Nichts tun in Santa Cruz

Nachdem um 7h30 aufgestanden sind, schauen Jo und Caro um 8h etwas überrascht, als wir schon beim Frühstück auflaufen. Eigentlich gibt es Frühstück ab 9h, wenn es früher sein muss, sollte man es am Vorabend bestellen. Haben wir natürlich nicht. Aber die zwei improvisieren uns in sekundenschnelle dann doch einen leckeren Auftakt für den Tag.

Auf dem Weg zu Wolfgang und Karin quatschen wir im Auto und prompt nehme ich in einem Kreisverkehr die falsche Ausfahrt und schon sind wir wieder auf der Autobahn. Wir fahren dann die nächste Ausfahrt raus, das klappt dann mit einigen Fehlversuchen bei der einen oder anderen Einbahnstraße dann doch ganz gut. Oben angekommen können wir kurz unsere E-Mails checken und dann sausen Sandra und Karin auch schon los zum Ausritt durch die Gebirgswelt von Teneriffa.

Wolfgang hat um 17h einen Zahnarzttermin, also haben wir eher keine Zeit für unsere Wanderung am Teide. Irgendwie habe ich auch keine Lust, das Wetter ist auch nicht so wirklich verheißungsvoll. Also fahren wir nach Santa Cruz de Tenerife. In der Nähe des SATURN suchen wir dann einen Parkplatz, Wolfgang schleust mich auf einen kleine nicht befestigte dreieckige Fläche auf der vielleicht 100 Autos parken. Mitten drin steht ein Typ mit einer neongrünen Warnweste. Er winkt uns weg. Als ich wieder runter vom Parkplatz fahren will sagt Wolfgang, dass der Typ hier gar nicht zu sagen hat und erklärt mir, dass die sich hier einfach so ein Weste überziehen und sich auf einen Parkplatz stellen um dann die ahnungslosen Touristen abzuzocken. Wir parken dann so, dass wir in Deutschland sofort abgeschleppt werden würden. Mit einem echt schlechten Gewissen lasse ich das Auto stehen und gehe mit Wolfgang rüber zum SATURN. Da bin ich überrascht von den vielen Geschäften die es dort außer dem SATURN noch gibt. Ein richtig schickes Einkaufszentrum ist es und voll dazu!

Im SATURN sind die Preise wie bei uns auch. Bei den iPads stehen viele Kinder und spielen Autorennen und andere “Eye-Catcher”. Das iPad 16GB/3G kostet hier 329€ – mit einem Vertrag des Mobilfunkers “Orange” dazu. Ohne Vertrag sind die Preise die gleichen wie bei uns. Bei den Fernsehern usw. ist es genauso. In der Fotoecke steht ein Auswahl von Kameras die vor einem Jahr halbwegs neu waren. Inzwischen gibt es fast überall Nachfolgemodelle. Warum noch eine Nikon D90 kaufen wenn es in Deutschland schon eine Nikon D7000 für das gleiche Geld gibt? Kurzum, das Angebot ist wirklich uninteressant. Zumal man ja alles auch irgendwie nach Hause transportieren müsste.

Als wir zurück zum Auto kommen bin ich wirklich froh, dass es noch dort steht!! Als wir ins Auto einsteigen kommt der Typ dann angehastet um will wahrscheinlich für eine Leistung kassieren die er nicht erbracht hat und für die er auch gar nicht legitimiert ist. Wir fahren schnell weg und ich sehen in fluchend im Rückspiegel die Faust heben. Glück gehabt, am Loro Parque lassen diese Typen einem gern auch mal die Luft aus einem Reifen. Wolfgang kennt sich da bestens aus!

Wir haben Hunger und wollen zu einem Chinesen. Als wir auf der Höhe des Restaurants sind halte ich Ausschau nach einem Parkplatz den es hier nicht gibt, wieder einmal. Hier zu parken geht eigentlich gar nicht. Ein Problem ist, dass es keine Parkuhren gibt. Wer hier parkt der parkt und das beliebig lange! Wir kurven und kurven durch die Gegend, das Chinesische Restaurant ist inzwischen locker 2-3 Kilometer weit weg. Ich kurve durch enge Gassen und habe ständig Angst, dass ich den Mietwagen beschädigen könnte. Wie hoch die Eigenbeteiligung ist weiß ich gar nicht genau, üblicherweise sind es mindestens 1.000 Euro!

Aber es geht alles gut und schließlich finden wir sogar einen total legalen Parkplatz – es geschehen noch Wunder – sogar in Santa Cruz!

Beim Chinesen ist das Essen halbwegs ok. Wir werden jedenfalls satt. Danach wollen wir auf der anderen Straßenseite ein Eis essen, aber der Laden hat geschlossen. Heute ist nicht unser Glückstag. Wir wandern also wieder zum Auto und fahren nach El Sauzal. Dort ist ein schöner Mirador mit einer ganz tollen Open Air Eisdiele. Dort angekommen hat diese natürlich auch geschlossen, ist doch klar, wir haben Mittwoch! Wir fahren also weiter, Wolfgang kommt noch eine Eisdiele in den Sinn die er schon oft im Vorbeifahren gesehen hat. Dort angekommen ist diese dann auch geschlossen. Die Kneipe nebenan hat aber geöffnet und es ist sogar ein Gast dort. Wir fragen nach Eis und siehe da, die beiden Läden gehören zusammen. An einer kleinen mobilen Eis-Theke mit sechs Sorten suchen wir uns dann die Sorten aus die uns halbwegs frisch erscheinen. Der Typ holt sogar noch eine Dose Sprühsahne aus der Kühlung. Sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus, aber es schmeckt nicht wirklich. Entweder ist das einfach ganz komisches Eis oder es ist uralt. So etwas habe ich wirklich noch nie gegessen.

Als wir zurück bei Wolfgang und Karin sind serviert Wolfgang mit dann “richtiges” Schokoladeneis mit Sahne und Schoko-Sauce. Das schmeckt richtig gut und ich habe das Gefühl, dass er es jetzt wirklich braucht um den Glauben an das “Schokoladeneis” nicht zu verlieren. Da klingelt auch schon das Handy, Sandra und Karin sind mit dem Reiten fertig. Wir flitzen runter zum Restaurant in dem sie sich was zum Mittag geordert haben. Da tauschen wir die Autos, ich kriege noch ein Bier, Wolfgang fährt zum Zahnarzt. Dann bringen wir Karin wieder nach Oben und fahren zu unserer Finca in San Juan de la Rambla – was für ein Tag 🙂

Dort angekommen gibt es einen Ramazotti für jeden von uns, den haben wir jetzt echt nötig! Um kurz nach 19h sitzen wir dann erledigt auf dem Sofa. Sandra hat einen schönen Ausritt hinter sich und ich bin heute einfach nur in der Gegend herum gefahren und habe vor verschlossenen Eisdielen gestanden. Das macht doch Mut für den Rest der Tage hier auf Teneriffa.

Do Fr Sa So sind noch übrig. Am So(nntag) geht es dann auch schon wieder heim. Zahnschmerzen habe ich inzwischen auch. Nun ist Sandra halbwegs gesund, da geht es bei mir los. Morgen muss ich mal meinen Kieferchirurgen anrufen und einen Termin erbetteln.

Gute Nacht :-]

Di Mi Do Fr Sa So

Es ist Dienstag, es ist der 28. Dezember und es scheint die Sonne! Am Mittwoch geht es mit Wolfgang an der westlichen Seite des Pico del Teide hoch zu einem kleinen Vulkankrater. Eine einfache Wanderung, 300 Höhenmeter sind es laut der topografischen Karte.

Die Karte kommt von cloudmadetopo.com und kann kostenlos beispielsweise mit GAIA GPS auf dem iPad, iPhone oder einem Android Telefon – sorry DEVICE – geladen werden. Ganz Teneriffa ist in der höchsten Detailstufe allerdings etwa 1.6 GB groß und daher kann man die Karte via Handy nur in kleineren Portionen herunterladen. Man sollte also einen vernünftigen Internetzugang haben, dann kann man bevor man eine Wanderung plant das zum Areal passende Kartenmaterial herunter laden.

Das sieht dann auf dem iPad etwa so aus:

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Die blauen Pins sind Wegpunktmarkierungen. Diese Punkte kann man exportieren und dann ggf. in ein “richtiges” GPS wie das Colorado 300 überspielen. Dafür braucht man allerdings eine Internetverbindung und die gibt es hier leider nur zu horrenden Preisen via Data-Roaming.

Mit den üblichen iPad Gesten kann man schieben und zoomen.

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Hier sieht man eine Handerung hoch Pico Viejo. Das ist der Vulkan der hier zuletzt aktiv war. Schaut man sich die Höhenlinien an erkennt man schnell, dass es etwa 900 Höhenmeter Unterschied sind. Die gesamte Strecke hat etwa 6 Kilometer – One Way! Es würde also etwa 1800 Meter rauf und runter gehen und das auf einer Länge von rund 10 Kilometern in loser schwarzer Lava Asche. Nicht wirklich zu schaffen, jedenfalls für mich nicht 😦

Also eine kleinere Runde:

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Der Montana de la Botja ist auch ganz nett und von der Höhenstraße recht gut zu erreichen. Oben am Kraterrand gibt es ein paar schöne Skulpturen aus Lavagestein, das haben Wolfgang und ich uns für den Mittwoch vorgenommen. Während wir wandern werden Sandra und Karin mit zwei Hengsten durch die Wälder oberhalb von La Orotava galoppieren – auch nicht schlecht, wenn ich nur reiten könnte…

Die Anzeige unten links ist meine derzeitige Höhe – 235 Meter über dem Meer. Oben in der Mitte sieht man den Kompasse, das iPad zeigt gerade nach Westen.

Eigentlich keine schlechte Sache, doch für eine Wanderung zu groß und zu unhandlich. Überhaupt ist diese ganze Handynavigation meiner Meinung nach eher ein Gimmick und nicht wirklich ernsthaft zu gebrauchen. Ein Problem ist in der Regel das Display. Scheint die Sonne muss man die Hintergrundbeleuchtung auf Maximum stellen um überhaupt noch irgendetwas schemenhaft erkennen zu können. In einem Auto mag das noch gehen, aber oben auf einem Berg ist das blöd weil dann die Batterien nach wenigen Stunden leer sind.

Das Garmin Colorado 300 hat für mich viele Vorteile, es ist weitgehend Wasserdicht, es funktioniert mit einfachen AA-Batterien die man überall kaufen und leicht wechseln kann. Alternativ läuft es mit 2.500 mAh Akkus etwa 14 Stunden wenn diese korrekt geladen sind. Der Garmin-Empfänger ist deutlich empfindlicher, das Display reflektiert das Sonnenlicht so geschickt, dass man es bei hellem Sonnenschein ohne Hintergrundbeleuchtung sehr gut ablesen kann. Es gibt sowohl Luftlinien-Routing als auch “echtes” Routing, sofern das Kartenmaterial dies unterstützt. Topografische Karten unterstützen in der Regel KEIN Routing. Man kann sich in diesem Fall mit Garmin Mapsource aus einzelnen Trackpoints sehr schön eine Route erstellen, diese an das GPS übertragen und kann dann immer sehen wie weit es bis zum nächsten Trackpoint ist usw. Es gibt ein Barometer, ein Thermometer und viele andere Features die man bei einem Android Telefon oder einem iPhone nicht hat.

Kurz, daheim im Hotel kann man auf dem iPad sehr schön schauen wo es lang gehen soll, für die Wanderung nimmt man besser etwas mit, das speziell dafür gemacht wurde.

Was machen wir heute?

Bislang noch nichts außer Essen und Faulenzen 🙂 Später wollen wir mal ein wenig mit dem Auto los, irgendwo hin wo man den Sonnenuntergang schön sehen kann. Vielleicht zum Mirador oberhalb von Chirche? Mal sehen – ich werde berichten.

Am Mittwoch soll es wie oben beschrieben eine Wanderung geben. Am Donnerstag kommt das gesammelte deutsche Wandervolk zum Brunch hier hoch auf die Finca von Jo und Caro. Mal sehen ob wir da noch was auf die Beine stellen können außer Essen und Faulenzen 🙂 Am Freitag ist Sylvester, dafür und für den Neujahrstag haben wir noch keine Planung. Am Sonntag geht es dann mit Germanwings zurück in die Kälte nach Köln Bonn. Da heißt es dann schnell Wäsche waschen, Koffer packen und Montags gleich wieder los zur Arbeit. Klingt alles ganz einfach, oder? Ich bin gespannt ob der Schnee uns einen Strich durch die Rechnung macht oder nicht… Wir werden sehen!

Update um 20:43 Ortszeit

Nun ist auch der Dienstag schon vorbei! Nach der morgendlichen Bloggerei geht es über die Autobahn in Richtung La Laguna. Eigentlich wollen wir noch mal hoch zum Pico del Teide, auch wenn es schon fast Mittag ist. Aber egal, das Wetter ist schön! natürlich verpassen wir wieder einmal die Ausfahrt nach Agua Garcia. Wir nehmen die nächste Ausfahrt und kurven erfolglos eine Weile durch die Gegend. Das Navigon ist überhaupt nicht hilfreich, zu alt sind die Karten. Wir sollen irgendwo links abbiegen, da ist aber direkt neben uns eine Leitplanke und die Autobahn, das ist fast kriminell was das Ding so vorschlägt. Also wieder weg damit! Schließlich landen wir sogar an einem Hinweis nach La Esperanza, das ist super! Kurz drauf sind wir auch wieder im Spiel. Die Zwischenstopps mit Blick auf den Teide nutzen wir alle samt, zu schon ist die Aussicht.

Oben am Teide angekommen kehren wir im einzigen Restaurant ein das heute geöffnet hat. Es gibt Fisch mit Pommes Frites, gar nicht übel! Danach geht es im Schneckentempo vorbei am Pico del Teide durch die Canadas del Teide. Eigentlich würde ich gern eine Stunde durch die Gegend wandern aber Sandra ist das zu kalt – hier oben sind es 15°C. Ok, dann fahren wir eben weitert, ist auch viel bequemer 🙂 Schließlich landen wir oberhalb von Chirche beim Mirador de Chirche der heute tatsächlich sogar geöffnet hat! Es gibt Kichererbseneintopf (Garbanzas) und einen gemischten Salat – lecker! Während wir essen klickt die Nikon D2x alle 10 Sekunden und hält das Grauen fest das da auf und zukommt – eine fiese Nebelbank umhüllt uns schließlich. Als wir bezahlt haben ist es sogar schon dunkel und es beginnt zu regnen. Vor uns liegen etwa 40 Kilometer Kurven Kurven Kurven und die sind zumeist in etwa 1000 Metern Höhe direkt am Abhang – urgs – wer da im Regen einen Fahrfehler macht stürzt schnell mal den Hang hinab. Aber ich kenne die Straße schon ganz gut und so bringt mich dort nichts mehr aus der Ruhe.

Um 20h sind wir dann auch ziemlich erledigt auf der Finca von Jo und Caro. Kurz alles auf die externe Festplatte kopieren, Akkus und die Ladegeräte, Zähne putzen und dann ab ins Bett. Der Wecker klingelt morgen um 7h30!

Den Vulkan den ich morgen mit Wolfgang erwandern möchte habe ich heute schon gesehen 🙂

Hier noch ein Bild des derzeit für mich unerreichbar hohen Pico Viejo:

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Der jüngste Vulkan Teneriffas – gleich rechts neben der Spitze des Pico del Teide.

Unser Ziel für morgen sieht so aus – der kleine Pixelhaufen da oben rechts ist übrigens ein Wanderer!!

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So, nun aber ab ins Bett…

Update am Morgen

Der Wecker klingelt um 7h30 – um 7h55 bin ich startklar. Während Sandra im Bad ist wird noch schnell DIES HIER gebloggt. Sandra ist nicht gut drauf, gestern im Nebel am Mirador de Chirche war es wohl zu kalt, ein Rückfall. Der Hals tut weh und die Bronchen sind verstopft. Hoffentlich klappt es heute mit ihrem Ausritt.

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So sah es bei unserer Ankunft am Mirador aus.

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So sah es aus als wir den Mirador verlassen haben, wer da nicht krankt wird…

Mir geht es blendend, langsam setzt die Erholung ein, allerdings macht ein Zahn Probleme. Seit zwei Tagen pocht und tuckert er beim Einschlafen, das sind keine guten Vorboten. Wenn wir wieder daheim sind sollte ich schnell den Kieferchirurgen aufsuchen – das 3D Röntgenbild haben wir vor ein paar Tagen schon gemacht – und es geht mir in meinen Träumen derzeit ständig durch den Kopf. “Nachresektion der Wurzelspitze im Frontzahnbereich” – klingt schon so als würde es weh tun – wird es sicher auch… Aber jetzt im Augenblick ist alles ruhig, ein guter Zeitpunkt für ein leckeres Frühstück.

Dann hoch zu Karin und Wolfgang, die Mädels zum Pferdehof schicken und wir machen dann was “vernünftiges” – wie Wolfgang es immer mit einem Augenzwinkern zu sagen pflegt 🙂

Bis später dann…

Weihnachten ist überstanden

Die Tage der christlichen Nächstenliebe und des Mitleids für den Einzelhandel liegen hinter uns – geschafft – wieder einmal 🙂 Es ist Montag, ein richtiger normaler Montag. Als ich wach werde ist es 8h29 – laut Handydisplay. Das tolle neue HTC Desire HD hat allerdings schon wieder einmal keinen Strom. Ein Blick auf die schlimmsten Stromverbraucher offenbart, dass die Anwendung Copilot den Akku entleert hat. Abends zuvor habe ich es wohl versehentlich gestartet. Navigiert hat das Programm nichts und niemanden, Kartenmaterial für die Kanarischen Inseln habe ich auch keine und dennoch ist der Akku leer. So ist das eben in der schönen neuen Android-Welt 🙂

Nach der Körperpflege gibt es Frühstück, gemeinsam mit den üblichen Verdächtigen, man kennt sich inzwischen. Der Himmel ist ein wenig bedeckt, dennoch ist es angenehm warm. Zwischen Sekt und frisch gepresstem Organgensaft denke ich ein wenig wehmütig daran, dass wir schon bald wieder zurück müssen. Zurück in das Schneechaos, zurück zu den hustenden Nachbarn und den erkälteten Arbeitskollegen. Na hoffentlich geht das gut!

Aber noch sind wie ha eine Woche lang hier auf der Insel der Glückseeligen!

Gleich geht es in das deutsche Viertel von Puerto de la Cruz – nach La Paz. Es ist Montag und montags erscheint der “Spiegel”. Ein Magazin, das auch hier auf den Kanaren seine Leser in der deutschsprachigen Bevölkerung findet. Und da man sich sowieso kennt, trifft man sich am Montag bei “Pepito” um am Kisok gegenüber den “Spiegel” zu kaufen und danach bei einer Tasse Kaffee über das zu diskutieren was daheim so alles geschehen ist. Sehr DEUTSCH – oder?

Beim Pepito um die Ecke ist ein Frisör – ein deutschsprachiger Frisör – vielleicht kann ich mich dort verständlich machen? Ich würde gern aussehen wie George Clooney – ob die das verstehen? Wenn ja, ob sie das auch hinbekommen? Vor ein paar Wochen hat mir bei der gleichen Aufgabenstellung ein deutscher Frisör geantwortet: “Ich kann zwar Haare schneiden aber nicht zaubern!” – was ich wohl später auf den Kanaren zu hören bekomme? Mal abwarten…

Sandra wird während dessen noch einmal den deutschen Arzt an der Plaza de Charco aufsuchen. Kontrolluntersuchung und nicht zu vergessen, dass Begleichen der Rechnung! Später wollen wir uns unten am Playa Jardín treffen und gegenüber chinesisch essen.

Ok, es geht jetzt mal los, bis später!

Update um 17:05

Ein entspannter Tag in Puerto de la Cruz. Etwas oberhalb der Plaza de Charco setze ich Sandra ab, so kann sie in Ruhe shoppen gehen, während ich mich in La Paz mit den deutschen Residenten treffe. Als ich bei der Bar “Pepito” ankomme gibt es lange Gesichter, der “Spiegel” ist noch nicht da. Den “Focus” gibt es, den “Spiegel” nicht. Als Anhänger von Verschwörungstheorien kommt es mir gleich in den Sinn, dass es eine rechts gerichtete Untergrundorganisation geben könnte, die möglicherweise baskischen Separatisten nahestehen könnte, welche die Lieferung des “Spiegel” nach Deutschland verzögert um so die potentiellen Leser dazu zu bringen auch mal einen Blick in den “Focus” zu riskieren. Aber wahrscheinlich ist der Grund ganz profan, vielleicht liegt in Hamburg einfach so viel Schnee, dass der “Spiegel” es nicht auf die Kanaren geschafft hat? Wäre zumindest denkbar 🙂

Ich verweile nur kurz und gehe nebenan zum Deutschen Frisör! Dachte ich jedenfalls, aber meine Frisörin kennt nur ein paar wenige deutsche Worte. Vor allem das Wort “kurz?” ist ihr geläufig. Als sie fragt “kurz?” entgegne ich “Ja, so dass ich aussehe wie George Clooney!” “George Clooney??” – ok, sie kennt George Clooney nicht – also sage ich “Si, kurz!”

10 Minuten später bin ich frisch frisiert zurück bei den deutschen Residenten die immer noch auf den “Spiegel” warten. Vielleicht doch eine Verschwörung? Egal, ich musste beim Frisör nicht warten und der Haarschnitt hat auch nur 10,50 Euro gekostet. Als ich der Frau die George Clooney nicht kennt 15 Euro gebe strahlt sie über das ganze Gesicht – für mich immer noch preiswerter als ein Haarschnitt in der Heimat 🙂

Nach einem Glas Bier wandern Wolfgang, Schröder und ich dann quer durch die Stadt rüber zum Playa Jardín. Dort wartet Sandra schon mit den Schnäppchen ihres Lebens auf uns. Es geht zum Chinesen. Eine Weile später stößt dann auch Karin dazu. Wir lassen es uns schmecken und sind um 16h ziemlich verschwitzt zurück in La Paz. Die vielen Treppenstufen hoch zum Mirador de la Paz sind ganz schön anstrengend wenn man die meiste Zeit seines Lebens am Schreibtisch verbringt. Den Weg zurück fahren wir schon wie im Schlaf. Nach all den Besuchen auf dieser Insel brauche ich das GPS eigentlich gar nicht mehr. Außerdem wird hier zum Einen so viel gebaut und sind zum Anderen die Karten so alt, dass das Navigon hier meist eher Verwirrung stiftet als für Hilfe zu sorgen.

Die Zeit bis zum Abendessen versüßen wir uns auf der Terrasse bei Jo und Caro bei einem Gläschen “Chandi” – Sprite & Cerveza – eine gute Kombination° 😉

Prosit!

Hier noch ein kleiner Blick rüber zu unserem kleinen Häuschen (HTC Desire HD):

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Sodele, 18h31 – gleich gibt es ein leckeres Abendessen – heute steht “Lamm” auf der Speisekarte 🙂

Heiligabend

Unser Heiligabend 2010 beginnt ganz entspannt. Nach dem Frühstück treffen wir uns in La Paz – dem “Deutschen Viertel von Puerto de la Cruz” – mit Wolfgang und Karin. Es gibt Kaffee und ein Schwätzchen und die neuesten Inselgeschichten. Dann hoch zum frisch renovierten Mirador Humboldt. Dort gibt es Hamburger und Bier – ungewöhnlich zubereitet, aber nicht schlecht.

Wolfgang spendiert uns danach noch für eine Weile den Zugang zu seinem tollen WLAN – DANKE 🙂

Endlich kann ich mal meinen BLOG aktualisieren 😉

Später gibt es dann bei Jo und Caro ein 5-Gänge Menü mit “Wildschwein” als Highlight!!

Das war er dann auch schon, der entspannte heilige Abend auf Teneriffa.

Der übliche Wahnsinn

Eigentlich wollten wir ihm ja entfliehen, dem üblichen weihnachtlichen Wahnsinn. Aber dann war das Angebot an Stiefeln, Handtaschen und sonstigen fraulichen Accessoires zu verlockend… Also nach dem Frühstück ab ins Auto und auf zum großen Einkaufszentrum bei Puerto de la Cruz. Dort angekommen ist alles noch ganz easy. Drinnen ist es aber ziemlich voll. Wir kaufen Wasser und ein paar Knabbereien, die ich gestern bei meiner einsamen Wanderung so sehr vermisst habe. Wenn man ziemlich ausgepowert nach einer mehrständigen Wanderung am Auto ankommt ist es schon nett wenn dort mehr als nur eine Flasche mit lauwarmem Wasser wartet 🙂

Sandra findet auch ein paar Stiefel – und die sind sooooooooooooo preiswert 😉 Dann noch das ein oder andere Kleidungsstück, Läden gibt es hier ja wirklich genügend viele!

Und etwa so sieht das dort aus (Handy-Knipsbild mit dem neuen HTC Desire HD):

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Schuhgeschäfte und Weihnachtsschmuck so weit das Auge reicht, ein Paradies für jede Frau 🙂

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So weit so gut, blöd wird es kurz drauf als wir alles im Auto haben und in Richtung Candelaria fahren wollen. Ich lenke den Opel in Richtung “Santa Cruz” – bereits hinter dem Parkhaus geht dann einfach gar nichts mehr. Lauter kleine Straßen, Einbahnstraßen, bergauf, bergab, Stoppschilder und tausende kleiner Autos. Etwa eine Stunde stehen wir in der Gegend herum bis wir uns in die Nähe der Autobahnauffahrt gewartet haben. Dann mein fataler Fehler, der Kreisverkehr vor dem Kreisverkehr oberhalb der Autobahn hat eine zweispurige Zufahrt. Ich nehme instinktiv die rechte Spur, denn ich will ja sofort recht in Richtung Santa Cruz abbiegen. Meinen Fehler bemerke ich jedoch einige wenige Meter zu spät. So ein Mist, ich bin zu weit rechts und stehe nun wieder am Ender dieser ganzen Scheiße – sorry – aber anders kann man dieses Verkehrschaos wirklich nicht nennen. Noch einmal ganz weit hinten anstellen, wie blöd kann man eigentlich sein. Ich kriege die Oberkrise, statt ins Parkhaus fahre ich oben auf das Parkdeck, da kann man am schräg gegenüberliegenden Ende über eine Rampe herunter fahren, da haben wir mindestens 30 Minuten Stau gespart. Oben auf dem Parkdeck ist dann genau dieses Abfahrt gesperrt und wir werden hinunter ins Parkhaus geschleust. Dort ist genau die Ausfahrt die halbwegs günstig wäre auch gesperrt – ich bin kurz davor laut los zu schreien, schließlich fahren wir genau dort wo wir hinein gefahren sind wieder heraus und stehen so richtig blöd wieder ganz weit hinten – vor uns der weihnachtliche Autowahnsinn – wie ätzend…

Eine halbe Stunde später sind wir wieder kurz vor dem Kreisverkehr vor dem Kreisverkehr – meine Laune ist auf dem Tiefpunkt und die Kupplung des fast nagelneuen Opels riecht schwer verbrannt. Wir sind fast eine halbe Stunde lang immer wieder einen Meter am Berg angefahren um dann gleich wieder die Handbremse anzuziehen und zu warten bis es den nächsten Meter weiter geht. Das fordert seinen Preis, der Opel riecht echt verbannt, au Backe…

Es ist schon fast 15h und wir beschließen nicht mehr nach Candelaria zu fahren, statt dessen nehmen wir im Kreisverkehr über der Autobahn die dritte Ausfahrt und sind 20 Minuten später wieder auf der Finca bei Jo und Caro. Es gibt warmen Apfelkuchen mit Sahne und einen Kaffee mit Milch. Sandra hat endlich wieder Appetit und isst einen Salat. Dazu gibt es ein Radler – Cerveza con Sprite…

Als wir fertig sind kommen auch Jo und Caro zurück. Sie waren auch unterwegs. Jo erzählt uns, dass die hier seit Tagen so ausflippen und dass er die Einkaufszentren meidet wenn nur möglich. Caro erzählt uns ihren Trick – sie parkt einfach außerhalb und geht dann ein paar Meter zu Fuß – gar nicht so dumm 🙂

Wir bestellen uns für den Abend die echt Spanische Paella – von zwei belgischen Köchinnen zubereitet und einem deutschen Chef serviert – was kann da noch schief gehen? Dazu werden wir heute mal eine Flasche Weißwein trinken – mal sehen was Jo uns empfehlen kann. Es ist jetzt kurz nach 18h – wir wandern gleich mal los. Publizieren können wir das hier dann alles morgen bei Wolfgang und Karin – gut wenn man jemanden kennt der ein WLAN hat 😉

Ciao!