Hole in the rock

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Nach dem frühen Aufstehen und dem zeitlich ganz leicht verpassten Sonnenaufgang am Bryce Canyon geht es kurz zum Best Western in der Nähe des Visitor Centers. Hier gibt es sein schnelles WLAN und ich kann kurz in meine Mails schauen und meinen BLOG aktualisieren. Danach geht es weiter nach Escalante. Ich mag diesen kleinen verschlafenen Ort und ich hoffe dort in dem kleinen Saloon den ich so mag ein wirklich gutes Frühstück zu bekommen. Der Weg nach Escalante ist wirklich schön. Der Highway 12 hat viel zu bieten und im sanften Licht der Morgensonne sieht die Landschaft um mich herum wirklich reizvoll aus.

In Escalante angekommen hat das Restaurant dann geschlossen, was für ein Frust. Ich fahre ein paar Meter zurück zur Circle D Eastery – auch geschlossen. Alle anderen Restaurants und das sind nicht viele, haben auch geschlossen. Also gehe ich kurz in den „Supermarkt“ und kaufe ein paar Äpfel, Kekse und etwas zu Trinken. Ach ja, zwei Yoghurts finde ich auch noch, ein Brot und etwas Aufschnitt ist auch da!

Es gibt nach Nordosten zur „Hole in the Rock Road“. Als ich am Devils Garden ankomme ist es wunderbar sonnig und ich genieße mein kleines Picknick mit Blick auf die witzigen kleinen Zwerge die dort überall herumstehen. Nach diesem sehr entspannten und darüber hinaus sehr preiswerten Outdoor-Meal mache ich eine kleine Foto-Runde mit meiner kleinen Nikon P7000. Dieses kleine Ding ist hier ganz in seinem Element. Überall gibt es Löcher uns schmale Spalten, mit einer „normalen“ Kamera würde man da oft nur schwer oder gar nicht in der Lage seine eine wirklich ungewöhnliche Perspektive auf dieses schon oft fotografierte Areal zu finden.

Der Schließmechanismus des Objektives der kleinen Nikon ist inzwischen so voller Staub und Sand, dass er sich nur noch einige wenige Millimeter öffnet. Jedes mal wenn ich die Kamera ausschalte und er sich schließt, was komischer Weise immer noch toll funktioniert, muss ich ihn anschließend mit den Fingerspitzen wieder aufschieben. Dabei berühre ich dann doch immer mal wieder das kleine Objektiv und hinterlasse fiese Fingerabdrücke. Hier ist es dann sehr hilfreich ein hundertfach gewaschenes sauberes Taschentuch dabei zu haben!

Nach der kleinen Fotosession überlege ich wie es weiter gehen soll. Die meisten Highlights in der Umgebung die ich kenne habe ich schon gesehen. Little Egypt soll eine schwierig zu fahrende Strecke sein. Vom Broken Bow Arch habe ich die Koordinaten nicht auf dem GPS, aber ich war ja auch schon einmal dort. Der Dance-Hall-Rock könnte ein Ziel sein. Im Hinterland dieses roten Felsbrocken gibt es viel zu entdecken. Hm, ich bin unschlüssig und fahre einfach mal los. Das ist irgendwie genau die Freiheit über die ich mit am Vortag mit Peter und Angenie unterhalten habe. Später am Abend finde ich übrigens eine SMS von Angenie. Sich haben an der Old Sheffield Road gecampt und sind zum Escalante Volcano gewandert. Sie sind also eigentlich nur ein paar Meilen entfernt, aber das erfahre ich leider erst viel zu spät.

Während ich die anfangs noch wirklich gut ausgebaute HITRR befahre entschließe ich mich, sie bis zum Ende durchzufahren. Das GPS sagt mir, dass es etwa 65 Kilometer sind – LUFTLINIE – das kann in der realen Welt etwas weiter sein. Ist es dann auch. Statt nach 60 Minuten treffe ich etwa drei Stunden später dort ein. Unterwegs kommen erstaunlich viele Autos entgegen. Es ist sogar ein geländegängiger Bus dabei. Im Vorbeifahren kann ich noch etwa von Area-Shuttle lesen.

Ich genieße die Fahrt und während die Straße immer schlechter wird scheint mir die Sonne immer stärker ins Gesicht. Morgens am Bryce war es eisig kalt, nun sind es schon entspannte 25°C – super. Die Straße geht ziemlich krass von einem Hügel zum nächsten Hügel. Oft kann man erst auf der Kuppe sehen ob man vielleicht Gegenverkehrt hat. einige der Cattle-Guards haben eine seitliche Umfahrung. Als mal wieder ein Cattle Guard vor mir liegt nehme ich einfach mal eine dieser kleinen Umfahrungen. Als ich auf der Höhe dieses Kuhgatters bin fährt mir dann eine krasser Schreck in die Glieder. Ein Motocross-Fahrer kommt mir in atemberaubenden Tempo entgegen. Er war hinter der Kuppe vollständig unsichtbar und er hat mich sicher auch nicht gesehen. Während er das Cattle-Guard passiert hebt sein Motorrad ab und er fliegt gut zwei Meter weit durch die Luft. Wäre ich nicht auf der Umfahrung, es hätte sehr wahrscheinlich einen wirklich schweren Unfall gegeben. Ich bin geschockt, halte kurz an und sehe nur noch seine Staubfahne im Rückspiegel. Ob ihm wohl bewusst ist, dass er gerade um Haaresbreite seinem vorzeitigen Tod entgangen ist?

Ich fahre langsam weiter. Kurz drauf erkenne ich warum der Biker so in „Eile“ war, er fährt ein Rennen und wird von zwei anderen Bikern verfolgt. Biker 2 sehe ich recht früh und er mich auch, ich kann in Ruhe abbremsen und rechts ran fahren. Brumm, da ist er schon vorbei. Ich fahre weiter und sehe dann in einer Senke Biker Nr. 3. Aber er sieht mich nicht. Ich bin ob auf der Kuppe und er fährt gerade abwärts in eine Spitzkehre hinein. Als er mich dann sieht, tritt er vor Schreck so krass auf die Bremse, dass das Hinterrad ausbricht und er führ einen Augenblick quer auf mich zu driftet. Aber er kann den Sturz noch abwenden und aus dem Motorengeräusch glaube ich entnehmen zu können, dass er ziemlich stark vom Gas geht während er in einer Staubwolke verschwindet.

Ich fahre weiter und bin sehr darauf bedacht, dass nicht noch jemand frontal in mein Auto kracht. Ich habe da sicher gute Karten, der Tahoe ist ein kleiner Panzer, aber es muss trotzdem nicht sein. Die letzten 10 Kilometer zum Hole in the Rock werden dann echt richtig lang. Statt der Luftlinie geht es in Schlangenlinien rauf und runter, über Felsbrocken und durch Sand. Das ist echt ein Abenteuer hier. Am Ziel angekommen stehen dort sogar ein paar Autos, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich steige aus und sage hallo.

Es sind Mormonen aus Central-Utah, sie nutzen die letzten Tage des Spring-Breaks um den Weg zum „Hole in the rock“ zu erkunden. Im Sommer wollen sie mit einer größeren Gruppe Jugendlicher diesen Ort besuchen, der für sie fast ein Heiligtum darstellt. Einer der „Mormons“ erzählt mir, dass sein Ur-Ur-Großvater durch genau diesen Felsspalt kam um sich in Utah nieder zu lassen. Ich will los ein paar Fotos machen. Er gibt mir ein „This is remarkable“ mit auf den Weg. Ich mache ein paar Fotos mit meiner kleinen Nikon P7000. Aber die Lichtverhältnisse sind schwierig. Da müsste vielleicht doch eine „richtige“ Kamera her, ich gehe mal zurück. Mit der D300 auf dem Stativ, einem 12-24mm Weitwinkel und einem Fisheye in der Jackentasche wage ich einen weiteren Anlauf. Es sind inzwischen viele Menschen hier, alle wagen die Klettertour hinab zum Glenn Canyon durch den ihre Vorfahren hierher gekommen sind.

Es ist sogar ein Paar mit einem Hund dabei. Der Hund hat vor den krassen Stufen Angst und will nicht weiter. Die zwei versuchen ihn hinunter zu heben aber er will nicht und so wagen sie später einen neuen Versuch. Als ich von meiner zweiten Fotorunde zurück bin meldet sich der Hunger. Während ich einen Apfel schäle werde ich eingeladen doch am Barbeque teilzunehmen. Das ist das Schöne hier in Amerika, die Menschen sind einfach allesamt supernett, jedenfalls die die ich hier kennen gelernt habe. Es gibt sicher auch Andere – aber die möchte ich lieber nicht kennen lernen. Ich denke, die würden auch nicht zum Hole in the rock fahren!

Der Hamburger ist wirklich gut und es ist schon witzig was diese Leute alles dabei haben. Es gibt sogar Eis für die Getränke, das ist Amerika! Es ist richtig nett und ich habe kann mich mal wieder mit einigen „Einheimischen“ unterhalten und schauen was meine Englischkenntnisse so hergeben. Leonard Aste, ein Zahnarzt aus Manti Utah hat sogar Vorfahren in der Schweiz. Ich lerne ein neues Wort „Relatives“ – das sind die wohl die Verwandten. Groß-Cousins und Groß-Cousinen. Er will sie bald mal besuchen und vielleicht schafft er ja einen Abstecher nach Bonn.

Ich wäre wirklich gern für ein paar Tage sein Tourguide.

Hi Len, if you read this my friend:

I would be very proud to be your german tour guide for a couple of days once you visit germany!

Hier habe ich noch ein Foto von Len und seinen Freunden – Len trägt das bunte Hemd.

Hier ist seine Webseite der G3 Foundattion die ihm sicher sehr am Herzen liegt.

http://www.g3foundation.org

Als die Sonnte tiefer steht machen sie sich auf den Weg und ich wage eine dritte kleine Fotosession. Diesmal mache ich ein paar Fotos vom rechten Rand dieser krassen Schlucht. Während ich so fotografiere fällt mir auf, dass ich als kleiner Schatten auf der linken Felswand zu sehen bin. Also gibt es ein paar witzige Verrenkungen, es sieht aus als würde ein Schatten den Felsen hinauf wandern. Das gefällt mir 🙂

In der Felsspalte gibt es dann noch ein langes Gespräch mit einer Frau die auf ihre „Cowboys“ wartet wie sie sie nennt. Um etwa 17h mache ich mich dann auf den Rückweg. Dieser ist länger und anstrengender als erwartet. Als ich endlich am Bryce Resort eintreffe ist es stockfinster und ich bin mit den Nerven ziemlich am Ende. Vielleicht ist es doch ganz gut bald wieder daheim zu sein und nicht mehr den ganzen Tag über Off-Road-Straße zu hoppeln.

Am Morgen werde ich dann irgendwann wach, das Handy ist ausgeschaltet. Ich habe sicher wieder vergessen die Copilot-Software zu stoppen. Dieses Programm beschäftigt das Telefon so sehr, dass es den Akku in kurzer Zeit leer saugt. Ein Blick auf die Uhr, es ist kurz nach 8h – Arizona Time. Ich habe also noch zwei Stunden bis zum Check-Out. Es geht erst einmal in aller Ruhe unter die Dusche, tut das gut. Der Tag steckt mir in den Knochen, ich habe Kopfweh und mir ist nicht wirklich gut. Als ich dabei bin meine Sachen zusammen zu packen klopft auch schon das Zimmermädchen. Das ist allerdings ein ausgewachsener Kerl von etwa 50 Jahren. Auch das ist Amerika, das ist „Sexual Equality“ 🙂

Als alles eingepackt ist checke ich kurz aus, bekomme meine Rechnung und fahre um die Ecke zum Best Wester. Im Auto schreibe ich dann all das hier und werde es gleich mal publizieren. Danach geht es dann nach Mesquite. Je nach dem wie ich mich fühle später zum Sonnenuntergang zum „Hoblins Playground“ und danach weiter nach Las Vegas.

Update in Las Vegas um 18h30

Nun bin ich in Las Vegas und ich bin ziemlich erledigt. Die Fahrt war doch anstrengend und ich habe höllisches Kopfweh. Am Bryce Canyon waren es heute morgen bei Abreise etwa 8°C, hier in Las Vegas sind es 33°C und ich bin über 2.000 Meter weiter „unten“. Das merkt man irgendwie schon. Den Abstecher zu „Hoblins Playground“ habe ich mir für das nächste Jahr aufgehoben. Es ist heute dermaßen stürmisch, das wäre keine Freude gewesen. Als ich am Abzweig zum Valley of Fire vorbeigefahren bin hatten wir dort einen lokalen Sandsturm. Das war wirklich heftig, was da alles durch die Luft geflogen ist…

Die Ankunft ins Las Vegas war etwa um 16h. Kurz die Koffer auspacken und dann rüber zu Denny’s – ich war der einzige Gast. Es gab South-Western Steak Burrito – lecker! Hier im Quality-Inn habe ich diesmal Zimmer 219, das ist viel kleiner, hat kleinen Kühlschrank, keine Mikrowelle, keinen Schreibtisch, ich hoffe es ist im Gegenzug nicht teuerer als das Zimmer über der klappernden Türe das Sandra und ich vor ihrer Abreise am vorletzten Wochenende hatten. Nach dem Preis zu fragen habe ich nämlich total vergessen…

Hier habe ich noch ein Foto das zeigt, wie ich heute morgen den oberen Teil dieses Artikels geschrieben habe – Extreme-Blogging…

Hier habe ich noch ein paar Bilder zur gestrigen Route:

Auf diesem Bild sieht man sehr schön den Navajo Mountain und die letzten holprigen Kilometer:

Die zugehörige KMZ-Datei habe ich hier abgelegt. Einfach downloaden und dann selbst mit Google-Earth aus allen Richtungen anschauen oder mal den Flugsimulator starten!!

Update am 12. April 2011:

Nun ist auch meine Video des Tages online:

 

Hier habe ich noch eine der Luftaufnahmen aus dem Jahr 2009:

 

 

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