Die erste Tour 2011

Nachdem das ganze Team wochenlang unter Hochdruck an einer wirklich guten Version unserer neuen Software gearbeitet hat, ist am Samstagnachmittag die zweite Produktivstellung auch geschafft. Nach all den Tagen in Mainz ist es mal wieder Zeit ein paar Maschinen Wäsche zu waschen. Am späten Nachmittag trudelt Sandra ein, sie war noch zu Besuch bei Verwandten im Saarland. Wir packen unsere Autos und es geht für ein paar Stunden nach Bonn.

Nun darf auch der Projektleiter nach Hause...

Später läuft dann die Waschmaschine, wir bestellen uns Pizza und schauen uns einen Film von John Carpenter an, bei dem ich mir vor 28 Jahren fast vor Angst in die Hose gemacht habe – DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT – Am nächsten Morgen hat Sandra dann fast gar nicht geschlafen, ein Albtraum hat den nächsten Albtraum abgelöst…

Wie schön sind da die ersten Sonnenstrahlen des Jahres. Ich springe kurz unter die Dusche, dann geht es schnell zum Bäcker, um 11h bin ich bei meinen Mopeds in der Garage. Ob sie nach der langen Pause wohl anspringen? Und wie sie anspringen! Meine alte R80-RT musste ich eigentlich IMMER via Auto mit Starthilfe & Co. zu neuem Leben erwecken. Meist war nach der Winterpause auch die Batterie hinüber. Während ich die Mopeds für die Haustür fahre freue ich mich wie ein kleiner Schneekönig, dass es endlich wieder los geht und das ganz ohne Probleme – Genial!

So ähnlich sah das heute Morgen aus – nur mit etwas mehr Sonne 🙂

Eine Stunde später sitzen wir auf den Mopeds und es geht ganz vorsichtig via Godesberg und Wachtberg auf die Autobahn. Ein paar Minuten später sind wir schon bei Grafschaft, es geht durch die Ausläufer der Eifel zum Café Fahrtwind. Da ist recht wenig los, es sind nur ein paar hartgesottene Biker dort die ihre Mopeds das ganz Jahr über angemeldet haben 🙂 Es gibt Cappuccino und wir sind froh, dass wir uns ein wenig aufwärmen können. In Bonn waren es 13°C, hier in den Bergen ist es deutlich kälter.

Kurze Fotopause

Als wir wieder aufbrechen kommt es mir in den Sinn den Rest der Tour mit meinem Handy „aufzuzeichnen“. Es geht zurück zum Café Ahrwind, dann rechts ab und hinter einem Porsche Turbo 4 gemütlich durch die Berge. Wir geniessen das Gefühl der Freiheit in vollen Zügen. In Ahrweiler angekommen entschließen wir uns zu einem kleinen Umweg der uns hinunter zum Rhein führen soll. Als wir auf der B9 das Siebengebirge passieren scheint die Sonne und es ist einer der schönsten Momente des noch so jungen Jahres. Hier habe ich ein Bild, das im vorletzten Jahr bei ähnlichem Wetter oben auf dem Turm der Godesburg entstanden ist.

Ein Blick von der Godesburg rüber zum Siebengebirge

Hier noch ein schöner Blick von Wachtberg rüber zum Siebengebirge auf der anderen Rheinseite.

Blick von Wachtberg hinüber zum Siebengebirge

Kaum daheim geht es an die Vorbereitungen für die nächste Woche in Mainz. Um 8h soll es dort wieder spannend werden wenn wieder viele hundert Anwender die Arbeit mit dem völlig neuen System beginnen. Da heißt es dann wieder Konzentration, Fehler analysieren, Korrekturen erstellen und vor allem keine „Verschlimmbesserungen“ einchecken…

Hier noch eine schöne Morgenstimmung die ich schon vor längerer Zeit mal vom Schlafzimmerfenster aus geknipst habe.

Ein neuer Tag erwacht

Drei Wochen liegen noch vor uns – dann am 27. Februar geht es wieder los – LAS VEGAS – wie ich mich drauf freue…

Hier noch schnell die mit „My Tracks“ auf dem HTC Desire aufgezeichnete Route.

Der erste Arbeitstag 2011

Es ist 7h als der Wecker klingelt. Eigentlich mag ich nicht aber es muss ja sein – aufstehen – waschen – anziehen – das Auto packen und wieder los nach Mainz. Es ist kalt und es liegt Schnee. Als ich das Auto vom Schnee befreit habe und los fahren will blockieren die Bremsen, sie sind nach fast drei Wochen Schnee und Regen einfach festgerostet. Ich gebe mehr gas, der kalte Dieselmotor nagelt und dann mit einem kräftigen Ruck bewegt sich mein Peugeot doch noch!

Ich versuche mich zur Autobahn durch zu schlagen. Die Straße sind nicht wirklich frei, an vielen Stellen ist der festgefahrene Schnee holprig und rutschig. Als ich fast bei der Autobahn bin die Durchsage im Radio, dass bei Koblenz ein PKW-Transporter auf eisglatter Straße quer steht und einige Autos verloren hat. Das tut mir in doppelt der Seele weh, wegen der Vollsperrung und wegen der zerstörten Autos… Ich mache also kehrt und will statt der A61 die A3 nehmen. Als ich nach etwa 20 Minuten wieder etwa dort angekommen bin wo ich gestartet bin, höre ich im Radio, dass auf der A3 eine LKW brennt und dort auch nichts geht. Das neue Jahr fängt ja gut an, also auf die B9 – am Rhein entlang nach Mainz. Im Sommer X-fach ausprobiert – immer wieder schön – aber mit dem Auto bei Schnee und Eis?

Egal ich fahre weiter. Bis Koblenz geht es sogar recht gut voran, danach ist die Straße vielfach heftig zugeschneit. Später wird es wieder besser und dann geht die Sonne auf. Wie schön ist das denn? Und ich habe keinen Fotoapparat dabei. Schnell krame ich mein neues Handy raus und halte es beim Fahren mit der rechten Hand links neben den Rückspiegel. Je weiter ich fahre umso schöner wird es. Sonnenaufgang an der Loreley – wunderbar! Die ersten Arbeitstage sind lang und anstrengend. Spät am Abend sitze ich dann mit meinem Mac im Bett und versuche aus dem Handy-Video ein Youtube-Filmchen zu machen.

Das geht mit iMovie auf dem Mac erst einmal nicht. Dann die Idee, dass Video mit der Vorschau öffnen und im iPhone-Format nach iTunes exportieren, von dort kann man es dann auch in iMovie importieren. Und wieder muss ich ein wenig mit dem Kopf schütteln wenn ich daran denke wie  diese toll gestylten dynamisch sportiven Apple-Verkäufer ihre Computer als das genialste seit der Erfindung des Transistors anpreisen. Für einen Computer der alles kann und das vor allem voll automatisch und ganz von allein gibt es in der schönen Mac-Welt doch immer wieder erstaunlich einfache Probleme die sich nur mit einer komplexen Lösung erschlagen lassen.

Aber egal, nach etwa 20 Minuten ist das Video dann in iMovie. Ich versuche es ein wenig zu kürzen, aber mir gefällt die ganze Strecke so gut. Schließlich sind es 7 Minuten und zwei Songs von Acoustic Alcemy im Hintergrund. Dann Hochladen bei Youtube. Der Spaß dauert fast zwei Stunden – so wird es jedenfalls hoch gerechnet. Ein guter Zeitpunkt um das Licht aus zu knipsen.

Am nächsten Morgen hat das dann alles nicht funktioniert, weil das Notebook zwischendurch in den Standby geschaltet hat. Es ist eben ein genialer Mac der alles allein und automatisch macht – manchmal wünsche ich mir aber doch einen PC mit Windows 95 🙂

Während ich dusche versucht es der Mac am nächsten Morgen ein zweites Mal. Selbst nach dem Frühstück ist er noch nicht fertig, also gehe ich mal  zur Arbeit während das MacBook eingeschaltet neben dem UMTS-Router zurück bleibt – am Ladegerät natürlich – was bei Android-Handys gut ist, ist auch bei MacBooks gut!

Als ich abends nach einem langen Tag im Appartement ankomme ist das MacBook sogar fertig! Tirili, nur anschauen kann ich das Filmchen nicht – es enthält Content von UMG und ist in meinem Land nicht verfügbar. Es ist zum Mäuse melken, also bei Youtube einloggen und schauen was man machen kann. Es gibt dort GEMA-freie Musik. Die kann man nehmen, nur die klingt blöd. Nach einer Weile finde ich dann etwas das halbwegs harmlos ist. Ein kurzer Klick und auf der Youtube-Serverfarm wird mein Film mit einer neuen Tonspur versehen. Das dauert eine Weile, zwischendurch kann ich einen Jägermeister trinken, mit Sandra telefonieren, die Zähne putzen und und und – eine Cloud ist nicht grundsätzlich schnell!

Aber es klappt dann doch noch und so schlecht sieht es gar nicht aus.

Ich hoffe es gefällt Euch trotzdem – hier ist es:

Am Rhein entlang nach Mainz – Oder: Arschkalt :-)

Es ist Anfang Oktober 2010 – die Tage werden kürzer die Näche länger, die Wettervorhersage verheißt wenig gutes – Bodenfrost ist angesagt. Die Mopeds müssen noch mal zum Motorradhaus Senger in Rüsselsheim. Es gibt noch ein paar Rückrufaktionen. Die weiße Turbine bekomme einen neuen Kettenspanner und eine neue Kupplung. Andere BMW Fahrer hatten sich wohl beschwert, dass der Öldruckbetriebene Kettenspanner beim Starten keinen Öldruck hat – wie denn auch – und daher die nicht gespannte Steuerkette einen Augenblick lang ein wenig rasselt. Kein Drama, aber wenn man das Moped mal wieder verkaufen will wäre es gut wenn sie auf dem aktuellen Stand ist.

Die Kupplung hat ein ähnliches Problem und auch hier gibt es eine “Aktion” wie sie das bei Senger so nett betiteln. An der blauen K1200 variiert der Druckpunkt der Vorderradbremse ein wenig wenn man den Bremshebel zweimal kurz nach einander zieht. Auch hier gab es wohl Beschwerden und nun gibt es kostenlos zwei neue Bremssättel. Eigentlich kosten die jeweils 298 Euro zzgl. Montage. Aber es ist ja eine “Aktion” – super!

Ok, die Mopeds müssen da irgendwie hin. Die weiße Turbine steht ja schon in Mainz und nun muss meine blaue K1200 auch dort hin. Klar könnte ich beide Mopeds auch daheim in Bonn zur Werkstatt bringen, aber bei Senger habe ich einfach mehr Vertrauen. Die arbeiten wirklich gut und sind sehr Gewissenhaft. Ein kleiner Familienbetrieb eben. Vater und Muttert kümmern sich um Kunden und Rechnungen. Einer der Söhne arbeitet im Verkauf, der andere ist der Chef in der Werkstatt. Besser geht es eigentlich nicht.

Also geht es am Montag kurz nach Sonnenaufgang los nach Mainz. Es ist kalt, bitterkalt. Das Thermometer des Bordcomputers zeigt 4,5°C – brrr…

Es geht über die B9 in Richtung Koblenz. Als der LKW vor mir endlich Platz macht und ich mal ein Stück 120 KM/h fahren kann spüre ich die Kälte so richtig. Es kriecht überall hinein, dabei habe ich ein eine Stunde zuvor beim Beladen des Mopeds noch geschwitzt. So kann das gehen! Dann kommt dichter Nebel hinzu., Kurz hinter der Moselbrücke ist dann auch der Sprit ziemlich leer und ich bin froh, dass ich mich in der Shell-Tankstelle ein wenig aufwärmen kann. Es geht weiter, der Nebel verschwindet und die Sonne kommt heraus. Dann sehe ich auf der anderen Seite diese schön Burg die es mir schon so oft angetan hat. Also anhalten und mit der neuen Hosentaschenkamera (Nikon S3000) schnell ein paar Fotos knipsen.

DSCN0283

DSCN0285

Dann weiter, in Richtung Lorelei. Es wird wärmer, das Thermometer klettert auf 11,5°C. Fotostopp!!

DSCN0324

Dann kurz hinter Bingen sind es fast 20°C – die Sonne scheint und es ist ein wunderbarer Herbstmorgen. Die Griffheizung hält mich ein wenig warm, dann geht es auf die Autobahn nach Mainz. Und gleich wird es auch wieder kühler, bei 140 KM/h sogar ziemlich kühl – aber es sind nur etwa 40 Kilometer dann ist es geschafft. In der Tiefgarage ist ein Plätzchen frei und es geht an die Arbeit. Die Tage sind lang die Nächte kurz. Morgens bin ich meist ziemlich zerdrückt aber dem Projektplan ist das alles egal. So ist das eben in der IT-Branche…

Morgens am besten Hotel der Welt dann ein bisschen Fotoquatsch mit der Hosentaschenkamera…

DSCN0331

DSCN0334

Während der Woche dann ein meherfaches Hin und Her mit dem Taxi. zwischendurch holt mich mein Kollege auch mal mit meinem Auto bei der Motorradwerkstatt ab. Unter logistischen Aspekten ist es voll blöd wenn man mehr als EIN Moped hat!

Am Mittwoch der folgenden Woche sind dann beide Mopeds auch schon fertig und warten auf die Überführung in den Winterschlaf.

DAS PASSIERT MORGEN! …und ich werde berichten 😉

Goldener Herbst – Oder: Die große Acht mit Sandra

Kaum daheim ist es schon wieder Samstag. Die Sonne scheint und nichts hält uns im Bett. Schnell in die Klamotten und los. Heute soll es am Rhein entlang bis Linz gehen, dann gen Osten und in großen Kreisen wieder nach Hause. Alles ist gut und dann kurz hinter Linz sagt das TomTom, dass ich doch in eine winzig kleine Straße abbiegen soll. Ist das Ernst gemeint?? Ok, wir biegen ab. Die Routenführungsoption “Kurvenreiche Strecke” wird schon wissen was sie errechnet – hoffentlich. Die Straße ist eng, sehr eng. Wir sind zu zweit auf meiner blauen Turbine, unter dem 190er Hochgeschwindigkeitsreifen knacken die Eicheln im nassen Laub. Nicht gut, gar nicht gut!

Dann Gegenverkehr – hier? Dann ein idyllischer Bachlauf, Deutschland ist schön! Und schon ein paar Minuten später ein Hinweis, dass wir auf einem Radweg fahren. Was??? Richtig gelesen! Egal, das TomTom hat das so ausgerechnet, die Eicheln knacken, der Reifen rutscht, Sandra kriegt langsam die Krise. Dann eine Straßensperre – sorry Fahrradwegsperre!

STOP! FORSTARBEITEN! LEBENSGEFAHR! BUSSGELD!!!

DSCN0230

Wir kehren um, Sandra denkt “Hoffentlich macht der jetzt keinen Quatsch!” Ich denke “Ob man da irgendwie wieder auf die Hauptstraße kommt?”

Später kann ich mir in Mapsource anschauen, dass wir kurz vor dem Ziel umkehren mussten. Noch 1.800 Meter und wir wären auf der Hauptstraße gelandet. Egal, das schöne Tal war es wert, hier würde ich gern mal mit einem Velvia 50 in der Hasselblad im Herbstlaub herumkrabbeln 🙂

2010-10-11_071826

Unsere Fahrt geht weiter, wir steuern einen Bikertreff an. Burgcafé soll das heißen, nur wo ist hier ein Bikertreff? Scheinbar ist die Liste der Bikertreffs D-A-CH die ich mit via TomTom Home installieren konnte hoffnungslos veraltet. Hier ist alles aber kein Bikertreff. Mal schauen wo es sonst noch einen Treff für Gleichgesinnte gibt. Aha, 22,5 Kilometer nach Osten, das ist doch was, langsam haben wir auch Hunger. Dort angekommen ist es wieder eine Fehlanzeige. Wie alt sind diese Daten?

DSCN0233

DSCN0237

 DSCN0247

 DSCN0248

Aber dann ist da ein Grieche, warum nicht. Die Fritten sind Weltklasse, das Suvlaki ist gut und der Salat schmeckt prima. Später werden wir merken wie uns der Knoblauch verfolgen wird… Aber die Farbe der Markise passte soooo gut zum bayrischen Motorrad 🙂

DSCN0252

Es geht wieder nach Hause. Zwischen durch ist vor uns eine ganze Parade knatternder stinkender Trabbis. Witzig sehen sie ja aus aber ich kriege dahinter fast einen Asthmaanfall. Ganz vorn am Anfang der Karawane ein Traktor! Wie hätte Kojak es so überaus treffend formuliert: “Entzückend” – schade, dass ich gerade keinen roten Lolli habe… Also Gas und los… Später gibt es Schimpfe von Sandra, dass dieses Überholmanöver grenzwertig war! Aber es war befreiend! Als wir endlich die kleinen Knatterkisten mit ihren stinkenden blauen Qualmwolken hinter uns gelassen haben ist die Welt wieder in Ordnung. Daheim dann sowieso 🙂

Doch der Weg dahin ist gar nicht so einfach. Die Sonne steht tief und scheint mir die ganze Zeit ins Gesicht. Es ist überaus anstrengend und beim Wechsel von krassem Gegenlicht in ein schattiges Waldstück bin ich ganz kurze Zeit fast blind. Gut, dass das ein Auto vor uns fährt. Einfach auf die roten Lichter konzentrieren und dran bleiben.

2010-10-11_071738

Wer nicht jeden Tag seines Lebens etwas lernt bleibt dumm!

Was lerne ich heute!

Das hier: Im Herbst sollte man morgens in Richtung Westen fahren, dann hat man die Sonne im Rücken. Mittags nach Norden und Abends dann wieder nach Osten. Das ist deutlich entspannter!

Das Abendprogramm leiten wir mit einem Frauengetränk ein 🙂

Man nehme:

  • 1 Teil Aperol
  • 3 Teile Chardonnay´
  • 4 Eiswürfel
  • 2 Scheiben Zitrone

Lecker! Und so sieht das aus:

DSCN0266

Gute Nacht!

Sonntag

Am nächsten Tag wieder blauer Himmel und wunderbar. Die ganze Nacht ging mir meine neue Lebensweisheit durch den Kopf. Starten nach Westen, dann Norden dann Osten. Wo könnten wir heute mal langfahren?

Es gibt zwei Brötchen zum Frühstück und dann geht es schon los. Nach der großen ACHT vom Samstag soll es am Sonntag ein großes O werden – mal sehen! Wir fahren in Richtung Hellenthal in der Eifel. Die Routenführungsoption ist wieder “Kurvenreiche Strecke”. Mal sehen welche Überraschungen heute auf uns warten. Es geht kreuz und quer durch die Eifel, diese Wege hätte ich ohne das TomTom wahrscheinlich nie gefunden.

In Hellenthal steuere ich das Wildgehege an. Wir haben Hunger, der Weg hast fast drei Stunden gedauert, ob wohl es weniger als 100 Kilimeter sind. Gut, dass es in der Gaststätte “Zum Adler” etwas leckeres zu Essen gibt. Holland ist nah und ich bestelle mit Frikandel Spezial – mit Ketchup, Mayo und Zwiebeln – wow!

DSCN0269 DSCN0270

Danach geht es in Richtung Norden, wie in der Nacht geplant. Nideggen steht auf dem Programm. Aber zuvor müssen wir an Heimbach vorbei. Was für eine Straße, es windet sich in wunderbaren Kurven den Berg hinab. Ständig begegnen uns rudelweise glückliche Motorradfahrer. Vom vielen Grüßen tut mir schon bald der linke Arm weh. Aber vor uns die totale Gurke. Ein silberner Golf hat sich gegen uns verschworen. 50 Km/h dürfte er fahren aber er fährt vielleicht 30 oder weniger. Zwischen uns sind drei weitere Autos, die Straße ist eng und kurvenreich, überholen ohne Gefahr für Leib und Leben kaum möglich. Was für eine Nase, hätte der heute nicht daheim bleiben können? Nach eine Viertelstunde übelster Schleicherei kriege ich die Krise und muss meinem Temperament mal Luft machen. Tatsächlich, die Hupe funktioniert!! Promot gibt es einen Anschiss von hinten. Ist ja gut, ich weiß ja auch, dass das nix bringt, aber gut tut es dennoch 🙂 Der Typ eiert weiter den Berg hinab, ich muss nochmal die Hupe testen, sie funktioniert immer noch, Sandra wird langsam sauer!

Dann sind wir in Heimbach angekommen, die alte Burg sieht sooo einladend aus, aber überall sind Autos. Mopeds, Menschen. Egal, wir kommen ein anderes Mal wieder. Aber dennoch ist es hier schön. Dann in Nideggen das gleiche Bild, die Stadt wird überflutet von einer Welle gelangweilter Sonntagsausflügler. Wie schön ist es doch Sonntags auf einer einsamen Straße beim Monument Valley, ich sehne mich zurück nach Amerika…

In Nideggen hält uns auch nichts und langsam steht die Sonne im Westen, also folgen wir meiner neuen Lebensweisheit und fahren nach Osten. Genial, nichts blendet, so muss das sein!

2010-10-11_071416

Daheim angekommen werden dann die 7 Sachen zusammen gepackt. Die Nacht ist kurz, ich werde um 5h sanft geweckt. Schnell ein bisschen Bloggen und dann wieder los…

Beim Upload des ersten Teils dann die Meldung, dass Microsoft eine noch besseres Erlebnis für alle Blogger herstellen will. Übersetzt heißt das, dass die BLOG-Dienste von Windows Live bald eingestellt werden und es via Word.Press weitergehen soll. Bis März 2011 bleibt Zeit für die Umstellung. Ja großartig, genauso haben sie es 2009 mit meinen Videos aus den USA gemacht. Erst wurde Soapbox groß angekündigt. DIE ALTERNAITVE zu YouTube und als ich meine Filme dort eingestellt hatte haben sie den ganzen Krams wieder platt gemacht, inkl. meiner Reisevideos. Großartig! Das gleiche steht nun meinem gesamten BLOG bevor…

“Ein noch besseres Erlebnis” – welcher Marketing-Berater sich das wieder ausgedacht hat…

So, nun aber ab zur Arbeit…

Die letzten Touren des Jahres – Oder: Der goldene Herbst ist zauberhaft

Als wir morgens wach werden ist Samstag der 02. Oktober. Die Wettervorhersage ist gut und ich habe ein paar Tage später einen Termin für beide Mopeds bei der Werkstatt meines Vertrauens in Rüsselsheim. Nur wie kriege ich zwei Mopeds dorthin? Sandra hat die Idee das tolle Wetter auszunutzen und beide Mopeds nach Mainz zu bringen. Also schnell frühstücken, ab in die Klamotten und los.

Mein TomTom Urban Rider wird mal wieder ausprobiert, so ganz vertraut bin ich damit noch nicht. Wir wollen über die Dörfer nach Mainz. Erst Nürburgring, dann Eifel, dann Hunsrück und später dann nach Mainz. Wir fahren los und nach einer Weile fällt mir ein, dass ich vergessen habe dem TomTom zu sagen, dass es doch den Track aufzeichnen soll. Die Routenführung klappt recht gut aber ich bin doch immer wieder froh, dass ich mich ein wenig auskenne und dass wir uns zuvor bei Google-Maps genau angeschaut haben woher wir fahren wollen.

 

 

 

Nach einem Zwischenstopp am Cafe Fahrtwind geht es weiter in Richtung Nürburgring. Zwischendurch können wir immer wieder tolle Blicke auf Burg und Umgebung erheischen. Traumhaft ist es hier und die Knipserei mit der kleinen Hosentaschenkamera aus dem MediaMarkt macht mir Spaß.

 

In Mainz angekommen ist die Stimmung gut. Schnell im Appartement umziehen, dann ein Taxi bestellen und wieder zurück nach Bonn. Der Zug hat Verspätung, was auch sonst. Aber dafür sind wir so schnell gewesen, dass wir den Zug um 17h20 schaffen. Sandra hechtet in den Bistrowagen und es ist sogar ein Platz am Fenster frei.

 

Entspannte 90 Minuten später sind wir wieder in Bonn, mit dem Taxi geht es für 10 Euro wieder nach Hause. Daheim werden dann mal die mit dem TomTom aufgezeichneten GPS-Daten angeschaut. Die Aufzeichnung hat recht gut geklappt aber das TomTom speichert wirklich nur den reinen Verlauf der Tour. Keine Höhenangaben, keine Zeiten, keine Geschwindigkeiten, nichts. Das kann das Garmin Colorado 300 eindeutig viel besser. Schaut man sich den Track mit Mapsource an stellt man fest, dass wirklich nur das Notwendigste gespeichert wurde, schade!

 

Aber es reicht aus um später die Fahrt rekonstruieren zu können. Ganz witzig ist es mal zu sehen, dass die Routenführungsoption “Kurvenreiche Strecke” aus eine echt hohen Vogelperspektive betrachtet gar nicht so viele Umwege enthält.

 

Montags steht irgendwann Tobias auf der Matte und kurz nach 8h geht es dann wieder mit dem Auto nach Mainz. Was führ eine Fahrerei 🙂 Nach einer Woche mit langen, um nicht zu sagen wirklich langen Tagen im Büro, geht es dann wieder mit dem Blauen Moped nach Hause, Das Auto bleibt in Mainz, man kann nicht alles haben.

DSCN0103

DSCN0186

DSCN0187

Während der Rückfahrt komme ich an einem kleinen Dorf vorbei, lauter Straßen treffen aufeinander und das TomTom zeigt mir eine Straße an die gar nicht nach Straße aussieht. Kann das richtig sein? Irgendwie nicht. Ich biege also links ab und lande in einem kleinen Örtchen. Das TomTom hat inzwischen neu gerechnet und ich folge dem errechneten Straßenverlauf. Oups, da hört die Straße einfach auf und vor mir ist nur noch ein kleiner Feldweg. Was soll das denn? Umkehren, nächster Versuch. Das TomTom zeigt sich renitent und steuert den Waldweg von der anderen Seite an, ich komme langsam ins Grübeln und versuche es zu überlisten. Also mal in die andere Richtung, es rechnet neu und ich wünsche mit einen Tankrucksack mit meinem iPad und Google-Maps. Da könnte ich mal schnell heraus zoomen und wüsste sofort was los ist. Mit dem TomTom geht das nicht so wirklich und mit Handschuhen eigentlich gar nicht. Egal, es hat schon wieder eine neue Route berechnet. Durch einen mit Laub übersäten schmalen Weg geht es kurvenreich einen Berg hinab. Bis dann auch diese Route in lauter Feldwegen endet. Ja hört das denn nie auf? Ich versuche es noch einmal. Nun schein alles gut zu sein, doch dann bin ich auch schon wieder in diesem kleinen Örtchen und es will schon wieder den Feldweg vom Anfang ansteuern. Was für ein Mist!

 

Ich fahre also zurück zum Anfang allen Übels. Gern hätte ich mal die “Nordorientierte” Kartenansicht gehabt, dann wäre die Orientierung einfacher gewesen. Dann hätte ich eine Straße eingeschlagen die nach “oben links” führt. Aber mit meinen bescheidenen intellektuellen Fähigkeiten ist es mir nicht möglich dies dem TomTom zu entlocken. Traurig aber wahr 🙂 Während ich zurück fahre zeigt mir das TomTom immer wieder abenteuerliche Dinge. Die Bäume scheinen die Orientierung zu stören. Die Karte springt hin und her, das macht mein Garmin Colorado nicht! In mir wächst das Gefühl, dass das TomTom einen deutlich weniger empfindlichen GPS-Empfänger hat.

DSCN0188 DSCN0193

DSCN0207 DSCN0211

Zurück in dem kleinen Örtchen nehme ich dann doch die kleine Straße und bin verwundert, dass ich nach 200 Metern Pflastersteinen, spielenden Kindern und 20 Km/h Begrenzung auf einer gut ausgebauten Nebenstraße lande. Warum denn nicht gleich so…

Daheim angekommen bin ich platt wie eine Flunder und es ist wunderbar, dass Sandra uns schon ein leckeres Abendessen bereitet hat 🙂