Monument Valley Safari

Irgendwie haben wir beide nicht gut geschlafen. Am ersten Morgen im Hampton Inn sind wir wie gerädert. Das Fenster kann man nicht öffnen – Selbstmordgefahr? Die Klimaanlage rattert wie die Hölle – dabei kann man nicht mal schlafen wenn man todmüde ist! Ob es daran lag? Egal, das Frühstück ist jedenfalls relativ ok. Es gibt zwar absolut alles aus Einwegverpackungen, aber die Sachen schmecken dann doch ganz gut. Irgendwann sitzen wir endlich im Auto. Bei Panoramio habe ich ein paar schöne Fotos von Monument Valley gefunden die nicht an den typischen Orten entstanden sind die man als Tourist üblicher weise hier so findet.

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Da Sandra nicht gut drauf ist beschließen wir einfach mal eine kleine Safari zu machen. Wir fahren also ein Stück in Richtung Monument Valley und biegen dann einfach mal rechts in eine der holprigen Dirt-Roads ab. Die Landschaft ist grandios und wir finden ein paar richtig schöne Stellen für nette Fotos. Aber das was wir eigentlich gesucht haben finden wir natürlich nicht – aber so ist das eben! Also zurück zur Hauptstraße. Eine Stunde später gibt es zum Mittag zwei saftige 1/2 Pound Burger in ‘Mexican Hat’. Danach geht es weiter zum Sight Seeing nach Bluff. Dort ist nicht viel los und es geht wieder zurück. Auf dem Rückweg schauen wir uns das Valley of the gods an.

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Der Wettergott hat heute einen schlechten Tag, der Himmel ist verhangen mit tonnenschweren dicken Wolken. Da sieht selbst das Valley of the gods relativ langweilig aus. Also wieder zurück. Zwischendurch ein paar Photo-Stops und dann zum Visitor Center beim Monument Valley. Es ist noch eine halbe Stunde bis Sonnenuntergang. Ich habe die Hoffnung, dass die Sonne kurz bevor sie unter geht noch einmal ganz kurz für ein paar Augenblick zwischen der Wolkendecken hindurch lugt. Sandra glaubt nicht daran. Morgens haben wir bei der Well Fargo in Kayenta jeweils ein paar hundert Dollar abgehoben, sie geht in den Indianerladen im Visitor Center. Ich warte während dessen auf das “Event” des Tages. Mit mir warten eine Reihe anderer fotosüchtiger Leute…

Dann passiert das lang erhoffte. Alle jauchzen und die Kameras klicken um die Wette. Nach ein paar Minuten ist das Schauspiel auch schon wieder vorbei. Und darauf hat man den ganzen Tag gewartet? Ok, schön war es trotzdem!

Im Hotel können wir einen Tag verlängern. Alle Mitarbeiter sind hier wirklich äußerst zuvorkommend und supernett. Wir probieren mal das Restaurant aus. Es ist schon 21h30. Eigentlich ist Kayenta in Arizona, aber es steht unter der Verwaltung der Navajo Indianer und die machen die Sommerzeit genau wie Utah mit. Daher hat ein kleiner Teil von Arizona die Utah Time – damit soll man noch klar kommen…. Was stellt man denn nun an Kamera und GPS ein? Wann geht die Sonne auf, wann geht sie unter? Das ist hier alles nicht so einfach.

Einer der Mitarbeiter ist total klasse. Seine Frau kommt aus Deutschland und er war über fünf Jahre in Leipzig. Wir verstehen uns prächtig und ich erfahre warum es im Restaurant kein Bier gibt. Das liegt nicht an den Mormonen, das liegt nicht dran, dass wir ein kleines bisschen doch in Utah sind. Nein, auch das liegt an der Selbstverwaltung der Navajo Indianer! Hier ist Alkohol eben verpönt. Ok, man kann sich daheim mal ein Bier genehmigen, aber man tut es eben nicht in der Öffentlichkeit oder im Restaurant. Ich trinke also eine Dr. Pepper Cola und die ist gar nicht übel!

Das mexikanische Gericht dazu schmeckt auch super! Es sind zwei Tortillas mit einer Füllung aus Hähnchen und Gemüse.

Um 23 sind wir im Zimmer. Schnell die Bilder sichern, alle Akkus aufladen, kurz was für das BLOG schreiben und dann ab ins Bett.

Morgen um 5h will ich aufstehen und mal schauen wie der Sonnenaufgang im Monument Valley ausschaut!

Leaving Page – Oder: Der Weg zum Monument Valley

Um 8h geht der Wecker, kurz duschen, dann alles zusammen packen. Um 9h klingelt kurz das Telefon, das sich wohl der Rausschmeißer für die Langschläfer. Um 9h 30 haben wir alles im Auto und gönnen uns einen Kaffee im kargen Foyer des Rodeway-Inn. Zum Kaffee gibt es ein paar Kellogs Kornflakes und die schmecken gar nicht mal schlecht – es gibt Nachschlag – und noch einen – und noch einen… Irgendwann bin ich dann fertig und Sandra ist erleichtert – wir können endlich los!

Es geht Canyon vorbei in Richtung Kayenta. Am Antelope Canyon unterhalten wir uns noch einmal kurz über den zahnlosen Tourguide, Menschen ohne Krankenversicherung und die Touristenabzocke am Upper Antelope Canyon. Wir sind uns einig, das können wir niemandem empfehlen! Gestern bei der Wave haben wir ein paar nette Leute getroffen die uns das “Hummer Canyon Adventure” in Page wärmstens empfohlen haben. Es kostet kaum mehr als die “400 Meter Sandsturm zwischen Felswänden” und es soll richtig viel Spaß machen. Egal, vielleicht im nächsten Jahr.

Um 9h30 geht es los. Die Fahrt ist sehr entspannt, niemand drängelt, niemand überholt, alle tuckern mit 65 Meilen dahin. Die Sonne scheint, es sind entspannte 19° Celsius. Das Frühjahr ist hier wirklich die allerbeste Reisezeit!

Nach zwei Stunden sind wir in Kenyata und sehen gleich am Ortseingang auf der linken Straßenseite das Hampton-Inn. Das habe ich ich am letzten Abend in Page schon via Google-Maps ausfindig gemacht. Es ist recht neu und hat gute Kritiken bekommen. Also frage ich mal ob es für zwei Tage ein Zimmer gibt. Das Hotel ist zwar gut belegt, aber wir kriegen Zimmer 309. Da gibt es leider weder einen Kühlschrank noch eine Mikrowelle – nichts für Selbstversorger. Aber haben auch schon fast alle Vorräte aufgebraucht. Kurz die Sachen abstellen und dann geht es gleich los zum Monument Valley. Das ist etwa 30 Meilen entfernt, die Fahrt ist toll, die Gegend einfach traumhaft. Bolzengerade Straßen zwischen einigen wenigen Kurven. Ein Paradies für Cruiser mit einer dicken Harley Davidson 🙂

Im Monument Valley zahlen wir 5 Dollar Eintritt pro Nase. Die nette Dame rät uns wärmstens an einer Guided Tour teilzunehmen, weil man nur so die wirklich tollen Orte zu sehen bekommt. Nach so einer Tour ist uns aber nicht. Später sehen wir die offenen Geländewagen mit 18 Touristen in drei Sitzreihen wie sie durch die staubige Landschaft schaukeln. Zwischendurch gibt es Stopps für witziges Rudelknipsen – das ist nichts für uns – wir nehmen die Self Guided Tour…

Am John Ford Point steht wieder der Indianer mit dem roten Hemd und dem kleinen Quarter Horse. Sandra stürzt sich sofort auf das Tier. Streicheln hier, streicheln da, sie verstehen sich auf Anhieb. Ich frage den Indianer wie alt das Pferd ist, wie es heißt und es kommt eine kleine Konversation in Gang. Schließlich passt es gut und ich erwähne, dass Sandra schon als kleines Mädchen reiten gelernt hat. Dann die Frage aller Fragen: “Was würde es kosten wenn ich ein Foto von Sandra auf dem Pferd mache?” – Kein Problem, zwei Dollar! Super, sie steigt auf und er gibt ihr sogar seinen Cowboy Hut. Ich mache ein paar Fotos, dann die eigentliche Frage aller Fragen: “Was würde es kosten wenn Sandra mit dem Pferd auf die Klippe reitet?” Er schaut ein wenig skeptisch, dann sagt er “Another five dollars!” Das ist ein Word, los geht es. Sandra reitet die paar Meter zum Marlboro Point und ich machen so ungefähr hundert Bilder oder so. Als sie zurück kommt sagt er mir “Hey, you made lots of photos!” Kein Problem, ich zücke das Portemonnaie und geben ihm 20 Dollar. “Is that okay?” Es ist okay, mit einem zufriedenen Grinsen steckt er das Geld ein. In seinem Portemonnaie sehe ich ein Kinderfoto. “Hey, ist das Dein Sohnemann?” “Ja, das ist er!” “Ich habe auch einen Sohn, er ist 12 Jahre alt. Wie alt ist Dein Sohn?” “Mein Sohn ist 15, er ist größer als ich und er spielt Basketball. Warte mal, hier habe ich sein Foto von seinem Zwillingsbruder.” “Hey, der ist aber auch riesig. Spielt er auch Basketball? Wo wohnt ihr?” “Wir wohnen hier im Monument Valley. Sind zwei tolle Jungs. – Same mom, same dad…” Es ist witzig mit ihm. Als Sandra zurück ist bedanken wir uns vielfach und sind uns fast einig, dass wir morgen noch einmal zurück kommen müssen.

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Es geht weiter, immer mal wieder anhalten, knipsen, weiterfahren. Überall sind Pferde, Sandra ist total aus dem Häuschen. “Hier mal eine Woche den Indianern mit den Pferden helfen und dann jeden Tag durch die Gegend galoppieren – genial!” Mal sehen, vielleicht können wir da ja morgen etwas machen!

Zwischendurch treffen wir noch einen sau coolen Biker der mit seiner BMW aus Frankreich gekommen ist. Er hat den Helm am Gepäckträger befestigt und trägt nur Sonnenbrille und Cowboyhut. Cooler Typ! Wir unterhalten uns kurz über die Vorzüge der BMW-Mopeds und dann geht es auch schon wieder weiter.

Am Ende der Tour gibt es dann im frisch renovierten Hotelrestaurant einen “John Wayne Burger”. Sandra bestellt sich einen Salat der auch nach einem Filmstar benannt ist. Es gibt noch den Henry Fonda Burger, den Charles Bronson Irgendwas – es ist witzig!

Der Burger ist auch super, und die Fritten schmecken toll!

Um letzten Abendlicht fahren wir zurück nach Kayenta. Im Hotel gibt es Corona, das wir mit Eis im Waschbecken im Handwaschbecken gekühlt haben – genial!

Was für ein Tag! Wie es wohl morgen wird?

Hiking the Wave 2010 – Oder: Wiped out

Der erste Besuch in Coyote Buttes North

Nachdem wir am Vortag bei der Lotterie mit viel Glück zwei Permits für dieWanderung zur Wave gewonnen haben geht es heute ein zweites Mal zur Wave bei den Coyote Buttes North. Im letzen Jahr hatte es mit dem Permit gleich im ersten Anlauf geklappt.

Den Artikel zum 2009-er Besuch gibt es hier:

Der zweite Besuch bei der Wave

Es ist etwa 6h in der Frühe – Ariona Time –> 7h Utah Time – wir starten unseren Jeep und los geht es in Richtung “The Wave”. In Big Water wird nochmal kurz voll getankt – man weiß hier nie was noch alles passiert. Das Tanken klappt inzwischen ganz prima. Immer muss ich dran denken wie ich im letzten Jahr ratlos an der Tankstelle gestanden habe und dann in schlechtem Englisch erklären musste, dass ich keine Ahnung habe wie man hier in Amerika ein Auto betankt. Die Nummer mit dem “Pay Outside” finde ich inzwischen sowas von praktisch. Man steckt die Kreditarte kurz rein, lässt die Karre volllaufen und ist schon wieder unterwegs – genial!

Auf dem Weg zur Wave ist die House-Rock-Valley-Road irgendwie anders als beim letzten Mal. Sie ist ‘gefühlt“’ besser. Nach einigen Meilen wissen wir auch warum, da ist eine Art Bulldozer der mit sowas wie einer Schneeschaufel die ‘Straße’ mit roher Gewalt einebnet. Wir fragen uns ob er an nur einem Tag den kompletten Hin- und Rückweg schafft. Dann überholen wir – holprig wird es jetzt. Dann ein normales weißes ‘Straßenauto’ – wir rauschen mit 30 Meilen daran vorbei – Juchu.

Ein paar Minuten später sehen wir den roten Allradwagen mit der kleinen weißen Wohnkabine oben drauf. Drin sitzen die zwei Wanderer mit denen wir gestern bei den Coyote Buttes South ein Schwätzchen gehalten haben. Er stammt aus Den Hag in Holland, sie ist Amerikanerin. Beide haben die Nacht im Wohnwagen mit Allradantrieb bei den Coyote Buttes South verbracht. Ich halte an und lasse die Scheibe runter, sie halten auch an. “Hi, seid ihr zwei wieder unterwegs?” “Ja, sind wir! Es geht heute zur Wave, wir haben ja gestern einen Permit bei der Verlosung gewonnen!” “Ja dann meinen herzlichen Glückwunsch!” Und weiter geht es.

Am Vortag bei der Verlosung ist mir ein Paar aus Deutschland aufgefallen. Er etwa 195 cm groß, sie vielleicht 155 cm – sie sehr freundlich – er ein echt arroganter Typ – höchst unsympathisch. Und was passiert? Genau dieser Typ gewinnt bei der Verlosung auf Anhieb einen Permit – au Backe. Das geht mir durch den Kopf und ich gebe Gas, bloß nicht zusammen mit diesem Blödmann zur Wave wandern müssen. Sandra denkt das gleiche “Ob dieser blöde Andreas gleich schon da ist?” Ich gebe mehr Gas…

Als wir am Trail-Head ankommen stehen da schon mehrere Autos. Einige der Leute kommen mir bekannt vor, ich glaube ein paar Gesichter vom Vortag bei der Verlosung wieder zu erkennen. Wir genehmigen uns erst einmal ein kleines Frühstück. Es gibt frisches Baguette mit Philadelphia-Käse. Dazu italienische Salami aus der Hand. Während wir kauen kommt der kleine weiße Wagen auf den Parkplatz gefahren. Drin sitzt ein junges Paar aus Kanada. Sie haben den Permit via Verlosung im Internet gewonnen. Als wir mit unserem Frühstück durch sind, sehen wir von den Beiden nur noch den Rücken. Wir wandern los.

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Es geht durch einen kleinen Wash, dann unter einem Zaun hindurch, dann rechts auf einem sandigen Pfad steil nach oben. Oben angekommen pocht mein Hirn Sandra hat auch einen roten Kopf. Wir ziehen erst einmal die warmen Jacken aus. Unten am Parkplatz waren es 3° C – hier in der Sonne ist es irgendwie schon viel wärmer. Die Jacken werden am Rucksack verstaut, es geht weiter. Kleine Steinmännchen markieren den Weg. Das GPS sagt mir wo der nächste Wegpunkt ist. Ich erkenne vieles wieder was ich schon im letzten Jahr gesehen habe.

Sandra stöhnt und keucht hinter mir. Mir gehen die sandigen Passagen und das rauf und runter auch ganz schön in die Beine. Dann sehen wir die Wanderer die mit ein wenig Frühstücks-Vorsprung unterwegs sind. Die beiden jungen Kanadier laufen als ginge es um ihr Leben, die anderen Wanderer sind ganz entspannt. Das Ekel vom Vortag ist nicht in Sicht. Schließlich holen wir die Wandergruppe ein. “Woher kommt ihr? Wart ihr schon mal hier? Kennt Ihr Deutschland? So geht das eine Weile, sie sind alle total nett.

Dann kommt der letzte Aufstieg kurz der Wave. Die beiden Kanadier sind durch den Sand gekrabbelt. Sandra und ich wandern über den Slickrock daneben. Die Wanderer hinter uns folgen unserem Weg. Das war ein guter Tipp den mit der Wolfgang da im letzten Jahr gegeben hat!

Etwa 200 Meter vor der Wave ist Sandra nicht mehr in Sichtweite. Es gibt Schatten, ich setze mich hin, die Lunge schmerzt, das Herz pocht im Schädel. Ein bisschen Wasser tut gut. Dann kommt Sandra über die Kante gewankt. Sie ist total fertig, ringt nach Luft und schimpft zwischendurch wie ein Rohrspatz. Es fließen Tränen, sie ist am Ende – total ausgepowert. Wir waren wohl viel zu schnell. Nach ein paar Minuten geht es wieder besser, wir schultern die viel zu schweren Rucksäcke und machen uns auf die letzten 200 Meter.

Am Eingang der Wave ist die Wandergruppe die uns inzwischen wieder überholt hat mit den ersten Shootings beschäftigt. Fast alle waren schon einmal hier. Jeder fotografiert jeden, es ist witzig! Wir kraxeln die letzten Meter hoch, bis wir die Wave von oben sehen können. Da gibt es Schatten und ein zweites kleines Frühstück. Mein Hemd ist pitschnass, aber ich habe ein Reserve-Hemd dabei! Die verschwitzten Klamotten hänge ich zum Trocknen auf einen Strauch. Dann machen wir mit beim täglichen Rudelknipsen.Ich schnappe mir ein paar der Fotografen und gebe zum besten, dass ich im letzten tausende von Bilder von der Wave geschossen habe, die aber alle samt total langweilig sind weil da einfach Menschen auf den Bildern fehlen. Das wirkt! Die Männer schicken ihre Frauen in die Wave. Alle müssen so tun als würden sie gerade wie Gogol Lobmayer am Ende von “Faszination Natur” durch die Wave wandern. Das ist echt witzig. Irgendwann hat Sandra sich erholt und kommt dazu. Wir machen es auch. Sie kommt die Wave hoch, ich gehe die Wave hoch. Während ich hinunter gehe um mich beim Hinaufgehen fotografieren zu lassen kommt mir eines der Galeriebilder von Albert Witz ein auf dem er sich mit Selbstauslöser geknipst hat wie er genau wie ich gerade in die Wave hineinläuft. Ob ich dafür auch ein Galeriebilder in der Fotocommunity hinkriege? Ich denke nicht, die Fotocommunity ist voll mit Bildern der Wave. Während ich da später so herum klettere und die anderen Fotografen anschaue wird mir auch klar warum. Selbst wenn am Tag nur 20 Besucher dorthin dürfen, so werden dort doch täglich mindestens 2.000 Bilder geknipst. Mal mit Stativ, mal ohne, mal mit dem Handy, mal mit einer teuren Hightech Kamera. Es ist witzig!

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Sandra und ich wandern weiter zur Second Wave. Dort bauen wir uns ein kleines Lager und ich fühle mich an die beiden Typen aus Südafrika erinnert, die Wolfgang und ich genau hier im letzten Jahr getroffen haben. Sie waren unterwegs nach Köln und haben einen kleinen Umweg über Las Vegas und die Wave gemacht – nicht schlecht! Nach unserem kleinen Schwätzchen hat Wolfgang damals gesagt “Ok, see you next time!” Einer der beiden Südafrikaner hat damals darauf entgegnet “Yeah, when will that be?”

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Ja, wenn wird das wohl sein? Heute jedenfalls nicht! Heute sind zwei Franzosen hier! Der eine ist echt nett und wir quatschen eine Weile. Er hat eine Nikon D3x mit dem neuen 14-24mm Objektiv dabei. Zusammen sind das 10.000 Euro! Als er meine alte Hasselblad SWC sieht hat er fast Tränen in den Augen. Er möchte mal durch den “Sucher” schauen. Wow! Er ist begeistert und erzählt, dass er auch ein paar Hasselblad Kameras daheim hat, dass er sie aber alle dort gelassen hat weil er den ganzen Krempel einfach nicht mehr tragen kann. Ich kann das nachvollziehen! Am Abend tun meine Schultern sowas von weh 🙂 Auch denke ich bei er ganzen Schlepperei immer wieder an Wolfgang mit seinem Fisheye und dem Tamron 18-270mm Objektiv. Es hat was für sich wenn man sich nicht mit etlichen unterschiedlichen Objektiven abschleppen muss!

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Aber egal, ich habe ja heute schon die Hälfte im Motel gelassen…Jedenfalls gibt es auch mit dem Franzosen ein nettes Schwätzchen. Das ist genau das was ich hier so liebe. Alle Menschen sind sehr offen und aufgeschlossen, man findet schnell Kontakt und geht abends mit einem guten Gefühl ins Bett. Ekel Andreas aus Deutschland vielleicht nicht, wir aber und das ist auch gut so!Als die Sonne langsam tiefer steht machen wir uns auf den Heimweg. Ich habe morgens schnell aus dem Track den ich im letzten Jahr mit meinem GPS aufgezeichnet habe eine kleine “Rückreiseroute” erstellt. Die gehen wir jetzt ab, alles genauso wie im letzten Jahr zusammen mit Wolfgang. Und es ist wunderbar weil die Sonne noch nicht zu tief steht. Auf der Hälfte des Weges sehen wir dann Ekel Andreas mit seiner kleinen Frau am Horizont. Sie haben kein GPS dabei sondern nur die Fotokopien die man beim Ranger geschenkt bekommt. Es scheint eine hitzige Diskussion zu geben, er scheint sie zu überstimmen. Warum sind nette Frauen eigentlich so oft mit so blöden Typen zusammen?Uns spornt das an, bloß nicht von diesem Idioten überholen lassen :-)Kurz vor dem Parkplatz haben sie uns dann doch eingeholt. Ein “Hallo” oder ähnlichen Gruß verkneift er sich mit starrer Miene. Wir kommen zeitgleich an den Autos an, er hat seine kleine weiße Limousine sogar neben unserem Jeep geparkt. Mit dem elektronischen Türöffner komme die beiden aber doch nicht klar. Ihr Auto fängt an zu Hupen, dass es in den Ohren schmerzt. Ich muss grinsen und drücke mit immer hämischer werdendem Grinsen den roten “Panic” Knopf an meinem Schlüssel. Nun hupen zwei Auto, abwechselnd! Was für ein Spaß! “Jetzt lass den Scheiß!!” raunt mich Sandra an, ok ein zweiter Druck auf den Panic-Knopf stellt unser Auto wieder in den stummen Modus. Nebenan hupt es weiter. Was für ein Idiot :-)Kurz danach starten wir die Motoren, fast zeitgleich! Ich bin einen Tick schneller und es ist ein echtes Vergnügen mit 40 Meilen die frisch bearbeitete House-Rock-Valley-Road nach Norden hoch zu fahren und alle den Staub aufzuwirbeln den des dort gibt. Soll er ihn doch schlucken ;-)Auf der 89-ten Straße ist er dann auch nicht mehr zu sehen! Ich kriege Hunger, großen Hunger! “Jetzt hätte ich Lust auf einen richtig großen Burger mit Fritten!” “Oh ja!” “Sollen wir uns den bei Denny’s genehmigen, so zur Feier des Tages, weil wir den Marsch überlebt haben?” “Au ja!”

Also los…

Die Burger sind Spitzenklasse und später im Motel sind wir beide fix und fertig. Glücklich aber total erledigt, was für ein Tag!Dann fällt uns auf, dass wir doch morgen abreisen müssen – Autsch!Das KFZ-Ladekabel für mein Garmin Colorado GPS habe ich daheim vergessen. Hier in Page war kein Kabel zu kriegen mit dem das GPS richtig funktioniert. Also habe ich am Montag ein Kabel bei www.amazon.com bestellt und das Rodeway-Inn – Room 222 Mr. Hillebrand als Empfänger angegeben. Für etwa 8 Dollar gab es eine Express-Versand-Option. Die habe ich gebucht. Also schnell die E-Mails checken. Hey, da ist ein Mail von Amazon “Your Amazon.com order has shipped” – Perfekt!Ich gehe mal an der Rezeption des Motels fragen und siehe da, dort liegt tatsächlich ein Paket für mich! Es lebe das Internet!!Dann schnell duschen, ‘kurz’ bloggen und dann ab ins Bett – was für ein Tag…

Ok ok, noch schnell die Track-Analyse…

Hier gibt es das KMZ des Tages zum Selbstanschauen mit Google-Earth.

Hier gibt es die Diashow des Tages.

Vorbereitungen für die Wanderung zur Wave

Aufstehen um 5h!! Duschen, Haare trocknen, ein Stück Brot zwischen die Kiefer schieben, Schnell die Wegpunkte ins GPS übertragen und ein paar Objektive aussortieren: Kein Tele, kein Fisheye, kein 20mm, kein kein kein – Statt dessen darf heute die Hasselblad SWC mit auf die Wanderung. 7 Fuji Velvia 50 sind auch im Gepäck.

So, los geht es – 5h37…

Coyote Buttes South – Oder: Wir haben einen Permit!!

Die Nacht ist kurz, um 6h sitzen wir frisch geduscht und gut gelaunt im Auto. Gestern hat es mit dem Permit für die Wave ja leider nicht geklappt, dafür haben wir aber für heute einen Permit für den südlichen Teil des Wave-Gebietes. Also statt “Coyote Buttes North” geht es nach “Coyote Buttes South”! Vorher machen wir aber einen kurzen Stop beim Ranger um ein zweites Mal an der Verlosung der Wave-Permits teilzunehmen. Unsere Antragsformulare von gestern haben wir dabei. Wir tun so als wären wir zwei Wanderführer die jeweils ohne ihre bessere Hälfte dort sind. Das steigert die Erfolgsaussichten um 100%!!

Als wir beim Ranger ankommen wird die Türe gerade geöffnet. Also schnell rein. Es ist 8h30 Utah-Time… In der Ranger-Station sammeln sich nach und nach die Leute an. Ich zähle etwa 40 Personen die alle einen Permit haben möchten. Pünktlich um 9h geht es dann los! Erst werden die Namen und die dazu gehörigen Nummern durch gesagt. Gestern hatte ich die 2 heute bin ich die Nummer 4 – mal sehen was passiert. Und siehe da, als dritte Kugel fällt die 4 aus der Lostrommel – Juchu – wir haben einen Permit!!

Also schnell die 14 Dollar bezahlen, alle Erläuterungen anhören und dann schnell los zu den Coyote Buttes South. Über Nacht hat es ein wenig geregnet, aber die Bachläufe sind fast trocken und wir können sie gut überqueren. Dafür staubt es nicht! Aber teilweise ist die House-Rock-Valley-Road ziemlich ‘schmierig’. Etwa 45 Minuten nachdem wir beim Ranger losgefahren sind geht es dann links ab in die Pine-Tree-Road. Dieser Feldweg ist anfangs noch ganz gut befahrbar, doch spätestens beim ersten Abzweig den wir nehmen müssen wird es heftig. Ich erinnere mich noch an die Straße, ich bin sie ja schon viermal gefahren. Es rüttelt und schüttelt, manchmal klingt es als würde der schöne neue Jeep gleich auseinander brechen – tut er aber nicht!

Etwa eine Stunde später sind wir dann am Trailhead bei den Coyote Buttes. Wir ziehen uns die Wanderschuhe an, packen was zu essen und zu trinken ein, schultern die Fotorucksäcke und dann geht es los. Ich will endlich die Chess-Queen finden!! Laut GPS sind wir nur ein paar Meter entfernt, wir sehen sie aber nicht. Ich fühle mich an die Suche nach dem Escalante Volcano erinnert. Den habe ich im letzten Jahr perfekt umrundet und erst am zweiten Anlauf gefunden.

Doch wir sind hartnäckig und werden schließlich belohnt! Der Wegpunkt aus dem Internet ist goldrichtig! Ich bin begeistert!!

 

Dann geht es rüber zu der anderen Formation. Da war ich im letzten Jahr mit Wolfgang. Es geht durch tiefen Sand und Sandra macht ihrem Namen keinesfalls eine Ehre. Sie ist genervt weil das Wandern so mühsam ist. Irgendwann sind wir dann aber drüben. Es gibt zur Belohnung einen Apfel und etwas Wasser. Drunten bei der niedlichen kleinen Statue sind drei Wanderer die sich freuen sowas schönes gefunden zu haben. Sie sehen uns ob stehen und rufen uns zu, dass wir das gesehen haben müssen. Ich weiß, mir ging es im letzten Jahr genauso!

Also absteigen und alles knipsen was es gibt. Dann würde ich gern den so genannten ‘Worldcup’ finden. Laut GOS sind wir nur etwa 400 Meter davon entfernt. Wir sind jetzt seit gut vier Stunden um die Coyote Buttes geschlichen und Sandra verlassen langsam die Kräfte. Während sie sich ausruht gehe ich den Worldcup suchen. Aber ich kann ihn nicht finden. Irgendetwas ist falsch, vielleicht habe ich mir beim Abschreiben der Koordinaten in irgendeinem USA-Forum vertippt, oder es hat jemand ganz bewusst falsche Koordinaten gepostet, damit man den Worldcup nicht findet?

Egal, wir haben die Chess-Queen gefunden!! Also zurück zum Auto. Als wir dort angekommen sind haben wir beide eigentlich genug für heute! Also zurück nach Page. Den Weg zu finden ist ganz einfach, Sandra hält das GPS im Auge und ich fahre einfach die Linie zurück die das GPS auf dem Hinweg aufgezeichnet hat. An der House-Rock-Valley-Road fahre ich einfach mal links ab in Richtung Süden. Das ist nicht viel weiter als den Hinweg zurück zu fahren, dafür aber viel angenehmer! Und diese Entscheidung ist richtig! Wir werden mit ganz wunderbarem Abendlicht belohnt!

Etwa um 18h kommen wir wieder in Page an. 12 Stunden hat der Trip gedauert und wir sind so fertig, dass wir ausnahmsweise mal mit dem Auto beim Safe-Ways vorfahren um etwas zu Essen für heute und morgen einzukaufen.

Im Motel gibt es dann schnell ein kleines Abendessen, die Bilder des Tages werden unbesehen auf der kleinen externen Festplatte gespeichert. Wir sind müde und wollen nur noch schlafen. Morgen wird wieder ein langer Tag! Ein Tag in der Wave!!

Hier ist der Track des Tages:

Hier ist das KMZ zum selbst anschauen mit Google Earth.

Update am 17.02.2011

Hier habe ich noch ein Foto der Coyote Buttes (sprich: Kojoti Bjuhts) das aus sechs Einzelbildern zusammengesetzt ist. Der Spaß hat 6455 x 3895 Pixel – also grob 25.000.000 Bildpunkte. Wer das riesige Original sehen möchte, klickt einfach auf das Bild. (Dateigröße: 6,5 MB)

Einfach Anklicken um es im Original anzuschauen