr. Die Leute parken einfach überall, auf durchgezogenen Linien, auf Sperrflächen, ganz egal, Hauptsache es ist nah am Hotel. Als Zeichen meines stillen Protestes fahre ich noch etwa 100 Meter weiter und stelle meinen Mietwagen als EINZIGES Fahrzeug auf dem leeren Parkplatz ab. Nun muss ich zwar ein paar Meter laufen, aber das wird mir nicht schaden, ich habe eh meist zu wenig Bewegung.

Als ich in unserem Zimmer ankomme ist Sandra schon fast eingeschlafen. Es geht nur schnell unter die Dusche und dann ab ins Bett. Meine stinkenden Sandalen und die verschwitzen Anziehsachen lasse ich einfach in der Badewanne liegen und schließe die Tür des Badezimmers mit aller Sorgfalt.

Endlich im Bett kann ich dann doch nicht schlafen. Mein Puls ist noch immer bei 120 und ich würde mir am Liebsten sofort die Fotos anschauen. Aber es ist schon sehr spät und Sandra möchte gern schlafen. Schließlich erinnere ich mich an alte Zeiten als ich Abends immer mit einem Kopfhörer Musik gehört habe. Meine Kopfhörer ist gleich neben mir in der Schublade und mein Telefon auch. Auf dem Telefon gibt es viele hundert Alben und mehrere tausend Songs. Ich höre mich noch ein wenig durch diese große transportable Mediathek bis ich irgendwann dann doch so müde bin, dass ich mit einem letzten Reflex den Kopfhörer ausschalte und das Handy beiseite lege.

Was für ein Tag….

La Palma – Tag 12

Als ich am Vortag meinen BLOG veröffentlich habe, kommt auch schon meine liebe Sandra um die Ecke. Sie war erfolgreich und hat sich etwas zum Anziehen und natürlich ein Paar schicke neue Schuhe gekauft. Gemeinsam wollen wir den Abend fern der All-Inclusive Gäste in einem einheimischen Restaurant verbringen. Es geht hinauf zum Vulkan San Antonio. Etwa 100 Meter vor dem Visitor-Center ist auf der linken Seite eine sehr einladend wirkende Bodega. Als wir dort eintreffen müssen wir leider feststellen, dass wir den Ruhetag erwischt haben! Also drehen wir um und fahren noch ein paar Spitzkehren weiter den Berg hinauf. Oben im kleinen Örtchen Los Canarios gibt es einen Wegweiser der uns zu einem sehr gemütlichen kleinen Restaurant führt.

Wir sind die einzigen Gäste, das kommt mir etwas komisch vor, aber dann gibt es ein kaltes Radler (Cerveza con Seven-Up) und schon bin ich im Urlaubsmodus 🙂

Sandra bestellt sich ein Steak mit einem kleinen Salat, ich entscheide mich für den Fisch des Tages mit handgeschnittenen Kartoffeln aus der Fritteuse. Mein Fisch ist ganz ok, wenngleich auch nicht gerade Weltspitze, aber mir schmeckt es. Sandra knabbert relativ langsam und lustlos an ihrem Steak herum. Als ich frage was damit los ist erfahren ich, dass es wohl irgendein Missverständnis gegeben hat. Sie hatte mit einem Rindersteak gerechnet. Auf dem Teller liegt aber ein Stück Schweinefleisch. Sie kann damit dann aber doch ganz gut leben. Wir gehören nicht zu den Gästen die sich den Chef kommen lassen und eine Welle machen die ganze Dörfer wegspülen könnte.

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Nach dem Essen gibt es noch einen kleinen kanarischen Espresso mit aufgeschäumter Milch (Café Cortado). Für Sandra würden wir gern einen Ramazotti bestellen, aber die Kellnerin kennt das nicht. Wir versuchen es mit einem „Hierbas“, auf Teneriffa bekommt man dann meist einen kleinen Schnaps der ein wenig an einen süßen Grappa erinnert. Hier versteht man unter „Hierbas“ aber eher einen Kräuterlikör. Die Kellnerin hat auch sofort einen Jägermeister zur Hand. Aber den mag Sandra nicht. Wie erklären wir nur was wir wollen? Ich versuche es mit „Un hierbas similar a grappa?“ Sie flitzt kurz weg und bringt mir kurz darauf meinen Café Cortado und Sandra einen doppelten Grappa in einem Gläschen das ein wenig an ein zu klein geratenes Sektglas erinnert. Ich darf mal kurz kosten, es ist ein Grappa und er ist echt gut!

Bei Sandra hinterlässt dieser große Schnaps dann aber schnell ziemliche Spuren. Im Bauch wird es warm und im Kopf beginnt sich alles zu drehen. Sie ist ein wenig angetrunken, hicks… Also setze ich sie unten am Hotel ab und fahre etwa 1000 Meter vom Hotel in Richtung Norden durch die angrenzenden Bananenplantagen. Dort gibt es eine kleine „Bude“ mit tollem Blick auf das Meer. Als ich dort eintreffe rattert dort ein kleiner Stromgenerator und es sind recht viele Jugendliche dort die den beginnenden Sonnenuntergang bei einem Bier genießen. Als ich starklar bin fällt mir eine Treppe auf die nach rechts abzweigt. Ich schaue mir das genauer an und bin ziemlich überrascht, dass es hier einen tollen Abstieg zu einem kleinen einsamen schwarzen Strand gibt, großartig!

Unten am Strand bin ich schließlich allein in einer kleinen Bucht, umgeben von dunklem Basalt und viel viel schwarzem Lava-Sand und Lava-Kies. Vor mir stimmt die Sonne ein tolles Schauspiel an und den Blick nach Westen versüßen mir einige respektable Lava-Formationen die wunderbar aus dem Meer herausragen. Meine tolle neue Timex Armbanduhr verrät mir, dass wir gerade wieder einmal Ebbe haben. Das ist für Fotos am Strand mit Sonnenuntergang meist ideal, weil man dann auf dem flach abfallenden Strand fotografieren kann.

Leider habe ich nur die kleine Nikon 1V1 und die Panasonic HC-X909 Videokamera dabei. Es sind zwar tolle Geräte aber für wirklich eindrucksvolle Aufnahmen bei krassem Gegenlicht oder in der Stunde nach dem Sonnenuntergang eher weniger gut geeignet. Trotzdem nehme ich einige Video-Sequenzen auf bis mir die Idee kommt, endlich mal den Verlaufsfilter vor die Panasonic Videokamera zu schrauben. Dieser Filter ist zur Hälfte klar und zur anderen Hälfte dunkelbraun, man nennt das auch „Tabak“. Den Filter kann ich drehen und wenn man die braune Hälfte nach oben dreht, so bekommt der Abendhimmel eine bedrohliche fast surreale Wirkung. Ein wenig schade ist, dass der Übergang von klar nach getönt genau in der Mitte des Filter ist. So muss man ein wenig mit der Aufnahmeposition spielen bis das Ergebnis gut aussieht. Hier ist der Einsatz der quadratischen Cokin-Filter oft einacher. Man schraubt den Filterhalter an die Kamera und kann dann bist zu drei Filter einschieben und in der Höhe kombinieren. Allerdings muss man dabei auch bedenken, dass jede Filterscheibe die Bildqualität ein wenig verringert. Daher ist mein Tipp, irgendwelche Filter nicht grundsätzlich zu benutzen sondern nur dann wenn sie sinnvoll sind oder schöne Effekte ermöglichen.

Während die Panasonic-Kamera ein wenig vor sich hin filmt baue ich meine Nikon 1V1 und das zweite Stativ auf. Als ich die  Kamera einschalte muss ich leider feststellen, dass ich die Speicherkarte im Hotelzimmer vergessen habe. Alle Reservekarten sind im großen Fotorucksack und der ist auch im Hotel. Ich versuche das gelassen hinzunehmen, man kann eh nicht mit zwei Kameras gleichzeitig fotografieren. Also wechsle ich die Speicherkarte immer mal zwischen Videokamera und Fotoapparat. Gern würde ich ja auch mal den Verlaufsfilter an die Nikon 1 setzen, aber sie hat ein 40,5mm Filtergewinde. Mein Verlaufsfilter hat 52mm, die Panasonic hat 49mm. Wie passt das alles zusammen? Ganz einfach, mit Filteradaptern. Solch ein Exemplar habe ich auf die Panasonic aufgeschraubt, 49 -> 52mm – damit passen fast alle Filter die ich für meinen guten alten manuellen Nikon Objektive habe. Auch die Streulichtblenden usw. kann ich verwenden, das ist sehr praktisch. Für die Nikon 1 habe ich auch einen Adapter von 40,5 auf 52mm, aber ihr habt es sicher schon erraten, ich weiß mal wieder nicht wo er ist…

Die Video-Sequenzen sehen auf dem Klappdisplay der Panasonic richtig gut aus. Später im Hotel bin ich aber doch etwas enttäuscht. Filmt man mit dieser Kamera direkt in dei Sonne so ist das einfach zu krass. Zwar ist die Sonne ein korrekter heller runder Punkt, aber rund herum machen sich komische orangefarbene Farbsäume breit, das sieht nicht wirklich gut aus. Hier ist der kleine Sensor der Kamera deutlich überfordert. Vielleicht würde es helfen einen zusätzlichen Polfilter oder einen dichten Graufilter zu verwenden. Aber wenn man mehrere runde Filter aufeinander schraubt werden sie spätestens ab dem zweiten Filter im Bild sichtbar. Es gibt dann runde schwarze Ecken und die will man lieber nicht haben. Man kann sich ein wenig behelfen indem man die Kamera nicht ganz auf Weitwinkel sondern etwas auf „Tele“ einstellt. Dann ist der Blickwinkel enger und die Ränder sind dann weg. Aber damit bekommt man oft das was man filmen möchte nicht mehr in voller Breite zu sehen.

Helfen könnte hier ein weiterer Filteradapter bspw. von 52 auf 77mm. So etwas habe ich sogar dabei und ich weiss sogar wo er ist! Auch habe ich 77er Polfilter, Graufilter und Grauverlaufsfilter mit auf die Insel genommen. Aber während ich da unten ganz allein am Strand stehe sind sie natürlich im Hotelzimmer!

Leute da hilft nur EINES – ich muss da noch einmal hin!

Nachdem die Show vorbei ist steige ich die Treppenstufen wieder hinauf und laufe mal bis zur Spitze dieses Aussichtspunktes. Dort staune ich nicht schlecht, als ich neben „meiner“ Bucht eine zweite Bucht entdecke! Und diese Bucht ist sogar noch viel cooler denn da sind die tollen Lavafelsen direkt davor! Hier wäre es ein Fest einen tollen Sonnenuntergang zu fotografieren. Und auch hier scheint es eine Treppe zu geben die etwa 30 Meter von der Klippe hinunter zum Strand führt. Das werde ich mir mal anschauen, aber nun geht es erst einmal zurück zum Hotel.

Als ich dort eintreffe läuft gerade „Déjà Vu“ im ZDF. Ein seltsamer Streifen mit einem Denzel Washington der vier Tage in die Vergangenheit schauen kann. Es geht darum einen Terroranschlag aufzuklären oder gar zu vereiteln. Es ist schon eine krude Geschichte aus der Tony Scott versucht einen passablen Actionstreifen zu zimmern. Sogar  Val Kilmer ist mit am Set, aber wirklich überzeugen kann mich das alles nicht. Während ich meine Fotos sichte höre ich nur die pathetische Filmmusik und die vielen Soundeffekte. Ich habe den Eindruck, dass man hier versucht hat mit knalligen Soundeffekten den recht sinnfreien Plot aufzumotzen. Da ist es kein Fehler wegzuschauen und sich auf die „fotografische Beute“ zu konzentrieren.

Hier bin ich besonders auf die Fotos aus der Nikon 1V1 gespannt. Aber die Fotos sind weniger gut als erhofft. Auf dem kleinen Monitor der Nikon 1 sah das alles noch toll aus, aber wenn man sich die dunklen Bildbereiche mal genauer anschaut, dann haben sie oft keine Zeichnung oder sind sogar total verpixelt. Wenn man die Bilder kräftig überbelichtet, so werden bei den im Gegenlicht liegenden dunklen Lavafelsen Strukturen sichtbar. Allerdings ist dann der Himmel nun noch ein großer ausgefranster weißer Fleck. Das kann die Nikon D800 viel besser. Der Grund ist der kleine Chip im CX-Format den die Nikon Ingenieure für die Nikon 1 Serie konstruiert haben. Dieser kleine Chip macht war das gesamte System schön klein und handlich, aber die Bildqualität kann in Grenzsituationen mit „erwachsenen“ Kameras in keiner Weise mithalten. Aber wen wundert es, dass eine kleine Kamera die mit Objektiv 279,- Euro gekostet hat nicht die gleichen Fotos liefert wie eine Nikon D800E die mit einem guten Objektiv schnell bei 5.000 Euro liegt?

Hier zwei Beispielfotos aus der Nikon 1V1 – jeweils 1000 Pixel breit oder hoch.

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Beim nächsten Foto sah das Wasser nicht wirklich schön aus, also habe ich es mit Photoshop ein wenig „glatt gebügelt“ 🙂

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Hier auf La Palma ist es jetzt gleich 12h am Mittag. Sandra und ich werden gleich  aufbrechen und uns vielleicht den Vulkan „San Antonio“ anschauen und danach ggfs. einen zweiten Anlauf in der kleinen Bodega neben dem Visitor-Center wagen. Ok, schauen wir einfach mal was passiert 🙂