Teneriffa 12-2013 – Tag 16

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Es sind noch zwei Tage bis wir 2013 abhaken können und wir haben absolut keinen Plan was heute abgehen soll. Letztlich entschließen wir uns zu einer kleinen „Rundreise“ um diese manchmal doch überraschend große Insel. Gegen Mittag geht es über Buenavista del Norte nach Masca im Teno Gebirge. Oberhalb von Masca machen wir am Mirador eine kleine Pause, essen ein belegtes Brötchen und machen uns auf in Richtung Santiago del Teide. Gern würden wir im malerischen Masca einen kleinen Spaziergang unternehmen, aber der Ort platzt aus allen Nähten. Die Parkplätze sind übervoll und die Touristen haben auch schon alle Wendezonen und Sperrflächen zugeparkt. Wie hier noch einer der Linienbusse durchkommen soll ist mir völlig schleierhaft. Würde die Polizei hier mit einer Armee von Abschleppwagen anrücken, sie würden heute sicher steinreich…

Auf der „anderen Seite“ von Masca machen wir kurz halt, dort hat man einen zauberhaften Blick auf den Teide und das herrliche verschlafene Santiago del Teide. Wenn man ein paar Schritte den Berg hinaufgeht und sich etwas in die Hocke begibt, so kann man einige Sträucher und Felsbrocken so in den Vordergrund seiner Fotos rücken, dass sie jegliche Anzeichen von Zivilisation perfekt verdecken. Alternativ kann man auch etwas am Zoomring drehen und so das Objekt der fotografischen Begierde etwas „heranholen“.

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So entstehen in kürzester Zeit fast 100 neue Fotos meines Lieblingsberges 🙂 Allerdings sind sie heute nicht in Farbe, denn ich habe mich entschieden die Nikon D300 mitzunehmen die ich mir auf Infrarot 830nm habe umbauen lassen.

Unsere kleine Reise führt uns weiter nach Puerto del Santiago, ein hübscher sonniger Ort mit schönem Strand und kleinen netten Restaurants soweit das Auge reicht. Nach einem kurzen Stop an einem kleinen Supermarkt geht es weiter in Richtung Santa Cruz und letztlich wieder zurück zu Hotel.

Am Hotel angekommen sieht der Himmel wirklich toll aus und statt gleich zum Abendessen zu wandern gibt es noch eine kleine Fotosession. Während ich mit der Nikon D300 fotografiere, nimmt meine wunderbare Nikon 1 V1 mit AF-S VR 10-100 PD einige schöne Video-Sequenzen auf.

Nach einer Stunde ist die Show vorbei und es gibt zum Abendessen. Der Speisesaal ist deutlich leerer als gestern, es sind heute wirklich viele Gäste abgereist. So können wir die letzten Tage mit ein wenig Ruhe verbringen, worauf ich mich sehr freue.

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Während im Fernsehen „Iron Man 2“ läuft schaue ich mir die Beute des Tages an und bin sehr erfreut welch coole Fotos meine Infrarot-Kamera auch heute wieder geliefert hat. Die wichtigste Zutat für schöne Infrarot-Fotos hatten wir heute, blauen Himmel mit kräftigen weißen Wolken! Und das hat sich wieder einmal mehr als ausgezahlt 🙂

Auch wenn es 33,- Euro Eintritt kosten wird, morgen geht es nochmals in den Loro Parque. Damit wir vor dem großen Gedränge dort sind, werden wir versuchen um ca. 8h15 dort einzutreffen. So können wir um 8h30 mit den ersten Gästen in den Park und uns mit unseren Kameras den noch entspannten Tieren widmen. Irgendwann zwischendurch werden wir ein kurzes Frühstück einstreuen und solange unsere Füße uns tragen versuchen ein paar schöne Tierfotos zu schießen. Ob uns das gelingt werdet Ihr morgen oder übermorgen zu lesen und so sehen bekommen 🙂

Teneriffa 12-2013 – Tag 15

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Es ist der 28. Dezember 2013 und wir sind jetzt seit mehr als zwei Wochen auf dieser tollen Insel. Kurz vor der Abreise habe ich fast zwei Wochen lang mit einer Lungenentzündung im Bett gelegen. Es hat sich schlimm angefühlt und es gab zwei Tage an denen ich gedacht habe, dass ich es vielleicht nicht schaffe. Aber das liegt jetzt fast einen Monat zurück und diese Insel hat mir wieder einmal sehr gut getan. Es ist wirklich ein wenig so wie in der Fernsehserie „Lost“. Dort stranden einige Überlebende eines Flugzeugabsturzes auf einer seltsamen einsamen Insel. Und diese Insel hat magische Fähigkeiten. Lahme können plötzlich wieder laufen, Wunden heilen schneller als üblich und Erkältungskrankeiten kennen die Gestrandeten auch nicht.

Das klingt alles sehr nach Hollywood, ist es auch – aber hier gibt es zumindest für mich echte Parallelen. Mein Asthma bessert sich wenn ich hier bin innerhalb von etwa zwei Wochen spürbar. Viele der alten Leute die hier dauerhaft leben kommen ohne Medikamente aus, die für sie in Deutschland zum Alltag gehört haben. Und selbst wenn der Himmel hier mal bewölkt ist, so wirklich kalt wird es nur oben in den Bergen. Für mich ist diese Insel einer der besten Orte der Welt, ganz ehrlich!

Was indes nervt sind die ewig unzufriedenen alten Leute die in absolut jeder Suppe ein Haar oder mehrere zu finden in der Lage sind. Vorgestern standen wir kurz mit einer verschrobenen alten Dame im Aufzug und während wir nur zwei Etagen hinauf gefahren sind, hat sie sich bei uns einmal über das gesamte Hotel beschwert. Aus den Duschen kommt nicht genug Wasser, die Hotelleitung spart an allen Ecken und Enden – es war eine echt lange Negativliste die da aus ihr heraus gesprudelt ist. Wie ich finde, völlig zu Unrecht! Das Hotel ist sauber und in gutem Zustand, das Essen ist auf gutem Niveau und alle Mitarbeiter sind stets zuvorkommend und unglaublich freundlich. Für mich gibt es hier bis auf die schlechte Anbindung ans Internet nicht aber auch gar nichts zu bemängeln.

Manchmal frage ich mich, warum diese unzufriedenen Leute nicht einfach daheim im nasskalten Deutschland bleiben und dort ihre Nachbarn ärgern. Da kommen sie Jahr für Jahr zu Weihnachten auf diese Insel und finden alles doof. Mir will das irgendwie nicht so recht in den Kopf, aber vielleicht sind es ja Reise-Masochisten? Aber warum wohnen sie dann nicht in den teils arg verranzten alten Hotelburgen die es hier ebenfalls zur Genüge gibt? Na, vielleicht sind sie eben **** Reise-Masochisten, wer weiß das schon…

Ich für meinen Teil genieße es jedenfalls morgens die Augen zu öffnen und zu sehen wie sich die Wolken schon ein wenig rosa verfärbt haben. Direkt gegenüber des Fußendes unserer Betten ist ein Fenster und das zeigt in Richtung Nord-Osten. Mit einem langen Teleobjektiv kann ich sogar das Haus von Wolfgang & Karin ganz deutlich in der Ferne ausmachen.

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Weil der Himmel heute besonders toll aussieht, schnappe ich mir um kurz nach 7h meine Nikon 1 V1 und montiere schnell das 1,2/32mm, stecke eine Speicherkarte ein, formatiere sie schnell, dann noch ein frischer (neuer!) Akku, alles auf mein großes stabiles Stativ und wenig später nimmt sie auch schon eine Serie mit 300 Fotos und einem Intervall von 5s auf. Am Abend zuvor habe ich die Nikon 1 V2 noch ein wenig den Abendhimmel filmen lassen. Das Video kann man später beim Videoschnitt einfach deutlich schneller ablaufen lassen und hat dann mit wenig Aufwand eine ganz nette Zeitraffer-Sequenz. Aber das klappt nur über einen Zeitraum von maximal 20 Minuten. Eine wirklich große Zeitspanne lässt sich damit also nicht überwinden. Da die Nikon 1 V2 leider KEINE Intervall-Bilder aufnehmen kann, ist also meine Nikon 1 V1 die Kamera der Wahl wenn es um Zeitraffer-Sequenzen geht, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Sehr cool ist dabei auch, dass diese Kamera keinen Spiegel hat und man einen elektronischen Verschluss benutzen kann. Ich muss mir also keine Sorgen über Verschleiß am Verschlusssystem machen, sondern kann einfach nach Lust und Laune tausende Fotos mit meiner kleinen Nikon 1 aufnehmen. Sehr cool ist dabei übrigens auch, dass der elektronische Verschluss zu 100% erschütterungsfrei arbeitet. Selbst bei der Nutzung extrem langer Teleobjektive sind damit verwackelte Bilder ausgeschlossen, sofern nicht gerade der Wind Kamera und Stativ durchschüttelt.

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Gegen Mittag entschließen wir uns zu einer kleinen Tour in Richtung Süd-Westen. Wir meiden die Autobahn und fahren entspannt durch Los Realejos bis wir schließlich doch auf der Höhe des Mirador Pedro aus dem Ausläufer der Autobahn landen. Ein echtes Ziel haben wir nicht, mir schwebt vor, in der Nähe von Icod de los Vinos nach rechts in Richtung Meer abzubiegen und mal zu schauen was wir dort finden. Als wir Icod erreichen, ist der „Playa de San Marcos“ ausgeschildert. Wir folgen der Beschilderung und landen in einem kleinen Örtchen ganz unten am Meer. Des gibt einen kleinen Hafen und einen Kran um die Fischerboote ins Wasser zu hieven. Während ich mich meiner Nikon 1 V1 einige kurze Video-Sequenzen aufnehme, sondiert meine Sandra die Restaurants in dieser netten kleinen Bucht. Letztlich landen wir in einem niedlichen kleinen Restaurant mit dem Namen „La Valanala“ (oder so ähnlich).

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Die Kellnerin stammt aus Berlin Tegel und ist zur „Hälfe“ Spanierin. Sie kann uns ein Steak mit Bratkartoffeln und Gemüse anbieten. Das klingt und nach all dem Fisch der letzten beiden Wochen freue ich mich über ein „richtiges“ Mittagessen.

Vor dem Essen waren in süd-westlicher Richtung über Garachico und Buenavista bereits schwere Wolken zu sehen die sich langsam über das Teno-Gebirge in unsere Richtung bewegten. Als wir mit dem Essen fertig sind und noch ein wenig mit der sehr netten Inhaberin des Restaurants schwätzen, beginnt es dann so richtig zu regnen. Abgesehen von den letzten vier Wochen erlebt man hier recht selten und so sind die Menschen sehr entspannt. Während sich in Deutschland alle ärgern wenn es mal wieder regnet, sind hier die meisten Menschen froh denn der Regen bringt der Insel dringend benötigtes Frischwasser. Überall an den Feldern sind große betonierte Wasserspeicher und diese müssen in der Sommerzeit manchmal über viele Monate hinweg ausreichen um die Felder mit Tomaten, Kartoffeln, Bananen und anderen Gewächsen zu bewässern. Unter den „Einheimischen“  ist der gelegentliche Regen also mehr als willkommen.

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Im letzten Jahr gab es ab April über einen Zeitraum von sagenhaften 8 Monaten keinen Regen auf dieser Insel! Also bin ich auch nicht sauer sondern hole schnell das Auto und lade meine Sandra ein. Die Chefin des Restaurants lässt es sich nicht nehmen meine Sandra mit einem Sonnenschirm auf die andere Straßenseite zu begleiten und beim Einsteigen dafür zu sorgen, dass es nicht in unseren Mietwagen regnet. In welcher Stadt dieser Erde würde man diesen Service bekommen? Es sind genau diesen netten Begebenheiten die ich für mich die Reisen zu dieser Insel so lebenswert machen.

Zurück im Hotel lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Sandra schaut noch ein wenig Fern und ich schaue mir im Schlafzimmer auf dem iPad via Watchever Offline-Client eine weitere Folge der Fernsehserie „True Blood“ an. Diese Serie begann etwas schleppend, aber etwas seit der Mitte der ersten Staffel geht es ganz ordentlich zu Sache und es macht wirklich Spaß diese etwas anderen Vampir-Geschichte zu verfolgen.

Irgendwann meldet sich dann doch noch der „kleine Hunger“ und so beschließen wir nachzusehen was die anderen Gäste vom Buffet noch übrig gelassen haben. Der große Ansturm ist schon vorbei und so finden wir auf Anhieb einen Tisch. Es gibt auch heute wieder viele leckere Dinge und es ist gar nicht so einfach sich für etwas zu entscheiden. Ich bin kein Mensch der gern Lebensmittel wegwirft und so versuche ich das was ich mir vom Buffet hole auch aufzuessen. Wenn ich nicht weiß ob mir etwas schmeckt, so tendiere ich eher dazu es mir nicht auf den Teller zu schaufeln und halte mich an das was ich kenne. Viele der anderen Gäste denken diesbezüglich scheinbar ganz anders. Einige schaufeln sich die Teller voll als gäbe es kein Morgen um nach dem ersten Bissen allen anderen Gästen im Saal lautstark mitzuteilen, dass ihnen genau das was sie da in größeren Mengen vom  Buffet geholt haben nicht schmeckt. Ich frage mich beispielsweise wie man von einer Schüssel mit eingelegter Makrele die zwischen den Salaten steht erwarten kann, dass der Fisch warm und frisch gebraten ist?

Am Tisch neben uns fallen mir vier Leute mit schütterem Haar um die 60 auf. Sie sitzen einander schweigend gegenüber. Mann – Frau – Mann – Frau und in der Mitte des Tisches steht eine Flasche Rotwein. Sauber zur rechten Hand steht jeweils ein Weinglas, alle vier Gläser sind akkurat in exakt gleicher Weise gefüllt. Alle vier schweigen sich an und schauen etwas betreten die Flasche an. Wüsste ich es nicht besser, man könnte meinen es wären vier Vampire die lieber ein Schlückchen „True-Blood B+“ trinken würden. Unversehens macht die Dame auf 6h einen Anfang und ergreift mit der Rechten ihre Glas, sie nimmt einen winzigen Schluck und stellt das Glas präzise an die gleiche Stelle zurück. Genau 30 Sekunden später greift der Mann zu ihrer Linken in der gleichen Weise zu seinem Glas, nimmt schweigend einen Schluck zu sich und stellt sein Glas mit gleicher Präzision zurück. Das Spiel wiederholt sich fortan mehrfach, jeweils im Uhrzeigersinn auf 0h, 3h, 6h und 9h. Nun wird mir klar, das sind keine Vampire, es sind Anhänger eines geheimen Ordens, vielleicht die Rotweinschweiger, oder quadrophile Rotweinjünger die ein Schweigegelübte abgelegt haben?

Plötzlich geht mir ein Licht auf, alle tragen ein blaues Band am linken Handgelenkt, es sind Glaubensbrüder des ALLINC-Ordens, wie konnte ich das nur übersehen! Sie haben wahrscheinlich  den ganzen langen Tag über alles Essen und trinken müssen was im Hotel angeboten wurde. Nun sind sie ermattet und zu müde um sich noch über irgendetwas zu beschweren…

Am Tisch zu meiner Rechten sitzen zwei Frauen und ein Mann. Alle zusammen scheinen mit etwa 200 Jahre alt zu sein. Er erklärt uns und den anderen Gästen wie hoch die Margen im Einzelhandel sind und dass es schon Fernseher gibt mit denen man sogar ins Internet gehen kann? Ich frage mich wie das funktionieren soll, denn die meisten Fernseher werden ja heutzutage mit einer Wandhalterung fest ab einer ebensolchen angeschraubt. Aber ich habe wahrscheinlich einfach nur keine Ahnung.

Zu meiner Linken sitzen zwei Männer und eine Frau. Einer der beiden hat eine Glatze, trägt eine Brille und erfreut die anderen Gäste mit einer sonoren Stimme bei der sogar Herr Naseband aus dem Unterschichtenfernsehen neidisch werden würde. An diesem Tisch geht es um den Verlust von Wertgegenständen aus verschlossenen Automobilen. Tatsächlich hat jemand für nur fünf Minuten an einem Aussichtspunkt sein Fahrzeug verlassen und bei seiner Rückkehr überraschend die komplette Geldbörse vermisst. Entweder war es Zauberei oder die Diebe waren einfach gut. Man stelle sich vor, die haben die Geldbörse komplett mitgenommen, also inkl. der eingesteckten Kreditkarten, EC-Karten, Führerschein, Personalausweis und vielem mehr. Ich beginne über die Brutalität dieses Verbrechens nachzudenken und es ist wirklich unglaublich, dass die Diebe nicht den Anstand hatten Vorort kurz das Bargeld auszusortieren und die wertlosen Plastikkarten artig zurückzulegen. Daran merkt man, dass wir nicht in Deutschland sind. Ein ordentlicher deutscher Dieb wäre sicherlich nicht mit der kompletten Geldbörse abgerauscht. In Deutschland sind eben sogar die Diebe in jeder Hinsicht professioneller!

Zurück in unserem Zimmer kann ich mir einige bissige Sätze nicht verkneifen, zu laut und zu rücksichtslos erscheinen mir manche Gäste. Wahrscheinlich sind es aber genau diese Gäste die sich an der Rezeption beschweren wenn des nachts im Nebenzimmer ein Kind weint oder vielleicht einmal ein Floh hustet. Das Leben scheint mit den Jahren schwerer zu werden und den älteren Menschen die Augen für die Unzulänglichkeiten unseres Daseins zu öffnen… Ich bin nun schon fast 50 und wenn ich darüber nachdenke habe ich echt Angst davor einmal so zu werden wie diesen unzufriedenen Herrschaften.

Mir soll das aber vorerst alles egal sein, ich habe heute mit meiner Nikon 1 V1 großen Spaß gehabt, aber kein einziges Foto aufgenommen sondern nur Videos und Zeitraffer-Sequenzen geknipst. Für diesen Artikel habe ich einige Bilder aus den Videos ausgeschnitten, daher die etwas „einfache“ Qualität.

Den Abend beschließe ich auf dem Sofa mit meinem iPad und schaue mir noch zwei Folgen von „True Blood“ an, die Mehrzahl dieser „Serien-Vampire“ hat nämlich wirklich gute Manieren!

Teneriffa 12-2013 – Tag 14

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Es ist Freitag der 27. Dezember 2013 – Weihnachten haben wir ohne Stress hinter und gebracht und wir haben ein wenig die Hoffnung, dass es im Loro Parque heute nicht so extrem voll sein wird, schließlich ist es Freitag und es ist eher für den Samstag & Sonntag mit einem sehr großen Andrang zu rechnen. Doch als wir mit unserem Mini-Van viel zu spät gegen 12h mittags dort eintrudeln, sind bereits alle Parkmöglichkeiten ausgeschöpft. Recht weit weg in der Nähe des Maritim-Hotels ist ein Fußballplatz und dort könnte man parken. Als wir dort eintrudeln steht ein Typ in dunkelgrauer Hose mit braunem Pullover wild winkend auf der Straße und weist uns mit seinen Händen den Weg auf den Parkplatz. „Nicht der schon wieder…“ geht es mir durch den Kopf. Den Typen habe ich hier schon mehrfach gesehen und er ist ein selbst ernannter Parkwächter ohne Lizenz oder eine andere Form der Legitimation. Als wir aussteigen kommt er uns auch schon entgegen. Von den Spaniern die vor uns auf den Parkplatz gefahren sind will er zwei Euro, weil wir reiche Deutsche sind will er von uns 5 Euro. Ich bin ja bereit ihm etwas zu geben, denn zu genau habe ich die Geschichte meines Freundes Wolfgang im Ohr der ihm im letzten Jahr nichts gegeben hat und nach dem Besuch des Loro Parque sein Auto mit einem platten Reifen vorfand.

Da ich absolut keine Lust habe später am Abend an unserem Mietwagen eine Rad wechseln zu müssen, gebe ich ihm die 5 Euro. Er dreht sich um und ist weg. Ich rufe ihm hinter her „Hey Senor…“ Er kommt zurück und ich frage ihn nach einer Quittung. Nein, die will er mir nicht geben, aber er wird ein Auge auf unser Auto werfen. Ich will aber eine Quittung!! Er ist genervt und drückt mir die 5 Euro wieder in die Hand. Aber ich will keinen platten Reifen also gebe ich ihm die 5 Euro wieder zurück und frage nochmals nach ein Quittung. Er ist genervt und versichert, dass er auf das Auto aufpassen wird.

Mir wird das Spiel zu blöd und wir gehen einfach weiter. Der einzige vor dem man unseren Mietwagen hier beschützen muss ist meiner Meinung nach eben genau dieser Aufpasser. Insgeheim hoffe ich, dass der Mietwagen nach unserer Rückkehr keinen Plattfuß haben wird…

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Vor dem Loro Parque wird uns dann klar, dass es ziemlich blöd war in Ruhe auszuschlafen und erst so spät hier anzukommen. Die Schlange an den Kassen ist lang und bis ich meine 33,- Euro bezahlen darf dauert es fast 20 Minuten. Meine Sandra ist schneller drin, sie hat ein tolles Kombi-Ticket!

Im Loro Parque ist dann die absolute Hölle los. Alles wäre nicht so schlimm wenn nicht überall Kinder schreien und herumtoben würden. Wenn wir früher mit unseren Eltern im Zoo waren, wurden wir immer wieder ermahnt nicht zu schreien, zu rennen oder herum zu toben – aus Rücksicht auf die Tiere. Aber das Wort Rücksicht kennen moderne Eltern scheinbar nicht mehr und so dürfen Kinder heute einfach überall und jeder Zeit an die Scheiben klopfen die Tiere mit ihren Handys anblitzen und mir ihr Scheiß-Eis an die Hose schmieren und auf die Schuhe tropfen.

Es gibt Tage im Leben, da ist es schwer Kinder als einen Segen und eine Bereicherung für unser aller Leben zu empfinden…

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Meine große Nikon D800E mit allem Zipp & Zapp habe ich heute daheim gelassen. Statt dessen filme und fotografiere ich ausschließlich mit der Nikon 1 V1 und dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm. Zwischendurch kommt auch immer mal wieder der 1,7x Teleconverter dazwischen. So kann ich praktisch alles Getier wirklich schön groß abbilden und sogar während ich filme die Szenerie trotz des hellen Umgebungslichts im elektronischen Sucher kontrollieren. Mit der Nikon D800E wäre das kaum möglich. Zwar liefert die D800E eine noch etwas bessere Video-Qualität aber auf dem Display sieht man bei hellem Licht fast nichts und so ist es ohne weiteres spezielles Video-Zubehör manchmal kaum möglich vernünftig damit zu filmen.

Hier sind die kleinen Nikon 1 Kameras echt im Vorteil und aufgrund des kleinen Chips wird mein 70-200mm Telezoom zur 190 – 540mm Telekanone mit Blende 2,8. Nimmt man noch den Teleconverter dazu, so wird es richtig geil und alles mit einer Naheinstellgrenze von 150 cm!!!!

Gegen 17h will ich noch ein wenig bei den Gorillas und Schimpansen filmen. Aber es ist jetzt gar keine gute Zeit mehr. Die Sonne steht jetzt sehr tief und scheint von hinten auf das Glas der Gehege. So sind kaum noch schöne Aufnahmen möglich. Wer im Loro Parque schöne Aufnahmen der Schimpansen machen möchte, der sollte früh am Morgen als erster Gast vor den Toren des Parks stehen und sofort zu den Schimpansen durchmarschieren. So habe ich bislang immer schöne Fotos aufnehmen können. Heute bin ich ziemlich enttäuscht und ärgere mich ziemlich, dass wir nicht um 8h30 ohne Frühstück sofort zum Park gefahren sind.

Als wir gegen 18h an unserem Auto ankommen sind wir müde und ziemlich am Ende. Da freut es mich umso mehr, das an unserem Auto alle Reifen prächtig viel Luft haben und wir uns gleich auf den Heimweg zum Hotel machen können.

Später bei der Sichtung meiner „Beute“ bin ich ganz zufrieden, aber ich hatte nur knapp 5 Stunden und das ist eigentlich viel zu wenig. Außerdem habe ich beim Verlassen des Park vergessen mich für den „Zweiten Besuch“ zu registrieren. Das kostet nur 10,- statt nochmals 33,- Euro und ist ein echt gutes Angebot. Das ist ziemlich ärgerlich, denn ich mag diesen Park wirklich gern. Na, vielleicht besuche ich in den nächsten Tagen noch den Jungle Park (auch als Adler Park bekannt) in der Nähe von Arona im Süden der Insel. Dort gibt es eine sehr coole Flugshow und auch hier könnte die sehr coole Nikon 1 all ihre Stärken voll ausspielen. Na schauen wir mal…

Teneriffa 12-2013 – Tag 13

Der zweite Weihnachtstag beginnt wie alle Tage hier auf der Insel. Der Himmel ist etwas bedeckt und der Wellengang ist ein wenig stärker als sonst. Obwohl das Meer zwar in unmittelbarer Sichtweite aber dennoch etliche hundert Meter entfernt ist, kann ich das Donnern der Wellen hier oben ganz deutlich hören.

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Via Internet habe ich mir eine Trial-Version der Software Sandisk RescuePRO besorgt und damit versucht die defekten Dateien auf Sandras Speicherkarten wieder herzustellen. Nach etlichen Stunden musste ich dann aber feststellen, dass dieses Programm nur Dateien wiederherstellen kann die man versehentlich gelöscht hat. Wer also versehentlich seine Speicherkarte neu formatiert hat und noch keine neuen Bilder darauf abgelegt hat, der kann mit dieser Software die vermeintlich gelöschten Fotos wieder herstellen. Bei einer 32GB großen Speicherkarte dauert das Prozedere fast zwei Stunden. Im Profil des angemeldeten Benutzers wird danach ein Ordner mit dem Namen „Recovered“ angelegt. Dort gibt es Unterorder mit Zeitstempeln für jeden Wiederherstellungslauf. Da es die Trial-Version ist, kann man nur maximal 25 Dateien wiederherstellen. So enthält der Recovered-Ordner nach der langwierigen Aktion nur Dateien, die man ohnehin ganz normal anzeigen und abspielen konnte. Also versuche ich das System auszutricksen und lösche auf der Speicherkarte alle Dateien die wir sowieso schon kopiert haben und die völlig in Ordnung sind. Weitere zwei Stunden später hat das Programm dann aber genau dieses Dateien ein weiteres Mal gefunden. Wiederherstellen kann ich sie jedoch nicht, weil man mit der Trial-Version nur einmalig maximal 25 Dateien retten kann. Also war die mehr als vier Stunden andauernde Prozedur mehr als überflüssig. Wir werden die Speicherkarten mal mit heim nehmen und dort versuchen ob sich die beschädigten Dateien irgendwie reparieren lassen.

Sandra will gleich mit dem Bus in die Stadt fahren und dort endlich einmal das wunderschöne Schwimmbad besuchen das der Kanarische Künstler César Manrique hier im Jahr 1971 gestaltet hat.

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Ich werde mich wohl in meinen OPEL Meriva setzen und wieder einmal mit kompletter Fotoausrüstung samt GoPro auf der Suche nach schönen Motiven durch das Gebirge fahren.

>>Pause<<

Etwa eine Stunde später bin ich endlich startklar, während Sandra in den Bus nach Puerto de la Cruz einsteigt fahre ich mit meinem Mietwagen in Richtung La Esperanza in der Nähe von La Laguna im Norden der Insel. Im Gepäck habe ich so ziemlich alle Fotosachen die ich derzeit hier auf Teneriffa habe. Die Auffahrt zum Teide macht Spaß, unterwegs halte ich kurz an und befestige meine GoPro an der linken hinteren Seitenscheibe. Am Abzweig der in Richtung Südosten nach Güimar hinabführt ist dann die Straße gesperrt – arg… Die Schranken sind geschlossen und es stehen zwei Polizeifahrzeuge davor. Die zwei Autofahrer sind direkt vor mir fuhren stehen direkt vor der Absperrung und diskutieren mit den Polizisten. Ich habe darauf keine Lust, es käme mir sehr wahrscheinlich eh alles spanisch vor 🙂

Also biege ich nach links in Richtung Güimar ab. In diesem Ort gibt es mehrere kleine etwas seltsam anmutende Pyramiden, das Wahrzeichen dieses Ortes. Ich glaube sogar, dass Thor Hayerdahl diese Pyramiden in den 70er Jahren gefunden hat, ich sollte es mal nachschlagen… Oberhalb von Güimar halte ich am Seitenstreifen an und überlege was ich mit dem so jäh unterbrochenen Tag anfangen soll. Weil ich soviel Fotozeugs dabei habe, versuche ich mich an einem kurzen YouTube Video – ob es was geworden ist werden wir im nächsten Jahr sehen 🙂

Ganz witzig ist, dass ständig irgendwelche Autos hinter mir anhalten, die Leute aussteigen und sich wundern warum ich dort halte, wo es dort doch gar nichts außergewöhnliches zu sehen gibt. Ich glaube so beginnt „Schwarmintelligenz“ 🙂

Nachdem ich meine Spielereien abgeschlossen habe geht es hinab zur Süd-Autobahn und dann weiter bis Los Christians. Dort biege ich auf die TF-28 ab und fahre via Arona vorbei am Jungle Park und dem Camel Park über Vilaflor hinauf in die Canadas del Tiede. Die Fahrt ist wirklich schön, aber auch weit und anstrengend. Nach einem Umweg von fast 150 Kilometern bin ich um ca. 17h am südlichen Zipfel der Canadas del Teide. Ich nehme ein paar Fotos auf und filme ein wenig mit der Nikon 1 V1 und meinem kleinen Manfrotto Schwebestativ zu dem ich zuvor ein mein kurzes Video aufgenommen habe. Danach erzähle ich im Auto noch etwas zum Thema „Fotografieren auf Teneriffa“ und mache mich dann auf zu den Los Roques. Leider fehlt mir letztlich ganz genau die Zeit die ich im Auto mit meinem YouTube Video verplempert habe. Statt eines tollen Sonnenuntergangs mit Schattenspiel und allem Drumherum ist die Show schon fast vorbei. Aber egal, ich habe schon so viele tolle Fotos aus dieser Perspektive 🙂 Letztlich schnappe ich mir nochmals die Nikon 1 V1 samt Schwebestativ und nehme noch eine kleine Video-Sequenz auf. Darüber vergesse ich fast die Zeit und als ich wieder am Auto bin ist schon richtig dunkel und wirklich kalt geworden.

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Auf meinem Weg zurück zum Hotel halte ich kurz an und schreibe meiner Sandra eine SMS, dass ich ca. 20h am Hotel sein werde. Sie antwortet sofort und wird mit dem Essen auf mich warten. Es ist sehr cool, dass das jetzt hoch oben in den Canadas funktioniert. Vor etwa drei Jahren hatte man dort oben noch keinen Handy-Empfang. Es ist sehr cool und trägt auch ein Stück weit zur Sicherheit der Wanderer bei, dass man dort jetzt telefonieren kann.

Ich mache mich auf den langen Weg zurück zum Hotel. Nach einigen wenigen Kilometern blockiert  ein Mietwagen mit zwei weißhaarigen Insassen praktisch die Straße. Es ist eng und kurvenreich und man kann im Grunde genommen eigentlich nicht überholen. Quälend langsam schleichen sie den Berg hinunter und stellen mich auf eine enorme Gedultsprobe. Ich bin kurz davor hektisch auf die Hupe zu schlagen als wir an eine etwas längere gerade Straßenpassage kommen. Der Typ im Auto vor mit blinkt rechts und geht vom Gas, also nehme ich mir ein Herz und überhole ihn. Als ich vor ihm bin schaltet der Kerl hinter mir das Fernlicht ein. Entweder peilt er gar nichts mehr oder er will mich ärgern weil ich seiner Meinung nach zu lange zu dicht hinter ihm her gefahren bin. Die Scheinwerfer seines Autos blenden schrecklich und so gebe ich kräftig Gas damit ich schnell weit weg bin und er mich nicht mehr ärgern kann. Während ich so mit eigentlich viel zu hoher Geschwindigkeit den Berg hinab flitze tauchen plötzlich hinter mir die Lichter eines echt großen Autos auf. Das Fahrzeug hat auch die Nebelscheinwerfer eingeschaltet und fährt so dicht auf, dass ich das Gefühl habe, er wolle mich von der Straße schieben. Da ich eigentlich viel zu schnell war habe ich ein echt schlechtes Gewissen und hoffe sehr, dass es nicht die Polizei ist. Für den Fall der Fälle gehe ich etwas vom Gas und fahre nun ganz vorschriftsmäßig. Nach einer Weile kommt wieder eine etwas längere Gerade und da schießt das Auto dann auch an mir vorbei, es ist ein Porsche Cayenne! Darin sitzen ein grobschlächtiger Typ mit Glatze und eine Frau die aussieht als wäre sie auf den Kanaren aufgewachsen. Der Typ tritt jetzt mächtig aufs Gas und da es keine Polizei ist und da er mit seinem schweren „Panzer“ sowieso alles platt machen würde was sich uns  in den Weg stellt, sause ich hemmungslos hinterher. Der Porsche-Fahrer fühlt sich dadurch schwer angespornt und so wird es wirklich sportlich und eigentlich auch ziemlich gefährlich. Aber ich fahre seit mehr als 30 Jahren fast täglich mit dem Auto, ich kenne die Strecke sehr gut und so klebt mein OPEL Meriva Minivan wie eine Zecke an diesem schweinegeilen sauteuren großen fetten SUV. Die Straße ist eng und kurvenreich, es ist dunkel und sicher hat er schweren Stress mit seiner weiblichen Begleitung, der mit großer Sicherheit schwer übel ist. Aber wenn man erst einmal mit dem Pimmelfechten angefangen hat, ist es schwer damit wieder aufzuhören!

Kurz hinter der Forellenzucht erreichen wir bewohntes Gebiet und bei der extrem steilen „Abkürzung“ reißt der Typ ohne zu blinken das Lenkrad herum und jagt fast senkrecht Berg hinab. Eigentlich mag ich diese Straße nicht, aber sie spart brutal viele Kurven und so sause ich hinterher. Die Straße ist so steil, dass selbst im ersten Gang die Motorbremse nicht ausreicht und man eigentlich permanent auf der Bremse stehen muss.

Der Porsche gibt zwischendurch sogar noch Gas und so riecht es nach wenigen Metern mehr als penetrant nach verbrannten Bremsbelägen. Etwa auf der Hälfte der echt langen „Abkürzung“ hält der Porsche rechts an und ich denke, dass er dort wohl wohnen wird. Also fahre ich einfach an diesem großen SUV vorbei und stehe urplötzlich vor einem kleinen gelben Auto das sich in Gegenrichtung den Berg hinauf quält. Es wird eng, sogar echt eng, aber es passt und nun ist mir auch klar warum der Porsche dort oben angehalten hat, bei ihm hätte es nämlich nicht gepasst.

Jetzt ist der Typ aber so richtig angepisst, mit kompletter Festbeleuchtung schiebt er mich regelrecht den steilen Hang hinunter. An einer besonders engen Stelle ist die Straße als Einbahnstraße ausgelegt und man muss entweder links oder rechts um die Häuserblöcke herumfahren. Ich fahre links herum, der Porsche rechts. Irgendetwas scheint ihn dort aber aufgehalten zu haben, denn als ich wieder auf den letzten Metern der „Abkürzung“ bin, ist er endlich weg. Als ich einige Minuten später unten in La Orotava auf die Autobahn auffahre ist er plötzlich wieder hinter mir. Auf dem Beschleunigungsstreifen brüllt der Motor auf und noch bevor die durchgezogene Linie aufgehört hat durchgezogen zu sein, schießt das schwere SUV-Ding links an mir vorbei direkt auf die Überholspur.

Na der Typ hat sich über diesen Mietwagen den er einfach nicht abschütteln konnte heute sicherlich einen Besenstiel in den Hintern geärgert 🙂 Ich bin einige Minuten später am Hotel und muss tatsächlich feststellen, dass ich dort fast 20 Minuten eher als geplant eingetroffen bin. Allerdings habe ich echt schwer feuchte Hände und bevor es zum Essen geht muss ich meine schwitzigen Ralley-Finger erst einmal mit reichlich Seife und kaltem Wasser auf normale Betriebswärme herunter kühlen. Die ganze Heizerei hat dann doch ein wenig an den Nerven gezerrt und ich beschließe mich beim nächsten Mal nicht wieder provozieren zu lassen, hoffentlich klappt es, ich sollte es mir vielleicht zu Sylvester erneut als guten Vorsatz für das neue Jahr durch den Kopf gehen lassen.

Teneriffa 12-2013 – Tag 11

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Nach dem Aufstehen stellt meine Sandra fest, dass viele der Fotos ihrer tollen Delfin-Tour des Vortages zwar als Datei auf der Micro-SD Speicherkarte vorhanden sind, sich aber nicht öffnen lassen. Sie ist enttäuscht und ziemlich frustriert, aber vom Hersteller SanDisk gibt es ein Reparaturprogramm für SD-Karten, vielleicht können wir damit etwas retten. Allerdings bräuchte man dafür einen Zugang zum Internet und der ist seit Tagen ausgefallen. Ich fühle mich an die Reise nach La Palma erinnert, dort haben wir auch einen Internetzugang für zwei Wochen bezahlt und konnten ihn letztlich nur ein paar Stunden lang nutzen.

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Wenn ich mich meinem Notebook auf dem Balkon sitze ist das „FREE TRIAL Twifi La Paz“ in Reichweite, aber die Sendeleistung meines Notebooks reicht nicht für eine „Antwort“. Hätte ich an meinem Notebook eine externe Richtantenne, so könnte ich mich vielleicht mit diesem Netzwerk verbinden, aber wer hat derzeit Equipment auf seinen Reisen schon dabei?

Also geht es zum Frühstück. Der Speisesaal ist heute übervoll, alle Tische sind belegt, es ist ein höllischer Lärm und die Kellner verrichten ihre Arbeit im Laufschritt. Diese Mitarbeiter sind echt zu bewundern, sie haben Stress ohne Ende und sind trotzdem stets freundlich und aufmerksam.

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Schließlich finden wir einen Tisch der gerade leer geworden ist und holen uns schnell neues Besteck und Servietten. Nach dem Frühstück wird sogar auf der Sonnenterrasse noch ein Plätzchen frei und so kann ich bei einem Glas Sekt und einer Tasse Kaffee den Tagesbeginn in vollen Zügen genießen.

Neben mir sitzen zwei ältere Herren. Der eine mit zusammengekniffenen Augen und faltiger Vollglatze, der andere mit schütterem aber nassem strähnigen Haar. Er trägt ein kartiertes Hemd, kurze Hosen und Badeschlappen. Seine schorfigen Füße hat er entspannt gekreuzt. Er spricht ohne Unterlass auf den Glatzkopf ein und erzählt von alten längst vergangenen Zeiten. Sein Gegenüber hat nicht beizusteuern, zu atemberaubend sind die Geschichten. In die wenigen kurzen Pause vermag er nur ein kurzes „Ja Ja“ einzustreuen, dann geht die „Besprechung“ weiter.

Als der Typ mit den schorfigen Füßen einen Schluck Kaffee zu sich nimmt und an seiner Zigarette saugt die bislang ungeachtet zwischen den vom Nikotin gelb verfärbten Fingern vor sich hin gequalmt hat, nutzt der Glatzkopf seine Chance und erzählt wie er als junger Mann oft schon um halb acht bei der Arbeit sein musste und als erste Tätigkeit einen Koksofen zu säubern hatte.

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Eigentlich will ich das alles gar nicht wissen und weil ich inzwischen nicht mehr so gut hören kann gehen diese unwichtigen Konversationen üblicher Weise auch komplett an mir vorbei. Man könnte sagen, sie versinken im Umgebungslärm. Aber diese beiden Kollegen sind wohl aufgrund ihres fortgeschrittenen Lebensalters noch schwerhöriger als ich und dementsprechend laut fällt auch ihre Konversation aus. Nach etwa 15 Minuten wird es mir zu bunt und zu warm ist es mir auch, ich treten den Weg zu unserem Zimmer an.

Dort werfe ich noch einen kurzen Blick auf die fotografische Beute des Vortages und bin wirklich begeistert was die kleine Nikon 1 da geleistet hat. Sicher wäre die Bildqualität mit der Nikon D800E sichtbar besser, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden.

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Heute ist der 24. Dezember 2013 – wir haben Heiligabend und der komplette Weihnachtsstress ist spurlos an mir vorübergegangen.

Gegen Mittag entschließen wir uns zu einem kleinen Ausflug nach Taganana im Norden der Insel. Meine große Fotoausrüstung lasse ich heute mal daheim und packe nur die Nikon 1 V1 und drei Objektive ein. Für die gefühlten 100.000 Kurven bis nach Taganana brauchen wir etwa 90 Minuten.  In unserem „Stamm-Restaurant“ gibt es wie jedes Jahr ein leckeres Menü mit mehreren Gängen und einem Zackenbarsch als Höhepunkt.

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Nach dieser opulenten Mahlzeit widmen wir uns dem Roque de las Bodegas, ein sehr markanter Felsen der früher dazu diente die Weinfässer die an Bord der Segelschiffe sollten ins Wasser zu befördern. Die Fässer schwammen dann im Meer und konnten von den Seeleuten mit ihren Ruderbooten zu den großen Segelschiffen gezogen werden. Dort wurden sie schließlich vertäut und mit einem Flaschenzug an Bord gehievt. Dieser Felsen hat schon viel erlebt und manch großer spanischer Eroberer hat hier den Rotwein für die Überfahrt nach Amerika an Bord seines Segelschiffes holen lassen.

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Ich wage zuerst einige Experimente mit dem 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom samt B&W ND-1000 Graufilter. Da dies Sonne scheint ist es sogar mit diesem relativ lichtschwachen Objektiv hell genug, so dass sogar der Autofokus funktioniert. Nach einigen Fotos wechsle ich gegen das 1,2/32mm Objektiv und freue mich über das deutlich hellere Sucherbild. Während eine Langzeitbelichtung nach der anderen entsteht fallen mit die Surfer im Wasser neben dem Roque de las Bodegas auf. Ganz hinten auf dem Felsen kann ich zwei Männer sehen die Fotos von den Surfern machen. Plötzlich nimmt der Wellengang zu und die Fotos sehen sicher sehr cool aus. Immer wieder müssen die Surfer vor den Wellen abtauchen um nicht wahllos herum gewirbelt zu werden. Plötzlich kommt eine wirklich große Welle, bricht sich am Fuße des Felsen und schwappt viele Meter hoch um sich über die beiden Fotografen zu ergießen. Diese reißen Instinktiv die Arme hoch aber sind dennoch in Sekundenschnelle komplett durchnässt. Mit nassen Haaren, Hemden und Hosen laufen sie lachend ein paar Minuten später an mir vorbei. In ihrem Auto haben sie ein Handtuch und ich kann zuschauen wie sie ihre Fotoapparate trocken legen. Auf dem nächsten Foto kann man sie erkennen, einfach anklicken und im großen Format anschauen 🙂

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Da der Felsen jetzt frei ist versuche ich mein Glück. Zunächst habe ich noch das 1,2/32mm an meiner Nikon 1 V1 doch damit sind die Surfer nur kleine Punkte inmitten der des aufgewühlten Meeres. Also suche ich mir eine ruhige Ecke und montiere das Nikon AF-S VR 10-100 PD an meine Nikon 1. Dieses Objektiv entspricht einem 270mm Teleobjektiv im 35mm Kleinbildformat und so kann ich die Surfer schon etwas größer abbilden. Einer der Jungs sieht aus wie der große Bruder von Moritz Bleibtreu und währen er immer wieder in die Wellen schwimmt grinst er mich aus dem Wasser an. Doch die Wellen sind eher mau und die Fotos nicht so richtig spannend. Um für den richtigen Augenblick besser gewappnet zu sein stelle ich an der Nikon 1 den Verschluss auf „Elektronisch High“ und kann jetzt zwischen 10, 30 und 60 Bildern pro Sekunde wählen. Ich entscheide mich für 10 Bilder pro Sekunde, denn dabei funktioniert noch der Autofokus zwischen den Bildern. Bei höheren Bildraten werden alle Fotos mit der Fokussierung des ersten Bildes aufgenommen. Und ganz ehrlich, 10 Bilder pro Sekunde im vollen RAW-Format sind völlig ok.

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Während ich auf bessere Wellen warte treiben die Jungs relativ weit weg von mir unten im Wasser.  Der schmale Weg auf dem Roque de las Bodegas ist im hinteren Drittel pitschnass, es ist genau die Stelle an der sich die beiden Jungs vor etwa einer halben Stunde eine kräftige Dusche eingefangen haben. Um näher an die Surfer heranzukommen vertraue ich auf meinen Schutzengel und wage mich bis an das Ende des Weges vor. Nun bin ich mit den Surfern fast auf Augenhöhe und weil sich fast genau gegenüber die Sonne anschickt langsam unterzugehen, ist das Spiel aus Licht, Schatten und weißen Schaumkronen wirklich schön.

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Nachdem ich eine ganze Weile gewartet habe frischt endlich der Wind etwas auf und es gibt einige höhere Wellen. Überall um mich herum rauscht und klatscht es gegen den Felsen und ich konzentriere mich auf die Junge mit ihren kleine Surfboards. Bild um Bild entsteht bis es plötzlich hinter mir einen riesigen Schlag tut und ich höre wie sich ein paar hundert Liter Meerwasser anschicken ein wenig durch die Luft geschleudert zu werden. Und ich liege gar nicht falsch, denn nur Bruchteile von Sekunden später haben die Wassermoleküle ihren kurzen Höhenflug schon wieder beendet und müssen sich der Anziehungskraft von Mutter Erde geschlagen geben. Dummerweise stehe ich mitten in ihrer Flugbahn und weil sie nicht mehr ausweichen können schlagen sie sich mehr oder weniger widerwillig auf mir nieder. Ich kann mich gerade noch schützend über meine Kamera beugen, als ich spüre wie mich das Wasser auf der Rückseite komplett erwischt. Kamera nass, Haare nass, Fototasche nass, Hose nasse, Füße bass, Hemd nass, Ansgar nass – igitt…

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Sandra hat sich das Schauspiel aus sicherer Entfernung angeschaut und reicht mir ein Handtuch, sie ist immer so gut vorbereitet… Es ist ja nur Wasser denke ich mir und lege zunächst meine Kamera samt des wertvollen Objektivs trocken. Danach bin ich an der Reihe. Meine schwarze Fleece-Jacke ist so nass, dass ich sie auswringen kann. Trockene Anziehsachen habe ich nicht dabei und so findet unsere Fotosession ein ziemlich abruptes Ende. Auf den Autositz legen wir eines der Handtücher und während wir die Heimfahrt antreten fühlt es sich an, als hätte ich in die Hose gemacht. Nach einigen wenigen Kilometern beginnen die Fenster unseres Mietwagens von innen zu beschlagen, dass ich die Ursache bin ist eigentlich klar, aber die Klimaanlage kann für freie Sicht sorgen. Kurz hinter dem Tunnel entscheiden wir uns für den kurzen Abstieg hinunter nach Santa Cruz, der Hauptstadt von Teneriffa. Diese Straße ist deutlich besser ausgebaut und wir sparen uns locker 10 Kilometer enge kurvenreiche Wegstrecke.

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Etwas überhalb des Meers treffen wir bei San Andrés auf bewohntes Gebiet und sind kurz danach auf der großen Hauptstraße die am Hafen von Santa Cruz entlangführt. Draußen vor dem Hafen warten große Frachtschiffe darauf entladen zu werden. Im Hafen liegen zwei majestätische Kreuzfahrtschiffe, eines ist die AIDA Vista. Im Licht der Abendsonne sieht das alles echt malerisch aus und auch das wunderschöne Gebäude der Oper wäre einen Fotostop wert. Aber mein Rücken ist ganz kalt und dem Hintern geht es auch nicht viel besser. Auf einem Plakat kann ich lesen, dass hier aktuell die „Los Miserables“ gespielt werden. Irgendetwas ist da falsch geschrieben denke ich nicht und schon sind wir auf der Autobahn…

Zurück am Hotel geht es unter die warme Dusche, danach wird die Beute des Tages gesichtet. Eigentlich bin ich ganz zufrieden und das letzte Bild der Serie ist auch ganz witzig, hier kann man die Freunde der Wassermoleküle sehen die an meinem Rücken angelandet sind. Kein aufregendes Foto, aber ein witziger Zeitzeuge.

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Während im Fernsehen ein Indiana Jones nach dem anderen läuft sitzen wir gemütlich auf dem Sofa, trinken einen leckeren Rotwein aus dem Ort neben an und freuen uns über einen heiligen Abend ohne Stress, Zank und Streit. So kann man sogar Weihnachten aushalten, da lässt es sich sogar fast verschmerzen, dass der blöde Internet-Zugang des Hotels immer noch nicht funktioniert 🙂