Zurück nach Deutschland – Oder: Das WLAN Gewurste macht mich wahnsinnig

Sodele, wir sind auf dem Parkplatz vor dem Vogelpark in Walsrode. Mein BLOG-Eintrag ist fertig – aber auf dem falschen Notebook und dem funktioniert weder der UMTS-Stopsel noch hat es Strom. Es ist manchmal gar nicht so einfach. Mich ärgert ziemlich, dass dieses eigentlich sehr komfortable Wohnmobil keinen Wechselrichter für 220 Volt hat. Das ist richtig total voll blöd wenn man täglich bloggen will. Irgendwo ein WLAN zu finden ist schon schwierig genug und wenn man dann nur Strom für 90 Minuten hat,,,
 
Ok, morgen gibt es den dann leider schon alten BLOG zu lesen. Zur Not suche ich mir bei McDonalds oder sonstwo eine Steckdose…
 
Nun aber ins Bett – es ist 23:53 – und morgen wird es ein langer Tag!
 
 

Rückweg – Oder: Durch Schweden nach Dänemark

Die Nacht war wieder lang und erholsam. Bislang war es auf allen Campingplätzen sehr ruhig. Keine schreienden Kinder oder so, sobald die Sonne schlafen geht nimmt sie hier scheinbar alles unter 160cm mit sich. Gut auch, dass der Junior ein Langschläfer ist! Statt morgens um 5h wie ein aufgescheuchtes Huhn durch das Reisemobil zu hüpfen schläft er bis 10h – wenn man ihn nur lässt – Genial! Heute wurde er wieder vom Papa wachgekitzelt – vorher hat der Papa ihm noch eine Weile beim Schlafen zugeschaut. Der Junior sagt dann ja immer, dass er stets um 5h wach wird, dem Papa beim schlafen zu schaut und dann nochmal einschläft – ich denke das stimmt nicht so ganz 🙂

Jedenfalls hatten wir heute morgen kein frisches Brot mehr, also gab es nur ein Müsli. Mit dem Internet war es auch Essig! Nach der Bloggerei und dem Hochladen einiger Bilder in die Fotocommunity habe ich im Wohnmobil vergessen das Notebook über Nacht ans Ladegerät anzuschließen. Als ich dann morgens noch kurz was schreiben wollte war der Akku leer. Also habe ich eines der anderen Notebooks ausprobiert “Your temporary account is already in use!” – na super…. Nichts geht also an der WLAN-Front! Neue Fotos gibt es auch keine.

Ok, hier ist doch noch was…

  1. Der Junior befüllt das Reisemobil mit Frischwasser!
  2. Die Fliesenabteilung
  3. Da hinten haben wir die Nacht verbracht

Wie wir das Chemieklo entleeren will ich den geneigten Lesern an dieser Stelle ersparen. Vielleicht doch soviel: “Hey sag mal, hast Du nicht Lust mal das Chemieklo leer zu machen?” “Nee nee, lieber nicht, hinterher mache ich was falsch und dann spritzt mir alles ins Gesicht…” – Kinder denken mitunter sehr bildhaft…

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Nach dem Auschecken geht es ohne Umwege in Richtung Süden! Vor uns liegen ziemlich genau 600 Kilometer bis nach Fakse oder auch Faxe! Ein Problem, dass man nicht unterschätzen sollte! In unserem Reiseführer werden viele Orte anders geschrieben als sie bei Frau NAVIGON registriert sind! Fakse wird man dort nicht finden, den Ort Faxe schon! Da muss man erst einmal drauf kommen! Hier hilft im Zweifel die Kenntnis der Postleitzahl! Wenn man dann noch einen Straßennamen und eine Hausnummer hat – PERFEKT!

Aber erst einmal gilt es 600 Kilometer abzureißen. Das klappt im Grunde genommen vorzüglich. Der Junior ist entspannt, er malt mal was, sitzt neben mir, knipst aus dem Seitenfenster, filmt mit dem Handy, löscht alten Krams auf dem Handy… So vergeht die Zeit. Zwischendurch müssen wir wieder tanken. Eine erneute Zerreißprobe für meine Nerven. Einfach Tanken ist wohl nicht – jedenfalls nicht bei dieser Statoil-Tankstelle! Es gibt wieder ein “Pay Outside” – allerdings diesmal eines auf Dänisch! Es kostet mich einige Energie bist der energiehaltige Saft durch den schwarzen Schlauch in den Tank unseres Reisemobils fließt – aber es fließt! In der Tankstelle das nächste Problem, wir würden gern Brot kaufen, damit wir eine Unterlage für das noch nicht verspeiste Rührei haben – nur haben wir keine Dänischen Kronen!!!! Also nutze ich die Lücke bei der Kasse und frage mal, ob ich auch nur ein wenig Brot mit der Kreditkarte bezahlen kann. Die nette junge blonde Dame – die sind übrigens durch die Reihe alle hübsch und blond hier – macht einen kurzen Acceptance-Test – alles ist gut – ich kann bezahlen – wenn ich es will! Prima, wir packen ein paar Lebensmittel ein und wundern uns wie schnell sich eine Schlange an der Kasse bilden kann! Im Reisemobil gibt es dann was zu essen – Rührei auf Brot – unser Standardessen – wird immer wieder gern genommen. Der Senior – also ich – isst danach noch einen Salat mit Krabben – der schmeckt echt gut – aber macht sich bereits 30 Minuten später höchst unangenehm bemerkbar. Ich vertrage einfach kein Grünfutter – es ist immer wieder dasselbe. Kaum habe ich den Krams intus geht es los – es macht keinen Spaß…

An der Grenze zu Dänemark kommen wir wieder an dieses gewaltige Brückendings – diesmal vor dem gewaltigen Tunneldings – heute kommen wir ja auch von “rechts”. Zuvor gilt es aber zu bezahlen und wir wundern uns nicht schlecht, dass es 550 DKK bzw. 790 SEK sind – warum können sich die Nordlichter eigentlich nicht mit unseren schönen kleinen Euros anfreunden? Auf Teneriffa können sie das doch auch…

Wie dem auch sei, wir kommen gut vorwärts. Zwischendurch hören wir “Cafe del Mar” und dann auch mal wieder Bob Marley. Der Junior ist total irritiert als der Papa plötzlich anfängt bei “Three Little Birds” mit zu grölen was das Zeug hält. Dann muss er grinsen, er ist im Schulchor – aber selbst mitzusingen – das traut er sich trotz des fehlenden Publikums nicht – Vielleicht war der Papa einfach zu gut :-]

Es geht vorbei am Flughafen von Kopenhagen. Wir grinsen beim Lesen der Straßenschilder, das geht uns schon seit Tagen so. Wir überlegen wie man das wohl aussprechen würde – wenn man es könnte. Durchgestrichene Buchstaben und welche mit einem kleinen Kringel oben drüber. Dann grunzen wir die komischen Worte so wie es die Wikinger vielleicht getan hätten, es ist witzig! Draußen scheint die Sonne – aber nur wenn es gerade nicht regnet. Die Temperatur schwankt zwischen 25°C und 15°C – das ist heftig! Es ist zudem wirklich windig, manchmal ist es nicht einfach das Reisemobil in der Spur zu halten, wenn man aus dem Windschatten eines großen LKW heraus kommt. Aber ich bin nun schon richtig verwachsen mit dem Ding, es fährt sich fast wie ein PKW – wenn man sich mal daran gewöhnt hat. Wir düsen mit 110 KM/h über die Autobahn, Frau NAVIGON verrät uns erfreuliches, wir sind schon bald da!

Der Campingplatz findet sich fast wie von allein – gut wenn man zur Abwechslung mal eine “richtige Adresse” und nicht nur eine vage Webbeschreibung hat!! Er ist größer als erwartet, er ist viel größer als erwartet! Bei der Anmeldung wieder eine junge hübsche blonde Frau – ich dachte BLOND sie ein rezessives GEN? Vom Rückzug dieses GENs ist hier jedenfalls NICHTS zu bemerken! Ich kann sogar mit meinen Nordischen Kronen zahlen und bekomme das Wechselgeld in Dänischen Kronen zurück – sehr praktisch! Eine Wechselstube haben sie notfalls auch! Der Parkplatz ist leicht zu finden – wir haben die No. 1 – ich fühle mich geschmeichelt und muss an die “USS Airforce Number One” denken…

Alles ist gut – nur Strom haben wir keinen!! Es klappt einfach nicht, egal was wir wo einstöpseln! Dafür habe ich nun ein Studium der Elektrotechnik absolviert! Nun stehe ich hier mit einer doofen Kabeltrommel und kann nicht einmal ein Wohn- sorry Reisemobil an eine Steckdose anschließen. Mit der Hilfe von Christiane und Tom aus Köln klappt es schließlich. Die Steckdose im Fond unseres Reisemobils stand unter Wasser – keine Ahnung warum – und das hat wohl dem Fi-Schutzschalter unseres Platzes nicht gefallen! Mit reichlich vielen Küchentüchern lege ich die Steckdose trocken, danach klappt es auch mit dem Nachbarn. Bei all dem herum probieren mit der Kabeltrommel lernt mein Junior dann den Moritz kennen. Sie spielen Fußball, haben beide einen Nintendo DS und verstehen sich prächtig. Ich freue mich sehr – schließlich hat mein Junior seit mehr als 10 Tagen mit (fast) niemandem außer mir gesprochen! Endlich mal ein Kind in seinem Alter!

Christiane und Tom sind auch sehr nett. Es gibt Bier und Chips in ihrem Wohnwagen, ein schöner Abend!

Um 1:45 noch schnell diesen BLOG schreiben, hochladen und dann schlafen gehen…

Bis morgen – Tschüssi!

Kinderprogramm – Oder: Dampflokomotiven begeistern alt und jung

Nach der Nacht auf dem Parkplatz schlägt das Handy um 8h Alarm! Wir schrecken beide hoch, ich springe aus dem Bett und mache es aus. Eigentlich bin ich jetzt wach – und genau das war ja auch Sinn der Übung. Trotzdem lege ich mich noch mal hin, es ist zu schön 🙂 Um 9h haben wir es endlich geschafft, ich bin frisch geduscht, es gibt das inzwischen obligatorische Rührei auf Brot. Um 9h30 geht es Los nach Sorum. Eigentlich nach Sorumsand, aber das kennt Frau NAVIGON nicht – ich hoffe, dass es der richtige Ort ist. Wir fahren etwa 15 Minuten und da sehen wir die Dampflokomotive auch schon am rechten Straßenrand. Schnell das Reisemobil parken die Fotosachen schnappen und los. Doch da fährt uns der Zug schon vor der Nase weg – MIST!

Ganz witzig ist das Schild mit den Hinweisen zum historischen Geschehen 🙂

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Aber das ist letztlich gar nicht schlimm, der Zug fährt mehrmals am Tag. Wir lösen erst einmal ein Ticket für die 2. Klasse. Eine erste Klasse gibt es nicht und in der 3. Klasse gibt es nur Holzbänke 🙂 Der Spaß kostet für uns beide 150 NK – etwa 20 Euro. Wir dürfen zur Belohnung zuschauen wie die Lok aus dem Schuppen geholt werden und wie sie hin und her rangiert wird bis sie vor dem Zug eingekuppelt wird.

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Ein paar Minuten später geht es los. Es ist eine Schmalspurbahn, die erst 1960 stillgelegt wurde. Damals fuhrt sie ein 52 Km langes Oval östlich von Oslo ab. Heute sind davon noch 4 Kilometer übriggeblieben. Ist aber auch ganz nett. Das Abteil ist eng, die Polster plüschig grün. Die Fenster kann man versenken und damit man sie wieder herausholen kann, sind breite Lederriemen an den Unterseiten befestigt. Es gibt einen gusseisernen Ofen und zwei niedliche Öllampen.

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Die Fahrt dauert nicht lang, es geht 4 Kilometer hin, kurz Pause und dann wieder zurück. Die Fahrkarten werden von einem stilechten Schaffner abgeknipst. Er hält einen echt langen Vortrag, leider auf Norwegisch. Wir verstehen daher eigentlich gar nichts 😐 Später blickt er es, dass wir nicht von hier sind. Beim Stop nimmt er mich beiseite und erklärt mir ein paar Dinge auf Englisch.

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Auf dem Weg zu unserem Reisemobil werfen wir noch einen flüchtigen Blick in die Werkstatt.

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Wir verhandeln kurz mit Frau NAVIGON, sie hat wieder Strom, das Kabel vom bislang unbenutzten GARMIN Colorado passt prima! Wir bitten sie und unter Vermeidung von Autobahnen, Fähren und Mautstraßen nach Fredrikstad zu bringen. Das liegt südlich von Oslo und ich schon Teil des Heimweges. Es sind etwa 120 Kilometer. Die Fahrt ist anstrengend aber schön. Zwischendurch geht es mal über eine kleine Offroadstrecke die mich an die “Hole in the rock road” bei Escalante erinnert. Aber dann kommt auch gleich wieder eine toll geteerte Straße. Mein Junior versucht hinten im Auto am “Wohnzimmertisch” zu malen, es geht aber nicht. Bei dem Geschaukele wird ihm sofort übel. Also sitzt er kurz drauf neben mir. Die Landschaft ist ganz nett, kann aber in keiner Weise mit der Hardangervidda mithalten. Es sieht eher aus wie im Sauerland, nur dass hier fast alle Häuser rot angestrichen sind. Ich frage mich übrigens immer noch warum…

Um etwa 16h kommen wir in Fredrikstad an. Es hat fast die ganze Zeit über geregnet. Nach einer längeren Suche finden wir an der Straße 107 das Fredrikstad Motell oh Camping. Im Campingführer steht leider bei fast alles Plätzen keine genaue Adresse. Wir müssen uns also auf die Schilder verlassen. Die wir leider immer mal wieder übersehen…

Der Campingplatz ist am östlichen Ufer der Brommemündung gelegen. Es ist schön hier, aber die Wiesen sind vom vielen Regen total aufgeweicht. Ich muss erst einmal zu Fuß den Campingplatz abgehen und einen halbwegs festen Stellplatz finden. Platz 16 macht einen guten Eindruck. Ich gehe also zurück. Inklusive WLAN etc. kostet die Nacht 270 NK, etwa 33 Euro. Es gibt zwei Codekarten, damit kann man die Schranke öffnen und duschen. Echt modern ist das hier! Das Reisemobil ist schnell geparkt, eine Steckdose ist direkt hinter uns, wir brauchen nicht einmal die Kabeltrommel. Es gibt Spaghetti mit Tomatensauce. Parmesan haben wir keinen, Junior improvisiert welchen aus dem halben Bio Hartkäse den wir noch im Kühlschrank finden. Es schmeckt prima! Während ich um wichtige BLOGGEN kümmere erledigt mein Junior den Abwasch – perfekt – er ist wirklich gut zu gebrauchen! Danach gibt es Spiderman. Das kleine Notebook wird auf 170° aufgeklappt und dann am Fußende des Bettes an die Schrankwand angelehnt. Mit ein paar Süßigkeiten kann man sich nun wunder bar auf dem Bett herum lümmeln und hoffen, dass Kirsten Dunst endlich erfährt wer den denn in Wahrheit ihr geliebter Spiderman ist :-]

Leider ist der WLAN Empfang hier im Reisemobil wieder nicht möglich. Ich werde also gleich mal wieder mit dem Notebook rüber zur Rezeption laufen und dort versuchen diesen BLOG hochzuladen…

Maut haben wir heute übrigens keine bezahlt! Und Frau NAVIGON blieb trotz unserer “Fahrfehler” stets freundlich und zuverlässig!!

Auf dem Heimweg – Oder: Die Wege sind hier richtig lang

Um 13h sind wir endlich startklar. Kurz auschecken und dann los. Unten an der Straße geht es nach rechts, immer der Nase nach. Links der Hardanger-Fjord, rechts Häuser, Felsen und Obstbäume. Überall gibt es derzeit Kirschen zu kaufen, aber wir haben ja schon zwei große Schälchen hinten in unserem Reisemobil. Zwischendurch gibt es großartige Blicke auf verschneite Berge, riesige Wasserflächen und eine kleine Fähre mittendrin. Ich muss fast zwanghaft anzahlten. Die alte Rolleiflex wird ausgepackt, schnell kommt ein frischer Fuji Provia 100 rein – das kann ich jetzt schon fast mir geschlossenen Augen – und dann raus auf die Straße. Das Panorama ist atemberaubend!

Nach 10 Fjordfotos geht es wieder weiter. Die Straße ist streckenweise so eng, dass ich immer mal wieder anhalten muss wenn mir ein freundlich lächelnder Holländer mit seinem Wohnwagen entgegen kommt. Wir fahren auf der Straße Nummer 7 in Richtung Osten. Vor uns liegt Hardangervidda, das größte Hochplateau Europas! Eine elektronische Anzeigetafel verrät uns, dass Hardangervidda geöffnet ist. Das kannte ich bislang nur von den Pässen in der Schweiz. Ich richte mich innerlich auf einen Gebirgsüberquerung ein und die soll es dann auch werden.

Durch abenteuerliche Tunnelsysteme schraubt sich später die Straße hoch auf 1300 Meter. Oben angekommen ist auch gleich einer der größten Wasserfälle Norwegens auf der links Seite. Aber der Parkplatz ist rappelvoll, es stürmt und regnet. Im Reiseführer steht, dass man ein paar Kilometer laufen oder eine Mautstraße nehmen soll. Dafür haben wir heute keine Zeit, schon gar nicht bei diesem Sauwetter. Es geht also weiter. Die Baumgrenze haben wir irgendwie in einem der verschlungenen Tunnel überwunden. Hier oben gibt es nur noch moosbewachsene Felsen. Die Landschaft ist einzigartig. Zwischen Felsen, langen Grasflächen ,wilden Bächen und großen Seen geht es quer durch Hardangervidda. Irgendwann kreuzen wir eine Bahnlinie – ich bin geplättet!! Im Reiseführer lese ich später, dass es sich um die vor gut 100 Jahren eröffnete berühmte Strecke zwischen Oslo und Bergen handelt – aha – man kann sich das ganze Gegurke mit dem Wohnmobil auch sparen und einfach entspannt mit dem Zug fahren 🙂

Zwischendurch halten wir mal an, es ist zu einzigartig. Ein scharfes Foto ist kaum möglich, es windet so sehr, dass es einem fast die Kamera aus der Hand weht. Dazu sammeln sich nach Sekunden große Regentropfen auf dem Objektiv. Ich versuche es trotzdem, später kann ich dann mal sehen wie die Bilder aussehen. Wir fahren vorbei an tollen Gletschern, Schnee bedeckten Gebirgszügen und riesigen Hochgebirgsseen. Norwegen deckt 100% seines Strombedarfs aus Wasserkraft. Hier oben ist die Quelle dieser “Naturkraft” und wir dürfen sogar live dabei sein und zuschauen wie die Natur dieses Energiereservoir wieder auffüllt 🙂

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Eine Stunde später sind wir in Geilo. Im Reiseführer lese ich später, dass man es “Jeilu” ausspricht. Es ist einer der wichtigsten Wintersportorte Norwegens. Das Hotel das wir einfach achtlos rechts liegen lassen ist eine der nobelsten Unterkünfte Norwegens. Der Reiseführer beschreibt es als €€€€€€Hotel – das will was heißen – oder besser KOSTEN!

Dann beginnt der Abstieg. Wir schalten in den 3. Gang, der Diesel dreht 4000 U/min – wir fahren mit 80 Km/h einen steilen Berg hinab. Irgendwann wird es flacher und wir erreichen ein breites saftig grünes Tal – es ist wohl das Hallingdal. Mal links mal rechts der Straße ist eine majestätischer Fluß zu sehen. Es ist nicht spektakulär aber doch ganz nett hier. Leider regnet es fast die ganze Zeit über. In einer Linkskurve sehen wir einen kleinen Parkplatz. Wir sind jetzt seit 4 Stunden unterwegs und ich brauche mal eine kleine Pause. Also blinken, voll in die Eisen und rechts auf den Parkplatz. Ich mache mir einen Kaffee, dann waschen wir die Kirschen. Sie stehen kurz drauf in einem Durchschlag und einer Schüssel auf unserem “Küchentisch”. Ich greife zu und nochmal und noch einmal… Junior macht große Augen und beschwert sich, dass ich schneller esse als er. Ich schalte einen Gang hoch. Ohne weitere Worte entwickelt sich ein Kirschenwettessen. Es macht abwechselnd Plopp und Ploing in den beiden blauen Schälchen mit denen wir die Kerne auffangen. Mit Schrecken denke ich an die “Folgen” – aber egal – ich will gewinnen! Und letztlich ist meine Schale etwas mehr befüllt als die vom Junior! GEWONNEN!!! Im Freudentaumel machen sich erste Blähungen breit…

Während sich der Junior auf einem unserer Notebook einen Jackie Chan Film anschaut sitze ich auf dem Klo und studiere den Reiseführer. Zwischendurch wechseln wir uns mal ab – die Kirschen tun ihre Wirkung… Während das Chemieklo fast randvoll ist habe ich im Reiseführer etwas von historischen Dampflocks gelesen die Sonntags Nordöstlich von Oslo in einer Art Museum auf eine 4 Kilometer lange Strecke starten. Da wollen wir hin! Als der Film zu Ende ist und der Akku auch aus dem letzten Loch pfeift beratschlagen wir uns kurz und machen uns dann auf die gut 200 Kilometer zum Dampflockmuseum.

Es geht bombastisch gut vorwärts, bis dann ein Traktor vor uns herfährt. 50 Km/h und er hat einen Bagger auf einem Anhänger. Überholen is nich – es sind noch reichlich Autos dazwischen, das nervt total. Es ist jetzt fast 20h und es wird langsam dunkel. Wir halten an einer Tankstelle, die Tanknadel bewegt sich langsam auf die Reserve zu. Die Tankstelle ist “unbewohnt” und ich habe wieder eine Auseinandersetzung mit dem Kreditkartenautomaten. Er spricht wieder nur norwegisch! Wie schön war das doch in den USA…

Ich tippe meinen PIN, dann bestätige ich mit “Klar” – dann soll ich wohl die Zapfsäule auswählen und wieder mit “Klar” bstätigen. Ich drücke die “5” – das steht über der Dieselpistole auf der anderen Seite direkt neben unserem Auto. Ich drücke “Klar” – nichts passiert. Ich hänge mal die Zapfpistole rein, nichts passiert. Ich stelle sie wieder zurück, da gibt der Automat mir einen Belegt – ich habe abgebrochen – Hm… Neuer Versuch, es ist auch nicht besser. Vielleicht habe ich irgendwo einen grünen Knopf oder irgendwas anderes übersehen, egal Sprit kriegen wir jedenfalls nicht. Laut motzend verschließe ich den Tank und fahre weiter.

An der nächsten Tanke gibt es auch Hamburger. Die darf ich zwar nicht mehr essen – Väter müssen sich mit ihren kleinen Vegetariern solidarisieren – aber es gibt eine nette Dame die sie zubereitet. Und bei der kann man auch bezahlen! Ich zahle mit Bargeld, schließlich habe ich seit der Aktion in Grimstad reichlich davon. Aber es geht auch gut weg – eine 3/4 Tankfüllung und ein paar Süßigkeiten kosten fast 800 NK!!

Wir fahren weiter, es geht wieder toll vorwärts, dann wieder der Trecker – Ahhhh

Rechts raus, der Grauwassertank ist ja auch noch voll. Als der Tank leer ist holen wir wieder auf, da ist ein Parkplatz – kurz anhalten, das Chemieklo ist voller Kirschen, bzw. dem was davon noch übrig ist. Wir holen wieder auf – nach endlosen Kilometern ist der Trecker dann endlich weg!! Das Navi hat keinen Strom mehr, ich knete das doofe Kabel, es geht – geht nicht – geht – geht nicht – alles hat sich gegen uns verschworen. Dann kommt die Fahrt quer durch Oslo. Eine Großstadt, ich habe keinen Plan und der Akku von Frau NAVIGON ist leer! Ich spare Strom, Frau NAVIGON wir immer mal für 5 Kilometer ausgestellt. Also ich sie irgendwann erneut einschalte sind wir mal wieder auf einer nagelneuen Autobahn die Frau NAVIGON noch nicht kennt. “Sie befinden sich in einer Einbahnstraße, bitte wenden sie!!” Doch wir sind gerade in einem TUNNEL!!!! Ich wende nicht, sie ist die einzige Frau auf der Welt der es egal ist was ich tue und das ist gut so!

Mit dem letzten Strom erreichen wir unser Ziel. Keine Ahnung wie hier eine Dampflock rumsteht, wir sind jedenfalls auf einem großen Parkplatz neben einem Einkaufszentrum. Ich freue mich auf frische Brötchen zum Frühstück, aber morgen ist Sonntag – eigentlich jetzt schon – es ist 0:23… Die beiden Tassen Kaffee halten mich immer noch senkrecht – den Stoff brauche ich nächste Woche im Büro!!

Wir verrammeln die Kiste, Junior schläft gleich ein und während der Papa ein Glas Riesling trinkt zeigt das Notebook eine offenes WLAN an. Tirili – doch dann soll ich einen PIN-Code eingeben? Hä? Das kenne ich noch nicht – einen 4-stelligen PIN-Code für eine offenes WLAN. Ich probiere es mit 0000 und 8888 oder 1234 – aber nichts klappt. Also wird heute “trocken” gebloggt. Jetzt schimpft der Notebook-Akku – es gibt noch Strom für 10 Minuten. Also putze ich mir gleich auch die Zähne, stelle den Wecker auf 8h und hoffe, dass wir die Dampfloks morgen auch rechtzeitig finden.

Gute Nacht!!

Rückweg – Oder: Es fällt schwer den Hardangerfjord zu verlassen

Heute vor einer Woche sind wir auf einem Parkplatz bei Hannover aufgewacht. So schnell vergeht die Zeit. In 5 Tagen müssen wir zurück in Bonn sein. Das Reisemobil muss leer geräumt und ein wenig gesäubert werden. Am Freitag den 24. muss es dann wieder in St. Augustin beim Vermieter stehen. Schade ist das, denn wir könnten es hier sicher noch ein paar Tage aushalten. Auch wenn es gerade ein wenig geregnet hat, das Klima ist hier zumindest im Juli richtig gut. Die Wälder und Wiese sind saftig grün. Es gibt frisches Obst am Straßenrand, entspannte Menschen und diese wunderbare Landschaft.

Es fällt schwer hier wieder weg zu fahren, aber wir können ja noch einmal herkommen. Dann vielleicht mit dem Flugzeug nach Bergen und anschließend mit einem Wohnmobil in Richtung Trondheim. Das wäre sicher auch eine großartige Tour.

Der Junior ist jetzt fertig und er springt mal wieder über seinen eigenen Schatten! “BEB” ist die Aufgabe des Tages. –> Brot & Eier & Butter – ich bin gespannt ob er es hinkriegt! Kinder immer nur in Watte zu packen und ihnen stets alles abzunehmen ist dauerhaft nicht zum Vorteil der Kinder. Da haben wir uns heute morgen lange drüber unterhalten. Der Junior drückt sich gern wenn es mal um eine “Beschaffung” geht. Auf dem Campingplatz in Stavanger wollte er auch nicht so recht zum Supermarkt laufen und Eis holen. Aber dann hat er es doch geschafft und war danach ganz stolz auf sich. Ok, er wird ja bald auch 12! Jetzt versucht er ganz allein in Norwegen Brot, Eier und Butter zu kaufen. Ich bin gespannt was passiert. In Stavanger hatte ich mich auf ein dickes Magnum mit Mandeln gefreut. Es gab dann eine große Schale pures Vanilleeis und zwei Portionen Wassereis das man aus einer Pappröhre quetschen musste. Das war eine Überraschung, aber trotzdem lecker 🙂

Ok, nun brenne ich uns mal “frische Musik” für die Heimreise. Nach einigen Tagen mit der “Liste der noch zu küssenden Frauen”, Tarja, Udo Lindenberg und Stoppok kann nun mal was anderes in unsere Gehörgänge eindringen.

Noch schnell ein Bild das kurz vor der Abreise am Langfoss entstanden ist.

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Später mehr…

Update um 11:00

“Eier habe ich keine gefunden und ich weiß auch nicht ob das hier Butter oder Margarine ist!”

Kinder sind schon was niedliches 🙂 Ich konnte ihn überzeugen nochmal loszuziehen. “Can you please tell me where I can find some eggs?” – diesen Satz musste er auswendig lernen – ich bin gespannt ob er es schafft ihn anzubringen oder ob es gleich heißt – “Da gibt es einfach keine Eier. Auch wenn die anderen Leute welche gekauft haben…” :-]

Update um 13:00

Junior hat die Eier gefunden, direkt neben dem Katzenfutter. Ein paar Süßigkeiten gab es dort auch! Wir frühstücken wieder fürstlich, es gibt frisches Brot und pro Nase eine echt große Portion Rührei. Ich weiß ja, der Cholesterinspiegel, aber wir sind unterwegs und haben noch einen langen Tag vor uns. Da braucht man(n) Nervennahrung 🙂

Ich habe auch mal die Duschen ausprobiert, bei mir war sie schön warm. Sicher lag es gestern daran, dass der Boiler leer war weil so viele Leute geduscht haben. Während ich warm dusche bewundere ich meinen Junior dafür, dass er gestern KALT – sorry EISKALT – geduscht hat. Während ich das Reisemobil mit Frischwasser befülle, geschieht innen mal wieder ein kleines Wunder!! Mein Junior ist echt zu gebrauchen! Papa hält draußen den Gartenschlauch und der Junior räumt das Reisemobil auf. Es wird sogar gefegt und die Fußmatte wird gesäubert. Nachdem der widerspenstige Gartenschlauch aufgerollt, gesäubert und verstaut ist, staune ich nicht schlecht. Unser Reisemobil ist kaum wieder zu erkennen. Alles ist blitzi blanki und der Junior grinst ganz breit.

Ich lobe ihn und sage “Hey Du bist ja echt zu was zu gebrauchen!” Er grinst nur ganz breit und sagt “Ich weiß!” – So macht Papa sein echt Spaß 🙂

Sodele, es ist alles verstaut, Kirschen hat der Junior auch gekauft, gleich zwei Schälchen. 80 NK das Stück – ist schon teuer hier – das sind umgerechnet 10 Euro! Aber lecker sind sie!!

Ach ja, am “Badehäuschen” habe ich gelesen, dass man über eine 4 Kilometer lange Wanderung in die Berge nochmals drei gigantische Wasserfälle erreichen kann. Schade, dass wir keine Zeit haben und noch 2.000 Kilometer vor uns liegen. Wir müssen los, aber vielleicht kommen wir mal wieder und haben dann mehr Zeit. Dieser Campingplatz ist jedenfalls großartig!

Uhrenvergleich: 13h06 – Strom aus, Notebook aus, Motor an, los geht es…

Tschüss…